A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Herrmann


Epistel

         
      Reich sei der
Mensch        
        Und
rücksichtslos,      
      &
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König Manfred

(Aus einem Drama.) Um König Manfred
weinen Sizilien und Tarent; Es ragt
ein Mal aus Steinen An der Brücke von
Benevent. Ein Held, wie größer
keinen
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Der Erbfolgekrieg

(Bericht des
Reichspostreiters.) Warum ward also
scharf Beschafft durch alle Reiche So
reicher Kriegsbedarf? Den Erisapfel
warf Ein Kind auf eine Leiche! Es sta
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Der Komet

(Fragment) In des Weltraums
hängenden Gärten wehn Die Geburten
des All, die dem Äther entstehn, Die
der Lichtstoff zeugt – am
erlöschenden Stern, Am verödeten jagt
noc
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Julius Cäsars Bestattung

(Nach Suetonius.) Zur Leichenfeier
stund ein Holzstoß
aufgeschichtet, Beim Grabmal Julias im
Feld des Mars errichtet, Dabei von
Elfenbein und Gold der Sarkophag. Da
hing das
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Kreuzabnahme

(Zu einem Bilde.) Errungen war des
Mittlers Sieg, Erlegen die Gewalt des
Bösen; Als dann sein Geist zur Hölle
stieg, Die Aelterväter zu
erlösen; Verklärt und sieg
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Nachtgedanken

1. Am lang verschleierten Gemälde
bleichen Die Farben endlich ab, welk
wird die Blüte, Die sich umsonst nach
Licht und Sonne mühte, Die Kraft
versiegt, kann sie nicht Ruhm
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Distichen aus Pompejis Gräberstraße

1. Mächtiger Stein, du bedeckst den
Letzten seines Geschlechtes, Und für
ewige Zeit schlossen die Parzen das
Haus. 2. Dies hochragende Grab
enthält den Sta
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Herbsttag

1. Nicht nur der Nebel ist`s, der
heute So düster an den Bergen
hängt, Der Herbst ist`s, der mich
einst erfreute Und jetzt mit Schwermut
mich bedrängt. Denn
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Nordöstlicher Divan

1. Sieh dort den alten Berggeist
pochen Hoch auf der Felswand im
Gestein! Und blutroth fallen von den
Jochen Die Splitter in den See
hinein. Schwarz wogt es un
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Abendsternghaselen

1. Von dem Flammenmeer umgeben, Das
die Abendgluten weben, Stern der Liebe,
scheinst du doch! Wie so mild und sanft
daneben Und wie siegreich scheinst du
doch!
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Die Tanzwut

1374 Bald nach des schwarzen Todes
Zeiten Geschah`s, daß eine wilde
Lust Zu Tanz und Spiel und
Üppigkeiten Durchzuckte vieler
Menschen Brust. Es kam ein Not- und Hun
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An St. Gertruds Tag

17. März O Gertrud, erste
Gärtnerin, Warum im weißen
Kleide? Weit besser wär` nach deinem
Sinn Ein Kleid von grüner Seide. Ein
grünes Kleid, das stünde dir
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Am Nil

1798 - 1820. Im Mondenglanze
schliefen Umwölbt vom reinsten
Blau, Die Gräber der Kalifen, Und
Sphinx und Säulenbau; Ein Heer von
Frankreichs Söhnen Zog durc
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Morgen- und Abendland

1846. Nur ein prunkvoll
Leichenbegängniß Ist die Geschichte
des Orients, Schatten wirft ein schwer
Verhängniß Ueber die Länder voll
ewigem Lenz. Ueberall
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Serbien

1877. Hat die Kunst der
Diplomaten, Hat das Schwert nicht mehr
vermocht? Wieder auf verheerten
Saaten     Trotz der
Thaten Wird ein tapf`res Volk
verrathen,
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Fest-Ode bei Einweihung der Schiller-Statue in Mü

5. Mai 1863 Bringet, ihr Wogen des
Lebens, wieder jene begeisterten Stunden
zurück, Wo vor dem harrenden Volk zum
erstenmal Aus ehernem Gusse das
Standbild seines Dichters leuchten
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Sappho

Ueber einem Bild der Sappho wob Ihr
Gewebe fleißig eine Spinne, Wie sie so
die Fäden band und hob, Brachte sie so
Manches mir zu Sinne. Zwischen den
Geweben nach und nach
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Bauernkrieg

Acht und Bann Über den
Bauersmann Sprachen die Herrn im Land
herum, Schickten zu allen Burgen und
Höfen, Allen Fürsten und Bischöfen.
– Hilf uns, Evangelium!
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Zum Ganzen

Ahnst du ein Gesetz der Welt, Das
Gesetz der Geisteswerke? Nur im Band,
das Alle hält, Ruht auch jedes
Einzeln` Stärke. Keiner kann für
sich bestehn, Keiner auf sic
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Kolibri

Alles wird dir gern verziehen, Schöner
Vogel, selbst dein Neid, Weil dir
Schönheit ward verliehen, Flügel,
funkelnd wie Geschmeid, Gold, Rubin,
Topas, Smaragd, Saphir Halte
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Prometheus

Als das Brautnachtlied mit des Nereus
Tochter Peleus sang, unsterbliche
Götter schwangen Auf des dunklen
Pelion Höh`n in Waldnacht Reigen und
Chortanz, Da zur Hochzeit gabe
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Geiserichs Abzug von Rom

Als nun mit ungeheuern Beutelasten Die
Flott` ins Meer ging durch den
Tiberstrom, Daß alle Schiffe kaum den
Reichtum faßten Und wie verwaist
schien und erstorben Rom, Da standen Ma
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Als wie ein Frühling mich entzückte ...

Als wie ein Frühling mich
entzückte Dein erster Gruß, als ich
die Lust Von allen Himmeln an mich
drückte, Und Jauchzen war in meiner
Brust; Da rief ich meines Glückes
voll,
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Weinlese

Alt und jung und groß und klein Kommt
zu Fuß und kommt zu Wagen, Alles eilt,
dabei zu sein, Und ein Jeder will was
tragen. Volle Körbe schleppt man
her Vor des Tork
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Alte Träume

Alte Träume kommen wieder In dem
fernen fremden Land, Und die alten
lieben Lieder Nehm` ich wieder in die
Hand. O ihr schönen
Jugendtage, Wundervolle Frühlingszeit,
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Capri

Am Abend kamen die Winde frischer, Wir
fuhren das holde Capri vorbei. Die
Barcarole sang ein Fischer Und hing
sein tropfend Ruder bei. Zwei
Vorgebirge, die Bucht umragend,
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Sommermorgen im Gebirg

Am Gebirg, dem dunklen wogen Wolken
nach den Höhn, Rosig schon vom Licht
umflogen, Denn der Tag wird
schön. Frisch gemäht die feuchten
Auen Duften lieblich her,
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An der Ostsee

Am Ufer, eh` der Tag anbricht, Hört
man die Welle klagen, Zum Nix schleicht
dann der Nebelwicht, Erzählt von alten
Tagen. Wie Eis und Flut
zusammenkracht, Wie Nordli
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Das Grab der Aturen

an den Wasserfällen des Orinoko (Nach
Humboldt`s Ansichten der
Natur) »Wenn dieser weiße Strom
einst seine Fluten Einmünden wird in
diesen blauen See, Dann wird das Herz
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Lebewohl

An letzten Rosenblättern hing Des
Sommers letzter Schmetterling, Und ihn
umfing zum letztenmal Der Abendsonne
müder Strahl. Da ging ich durch die
Dämmerung Mit eine
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Winterritt

An meines Rosses Brust und
Mähne Gefriert der Hauch zu Duft im
Schnee, In meinem Auge quillt die
Träne, Ich dacht` an dich heut` mehr
als je. Mir klang`s heut` früh wie
So
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Widmungsgedicht zur Völkerwanderung

an Seine Majestät König Ludwig II. von
Bayern Erhabner Herr, der König du
zugleich In deinem Lande bist, von Gott
berufen, Und König in der Ideale
Reich, Empfang dies Lie
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Gentiana

Angeweht vom Morgenhauch Aus der
Scesaplana Blühst du bei dem
Felsenstrauch Blaue Gentiana. Wie
Azur der Himmelsluft Wie die Fee
Morgana Tauchst du aus dem Sch
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Göttersaal im Renaissancestil

Apollo jagt der Nymphe nach, Und dort,
wo sich zum Laubgemach Die Reben üppig
dehnen, Lacht Bacchus mit
Silenen. Es füllt der Faun den
braunen Schlauch, Es kommen di
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Vorahnung

Atome meines Wesens, Leben, Vom
Augenblick des Werdens an Mir als
Gefährten mitgegeben, Ihr Geister
meiner Erdenbahn – Wie zag kommt
ihr mir heut entgegen! Ist`s wa
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Das Geisterschiff

Auf einem Geisterschiffe bin Auch ich
einmal gefahren, Vor vielen Jahren
- Ich seh es noch die Fluth
durchziehn. Es war im blauen
Joniermeer, Unfern von Corfus Küste;
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Mexiko

Auf Tempeln Mexikos glüht im
Versinken Die Sonne noch, was zaudert
sie so lange? Sie lauscht der Priester
blutigem Gesange, Zum Opferfest beim
Schall der hellen Zinken. Auf
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Fahrt des Lebens

Auf wilder Strömung,
eingeschlossen Von dunklen Felsen, kam
ein Boot     Die Wellen
hergeschossen, Von Klippen überall
bedroht; Ein Wunder, daß es nicht
zerschellte,
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Wiederfinden

Aus Gärten ragt mit Thurm und Thor Ein
hochgegiebelt Haus empor; Unheimlich
flüsterts in den Zweigen ...  
  Es flüstert und rauscht,  
  Und lauscht, U
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Neue Liebe, 08. Aus längst vergessnen Augen...

Aus längst vergessnen Augen seh` ich
fließen Viel stillgeweinte Tränen,
schwermutreich, Aus fernen Zeiten seh`
ich mich begrüßen Von scheuen
Blicken, Wangen schmerzhaft bleich.
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Aus Tagen, die verschollen sind ...

Aus Tagen, die verschollen
sind, Winkt`s mir mit Geisterhand, Wie
grüßend regen sich im Wind Verwelkte
Blumen an der Wand Und längst
vergilbtes Band. Wo sie das Lie
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Vorgänge

Aus weiter Ferne tost der Föhn, Man
hört es auch, wenn von den Höhn Sich
loslöst die Lawine; Erdbeben spürte
man voraus, Man hört vom Werk des
Gegenbau`s Das Pochen in d
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Bald fühl ich mich zu dir gezogen ...

Bald fühl ich mich zu dir
gezogen, Bald wieder flieh` und haß`
ich dich, Heut sag` ich, daß du mich
betrogen, Und morgen, nein du liebtest
mich! So streiten sich getrennt
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Lepanto

Bang schon vor dem Schlachtengotte Lag
das weite Meer und schwieg, Und die
große Türkenflotte Träumte sich
schon Ruhm und Sieg. Von des Nil und
Euphrat Wogen Waren Schiffe
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Beklagenswerthes

Beklagen muß man`s, geht zu
Grunde, Was uns als schön und groß
entzückt, Wird dort zu Stall für
Pferd und Hunde Ein Raum, den edle
Kunst geschmückt. Doch ach, wie soll

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Auszug

Bestaubten Epheu, einen
Kasten, Verscholl`ne Sessel,
halbgeknickt, Ein Bett und andre
Hausrathlasten Auf einen Karren
hingeflickt, So kam ein Zug mir heut
entgegen, Der Mann,
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Bewegt durchglitzert Mondenschimmer ...

Bewegt durchglitzert Mondenschimmer Die
weite weite See, Da schwant es mir,
daß ich dich nimmer Im Leben
wiederseh`. Die Wellen brausen her,
und wühlen Ans Ufer aufg
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Herbsttag - I.

Blumensamen, Zwiebel,
Knollen Schmücken meinen
Gartentisch, Ueberragt von
traubenvollen Rebgezweigen duftig
frisch. Hie und da ein Blatt vom
Hage Jagt der Herbstwind
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Rosenzeit

Blühet, rote Rosen, bald, Blühet für
die Hand der Süßen! Wo sie weilet, wo
sie wallt, Will ich sie mit Rosen
grüßen. Blühet ja recht bald dies
Jahr, Meine Lieb
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Pästum

Brütend liegt der Mittag
über Pästum`s öder
Fiebergegend, Schwüle Nebel
niederlegend, Selbst die Sonne
schimmert trüber, Und die alte Stadt
Poseidon`s, Stumm und einsam
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Abendstern-Ghaselen - X.

Darf ich in der Dämmerstunde Sie noch
heimbegleiten hie und da, Worte blühn
ihr dann vom Munde Liebreich, wie vor
Zeiten hie und da, Und beleben welche
Wunde, Ach und welche
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Das Glück

Das Glück, die stolze Dirne, Die über
Gräber tanzt, Hat ihr Panier im
Hirne Der Thoren aufgepflanzt. `Das
Glück folgt,` schrei`n sie
höhnend, `Nur breiter Wege Sp
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Neujahrsgruß

Das Jahr mit seinen
Frühlingsblicken Und Tagen voller
Sonnenschein Entflog zu neuen
Weltgeschicken, Um auch in Zukunft noch
zu sein. Verloren geht ja nichts den
Jahren,
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Liebe, 11. Das Köpfchen still und sanft gesenkt..

Das Köpfchen still und sanft
gesenkt, Wohin sie sich wohl träumt
und denkt? Wohin die dunkeln Augen
schauen, Da blühen, ist`s ein fernes
Land, Gewiß nur Palmen, und auf Auen
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Das Unglück lieben

Das Unglück lieben – o das
heißt, Durch Dorngestrüppe, das uns
blutig, Das uns das Kleid vom Leibe
reißt, Im Dunkel gehn, am Abgrund
mutig; Es heißt nicht gehn im
Sonnenschein
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Im Kloster Obermarchthal

December 1848. Vom Klostergarten aus,
an dessen Bäume Sich statt der
Blüthen im December
jetzt Schneeflocken hell und duftig
angesetzt, Blick ich hinab in weite
Thälerräu
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Ode an die Dioskuren

Dein in Nacht eindunkelndes Land, o Rom,
und Alles ruht schon, aber am Himmel
zuckt es Wetterschwül herauf und
erhellt die beiden Erznen
Kolosse. Euch begrüß` ich, mächti
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Gottesbraut

Deinem Haupt entsank die
Locke; Eingesegnet wie die Glocke, Die
nur Gott ertönt, bist nun auch du. Wie
ihr Klang nur Andacht kündet, Gleich
der Kerze, am Altar entzündet, S
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Abendstern-Ghaselen - V.

