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Gedichte - Heinrich Bone

Zuflucht zu Gott

1.

Ich berge mich in deine Hand,
O Gott, verwirf mich nicht!
All Trost und Licht und Stärke schwand;
O Gott, verwirf mich nicht!
Ich übte selbst ... weiterlesen


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Naturgenuß

1.

Mich zu erheben
Wie eine Wolke
Aus dem tiefen Erdenschooß,
Hoch zu wandeln
Zwischen den Sternen
Ruhig, ernst und seelengroß;

... weiterlesen


Vorklänge I.-V.

1.

Schau` ich in vergang`ne Tage,
Ist es mir wie Frühlingsnacht,
Die man still in Liebesklage
Unter Blütenbäumen wacht.

Tausend liebliche ... weiterlesen


Sommernacht

1.

Will Natur sich zeigen
Recht in ihrer Pracht,
Läßt sie alles schweigen,
Wandelt durch die Nacht.

Sterne möchten sich neigen
Nieder aus ... weiterlesen


Heimweh

1.

Wär` ich in der Heimath wieder,
Hier ist alles mir so neu;
Leg` ich mich am Abend nieder,
Wünsch` ich, daß schon Morgen sei.

Keine Lust am ... weiterlesen


Vorklänge XI.-XV.

11.

Siehst du dort den schönen Stern,
Wie er leuchtet aus der Höh? —
Ist er dir zu hoch und fern,
Sieh, er schimmert auch im See. —

12.
... weiterlesen


Vorklänge XVI.-XX.

16.

Immer neue Bilder springen
Mir aus unversiegtem Quell,
Töne durch die Tone klingen
Tief und hoch und silberhell.

Und ich steh`, und schau` und ... weiterlesen


Abendgefühle - II.

2.

Alles will sich sanft begeben,
Was in meiner Seele lebt,
Will behaglich sich verweben,
Wie der Duft um Rosen schwebt.

Mich in`s tiefe Gras zu ... weiterlesen


Morgenfeier - II.

2.

Was soll die Fülle der Natur,
Wenn ich hier steh` und schaue nur?
Hinein in all dies Leben
Möcht` ich die Seele geben.

Unendlich drängt mich ... weiterlesen


Sehnsucht - II.

2.

Was will dies starke Sehnen,
Das mir die Brust durchzieht?
Es kommen keine Thränen,
Und doch das Auge glüht.

Der Blätter mild Gesäusel,
... weiterlesen


Vorklänge XXI.-XXV.

21.

Nach Liebe, ja nach Liebe
Sucht meine Seele,
Daß sie vermähle
Mit andrer Seele
All` ihre Sehnsuchtstriebe
In reiner Liebe.

Wenn ... weiterlesen


Vorklänge XXVI.-XXX.

26.

Schauen möcht` ich; ach der Glaube
Gibt nicht immer festen Stand;
Bangend schleich` ich tief im Staube,
Wankend über scharfen Rand.
Unsichtbares,
... weiterlesen


Morgenfeier - III.

3.

In diese Morgenblüte
Möcht` ich mich stürzen,
Mit schmelzendem Gemüthe
Darein zergehen,
Und schlürfen von den Düften
Aus bodenlosen ... weiterlesen


Liebe - II.

3.

Schwarze Wolken
Stiegen empor,
Bläuliche Streifen,
Zogen umher,
Brennende Strahlen
Sandte die Sonne,
Als sich ihr nahte
Das ... weiterlesen


Sehnsucht - III.

4.

Die Brust ist voll, mein Herz erglüht,
Umfangt mich kühle Düfte;
Ihr Wolken, die ihr eilend zieht,
Nehmt mich hinauf in Lüfte!

Du tiefer See, ... weiterlesen


Abendgefühle - III.

4.

Seht mich liegen auf dem Rücken,
Sterne lächelt meiner Lust;
Mond belausche mein Entzücken,
Baum beschatte meine Brust.

Blüten sinket auf ... weiterlesen


Morgenfeier - IV.

