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Gedichte - Hugo Salus

Wiederkunft

        Irgendwo entsteht er
        Auf einem Stern,
        Irgendwoher weht er
        Aus ... weiterlesen


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In ihr empfindsames Stammbuch

    Auf den Altar deiner Liebe
    Laß dir sieben Kerzen stellen,
    Laß sie mild des Lebens trübe
    Nacht mit holdem Schein ... weiterlesen


Damoklinos

    Des Damokles Urenkel, Damoklinos,
Wie schämt er sich der Feigheit seines Ahnen,
Des Schmeichlers Damokles, des Fürstenknechtes,
Der vor den Höflingen zu Tod ... weiterlesen


Der tiefe Traum

    Mir ist ein tiefer Traum geschehn,
Hab` meiner Mutter Antlitz gesehn,
Aber groß und zerwühlt von Furchen und Falten,
Hätt`s können für einen Acker halten.
... weiterlesen


Kaiser Franz Josef

(80. Geburtstag)

Da noch an üppigen Fürstenhöfen heiter
Die Musen lebten, war des Dichters Sang,
Sowie der Dichter, seines Herrn Begleiter;
Des Fürsten Ruhm ... weiterlesen


Die Kreuzigung

(Altdeutscher Meister.)

`Das ist ein Dienst zu schlecht für Straßenräuber!
Ist dies ein Dienst für Söldner? Diesen Chören
Von ekligem Gemauschel zuzuhören,
... weiterlesen


Florenz

(Im Boboligarten)

Im Schatten der Zypresse träumte ich
Und träumte, wie der Garten rings um mich;
Doch träumt` ich keinen Traum, nur Glanz und Duft
Und ... weiterlesen


Italienfahrt

1. Taormina, Teatro Greco

Der Meerbucht sanft geschwungne schöne Linie
Mit weißen Häusern bis herauf besetzt,
Dazwischen prächtig Zeder, Palme, Pinie,
Die jede ... weiterlesen


Der Bürgerssohn

A. D. XXV. p. Chr. n.

Des David, unsres Zimmermalers Sohn,
Und Mirjams Tochter, diese Bettelliese,
Dann Saul, taglöhnernd um geringen Lohn,
Und Japhet, Wächter ... weiterlesen


Der Reimkünstler

A. L. gewidmet.

Im bunten Gauklerkleide
Aus Samt und heller Seide
So tret` ich vor euch hin.
Mit meinem Korb voll Worten
Beweis` ich aller Orten,
... weiterlesen


Mäcenas II

Abend und dunkle Nacht. Ich fahre wieder
Auf meinem Bauernwägelchen nach Haus.
Zerknittert sind die Rollen meiner Lieder,
Mein Herz ist trüb, mein schöner Traum ist aus!
... weiterlesen


Lied des Bruders

Ach, Schwester, gute Schwester du,
Laß doch den armen Augen Ruh`!
Laß doch, du lieb Geschwister mein,
Dein Tränentuch erst trocken sein,
Schau mir nur einmal ins ... weiterlesen


Das Sonett

Achteckig bin ich und ein Marmorbronnen
Und aus gekörntem, reinem, weißem Stein;
Ich freue mich so edler Form zu sein
Und fühle stolz der schönen Maße Wonnen.

... weiterlesen


Der Lebensengel

Allegro, ma non troppo

Einst auf rosaroten Flügeln
Über blumigen Frühlingshügeln
Flog mein Lebensengel hin.
Dieses Gleiten, dieses Schweben,
Lauen ... weiterlesen


Unnaive Legende

Als Atlas müd` geworden war
Und seinen Schultern, mitleidvoll,
Gott Vater - noch ein junger Gott -
Die ungeheure Bürde nahm,
Ging er, ein Mensch und Riese doch
... weiterlesen


Legende

Als Christus nun durchs stolze Hallenthor
Die Stadt verließ und zwischen Feldern ging
Und sinnend wanderte, den Dörfern zu,
Sprach Petrus zu Johannes: `Blick` ihn an!
... weiterlesen


Der seltsame Abend

Als ich abends in meine Stube kam,
Aus den Feldern den Mondschein nach Hause nahm,
Sie hatten mir alle Fenster geschlossen,
Ich aber war ganz von Mondlicht umflossen.