Der Aar wird nur vom Sonneflügen
trunken, Doch singt, von seligem
Genügen trunken, Die Nachtigall aus
tiefer Brust, Sie singt und schlürft
in vollen Zügen, trunken Vom Kelch der

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Die Zahl

Der Buchstab ist der Pharusstab
gewesen, Worin Prometheus barg den
Feuerstrahl, Doch jenes alte Buch ist
ausgelesen, Ersatz gibt unsrer Zeit
dafür die Zahl. Sie, die beherrscht
des
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Frühlingslied

Der Frühling verschleiert nun
wieder Die Erde ganz Mir zartem
Laubgefieder, Mit Blütenglanz; Nun
eilet zum Tanz Hier unter dem
blühenden Flieder! Von schwell
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Chäronea

Der Löwe Chäroneas ragt In stolzem
Todesschmerz, Und noch sein brechend
Auge sagt: So stirbt ein tapfres
Herz. Es liegt ein Hauch voll
düstrer Gluth Rings auf dem
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Liebe, 23. Der Morgen ist so rein...

Der Morgen ist so rein, so schön, Es
wogt in den Wellen der brausende
Föhn. Ich seh` einen Stern, er sinkt
in die Flut, Der Stern und ich, wir
kennen uns gut. O hätte mir
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Allein

Des Dunkels Vorhang senkt sich
dicht Herab in Nebelfeuchte, Durch
Wolken scheint des Mondes Licht Wie
eine Grabesleuchte. Weh, wer heut
Nacht allein muß sein! Wer geg
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Leichenverbrennung

Die Festigkeit, die Kraft in meinen
Knochen Böt` lang noch Trotz, im Sarg
noch dem Vergehn, Und würde doch
zuletzt in Staub zerbrochen; Laßt sie
dem Feuer, laßt sie rasch verwehn!
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Fabeln - I.

Die giftgeschwollene Spinne saß Und
fing den schönen Schmetterling. `Ist
die gepries`ne Schönheit das? Dies
plumpe Ding?`` `In deinem Netze
freilich nicht,` Rief während s
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Die großen Städte

Die großen Städte schleppen Durchs
Meer und über Steppen sich fort, und
ihren Fluch, Sie haben ihre Narren Und
hinter sich Erstarren Und Schutt und
Leichentuch.
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Trauerweide und Reben

Die Heimat hatte mich beschenkt mit
Reben, Die pflanzt` ich ein an meine
Gartenmauer Und bat den Himmel, ihnen
Schutz vor Schauer Und ihrer Blüte
Sonnenschein zu geben. Da s
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Liebe, 17. Die Liebste mit lieblichem Lächeln...

Die Liebste mit lieblichem Lächeln Hat
meinen Schlummer bewacht. O
hellgestirnter Äther, O einzig schöne
Nacht! Ich sah sich über mich
neigen Im Traum ihr holdes G
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Die Nacht ist eines bösen Dämons Zelt ...

Die Nacht ist eines bösen Dämons
Zelt, Der unsre Seelen, wenn wir
schlafen, Am Boden und in Fesseln
hält, Um für ihr Denken sie zu
strafen. Er schleppt sie durch das öde
Reich
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Das Dauernde

Die zuerst Gedanken trugen In die
blinde Menschenwelt, Aus dem Steine
Feuer schlugen, Und das Wort zum Wort
gesellt, Lange blieb noch ihr
Gedächtniß In der Völker T
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Abendstern-Ghaselen - VII.

Dir scheint die Rose frisch und roth zu
sein, Mir aber scheint in ihrer Brust
der Tod zu sein, Weil sie der Wurm in
ihrem Grund umschleicht; Was diesem
Gift, scheint jenem Brot zu sein,
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Völkerwanderung

Doch wenn ein Rom den Erdenkreis
erschüttert, Indem es stürzt, wenn
durch die finstern Zeiten Ein Bahrtuch
über die Gefallnen breiten Befreite
Völker, deren Joch zersplittert:
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Weltumschau

Dort möcht` ich weilen an des Ganges
Bronnen Auf Himalaja`s Höh`n und
ungeblendet Schaun, wie den
Bergaltären Feuer spendet Das ewig
neugeborne Licht der Sonnen. Ich
schau
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Spiel

Du bittest, Kind: o spiel mit mir! Wie
gern hör` ich dich schmeicheln! Ich
will nur deine Locken dir, Die sanften
Locken streicheln. Spielt einst die
Welt, die kalt verletzt
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Ein armes Brautpaar

Du brauchst kein Kleid von Seide, Und
keinen Kranz ins Haar, Wir treten
dennoch beide Vergnügt zum
Traualtar. Wir brauchen keine
Wagen Und keinen langen Zug, D
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Die Treue

Du frugest mich, was ist die Treue? Sie
ist die Liebe selbst, als Zeit, Als die
sich ewig wieder neue, Die Sonne der
Beständigkeit; Das Trostwort in der
Trennungsstunde, Und
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Persergebet

Du hast gestürzt, o Tagespracht, Die
Nacht zum Meeresgrunde, Du wandelst
deine helle Wacht Und machst die
Segensrunde. Und Alles atmet
Seligkeit, Da wieder du erschie
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Bekenntnisse

Du hast mir oft davon erzählt, Wie
hübsch du schon als Kind gewesen, Wie
böse Krankheit dich gequält, Und wie
du langsam nur genesen. Bald kamen in
dein Elternhaus
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Schneckengang

Du kommst, o Schnecke, deines Weges
eben Vom Blatt, das vor dir niederfiel,
zu mir, Nun liegt auch dies, und welch
ein buntes Leben, Welch vielbewegtes
hinter dir! Du hast de
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Der Bannstrahl

Du Stadt der Neu`rung, deinen
Mauern Verkünd` ich diesen schweren
Bann: Dein Weichbild soll verschleiert
trauern, Dein Weh begann! Ihr Reinen
noch und Unbefleckten, E
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Neue Liebe, 09. Gruß in die Ferne

Dunkelnd über dem See dämmert das
Abendrot, Nur die höchsten
Gebirge Krönt noch Glut, doch es
sinkt, düstrer allmählich, nun Auch
ihr Bild zu den Schatten. Dort ach,
fern in de
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Nachtfahrt im Gebirg

Dunkle Felswände die Berghöh`n
entlang, Taleinwärts fuhren wir, es
zogen Die Nebel mit uns in hellen
Wogen, Ein wildes Heer, das sich auf
und nieder schwang, Ein Meer, das mit
den
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Herbstabend

Durch die halbentlaubten Bäume Glimmt
der Mond, und still umflicht Siegreich
die verlassnen Räume Seiner Trauer
falbes Licht. So dem Blick der
Schwermut offen Liegt des Mens
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John Hawkwood

Durchs Kloster ras`t der
Söldnerschwarm; Ein frecher Räuber
schleppt am Arm Hervor die junge
Nonne: `Nun sei du meine Lust und
Wonne!` `Halt!` ruft ein Kamerad ihm
zu,
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Herbstabend (II)

Durchs Stoppelfeld auf
Nebelstreifen Weht traurig kalt
Novemberwind; Dort wankt am Wald mit
Reisighäufen Ein armes Weib und führt
ihr Kind. Dort sucht man die
vergessne Tra
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Egeriagrotte

Egeria, lieblicher Name, du lebst Im
Hain noch, im Felsen der Quelle, Im
Dunkel der Eichen! Du weilst, du
webst Am Brunnen, im Eppich der
Schwelle. Hier ward, o Nymphe, mit R
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Urzeit

Ein Dämmrungsfalter, kaum entschlüpft
den Puppen Des Stein- und
Pflanzenreichs, sieh, da vertraute Die
junge Tierwelt, als ihr Morgen
graute, Den Flügeln sich, noch ganz in
harten Schupp
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Einziges

Ein eigner Schauer hält mich stets
beklommen, Wenn ich an Jene denk`, die
das gesehen, Was niemand mehr, so lang
die Welt wird stehen, In der Vollendung
mag zu schau`n bekommen.
... weiterlesen


Die Schlacht auf den katalaunischen Feldern

Ein grauer Tag erhebt sich trüb im
Osten Der Flur, wo jetzt Campaniens
Traube reift, Da sehn des Gotenheeres
erste Posten Beim Dämmerlicht, das um
die Höhen streift, Wachfeuer fer
... weiterlesen


An meine Mutter

Ein Maitag war`s, doch trüb und
tot, Schwer auf den Ländern lag die
Not, Auf allen Völkern lag ein
Kummer, Da schlossest, treue Mutter,
du Die sorgemüden Augen zu Zum lang
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Hoch und niedrig

Ein Reiter, blank und blitzend, Sprengt
aus dem Wald heran, Ein Hirt, am Wege
sitzend, Sieht ihn bewundernd
an. Wär` ich so groß und
trüge Solch Prachtkleid, denkt
... weiterlesen


Verspäteter Frühling

Ein Wächter thront, ein grauer, Auf
hoher Wolkenwart, Der Winter, der im
Schauer Auf uns herunterstarrt. Er
nimmt im ew`gen Eise Am Schlagbaum
seinen Zoll Vom
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Ausblick

Eine eigne Stadt hab` ich gesehen Über
unsrer stehen, Als ich von des Hauses
Giebel heut` Überschaut die Dächer,
rings zerstreut, Diese alten Mauern,
Zinnen, Türme,
... weiterlesen


Am Fenster

Eine Mücke, weiß gekleidet, Will
hinaus durchs Fensterglas, Ist mein
Zimmer ihr entleidet? Sucht sie
draußen was? Achtet sie so hoch die
Ehre, Daß sie dort ein Frosch verz
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Alte Briefe

Eine Schrift gibt`s, deren Züge Ohne
Tränen ich nicht sehen kann, Denn sie
redet keine schöne Lüge, Die ein
leeres Herz ersann. Alle Worte sind nur
Zeugen Einer Liebe, tie
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Einer

Einer lebt, der in
Bettlertracht Einhergeht und bedeckt
von Wunden, Mit Koth beworfen,
verhöhnt, verlacht, Und angebellt von
den Hunden; Doch steigt das Dunkel der
Nacht herauf,
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Begegnung

Eines Bettlers Hand war offen, Beide
gaben wir zugleich. Blick und Blick hat
sich getroffen, O wie fühlten wir uns
reich! Von einem See Im schönen
Hellas gin
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Der Krake

Einmal im Jahr vom Grunde Des Meeres
wird nach oben, Aus eines Wirbels
Schlunde Der Krak
heraufgehoben, Gleich einem
Inselrunde, Um das die Wasser
toben. Eisbä
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Liebe, 02. Entrungen hat sich ihrer Hülle...

Entrungen hat sich ihrer Hülle Die
Blüte vom Orangenbaum, Ihr Wohlgeruch
in süßer Fülle Durchströmt den
dunklen Gartenraum. Es leuchtet aus
dem Grund des Kelches,
... weiterlesen


Finsterniß

Erdbeben wüthen, Stürme rollen, Und
blindlings trifft der Blitz. Der
Stein Erkennt nicht, was die Blumen
sollen - Und wissen die, was Thiere
wollen? Ja, auch der Mensch ist nur all
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Erinnre dich der schönen Tage ...

Erinnre dich der schönen Tage, Als
unsre Liebe war erblüht, Als unsrer
Herzen große Frage Verborgen noch und
still geglüht. Wie zart war jedes
Wort gesprochen, Wie
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Das Letzte

Erkenntniß in so reicher Weise Erringt
der Mensch, er dringt mit Muth Hinauf
an des Polarmeers Eise Und durch der
Palmenküste Gluth. Er sieht der Erde
letzte Grenzen,
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Völkerfrühling

Erloschen sind Gestirne, Nationen, Ihr
Nachglanz leuchtet in die fernste
Nacht. Zur Freiheit sind nach
jahrelangen Fronen Schon halbversunkne
Völker neu erwacht. Sie blicken nach
de
... weiterlesen


Heerbannlied

Ernst ist mein Sinn und schlicht und
recht, Mein Bart ist gleich dem
Flachse. In Dün` und Wald blüht mein
Geschlecht, Daß übers Meer es wachse
– Ich bin der Sachse.
... weiterlesen


Gähnen

Erste Lebensäußerung Du, der
Menschheit nebst den Thränen Ewige
Beglaubigung, Dich lobpreis` ich, edles
Gähnen! Wenn der erste Trank uns
schwellt An der Weisheit G
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Liebe, 20. Erster Schnee und Abendschimmer

Erster Schnee und
Abendschimmer Blinkten durch die
Fenster ein, Zum Klavier erklang durchs
Zimmer Deine Stimme voll und
rein. So, so war`s, in solchen
Stunden Hat der
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Abendstern-Ghaselen - II.

Erster Stern, der Nacht
entblühend, Stern der Liebe, zittre
nicht! Ihre Schleier, goldig
sprühend Und in die sie Rosen
flicht, Hält die Dämm`rung hoch
erglühend Vor dein
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Der schwarze Tod

Erzittre Welt, ich bin die Pest, Ich
komm` in alle Lande Und richte mir ein
großes Fest, Mein Blick ist Fieber,
feuerfest Und schwarz ist mein
Gewande. Ich komme von
... weiterlesen


Im Spätherbst

Es fallen von den Bäumen Die welken
Blätter ab, Ich wandle still in
Träumen Den Felsenpfad hinab. Die
Wolken, wie sie jagen, Im Abendgolde
blühn, Von Stürm
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Der Bahnzug

Es glänzt im Lichtgewimmel Der Bahnhof
und die Bahn, Ein wahrer
Sternenhimmel, Da rollt der Zug
heran. Vielleicht zur gleichen
Stunde Wie vor Cairos Thor, Jetz
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Heilige Zeit

Es ist eine heilige Zeit, es
streiten Die Männer im Kriege fürs
Vaterland, Die Frauen indeß zu Hause
bereiten Die Pflege der Wunden und
ordnen Verband. Des Bräutigams den
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Es ist nicht wahr, die Zeit heilt nicht ...

Es ist nicht wahr, die Zeit heilt
nicht, Der Schmerz ist stärker, er
verwandelt Den Menschen, er zernagt und
bricht Die Herzen, die die Welt
mißhandelt. Die Zeit schließt
... weiterlesen


Lilith

Es ist sie, sprach, verhüllt von
Schatten, Der Engel, als er Eden
nah, Im Garten wandelnd mit dem
Gatten Das Weib des ersten Menschen
sah; Es ist sie, sie ach einst vor
Alle
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Verrath

Es lebe der Verrath! Im Frieden wie im
Kriege, Durch ihn nur in der
That Erblühen alle Siege. Das Licht
- man muß es froh Verrath am Dunkel
nennen, Am blinden
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Liebe, 12. Es sank ein Tag zur Ruhe nieder...

