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Gedichte - Heinrich Freimuth


Der Turmhahn

      Pinkpank! Das
Goldblech glitzert blank; Hell spiegelt
sich die Sonne drein — Wirst bald der
Sonne näher sein; Sollst hoch in Ehren
steigen, Der Welt vo
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An den Frieden

    Heil`ger Friede, Auf den
Knien grüß` ich dich; Meine Worte
fügen sich     Fromm zum
Liede.     Mit der
Palme Winkst du Segen in di
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Alfred von Reumont

(Aachen 1887) Wohl hegst du manchen
Edelschatz, o Kaiserstadt, in sicherm
Schrein, Und ein Jahrtausend hat
gekrönt mit Ehren reich den Scheitel
dein; Doch höhern Schatz für dich
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Stimmungen

(Aus dem Englischen des H. W.
Longfellow) Gestern sah bei
Tageslicht Ich des Mondes
Angesicht, Und es schwamm sein mattes
Grau Wie ein Dunst im tiefen
Blau. La
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Die Unsichtbaren

(Aus dem Englischen des H. W.
Longfellow.) Allüberall, wo Menschen
nur gelebt, Da weilen sie, die noch
kein Auge sah; Ihr stiller Zug auf
jeder Schwelle schwebt — Du hörs
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Tagesanbruch

(Aus dem Englischen des H. W.
Longfellow.) Ein Wind sprang auf vom
Meeresschaum Und sprach: `Ihr Nebel,
macht mir Raum!` Er rief den
Schiffern zu: `Erwacht! Die Segel
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Die beiden Engel

(Aus dem Englischen des H. W.
Longfellow.) Es dämmerte; — des
Dorfes Hütten kränzte Ein blauer
Federschmuck — der frühe Rauch; Die
ferne Höhe silbernrosig glänzte,
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Der goldene Meilenstein

(Aus dem Englischen des Henry Wadsworth
Longfellow) Kahle Bäume strecken in
die Lüfte Ihre roten Zweige, wie
Korallen,      
Krüppelarmig, In des Winteraben
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Der Müde

(Aus dem Englischen des Henry
Wadsworth  Longfellow.) Ihr
Kinderfüßchen, die noch weit Ihr
wandern müßt durch Lust und Leid, Von
Last gedrückt, vom Dorn verletzt, -
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Im Herbste

(Nach dem
Plattdeutschen.) Schneegänse
ziehen Am Himmel her — — Ihr wollt
schon fliehen? Mein Herz wird
schwer. Die stolzen Flieger, Wer
lenkt sie
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Märzveilchen

(Zum 22. März 1887.) Wohl hat das
Jahr der Nächte viel, doch
zauberkräft`ger keine Nacht, Als die,
darin aus Winterarm sich ringt der neue
Lenz mit Macht. Es schwebt auf Schwanen
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Die beiden Neger

Als gestern ich entschlummert, —
Spät war es in der Nacht — Hab` ich
zum ersten Male, Mein Schatz, nicht
dein gedacht. Und um die müden
Sinne Mir zog ein holder
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3. Das Filigranwichtchen

Am Felsenspalt im
Frühsonnenschein Spaziert der Zwerg
Hinz Spindelbein — Er ist nicht ganz
drei Hände klein. Der Scharlachrock,
das Höschen grau, Der Federhut, die
Schä
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Das Gespenst

Am Stadtgefängnis giebt das
Eisenthor Der Welt zurück zur
Winterabendstunde Ein Menschenleben,
das sich dort verlor Ein halb
Jahrhundert, wie im
Friedhofgrunde. Im Zorn ein
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Der letzte Geburtstag

Am Wall beim alten Thore Da steht ein
uralt Haus, Dort schaut zum kleinen
Fenster Ein uralt Männlein
heraus. Der Alte lugt herunter In
den Kastaniengang, Und l
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An Gott

