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Gedichte - Heinrich Seidel


Literarisches - 6. An Karl Eggers

(Mit einer Cigarrenspitse aus
Gänseknochen. Ihr Kopfwar aus einem
Gänseschädel hergestellt, dem durch
geschickte Malerei, Einsetzung von
Glasaugen und eine rothe Tuchzunge
das Ansehen ei
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Symphoniekonzert im Freien

1. Die Nachtigall Zwar Unsinn ist es!
Streichmusik im Freien. Der Geigen
Schall versinkt im weiten Raum, So
kraftlos brummt der Bass, und nur die
Bläser Behaupten sich soso
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Freundschaft und Liebe

1. Wolle nie im Flug
erreichen Freundschaft, jenen hohen
Stern! - Hülle wird auf Hülle
weichen, Und allmälig naht der
Kern. Jäher mag die Liebe flammen,
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Der Wunschzettel

1. `Das Weihnachtsfest naht schon
heran` der Hansel sagt`s beim Essen
-, `die Wünsche meld` ich euch jetzt
an, ihr dürft sie nicht vergessen!
2.
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Goethe

1. O grosser Goethe! Du leuchtest wie
der sonnenhelle Tag, Du bist die
Morgen- und die
Abendröthe! 2. Quelle der Weisheit,
Born des Lichts! Vor dir, Erhabner,
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Sonniger Herbsttag

Abschiedshauch durchweht die
Lüfte, Letzte Farben, letzte
Düfte, Und ein letzter holder Klang.
- Wo sind jene schönen Tage, Da aus
jedem Blüthenhage Tönte
Nachtigallensan
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Die guten Dinge

Ach, es giebt doch noch gute Dinge:
Nachtigallen, Rosen und Schmetterlinge,
Goldnen Wein und rothen Mund
Und ein Herz frisch und gesund!
Was bleibt

Ach, was bleibt? - Ein kleiner
Hügel, Drüber mit dem leichten
Flügel Froh ein Sommerfalter
fliegt, Und das Gras im Wind sich
wiegt. Eine Weile Angedenken Mag man
wohl dem S
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Es war einmal - 3. All der Jugend heisses Sehnen

All der Jugend heisses Sehnen Es
entschwindet wie ein Traum - Unter Lust
und unter Thränen Geht die Zeit, wir
merken’s kaum. Ewig nur voll holden
Klanges Tönet die
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Sommerwolke

Als du mir vorüberschwebtest Gestern
um die Mittagszeit - Eine weisse
Sommerwolke Schienst du mir im lichten
Kleid. Lachtest so verlockend
lieblich, Und dein Blick ve
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Die Träume

Als Karl der Fünfte auf der
Jagd Verloren die Genossen, Da er zu
weit sich vorgewagt, Traf er von Wald
umschlossen Ein Wirthshaus an des Weges
Rand, Darinnen er drei Räuber
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Begnüge dich, Liebste

An Eveline Motto: Wohl kann ich dich
zum Chokoladenladen laden, Doch nicht
mit Dir in Baden-Baden baden. Ich kann
dir nicht, was andre schenken,
schenken Und nicht d
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Herbstabend in der Heide

An Johannes Trojan. 1. Was
leuchtet mit hellem Schimmer Aus rothem
Heidekraut? Das ist die weisse
Heide, Die man so selten schaut. Ein
Glückski
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Erschütternde Schüttel-Knüttel-Reimballade

Auf den Rabenklippen bleichen
Knabenrippen, und der Mond verkriecht
sich düster ins Gewölk Rings im
Kringel schnattern schwarze
Ringelnattern, und der Uhu naht sich mit
Gebölk.
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Hier und dort

Auf Erden geht es geräuschvoll
zu, Wenn sie sich morden und
fressen. Das kreischt und schreit und
hält nicht Ruh Und brüllt ganz
ungemessen. Es heult der Wolf im
Waldesgrund,
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Die Lerche

Aus dem Reich der niedren Dinge Der
gemeinen Nützlichkeit Hebt die Lerche
ihre Schwinge In den Aether blau und
weit. Steht ihr Nest auch wohl
geborgen Auf der festen
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Literarisches - 5. Immer praktisch!

Aus den Privatliedern eines
Romanschriftstellers. Verse schrieb
ich, viel und fleissig, Als ich jung
war und nicht klug, Täglich wohl so an
die dreissig Und, das denk’ ich
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Reimkunststücke - 2. Frühling

aus der Mappe des lyrischen Dichters
Johannes Köhnke, wirklichen Mitglieds
des `Allgemeinen deutschen
Reimvereins`. Das Bächlein rinnt
vom Berge nieder wieder, Weil Eis un
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Reimkunststücke - 3. Herbst

aus der Mappe des lyrischen Dichters
Johannes Köhnke, wirklichen Mitglieds
des `Allgemeinen deutschen
Reimvereins`. Der Dichter singt,
wenn auch die Blätter fallen, Wenn n
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Reimkunststücke - 4. Begnüge dich Liebste

aus der Mappe des lyrischen Dichters
Johannes Köhnke, wirklichen Mitglieds
des `Allgemeinen deutschen
Reimvereins`. An Eveline. Motto:
Wohl kann ich dich zum Chokoladenlade
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Reimkunststücke - 7. Es war ein Traum

aus der Mappe des lyrischen Dichters
Johannes Köhnke, wirklichen Mitglieds
des `Allgemeinen deutschen
Reimvereins`. Es war ein Baum, Der
sollte Früchte tragen, Er aber trug
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Reimkunststücke - 5. An meine Laute

aus der Mappe des lyrischen Dichters
Johannes Köhnke, wirklichen Mitglieds
des `Allgemeinen deutschen
Reimvereins`. Im leisen und im lauten
Spiel Ertöne süss mein Lautenspiel,
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Reimkunststücke - 6. Gegen die Rezensenten

aus der Mappe des lyrischen Dichters
Johannes Köhnke, wirklichen Mitglieds
des `Allgemeinen deutschen
Reimvereins`. Man kann wohl sanfte
Lämmer kannibalisch machen, Und
liebenswü
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Der Zufriedene

Bei dem ros`gen Morgenschein Fällt mir
stets mein Frühstück ein. Steht die
Sonn` im Meridian, Ist es Zeit zu Tisch
zu gahn. Glüht das goldne
Abendroth, Denkt man an sein A
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Bei Goldhähnchens