4.

Ueber die Bäume
Möcht` ich mich schwingen,
Hoch in die Räume
Rufen und singen:
Gott ist der Schöpfer und Herr der Natur.

Möchte die ... weiterlesen


Liebe - III.

5.

Als ich in der stillen Laube
Noch am späten Abend saß,
Und beim Mondenlicht` im Staube
Namen schrieb und Namen las;

Als der Thau die Blüten ... weiterlesen


Morgenfeier - V.

5.

In dieses Tropfens Tiefe,
Der an der Blume hängt,
Mir ist, als ob`s mich riefe
Das Herz hinab sich senkt.

In wonnevoller Kühle
Da meine ... weiterlesen


Abendgefühle - IV.

5.

Nachtigall, und wenn du wüßtest,
Daß ich noch im Dunkel hier
Einsam lausche deinem Liede,
Würd` es wohl gefallen dir?

Oder würdest du dann ... weiterlesen


Liebe - I.

6. Liebe

Nun seh` ich wieder außer mir
In Ruhe die Natur;
Denn überall erscheint in ihr
Mir der Geliebten Spur.


1.

Wann die ... weiterlesen


Morgenfeier - VI.

6.

Die Welt ist mein!
Von dieses Berges Gipfel
Senkt sich herab mein kühner Blick
Und aller Bäume Wipfel
Verneigen sich vor meinem Glück`;
... weiterlesen


Abendgefühle - V.

6.

Lausche, lausche! —
War`s ein Säuseln
Aus der Höh,
War`s ein Kräuseln
Auf dem See?
Lausche, lausche!
Liebliches Säuseln.
... weiterlesen


Vorklänge VI.-X.

6.

Was wollen die blauen Berge mir?
Sie wecken so süßes Verlangen.
Ihr blauen Berge was winket ihr,
Als müßt` ich euch liebend umfangen?

Die ... weiterlesen


Abendgefühle - VI.

7.

Das war ein süß‘ Geträume;
Mein Herz, wo warst du da?
O sagt es mir ihr Bäume,
Was war mir jetzt so nah?

Wie schaut ihr so erröthet
... weiterlesen


Morgenfeier - VII.

7.

Frühlingsmorgen,
Lebenswonne,
Lichtesfeier,
Segensfülle,
Seelenfreude,
Himmelsnähe,
Komm, o komm, umfasse mich!

Kann ... weiterlesen


Abendgefühle - VII.

8.

Wohin du, stolzer Käfer?
So plötzlich treibt`s dich fort?
Wie schallt dein einsam‘ Schwirren
Mir als ein Menschenwort!

Dir möcht` ich nach; ... weiterlesen


Naiver Trost

Ach Mutter, warum weinest
Du doch den ganzen Tag?
Mit Thränen gehst zu Bette,
In Thränen wirst du wach. -
Auch mich hat ja der Vater
Geschlagen so wie dich;
... weiterlesen


Des Dichters Boten

Alle Wolken, die da fliegen
Ueber Thal und Berge fort,
Alle Wellen, die sich wiegen
Längs den Strand von Ort zu Ort,
Wolkenzug und Wellenlauf
Nehmen meine Grüße ... weiterlesen


Die Mörderin

Am Bache, wo der Nebel zieht,
Da ging ein Mädchen umher
Im Mondenschein — sie sang ein Lied,
Das klang so schaurig und schwer.

Sie sang von Blumen, die ... weiterlesen


Die drei Sonntagsjäger

Am Sonntag gingen drei Jäger hinaus,
Sie sagten, wir kommen mit Beute nach Haus`,
Empfangt uns am Abend mit Jubel,
Juchhei, juchhei!
Empfangt uns am Abend mit Jubel.
... weiterlesen


In trüben Stunden

Auf Gott vertrau, verzweifle nicht,
O Seele schwer umfangen!
Es kehrt zurück verlor`nes Licht,
Halt fest dich am Verlangen.