An den Sohn des Staubes hast Du, Herr,
die Erde hingegeben, Mit zum Lenker ihn
erhoben über Deiner Schöpfung
Leben; Weihtest ihn mit hoher Gabe,
neue Schöpfung zu gestalten; Aber
gabst i
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Die Frage

Auf dem Thron aus
Elephantenzahn, Unterin Baldachin von
gold`nem Lahn Sitzt Ismail — Düfte
süß umzieh`n, Weiße Federbüschel
fächeln ihn. Vor ihm kniet ein
Reicher und
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Hildegards Kittel

Auf Ravensburg dem alten Welf klagt`
Junker Kurt sein Herzeleid: `Der
Fugger hat mich heimgeschickt, drum bin
ich wie Zuvor so weit. Wohl in der
Adels-Trinkstub` goß er mir
lichtgold`nen Gasttru
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Die Tarantel

Bei Dos Hermanas war es, im
Andalusierland, Da warf ich für zwei
Tage den Stecken aus der Hand; In eines
Dorfes Schenke kehrt` ich am Abend
ein, Ins deutsche Herz zu gießen
Sanlucars Feue
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Im Atelier

Bildnis, das die Sonne malt, Sitzt, die
den Frühling überstrahlt. Zeit Louis
Daguerre noch schuf das Licht Im Abbild
größern Liebreiz nicht. Sie ist des
Tages Königin, Zu
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Ein Pfingstlied vor dem Kriege

Blutroter Mohn, wie früh du blühst Im
frischen Halmenland! Ist`s Wundenröte,
die du glühst, Sengender Fackeln
Brand? Du Amsel, wie so heiß dein
Schlag Aus fieberh
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Blüten wogt das Leinfeld blau

Blüten wogt das Leinfeld blau, Gleich
windbewegter Wasserau; Drauf schaukeln
in Gondeln, in schlanken, Die Ruderer
— meine Gedanken. Und Phantasie als
Lerche singt.
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Das ist des Frühlings bittre Süße

Das ist des Frühlings bittre
Süße, Daß ein Ade schon seine
Grüße; Kaum duftet uns die Rose
an, So ist es schon um sie
gethan. Der Baum, heut`
Blütenstrauß gewesen,
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Streuenglein

Denkst noch der Heimatkirchweih`
du? Das Städtchen ward zum Haine; Den
halben Birkwald trug herein Die emsige
Gemeine. Der Schrank gab da sein
bestes Kleid Für groß
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Schneenacht im Felde

Der Himmel Nacht — die Erde
Licht! Ein weiter Silbersee das
Feld, Den rings mit weißen Rosen
dicht Der nied`re Hag umschlossen
hält. In lichten Blüten steht der
Baum,
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Im Münzkabinett

Der Menschheit kannst die Sammlung du
vergleichen: Hier liegt der Wert, das
minder Edle dort, Und bis zum
Kupferheller geht`s so fort; Doch alle
tragen ein symbolisch Zeichen; Es sag
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Strom und Herz

Der mächt`ge Dampfer schneidet Dem
Strome in das Herz, Der ohne Regung
leidet, Und kalt erträgt den
Schmerz. Doch wenn das Schiff
entglitten, Dann wallt und schäumt
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Goldregen

Der Wanderer spricht: Ha, treff` ich
dich wieder, falscher Baum, Du
goldbehang`ner, am Hage, Der Gift du
geträufelt dem Knaben im Traum Am
blauesten Maientage?
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Die Flucht

Des Sultans Augen lohen, und seine Lippe
schäumt — `Die Jüdin ist geflohen?
— Dann, Häscher, aufgezäumt! `Dem
Flinken zwanzig Rosse, der bis zum
Morgenrot Sie bringt zu mein
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Des Neides Wahl

Des Zufalls Laune hier zusammenweht Ein
Paar, wie`s nicht zu oft selbander
geht: Ein alter Harpax, krumm, mit
Zitterhals, Der nur von Brotes Rinde
lebt und Salz. In s
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An die Wohlklangs-Fanatiker