Bei Goldhähnchens war ich jüngst zu
Gast! Sie wohnen im grünen
Fichtenpalast In einem Nestchen
klein Sehr niedlich und sehr
fein. Was hat es gegeben?
Schmetterlingsei,
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Winterfliegen

Beleuchtet von des Mondes kaltem
Strahl Liegt starr die weisse Welt im
Winterfrost. Wohl ihm, dem heut` ein
Freund zur Seite steht Gleich mir, ein
Freund, der eine Klafter Holz Behaglich
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Die neue Muse

Cretins, Verrückte, und kranke Leute,
Das sind die Helden der Dichter von heute!
Ihre Muse riecht nach Schnaps und Karbol
Und fühlt sich nur in der Gosse wohl.
Literarisches - 2. Das Buch aus der Leihbibliothek

Das ich hier in Händen halte, Dies
zermürbte Buch, dies alte, Blei- und
Tinten-argbeschmierte, Eselsohrenreichgezierte, Kaffee-,
Thee- und Bier-befleckte, Fliegen-,
Fett- un
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Ein Glück

Das muss ein grosses Glück ich nennen,
Dass Viele, die mich garnicht kennen,
So Mann als Weib, so Greis als Kind
Doch meine lieben Freunde sind.
Vom Baume der Erkenntnis

Das war so schön, als ich ein Kind noch
war. In einer Welt voll Glück und
Wunder lebt’ ich, Und hoch im Himmel
sass der liebe Gott Im Purpurrnantel;
silbern fluthete Sein Bart he
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Ingenieurlied

Dem Ingenieur ist nichts zu schwere: Er
lacht und spricht: Wenn dieses nicht, so
geht doch das! Er überbrückt die
Flüsse und die Meere, Die Berge
unverfroren zu durchbohren ist ihm
Spaß.
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Harun Raschid langweilt sich

Den Kalifen Harun Raschid Plagte böse
Langeweile Eines Abends - schier
gestorben Schien ihm jegliche
Empfindung Für der Menschheit Lust und
Schmerzen, Und er sprach zu dem V
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Der Abendthau - es sind die Thränen ...

Der Abendthau - es sind die
Thränen, Die nachgeweint dem schönen
Tag, - Der Morgenthau - die
Freudenthränen, Die ihn begrüßen,
wird er wach. Sie fließen beid` aus
einer
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Literarisches - 7. Ein jeglicher nach seiner Art

Der eine lebt asketisch, Der andre sehr
ästhetisch. Der eine treibt’s
poetisch, Der andere exegetisch. Die
eine liebt den Nähtisch, Die andere
den Theetisch. Ob pra
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Das Buch

Der Erste schreibt es, Der Zweite
vertreibt es, Der Dritte verschmäht
es, Der Vierte ersteht es, Den
Fünften entflammt es, Der Sechste
verdammt es, Der Siebente schä
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Frühlingsbote

Der Frühling weiss zu finden Mich tief
in Stadt und Stein, Giesst mir ins Herz
den linden Fröhlichen
Hoffnungsschein. Manch’ grüne
Wipfel lauschen Zwischen den D
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Frühlingslied in der Stadt

Der Frühling weiß zu finden Mich tief
in Stadt und Stein, Gießt mir in`s
Herz den linden Fröhlichen
Hoffnungsschein. Manch` grüne Wipfel
lauschen Zwischen den Dä
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General Bumbum

Der General Bumbum, Der reitet Alles
um! Sein Streitross ist von
Leder, Papieren Hut und Feder, Sein
Säbel ist von Blech, Er selber kühn
und frech. Dort kommt er an m
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Lorbeer und Epheu

Der nach dem Lorbeer lebenslang
gerungen, Er starb dahin, bevor es ihm
gelungen, Vergebens war sein heissestes
Bemühn. Ein bald vergessnes Grab in
stiller Ecke, Ein Eisenkreuz und e
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Weinlied

Der schönste aller Sterne Hängt an
des Schenken Haus. Er schaut so süß
verlockend In die durstige Welt
hinaus. Die schönste aller
Rosen Blüht auf des Bechers Gru
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Der Anempfinder

Des Abends in weichem Gestühle Sitz
ich bei’m Thee alleine Und fühle die
schönsten Gefühle Des göttlichen
Heinrich Heine. Mein Herz gleicht
auch dem Meere! Es r
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Des Lebens unverkürzte Wonne ...

Des Lebens unverkürzte Wonne - So
selten wird sie nur bescheert, Wie wenn
an trübem Tag die Sonne Mit kurzem
Strahl durch Wolken fährt. Nicht
jeder wird vom Licht getroffe
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Frühlingsstille

Die Abendröthe, sanft
entglommen, Scheint durch der Zweige
leichtes Grün. Noch ist die Stunde
nicht gekommen, Doch ist sie nah: Bald
soll es blühn! Und wie in Ahnung
still
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Die Marmorgötter

Die alten Götter hatten’s gut, Sie
lebten mit vergnügtem Muth In des
Olympos heitrer Luft Und labten sich am
Opferduft, Auch Tanz und Spiel war
immer da Nebst Nektar und A
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Umwandlung

Die du mir einst, du wilde Rose, Das
junge Knabenherz beglückt, - Die du
mich einst durch deine lose, Anmuth`ge
Schelmerei entzückt, - So seh` ich
dich nach Jahren wieder! -
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Rosalie und Amalie

Die eine hiess Rosalie, Die andre hiess
Amalie - Ich liebt’ sie alle
zwei. Und keine mocht’ ich
missen, Mein Herz war mir
zerrissen Und meine Ruh vorbei. Di
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Modernes Liebeslied

Die Holde, die ich meine, Die
allerliebste kleine, Wie sie mein Herz
gefangen hält, In Sehnen und Verlangen
hält, Ach keine Feder schreibt es
aus, Und malen kann’s kein Ma
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Die Bachstelze

Die kleine flinke Müllerin, Zum Bache
ging sie morgens hin, Zum Bache. Da
lief ein schlankes Vögelein So flink
wie sie, so nett und fein Am
Bache. `
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Der weite Gesichtskreis

