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Gedichte - Heinrich von Kleist

Das letzte Lied

      Fernab am Horizont, auf Felsenrissen,
Liegt der gewitterschwarze Krieg getürmt;
Die Blitze zucken schon, die Ungewissen,
Der Wandrer sucht das Laubdach, das ... weiterlesen


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Katharina von Frankreich

(als der schwarze Prinz um sie warb)


Man sollt ihm Maine und Anjou
Übergeben.
Was weiß ich, was er alles
Mocht erstreben.
Und jetzt begehrt er nichts ... weiterlesen


Katharina von Frankreich

(Als der schwarze Prinz um sie warb.)

Man sollt` ihm Maine und Anjou
      Uebergeben.
Was weiß ich, was er alles
      Mocht` ... weiterlesen


An die Nachtigall

(Als Mamsell Schmalz die Camilla sang)


Nachtigall, sprich, wo birgst du dich doch, wenn der tobende Herbstwind
Rauscht? - In der Kehle der Schmalz überwintere ich.


An S. v. H.

(Als sie die Kamille besungen wissen wollte.)

Das Blümchen, das, dem Tal entblüht,
Dir Ruhe gibt und Stille,
Wenn Krampf dir durch die Nerve glüht,
Das nennst ... weiterlesen


An die Königin Luise von Preussen (1. Fassung)

(In der Voraussetzung, daß an diesem Tage Gottesdienst sein würde)


Die Glocke ruft, hoch, von geweihter Stelle,
Zum Dom das Volk, das durch die Straßen irrt.
... weiterlesen


Fabeln

1. Die Hunde und der Vogel.

Zwei ehrliche Hühnerhunde, die, in der Schule des Hungers zu Schlauköpfen gemacht, alles griffen, was sich auf der Erde blicken ließ, stießen auf einen ... weiterlesen


Germania an ihre Kinder

1.

Die des Maines Regionen,
      Die der Elbe heitre Au`n,
Die der Donau Strand bewohnen,
      Die das Odertal bebaun,
Aus ... weiterlesen


Germania an ihre Kinder / Eine Ode

1

Die des Maines Regionen,
Die der Elbe heitre Aun,
Die der Donau Strand bewohnen,
Die das Odertal bebaun,
Aus des Rheines Laubensitzen,
Von dem duftgen ... weiterlesen


Die beiden Tauben


Zwei Täubchen liebten sich mit zarter Liebe.
Jedoch, der weichen Ruhe überdrüssig,
Ersann der Tauber eine Reise sich.
Die Taube rief: »Was unternimmst du, Lieber?
... weiterlesen


Archäologischer Einwand

Aber der Leib war Erz des Achill! Der Tochter des Ares
Geb ich zum Essen, beim Styx, nichts als die Ferse nur preis.


Der Bauer, als er aus der Kirche kam

Ach, wie erwähltet Ihr heut, Herr Pfarr, so erbauliche Lieder!
Grade die Nummern, seht her, die ich ins Lotto gesetzt.


Rettung der Deutschen

Alle Götter verließen uns schon, da erbarmte das Donau-
Weibchen sich unser, und Mars` Tempel erkenn ich ihr zu.


An den Erzherzog Karl

Als der Krieg im März 1809 auszubrechen zögerte


Schauerlich ins Rad des Weltgeschickes
Greifst du am Entscheidungstage ein,
Und dein Volk lauscht, angsterfüllten ... weiterlesen


Der Engel am Grabe des Herrn

Als still und kalt, mit sieben Todeswunden,
Der Herr in seinem Grabe lag; das Grab,
Als sollt es zehn lebendge Riesen fesseln,
In eine Felskluft schmetternd eingehauen;
Gewälzet, ... weiterlesen


An unsern Iffland

bei seiner Zurückkunft in Berlin den 30. September 1810


Singt, Barden! singt Ihm Lieder,
Ihm, der sich treu bewährt;
Dem Künstler, der heut wieder
In eure ... weiterlesen


Der Welt Lauf

Der Herr und Petrus oft, in ihrer Liebe beide,
Begegneten im Streite sich,
Wenn von der Menschen Heil die Rede war;
Und dieser nannte zwar die Gnade Gottes groß,
Doch wär er ... weiterlesen


Gleich und Ungleich

Der Herr, als er auf Erden noch einherging,
Kam mit Sankt Peter einst an einen Scheideweg,
Und fragte, unbekannt des Landes,
Das er durchstreifte, einen Bauersknecht,
... weiterlesen


Die Marquise von O ...