Die ihr den Klang zum Fetisch habt
erhoben, Und inn`re Leere für die
Form verzeiht — Den Knitter gönnt,
die Falte mir am Kleid, Steckt Leben
nur in Kitteln hier und Roben!
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Septemberlied

Die Nester leer im Gartenhag, Des
Wohlklangs luftige wiegen! Und
Blumenleichen Tag für Tag Jetzt
dichter am Hügel liegen.    
  Ade, du Sommerlust,   &nb
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Mira

Die Sonne sinkt zum andern Mal; Es ruht
die ernste Aarawane Vor Maraksch ob dem
grünsten Thal, Das je erzaubert Fee
Morgane. Und Mira steigt in stille
Schlucht Zum Felsbach m
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Bei einander

Die Sonne, die den Wein gereift, Der
über meinem Fenster hing, Hat tödlich
mir ein Beet gestreift, Als flammend
sie vorüberging. — Und wär` Dein
Segen noch so reich,
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Der Frühling schüttelt die Locken

Dort aus der Stubenenge! Der Frühling
schüttelt die Locken, Die Veilchen-
und primelumkränzten, Zum Klang der
Sabbathglocken. Fahrt hin, ihr toten
Bücher! Ein Buch
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Aus den Monologen eines Menagerie-Löwen

Dort schüren sie die Kohlenfeuer
neu, Den bleichen Gafferschwarm damit
zu wärmen, Dem Neugier frißt am Magen
— meiner Treu! — Wie glüher Hunger
mir in den Gedärmen.
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Ein einzig Wort

Ein einzig Wort! — wie schließt es
oft Das ganze Glück und Weh` dir
ein! Wenn es gewährt, was du
erhofft, Klingt`s in die Brust dir,
glockenrein. Dann übergießt dich
Sonnengla
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Der tote Klaus

Ein Kirchhof-Capriccio. Die junge
Kirschenwirtin, wer priese nicht die
Frau? Ihre Augen sind zwei Husaren,
Dragoner die Hände rauh. Ist
abgebrannt die Tasche — sie liest`s
euch v
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In der Fronleichnams-Oktav

Ein ländlich Kirchlein ... letzter
Weihrauchduft, Dem sich des sommers
Blumenhauche mischen, Durch Thür und
Fenster strömend mit der Luft, Aus
Vasen steigend ringsher von den Nischen.
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Meine Süße, wäret ihr wieder klein!

Ein paar Kinderschuhe — sie sind alt
— Hut` ich unter schätzen
mannigfalt. Einst trug ich dies Paar
... wo ist die Zeit? Doch es wuchs der
Fuß — der weg ward weit.
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Novembergewitter

Ein Tag voll Glanz; noch ziehen milde
Hauche Den öden Acker hin zum kahlen
Holz; Ein zweites Grün quillt schon im
dürren Strauche, Noch liegt die Au
voll hellen Sonnengold`s.
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Die neue Mutter

Ein Weib und ein Kind in dem schlichten,
doch sauberen Stübchen; Die Frau ist
entschlummert, auf ewig entschlummert
ihr Bübchen; Man gräbt auf dem
Kirchhof soeben dem Kleinen ein
Grübchen.
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Leichter

Eine Feder sah ich auf im Winde
schweben: Leichteres, so dacht` ich,
kann es nimmer geben. Von der Feder
mußte just ein Stäubchen
stiegen, Hoch hinaus sah ich`s im
Sonnenstrahl si
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Das Lied vom Haschisch - II.