Die Kröte kroch mit grossem Schnaufen
Bedächtig auf den Maulwurfshaufen,
Und sah sich um, von Stolz geschwellt:
`Wie gross ist doch die weite Welt!`
Frühkonzert im Mai

Die Lerche steigt am Morgen Noch vor
der Sonne auf - In Dämmerschein
verborgen Schwebt singend sie
hinauf. Sie badet ihr Gefieder Im
ersten Morgenstrahl Und stürzt si
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Die Mittelmässigen

Die Musik ist heutzutage Wohl der
Menschheit grösste
Plage: Schauervolles wird
erreicht, Wenn der Mensch die Geige
streicht, Oder um die
Abendröthe Zwecklos bläst auf einer
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Die Mittelmässigen

Die Musik ist heutzutage Wohl der
Menschheit grösste Plage: Schauervolles
wird erreicht, Wenn der Mensch die Geige
streicht, Oder um die
Abendröthe Zwecklos bläst auf einer
Flö
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Brun Jeddeloh

Die Münsterschen kamen über das
Moor Zu rauben und plündern wie oft
zuvor. Sie sassen und schmausten in
Jeddeloh Und waren des fetten Schinkens
froh. `Dirn, sla un
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Gesang in der Mondnacht

Die Rosen blühen im Mondenschein In
der silbernen Juninacht, Da alles
schläft - mein Herz allein, Mein Herz
nur pocht und wacht Die Rosen blühen
ohne Zahl Beisammen
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Ständchen

Die rothen Rosen duften In
blüthenreicher Pracht; Die Nachtigall
im Garten Singt wohl die ganze
Nacht. Die Nachtigall im Garten Ist
freundlich mir gesinnt - Si
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Die Seifenblase

Die Seifenblase schimmert weiss
zuerst. Dies wandelt sich in Blau, das
Blau in Purpur, Das schöne Roth
verschwimmt in Gold sodann, Und dies
verblasst in Weiss. - Alsdann ein
Zittern
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Wetterleuchten

Die Sonne ist gesunken, Der Donner
schlief schon ein; Nur durch die fernen
Wolken Geht noch der Blitze
Schein. Es tropfet von den Zweigen
- So schweigend steht die Nac
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Glocken-Kanonen-Glocken!

Die Zeit ist hart, verwüstet ist das
Land! Den Schrecken vor sich, hinter
sich den Tod Durchzieht ein
wechselvoller Krieg die
Fluren! Rauchsäulen Tag’s,des Nachts
gluthrother Schein
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Der alte Backofen

Dort auf jenem kleinen Hügel An dem
grünbewachsnen Feldrand Rund und
trotzig steht des Dorfes Lehmbeworfner
alter Ofen, Gähnt mit seines Schlundes
schwarzem Halbrund in die
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Die Löwenmacher

Drei Brahmanensöhne gingen, Wohl
geschickt in allen Dingen, Wandernd in
die weite Welt. Sie gedachten vieles
Geld Dort vermöge ihrer
Kunst, Ehrenstellen, Fürstengunst,
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Löwenmacher

Drei Brahmanensöhne gingen, wohl
geschickt in allen Dingen, wandern in
die weite Welt. Sie gedachten, vieles
Geld Dort, vermöge ihre
Kunst, Ehrenstellen, Fürstengunst, Ruh
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Nach oben!

Du darfst dich nicht nach unten vergleichen!
Hinz und Kunz sind leicht zu erreichen,
Müller und Schulze sind bald übertroffen -
Halt dir den Blick nach oben offen!
Nach oben!

Du darfst dich nicht nach unten vergleichen!
Hinz und Kunz sind leicht zu erreichen,
Müller und Schulze sind bald übertroffen -
Halt dir den Blick nach oben offen!
Du schüttelst die goldnen Locken ...

Du schüttelst die goldnen
Locken Vor’s holde Angesicht
- Dahinter glüht verstohlen Der
blauen Augen Licht. Wie wenn durch
Laub und Zweige Ein Waldsee scheinet
klar
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Sonnenblick

Du streiftest meine Bahn mit goldner
Spur; Es liegt ein Schimmer über jenen
Tagen! So hebt ein Sonnenstreif aus
schatt`ger Flur Ein goldnes Grün und
lässt es schimmernd sagen Das
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Sonnenblick

Du streiftest meine Bahn mit goldner
Spur; Es liegt ein Schimmer über jenen
Tagen! So hebt ein Sonnenstreif aus
schatt’ger Flur Ein goldnes Grün und
lässt es schimmernd sagen Da
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Beim Nähen

Du warst bei`m Näh`n nicht auf der
Hut Und stachst dein rosig Fingerlein
- Da steht ein rundes Tröpfchen
Blut Als wie ein rechter
Edelstein. So wünsch` ich dir, wenn
einst
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Fliegender Sommer

Durch die sonnenklaren Lüfte Fliegt`s
in Fäden und in Flocken - Sind es die
gebleichten Haare Aus des Sommers
sonn`gen Locken? Sind es luftige
Gefährte Für der Elf
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Fichtennadelduft

Durch schwülen Wald in Sommertagen. Wo
der Pirol aus Wipfeln rief, Sonst alles
ruhte, alles schlief, Da ging ich, wo
man Holz geschlagen. [)er sommerlichen
Sonne Gluthen, Sie
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Das Kornkind

Durch seine üppig grüne Saat Da geht
ein Bauer den schmalen Pfad An einem
schönen Sonntagsmorgen Recht still
vergnügt und ohne Sorgen. Der Himmel
hängt voll Lerchensang,
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Tanzlied

Ei, du mein Mädchen, Ei, du mein
Gretchen, Kannst du schön tanzen! Es
flattern die Franzen, Es fliegen um’s
Köpfchen Die Bänder und
Zöpfchen Bald hier und bald d
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Vergebens

Ein Edelstein funkelt In
Bergesklüften! Ihn zu besitzen Ist
Reichthum und Macht! Es blüht eine
Blume Auf weiter Heide, Und wer sie
findet, Der ist beglückt!
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Die beiden Geizhälse

Ein Geizhals, der in Kufa lebte Und die
Vollkommenheit erstrebte Ein Meister
seiner Kunst zu werden, Dem ward die
Kunde, dass auf Erden Kein grössrer
Geizhals sei zur Zeit Al
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Das Schwein