Es sank ein Tag zur Ruhe nieder, Ein
Tag, der uns gar hold gelacht, Wir
fanden uns so innig wieder, Wie stets
ich mir das höchste Glück
gedacht; Nun schließe dir die
Augenlider
... weiterlesen


Waldeinsamkeit - II.

Es schaut die Traumwelt dieses
Blumenreichs Im Spiegel sich der
zauberhaften Tiefe, Und zu den Lilien
dämmert dieses Teichs Was oben blüht,
als ob es unten schliefe. Das Murmeln
ei
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Es war ein Wort im Scherz...

Es war ein Wort im Scherz, Ein Kuß in
Scherz gegeben, Der Blitz schlug in
mein Herz Und traf ein ganzes
Leben. Es war ein Augenblick, Nur
ein Vorübergleiten,
... weiterlesen


Wilde Rose

Es war eine sternenlose, Von Blitzen
schwang`re Nacht, Da ist die wilde
Rose Zum vollen Blühn erwacht. Da
kamst du still gegangen, Da flogst du
auf mich zu. Ic
... weiterlesen


Jurga

Fakellichter sprühn im Saal Auf dem
Schloß des Wojewoden, Ballmusik und
Kerzenstrahl, Und es dröhnt vom Tanz
der Boden; Säbelklirren,
Sporenklang, Blumenkränze, lose Schl
... weiterlesen


Abend auf den Bergen

Fern hinunter in die Flut Taucht das
Licht, sich nochmals wendend Zu den
Bergen, eine Glut Ihren Alpenblumen
sendend. Da schon Dunkel liegt im
Tal, Flattern hier noch
... weiterlesen


Fern von der Stadt, in einem Garten drauß...

Fern von der Stadt, in einem Garten
drauß, Der still und dämmernd liegt
und alterthümlich, Bewohnt die
schönste Maid ein einsam Haus. Zum
Ball, zur Oper fährt sie niemals
aus, D
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Brandung

Festball haben heut die Wogen Um die
schwarzen Klippen her, Schäumend und
in weiten Bogen, Kreuz und quer Und in
Schleppgewanden schwer Kommen sie zum
Strand gezogen.
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Nokturne

Find ich euch, ihr Stunden
wieder, Stunden tiefer
Mitternacht? Steigt ihr wieder zu mir
nieder Aus der hellen
Sternenpracht? Lang wart ihr mir
fremd geblieben, Und nun
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Das Leblose

Folianten liebt der Eine, Bildern ist
ein Andrer hold, Der erglüht für
seltne Steine, Der fürs altgeprägte
Gold. Wer sich freut an Tand und
Flimmer, Ich beneid` ih
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Cuba

Freibeuter! gegen Cuba! Die rothen
Flaggen auf! Der Freiheit letzte
Tuba Tönt uns`rem
Siegeslauf. Havanna heißt die
Prise Nehmt Flinten auf Accord, Wenn
nicht
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Girgenti

Fremd ist mir Alles hier, aber auch
du Bist mir ja fremd geworden; die dich
umgeben, Wer sind sie? Wem neigst du
dich zu? Wer schützt dich, wer
verschönt dir das Leben? Ich weiß e
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Die Höhen

Früh noch, eh` der Tag erwacht, Als
die ersterhellten wieder Aus dem Schoß
der Nacht, Schau`n die Berghöhn
nieder, Und es flammt um sie noch
Licht, Wenn in Nacht die Thäle
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Frühling! der Glücklichen Wünsche ...

Frühling! der Glücklichen Wünsche
gewährst du, Stürmischer du, vom
Sturme geboren, Aber mit Thränen nur
verklärst du Jenen die Tage, die Alles
verloren. Lächelnd zu T
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Weihnachtsgedicht

Für euch, o Kinder, blüht das Fest der
Feste, Was bringt`s wohl diesmal? Welch
ein Meer von Licht? Könnt ihr`s
erwarten? Wißt, das Allerbeste, Das
habt ihr schon. Das ist`s: ihr wißt`s
... weiterlesen


Weihnachtsgedicht

Für euch, o Kinder, blüht das Fest der
Feste, Was bringt`s wohl diesmal? Welch
ein Meer von Licht? Könnt` ihr`s
erwarten? Wißt, das Allerbeste, Das
habt ihr schon. Das ist`s: ihr wißt`
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Zweiflers Nachtgedanken

Für Traum in Traum soll ich dies Dasein
halten, Für eines Schemens bleichen
Widerschein, Und wie mit Herbstlaub
wilde Stürme schalten, So soll`s
verweht vom Hauch der Zukunft sein?
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Hymnus an Aphrodite

Gaben dir und Opfer bringend, Nahn den
Stufen deines Throns, Hymnen deiner
Schönheit singend, Fromme Frauen
Sikyons. Die du über allem
waltend, Alles lenkst nach dei
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Dumnus an Aphrodite

Gaben dir und Opfer bringend Nah`n den
Stufen deines Throns, Hymnen deiner
Schönheit singend Fromme Frauen
Sikyons. Die du über Allem
waltend, Alles lenkst nach dein
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Liebe, 15. Gebrochen ist dein Herz...

Gebrochen ist dein Herz, ich weiß es
wohl, Ich hör` ja die zerrissne Saite
schwirren, Ich seh` den Wahnsinn, o ich
seh` ihn wohl Durch deiner Wimpern
Nacht im Dunkel irren.
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Fürbitte

Gedenke, daß du Schuldner bist Der
Armen, die nichts haben, Und deren
Recht gleich deinem ist An allen
Erdengaben. Wenn jemals noch zu dir des
Lebens Gesegnet goldne Ströme
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Fabeln - IV.

Gefallene Größe. Vom Bergjoch war
ein Felsenbrocken Zu Thal gerollt, ein
Riesenstück, Am Anfang war man sehr
erschrocken, Doch bald erkannte man das
Glück. Das Sch
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Die Antiken

Gefesselt schläft ein stilles Leid In
euren schönen Zügen, Ein Trauern der
Unsterblichkeit Verklärt zu holdem
Selbstgenügen; So selig blickt und
lächelt ihr Nur Licht un
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Die Verlobte

Gestern stellte man aus Frankreichs
Städten Die eroberten Kanonen
auf, Fahnen wehten über den
Lafetten, Traurig `wie Gefangene mit
Ketten` Hingen Kränze vom metall`nen
Lauf.
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Abendstern-Ghaselen - III.

Gesundes Leben kann erkranken über
Nacht, Ein Fels, auf den wir bau`n,
kann wanken über Nacht, Es kommen,
wenn wir fest entschlossen
scheinen, Uns oft ganz andere Gedanken
über Nacht,
... weiterlesen


Hochsommer

Goldbeschwingte süße
Stunden Ungestörter Träumerei, Wie
zu schönem Kranz gewunden Schwebt ihr
über uns verbunden, Eilet nicht so
bald vorbei! Waldher locken Voge
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Grüße

Grüße biet ich, theure Hingeschied`ne
euch, Nur erwidernd Eure Aus dem
Geisterreich! Schatten von
Cypressen, Weht ihr in den Tag, Der
uns schon vergessen,
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Vesta

Grüßt, Vestalinnen, den Morgen! Heil
dem Licht, das obgesiegt! Ihr habt es
bewahrt in Sorgen, Wie ein Kind die
Mutter wiegt. Seid gedenk, welch
heilig Feuer Eurer Wa
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Ersatz der Natur

Hat jahrelanger Krieg ein Land
durchwütet Und Not verzehrt und
Hagelschlag geschlagen, Dann kommt doch
einmal noch von Segenstagen Ein
Sonnenjahr, das jeden Schmerz
vergütet.
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Haidebild

Heim führt die Braut der glückliche
Mann, Der seinen Gegner
erschlagen, Noch braust sein Siegslied
durch den Tann Vom Schalle der Hörner
getragen. Doch bei des Verhaßten
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Einer Violinspielerin

Heimlich schlägt dein zartes
Herz Durch den Zauber deiner
Töne, Suchend, wie es jeden
Schmerz In des Hörers Brust
versöhne. Alle Lust und alles
Ach Rufst du auch in meiner
... weiterlesen


Einer Violinspielerin

Heimlich schlägt dein zartes
Herz Durch den Zauber deiner
Töne Suchend, wie es jeden Schmerz In
des Hörers Brust versöhne, Alle Lust
und alles Ach Rufst du auch in meiner
... weiterlesen


Hekubas Klage

Hekuba, des Jammers Bild, Ihren todten
Enkel legend In des tapfern Sohnes
Schild, Sprach, der Griechen Herz
bewegend: Führt mich nicht als Sklavin
fort, Laßt mich hier bei m
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Der Kreuzritter

Herauf, herauf, mein treues Roß! Da
stund es einst, mein Ahnenschloß, Nun
ist es Schutt und alles tot, Was mir
einst Lust und Liebe bot. O
Vaterland, du teures Land!
... weiterlesen


Hermes

Hermes führt die Schaar der Seelen Zu
der Schatten dunklem Haus, Und von dort
zurück, heraus, Ohne je des Wegs zu
fehlen: Ineinander überfließet Sein
und Nichtsein immerda
... weiterlesen


Meerfest

Hoch ging es her in jenem sonst so
stillen Palaste zu Venedig, öd` seit
Jahren. Vergessen stand er, unbewohnt,
doch heute, Nach diesem schwülen Tag,
wo selbst die Nacht Nicht Kühl
... weiterlesen


Chorgesang

Hoch wohnen Götter, hoch im Himmel
oben, Auf Teppichen von Licht
gewoben Umreigend goldner Tische
Brot; Sie wandeln lachend auf und
nieder, Sie singen weithinschallend
reine Lieder
... weiterlesen


Abendstern-Ghaselen - IX.

Holder trauter Stern im Schoß der
Welle, Wenn dein licht sich zeigt im
Schoß der Welle, Tauchen glänzend,
wie zum Festempfang, Tausend Flammen
auf im Schoß der Welle, Und es brei
... weiterlesen


Liebe, 07. Holdseliger Mund...

Holdseliger Mund der Liebsten mein! Du
bist so sanft gebogen, so fein, Wie der
Mond am Himmel; dich müssen Bewundern,
die dich schau`n, – doch ich
allein, Ich darf dich küssen.
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Horch! Mitternacht ...

Horch! Mitternacht - die Stunde, Mit
ihrem Mund vom Erz Bewegt im tiefsten
Grunde Mit bangen Träumen mein
Herz. Denk` dir - mit jedem
Schlage Sänk` auch ein Jahr hin
... weiterlesen


Gesang der Blinden

Horch, aus tiefstem Lebensabgrund, Drin
kein Lichtstrahl je hinabtaucht, Sucht
die Stimme frommer
Blinden Aufzutönen Nach dem
Schönen, Im Gesang ein Licht zu
finden.
... weiterlesen


Warnung

Hüte sich, wer klug ist, sehr, Götzen
böslich anzurühren, Denn er büßt
den Frevel schwer, Wird es lange noch
verspüren! Dann erst, wenn die Erde
bebt, Blitzstrahl fähr
... weiterlesen


Ein Schicksal

Ich fiel im Kampf für eine Sache, Die
mir verhaßt war; im Geschrei Der
Schlachtwuth, im Geheul um Rache War
ich ein Ach nur und vorbei. Ich war
in einer fehlgeschrieb`nen
... weiterlesen


Liebe, 13. Ich fühls mit Stolz...

Ich fühl`s mit Stolz, daß ich nicht
wohlverwahrt Wie Jene bin, die stets
verschont geblieben Im Leben, wie im
Lieben, Daß keinen Schmerz das
Schicksal mir erspart. Erfinderisch, m
... weiterlesen


Kränzewinderin

Ich hab vor einem Blumenstand Gar oft
dem Mädchen zugeschaut, Das drinnen
mit geschickter Hand, Für jeden Ball,
für jede Braut, Daß Schönheit
schöner noch erglänze, Die
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Lied des Betrunkenen

Ich hab` getrunken, Mir scheint, zu
viel, Ich bin gesunken, Ich glaub, ich
fiel! Ich fiel im Gehen, Die Axe
wich, Ich will nun stehen, Begleitet
mich!
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Ich liebte dich

Ich liebte dich, wie konnt` ich
schweigen? Mein tiefst Gemüt lag frei
vor dir. Ich wagt` es, dir mich ganz zu
zeigen, Du aber ließest doch von
mir. Doch ach, wie konnt` ich
... weiterlesen


Nächtlicher Ritt

Ich ritt vom Berg herab nach
Hause Spät Nachts, es blitzte dann und
wann, Ein Sturm mit wachsendem
Gesause Ging durch den hohen dunklen
Tann. Ich sah nur bei der Blitze Glim
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Mondmythus

Ich sah heut` früh im Brunnen
tief Zwei Liebende allein: Die schöne
Morgenröte schlief Beim bleichen
Mondenschein. Sie küßten sich von
Herzen Mit lichtem Purpurmund,
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Ich soll nicht dein vergessen ...

Ich soll nicht dein vergessen...? Was
sagt dies arme Wort? Ins Buch des
Lebens pressen Ein Blümchen, halb
verdorrt? Wenn deiner nicht
vergessen Dich wahrhaft lieben h
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Geibels Tod

Ich weiß es jetzt. In jener Nacht, Die
unsres Freundes letzte war, Bin ich aus
schwerem Traum erwacht, Aus einem Traum
gar wunderbar. Mein Lagernachbar rief
mich an:
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Dichters Vorhersage

Ich weiß schon, wenn ich nicht mehr
lebe, Dann wird geschmückt mit
Eichenlaub, Mit Kränzen von dem Laub
der Rebe Ein Standbild über meinem
Staub. Wie wünscht` ich mir da
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Lied der Städte

Ihr Bürger, auf von nah und
fern, Schwingt gleich den Männern von
Luzern Den Morgenstern, Laßt wallen
die Paniere, Laßt fallen die
Visiere, Auf gegen die Herrn!
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Rückblick

Ihr wußtet nicht, was ich gedacht, Als
Ihr mich saht, Ihr Wohlbehausten, Auf
Klippen schreiten in der Nacht, Wo
Wasserstürze niederbraus`ten. Ihr
hattet Recht, daß Ihr das
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Abschied vom Karneval

Ihr zierlichen Füßchen in silberner
Seide Von Rhythmen des Tanzes so
reizend bewegt, Ihr holden Gestalten im
blumichten Kleide, Vom Taumel der
Freude so lieblich erregt, Ihr zünde
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Im Bergwald ruht, im Eichenhaine ...