Entlang den Zelten, drin des Schlummers
pflegen Die Führer, wie davor die
müden Wachen, (Mög` Allah selbst
heut` ihre Herr`n beschützen! Zu
drückend ist der Tag!) verschleiert
eilet
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Die beiden Väter

Es klingt eine Harfe auf
Hammerstein; Zu der Harfe singt ein
Jüngferlein. Möcht` fingen mit
ihrem Schmeichelmund Dem alten Burgvogt
das Herz gesund. `Laß sein, la
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Lethe

Es mahnten die Rabbinen: `Soll nicht
dein Geist erkranken, So lies nicht
Leichensteine — Es tötet die
Gedanken!` Der Römer schloß die
Augen Bedacht vor Epitaphen,
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Pulver und Rom

Es plauderte mit der Garbe Korn Des
schlummernden Jägers Pulverhorn. Ich
hab` es erlauscht mit eigenem Ohr, Denn
der Jäger war ich, der da Rast
erkor. Es klang in dem Hörn
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Leuchtkugeln - II.

Es riefen in gleicher Stund` zum
Schöpfer Um Regen der Bauer, um Sonne
der Töpfer; Und der Herr sprach: `Ich
wär` der Allerweltsretter? Geht, baut
eure Sach` nicht auf Sonn` und Wetter.`
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Waldlogis

Früh mit dem Eichhorn aus dem
Bett, Vom Königspfühl im
Juniwald, Aus dessen grünem
Baldachin Süßstimmig mir ein
Frühchor hallt! So eine Nacht im
Erdbeergrund —
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Judas

Gehetztem Schakal gleich, zum
Klippengrat Nimmt ein Verzweifelnder
den Todeslauf. Kennt ihr die Stirne?
Habgier und Verrat Als schwarzes
Doppelsiegel steh`n darauf. Drei trot
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Blumen und Sterne

Hast du von Dichtern die beste
Wahl, Perlen der Denker im
Büchersaal, Fehlen dir stets noch der
Werke zwei, Daß deine Sammlung ein
Ganzes sei. Eins: `Poesien der Erde`
hei
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Rekruten-Auszug

Heidi, der Burschen Blume Marschieret
nun von Haus; Denn keine halben
Kerle Sucht sich der König
aus. Herr Vater und Frau
Mutter, Schaut nicht so traurig drein!
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Das Lied vom Haschisch - I.

Herzenskälte trinkt vom
Wasser, Höllenglut vom
Traubenbecher Sich der weise
Brunnentrinker, Sich der Chor der
Schenkenzecher. Doch im einsamen
Gemache Von geheimster
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In der Stadt

Hier ist des Lebens Puls — hier faß
es an. Willst du der Menschheit in das
Inn`re lauschen; Der Wiesenbach dir
nicht verraten kann, Was Ströme dir
und Ozeane rauschen; Gern mag i
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Sic transit gloria

Hier, Meister, nimm die Krone dar, Die
du in schöner`n Tagen Geschaffen mir,
als blond mein Haar, Und als ich
Kaiserin noch war ... Lang` dürft` ich
sie nicht tragen.
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Die Braut

I. Zelte bunt beim Schloß zu
Miknes, Weiß und blau — damast`ne
Kegel, Die den Seewind fernher
locken, Wie ein Schwarm beschwingter
Segel. Fähnlein hier vo
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Der längste Tag

Ich hab` im Jahr nicht manchen Tag, Dem
ich ein Denkmal setzen mag; Und von den
zweien oder drei`n Sollst, längster
Tag, du einer sein. In Grün lieg`
ich begraben ganz,
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Job White

Ich las ihn im fernen Westen auf, Den
Mann mit dein seltsamen Lebenslauf. Ein
Maultier-Paar, und ein Karren
daran, Mit der Firma: `Job White, der
Särge-Mann.` Ein paar Dutzend Raste
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Resurfam

Ich werde aufersteh`n!` das ist mein
Glaube; Auf Lebensmeerflut ist`s mir im
Verzagen Der Rettung Bürgschaft —
meine Noah-Taube! Nicht an des
Wissens Pforte geh` ich schlagen,
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Wo ist Poesie!