EIN HYMNUS. Ihr Freunde, tadle keiner
mich, Dass ich von Schweinen singe! Es
knüpfen Kraftgedanken sich Oft an
geringe Dinge. Uhland. Längst schon
tri
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Die Gans

Ein Lobgesang. Lasst mich heut den
Ruhm vermelden Der geliebten edlen
Gans, Die da strahlt gleich einem
Helden In dem höchsten
Ruhmesglanz, Die das Kapitol gerettet,
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Des Sees Opfer

Ein Reise-Abenteuer. Ein Gastfreund
weilt` ich einst in liebem Kreise, Wo
meines langentbehrten
Vaterhauses Vertraute Sitte mir
entgegenkam; Wo mir, dem Fremdling, der
von un
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Die Kinder im Schnee

Ein Winterabend still und kalt. - Drei
Kinder wandern durch den Wald. Sie
gingen schon oft den Weg allein - Heut
flimmert der Mond mit irrem
Schein. Der Pfad, der son
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Das Eisfest

Ein Wintersonntagnachmittag am Meer.
- Des Nordens schneidend strenger
Hauch, der weit Die See zur
Spiegelfläche umgewandelt, Zeigt
milder sich in seinem
Regiment, Bezwungen scheinb
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Die letzte Robbe

EINE EISMEER-TRAGÖDIE. Im
nächtlichen Norden, nahe dem
Nordpol, Lieget ein Eiland, verloren im
Eismeer. Kaum wie ein Hauch nur grüsst
es der Frühling, Leicht wie ein Trau
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Die schlimme Sorte

Eine Sorte von Menschen macht gleich mich verstummen,
Das sind die superklugen Dummen.
Da hilft nur das: Sie schweigend zu tragen
Oder sie einfach niederzuschlagen.
Das kranke Kind

Einförmig geht der Pendelschlag, Und
bei der Lampe trübem Scheinen Ist
einsam eine Mutter wach, Gebeugt auf`s
Bett des kranken Kleinen.    
        &n
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Dei Galgen in Massow

Eins in dei gaude olle Tied Wir dat in
Stargard mal so wiet, Dat ein oll
Pierdeiw bammeln süll Dei Galgen harr
bi Hitt und Küll All lang in Wind und
Weder stahn Un wir tolet
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Die Todeslilie

Einst zu Corvay an der Weser Ward im
Kloster jedem Mönche Kundig seine
letzte Stunde, Denn drei Tage vor dem
Tode Lag in seinem
Kirchenchorstuhl Eine silberweisse
Lilie,
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Das Künstlerpaar

Er: Du steigst empor, man jauchzt dir
zu! Fast stört’s ein wenig meine
Ruh, Denn Eines könnt’ ich nicht
ertragen: Wenn du mich würdest
überragen! Sie:
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Schmetterlingslied

Es blühen die Blumen in buntem
Schein; Sie laden zum Flattern und
Kosen uns ein! So lieblich ihr
Duft! So linde die Luft! Vergessen ist
gestern, Und morgen ist weit! L
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Die Anilinfarben

Es blühte einst, es glühte einst So
weit als breit Ein Pflanzenheer, ein
Blüthenmeer Im bunten Kleid: Um
Urwaldriesen rankten sie, Von hohen
Wipfeln schwankten sie Z
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Versunknes Glück

Es geht von Städten, die im Meer
versanken, Gar wundersam die alte
Märchenkunde, Wie sie dort ruhn in dem
verschwiegnen Sunde Umschlungen von der
Meergewächse Ranken. Ein
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Mein Freund, der Winter

Es ist der Trennungstag schon da, Da
schreibt besorgt die Frau Mama: Schnee
liegt in allen Gleisen, Der Winter ist
so grimm und starr, Bleib nur mein
Töchterchen! Fürwahr Me
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Die neue Mode

Es lassen noch immer die
Nachtigallen Aus blühenden Rosen die
Lieder schallen, Doch längst veraltet
ist diese Methode Und bei den Poeten
nicht mehr Mode! Sie stehn und sehn mit
ver
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Maitrank

Es rankt die Rebe am rauschenden
Rheine, Die Kräfte der Erde saugt sie
empor! Sie bindet den Sommer und bannt
ihn in Beeren, Sie wendet und wandelt
im Wechsel der Wochen Der Sonne G
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Steinkohlenlied

Es rauschten Wälder gewaltig In
urvorweltlicher Zeit, Vielfältig und
riesengestaltig Aufragend weit und
breit. Sie mußten
versinken,versanden, Begraben von
stürmender Flut
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Pfingsten

Es sandte der Frühling, der frohe
Geselle, Viel lustige Boten, sein
Kommen zu künden: Die schimmernden
Glöckchen im weissen
Gewand, Narzissen, Tazetten und
Hyazinthen, leuchtende
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Waldeinsamkeit

Es steht der Wald im Mittagsduft In
blassem Dunst die fernen Gipfel, Und
trinkend still die Sonnenluft Rührt
sich kein Blatt im Meer der Wipfel. In
Sommermittagsgluth verlor’n
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Haide

Es steht ein alter Schäfer stramm Bei
einem grauen Weidenstamm. Er schauet
hin - er schauet her Und hütet seine
Schafe sehr. Er strickt sich einen
blauen Strumpf Sei
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Der angehende Dieb

Es war ein junger Muselmann Durchaus
gewillt, ein Dieb zu werden, Drum
reiste er nach Chorassan, Weil es
bekannt, dass auf der Erden Kein
grössrer Meister solcher Art Als ger
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Peter Gottfried Rempel

Es wär’ der studirenden
Jugend Unendlicher Beifall
gewiss, Wenn sie sich der Weisheit und
Tugend In grösserer Mehrzahl
befliss’
... (Studenten-Lied) Wein
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Die Leuchtemännchen

Ferchesar liegt bei Rathenow, Dort war
ein Kuhhirt fromm und froh, Der seine
Kühe auf die Weide Alltäglich trieb
in wald’ger Heide Und seine Sache so
verstand, Wie irgend
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Mach’s wie Herr Asmus

Folge dem Stern in deiner Brust Und
lass die andern reden, Denn niemals
weisst du, was du musst, Wenn du hören
willst auf Jeden. Oder mach’s, wie
Herr Asmus that, D
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Fortunat