... weiterlesen


Die zwei Menschen

Als ich anfing zu dir zu gehen,
Schienst wenig Schritte vor mir zu stehen,
Ich war jung und leicht mein Gang,
Und du sahst mich mit kühlem Ergötzen
Schritt vor Schritt ... weiterlesen


Der Parnaßgeher

Als ich auf den Parnaß zu gehen
Anfing, hatt` ich mich wohl versehen;
Was uns die Alten an Geist überkommen,
Hatt` ich im Ränzel mitgenommen,
Auf dem Wege an ihren ... weiterlesen


Der Emporkömmling

Als ich mit den Baronen zechte,
Meinen Schuldnern, denn mir gehört
Rings alles Land, dem Sproß der Knechte,
Hei, wie schwelgt` ich bei ihren Gelagen,
Nun hat mein Müh`n ... weiterlesen


Elysischer Empfang

Als nun in dem elysischen Kreis der Dichter
Der Ankömmling der Seligen Blicke mied,
Da fragte ihn der auserwählte Richter:
`Wer bist du? Sprich! Was ist dein Meisterlied?`
... weiterlesen


Gott lächelt

Als nun mein Arm - es war ihm lang verwehrt -
Dich an mich zog, du sahst zu mir empor
Mit Liebesblicken, glück- und glanzverklärt:
Ersah ich durch der Freude Tränenflor
... weiterlesen


Homer

Als vom Leben erlöst, vom irdischen Tode genesen,
Drüben auf blumigem Rain sehend Homeros erwacht,
Wahrlich, ein leuchtender Tag folgte der stygischen Nacht,
Doch vom Grund ... weiterlesen


Kriemhilds Klage

Als wir unter der Linde saßen,
Siegfried, mein Held,
Und die Welt
Und ihre Lust und Leid vergaßen,
Da ließ ein Blatt herniederschweben
Die dunkle, alte Linde:
... weiterlesen


Das Leben

An Arthur Fitger.

Meiner Seele, der mutig ringenden,
Ist die Freude am Leben Gebot.
Mögen die Andern mit mutig klingenden
Rythmen singen den sichelschwingenden
... weiterlesen


Vom dunklen Strand

An den stummen Gestaden der dunklen Unendlichkeit
Schweigen die Stimmen der Welt, schweigt das Brausen der Zeit.
Charon, der ernste, hält sinnend das Ruder bereit.

Früh ... weiterlesen


Mitleid

An der Kirchentür, wo die Bettler stehn,
Da ist mir ein tiefes Leid geschehn,
Das wird mir das Leben verbittern!
Ich gab den Bettlern, wies keinen zurück,
Und fühlte ... weiterlesen


Tote Blätter

An kahlen, schwarzen Ästen in die Luft
Viel trockne, tote Blätter traurig winken,
Milliarden Brüdern grub der Herbst die Gruft,
Sie müssen überwintern, eh sie sinken.
... weiterlesen


Botschaft

An Tagen, da der Schwermut breite Schwingen
Ob meiner Seele eb`nen Planen schweben,
Beugt sich der Stamm des Lebensbaums zur Erde.
Aus solcher Zeit trägt meine Stirne Furchen
... weiterlesen


Neue acherontische Sizilianen

Ankunft im Hades

Charon im Boot, da wir nun scheiden müssen,
Bebt dir mein Herz in tiefem Mitleid zu,
Du ewiger Ferge auf des Hades Flüssen!
Wir flackern noch; ... weiterlesen


Quel giorno...

Arbeiteraufstand, Mord und Überschreitung
Der socialen Schranken; Meuterei
An allen Enden, für den ersten Mai
Weissagt im Leitartikel meine Zeitung.

Das Land ... weiterlesen


Verträumter Großstadtabend

Auch der Großstadt Lärm wird ruhig,
Wenn sich Dämmer auf sie neigen,
Und in ihre dunklen Gassen
Tritt der Abend; vor den Toren
Wiesenschlaf und Felderschweigen.
... weiterlesen


Zwei Töne

Auf dem braunen Zweig des kahlen Baumes,
Der mein Fenster streift, sitzt nun ein Vogel
Jeden Früh.
Er ist jung und übt mit großem Eifer
Eine neue, aber gar nicht ... weiterlesen


Lenz-Ahnung

Auf dem Rasen fängt der Frühling schon an,
Wie von blitzenden Splittern glitzert die Erde,
Und über die Schollen der Bauersmann
Treibt wie trunken die dampfenden Pferde.
... weiterlesen


