A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Hermann Lingg


Mexiko

Auf Tempeln Mexikos glüht im
Versinken Die Sonne noch, was zaudert
sie so lange? Sie lauscht der Priester
blutigem Gesange, Zum Opferfest beim
Schall der hellen Zinken. Auf die G
... weiterlesen

Anzeigen



St. Jago in Chili

Bang ist der Tag, die Lüfte welk und
trocken, In allen Kirchen wogt`s von
frommen Bittern Um Regen – horch, was
war das für ein Zittern? Und wieder –
wieder – alle Pulse stocken.
... weiterlesen


Das Unglück lieben

Das Unglück lieben - o das
heißt, Durch Dorngestrüppe, das uns
blutig, Das uns das Kleid vom Leibe
reißt, Im Dunkel gehn, am Abgrund
mutig; Es heißt nicht gehn im
Sonnenschein,
... weiterlesen


Der schwarze Tod

Erzittre Welt, ich bin die Pest, ich
komm` in alle Lande und richte mir ein
großes Fest, mein Blick ist Fieber,
feuerfest und schwarz ist mein
Gewande. Ich komme vom Ägypt
... weiterlesen


Verwandlung

Ich sah dich noch ein lieblich
Kind, Umflattert von der Unschuld
Träumen, Wie Knospen, die am Aufblühn
sind, Und schüchtern, aufzublühn noch
säumen; Schon waren alle Reize dein,
... weiterlesen


Das Krokodil

Im heil`gen Teich zu Singapur, Da liegt
ein altes Krokodil Von äußerst
grämlicher Natur Und kaut an einem
Lotosstiel. Es ist ganz alt und völlig
blind, Und wenn es einmal frier
... weiterlesen


Schweizer und Landsknechte

Im Rheintal gegen die Schweizer hielt
der Landsknechte Schar, des Feindes
fester Stellung nahmen sie ungern
wahr; sie sah`n aus ihrem Lager mit
Grimm die Höh`n hinauf, stolzierend in
roten W
... weiterlesen


Immer leiser wird mein Schlummer

Immer leiser wird mein Schlummer, Nur
wie Schleier liegt mein Kummer Zitternd
über mir. Oft im Traume hör ich
dich Rufen drauß vor meiner
Tür, Niemand wacht und öffnet dir,
... weiterlesen


Ja, einmal nimmt der Mensch...

Ja, einmal nimmt der Mensch von seinen
Tagen Im voraus schon des Glückes
Zinsen ein, Und spricht: ich will den
Kranz der Freude tragen, Mag, was darauf
folgt, nur noch Asche sein. Die v
... weiterlesen


Madeira

Madeira blaut, vom Ozean
umschrieben, Zuerst entdeckt von einem
Liebespaare, Das Vaterfluch vom
heimischen Altare Auf leichtem Kahn
durchs wilde Meer getrieben. Hier
starben sie;
... weiterlesen


Hüte dich!

Nachtigall, hüte dich! Singe nicht so
lieblich! Ach, dein allzuschönes
Singen Wird dich um die Freiheit
bringen. Hüte dich! Schöne Blume,
hüte dich, Blühe nicht
... weiterlesen


Nicht jenes Zaubernetz

Nicht jenes Zaubernetz, gesponnen Aus
deinem schönen Lockenhaar, Auch nicht
dein leuchtend Augenpaar Hat so mein
Herz für dich gewonnen, Nein, eine
Schönheit höh`rer Art, Die i
... weiterlesen


Vergessen und verlassen

Nur deine Locken küßt der Wind, Sonst
ist es ringsum stille Nacht. Ein
Mainachtregen haucht gelind, Kein Licht
erglänzt, kein Stern erwacht, Nur deine
Locken küßt der Wind.
... weiterlesen


Hochsommer

O Frühling, holder fahrender
Schüler, Wo zogst du hin? Die Linden
blühn, Die Nächte werden stiller,
schwüler, Und dichter schwillt das
dunkle Grün. Doch ach! die schönen St
... weiterlesen


Kleines Glück

Sie geht in aller Frühe, noch eh die
Dämmrung schwand, den Weg zur
Tagesmühe im ärmlichen Gewand. Die
dunklen Nebel feuchten noch in der
Straße dicht, sonst sähe man be
... weiterlesen


Treuegelöbnis

So soll es sein: Ich lebe dein, dein
Stab und deine Stütze, dass
jederzeit in Sturm und Streit dich meine
Treu` beschütze. In Streit und
Schmerz ein treues Her
... weiterlesen


Frühlingsmorgen

Tief im Winter hör` ich`s gerne, Eh`
die Sonn` hervorgewallt, Wie durchs
Dunkel aus der Ferne Eine Morgenglocke
schallt. Im August, wenn Donner
rollen, Freut mich`s wie die
... weiterlesen


Neapel

Vom Golf Neapels bis zur Nordsee
klaffen Die Länder auf in Haß – hie
Ghibellinen, Hie Welfen, hie Verwüstung
und Ruinen! Hie Flammen, Sturmlauf,
Rosse, Banner, Waffen! Canoss
... weiterlesen


Die Seestädte

Vor allen Städten seid ihr
Meeresbräute Die herrlichsten; der
Tiefe Schätze quellen Zu euch empor,
des Glückes Segel schwellen An euren
Strand der fernsten Länder Beute. Da,
... weiterlesen


Vergilbte Blätter

Weil du mir zu früh entschwunden Blieb
ein unerfülltes Glück Ungemess`ner
schöner Stunden Ruhelos in mir
zurück. Ungeküßte Küsse leben In
getrennten Herzen fort,
... weiterlesen


Frühlingsgestirn

Wie flammst du heut so mächtig
wieder, Als zöge dich zur Erde
nieder Die Sehnsucht einer ew`gen
Macht. So herrlich sehn wir dich
entbrennen, Daß wir dich Stern der
Liebe nennen,
... weiterlesen


Einsamkeit

Wie lang schon trat niemand mehr ein In
dieses stille Zimmer; Nur hier das
bischen Sonnenschein Glänzt heute noch
wie immer. Und alles ringsum
aufgeräumt Und wie ich`s son
... weiterlesen