Ihr fragt, wo wir die Allgesuchte
finden, Die — sagt ihr — eurem Aug`
sich nicht entdeckt? Ihr nennet sie die
scheueste der finden, Die, heiß
verfolgt, nur tiefer sich versteckt? —
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Joseph Gusikow

Ihr warmen Abendlüfte, die ihr
zusammenweht Die würz`gen Sommerdüfte
von Wald und Wies` und Beet, Wißt ihr
das Grab im Lande, des nordischen
Orpheus Gruft, Umwallt in ewigem Brande
von
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Eine Tramfahrt

Im Mai ein Sonntagmorgen! — zweimal
ein Tag des Herrn, Der Widerschein aus
Eden auf düsterm Erdenstern! Da greift
an alle Herzen ein mächt`ger
Doppelzauber, Und eint zur
Großgemeinde d
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Auf dem Friedhofe zu Aachen

Im Sonnenschein die Totenstadt hier
liegt; Noch grün sind Hängebirk` und
Trauerweide. Die Thuya steht in satt
grüngold`nem Kleide, — Der `Baum des
Gebens`, das den Tod besiegt.
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2. Kyllburg

In deine Laubflut tauch` ich ein, du
Zauberthal am Bord der Kyll, Umrahmt
von grünem Höhenkranz liegst du, das
lieblichste Idyll; An deiner Eifel
Feierkleid das perlenreiche
Gürtelband,
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Frühlingspredigt

In dunkle Gassen flutet Ein See von
gold`nem Licht; Für dich drauf
schwimmen Rosen, Du blasses
Angesicht. Von Dach, und Zaun, und
Baume Das Schmettern heller Lust
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Der tote Pfau

In nasser Herbsttagfrühe,
nebelgrau, Auf rohem Karren fährt ein
Knecht die Leiche . . Ein Sack dein
Bahrtuch, königlicher Pfau, Das
schlecht verhüllt dein Kleid, das
farbenreiche!
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Der Toten Sonne und der Toten Bett

Kein edler Denkmal über Gräbern
steht, Als Trauer, die dort kniet zum
Gebet. Mit schöner`m Kranz schmückt
sich das Leben nicht, Als jenem, den es
einer Urne flicht.
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4. Die Nebelglocke

Kein Hüttenlicht, kein Glockenschlag
vom Turin - Im öden Hochland nur der
Flockensturm. Drin tanzt der Moormann
mit der Nebelfrau; Er braun von Rock,
sie von Gewande grau.
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Ismails Leichenmal

Kein Laut des Opfers wirft der
Fliehenden Jetzt eine Fessel um den
flinken Fuß — Stumm sank der
größ`re Mörder in den Tod — Und
ungehindert eilt dem Schloß sie
zu. I
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Lacht dir ein Auge lustverklärt

Lacht dir ein Auge lustverklärt Ins
thränenfeuchte Angesicht, Ob`s
schneidend dir durchs Herz auch
fährt Im Grame zürn` dem andern
nicht! Und denk`, es sei ein
Sonnenstrahl,
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Kriegers Heimkehr

Laßt die stumpfen Klingen
sausen; Einmal noch und nimmer
mehr! Mäht vom Rain die letzten
Blumen; Schlagt den Wald von Taube
leer! Kränze auf verbund`ne
Stirnen! Sträuße a
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Laßt mir den holden Schein ...