Dieser Roman ist nicht für dich, meine Tochter. In Ohnmacht!
Schamlose Posse! Sie hielt, weiß ich, die Augen bloß zu.


Epigramme (III)

Dritte Reihe.

1. Auf einen Denunzianten.
(Rätsel.)
Als Kalb begann er; ganz gewiß
Vollendet er als Stier – des Phalaris.

2. Wer ist der ... weiterlesen


An die Königin Luise von Preussen (2. Fassung)

Du, die das Unglück mit der Grazie Schritten,
Auf jungen Schultern, herrlich jüngsthin trug:
Wie wunderbar ist meine Brust verwirrt,
In diesem Augenblick, da ich auf Knieen,
... weiterlesen


Der unbefugte Kritikus

Ei, welch ein Einfall dir kömmt! Du richtest die Kunst mir, zu schreiben,
Ehe du selber die Kunst, Bester, zu lesen gelernt.


Rechtfertigung

Ein Variant auf Ehre, vergib! Nur ob sie die Schuhe
Ausgespuckt, fand ich bestimmt in dem Hephästion nicht.


Die beiden Tauben

Eine Fabel nach Lafontaine.

Zwei Täubchen liebten sich mit zarter Liebe.
Jedoch, der weichen Ruhe überdrüssig,
Ersann der Tauber eine Reise sich.
Die Taube ... weiterlesen


Der Schrecken im Bade

Eine Idylle.

Johanna.

Klug doch, von List durchtrieben ist die Grete,
Wie kein` im Dorf mehr! »Mütterchen,« so spricht sie.
Und gleich, als scheute sie ... weiterlesen


Der Schrecken im Bade

Eine Idylle



Johanna.

Klug doch, von List durchtrieben, ist die Grete,
Wie kein` im Dorf mehr! »Mütterchen«, so spricht sie,
Und gleich, als ... weiterlesen


Der Welt Lauf

Eine Legende nach Hans Sachs.

Der Herr und Petrus oft, in ihrer Liebe beide,
Begegneten im Streite sich,
Wenn von der Menschen Heil die Rede war;
Und dieser nannte ... weiterlesen


Die lebendigen Pflanzen

Eine Mütze, gewaltig und groß, über mehrere Häupter
Zerrst du, und zeigst dann, sie gehn unter denselbigen Hut.


Der Pädagog

Einen andern stellt er für sich, den Aufbau der Zeiten
Weiter zu fördern, er selbst führet den Sand nicht herbei.


Epigramme (I)

Erste Reihe.

1. Herr von Goethe.

Siehe, das nenn` ich doch würdig, fürwahr, sich im Alter beschäft`gen!
      Er zerlegt jetzt den Strahl, den ... weiterlesen


Die Susannen

Euch aber dort, euch kenn ich! Seht, schreib ich dies Wort euch: שוזאננ
Schwarz auf weiß hin: was gilts? denkt ihr - ich sag nur nicht, was.


Eine notwendige Berichtigung

Frauen stünde, gelehrt sein, nicht? Die Wahrheit zu sagen,
Nützlich ist es, es steht Männern so wenig, wie Fraun.


Antwort

Freund, du bist es auch nicht, den nackt zu erschauen mich jückte,
Ziehe mir nur dem Apoll Hosen, ersuch ich, nicht an.


Widmung des »Prinz Friedrich von Homburg«

Gen Himmel schauend greift, im Volksgedränge,
Der Barde fromm in seine Saiten ein.
Jetzt trösten, jetzt verletzen seine Klänge,
Und solcher Antwort kann er sich nicht freun.
... weiterlesen


Forderung

Gläubt ihr, so bin ich euch, was ihr nur wollt; recht nach der Lust Gottes,
Schrecklich und lustig und weich: Zweiflern versink ich zu nichts.


Der Ödip des Sophokles

Greuel, vor dem die Sonne sich birgt! Demselbigen Weibe
Sohn zugleich und Gemahl, Bruder den Kindern zu sein!


Epigramme

Herr von Goethe
Siehe, das nenn ich doch würdig, fürwahr, sich im Alter beschäftgen!
Er zerlegt jetzt den Strahl, den seine Jugend sonst warf.

Komödienzettel
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Komödienzettel

Heute zum ersten Mal mit Vergunst: die Penthesilea,

Hundekomödie; Akteurs: Helden und Köter und Fraun.


Die Reuige

Himmel, welch eine Pein sie fühlt! Sie hat so viel Tugend
Immer gesprochen, daß ihr nun kein Verführer mehr naht.