Frau Fortuna kommt von
oben Morgenschön und lächelt
heiter! Tausend Hände,
wunscherhoben, Ihr entgegen flehn um
Segen! Aber achtlos rollt sie
weiter. Liegt ein jung
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Nach dem Gewitter

Friede, Friede! Golden versank die
Sonne Im rosigen Wolkenmeer. - Hinter
den Bergen, Fern und ferner Verhallet
der Donner, Röthlich glimmen die
Häupter der Berge,
... weiterlesen


Das Rothkehlchen

Friedlich sank der Abendschein Hinter
fernen Gipfeln, Nur ein kleines Lied
allein Klang noch aus den
Wipfeln. Und was dieser Vogel
sang Mit der rothen Kehle, Zo
... weiterlesen


Moderne Baukunst

Gab’s je ’ne Kunst, die so ins Weite
schweifte, Aus allen Ländern ihre
Formen schleifte, Die, stets den Blick
auf fremde Zeit gerichtet, Den
Schnörkelkram der Welten
aufgeschichtet?
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Grashüpfer

Grashüpfer sitzt im hohen Gras Und
zirpt und zirpt und denkt sich was Und
denkt: `Wie sing` ich doch so
schön!` Mistkäfer fliegt mit viel
Getön Vergnüglich um den Mist herum -
... weiterlesen


Grauer Himmel, trübe Tage

Grauer Himmel - trübe Tage! - Keine
Lust und keine Plage! - Weder Sturm
noch Sonnenglanz! - Grauer Stunden
dunkler Kranz! Wie ein Schiff auf
stillem Meer Todt und tra
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Schlechte Verdauung

Hast du, mein Sohn, einen guten Magen,
Da lässt sich schon die Welt ertragen.
Doch wenn wir die neusten Poeten beschaun -
Die scheinen mir alle nicht recht zu verdaun!
Fremd und echt

Heute gilt, was fremd und echt, Echtes
Bier und fremden Stil Will das heutige
Geschlecht, Denn das eigne gilt nicht
viel Durch die Spiegelscheiben
fällt Gar zu hell d
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Die Schwalben

Hold Erinnern schwebt mir vor, Wie um
Fensterbogen An dem alten
Kirchenchor Tausend Schwalben
flogen. Schwalben rings ohn
Unterlass In den Lüften wiegend, Wo i
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Frühlingsahnung

Horch, im Ohr ein heimlich holdes
Klingen, Wie von fernem
Frühlingslerchensingen. - Ahnungsvoll
durchschwebt die stille Luft Süsser
Frühlingsmaienglockenduft. - Und
verwun
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Die Geschichte von der kleinen, weissen, runden, a

Ibrahim, der Sohn Mahadi’s, Vetter
des Chalifen Mamun, Schweifte einst
durch Bagdads Gassen, Ganz allein und
ohne Absicht. Da, an einem
Gitterfenster, Das nur halb geöffnet
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Aus sonnigen Tagen

Ich besaß es doch einmal, Was so
köstlich ist! Daß man doch zu seiner
Qual Nimmer es
vergißt! Goethe. Heimlich ist`s im
trauten Zimmer Bei der Lampe sanftem
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Die Wolken

Ich habe euch immer geliebt Ihr Wolken
des Himmels! Gern wandre ich
einsam Auf weiter Heide, Nachsinnend
der Menschen Geschick Und dem eignen
Verhängniss, Bei eurem An
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Das Ich

Ich lag zur Nacht vom Schlaf geflohn
- Die Mitternacht vorüber schon, Es
schlief die Welt - so stumm die
Nacht Nur im Gebälk der Holzwurm
wacht. Knirscht hier und dort mit
ems’ge
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Wanderlust

Ich zieh` so froh die Welt entlang - Da
gehn die Ströme ihren Gang; Die Berge
ragen hoch und blau - O grünes Thal -
o sanfte Au! O frisches Herz in freier
Brust! O Wanderwon
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Die goldene Zeit

Ihr Blumen auf Wiesen und Weiden, Ihr
Rosen in Hecken und Heiden, Blühet und
glühet - es naht schon die Zeit Dass
ihr vom sonnigen Tag müsst
scheiden! Du Nachtigall dort a
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Aus der Kindheit - 3. Die Kapelle

Im schatt’gen Winkel zwischen Busch
und Baum Lag eine Grabkapelle tief
versteckt. Es war dort einsam, selbst
des Mittags Glanz vermochte nicht den
Schauer zu vertilgen, Der diesen
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Frühlingslied

In der Biedermeier-Weise. Frühling
ist’s, wie höchst erfreulich Wirket
dieser Tatbestand! Dieses dacht’ ich,
als ich neulich Ging spazieren auf das
Land. Lerchen
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Sonniger Herbst

In diesen sonnigen Tagen Blühen die
Bäume neu; Die Blumen staunend
fragen, Ob nochmals Frühling sei. Die
Frucht, die golden glühet, Erschaut am
selben Baum Holdseli
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Sonnenschein

In lichtem Kleid die schimmernde
Gestalt, So tratest du in jener ersten
Stunde, Das schöne Haupt von hellem
Blond umwallt, Voll Anmuth aus der
Thüre dunklem Grunde. Wie Son
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Die Grasmücke

Jüngst mit ihr in holdem Bangen Bin
ich dort im Thal gegangen, Wo die
wilden Rosen blühn Aus dem jungen
Grün. `Ach, du liebes
Grasemückchen, Sing uns doch ein klei
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Es war einmal - 4. Kehret wieder, goldne Tage

Kehret wieder, goldne Tage, Kehre
wieder, schöne Zeit! Ach, gleich einer
holden Sage Liegst du in
Vergangenheit. Und zu dir - ich
kann’s nicht wehren - Wendet sehne
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Die Heide

Kennt ihr die Heide? Nun ihr kennt sie
wohl. Wenn euch die gliederreiche
Eisenschlange In wildem Sturme trug
durch ihre Flur, So schautet ihr
gelangweilt wohl hinaus Auf ihren
röthl
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Die Meise

Kopfüber, kopfunter, zweigab und
zweigauf! Ein lustiges kleines
Ding, Und immer geschwätzig und
flink, Und immer obenauf! Denn ob
die ganze Welt vereist, Sie findet
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Tristan und Isolde

König Marke, wie die Sage
meldet, Liess begraben Tristan und
Isolden Zu den beiden Seiten eines
Kirchleins, Noch im Tod die Liebenden
zu trennen. Doch aus Tristans Hügel
schoss ein
... weiterlesen


Nachklang

Lang’ schwebt ein Duft noch um die
Stelle, Wo einst ein Wohlgeruch geruht
- Lang woget noch des Meeres
Welle Wenn sich gelegt des Windes
Wuth. Noch fühl ich um die Lippen
... weiterlesen


Und dennoch!