Verzweifle nicht, auf Gott vertrau,
... weiterlesen


Abendphantasie

Beim Mondengang durch Wolkenduft,
Im milden Hauch der Abendluft
Will sich ein neues Leben
Im Herzen mir erheben,
Ein stillbeglücktes Leben.

Was flüstert ... weiterlesen


Die Tochter

Betrübt am Weihnachtsabend stand der Vater
Und sah der vielen Kinder muntre Schar,
Verlassen schien ihm alles, weil die Mutter,
Die vielgeliebte Mutter nicht mehr war.
... weiterlesen


Der Frühling

Bin ich auch nur ein Vöglein im Wald,
Wenn es nur lieblich zum Ganzen erschallt!

- - -

Was Natur und Leben bieten,
Gibt dem Herzen Drang und Klang;
... weiterlesen


Schicksal

Das ist des Schicksals grause Kluft,
Die klein dem Auge däucht,
Und nur, so oft`s hinüber ruft,
Weit aus einander weicht.
Dann steht der Mensch mit Ungeduld
Und ... weiterlesen


Bitteres Scheiden

Das ist ein süßes Scheiden,
Ein dunkler Quell von Freuden,
Wenn Hand in Hand
Und Blick in Blick
Sich senkt in letzter Stunde
Zu heil`gem Seelenbunde.

... weiterlesen


Wiegenlied

Das Kind muß artig liegen,
Wir wollen fleißig wiegen,
Dann kömmt ein liebes Engelein
Und singt dem schönen Kindelein:
    Mußt schlafen,
  ... weiterlesen


Tony

Das schönste Kind war Tony,
In Armuth und in Leid,
Der Mutter einzig Kleinod
In ihrer Einsamkeit.

Der Vater lag begraben,
Noch eh` die Kleine war;
... weiterlesen


Frühlingsdrang

Das sind reine Lüfte;
Diese frischen Düfte,
Die mit ihnen ziehn,
Hauchen Lust und Leben,
Quillen auf und schweben
Zu dem Aether hin.

Tief den Athem ... weiterlesen


Der Stubenkönig

Der kleine Stubenkönig,
Der ißt und trinkt so wenig,
Er schläft nicht, er ist immer wach
Die ganze Nacht, den ganzen Tag.

Er hat zwei gold`ne Flügel
Und ... weiterlesen


Abendlied

Der Tag löst sich in Schatten auf
Um Berg und Thal und Flur;
Die Sonne schloß den weiten Lauf,
Verwischt ist ihre Spur.

Nun sammle dich, mein Geist, in dir,
... weiterlesen


Die Waise

Der Vater auf der Bahre,
Die Mutter schon im Grab,
Das Kind erst wenig Jahre,
Kein Mensch, der Hülfe gab.

Da draußen in den Fluren,
Da lief das Kind ... weiterlesen


Der Menschenhass

Der wildverwachsene Fußpfad dort,
Der tief in die Büsche sich windet,
Der führet an einen gar einsamen Ort,
Den selten ein Mensch wohl findet.

Da steht ein ... weiterlesen


Der Lebensbaum

Des Lebens Baum ist knospenreich,
Wie ihn der Himmel gab;
Doch ach! wie steht er matt und bleich
Auf manchem Menschengrab.

Nur wenig Knospen blühten auf,
... weiterlesen


Die Familie

Die Mutter sitzt und wieget
Das erste Töchterlein,
Der Vater steht und bieget
Sich drüber sanft und fein.

Er will das Kind nicht wecken,
Die Wangen sind ... weiterlesen


Morgenlied

Die Nacht legt ihre Flügel ab,
Der Tag erhebt den Blick;
Es steigt aus seinem dunklen Grab
Das Leben neu zurück.

Der Himmel zeigt sein Angesicht,
Schon ... weiterlesen


Sehnsucht - II.