Im Bergwald ruht, im Eichenhaine Der
Nemi-See; wohl hieß er auch Dianas
Spiegel, seine reine Tiefblaue Woge
trübt kein Hauch. Und so den reinen
Spiegel nennen Der echten Lie
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Freunde

Im ersten frohen Jugenddrang, In
frischem Muth und Sinnen, Da wirst du
für dein Lebenlang Die Freunde dir
gewinnen. Die stärksten Bande knüpft
man nur Auf frühen Lebensweg
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Lose der Dauer

Im Gletschereis wird kein Atom
verwesen, Im dürren Sand bleibt
unversehrt die Leiche; Der taube Stein
bleibt ewig sich der gleiche, Und nur
die Blüte wird vom Tod gelesen.
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Das Krokodil zu Singapur

Im heil`gen Teich zu Singapur Da liegt
ein altes Krokodil Von äußerst
grämlicher Natur Und kaut an einem
Lotosstil. Es ist ganz alt und
völlig blind, Und wenn es e
... weiterlesen


Das Krokodil

Im heil’gen Teich zu Singapur, Da
liegt ein altes Krokodil Von äußerst
grämlicher Natur Und kaut an einem
Lotosstiel. Es ist ganz alt und
völlig blind, Und wenn es
... weiterlesen


Eismeer und Südsee

Im höchsten Nordmeer liegt ein Schiff,
an Schollen Eises festgeschraubt, Die
Mannschaft auf dem Decke schläft, der
Schnee liegt über ihrem Haupt. Wie
gellend auch der Nordwind pfeift, die
Sege
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Das Kloster

Im Klosterhof, im stillen Raum Singt
eine Nachtigall, Sie singt in einem
Lorbeerbaum - Fern rauscht ein
Wasserfall. Das Kloster lehnt sich
hingeschmiegt An Felsen in d
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Der Schwan

Im letzten Sonnenstrahl, Von Felsen
eingeschlossen Liegt einsam still ein
Thal, Vom breiten Strom
durchflossen. Mit seiner Wellen
Bahn Zieht auch ein Schwan, und leise
... weiterlesen


Nordlandssee

Im Norden liegt ein See,
gebirgumschlossen Und fast das ganze
Jahr bedeckt vom Eise. Der Frühling,
wenn er kommt, geht hier so leise, Daß
nur die kleinsten Blumen ihm
entsprossen.
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Normannenzug

Im Nordland auf dem
Felsenhügel Glänzt hell im Mond der
tiefe Schnee, Da ruft ein Aar und
schwingt die Flügel: »Wo seid ihr,
Könige der See? Seid ihr zum
Speerkampf nach den Sun
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Schweizer und Landsknechte

Im Rheintal gegen die Schweizer hielt
der Landsknechte Schar, Des Feindes
fester Stellung nahmen sie ungern
wahr; Sie sahn aus ihrem Lager mit
Grimm die Höhn hinauf, Stolzierend in
roten W
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Schweizer und Landsknechte

Im Rheinthal gegen die Schweizer hielt
der Landsknechte Schaar, Des Feindes
fester Stellung nahmen sie ungern
wahr; Sie sahn aus ihrem Lager mit
Grimm die Höhn hinauf, Stolzirend in
rothen
... weiterlesen


Im tiefsten Herzensschrein ...

Im tiefsten Herzensschrein Da hielt ich
stillverborgen     Die Liebe
mein, Und wahrte sie mit Sorgen. Ich
durft` sie nicht ans Licht, Nicht vor
die Menschen
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Immer leiser wird mein Schlummer

Immer leiser wird mein Schlummer, Nur
wie Schleier liegt mein Kummer Zitternd
über mir. Oft im Traume hör ich
dich Rufen drauß vor meiner
Tür, Niemand wacht und öffnet di
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Letzte Bitte

Immer leiser wird mein Schlummer, Nur
wie Schleier liegt mein Kummer Zitternd
über mir. Oft im Traume hör` ich
dich Rufen draus vor meiner
Tür, Niemand wacht und öffnet di
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Finale

In der Kerze falschen Tag Sank der
Abendfalter Flug, Als mit großem
Flügelschlag Einer in die Flamme
schlug; Und er stürzt mit solcher
Macht In das Leuchten, das er liebt,
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Der Magier

In des Magiers Bücherkammer Tritt ein
holdes Mädchen ein, Prächtig winkt
ihr Spang` und Klammer An den Bänden
tief im Schrein. Und des alten
Nekromanten     Grö
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Ex ovo

In diese Welt voll Sturmeswehen, Wo nie
die wilden Kräfte ruhn, Kamst du
herein, dich umzusehen, Du kleines,
winzig kleines Huhn. Du hast die
Schale durchgebrochen, D
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Mediceer Tafel

In einem glänzenden Palaste Am Arno
war es, Schmach Lag auf Florenz,
Giuliano faßte Sein Trinkgefäß und
sprach: Wem bring ich`s, wem mit
dieser Schaale Aus Erde vo
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Cherapne

In einem Grabmal mit dem Gatten, Mit
Menelaos` hohem Ruhm Schläft Helena.
Versöhnte Schatten, Wie sanft ist euer
Heiligtum! Hier ruhn die Lanzen und
die Schalen, Der
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Unter einer Eiche

In Hergensweiler Eiche, deine dunkeln
Zweige ragen Stolz empor aus längst
vergangnen Tagen, Geister wandeln durch
dein ästig Haus; Sieben Menschenalter
sahst du schreiten,
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Heimkehr

In meine Heimat kam ich wieder, Es war
die alte Heimat noch, Dieselbe Luft,
dieselben Lieder, Und alles war ein
andres doch. Die Welle rauschte wie
vorzeiten, Am Waldw
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Helena

In Menelaos` goldnem Saale Saß
Nestor`s Sohn und Telemach. Sie freuten
sich mit ihm beim Mahle, Doch als er
von Odysseus sprach, Barg in des
Mantels Purpurhülle Der Jünglin
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Neue Liebe, 05. In sonniger Ferne...

In sonniger Ferne flog der Traum Von
einem Himmel auf Erden Und schien im
wehenden Blütenflaum Zur Wirklichkeit
in Busch und Baum Rings um uns her zu
werden. Es war e
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In Sturm und Fluthgerolle ...

In Sturm und Fluthgerolle, In Nacht am
Felsen hier Gedenk ich dein, ich
grolle, Ja dir, du Zaubervolle!  
  Ich grolle dir. Du sahest mich
entsagen, D
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Die Götzen

Innen sind die Götzen Nacht, Nacht und
entsetzliches Grausen, Wenn auch
freundlich ihr Antlitz lacht, Und ihre
Priester herrlich schmausen. Vor dem
Lichte haben sie Scheu, Wi
... weiterlesen


Alhamedins Klage

Ins Zelt zu mir in früher
Stunde Blickt noch der Dämm`rung
letzter Stern, Er blickt in meines
Herzens Wunde, Ach du, Geliebte, bist
mir fern! Nicht fern im Raum nur, auch
im Leben,
... weiterlesen


Ein Etwas

Ist`s nur ein Blümchen zwischen
Steinen, Worauf dein Blick mit Freude
ruht, Bei dem du kannst dein Loos
beweinen, Es nährt doch deinen
Lebensmuth: Du kannst noch nicht die
Menschen
... weiterlesen


Ausgrabungen

Ja grabt sie aus, ans Licht empor Die
untergangnen Lichtweltsöhne, Die eine
stumpfe Zeit verlor, Daß unsre jetzt
den Staub bekröne! Zeigt uns der
Leidensreste Spur
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Liebe, 08. Ja, einmal nimmt der Mensch...

Ja, einmal nimmt der Mensch von seinen
Tagen Im voraus schon des Glückes
Zinsen ein, Und spricht: ich will den
Kranz der Freude tragen, Mag, was
darauf folgt, nur noch Asche sein. D
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Jetzt weiß ich auch dein Haus

Jetzt weiß ich auch dein Haus, Jetzt
weiß ich, wo du lebst, Und wo du ein
und aus, Du holde Fremde, gehst. Es
wird zum Heiligthume Das Fenster, wo du
weilst, Wo du mi
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Sei getrost

Junge Seele, sei getrost, Wenn in
frühen Tagen Dich der Lebenssturm
umtost, Und dich heißt
entsagen: Höre, was dein Genius
spricht Dir im Herzensgrunde: Jung
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Lied

Kalt und schneidend Weht der Wind, Und
mein Herz ist bang und
leidend Deinetwegen, schönes
Kind! Deinetwegen, Süße
Macht, Ist mein Tagwerk ohne Segen,
... weiterlesen


Deinetwegen

Kalt und schneidend Weht der Wind, Und
mein Herz ist bang und
leidend Deinetwegen, schönes
Kind! Deinetwegen, Süße
Macht, Ist mein Tagwerk ohne Segen
... weiterlesen


Pausanias und Kleonice

Kalt war die Nacht, Schneeregen
fiel, Er saß am Kolcherstrande, Da
kamen zu ihm die Männer vom
Nil, Thebäer im dunklen Gewande; Sie
warfen in rauchende Pfannen das
Kraut Vo
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Zweifel

Kann zwei Seelen je so ganz Einigen die
höchste Liebe, Daß in ihrem vollen
Glanz Nicht ein Hauch von Schatten
bliebe? Nah am dunklen
Firmament Scheinen sich die sch
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Nächtlicher Ausblick

Kein Lüftchen hör` ich Athem
holen, Matt scheint im
Wolkenviolett Ein Glanz, wie wenn durch
Nachtviolen Der Glühwurm sucht sein
leuchtend Bett. Eines fallenden Sternes
Feuerspur
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Olympia

Kein Staub blieb von der
Frevlerhand, Die auf Olympias
Tempeldächer Geschleudert einst den
Feuerbrand; Die Flamme ward ihr eigner
Rächer. Und nun seit sich dem
Schuttgefild
... weiterlesen


Pompeji (II)

Komm! Auch nur auf eine Stunde, Komm
herauf, versunkne Welt, Aus dem
düstern Säulengrunde, Hier vom
Abendlicht erhellt! Wölbet euch, ihr
Prachtgebäude, Glimm durch Lorbeer
... weiterlesen


Nachtigall

Komm, Nachtigall, schwing dich
hernieder Zum Garten im blühenden
Hag, Komm, liebliche Sängerin,
wieder, Sing deine melodischen
Lieder Hinüber dem scheidenden
Tag. N
... weiterlesen


Lachenden Muthes sind wir geschieden ...

Lachenden Muthes sind wir
geschieden, Ahnten nicht, daß es für
immer war. Werd` ich dich nie mehr
sehen hienieden? Seltsam ist es und
wunderbar! Scherzend den letzten Kuß
dir vom
... weiterlesen


Der junge Invalide

Leb wohl, du guter Reiterdienst, Zu
Fuß muß ich nun wandern! Leb wohl,
mein Rößlein, du gewinnst Zum Reiter
einen Andern. Nimmer führ` ich dich
zum Trank, Nimmer mit dem
... weiterlesen


Neue Liebe, 11. Sommernacht

Leicht und leise nur Schlummert Feld
und Flur, Ahnungsvolle Stille! Schon
den neuen Tag Ruft der
Wachtelschlag, Hell zirpt noch die
Grille. Halb vom Schlaf erwa
... weiterlesen


Manche Literaturgeschichten

Literarhistorien sind Keine Bücher zur
Zerstreuung, Sondern Molochsrachen,
Kind! In beständ`ger
Wiederkäuung. Lessing - (hätt` euch
der erwischt!) Goethe, Schiller
... weiterlesen


Unterschiede

Lobpreisen hört man hier und dort Mit
lautem Ruf und großem Wort, Befehlen
hört man, daß es gellt, Als gält`s
zu retten eine Welt. Es ist ein Lärm,
ein Wichtigthun, Ein
... weiterlesen


Fabeln - III.

Lohn. Gefangen lag in
Eisenschlaufen Der Löwe, diesmal
rettungslos, Das Mäuschen kam
herbeigelaufen, `Ach,`` rief es, `Herr!
die Noth ist groß. Ich kann die
Maschen
... weiterlesen


Rosamunde

Lüfte bewegen kaum     Den
schweren Saum Am Vorhang von Damast Im
dunklen, schweigenden
Palast. `Männer in
Eisentracht     Halten dir
Wacht,
... weiterlesen


Wetterleuchten

Längs der dunklen Berge
fährt Wetterleuchten durch die
Nacht, Ein gezücktes
Racheschwert, Eine stumme
Geisterschlacht. Recht und Freiheit
blühen kaum Auf Momente n
... weiterlesen


Lästerzungen, selbst die frommen ...

Lästerzungen, selbst die
frommen, Stimmen rührend
überein, Wie du herrlich dich
benommen, Alle Schuld trifft mich
allein. Eins nur wird dich still
verklagen, Wenn a
... weiterlesen


Furchtlos

Lösch aus die Trauerkerzen! Die Welt
auf ihrem Gang Fragt nichts nach deinen
Schmerzen Und deinem
Klaggesang! Kämpf`, sagt sie,
kämpfe weiter; Dein letzter Athemzug
... weiterlesen


Madeira

Madeira blaut, vom Ozean
umschrieben, Zuerst entdeckt von einem
Liebespaare, Das Vaterfluch vom
heimischen Altare Auf leichtem Kahn
durchs wilde Meer getrieben. Hier
starben
... weiterlesen


Der Aufbruch der Hunnen

Man sagt, zum Lager des
Nomadenstamms Kam wandernd einst durch
die verbrannten Strecken Ein großer
Hirt im grauen Elenwams. Sein Antlitz
war entstellt von Pockenflecken, Sein
Leib v
... weiterlesen


Die Römerstraße

Man spricht im Dorf noch oft von
ihr, der Alten drauß` im tiefen
Walde, sie zeiget sich noch dort und
hier, am Feldweg und am Saum der
Halde. Sie zieht herauf uns steigt
hin
... weiterlesen


Erste Lieder

Manches Lied von meinem Lieben, Das
hervordrang ungehemmt, Eh` ich`s ganz
noch aufgeschrieben, War`s von Tränen
weggeschwemmt. Manches hab` ich
hingegeben Dem und jen
... weiterlesen


Auf eine Kanone

Mein Blitz und Schall Wirft Schanz` und
Wall. Donner sprech` ich, Mauern
brech` ich, Städte schirm`
ich, Leichen türm` ich, Alles
zerreiß` ich, Kriemhild hei
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Frühlingssegen

Mein Herz, aus goldnen Jugendtagen, Aus
glücklicher Vergangenheit In grünes
Laub ist`s ausgeschlagen, Da lebt`s und
atmet und gedeiht. Die Sehnsucht
aber, die ich hatte,
... weiterlesen


Frau Reineke

Mein Mann ist auf der Vogeljagd, Er
schießt Hühner und Hähne; Er hat
eine Büchs, die nie versagt, Er hat
auch lange, scharfe Zähne. Wo ist
er? Auf der Heide draus,
... weiterlesen


Gold und Eisen

Mit dem zuerst der Mensch ein Bündnis
machte, Das war der Berge starker Sohn,
das Eisen, Das half ihm treu auf Land-
und Wasserreisen Und als er unters Joch
die Tiere brachte.
... weiterlesen


Friedrich und Ezelin

Mit dem zweiten Kaiser Friedrich ritt
dereinst Held Ezelin, Fröhlich ritten
beide Fürsten längs beblümter Au`n
dahin, Und sechshundert Ritter
sprengten im Gefolg des Kaisers
vor, Und mi
... weiterlesen


Bajä

Mit Purpursegeln fliegt nach der Küste
zu Ein reizend Prachtschiff. Ist es ein
Geisterboot Aus einer alten
Heideninsel, Eine der goldenen Gondeln
Nero`s? Nach seiner marmors
... weiterlesen


Die großen Stämme

Mongole, deine Herden sollst du
grasen Im Norden, wo der Steppe Nebel
grauen, Zu Rosse sollst du sein und
Zelte bauen Und oft wie Sturm durch
alle Völker blasen. Zum höchst
... weiterlesen


Bacchus und Semele

Mutter, wo werd ich dich finden? Soll
ich dort dich wiedersehn Bei den
unterirdisch ewig Blinden, Wo Aeonen
wie ein Tag vergehn? Goldne Bänder,
komm ich, goldne Binden Um die
... weiterlesen


Müder glimmt herab und dunkler immer ...