Pan

Auf dem weichen, grünen Rasen
Lieg` ich, als ein Hirt verkleidet,
Um mein seltsam Flötenblasen
Werd` ich ringsum arg beneidet;
Eine kommt schon, der die Töne
... weiterlesen


Präludium

Auf den Wegen meiner Seele, Mädchen,
Wandelst du auf zartgelenkigen Füßchen,
Wie auf wohlvertrauten Gartenpfaden;
Deinem Fingerchen, du kaum Erblühte,
Wich der strenge ... weiterlesen


Der freie Psalm

Auf eine ragende Höhe, dem Himmel nah,
Daß ich fast wie ein Gott die Erde da drunten sah,
Riß mich ein klarer Traum, ein Schöpfer und Deuter, empor.
Da brauste empor an mein ... weiterlesen


Der Säulenheilige

Auf hoher Säule regungslos, verzückt
Steht Abu, ausgedorrt vom Sonnenbrand,
Zum Himmel weist die holzgewordne Hand,
Indes sich tief ins Fleisch die andre drückt;

... weiterlesen


Conrad Ferdinand Meyer

Auf meinem Schreibtisch ein Vierteljahrhundert,
Stets gleich geliebt, stets wärmer bewundert,
Liegen in ihrem braunen Gewand
Die `Gedichte` von Conrad Ferdinand.
Du mein ... weiterlesen


Stillleben

Auf meinem Schreibtisch kunterbunt
Liegt Wissenschaft und Dichtung,
Der letzte mikroskopische Fund,
Gedichte jüngster Richtung.

Aus diesem Chaos stimmungsvoll
... weiterlesen


Prolog

Aus der Sprache sprödem Marmor
Form` ich lyrische Statuetten,
Hüte mich vor groben Ecken,
Mehr noch - vor zu weichen Glätten.

Und die Reihe der Figuren
... weiterlesen


Lieder aus Italien

Aus hesperischen Gefilden
Bringst du einen bunten Strauß
Von entzückenden Gebilden
Reifgewordner Kunst nach Haus.

Durch der Liederzeilen Gitter
Lacht des ... weiterlesen


Mäcenas I

Aus meinem Dorfe in den Bergen droben
Fuhr ich auf meinem Wägelchen zu Thal.
Magst du, Horaz, das Bauerndasein loben:
Leb es wie ich, es wird dir bald zur Qual!
Das Herz ... weiterlesen


Unendlichkeit

Aus seinem Sterngewimmel,
Seinem Trabantenchor
Am feierlichen Himmel,
Steht groß der Mond empor.

Verwundert und erschüttert
Staun` ich empor vom ... weiterlesen


Das Spiegelbild

Bedeutsam floß ein flimmernd klares, mildes
Mondlicht ins Zimmer, kühl und dennoch zart,
Da ward der Anblick meines Spiegelbildes
Mir ein Erlebnis von besondrer Art:

... weiterlesen


Blumen

Bei meinen Eltern, wohin man sieht,
Duftet`s von Blumen, grünt und blüht:
Von allen Fenstern, von allen Tischen,
Aus allen Ecken, von allen Nischen
Leuchtet`s von ... weiterlesen


Almfrieden

Bergsteiger Wald klimmt steil hinaus zum Gipfel,
Dort wird die Alp zur Alm im Sonnenschein;
Das Wiesengras grüßt neidlos rings die Wipfel,
Glaubt himmelsnäher als der Wald zu ... weiterlesen


Traumglück

Bin ich so seligkeitverwirrt,
Hat sich mein trunkner Geist geirrt,
Darf ich`s den Ohren glauben?
Sie stand so märchenschön vor mir
Und sprach: `Mir träumte heut von ... weiterlesen


Wiegenspruch

Bin keine überkluge Frau,
Doch weiß ich Bescheid auf Erden:
Bub, du sollst jemand werden!
Drum mach die Augen auf und schau!