Demosthenes, an die griechischen Republiken

Hättet ihr halb nur soviel, als jetzo, einander zu stürzen,
Euch zu erhalten getan: glücklich noch wärt ihr und frei.


Glückwunsch

Ich gratuliere, Stax, denn ewig wirst du leben;
Wer keinen Geist besitzt, hat keinen aufzugeben.


Die Schwierigkeit

In ein großes Verhältnis, das fand ich oft, ist die Einsicht
Leicht, das Kleinliche ists, was sich mit Mühe begreift.


An Franz den Ersten,

Kaiser von Oesterreich.

(Dresden, 1. März 1809.)

O Herr, du trittst, der Welt ein Retter,
      Dem Mordgeist in die Bahn.
Und wie der Sohn ... weiterlesen


Der Areopagus

Lasset sein mutiges Herz gewähren! Aus der Verwesung
Reiche locket er gern Blumen der Schönheit hervor!


Gleich und ungleich

Legende nach Hans Sachs.

Der Herr, als er auf Erden noch einherging,
Kam mit Sankt Peter einst an einen Scheideweg
Und fragte, unbekannt des Landes,
Das er ... weiterlesen


Die Welt und die Weisheit

Lieber! Die Welt ist nicht so rund wie dein Wissen. An allem,
Was du mir eben gesagt, kenn ich den Genius auch.


Voltaire

Lieber! ich auch bin nackt, wie Gott mich erschaffen, natürlich,
Und doch häng ich mir klug immer ein Mäntelchen um.


Für Adolfine Henriette Vogel

Mein Jettchen, mein Herzchen, mein Liebes, mein
Täubchen, mein Leben, mein liebes süßes Leben,
mein Lebenslicht, mein Alles, mein Hab und Gut,
meine Schlösser, Äcker, Wiesen ... weiterlesen


Die Schatzgräberin

Mütterchen, sag, was suchst du im Schutt dort? Siebenzig Jahre
Hat dich der Himmel getäuscht, und doch noch glaubst du an Glück?


Das letzte Lied

Nach dem Griechischen, aus dem Zeitalter Philipps von Mazedonien


Fern ab am Horizont, auf Felsenrissen,
Liegt der gewitterschwarze Krieg getürmt.
Die Blitze zucken ... weiterlesen


An den Erzherzog Karl

Nach der Schlacht bei Aspern, den 21. und 22. Mai 1809.

Hättest du Turenne besiegt,
Der an dem Zügel der Einsicht
Leicht den ehernen Wagen des Kriegs,
Wie ein ... weiterlesen


An den Erzherzog Karl (1)

Nach der Schlacht bei Aspern, den 21. und 22. Mai 1809


Hättest du Türenne besiegt,
Der, an dem Zügel der Einsicht,
Leicht, den ehernen Wagen des Kriegs,
... weiterlesen


Der Bewunderer des Shakespeare

Narr, du prahlst, ich befriedge dich nicht! Am Mindervoll-kommnen
Sich erfreuen, zeigt Geist, nicht am Vortrefflichen, an!


Robert Guiskard, Herzog der Normänner

Nein, das nenn ich zu arg! Kaum weicht mit der Tollwut die eine
Weg vom Gerüst, so erscheint der gar mit Beulen der Pest.


An Wilhelmine

Nicht aus des Herzens bloßem Wunsche keimt
Des Glückes schöne Götterpflanze auf.
Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich
Des Schicksals harten Boden öffnen, soll
... weiterlesen


Das frühreife Genie

Nun, das nenn ich ein frühgereiftes Talent doch! bei seiner
Eltern Hochzeit bereits hat er den Carmen gemacht.


Der Theater-Bearbeiter der Penthesilea

Nur die Meute, fürcht ich, die wird in W ... mit Glück nicht
Heulen, Lieber; den Lärm setz ich, vergönn, in Musik.


An Franz den Ersten, Kaiser von Österreich

O Herr, du trittst, der Welt ein Retter,
Dem Mordgeist in die Bahn;
Und wie der Sohn der duftgen Erde
Nur sank, damit er stärker werde,
Fällst du von neu`m ihn an!

... weiterlesen


Freundesrat

Ob dus im Tag`buch anmerkst? Handle! War es was Böses,
Fühl es, o Freund, und vergiß; Gutes? Vergiß es noch eh`r!


Zur Eröffnung des Phöbus

Prolog.

Wettre hinein, o du mit deinen flammenden Rossen,
      Phöbus, Bringer des Tags, in den unendlichen Raum!
Gib den Horen dich hin! Nicht um dich, ... weiterlesen


Vergebliche Delikatesse

Richtig! Da gehen sie schon, so wahr ich lebe, und schlagen
(Hätt ichs doch gleich nur gesagt) griechische Lexika nach.