Laßt mir den holden Schein, die schöne
Lüge! Genug hab` ich die Dinge mir
entschalt, Mein Menschenprüfen hat
sich schlecht bezahlt, So daß ich
künftig lieber mich betrüge.
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Unter gelben Wipfeln

Laßt uns den letzten Sonnentag
begehen Bei vollen Reichen unter
grünen Bäumen, Noch einmal uns
zurück den Sommer träumen, Da gold`ne
Blätter in den Wein schon wehen! Du
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Kaiser Friedrich

Nach Wolken das Licht, und nach
Schneesturm die Sonne im Blau! Von
Blumen durchduftet, von Lerchen
durchklungen die Au! Und weilt er noch
draußen, ist weit er doch nimmer vom
Chor: Der Len
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Ungekannte Helden

Nicht Held nur, wer im Feld
gestritten, Wer, schwer getroffen,
blutend sank; Ein Held, wer immer nur
gelitten Und seinen Reich mit stärke
trank. Wo stolz die Qual verschleie
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Dreierlei Thränen

Nicht jede Leidensthräne Im Angesicht
erscheint; Es hat der Mensch auch
Zähren, Die er nach innen
weint. Kein fremdes Auge sieht
uns Die innern Thränen an; D
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Leuchtkugeln - I.

Nicht kommt stets Gefahr als
Riese, Noch auch muß sie Keulen tragen
— Oder hat nicht drei Zoll
Zunge Sechs Fuß Mann oft
totgeschlagen? * * * Tugend im
Gl
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Abend im Winterwald

Rings liegt der Wald erstarrt — Nur
grün noch Tann` und Eppich; Von meinem
Tritt erknarrt Gefror`nen Taubes
Teppich. Den Puder stäubt des
Reifs Vom Strauch der Flu
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Aus tollen Tagen - Sein Fastnachtslieb

Schaumwein-Salven — Geigenseufzen —
gellend Lachen — leises Kosen! Wie
ein Wonnesturm umwirbelt`s alle Welt mit
süßem Tosen. Sogen frohe
Götterscharen von Elysium heraus?
— Der R
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Verloren!

Sieh` da, in Schutt und Trümmern
welches Leben! O Tod, noch sind der
Erde Fluren nicht Zum Freigebiet, zur
Herrschaft dir gegeben — Zu früh`, o
Nacht! neu triumphiert das Licht,
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Der Mord

singt. Seit der Nacht ich entstieg,
und dem höllischen Grund, und mein
Fittich bedecket die  Erde, Seit
ich zehnte das Fleisch, seit ich stelle
den Tod vor das ew`ge, allmäc
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Ismail ben Scherif

Still ist`s im Palast Ismails,
grabesstill im Haus der Weiber; Nur ein
leises Beben rieselt durch die
angstgebannten Leiber, Denn des Negers
***) böse Stunde hob die mörderische
Tatze —
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Schneefall

Tief senkt des Himmels fahles
Angesicht Zur Erde sich, auf seine
teure Leiche; Aus den erlosch`nen
Sonnenaugen bricht Rein Tropfen mehr,
der einer Thräne gleiche. Um seine W
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Regentag im Spätherbst

Trübes Wandern durch die Flur: Wo ich
ausschau`, aller Enden, Eine Bettlerin
— Natur — Stehst du da mit leeren
Händen. Hast nun nichts zu geben
mehr; Deines Klei
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Der weiße Fächer

Tschuang-Tsen, der Philosoph im
Zopfe, Geht im Felde mit gesenktem
Kopfe; Schwer ist ihm das Haupt von
tausend Fragen, Die sein Denken noch
nicht ausgetragen. Achtlos träumend
lenkt
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An der Grenze

Um jene Linie dort — ob
meilenlang, Doch eine Linie nur, ein
dünner Faden — Ein Völkerpaar einst
mit einander rang. Hei, wie es da von
roten Quellen sprang! Bis die vom Tode
hi
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Eile und Weile

Was dir der heit`re Sinn gebeut, O
Menschenherz, verschiebe nicht! Der
Freude Blüten, pflück` sie heut`! Und
trau` dem Tag, dem Diebe, nicht, Der
pünktlich dir den Schmerz erneut,
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Was die Vögel am See singen

Was nur taucht der Zweig der Erlen In
den See dort auf und nieder, Daß er,
schwer von nassen Perlen, Raum sich
hebend, sinkt schon wieder? Schau,
ein loser Finke schaukelt
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Unheilsschau