Die Sehnsucht

Des Menschen Leben ist ein ewig Sehnen,
Sein Herz ist immer dämmernd überthaut;
Es sind so reine, mild erregte Thränen,
Worin die Sehnsucht ihren ... weiterlesen


Die Zeit

Die Zeit ist ein gewaltiger Fluß,
Gemessen ist sein Gang;
Der Mensch liegt drinnen, und er muß
Hinab mit seinem Drang;
Kann rascher nicht, nicht stille stehn,
... weiterlesen


Die Berggeister

Dort ein Bergwerk anzulegen,
War so recht nach meinem Sinn;
Bin gewiß, es würde bringen
Ueberreichlichen Gewinn.

Hör`, ich will es dir erzählen,
Was mir ... weiterlesen


Liebe

Du bist mein Stern, in jeder Nacht
Hat mich dein Bild zur Ruh gebracht;
Bist meine Sonne, jeden Tag
Durch dich mir alles offen lag.

Du bist mein Stern, der Blick ... weiterlesen


Bei der Geliebten

Du, meine Sonne, sieh, erblinden
Muß ich vor deinem Angesicht,
Und keine Worte kann ich finden,
Und meine Wonne trag` ich nicht.

Bist du mir fern, so ruht mein ... weiterlesen


Der Elfensohn

Durch die Büsche geht ein Rauschen,
Schleicht herab in`s dunkle Thal;
Und der Bäume Wipfel lauschen
Bei dem letzten Sonnenstrahl.

Was bewegt sich dort im ... weiterlesen


Abendgefühle - I.

Ei ist ein Leiden
Voll süßer Freuden
So traulich labend
Der Frühlingsabend.

1.

Was lebt in dieser Abendstille,
Das mir so tief zum Herzen ... weiterlesen


Der alte Soldat

Ein alter Soldat am Berge saß
Zur Winterzeit im dürren Gras.

Er blickte dem steilen Pfade nach,
Denn droben die theure Heimath lag.

Grau war er geworden ... weiterlesen


Das Lämmchen

Ein Lämmchen war verirret,
Es lief im Wald` umher,
Und wie es lief und eilte,
Verirrt` es sich noch mehr.

Sein Rufen war vergebens,
Die Herde war so ... weiterlesen


Das Hüttchen

Ein Nebeldunst zur Dämmerzeit
Umzog die schwarzen Höhn,
Da sah ich in der Einsamkeit
Ein fernes Hüttchen stehn;
Sah weit und breit kein Obdach mehr,
Und mein ... weiterlesen


Trennung

Eine Perle ist zersprungen,
Welten waren drin zu sehn;
Eine Laute ist verklungen,
Töne sah man um sie wehn.

Oine Sonne ist verschlungen,
Die am ... weiterlesen


Der arme Vater

Einen Vater müßt ihr sehen,
Der um seiner Kinder Noth
Sich erhebt vom Krankenlager
Und verachtet Schmerz und Tod.

Mit der Liebe stummem Jammer
Trägt er ... weiterlesen


Großer Schmerz

Einst klagt` ich über die große Zahl
Der Leiden in meinem Leben;
Nun ist statt vieler nur Eine Qual
Dem Herzen ins Herz gegeben.

O Mensch, beklage nicht dein ... weiterlesen


Die Klosterruine

Es geht ein dumpfer Schauer
Durch diese Klostermauer;
Ich hör` aus alten Zeiten
Die Todtenglocke läuten.

Ein Grab ist ausgehauen,
Kann keine Leiche ... weiterlesen


Die traurende Mutter

Es saß eine Mutter am wogenden Rhein`
Und sah in die eilenden Fluten hinein,
Die hatten verschlungen ihr einziges Kind
Und fortgeführt so wild geschwind.

Und als ... weiterlesen


Morgenfeier - I.

Es wohnt ein Drängen voll Kraft und Leben
Im Hauch der frischen Morgenzeit;
Es muß anbetend zu Gott sich heben,
Dann wird es Ruh und Seligkeit.

1.

... weiterlesen


Freude

Freude wohnt in meinem Herzen,
Freude lebt in der Natur;
Alle Wesen möchten scherzen
Auf des holden Frühlings Spur.