Laß dein Herz die Flamme meiden, Und
was Eins zum Andren zieht; Denn du
weißt, aus Lieb kommt Leiden, - Denn
du kennst das alte Lied. Was dir heut
mit goldnem Schimmer
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Die Schwalbe

Liebliche Schwalbe! Gern, wenn am
offenen Fenster Ich lausche friedlichen
Tönen des Abends, Gern erblick` ich
dich, Wie du mit leichtem
Flügel Vorüber dich schwingst.
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Weltlauf

Man denkt wohl hin und her: Manches
könnt` besser sein; - Dies zu leicht -
das zu schwer - Groß oder
klein. Manchmal zu still die
Welt, Manchmal zu toll - Man
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Du ahnst es nicht

Mein Blick ruht gern auf dir Du
Mädchenangesicht, Weil du so lieblich
bist Und ahnst es nicht. Wie in der
Frühlingsluft Das Veilchen Düfte
haucht, Ist in der
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Umkehrung

Mein Freund, ein ganz besondrer
Fall, Daß sie Dich neckt, entdeckt
sich. Sie neckt Dich gern, und
überall Gilt: `Was sich liebt, das
neckt sich!` Draus schließest Du nun
K
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Das Schwesterchen

Mein Gretchen ist so kugelrund Und hat
ein stumpfes Näschen Und einen rothen
Kirschenmund Und läuft als wie ein
Häschen. Und Locken hat es
seidengleich Und einen we
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Mein Herze zittert und klopfet...

Mein Herze zittert und klopfet, Seh ich
dich nur von fern. Du bist an meinem
Himmel Der allerschönste Stern. In
diesen Maientagen Blühen die Blumen
bunt, Doch
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Regenwetter

Meinen Mantel umgeschlagen Schweif` ich
einsam durch die Straßen. Nebelgraues
Regenwetter - Grau der Himmel - grau
die Gassen. Nebelgraues Regenwetter
- Doch an Blume
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Naturforscherlied

Mel. Krambambuli das ist der Titel
etc. Gesungen bei der 44.
Wanderversammlung der Naturforscher und
Aerzte zu Rostock 1871. Die kühnen
Forscher sollen leben, Die spüren un
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Das Maiweinlied

Mel.: So Jemand baut ein neues Haus
etc. Der Wein, der Wein ist
Sonnenschein: Es bannte seine
Gluthen Der kluge alte Vater Rhein In
eitel goldne Fluthen Zum Feuersaft
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Zu Klaus Groths 70. Geburtstag

Modersprak, wo schön du büst - Keiner
hett das ahnt und wüsst Bet Klaus Groth
- dei fünn` den Ton - Geew` em Gott den
richt`gen Lohn! Ja, nun löppt dei
niege Born Un is
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Einsamkeit

Mondesglanz auf feuchten Wiesen, Auf
dem stillen Nebelsee, Bäume ragen,
dunkle Riesen, Wo ich einsam sinnend
steh! Vogelruf aus thauigen
Feldern, Wasserrauschen fern
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Nymphäa alba

Motiv aus `Immensee` von Th.
Storm. Glänzend duft`ge blaue
Mondnacht! Träumend sitz` ich hier am
glatten Mondbeglänzten See. In
tiefem Schweigen ruht der Wald - nur
manchm
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Schnelle Blüthe

Mädchen ging im Feld allein,
- Pflücken wollt` sie
Blümelein. Blüht ein Röslein an dem
Hag, - Doch, als sie das Röslein
brach, Flattert es dahin im Wind `Ei,
wie blühst
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Mädchen, deiner blauen Augen...

Mädchen, deiner blauen Augen Zauber
hat mich ganz umfangen. Leuchtend ist
in meinem Herzen Mir die Liebe
aufgegangen. Alle meine stillen
Träume, Alle sind auf dich g
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Das Posthorn

Nach Anderssen: `Bilderbuch ohne
Bilder.` Horchend über schroffe
Mauern Auf die
Nachtigallenlieder Schaun zwei
jugendliche Nonnen In das Thal voll
Sehnsucht nieder.
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Vorlesen

Nichts Lieberes giebt es, was Aennchen
mag, Als lesen und lesen den ganzen
Tag. Die schwierigsten Wörter liest
glatt sie und nett, Wie Skagerac,
Skizze, Skunks und Skelett, Wie Mitt
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Veränderung

Noch weiss ich wohl, wie ich zuerst dich
sah: Es war zur Abendzeit und dunkel
schon In hellem, fliessendem Gewand,
das unten Ein zart Gekräusel schön
umgab - die Finger, Die zierli
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Sommernacht

Nun in dämmergrauem Dunkel Ruht von
heissem Tag die Flur - In verglimmendem
Gefunkel Schwand der Sonne letzte
Spur, Schlummer hält die Welt
umschlungen - Nebel steig
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Pause

Nun nach sonndurchglühten Tagen Liegt
die Welt so still und ruht; Graue
Wolkenhügel ragen, Bergend vor der
Sonne Gluth. Keine Luft geht in den
Zweigen: Schweigend Ruhen, ruh
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Rathe mir!