Müder glimmt herab und dunkler
immer, All die Liebe, die ich einst dir
bot, Wie am Fenster einer Kerze
Schimmer, Die der Nachtwind
auszulöschen droht. Rede nicht von
frohem
... weiterlesen


Tag und Nacht

nach der nordischen Sage Wenn Abends
vom glutroten Himmel Der Sonne Roß
heruntersteigt, Der Sohn des Lichts,
der tageshelle Schimmel, Und seinen
Hals, den schön gebognen, n
... weiterlesen


Friedrich der Große

nach der Schlacht bei Torgau. Schon
spät war`s, als von Ziethens
Reitern Gewonnen ward die schwere
Schlacht, Das Dorf war voll von wunden
Streitern Und eisig die Novembernac
... weiterlesen


Abnehmende Tage

Nach langen sonnighellen Wochen Wie hat
es heut mich überrascht, Ich sah das
Sonnlicht wie gebrochen, Schon von der
Dämmrung Flug erhascht! Es lag ein
hold und sanft Vergli
... weiterlesen


Einkehr

Nach langer Irrfahrt kehr ich
wieder Ein Fremdling bei mir selber
ein, Und blick` auf meine Tage
nieder; O Wand`rer, bist du auch noch
dein? Lebt deine Kraft noch
unzersplitt
... weiterlesen


Ball der Armen

Nach Müh` und Noth vereint uns
hier Die Lust zu frohem Tanze, Nur
eine leichte Flitterzier, Ein Blümchen
nur erhaschen wir Vom vollen
Lebenskranze. Vergessen wir den
... weiterlesen


Hüte dich

Nachtigall, hüte dich! Singe nicht so
lieblich! Ach, dein allzuschönes
Singen Wird dich um die Freiheit
bringen. Hüte dich! Schöne Blume,
hüte dich, Blühe
... weiterlesen


Hüte dich!

Nachtigall, hüte dich, Singe nicht so
lieblich! Ach, dein allzuschönes
Singen Wird dich um die Freiheit
bringen. Hüte dich! Schöne Blume,
hüte dich, Blühe
... weiterlesen


Konstantin der Paläologe

Nah bei Sparta`s alten Mauern Ragt ein
Schloß - durchs hohe Thor, Um dem
Schakal aufzulauern, Sprengt ein
Griechenfürst hervor; Als er setzt in
kühnem Ritte Ueber eine tief
... weiterlesen


Nicht immer schließt wie auf der Bühne ...

Nicht immer schließt wie auf der
Bühne Das Schicksal mit vollkommnem
Schluß, Nicht immer findet Schuld die
Sühne, Die Liebe süßen
Todeskuß. Viel öfter wird ein Herz
zersplitt
... weiterlesen


Liebe, 04. Nicht jenes Zaubernetz...

Nicht jenes Zaubernetz, gesponnen Aus
deinem schönen Lockenhaar, Auch nicht
dein leuchtend Augenpaar Hat so mein
Herz für dich gewonnen, Nein, eine
Schönheit höh`rer Art,
... weiterlesen


Frühlied

Nicht mir ein hohes Alter! Nicht mir im
Abendrot Des Lebens letzten
Psalter, Nicht mir den
Greisentod! Die Blume meiner
Freuden War irdisch ja, ich trank Vom
go
... weiterlesen


Nie hab ich von dir gesprochen ...

Nie hab ich von dir gesprochen, Deinen
Namen nie bekannt; Du, die meinen Stolz
gebrochen, Wurdest nie der Welt
genannt. Längst ist jene Zeit
verflossen Deiner ersten
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Nie mit dir in einem Kahn ...

Nie mit dir in einem Kahn, Wie es meine
Wünsche sahn, Sollt` ich durch die
Welle gleiten, Wenn entlang der
feuchten Bahn Sich des Mondes Schimmer
breiten; Nie vor mir im Seew
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Eckernförde

Nie, wenn noch so alt ich werde, Nie
vergess` ich jenen Tag, Jenen Tag von
Eckernförde, Da der Dänenstolz
erlag; Am Gründonnerstag des
Jahrs Achtzehnhundertneunundvierzig w
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Stoßseufzer im April

Nimm vom elenden
Menschengeschlecht Nimm, o Gott, die
Sorgen, Gib uns für Kirchen- und
andres Recht Heitere
Frühlingsmorgen! Nimm uns Krieg und
Weltgeschick, Aber an
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Briefpost

Noch auf der Post in Ruhe
tief Verpackt, und noch nicht
ausgetragen, Liegt wohl versiegelt
jetzt dein Brief Im kleinen Städtchen
auf dem Wagen. Und mit ihm liegt noch
manch`
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Erinnerung an den Süden

Noch im Herbst, wie wart ihr
schön, Blumen über den Ruinen, Wenn
in lichten Ätherhöh`n Früh der erste
Stern erschienen! O wie gerne
stundenlang Weilt` ich bei den
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Kürzeste Nacht

Noch sprüht des längsten Tages warme
Quelle Lebendig fort, es wagen sich
verstohlen Die Träume nur und nur mit
scheuen Sohlen Die Stern` auf dieser
Nacht saphirne Schwelle.
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O laßt uns noch den Glauben an die Herzen

Noch tagt es nicht, noch strahlt das
Licht Des schönsten Traumes durch die
Dämmerungen, Noch hat vom blühenden
Granatbaum nicht Die Nachtigall ihr
letztes Lied gesungen, Noch ist
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Ein Nachruf

Noch um seine Berge, seine
Freuden Schwärmte seine letzte
Lebensgluth, Und zu ihnen aus dem
Leiden     Hob noch im
Verscheiden Sich empor sein letzter
Lebensmuth.
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Nordische Sommernacht

Nordische Sommernacht leuchtet im
Schnee, Leuchtet im flutenden
Hertasee. Rosige Dämmerung, ruhiger
Schein Tropft in die Wellen wie
funkelnder Wein. Zwischen erglüh
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Nun herbstlich von Stürmen es schäumt ...

Nun herbstlich von Stürmen es
schäumt, Und es braust an den felsigen
Küsten, Nun will ich, der lange
gesäumt     Und lange
geträumt, Zur Fahrt in die Berge mich
rüste
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Pompejanische Heminiscenz

Nun ich wieder deine Mauern, Sonniges
Pompeji, seh`, Faßt mich unermeßlich
Trauern, Faßt mich unaussprechlich
Weh. Nicht weil einstmals ein
Zerstören Deine frohen
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Nebeltag

Nun weicht er nicht mehr von der
Erde, Der graue Nebel, unbewegt; Er
deckt das Feld und deckt die Herde, Den
Wald und was im Wald sich regt. Er
fällt des Nachts in schweren
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Perikles

Nur Wen`ge waren noch am Leben Von
seinen Freunden, ihre Schaar Hielt treu
sein Krankenbett umgeben; Und als er
nah dem Sterben war, Gedachten sie der
Schlachttrophäen, Der T
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Hochsommer (II)

O Frühling, holder fahrender
Schüler, Wo zogst du hin? Die Linden
blühn, Die Nächte werden stiller,
schwüler, Und dichter schwillt das
dunkle Grün. Doch ach! die schön
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Hermelin

O Kind des Reichen, dem die Locken Die
Hand der Liebe schmückt und
pflegt, Vor deinem Fenster tanzt in
Flocken Der helle Schnee, vom Sturm
gefegt. Blick nicht so finster! Al
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Liebe, 19. O stumm ist die Ferne...

O stumm ist die Ferne, da dringt Kein
Gruß mehr ans sehnende Herz, Und kein
Gedanke bezwingt Den tödlichen
Schmerz. Kein Händedrücken, kein
Wort Scheucht vor dem h
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Lied auf dem Marsche

O tagesfrühe Wonne! Wie wird dem
Herzen leicht! Wir haben vor der
Sonne Den frischen Wald
erreicht. Marschieren wir am
Morgen, Dann schwinden alle
Sorgen, Und alles Du
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Neue Liebe, 10. Fernsprache

O wie du mir fehlst, Wie ich dich
vermisse! Doch du hellst, beseelst Mir
auch Finsternisse. Wenn du mir
erscheinst, Wir im Traum uns
finden, Hör` ich`s, wie du
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Letzter Gewinn

Ob wir im süßen Müßiggange Die Tage
verlebt, Ob wir in hohem
Drange Geschafft und gestrebt, Ob wir
verträumt die Zeit im Lieben, Oder ob
wir tüchtig geschanzt, Ob
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Oftmals kommt mir auf den Wegen ...

Oftmals kommt mir auf den Wegen, Wo wir
beide sonst gewallt, Eine
tiefverschleierte Gestalt In der
Dunkelheit entgegen. Schatten! möcht`
ich sie wohl fragen, Bist aus Träume
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In Palermos Dom

Orgelklang und Gesang durchwogen Den
Dom und seine Säulenpracht, Die hohe
Wölbung und der Apsis Bogen; Vom Meer
her rollt gewitterschwer die
Nacht. Durch bunte Fenster, dä
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Belagerung von Paris

Paris ist ruhig, nur zuweilen
flackert Ein Blitz auf aus dem
Häuserchaos, nur Ein Glockenschlag
ertönt, und draußen ackert Der
Pflüger die vom Krieg zerstampfte
Flur. Auf
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Gang der Dinge

Reißt hie und da die Lucken Ein Sturm
vom Erdball auf, So sieht man`s bang
sich ducken, Und bei der Blitze
Zucken Ums Dasein das Gerauf. Man
sieht dann in die Kammern
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Seerose

Rote Rosen, stolz und
prächtig, Blühen in der Gärten
Rund, Eine weiße wiegt sich
nächtig, Wurzelnd in der Welle
Grund. Ihre zarten bleichen
Wangen Färbte nie der
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Waldeinsamkeit - I.

Röthlich schimmern durchs
Tannengrün Ragende Stämme der
Föhren; Fern die Berge, die duftigen,
glühn, In den Lüften läßt sich
hören Eines Falken heller Schrei, Und
sum
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Waldeinsamkeit

Rötlich schimmern durchs
Tannengrün Ragende Stämme der
Föhren; Fern die Berge, die duftigen,
glühn, In den Lüften läßt sich
hören Eines Falken heller Schrei, Und
summ
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Unnütze Furcht

Schauderst du, hinabzusteigen Von den
bunten Tagen fort In das niegelöste
Schweigen? Fürcht` es nicht, du bist
schon dort! Alles Große, das wir
ehren, Lebt in jener dunklen
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Brienzer See

Schickt Italiens Sonne Küsse, Schöner
See, zu dir herein? Trauben glühn, es
reifen Nüsse Auf dem schroffen
Felsgestein. Mildes Abendrot mit
Rosen Schmückt der Gle
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Der Kranken Trost

Schlaflos seufzt im Bett der
Kranke, Träge rinnt der Stunden
Lauf, Immer düst`rer drängt
Gedanke An Gedanke sich ihm
auf. Doch die Morgennebel
steigen, Und die Däm
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Alhambra

Schlangen brüten nun und nisten, Wo
beseelt von hohem Mut Rache brütend
allen Christen Einst des Mauren Stirn
geruht. Und wo lieblich wie die
Sonne Sang sein schwarz
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Schneeflocke im Frühling

Schneeflocke, Verirrte von
Gletschersee`n, Du Gespiele des Tanzes
der Eisluftfee`n, Dich brachte noch
spät uns ein Winterorkan Im Frühling
zur Welt, und er trug dich heran Mit
dem
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Weinlied

Schon grüßt ein scharfer Hauch von
Ost Die sternhell frühen Nächte, Da
rauscht und braust der junge Most, Ein
Herold neuer Mächte! Ob Laub an Laub
vom Baume fällt,
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Asträa

Schon hat zu schwer verletzt,
verkannt, Asträa sich von uns
gewandt, O möcht` es ihrem Flug
gefallen, Mit einem Lichtstrahl aus dem
Sternenheer     Uns leuchtend
noch vor
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Die Phantasie vor Gericht

Schon lange war sie sehr
verdächtig, Gekleidet ging sie
wunderprächtig Und schweifte frei
durch Wald und Flur; Man kam ihr
endlich auf die Spur. Sie zogen aus mit
Spieß und Stange
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Proserpina

Schon Lethe, dem düsteren Ufer,
nah Auf Plutos ehernem Wagen, Noch
immer vernahm Proserpina Der Schwestern
nachrufende Klagen. Sie sah hinab zur
dunklen Fluth, Gelehn
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Leuchtturm

Schwarz an die Meerbucht Schleudert der
Südsturm Schäumende Brandung. Hoch
von der Berghöh`n Trotzigem
Felshaupt Flammt wie von
hundert Fackeln der Leuchtturm,
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Liebe, 01. Schwebst du mit den Erosflügeln...