Was der Knospen Drang entfaltet,
Neue ... weiterlesen


Das Almosen

Gott, dies Gebet des Armen
Erhörst du sicherlich;
Es war ein klein Erbarmen,
Nun betet er für mich.

Er betet laut; beseelet
Ist, was der Fromme ... weiterlesen


Das Meer

Hast du nie das Meer gesehen,
Freund, so warst du noch nicht weit;
Irdisch bleiben Thal und Höhen,
Meer ist Bild der Ewigkeit.

Hoch vom Felsenstrande schaute
... weiterlesen


Das gebrechliche Kind

Helle Thränen möcht` ich weinen,
Wenn ich dieses Mädchen seh,
Wie sie spielt mit andern Kleinen
Und nicht denkt an künftig Weh.

Wenn dereinstens die ... weiterlesen


Nach dem Abschied

Herrlich waren diese Tage,
Klar und rein wie Glockenklang,
Der beim Nachtigallenschlägen
Hoch in Lüften wird getragen,
Wie der Engel Lobgesang.

Ruh im ... weiterlesen


Die Gestorbene

Hier stehe still! — hier liegt begraben
Ein Mädchen, das ich nie geliebt;
Doch kann ein Mädchen Treue haben,
So hat sie diese mir geübt.

Sie liebte mich mit ... weiterlesen


Das Blümlein

Ich fand ein Blümelein wunderhold,
Es blüht` im Thale wie Morgengold;
Geduftet hat es an meiner Brust,
Doch schnell verwelkte die süße Lust.

Da legt` ich`s ... weiterlesen


Mein Lämmlein

Ich hab` ein Lämmlein jung und zart,
Es ist von guter, edler Art;
Ich weid` es mir nicht auf der Höh`,
Ich bleib` im Thal, im süßen Klee.

Des Morgens früh in ... weiterlesen


Der Todtengräber

Ich saß am frühen Morgen
Im stillen Dämmerschein
Bei einem Todtengräber
Im engen Zimmer sein.

Wir sprachen von dem Tode,
Wie der so alles paart;
... weiterlesen


Trinklied

Ich sitze so gerne am Ufer des Rheins
Und koste die Gläser des perlenden Weins
Und sehe dabei in die eilende Flut
Und denke, wie ist es am Rheine so gut.

... weiterlesen


Im Felsenthale

Ich stand auf hoher Felsenpracht
Und sah hinab in Thalesnacht,
Da rauschten wilde Wogen,
Und Wolken kamen gezogen.

Und schwarz bedeckt der Himmel hing,
Ein ... weiterlesen


Erhebung

Ich weiß nicht, was mir fehlet,
Bin nicht gesund, nicht krank;
Die Zeit wird hingequälet,
Dann reut mich ihr Vergang.

Ich sitze manche Stunde,
Und hab` ... weiterlesen


Ihr Hirten, erwacht

Ihr Hirten, erwacht! Erhellt ist die Nacht.
Wie strahlt´s aus der Ferne, wie schwinden die Sterne!
Es naht sich, es naht sich die leuchtende Pracht!
Der Herr ist zugegen mit ... weiterlesen


Im Walde

Im Eichenwalde liegt ein Stein,
Bemoost von alter Zeit,
Da sitz` ich gern beim Mondenschein
In tiefer Einsamkeit.

Es rauscht wie alter Väter Ton
Durch ... weiterlesen


Die Raben

Im Felde stand ein Knabe
Und sah auf`s dürre Land,
Da flog herbei ein Rabe
Und flog auf seine Hand.