Willst du zum Herren taugen,
... weiterlesen


Holländische Landschaft

Bis an den runden Himmelsrand ringsum
Grün-grünes Land; kaum kann`s der Blick umwandern!
Und tausend Rinder stehn und kauen stumm
Und würdevoll und gönnen`s auch den ... weiterlesen


Dein Herbst

Blumen, die im Herbst erblühn,
Haben etwas wehmutbanges,
Wie beim Abendsonnenglühn
Echo fernen Glockenklanges,

Solche Blumen bring` ich heut,
Solche ... weiterlesen


Vor der Schlacht

Blutig im Osten die Wolken erglimmen;
Eh` die Sonne heut versinkt,
Die so siegreich herüberwinkt,
Wird das Feld im Blute schwimmen.

Dort auf dem Bergkamm durch ... weiterlesen


Talmudische Legende

Chanina und Hosaja, kleine Schuster
Im Lande Israel, ihr Leben lang
In einer Buhlergasse saßen sie,
In einer dunklen, engen Buhlergasse,
Und machten Schuhe für die ... weiterlesen


Christabend

Christabend wars. Ich träumte durch die Gassen,
Vom Weihnachtsglanz mein Herz durchglühn zu lassen.
Mein Herz war fromm, als ob durch jede Flocke
Das Bluten einer wunden Seele ... weiterlesen


Der Verschmähte

Da hab` ich mit meinem Herzen
Gesprochen so sanft und lind
Und hab` ihm besprochen die Schmerzen,
Wie einem kranken Kind:

`So sei doch nicht gar so bescheiden,
... weiterlesen


Weihnacht

Da hob sich voll der Klang der Weihnachtsglocken.
Zu meinem Lager, drauf ich matt und krank
Und einsam siechte, drang ihr Friedensklang;
Ich wachte auf, erregt und süß ... weiterlesen


Böhmischer Bauernkrieg

Da ist es den Bauern zu dumm geworden,
Da zogen die wilden brüllenden Horden
Durchs herbstliche Land mit Sengen und Morden.

`Ihr habt uns geschunden, ihr Fürsten und ... weiterlesen


Der Abendreigen

Da nun der Tag in die Weiten ging,
Und ein milder Abend sie umfing,
Und rot die Häupter der Berge erglühten,
Und die ersten Sternlein am Himmel erblühten:
Da war den ... weiterlesen


Hütten

Da stehn ein paar Hütten und Scheuern beisammen,
Die aus urdenklichen Zeiten stammen,
Mit Dächern, stroh- und moosbedeckt,
Darüber die Linde die Äste streckt,
Inmitten ... weiterlesen


Grünes Tal

Das breite Tal zu unsres Klosters Füßen,
Es ist ein Glück, in dieses Grün zu sehn,
Die Auen, die von Grün schier überfließen,
Dazwischen dichtbelaubte Bäume stehn.
... weiterlesen


Deutsch-böhmisches Weihnachtslied

Das Christkind - redet uns das nur nicht ein!
In Bethlehem soll es geboren sein?
Irgendwo unten im Morgenland
In ewigem Sommer und Sonnenbrand?
Wie kann denn das sein!
... weiterlesen


Das Klare Antlitz

Das ist das Antlitz: zur reinen Seele.
Es sagt nicht: erratet, was ich verhehle.
Es sagt nur: hier wohnt eine reine Seele.

Die Augen sprechen: wir wollen nur sehen,
... weiterlesen


Im Reisewagen

Das ist die Pflicht: mit diesem fremden Mann
- Wir haben uns fürwahr nicht viel zu sagen -
Zwingt mich des grauen Werkeltages Bann
Für einen ganzen Tag in einen Wagen.
... weiterlesen


Das verspätete Echo

Das kleine Wörtlein, das ich erfleht,
Eh` daß ich ging zu wandern,
Sagst du mir heut`, ein Jahr zu spät.
Nun ist`s ein Wort, wie die andern.

Ich schau` es an, ... weiterlesen


Lotte

Das macht mir deine Eltern lieb und wert,
Daß sie den Namen Lotte dir gegeben,
Den teuren Namen, der die Geber ehrt
Und der verpflichtet für das ganze Leben.

... weiterlesen


Das Märchen vom Glück

Das Märchen vom Glück, das ich euch sag`,
Dauert gerad` einen Herzensschlag;
Dürft drum mein Märchen nicht töricht schelten,
So tief ihr`s faßt, so tief wird`s euch ... weiterlesen


Junge Witwe

Das Schicksal hat ihr zertrümmert,
Was ihr das Liebste war;
Sie hat nicht geschrien und gewimmert
Und nicht gerauft das Haar,
Nein, sie ist hart geworden.