Wenn das Polmeer wild sich
aufbäumt, Ew`gen Eises Wüste
kreißt, Und mit Dröhnen sich vom
Gletscher Tollen Sturms der Eisberg
reißt — Scheu dann kehrt den Blick
der Lap
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Beim Ankerlichten

Wenn sich dem Port das Schiff
entwand, Das Menschen trägt an fernen
Strand, Dann sprechen, die am Hafen
steh`n: `Ob jemals wir sie
wiederseh`n?` Und die da sind an
Schiffes
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Kaiserbraut und Himmelsbraut

Zu Farnborough im Lande Kent Ein
Klosterkirchlein klein; Dort hüllen
Trauerflore Altar und Säulen
ein. Im weichen Sang der
Nonnenschar Das `Dies irae` schallt;
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Lob des Reifens

Zum Becher rund` ich neue Worte; Mög`,
was ihn füllt, gesunder Trank sein:
— Nicht lang` hock` hinter einer
Pforte, Du müßtest denn beim
Gastfreund krank sein. Du solls
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Im Baumhof

Zum Obsthof ziehen alt und jung Auf die
letzte, große Plünderung; Mit
Leitern, Brechern, Körben,
Säcken, Die Buben mit Schleudern und
Bohnenstecken. Das nied`re Baumvolk
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Die Juden

Zum Sultanshof ringsher zieh`n ernste
Männer In Marokkanerland auf heißen
Pfaden — Der Moseslehre büßende
Bekenner, Die vor Ismails Thronstuhl
sind geladen. Aus Abend n
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Bei den Toten

Öd` liegt der Hebräerfriedhof auf der
Seestadt Felsenhügel, Welten weckend,
rauscht zu Füßen ihm des Meeres
Riesenflügel. Wie sie dräuend, wie
sie tröstend um die Sklavenlande
schlagen
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Der greise Fellah

`Denn der Irrtum ist das Leben, Und das
Wissen ist der Tod.` Zum Alten
sprach ich, den am Weg ich fand: `Wie
weit nach Tanis ist`s, im
Trümmerland?` — `Weiß ich e
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Aus tollen Tagen - Epilog zum Fasching

`Die Welt ist ein einz`ger großer
Thor.` Faust, 2. Teil. Der Firlefanz
ist weggefegt, die Larven spuken länger
nicht; Nur eine Maske sieht man noch
— es ist das menschliche Gesi
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Gelimer

`Drauf! Für Neu-Rom mit Belisar!`
— Wie hackten da die Adler
scharf! Daß der Vandalenwölfe
Schar Ins Mittelmeer sich blutend
warf. Noch waren Römerschwerter
nie
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„So ist es gerecht, wer stimmt nicht ein?“

`Er lebe!` so hört man die Menge
schrei`n — So ist es gerecht; wer
stimmt nicht ein? Denn der in blut`ger
Rüstung dort naht, Das ist der
Erob`rer vom Kriegespfad. Er hat
geschlag
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Aus tollen Tagen - Im Mazar des Todes

`Nichts zu handeln?` ruft der
Jude Längst nicht mehr von Haus zu
Haus; Jedes Erdgeschoß ist
Bude, Alles steckt ein Schild
heraus. Selbst der Tod hat seinen
Laden; Hi
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Die Werbung

`Schöner Rüben, schenk` mir Labe
ein, Reich` mir Dattelmilch in
Elfenbein! Wie ist deine weiße Hand so
weich, Wie dein Antlitz sanft und
perigleich! `Schöner Rüben, sag`
... weiterlesen


Die beiden Sklaven

`Wach` auf, mein Sohn, vom Schlaf, denn
ich bin matt; Und wart` der Löwen du
an meiner statt! Dich stählt noch
Jugend, die selbst Löwen zwingt, Indes
des Alters Leu den Greis verschlingt
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