Der Vogel ließ sich streicheln,
Der Knabe that`s mit ... weiterlesen


Dichtergefühl

Im Herzen da liegen der Lieder
So viele, wie Tropfen im Quell;
Denn Vogelsang
Und Blütendrang
Und Luft und Gras
Und alles, was
Da lebt und webt,
Sich ... weiterlesen


Mit Gott

In allem, was du handelst,
Bedenke, daß du wandelst
In Gottes heil`ger Näh;
Kannst du in Wahrheit sagen:
Mit Gott will ich es wagen!
Dann trifft dich niemals ... weiterlesen


Alte Lieder

In des Tempels allen Hallen
Hör` ich gerne Lieder schallen,
Die von Alters sind geweiht.
Alter Glaube, alte Sitten,
Alter Trost und alte Bitten,
Alte Thürme, alt ... weiterlesen


Das Felsenthal

In einem Felsenthale
Ging ich den Strom entlang
Mit kleiner Wanderschale,
Woraus ich Labung trank;
Die Felsen standen mächtig,
Zertrümmert bald, bald ... weiterlesen


Glaube, Hoffnung, Liebe

Könnt mir alles, alles nehmen,
Nur den Glauben nehmt mir nicht!
Was ich glaube, das ist wahr,
Darnach handl` ich immerdar.
Und so lang` ich solches thu,`
Bleibt ... weiterlesen


Lieb Jesulein

Lieb Jesulein, süß Jesulein,
Sei du mein liebes Brüderlein
Und spiel´mit meiner Seele!

Ich wär so gerne ganz bei Dir,
O zeig den Weg zum Himmel mir,
... weiterlesen


Vertrauen

Mein Vater, der im Himmel wohnt,
Als König aller Engel thront,
Der ist mir nah bei Tag und Nacht
Und gibt auf meine Schritte Acht.

Er nährt den Sperling auf dem ... weiterlesen


Trübsinn

Mich fassen die Gedanken,
Die trüben Phantasien,
Wie eisenfeste Schranken,
Die sich ums Herz mir ziehn.

Ich seh sie drohend kommen,
Ich wehre mit der ... weiterlesen


Vorklänge

Mir ist nicht wohl; die Welt ist leer,
Es sehnt mein Geist sich immer mehr;
Ich möcht` an eine Wolke fassen
Und die Erde vorüber fliegen lassen.

- - -

... weiterlesen


Die Trauernde

Nicht au Sternen in der Höhe
Hängt mein Blick mit stiller Wacht,
Wenn ich auf zum Himmel sehe
Einsam in der späten Nacht.

Wo die goldnen Sterne prangen
... weiterlesen


Leben im Freien

Nun fülle dich Feld, Berg und Thal
Mit neuem Thun und Leben,
Den Schnee verzehrt der Sonnenstrahl,
Das Grüne wird sich heben.

Wie schaut es sich so frisch ... weiterlesen


Des Armen Christbäumchen

O Mutter, was hab ich ein Bäumchen gesehn,
War voll von Kerzen, die brannte so schön;
Da glänzten von Gold und von Silber so viel,
Zum Essen so vieles, so Schönes zum ... weiterlesen


Des Armen Christbäumchen

O Mutter, was hab` ich ein Bäumchen gesehn,
War voll von Kerzchen, die brannten so schön;
Da glänzte von Gold und Silber so viel,
Zum Essen so vieles, so schönes zum ... weiterlesen


Nach einem Gewitter

O so fühlt doch diese Wonne,
Dieses Leben, diese Lust!
Zieht herab die frische Sonne,
Preßt sie mir an meine Brust.

Will mit ihr ins Gras mich legen
Auf ... weiterlesen


Trost

O tröstender Gedanke,
Wie leuchtest du ins Herz!
Gott, Gott der Unsichtbare
Sieht allen meinen Schmerz.

Den Schmerz, den tieferregten,
Ihn nennen Worte ... weiterlesen


Glückliches Leben

Sahst du schon am Himmel eilen
Durch unendlich klares Blau
Eine glänzend weiße Wolke,
Wie ein Lämmlein auf der Au?
    Also muß dein Leben
  ... weiterlesen


Die Nachtigall

Schlage, schlage Nachtigall,
Alles, alles lauschet;
Schlage, daß des Liedes Schall
Durch die Blüten rauschet.