... weiterlesen


Der Freundschaftsaltar

Das Schicksal will nicht, daß die Maid,
Die dir ergeben ist für`s Leben,
Zur Gattin sei von dir gefreit;
Du sollst den Liebesschatz nicht heben.

Und in dem ... weiterlesen


Vorherbst

Das sind jetzt köstliche Vorherbsttage,
Daß mir mein Herz fast Sorgen macht!
Es geht gar nicht mehr im richtigen Schlage,
Es hüpft nur und springt in der Brust und lacht!
... weiterlesen


Morgenregen

Das war ein Guß! Noch trommelts mir im Ohr!
Aus tiefem Schlummer bin ich aufgewacht.
Da tritt die Sonne aus dem Wolkenthor:
Verklärung rings. Sie dankt und grüßt und ... weiterlesen


Helles Zimmer

Das Zimmer flimmert hell im Sonnenschein:
Und Gläser, Rahmen, Klinken, Lampen, Spangen,
Ein jedes hat sein Sönnlein eingefangen
Und prahlt mit seinem Licht ins Licht hinein.
... weiterlesen


Vorlesung

Das Zimmer war voll Dämmerdufts gewesen,
Da hat der Dichter Verse vorgelesen.

Nun schwieg er still. Der Greis sprach in das Schweigen:
`Viel tiefer Sinn ist deinen ... weiterlesen


Prager Elegien II

Daure, mein tönendes Lied, daure in Ewigkeit;
Meiner Seele Gefäß, nein, meine Seele du,
Wirst du unsterblich sein, weil sie unsterblich ist!
Ach, ein rauherer Sturm mag dich ... weiterlesen


Angelika

Dein Name, hold wie Engelharfenklang,
Angelika, entschlief mit meinen Lippen.
Angelika! Ich weiß, sie lächelten
Noch, da im Schlummer schon mein Sehnen schmolz,
Weil ... weiterlesen


Der Sommerhut

Dein Sommerhut, Liebchen, gefällt mir gut,
Es ist ein richtiger Mädchenhut,
Der mit dem gelben, breiten Rand
Dein Haupt, wie ein Heiligenschein, umspannt.

Aber ... weiterlesen


Die traurigen Augen

Deine Augen sind so traurig, Mädchen,
Wie das Heideland, das dich geboren.
Weint der Wind nicht, wenn er drüber säuselt?
Schluchzt nicht auch der Bach an seine Ufer,
... weiterlesen


Ragusaner Klosterkreuzgang

Den Franziskanerkreuzgang in Ragusa,
Ein Wunderwerk von zierer Säulenkunst,
Sprengt fast die Üppigkeit des Klostergartens
Die Palmen und Agaven und Zypressen,
Die ... weiterlesen


Ins offene Grab

Den ich so lieb wie meine Seele hab`,
Was wünsch` ich dir, da wir dein Grab umstehen,
Was wünsch` ich dir ins langersehnte Grab?
Der Priester spricht: `Ein fröhlich ... weiterlesen


Der Blick

Den sie schon ausgesandt nach mir, den Blick,
Der mir ein Glück verheißen wollt`, den Blick,
Den ich ersehnte, wie den ersten Blick
Der Blindgewesene, Genesene: den Blick
... weiterlesen


Madonna

Den Säugling ihrer Schwester hielt mein Mädchen,
Als wären ihre Mutterfreuden echt,
In ihren zärtlichen, besorgten Armen.
Ihr großes Auge war so voll der Liebe,
Und ... weiterlesen


Von Kindern

Denk ich daran, wie wir Kleinstadtknaben
Einst in der Freiheit geplätschert haben,
Glücklich uns tummelnd, wie junge Füllen,
Dank ich den Eltern noch jetzt im Stillen
... weiterlesen


Die Ähren

Der Abend war selbst wie ein Wunder der Liebe,
Sie gingen umschlungen und stumm vor Liebe
Aus den Feldern dem träumenden Dorfe zu.