Epilog

Ruhig! Ruhig! Nur sacht! Das saust ja, Kronion, als wollten
Lenker und Wagen und Roß, stürzend einschmettern zu Staub!
Niemand, ersuch ich, übergeprescht! Wir lieben die Fahrt ... weiterlesen


Der Jüngling an das Mädchen

Scharade


Zwei kurze Laute sage mir;
Doch einzeln nicht, - so spricht ein Tier!
Zusammen sprich sie hübsch geschwind:
Du liebst mich doch, mein süßes Kind.


Unterscheidung

Schauet dort jene! Die will ihre Schönheit in dem,
was ich dichte,
Finden, hier diese, die legt ihre, o Jubel, hinein!


Verwahrung

Scheltet, ich bitte, mich nicht! Ich machte, beim delphischen Gotte,
Nur die Verse; die Welt, nahm ich, ihr wißts, wie sie steht.


P ... und F ...

Setzet, ihr trafts mit euerer Kunst, und erzögt uns die Jugend
Nun zu Männern, wie ihr: lieben Freunde, was wärs?


Herr von Goethe

Siehe, das nenn ich doch würdig, fürwahr, sich im Alter beschäftgen!

Er zerlegt jetzt den Strahl, den seine Jugend sonst warf.


An die Königin Luise von Preussen (3. Fassung)

Sonett


Erwäg ich, wie in jenen Schreckenstagen,
Still deine Brust verschlossen, was sie litt,
Wie du das Unglück, mit der Grazie Tritt,
Auf jungen Schultern ... weiterlesen


An Palafox

Tritt mir entgegen nicht, soll ich zu Stein nicht starren,
Auf Märkten oder sonst, wo Menschen atmend gehn;
Dich will ich nur am Styx bei marmorweißen Scharen,
Leonidas, Armin ... weiterlesen


An Palafox

Tritt mir entgegen nicht, soll ich zu Stein nicht starren,
Auf Märkten, oder sonst, wo Menschen atmend gehn,
Dich will ich nur am Styx, bei marmorweißen Scharen,
Leonidas, Armin ... weiterlesen


Mädchenrätsel

Träumt er zur Erde, wen,
      Sagt mir, wen meint er?
Schwillt ihm die Träne, was
      Götter, was weint er?
Bebt er, ihr Schwestern, ... weiterlesen


Mädchenrätsel

Träumt er zur Erde, wen
Sagt mir, wen meint er?
Schwillt ihm die Träne, was,
Götter, was weint er?
Bebt er, ihr Schwestern, was,
Redet, erschrickt ihn?
Jauchzt ... weiterlesen


Notwehr

Wahrheit gegen den Feind? Vergib mir! Ich lege zuweilen
Seine Bind um den Hals, um in sein Lager zu gehn.


Der Aufschluss

Was dich, fragst du, verdammt, stets mit den Dienern zu hadern?
Freund, sie verstehen den Dienst, aber nicht du den Befehl.


Die Bestimmung

Was ich fühle, wie sprech ich es aus? - Der Mensch ist doch immer,
Selbst auch in dem Kreis lieblicher Freunde, allein.


Das Sprachversehen

Was! Du nimmst sie jetzt nicht, und warst der Dame versprochen?
Antwort: Lieber! vergib, man verspricht sich ja wohl.


Das Horoskop

Wehe dir, daß du kein Tor warst jung, da die Grazie dir Duldung
Noch erflehte, du wirst, Stax, nun im Alter es sein.


Die tiefste Erniedrigung

Wehe, mein Vaterland, dir! Das Lied dir zum Ruhme zu singen,
Ist, getreu dir im Schoß, mir, deinem Dichter, verwehrt!


Die unverhoffte Wirkung

Wenn du die Kinder ermahnst, so meinst du, dein Amt sei erfüllet.
Weißt du, was sie dadurch lernen? - Ermahnen, mein Freund!


Die Fabel ohne Moral

Wenn ich dich nur hätte, sagte der Mensch zu einem Pferde, das mit Sattel und Gebiß vor ihm stand, und ihn nicht aufsitzen lassen wollte; wenn ich dich nur hätte, wie du zuerst, das unerzogene ... weiterlesen


An***

Wenn ich die Brust dir je, o Sensitiva, verletze,
Nimmermehr dichten will ich: Pest sei und Gift dann mein Lied.