Schwebst du mit den Erosflügeln, Erste
Liebe, noch einmal Von der Jugend
Sonnenhügeln In dies düstre
Todestal? Erste Liebe, du dem
Leben Als der Engel zum Geleit
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Verfall

Schwer ist der Völker Schlaf, wenn
eingeschlafen Fern im Gebirg der Adler
ihrer Taten, Wenn ihre Banner Fremde
niedertraten, Wenn ihre Schiffe ruhn im
seichten Hafen. Auf Tr
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Der Reiter

Schön Sommerzeit war`s, und wie ein
See Der Himmel so blau und so
heiter, Da, vor der französischen
stolzen Armee Blies ein Trompeter, ein
Reiter. Er blies in die Welt den Krieg,
d
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Liebe, 03. Schön, wie auf griechischen Inseln der

Schön, wie auf griechischen Inseln der
Tag, Wäre mit dir mir das Leben, Doch
nur dem Mut, der das Kühnste
vermag, Wird auch die Blüte, die
schönste, gegeben. Mitten im S
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Pfingsten

Schöne Zeit von Himmelfahrt Bis zum
nahen Pfingsten, Wo der Geist sich
offenbart Groß auch im
Geringsten. Glockenklang erschallt
vom Dom, Und zur Lust des Maien
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Die Zigeunerin

Sechzehn Jahr alt ist die
kleine Sittah, die Zigeunerin. Wild
wie sie tanzt keine, keine Schwingt wie
sie das Tamburin. Kauernd an der
alten Mauer Vor des Mohrenkönig
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Vorfrühling

Seelenvoll neigt dämmernd des Himmels
Lichtblau Sich zur Erdnacht nieder im
Blumenkelche, Laub an Laub,
schwerthauende Blätter, wie sie  
  Flüstern im Schlafe!
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Vorfrühling

Seelenvoll neigt dämmernd des Himmels
Lichtblau Sich zur Erdnacht nieder im
Blumenkelche; Laub an Laub,
schwertauende Blätter, wie
sie Flüstern im Schlafe! Will es
Frühli
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Das Halali

Sein Jagdschloß war auf viele Meilen
weit Von Forst umgeben, und er jagte
da Vom ersten Frührot bis zur
Dunkelheit Auf alles, was er leben
sah. Er schoß den Hirsch, das Reh, den
R
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Abendstern-Ghaselen - XI.

Selten sehn, o Glück, in deinem
Reich Selten zwei begünstigt sich
zugleich, Selten, daß gleich hoch zwei
Adler fliegen, Selten zeigt das
Schicksal sich so weich, Daß es hier
nich
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Kleines Glück

Sie geht in aller Frühe, Noch eh die
Dämmrung schwand, Den Weg zur
Tagesmühe Im ärmlichen Gewand. Die
dunklen Nebel feuchten Noch in der
Straße dicht, Sonst sähe
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Kleines Glück

Sie geht in aller Frühe, Noch eh die
Dämm`rung schwand, Den Weg zur
Tagesmühe Im ärmlichen Gewand; Die
dunklen Nebel feuchten Noch in der
Straße dicht, Sonst sähe
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Der Kinder Kreuzfahrt

Sie gingen, Gottes Reich zu erben, Die
zarten Herzen riß der Wahn In Elend
hin und in Verderben, Die Wallfahrt
ging mit Kreuz und Fahn`. Sie hofften,
wie der Ernte Halmen Der
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Eudoxia

Sie saß, gestützt das Haupt auf ihre
Linke, Ins Zimmer brach ein trüber
Sonnenschein. Still traten und
erwartend ihre Winke Mit Brot und
Früchten ihre Diener ein. Doch ob
Granat`
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Neue Liebe, 06. Sinkend schwebt der Mond...

Sinkend schwebt der Mond in
Schleiern Trüber Wolken durch die
Luft, Rosen und Jasminblüt`
feiern Seinen Glanz mit süßem
Duft. Unbegrenzte Wünsche
dehnen Meine Bru
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Abendstern-Ghaselen - VI.

Sitzt ein Vöglein unter meinem Dach, es
singt, Wenn ich Morgens noch so früh
erwach`, es singt, Und am Abend, wenn
die Blumen alle Sich zum Schlummer
legten müd am Bach, es singt,
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Neue Liebe, 03. So fest von Gold umwunden...

So fest von Gold umwunden, Wie dieser
Edelstein, So wollen wir
verbunden Fürs ganze Leben
sein. Denn nicht für Glanz und
Schimmer Hast du mir ihn geschenkt, D
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So lang am Himmel tief verhüllt ...

So lang am Himmel tief verhüllt Die
Zeit des späten Herbstes währte, So
lang blieb auch mein Wunsch
erfüllt, Ich sah dich Süße,
Schmerzverklärte! Nun seit der
Frühlin
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Urania

So sah ich die Hehre scheiden, Daß sie
mich verließ im Glück, Und hinwegging
zu den Leiden - Und nur einmal sah
zurück. Mit halb abgewandtem
Blicke Stund die schö
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Liebe, 06. So selig zu plaudern...

So selig zu plaudern, daß Stunden Wie
Träume vergehn, Wie rasch dann die
Zeit entschwunden, Am Dunkeln der Kerze
nur sehn, Das ist`s, was so traulich
uns macht Die sausende,
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Treuegelöbnis

So soll es sein: Ich lebe dein, Dein
Stab und deine Stütze, Daß
jederzeit In Sturm und Streit Dich
meine Treu` beschütze. In Streit und
Schmerz Ein tr
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Nächtliche Stille

So still ist jetzt die weite Welt! Die
Frucht, die reif vom Baume fällt, Hat
kaum die Ruhe zu stören gewagt, Und
heimlich erst noch angefragt, Ganz
still ist geworden, und selber l
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Liebe, 25. So trostlos muß ich von dir gehn...

So trostlos muß ich von dir gehn? Du
sagtest nicht »auf Wiedersehn!« Ich
fühle mich wie schuldbewußt, Ich
fühl` mich dir so ferne; Die Nacht
ist schwül, wie meine Brus
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Sommer! schwermüthiger Liebe Vertrauter! ...

Sommer! schwermüthiger Liebe
Vertrauter! Wo durch die Schatten dein
Sternlicht geblickt, Weht nun der
Morgen, ein thränenbethauter, Nacht
und Vergessen, das holde, versinkt.
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Lied im Süden

Sonnenuntergang! Lautlos ruhen
Säulengang Und verlassne
Marmorbäder, Wo den stillen Weg
entlang Noch antiker
Wagenräder Furchen trägt der
Lavastein. Rot im Abendsch
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Anmerkungen - II.

Spalten sind im Gletschereise, Schnee
fällt über Nacht, Und bedeckt sie
leicht und leise - Auf den Höhn nimm
dich in Acht! Ich hoffe, meine Hand
ist rein - Ich hab
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Nach Mitternacht

Sprecht, ihr mitternächt`gen
Sterne, Neigt ihr euch zum
Untergang? Weht schon Morgenluft von
ferne? Sinkt der Mond am
Bergabhang? Laßt mich wachen, laßt
mich schauen,
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Späte Liebe

Späte Liebe – glänzt sie nicht, Wie
in Mitternacht ein Licht, Das auf
weites Schneegefild Einsam leuchtet,
still und mild? Man wähnt, man
hofft, Klug zu werden un
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Einsamkeit

Stern und Sternbild funkeln, Schwarze
Wolken ziehn, Tief vereinsamt
dunkeln Mir die Stunden hin. Fernher
schallt ein frohes Fremdes
Glücklichsein; Mich beseelt
... weiterlesen


Einsamkeit

Stern und Sternbild funkeln, Schwarze
Wolken ziehn, Tief vereinsamt
dunkeln Mir die Stunden hin. Fernher
schallt ein frohes Fremdes
Glücklichsein; Mich beseelt
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Herbsttag - II.

Still harren, ihres Schmucks
entkleidet, Die Buchenhöhn der
Abendruh`, Die Wiese liegt schon
abgeweidet, Den Weiher deckt der Nebel
zu. Vor Jahren unter diesen Bäumen
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Bergode

Stille Nacht herrscht feierlich ernst
ringsum noch, Nur der Waldbach braust
im Geklüft hin schäumend, Nur der
Frühwind weht und verheißt des
Morgens Grauende Dämmrung. T
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Freunde

Stoß an, die Freuden hoch, die
reinen, Die unverbittert sind von
Weh, Die lächelnd nur vor uns
erscheinen, Und licht sind wie der
Blüthenschnee! Man kann nur reine
Freuden
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Bemooster

Studenten, wie wir damals waren, Nicht
einen Plaid, ein Ränzchen um, So kamen
wir vor vielen Jahren Zur Musenstadt,
noch ziemlich dumm. Es war ein Tag im
Herbst, wie heute,
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Maja

Süße Täuschung, holder Trug, Immer
hast du mich begleitet, Meinem
Lebensweg genug Freuden und Genuß
bereitet. Nicht der Andern plumpe
Kost Gabst du mir vom Glück der Ding
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Ixion

Tantalus büßt in endloser Qual, Ewig
bietet Prometheus die Wunde Für des
Geiers unersättlich Mahl, Und die
Felsen rüttelnd im
Feuerschlunde Stöhnt der Titanen
Geschlecht.
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Torpedos

Taste der Torpedos Ehre Ja nicht an, du
Menschenkind! Wisse, daß sie unterm
Meere Was zu Land die Minen
sind. Sind sie drum nicht
hochgeborner, Doch es gleicht sich a
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Frühlingsmorgen

Tief im Winter hör` ich`s gerne, Eh`
die Sonn` hervorgewallt, Wie durchs
Dunkel aus der Ferne Eine Morgenglocke
schallt. Im August, wenn Donner
rollen, Freut mich`s w
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Leichenfeier

Traurig mit gesenkten Flügeln Schwebt
der Legionen Aar Von der Tiber dunklen
Hügeln Um den flammenden Altar. Auf
dem Sarg mit Lorbeerzweigen Liegt der
Kaiser bleich und stum
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Bundeswort

Treu dem Geist, den wir
verehren, Wollen wir durchs Leben
gehn, Unsre Brust mit Stolz
bewehren Und Gemeinem
widerstehn. Vor der Dummheit
schnödem Eifer, Wie sie breit
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Urbestimmungen

Tritt ein Volk ein in die
Geschichte, Weise mit Kronen schreiten
voran, Ihrer Führung erstem
Lichte Reihen Zug an Zug sich
an, Immer gedrängter wogt es, je
länger Helden er
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Urbestimmungen

Tritt ein Volk ein in die
Geschichte, Weise mit Kronen schreiten
voran, Ihrer Führung erstem
Lichte Reihen Zug an Zug sich
an, Immer gedrängter wogt es, je
länger Helden er
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Liebe, 14. Tritt her ans Licht der Sterne...

Tritt her ans Licht der Sterne! In
ihrem sanften Licht Erblick` ich gar so
gerne Dein liebes Angesicht. Tritt
her ans Licht der Sterne! Mit ihrem
sanften Licht
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Töchter des Gebirgs

Töchter des Gebirgs, die
braunen Indiermädchen nahn zum
Baden Sich des Stromes
Felsgestaden. Wie sie lauschen, wie sie
staunen Vor den schäumenden
Kaskaden! Ungewoh
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Töchter des Gebirgs

Töchter des Gebirgs, die
braunen Indiermädchen nahn zum
Baden Sich des Stromes
Felsgestaden. Wie sie lauschen, wie sie
staunen Vor den schäumenden
Kaskaden! Ungewoh
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Mond im See

Ueber Höhn, die dunkel
liegen Leuchtend in sein
Geisterreich, Kommt der Mond
heraufgestiegen, Einer Feuerlilie
gleich. Höher schwebend, immer
blasser Wird sein Licht
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Adonisklage

Um den Adonis, um den Attys Weinen die
Jungfrauen und Frauen     Auf
den Auen, Alle wollen ihn noch einmal
schauen, Eh` sie ihn zu Grab
bestatten,     Ihre
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Akelei

Um der Frühlingszeit
Verscheiden, Unter Blumen
mancherlei, Auf den Weiden Blühst du
schön und frank und
frei, Akelei! Sommerschwül ist`s,
und im Walde Hört
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Frühlingsbild

Um die Maiensonne stets Dunkelt noch
ein Wolkensaum, Ueber die Narcisse
weht`s Schneeig her vom
Apfelbaum. Wie so bleich das
Sonnenlicht, Und wie kühl ist noch die
Lu
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Frühlingsbild

Um die Maiensonne stets Dunkelt noch
ein Wolkensaum, Über die Narzisse
weht`s Schneeig her vom
Apfelbaum. Wie so bleich das
Sonnenlicht, Und wie kühl ist noch die
Lu
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Das rothe Kreuz im weißen Felde

Und immer weht sie hoch und weht Die
roth und weiße Fahne, Ein Sternbild,
das nicht untergeht Im wüthendsten
Orkane. Das milde Wort der
Menschlichkeit Strahlt über
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Mahomed

Unter der Platane, Um den Brunnen
ruht Meine Karawane Mit Chadidscha`s
Gut. Die zum Schlafen taugen, Ruhn
vom Zelt bedacht, Aber meine
Augen Öffnete die
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Attilas Schwert

Unterm Eichbaum auf der Heide Liegt ein
Riesenschwert uralt; Oft in seiner
dunklen Scheide Zuckt es durch den
Felsenspalt. Heimlich warten Gnom und
Elfe Wachsam bei de
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Phrygiergesang

Urgöttin des Alls, o vernimm in den
Höh`n Korybantengesang zu der Zimbeln
Getön, In der waldigen Nacht zu der
Ströme Gebraus! O wie sehnt uns nach
dir in die Stürme hinaus, Durc
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Dank im Glücke

Vergiß es, daß du einst im Schoß Der
Armut bist gelegen, Und daß des
Jammers Träne floß In deinen
Morgensegen! Vergiß es, da du
glücklich bist, Wie Träume man am Tag

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Stern und Irrlicht

Vergnüglich flog ein Irrlicht durch die
Moore, Da rief aus Wolkenhöh`n herab
ein Stern: Wer bist du? Welcher Raum
hat dich verloren? Komm doch zu mir
herauf, ich seh` dich gern!
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Jugurtha

Vergnügt durchfuhr den
Tiberstrom, Indem er allen Göttern
dankte, Jugurtha, wieder frei von
Rom, Durch das er jüngst in Ketten
wankte. Er blickt nun mehrmals ohne
Wort
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Die Ausgesöhnten

Verhallend bebten in sich zusammen Die
letzten Harfenklänge durchs Haus, Da
schritten zwei Liebende beim
Flammen Erlöschender Lichter ins
Dunkel hinaus. Sie schritten hinau
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Winter im Gebirg

Verklungen sind die holden
Schwüre, Die hier gar oft der Mond
belauscht, Statt Flüstern vor der
Kammerthüre, Ist`s nur der Brunnen,
der da rauscht. Wo keine Schöne kalt
geblieben
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Winter im Gebirg

Verklungen sind die holden
Schwüre, Die hier gar oft der Mond
belauscht. Statt Flüstern vor der
Kammertüre, Ist`s nur der Brunnen, der
da rauscht. Wo keine Schöne kalt
geblieben,
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Spartacus

Versammelt hielt sein Sklavenheer Der
Thracier Spartacus am Meer, Und auf zum
rauchenden Vesuv Erklang der wilde
Freiheitsruf: Von nun an Männer, nicht
mehr Sklaven Erheben w
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Der Moment

Versprühn in Freudefunken muß Ein
langes Gramgeschick, Zu Grunde gehn im
Vollgenuß Von einem Augenblick. Es
prägt kein Leben seine Spur Der Welt
auf ewig ein,
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Neue Liebe, 07. Verstummt sind nun die Wogen...