Schlage, noch ist Frühlingszeit,
Bald sind ... weiterlesen


Sehnsucht - I.

Sehnsucht, die den ganzen Lauf
Unsers Sein`s gestaltet,
Löst sich gern in Liebe auf,
Wann der Frühling waltet.

1.

Im Herzen liegt ein Meer;
... weiterlesen


Sehnsucht - I.

Sehnsucht

Sehnsucht hebet empor aus irdischen Banden den Christen:
Als noch Heidenthum war, herrschte die Zeit und der Raum.

- - -

Lust und Klage ... weiterlesen


Die Nachtigall

Sei mir gegrüßt, gegrüßt du treue,
Geliebte Abendsängerin!
Nun hat der Frühling seine Weihe,
Nun zieht er durch das Herz mir hin.

Geh leise durch die grünen ... weiterlesen


Heimlicher Schmerz

Sie darf`s nicht wissen, was ich leide;
Denn wüßte sie`s — der bittre Schmerz
Umfing auch sie, uns alle beide;
Verdoppelt trüg ihn nicht mein Herz.

Sie darf`s ... weiterlesen


Der alte Mann

Sizt ein Mann im schwarzen Schatten
Eines Hohlbaums tief im Wald,
Eingehüllt in graue Matten,
Ewig mürrisch, ewig kalt.

Blickt aus düstern, starren Augen
... weiterlesen


Kriegeslied

Soll`s sein, so sei`s; zum Kampfe fort!
Auf, auf ihr Brüder, unser Hort
Ist Gott der Vater aller.
Zum Kampf hinaus, zum Leichenfeld,
Zu Mord und Tod! wer fällt, der ... weiterlesen


Dichterglück

Still ein Liedchen auszugießen,
Ist ein Quell von Seligkeit;
Wie des Herzens Worte sprießen,
Kehrt der Seele Blütenzeit.

Leichter Traum wird der Gedanke,
... weiterlesen


Der Lieder Deutung

Unbedeutsam soll es klingen,
Die Bedeutung bringt das Herz;
Laßt mich buntverwoben singen
Lieb` und Lust und Leid und Schmerz.

Nicht aus ungemeiner Quelle
... weiterlesen


Unglückliche Liebe

Unglücklich ist die Liebe nicht,
Die sich verschmäht empfindet;
Wer sich erhebt mit Selbstgefühl,
Der steht und überwindet
Die Fessel, die ihn bindet.

... weiterlesen


Morgenlied

Versenke dich, du erster Strahl
Der frischen Morgensonne,
In meines Herzens Thau und Thal
Und füll` es an mit Wonne —
Mit namenloser Wonne.

Ich bin so ... weiterlesen


Klage des Mädchens

Versteht ihr mich, ihr Sterne,
Daß ihr so traurig scheint
Aus dunsterfüllter Ferne
Wie Augen trübverweint?

Kennt ihr des Herzens Gründe,
Von Wehmuth ... weiterlesen


Wanderlied

Viel Meilen muß ich wandern,
Ich wandre sie so gern;
Ich geh` zu keinem andern,
Ich geh` zu einem Stern.

Die Sterne sind so heiter,
Sie leuchten zart und ... weiterlesen


Die Thränen

Viel Thränen müßen fließen
In diesem Erdenthal,
Sie werden alle sprießen
Zu großer Freudenzahl.

Gott hat sie uns gegeben,
Sie tröstlich ... weiterlesen


Dem Freunde

Viele Lieder sind gesungen,
Freund, an dich ist keins erklungen,
Neil sie all die deinen sind;
Mögen sie mit leichtem Glühen
Durch die offne Seele ziehen,
Wie ein ... weiterlesen


Der dürre Baum

Vom Berge steigt um Mitternacht
In`s Thal hinab zum See
Ein dürrer Baum, so träumend sacht,
Als hatt` er tiefes Weh.

Die Zweige senkt er in die Flut,
Als ... weiterlesen


Geisterhaftes

Was das bedeute,
So hör` ich fragen;
Ach liebe Leute,
Ich darf`s nicht sagen.