Der höhere Frieden

Wenn sich auf des Krieges Donnerwagen,
Menschen waffnen, auf der Zwietracht Ruf,
Menschen, die im Busen Herzen tragen,
Herzen, die der Gott der Liebe schuf:

Denk ich, ... weiterlesen


Der höhere Friede

Wenn sich auf des Krieges Donnerwagen
Menschen waffnen, auf der Zwietracht Ruf,
Menschen, die im Busen Herzen tragen,
Herzen, die der Gott der Liebe schuf:

... weiterlesen


Prolog

Wettre hinein, o du, mit deinen flammenden Rossen,
Phöbus, Bringer des Tags, in den unendlichen Raum!
Gib den Horen dich hin! Nicht um dich, neben, noch rückwärts,
Vorwärts ... weiterlesen


Jünglingsklage

Winter, so weichst du,
      Lieblicher Greis,
Der die Gefühle
      Ruhigt zu Eis.
Nun unter Frühlings
      ... weiterlesen


Jünglingsklage

Winter, so weichst du,
Lieblicher Greis,
Der die Gefühle
Ruhigt zu Eis.
Nun unter Frühlings
Üppigem Hauch
Schmelzen die Ströme -
Busen, du auch!


Die gefährliche Aufmunterung

Witzig nennst du mein Epigramm? Nun, weil du so schön doch
Auf mich munterst, vernimm denn eine Probe auf dich.

Schauet ihn an! Da steht er und ficht und stößet den Lüften
... weiterlesen


A l`ordre du jour

Wunderlichster der Menschen, du! Jetzt spottest du meiner,
Und wie viel Tränen sind doch still deiner Wimper entflohn!


Vokation

Wärt ihr der Leidenschaft selbst, der gewaltigen, fähig, ich sänge,
Daphne, beim Himmel, und was jüngst auf den Triften geschehn.


Musikalische Einsicht

Zeno, beschirmt, und Diogen, mich, ihr Weisen! Wie soll ich
Heute tugendhaft sein, da ich die Stimme gehört.

Eine Stimme, der Brust so schlank, wie die Zeder, entwachsen,
... weiterlesen


Kriegslied der Deutschen

Zottelbär und Panthertier
      Hat der Pfeil bezwungen,
Nur für Geld im Drahtspalier
      Zeigt man noch die Jungen.

Auf den ... weiterlesen


Kriegslied der Deutschen

Zottelbär und Panthertier
Hat der Pfeil bezwungen;
Nur für Geld, im Drahtspalier,
Zeigt man noch die Jungen.

Auf den Wolf, soviel ich weiß,
Ist ein Preis ... weiterlesen


An die Königin Luise von Preußen

Zur Feier ihres Geburtstages, den 10, März 1810.

Du, die das Unglück mit der Grazie Schritten
Auf jungen Schultern herrlich jüngsthin trug,
Wie wunderbar ist meine ... weiterlesen


An den König von Preussen

zur Feier seines Einzugs in Berlin im Frühjahr 1809 (wenn sie stattgehabt hätte)


Was blickst du doch zu Boden schweigend nieder,
Durch ein Portal siegprangend ... weiterlesen


Der Psycholog

Zuversicht, wie ein Berg so groß, dem Tadel verschanzt sein,
Vielverliebt in sich selbst: daran erkenn ich den Geck.


Die Hunde und der Vogel

Zwei ehrliche Hühnerhunde, die, in der Schule des Hungers zu Schlauköpfen gemacht, alles griffen, was sich auf der Erde blicken ließ, stießen auf einen Vogel. Der Vogel, verlegen, weil er sich ... weiterlesen


Ad Vocem

Zweierlei ist das Geschlecht der Fraun; vielfältig ersprießlich
Jedem, daß er sie trennt: Dichtern vor allen. Merkt auf!


Epigramme (II)

Zweite Reihe.


1. Musikalische Einsicht.

An Fr. v. P. ...


a.
Zeno, beschirmt, und Diogen, mich, ihr Weisen! Wie soll ich
... weiterlesen


Dedikation der Penthesilea

Zärtlichen Herzen gefühlvoll geweiht! Mit Hunden zerreißt sie,
Welchen sie liebet, und ißt, Haut dann und Haare, ihn auf.


Wer ist der Ärmste?

»Geld!« rief, »mein edelster Herr!« ein Armer.
Der Reiche versetzte:
»Lümmel, was gäb ich darum, wär ich so hungrig, als Er!«


Der Kritiker

»Gottgesandter, sieh da! Wenn du das bist, so verschaff dir
Glauben.« - Der Narr, der! Er hört nicht, was ich eben gesagt.



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