Verstummt sind nun die Wogen, Die
lärmend uns getrennt, Die Wolken sind
verzogen, Rein strahlt das
Firmament, Und wie in jenen
Räumen Wird`s hier im Busen
still, Ich
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Antwort

Vertraue! Zürne nicht mit mir! Wie
könnt` ich dich verraten! Was deine
Blicke baten, Erfüll` ich dir. Die
Sehnsucht wogt und stürmt in mir. Ich
hab` im Traum geseh
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Beschränkung

Verödet stehen Prachtbauten,
aufgeführt Von stolzer Prahlsucht,
sobald das Wehen Eines neuen Geistes
die Welt berührt; Es schauen dann wie
stille Klage Aus Saal und glänze
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Liebe, 05. Voll von Gold und edlen Stoffen

Voll von Gold und edlen Stoffen, Von
Juwelen wunderbar Liegt die weite Welt
mir offen, Als ein prächtiger
Bazar. Könnt` ich, was ich wollte,
wählen, Wählt` ich woh
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Frühlingsankunft

Vom Berg herunter saust der Föhn, Die
kalten Lüfte weichen, Er donnert durch
die Alpenhöh`n Und macht die Nächte
wieder schön Und rüttelt aus dem
Schlaf die Eichen.
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Philomache

Vom Gipfel des Berges Sunium Zeigt sich
den Schiffern und Wandrern Ein Tempel
Minervas, ein Heiligthum, Berühmt vor
allen andern. Wer hier vorbeifährt
oder wallt Nac
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Neapel

Vom Golf Neapels bis zur Nordsee
klaffen Die Länder auf in Haß – hie
Ghibellinen, Hie Welfen, hie
Verwüstung und Ruinen! Hie Flammen,
Sturmlauf, Rosse, Banner, Waffen! C
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Abendstern-Ghaselen - IV.

Vom Himmel fallen die Gedanken
nicht, Sie duften aus der Blume Ranken
nicht, Sie quellen auch nicht aus dem
Purpurwein Und aus den Zeiten, die
versanken, nicht; Man schöpft sie aus
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Vermächtniß

Vom letzten Funken Seele vor dem
Sterben Setz ich den Telegraphen ein
als Erben; Und diesen Funken Seele,
dieses Wort, Er leit es rasch zu dir,
Geliebte, fort. Dich l
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Spätherbst

Vom Winter ist der Vortrab schon Im
Sturmschritt angekommen, Der Schnee,
sein Marschall, hat den Thron Der
Felsen eingenommen. Der Nebel ist ins
Feld gerückt Und lage
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Abendstern-Ghaselen - I.

Von dem Flammenmeer umgeben, Das die
Abendgluthen weben, Stern der Liebe,
scheinst du doch! Wie so mild und sanft
daneben Und wie siegreich scheinst du
doch! Wolken seh` ich s
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Ablösung

Von der Metzer Kathedrale
hallte Viermal aus die Thurmuhr.
`Abgelöst!` Abgelöst die Schuld, die
alte - Mächtig Reichsschwert,
deutsches, wieder walte Achtung, wie du
einst sie ein
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Kränze

Von Kränzen, die gewunden In unser
Dasein sind, Sind die einen aus Rosen
gebunden, Die andern aus
Dorngewind. Auf stolzen Locken
blühen Die Rosen voll goldenen Thau`
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Neue Liebe, 04. Von Sehnsucht und von Mitgefühl..

Von Sehnsucht und von Mitgefühl
erfüllt, Wird niemals dich mein Geist
verlassen, Er würde dich auch nacht-
und sturmumhüllt Mit liebender Gewalt
umfassen. Und wärst du noch so f
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Die Seestädte

Vor allen Städten seid ihr
Meeresbräute Die herrlichsten; der
Tiefe Schätze quellen Zu euch empor,
des Glückes Segel schwellen An euren
Strand der fernsten Länder Beute.
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Mittagszauber

Vor Wonne zitternd hat die
Mittagsschwüle Auf Tal und Höh` in
Stille sich gebreitet; Man hört nur,
wie der Specht im Tannicht
scheitet, Und wie durchs Tobel rauscht
die Sägemühle.
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Dunkle Fragen

Vorüber war schon längst die
Stunde, Wo sich der Müde schlafen
legt, Da, fern von jeder frohen
Stunde, Da zechten wir noch
tiefbewegt. Schon wob sich um die
Lichtergarben
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Walpurgisnacht

Walpurgisnacht vorbei! Es stürmt und
wetterleuchtet, Den Einzug hält der
Mai, Von Dämmergrau`n
umfeuchtet. An Felsen
Flutgeroll, Verglimmend
Sterngefunkel, I
... weiterlesen


Walpurgisnacht

Walpurgisnacht vorbei! Es stürmt und
wetterleuchtet, Den Einzug hält der
Mai, Von Dämmergrau`n
umfeuchtet. An Felsen
Fluthgeroll, Verglimmend
Sterngefunkel,
... weiterlesen


Die Schwalbe

Warum, geliebte Schwalbe du, Warum
fliegst du dem schwarzen Süden, Warum
dem Ungewitter zu? Der Sturm wird
deinen Flug ermüden, Der Blitz wirft
dich zur Erde todt, Die Welle
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Was dir gefällt ist schön...

Was dir gefällt ist schön, da du Die
Schönste bist, ich fänd die
Lüge Noch reizend, gern gesteh` ichs
zu - Entlehnte sie von dir die
Züge. Hätt` Undank mich von dir be
... weiterlesen


Prospero

Was edel, groß und hold
erscheint, Kann nicht zum Sieg
gelangen; Umsonst, gefall`ner Engel,
weint Dein Blick voll
Lichtverlangen! Kein Ariel lenkt
unsre Welt, Umjubel
... weiterlesen


Herbst

Was hab` ich nicht alles dem Himmel
verziehn, Nur weil er auf Hügeln die
Rebe läßt blühn! Ich liebe den
Herbst und im ersten Schnee Die Tannen
im Nebel, im Berge den See.
... weiterlesen


Initiale

Was mir gegeben, Die Welt und das
Leben, Segen wie Fluch, Was ich
gefunden, In Schrift und in Buch, Was
ich empfunden, Was mir gelang, That
wie Versuch: W
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Napoleons I. Beisekung

Was sichert ihm wohl tiefern
Frieden: Sankt Helenens
Zypressenlaub? Im stolzen Dom der
Invaliden Der Marmor über seinem
Staub? Ob wohl beim Gruße des
Geschützes Der Weltsta
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Abendstern-Ghaselen - VIII.

Was Unglück scheint, ist oft ein
Heil. Du glaubst zu hassen - und du
liebst. Du glaubst dich frei - im
Gegentheil, Du bist gebannt! Auf andre
schiebst Du gern die Schuld zum größt
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Chor der Achselträger

Was wir schmähten, laßt uns
loben, Was wir lobten, sei
geschmäht, Weil vielleicht der Wind
von oben Anders heut als gestern
weht. Leise, Freunde, leise
treten Ziemt dem Ach
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Aristodemos

Wehvoll sind alle Mythen, Sie bilden
einen Baum Berauschend schöner
Blüthen Mit dunklem Purpursaum, Sie
sind, wie Träume, gaukelnd Und
furchtbar wie die Nacht, Und w
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Weil du mir zu früh entschwunden ...

Weil du mir zu früh
entschwunden, Blieb ein unerfülltes
Glück Ungenoss`ner schöner
Stunden Ruhelos in mir
zurück. Ungeküßte Küsse leben In
getrennten Herzen fo
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Capriwein

Wein von Capri, du Feuerblut, Küssen
möcht` ich deine Trauben, Von der
Geliebten Lippe dich rauben, Küssend
dich rauben, du süße
Gluth! Freudige Sonne, bachantische
Lust
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Philisterium

Weisheit aus den Büchern lesen Kann
man auch nicht immerfort, Was darin
steht, ist gewesen, Nur lebendig wirkt
das Wort. Lass` uns drum nicht länger
harren, Geh` und bring`
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Norne

Weiß es wer, Geheimnißvolle, Was du
Tiefes schaffst und webst? Was du
gräbst in erzne Rolle, Und nach
welchem Ziel du strebst? Alles Große
wird auf Erden Nur durch deinen
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Stiller Schmerz

Wem nach langer Kerkernacht, Wem nach
heißen Fieberwochen Wieder neu das
Leben lacht, Frühlingsfrisch die Pulse
pochen, Selig wie das Sonnenlicht Ist
sein Herz und weiß es
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Arm und elend

Wen trägt man dort so blutig
heraus? Er fiel vom Gerüst am
Herrenhaus. Man legt den Sterbenden
auf sein Stroh, `Wo ist mein Weib,
meine Kinder, wo?` Dein Weib ging
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Arm und elend

Wen trägt man dort so blutig
heraus? Er fiel vom Gerüst am
Herrenhaus. Man legt den Sterbenden
auf sein Stroh: »Wo ist mein Weib,
meine Kinder, wo?« Dein Weib gin
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Einmütig

Wenn auch nur Einer lebt, Der nicht
sich beugt, Mit uns für Wahrheit
zeugt, Wie das erhebt! Wenn nur ein
einz`ger Mann Noch mit uns klagt, Mit
uns des Schweige
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Im Gegensatz

Wenn blutend du dich selbst
bezwungen, Und mit dem Besten deiner
Kraft Den Sieg hast über dich
errungen, Und über Qual und
Leidenschaft, Dann wirst du wohl auch
das ertragen,
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Im Gegensatz

Wenn blutend du dich selbst
bezwungen Und mit dem Besten deiner
Kraft Den Sieg hast über dich
errungen Und über Qual und
Leidenschaft, Dann wirst du wohl auch
das ertragen,
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Wenn das Laub im Sturme nieder ...

Wenn das Laub im Sturme nieder Von der
Mauer Ranken weht, Sieht man mit dem
Stein auch wieder, Was auf ihm
geschrieben steht; Und was mir ins Herz
geschrieben, Immer wird mir`
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Frühlingsanfang

Wenn die Tage länger werden, Wächst
das Herz auch in der Brust; Leichter
wird es dann auf Erden, Alles atmet
Lust. Alles atmet Lust und
Sehnen, Heimlich nur im junge
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Lied (II)

Wenn etwas in dir leise spricht, Daß
dir mein Herz ergeben, So zweifle,
Holde, nicht, Du leuchtest in mein
Leben! Doch nie wirst du von mir
begehrt; Wo schön`re Ster
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Februartag

Wenn mit den ersten Strahlen siegreich
ein Der Tag nun wieder rückt ins Reich
der Erde, So sieht er trauernd sich
noch ganz allein, Und zögert, ob er
weiter dringen werde.
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Liebe, 16. Wenn um die Burgruine...

Wenn um die Burgruine Der Drossel
Schlag verstummt Und nur noch eine
Biene Um ihre Blumen summt, – Wie
streif` ich dann so gerne Durch
Dickicht und Gestein, N
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Friedensbild

Wenn über Eichen Sturm und Donner
schnauben, Singt unter Blumen
ungestört die Grille; Im Bergtal lebt
und webt noch die Idylle, Wenn rings
die Länder Krieg und Pest
durchrauben.
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Die weiße Weihnachtsrose

Wenn über Wege tief beschneit Der
Schlitten lustig rennt, Im Spätjahr in
der Dämmerzeit, Die Wochen im
Advent, Wenn aus dem Schnee das junge
Reh Sich Kräuter sucht und Moo
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Anmerkungen - I.

Wenn zu denken wir beginnen, Scheint
die Welt uns räthselhaft, Wenn wir
aber tiefer sinnen, Ahnen wir was von
der Kraft, Die unendlich wirkt und
schafft. Bitter ist e
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An die Sterne

Wer es nicht wüßt`, Ihr Sterne
dort, Daß ihr auch müßt Vom Dasein
fort! Ihr wandelt hinab Aus Fülle des
Lichts Ins große Grab, Ins ewige
Nichts. Mi
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Andenken

Wer gekränkt ist, liebt zu hassen, Und
ins Unglück ist verliebt, Wer, vom
holden Glück verlassen, Seiner Trauer
sich ergibt. Du liebst in dem
Heiligthume Deiner Tre
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Andenken

Wer gekränkt ist, liebt zu hassen, Und
ins Unglück ist verliebt, Wer, vom
holden Glück verlassen, Seiner Trauer
sich ergibt. Du liebst in dem
Heiligtume Deiner Treu
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Tilly

Wer ist Der dort vor dem Lager, Jenes
steinerne Gesicht, Jener Reiter, hoch
und hager? – Was? Du kennst den Tilly
nicht? Auf dem Hut die rote
Feder Gibt ihm rechten
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Die Natur

Wer kennt denn wirklich die Natur? Wer
Berge sah und blaue Seen? - Wen sie
entzückt, der hat doch nur Ihr Kleid
und nicht sie selbst gesehen, Der kennt
sie, wie das Kind sie kennt,
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Gegenmächte

Wer kühn empor des Lebens Höhen
schreitet, Auf Jeden lauert endlich ein
Bezwinger; Der klarste Geist, der
Wahrheit treuster Jünger Dringt
vorwärts, rastlos, bis er wankt und
gleitet.
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An meine pompejanische Lampe

Werd` ich von dir mich müssen
scheiden, Trauliche Leuchte, holdes
Licht? Wie mild dein Glanz in meine
Leiden Versöhnung bringt und ruhig
spricht: Verzage nicht! Ich
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Scenenwechsel

Wie blickt die Sonne so sanft
herab, Die Kinder spielen im
Grünen, Und draußen sinken ins
blut`ge Grab Die Männer der That, die
kühnen;     So wechseln
ab Der We
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Liebe, 18. Wie blinkte durch die Nacht...

Wie blinkte durch die Nacht Um deinen
Hals gewunden Der goldnen Kette
Pracht! Wie flogen uns die
Stunden! Durch heller Bäume
Glanz Erklang Musik herüber Und g
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Frühlings Abschied

Wie blitzen im Tau die Blumen, Wie hell
die Sonne scheint! Es haben Nachts die
Sterne So goldene Tränen
geweint. Was mochte sie betrüben So
tief und insgeheim?
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Frühlings Abschied

Wie blitzen im Thau die Blumen, Wie
hell die Sonne scheint! Es haben Nachts
die Sterne So goldene Thränen
geweint! Was mochte sie
betrüben, So tief und insgeheim,
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Wie das Leuchten im Juwele...