O du liebe, holde, gute,
Einz’ge Freundin, die ich hab,
Rathe mir: Soll ich ihn nehmen?
Aber rathe mir nicht ab!
Es war einmal - 2. O fiele ein Stern hernieder

O fiele ein Stern hernieder, Ein
goldner, in meinen Schooss! O stände
in Blüthen wieder Mein dunkles
Lebensloos! Rings um mich, nah und
ferne Steht Alles in Rosen un
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Die Sperlinge

O welch’ ein Geschnatter, was ist denn
los? Ach nichts, es haben die Sperlinge
bloss Bürgerversammlung auf Nachbars
Zaun, Wohl an dreihundert sind dort zu
schaun! Die höchsten In
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Frühling

O wie schnell bist du gekommen, Hast
die Welt du hingenommen, Neuer Klang,
und neuer Duft! Alter, schöner Zeiten
Mahnung, Neuen Glückes holde
Ahnung Schwebt nun in der sanft
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Bescheidenheit

Philister mögen es gerne leiden,
Wenn grosse Männer sind `bescheiden`;
Doch könnt ihr mir glauben auf alle Fälle:
Wer wirklich was leistet, der kennt seine Stelle!
Ermunterung

Phylax an Karo. Ein Thor, der sich
mit Grillen plagt Und winselt ob der
Zeiten Schwung. Mein Sohn, du hast
genug genagt Den Knochen der
Erinnerung! Dem dient d
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Spiegel oder Stiefelknecht

Poetisch- historisch- philosophische
Abhandlung des Studenten Habakuk
Habenichts. Hier steh` ich nun mit
trauernden Gedanken, Betrachtend stumm
die Trümmer meiner Habe. Von
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Rund

Rund sind Gläser, rund sind
Flaschen, Rund das Geld in unsern
Taschen, Rund die Fässer, rund die
Welt, Rund die Sonn’ am
Himmelszelt! Darum, wenn die Gluth
der Sonne
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Weisst du wohl noch

Sei mir gegrüßt Du süße
Heimath! Sei mir gegrüßt, Ich habe
dich wieder! Viel schöner leuchtet Am
Himmel die Sonne, Viel lustiger
rauschen Die schattenden
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Das Menschenherz

So lieblich ist keine
Frühlingsnacht, So heiss kein
Sommertag gemacht, Kein Herbst so
reich, kein Winter so streng, Keine
Welt so weit, kein Oehr so eng, Kein
Flaum so weich, so har
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Die Nachtigall

So lieblich singt die Nachtigall Ach
nur so kurze Zeit. Dem Einen ist lauter
Lust ihr Schall, Dem Andern lauter
Leid. Und doch ist’s Liebe nur
allein, Was ihren Sang durchwe
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Sonett

So recht geeignet ist für spitz
verzwickte Verschnörkelte Ideen die
verzwackte Sonettenform, und für modern
befrackte Gedanken eine wunderbar
geschickte Und wer von Weisheit nu
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Quecksilber

So zierlich wie Keine Kann Trudchen
alleine Sich wenden und drehn,
- Hübsch ist es zu sehn! Im
schwingenden Seile Da hüpft sie mit
Eile, Mit eins, zwei und dr
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Quecksilber

So zierlich wie Keine Kann Trudchen
alleine Sich wenden und drehn, - Hübsch
ist es zu sehn! Im schwingenden
Seile Da hüpft sie mit Eile, Mit eins,
zwei und drei,
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November

Solchen Monat muss man loben: Keiner
kann wie dieser toben, Keiner so
verdriesslich sein Und so ohne
Sonnenschein! Keiner so in Wolken
maulen, Keiner so mit Sturmwind
graulen!
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November

Solchen Monat muß man loben: Keiner
kann wie dieser toben, keiner so
verdrießlich sein und so ohne
Sonnenschein! Keiner so in Wolken
maulen, keiner so mit Sturmwind graulen!
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Die Kopfarbeit

Sonnabend ist’s am vormittag, Der
Pastor geht und spintisiertr Denkt
über seine Predigt nach Und raucht und
raucht und meditiert Und wie sich alles
schon gestaltet, Allmäh
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Sommerfäden

Still im Herbsteslicht der Sonnen Stand
der Blumen bunte Zier - Sommerfäden,
leicht gesponnen, Woben sich von Dir zu
mir. Und wir Beide schritten
sinnig, Sprachen wen
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Regentag im Herbst

Still vom grauen Himmelsgrunde Sprüht
der sanfte Regenstaub - Trüber Tag und
trübe Stunde - Thränen weint das
rothe Laub; Vom Kastanienbaum ohn’
Ende Schweben still die
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Das Gnomenwirthshaus

Tief im Wald, in einer
Wildniss Moosbewachsner
Felsenblöcke Liegt versteckt und nur
erreichbar Auf geheim verborgnen
Pfaden Kühl im Grund ein
Gnomenwirthshaus. Knusperknäus
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Regen und Sonne

Trinken, trinken! Alles trinket: Wald
und Wiese, Berg und Flur, Busch und
Baum mit allen Blättern - Ich allein
soll dursten nur?! Nein, im Krug zur
gold`nen Sonne Giebt es so
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Blüthen und Früchte

Ueberfluß der jungen Kräfte Bei des
Lebens holdem Drang, Vollgefühl
gesunder Säfte Schafft der Jugend
Ueberschwang. - Wollt ihr darnach
schon bemessen, Wie die Fru
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Die trauernde Mutter

Um mein holdes Kindchen muss ich
klagen: Engel haben es
emporgetragen Nach des Himmelreiches
goldnen Höhn. Selbst ein Engel nun
mit goldnen Flügeln, Weilt es ferne
hinter j
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Veilchen

Veilchen - in den lauen Lüften Macht
ihr mir das Herz so weit - Süss
erinnrungsvolles Düften, Du gemahnst
mich alter Zeit! Schmeichelnd weht
mir, duftgetragen, Hold
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Mittagsstunde

Verstummt in Mittagsgluthen Ist jedes
Lüftchens Wehn - Still über sonnigen
Wipfeln Die weißen Wolken stehn. Am
Waldrand träumerisch träge Lieg` ich
in guter Ruh -
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Es war einmal - 1. Versunken und begraben

Versunken und begraben Liegt Beides -
Schmerz und Lust, Die mich beweget
haben In meiner tiefsten Brust. Nur
manchmal leise reget Das Herz sich wie
im Traum, Un
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Die Rose im Thal

Vom Berg zum Thal das Waldhorn
klang; Im blühenden Thal das Mägdlein
sang: Von der Rose, der Rose im
Thal! Der Jäger hörte des
Mägdleins Sang; Sein Waldhorn bei dem
Lied
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Wandervögel