Als Kind war mir gar bang in der Nacht,
Das hat sich nun freilich ganz anders ... weiterlesen


Frühlingsnacht im Walde

Was mögen die Bäume denken
Von meiner Einsamkeit
In Waldesdunkelheit
Um späte Mitternacht,
Wo keine Seele wacht —
Die Bäume, was mögen sie denken?

... weiterlesen


Im Freien

Was rufen mir die Bäume,
Was sagt das dunkle Grün?
Ich weiß nicht, ob ich träume,
Ich höre Melodien.

Wer wohnt in dieser Quelle,
Was singt aus ihr ... weiterlesen


Der Geisterseher

Was seid ihr fort von mir gegangen
Und habt den Umweg dort gemacht?
Man muß ja voller Aengsten werden,
Mit euch zu gehn in dunkler Nacht.

`Mein Kind, das sind gar ... weiterlesen


Die Schamröthe

Welche Röthe! — diese Röthe
Möcht` ich küssen von den Wangen
Und mein Herz damit umfangen.
Welche Röthe! — diese Röthe
Ist des Himmels Wiederschein,
... weiterlesen


Trost am Abend

Wem sich das Herz am Abend regt
In Schmerzen drängend heiß,
Der schau hinauf, wo sich bewegt
Der Sterne Friedenskreis.
Denn wer die alten Sterne sieht,
Der ... weiterlesen


In der Einsamkeit

Wie bin ich so alleine,
Und doch ist mir so gut,
So traulich, daß ich meine,
Ich hätte neues Blut.

Die Schmerzen, die ich trage
Im wunden Herzen mein,
... weiterlesen


1. Ouvertüre

Wie ein Akkord, so löst sich auf
Im Herzen des Frühlings holder Lauf.


Frühling breite deine Flügel
Ueber Land und Fluren aus,
Wandle über Thal und ... weiterlesen


Frühlingsfülle

Wie ganz anders gehn die Wolken,
Wenn die Erd` in Blüten steht!
Gleich des besten Königs Boten,
Kommen sie voll Majestät.

Wie ganz anders ist das Dunkel,
... weiterlesen


Verlorene Liebe

Wie leer ist meine Seele,
Wie einsam meine Brust,
Als ob mir alles fehle
Seit diesem einen Verlust.

Einst drängten sich Gedanken
Wie Knospen voll und ... weiterlesen


Erkenntniß

Wie leicht ist`s mir, die Pflicht zu thun,
Wenn ich erkannt, was Pflicht mir sei;
Dann kann ich froh in Gott ja ruhn,
Wie auch das Werk im Lauf gedeih`.

Doch, ... weiterlesen


Frühlingsnähe

Wie schaut es sich so schwärzlich schon
In Busch und Wald hinein!
Nun ist das leere Grau entflohn,
Bald wird es Frühling sein.

Den Bäumen schwillt das dunkle ... weiterlesen


Empfindung der Gnade

Wie süß ist, Gott zu loben,
Zu fühlen seine Näh ;
Die Seele fliegt nach oben,
Denn Gott ist in der Höh.

Wie groß ist Gottes Güte,
Er blickt auf mich ... weiterlesen


Das Brautpaar

Wir gehn umher im Mondenschein,
Wir stillbeglücktes Paar,
Und sehn der Bäume dunkle Reih`n,
Die schatten so wunderbar.

Wer führt vom Bache den Nebel empor?
... weiterlesen


Verlobung

Wir standen zwischen Rosen
Im Garten ganz allein
Am schönsten Sommerabend,
Wir beiden im Mondenschein.

Gewitterwolken zogen
So langsam groß umher,
... weiterlesen


Die zwei Geister

Zwei Geister sah ich wandern,
Sie gingen Hand in Hand;
Der eine hielt den andern
Mit weitem Mantel umspannt.

Zwei Fuß hoch von der Erde
In Lüften war ihr ... weiterlesen



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