Wie das Leuchten im Juwele Nicht vom
Tag sein Licht erhält, Aehnlich
strahlt die schöne Seele Nur aus ihrer
eignen Welt. Räthsel bleibt des
Steines Funkeln, Doch wa
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Libelle

Wie die reizende Libelle Ueber Wiese
schwebt und Welle, Schwebt dein Wesen
stets um mich. Hör` ich wo Musik
ertönen, Immer denk ich gleich an
dich, Wie denn auch am tiefsten
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Novemberabend

Wie dort die kahlen Bäume Von
Schneegewand umhüllt, So seh ich meine
Träume, Die schönsten
unerfüllt. Die Wipfel hin und
wieder, Läßt doch der Sturm nicht
ruhn,
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Wie durch die Felder Windeswehen ...

Wie durch die Felder Windeswehen Die
herbstlich rothen Blätter
treibt! Daraus, o Herz, kannst du`s
ersehen, Wie lang dir treu die Liebe
bleibt. Ach wie die Tage sich
verdüstern,
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Zwielicht

Wie düster, wie in Sterbgewanden, Im
Dämmergrau die Berge stehn! So dunkel
sind und unverstanden, Die tiefer als
die Andern sehn. Die Menge fährt nur
hocherschrocken Aus ih
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Abendglühen im Winter - II.

Wie Erinnerung An verblich`ne holde
Träume Glüht noch goldne
Dämmerung Durch entlaubte Bäume; Und
ihr Widerschein Webt, von Frost
umschauert, Dort noch Flammen ein,
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Abendlied

Wie fern vom Land Ein Segel schwand Im
Abendschein, So gehst auch du Bald ein
zur Ruh`, Zur Heimat ein! Wie fern
im Wald Ein Lied verhallt, So wir
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Frühlingsgestirn

Wie flammst du heut so mächtig
wieder, Als zöge dich zur Erde
nieder Die Sehnsucht einer ew`gen
Macht. So herrlich sehn wir dich
entbrennen, Daß wir dich Stern der
Liebe nennen,
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Später Chau

Wie funkelt noch dein Glanz so
schön, Du später Thau, du
Morgenkind, Da schon von Wiesen und von
Höhn Zerflossen all die Perlen
sind. Noch an des Waldes kühlem Saum
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Träumereien

Wie gerne schau ich manche Stunde Zum
Flug der grauen Wolken hin, Die dort
aus einem Rauchfangrunde Ins Reich
empor der Lüfte ziehn. Gar mächtig
ragen zwei Kamine Wi
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Der Tod des Kolumbus

Wie lieblich schien die Sonne! Wie
still ihr Berge war`t! Es war ein Tag
der Wonne, Der Tag der Himmelfahrt. Da
nahm vom Sterbebette Kolumbus` Geist
den Flug Und ließ
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Errungenschaft

Wie manchem Unstern hab` ich Trotz
geboten, Wie viel ging Rauhes über
mich dahin? Viel Hoffnungsreich`re
sanken zu den Todten, Und ich, der für
verloren galt, ich bin. Zerb
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Campagna Roms

Wie mild erleuchtend längs der Ruinen
dort Des Herbstes frühaufstrahlender
Mond erglänzt, In goldnen
Schlummerwellen hinströmt Über den
Hügeln der Öde Roma`s, Der Bäd
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Galileo Galilei

Wie mochte nur ein Geist voll Kraft Mit
feiger Bosheit unterhandeln? Stets wird
sie, was er Gutes schafft, In Waffen
gegen ihn verwandeln. Er hofft mit
Wahrheit und Vernunft
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Feuerwehrlied

Wie vom rüstigen Schmied Durch die
Essen es hallt, Also töne dies
Lied Mit besondrer Gewalt! Wenn die
Sturmglock` dröhnt, Lebt die
Zuversicht, Wo der Hülfru
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Sonnuntergang am See

Wie vor Jahren blick` ich wieder Auf
die braunen Wogen nieder, Wie sie
brandend mich umsprühn. Immer seid ihr
noch die Gleichen, An die Wolken wollt
ihr reichen, Felsen stür
... weiterlesen


Sonnenuntergang am See

Wie vor Jahren blick` ich wieder Auf
die braunen Wogen nieder, Wie sie
brandend mich umsprühn. Immer seid ihr
noch die gleichen, An die Wolken wollt
ihr reichen, Felsen stür
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Ein Alter

Wie weit ich denk` zurück in Jahre, An
diesem stillumhegten Haus Ging stets
ein Mann im Silberhaare, Ging stets ein
Alter ein und aus. Ich sah ihn seine
Bäume pflegen,
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Haideritt

Wie wüthend jagt im Wolkenflug Durchs
Haideland der Sturm, Geängstigt flieht
der Dohlen Zug Zum blitzerhellten
Thurm. Es flammt der Wald in grellem
Schein, Der Fels,
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Die Dogengräber

Wie zum Meeresschoß    
Wolkenlos Lächelt um der Kirche
Stufen     Hellster
Sonnenschein,      
  Fernherein Schallt der
Gondeliere R
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Wieder schritt ich zu der Stätte ...

Wieder schritt ich zu der Stätte Alter
Liebe heut zurück, Ach, als ob das
Haus noch hätte, Was es einst
umschloß - mein Glück. Keine spur
blieb jener Tage - Und w
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Lachenden Mutes

Wieder schritt ich zu der Stätte Alter
Liebe heut zurück, Ach, als ob das
Haus noch hätte, Was es einst
umschloß – mein Glück. Keine Spur
blieb jener Tage – U
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Heimatpfade

Wild umher, gleich im Dickicht
zerstreuten Waldblumen, sind die
Gaben Den Menschen versteckt. Es
deuten, Welchen Pfad wir zu wandeln
haben, Wo der Himmel ein Glück uns
erkor,
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Weinlese (II)

Winzer, schwerbeladne, schütten Ihre
Trauben aus den Bütten, Und wir
stampfen tüchtig ein; Auch ein
Bienchen, mitgefangen, Das am süßen
Saft gehangen, Wird mit eingestamp
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Weinlese

Winzer, schwerbeladne, schütten Ihre
Trauben aus den Bütten, Und wir
stampfen tüchtig ein; Auch ein
Bienchen, mitgefangen, Das am süßen
Saft gehangen, Wird mit eingestamp
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Auf dem Vesuv

Wir hatten uns am Kraterrand Die
Fackeln angezündet Und schwangen nun
in unsrer Hand Die Glut vom
Feuerherde, Der aus dem Grund der
Erde In Flammen sich entschlündet.
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Die Schiffersfrau

Wir sahn dem Schiff am Ufer nach, Bis
Wind die Segel fingen, Bis über die
See das Dunkel brach Und die Augen
übergingen, Dann kehrten wir heim,
allein und zerstreut, Wir Fra
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Ausgleich

Wir tun so manches Böse nicht, Das wir
doch heimlich bei uns nähren, Nur weil
es uns an Mut gebricht, Wenngleich dazu
wir fähig wären. Manch schwer
Gewitter rückt heran
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Erwartung des Weltgerichtes

Wo bleiben nur die Schnitter, wer
keltert all den Wein? Die Ähren auf
den Feldern verglühn im
Sonnenschein, Die Trauben in den
Gärten, die Birnen in dem Laub, Man
pflückt sie nicht, sie
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Beatrice Cenci

Wo bleich das schöne Haupt vom
Hiebe Des Henkers lag im Blut, da
schwang Sich eine Taube hin, die
Liebe, Die nach der Opferstätte
drang, Sie tauchte sanft ins Blut die
Schwinge,
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Liebe, 26. Wo deine Stimme klang...

Wo deine Stimme klang, Wo dein
Gesang Die Nächte mir versüßte, Da
hallt nun bang Mein Seufzen in die
Wüste. Es wächst an jedem Ort Das
Unkraut fort,
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Die Propheten

Wo Geschicke niedertreten, Gönnen
Stimme dem Propheten Strahlen ew`gen
Gnadenborns In den Pausen ihres
Zorns. In dem bangen
Zwischenraume, Zwischen Blitz und
Donnerschlag,
... weiterlesen


Unverloren

Wohl schmückt die reichste
Farbenpracht, Nachtfalter, deine bunten
Schwingen, Doch kannst du vor der
blinden Nacht Den Ruhm der Schönheit
nicht erringen, Und wird es Tag, dann
müd
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Fabeln - II.

Wohlwollen. Ich war ein Wurm und ward
in Staub getreten, Mein ganzes ganz
geheimes Leben lang, Ich hab um Regen
oft die Luft gebeten, Ich wurde nicht
gehört - die Grille san
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Sommerbild

Wolkenloses Himmelblau! - Leuchtend
blühen Wald und Au; Nur die Menschen,
die da wallen, Blicken finster und
bedrückt, Denn der Krieg ob ihnen
Allen Hat die Geißel schon ge
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Liebe, 21. Wütend jagen Sturm und Schlossen...

Wütend jagen Sturm und Schlossen Durch
der Berge Tannennacht, Mühsam mit den
müden Rossen Zieht durchs Tal ein
Wagen sacht. Mit den Nebelwolken
ringend Taucht der b
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Mond im See

Über Höhn, die dunkel
liegen, Leuchtend in sein
Geisterreich Kommt der Mond
heraufgestiegen, Einer Feuerlilie
gleich. Höher schwebend, immer
blasser Wird sein Licht
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Liebe, 22. Zerrisse je das Liebesband...

Zerrisse je das Liebesband, Das unsre
Herzen hält verbunden, Dann bleib`
kein welkes Treuepfand Als Trauerrest
der schönen Stunden; Kein Katafalk,
auf dem noch lang
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Im Schloßgarten

Zierlich aus dem Brunnenbecken Nippt
die Taube perlend Licht, Das umgrünt
von dunklen Hecken Quillt aus einem
Steingesicht, Und des Vogels
Glanzgefieder Spielt der Welle Farb
... weiterlesen


Im Schloßgarten

Zierlich aus dem Brunnenbecken Nippt
die Taube perlend Licht, Das umgrünt
von dunklen Hecken Quillt aus einem
Steingesicht, Und des Vogels
Glanzgefieder Spielt der Welle Farb
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In düstrer Zeit

Zu Boden sinkt von meinen Tagen Die
Lust an allem, Blatt um Blatt. Ich
fühl`s mit Schmerz und mag nicht
klagen, Längst bin ich auch der Klage
satt. Verhüllt nur rollt ein
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Der Taugenichts

Zu einem Bilde von Vautier. `Hier,
Herr Doctor (denn der Schmied Ist auch
Doctor auf dem Lande) Hier seht ihr das
faule Glied Und das Haupt der ganzen
Bande. Gilt es e
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Sympathien

Zu Freunden hat der Dichter Die
Unglücklichen nur, Die Andern sind die
Richter Mit Winkelmaß und
Schnur. Such keinen Freund, sonst
keinen, Als nur den armen Mann,
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An Frau Helena Pettenkofer

Zu ihrem Geburtsfeste Wenn noch ein
Zweig in meinem Leben Noch auf ein
Blühen hoffen läßt, So soll er seine
Zierde geben, Sie zu verweben Zu
dieses Tages Fest.
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Geistersehen

Zu lautes Klagen um die
Toten Verstöre, sagt man, ihre
Ruh. Sie schweben dann wie
Friedensboten Dem Lager der Verlassnen
zu; Und unsrer Tränen
überdrüssig Erschein
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Shakespeare

Zu seiner dreihundertjährigen
Geburtsfeier 1. Zwei Felsen stehn
und werden stehn und ragen, Der Zeit
zum Trotz, und neben der
Geschlechter Und ihres Wegs Umwandlung
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Zur Rückertfeier

Zu »Schwert und Leier« in dem
Sturme, In dem sich Deutschland
aufgerafft, Klang wie des Wächters Ruf
vom Turme Ein Taglied, kühn und
reckenhaft. Das war ein Rütteln an der
Kette
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Prolog

zum Conzerte für ein projektirtes
Schwind-Denkmal. Dich, himmlische
Tonkunst, laden wir ein    
Von Höhn des Gesanges, Geleite den
Reigen melodischen Ganges Und f
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Winterbild

Zum forste geht des Raben Flug, Ein
Fuchs, der auf den Raub sich wagte, Der
kühn sich durch die Hunde
schlug, Erfroren lag er, als es
tagte. Er hatte schon den Wald
erblickt
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Winterbild

Zum Forste geht des Raben Flug. Ein
Fuchs, der auf den Raub sich wagte,
Der kühn sich durch die Hunde
schlug, Erfroren lag er, als es
tagte. Er hatte schon den Wald
erblick
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Mumie

Zum Leichnam sprach der Priester:
Schlafend Leben! Wir hüllen dich in
Bissus ein und Düfte, Und mit dir wird
hinunter in die Grüfte Die Larve und
das Saatenkorn gegeben. Z
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Neue Liebe, 01. Zum zweitenmal...

Zum zweitenmal Steigt dieses Jahr der
Frühling nieder Ins Erdental. Die
Rosen blühn, die Vögel singen
Lieder, Und ich, ach – liebe
wieder, Mit gleicher Lust und gleicher
... weiterlesen


Fest-Prolog

zur Albrecht Dürer-Feier. Im Donner
eines Niagarafalles Ertönt der
Menschenruf wie Geisterlaut, Und in
ereignißreicher Zeit ist
Alles Bedeutungsvoll - da - gleichsam
einge
... weiterlesen


Dem Andenken Platens

Zur Feier der Enthüllung seines
Standbildes Wär`s nicht genug, im
Herzen fortzudauern? Bedürft` er einer
andern Huldigung, Der Genius, als daß
die Besten trauern, Wenn se
... weiterlesen


Der ewige Spieler

Zwei Türme noch, Wall und Graben, So
ragt eine Burg im Forst, Auf ihrer
Zinne haben Die Falken einen
Horst, Und unten auf düstern
Schwellen Der ewige Spieler haust,
... weiterlesen


Judas

`Göttlich bist du, göttlich schön im
Tod,` Sprach Judas Ischarioth, Als er
über Golgatha Seinen Herrn am Kreuze
sah. `Mich,` so rief er aus, `mich
geißelt wund Ac
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Ganymed

`Ich will nicht, Adler, zu den
Sternen!` Rief Ganymed erschreckt
empor, Als unter ihm in bleiche
Fernen, Des Ida Höhe sich
verlor. `Ich will zurück zu meinen
Heerden,
... weiterlesen


Israel

»Erbeb, o Israel, dein Haupt vom
Steine! Dein Tag in Zion wird dir
wieder kommen, Das Schwert wird deiner
Feinde Hand genommen Und wird vom Herrn
gegeben in die deine. Dann,
... weiterlesen