Wandervögel durch die Lüfte Gleiten
hin im Abendglühn, In das Land der
Märchendüfte, In das Land des ew`gen
Grün. Ziehn vorbei an Thal und
Hügeln, An so manch`
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Die Eine

Wann kehrst du meinem Herzen
wieder, Das sich in stummer Pein
verzehrt? O senke dich auf mich
hernieder Du Frieden, den ich lang
entbehrt. Menschheitumbraust bin ich
verlasse
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Lollus

War ein Gastwirth einst in Hessen Von
dem heissen Wunsch besessen, Reich zu
werden möglichst bald; Und so trieb
er’s mit Gewalt: Schänkte den
getauften Wein In Gemässen,
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Der Zeisig

War einmal ein winz’ges Ding, So ein
kleines Zitscherling, Sass vergnügt
auf seinem Aste, Sang sein Lied wie es
ihm passte. Sprach die Amsel aus dem
Wipfel: `Ei, du dummer
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Das Infusorium

War einst ein Infusorium - Es war das
größte um und um In seinem
Wassertropfen. Es saß und dacht`: `Wer
gleichet mir? Was bin ich für ein
riesig Thier! Ich bin so groß! -
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Literarisches - 4. Das Lied vom Dichter

Was ein gerechter Dichter ist, Macht
Verse fast zu jeder Frist, Er reitet
seinen Pegasum Und dichtet Alles um und
um. Darum wird er auch selten
fett, Denn morgens frü
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Das Lied vom Dichter

Was ein gerechter Dichter ist, Macht
Verse fast zu jeder Frist, Er reitet
seinen Pegasum Und dichtet Alles um und
um. Darum wird er auch selten
fett, Denn morgens früh in s
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Das Schicksal

Was nützt es gegen das Schicksal zu schrein?
Der Kettenhund beisst sich an dem Stein,
Der ihn getroffen, die Zähne entzwei -
Dem Steine ist es einerlei!
Frühling (II)

Was rauschet, was rieselt, was rinnet so
schnell? Was blitzt in der Sonne? was
schimmert so hell? Und als ich so
fragte, da murmelt` der Bach: `Der
Frühling, der Frühling, der Frühling
i
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Im Herbst

Was rauscht zu meinen Füssen so? Es ist
das falbe Laub vom Baum! Wie stand er
jüngst so blüthenfroh Am
Waldessaum! Was ruft zu meinen
Häuptern so? Der Vogel ist`s im Wan
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Nachtwachen

Was sitzest du und marterst dein
Gehirn? Was schwitzest du und reibst
die heiße Stirn? Petrarkst an deine
Laura ein Sonett? - Vernünft`ge Leute
liegen längst im Bett! Wär`s besse
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Es war einmal - 5. Was soll die stäte Klage

Was soll die stäte Klage Um den
verlornen Traum! Es schwinden deine
Tage Wie Blatt um Blatt vom
Baum! Lass’ hell dein Auge
glänzen! Und lerne es verstehn, M
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Weisse Rose

Weiße Rose, weiße Rose
- Träumerisch Neigst du das
Haupt. Weiße Rose, weiße Rose
- Balde Bist du entlaubt. Weiße
Rose, weiße Rose - Dunkel
... weiterlesen


Weiße Rose

Weiße Rose, weiße Rose
- Träumerisch Neigst du das
Haupt. Weiße Rose, weiße Rose
- Balde Bist du entlaubt. Weiße Rose,
weiße Rose - Dunkel Drohet de
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Rosenzeit

Wenn die wilden Rosen blühn An des
Feldes Rand, Frischgemähtes
Wiesengrün Duftet durch das
Land, Wenn in stillen
Waldesgründen Sich die rothen Beeren
ründen Und di
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Kreislauf

Wenn im März die erste Lerche singt - O
wie hold verheissungsvoll das
klingt! Horch! die Nachtigall im
Rosenhag - O wie golden bist du
Frühlingstag! Der Pirol ruft aus de
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Die Drossel

Wenn in den Wipfeln Drosseln
schlagen, Die Bäche rauschen durch den
Grund, Da wird an sanften
Frühlingstagen Manch liebliches
Geheimniss kund. Wo hat der Strauch
das Grün
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Weltflucht

Wie ist mir verhasst der hässliche
Hader, Das tosende Toben aller
Parteien, Das ewige zänkische
Zeitungsgezeter, Das krausverwirrte
trübe Gewäsch. Mit schwarzem Pinsel
malt jeder
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Die Schaukel

Wie schön sich zu wiegen, Die Luft zu
durchfliegen Am blühenden Baum! Bald
vorwärts vorüber, Bald rückwärts
hinüber, - Es ist wie ein
Traum! Die Ohren, s
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Die Amsel

Wie tönt an Frühlingstagen So
schwermuthsreich und hold Der Amsel
lautes Schlagen In’s stille
Abendgold. Es schimmert an den
Zweigen Ein zartverhülltes Grün,
... weiterlesen


Erinnerung

Wie war die schöne Sommernacht So
dunkel, mild und warm, - Wie schrittest
du so still und sacht Gelehnt auf
meinen Arm. - Von Ferne klang, man
hört` es kaum, Musik m
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Die Kohlensäcke

Wisset nur: Es sind die blanken
Sterne Lauter wunderschöne
Golddukaten, Kronen, halbe Kronen,
Doppelkronen, Goldpistolen, Louisdors,
Guineen, Imperials, Medjidis und
Dublonen. -
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Der Zug des Todes

Über die Heide bei’m
Morgengraun Wandert ein Zug, gar
seltsam zu schaun. Voran der hagre
Knochengesell: Wie tönt seine Glocke
hart und grell. Sie schallt über Pf
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Literarisches - 1. Die grosse Fluth

Zu dichten ist gar leichte Kunst; Ein
Blatt Papier, ein wenig Dunst - Und
wenn der Reim so leidlich schnappt, Und
Bild auf Bild erträglich klappt, So
ist das Ding auf einmal da;
... weiterlesen


Die gute alte Zeit

Zwei Alte sprechen: `Das war die
gute, alte Zeit, Sie war so schön und
liegt so weit In blauem Duft
begraben, Und von dem heutigen
Geschlecht Da weiss doch keiner woh
... weiterlesen