Sie lehnte sich wärmer an ihn. Sie ... weiterlesen


Kammermusik

Der Apotheker, der Kaufmann, der Arzt und der Richter,
Es sind immer wieder dieselben Gesichter;
So eine Kleinstadt, es ist ein Graus,
Gott gebe, ich wäre schon wieder ... weiterlesen


Baumblüte

Der Eilzug rollt durch das blühende Elbtal.
Apfelblüte. Duft, Duft bis in den Wagen.
Mir ist, tausend weißrosa Schmetterlinge
Haben sich draußen auf die Zweige gesetzt;
... weiterlesen


Helgoland

Der harte Seewind gerbt mir Stirn und Wange
Und färbt sie braun. Die Ärmel hochgeschürzt,
Helf ich dem Seemann an der Ruderstange,
Des Meeres Odem schlürfend, ... weiterlesen


Sommerhimmel

Der Himmel war heut morgen wie ein Märchen blau,
Kein schönres Dach kann über sich dein Diesseits wollen;
Und ist doch jetzt am Abend farblos, nüchtern grau
Wie eines frisch ... weiterlesen


Vom hohen Rabbi Löw

Der hohe Rabbi Löw in Prag kann mehr als beten,
Kann Geister beschwören und aus Lehm feste Burschen kneten,
Und legt er der Puppe das Pergament auf die Zunge
Mit dem ... weiterlesen


Palladium

Der Jüngling kommt zum Greis: `Du edler Meister,
Du Abgeklärter an der Weisheit Quell`,
Lehr` mich das Bannwort gegen böse Geister,
Daß ich`s als Schutz vor meine Zukunft ... weiterlesen


Venezianischer Mittag

Der Markusplatz ist ganz weiß von glühendem Sonnenschein;
Ich sitze schläfrig und träumend unter den schattigen Lauben;
Die Flaggen schlafen am Mast. Wo mögen nur jetzt die ... weiterlesen


Zärtlicher Trug

Der Mond goß nieder auf das schwüle Land
Die vollen Schalen seiner Zärtlichkeit;
Weiß lag der Garten und empfangbereit,
Und meine Seele war ihm ganz verwandt.

... weiterlesen


Der Page

Der Page war schon alt genung,
Nur in der Liebe war er jung,
Jung, jung und dumm.
`Ach, wär` ich nur ein bißchen kühn,
Wenn ihre Augen auf mir glühn!
Ach Gott, ... weiterlesen


Lied des deutschböhmischen Mädchens

Der Pawel von den Böhmischen drüben,
Ich kann mir nicht helfen, ich mag ihn nicht.
Er sagt mir und klagt mir, ich müsse ihn lieben,
Und nennt mich `mein Täubchen` und ... weiterlesen


Der Flötenspieler

Der Schatten einer Wolke deckt das Thal,
Verwelktes Gras lechzt auf der trocknen Erde,
Noch krank vom glühend heißen Sonnenstrahl,
Müd` kreist der Hund um die erschöpfte ... weiterlesen


Wehmut

Des Altans dunkle Nische
Ward meines Leids Asyl.
Im Garten an dem Tische
Lehnt stumm mein Saitenspiel.

Mich hat ein Weh getroffen,
Daß ich ganz trostlos ... weiterlesen


Der Jenseitstraum des Blinden

Des Blinden Augen werden hell und klar,
Wenn er vom Jenseits spricht, vom Paradies,
Das nach dem Tode sicher ihn erwartet.
Doch schwärmt er nicht davon, daß er dort sehn ... weiterlesen


Winterfalter

Des Spätherbsts kahle Äste, Baum für Baum,
Sie starren fröstelnd in die grauen Lüfte
Und sind versenkt in ihren Sommertraum
Der grünen Blätter, Sonne, Glanz und Düfte.
... weiterlesen


Bauernblumen

Die Bauernhäuser meiner Heimat, die lieb` ich sehr;
Da gibt`s kein Haus, das ohne Blumen wär`:
Die Reichen, die haben einen richtigen Garten.
Was blüht darin? Fast immer die ... weiterlesen


Der Mantel

Die Dame, der ich dienen möcht`,
Möcht` dienen als ihr freier Knecht,
Wär` ich nicht so gering und schlecht,
Trägt einen Sammetmantel.

Der Sammet ist wie Blut ... weiterlesen


Der Meister

Die Jünger sprachen also: `Hoher Meister,
Du sprichst uns stets von unsres Volkes Geist,
Der zukunftssicher uns die Wege weist;
Wir aber sehn ringsum nur kleine Geister!
... weiterlesen


Preisausschreibung

Die Königin von Samarkand
Hat mich zum Haushofdichter ernannt,
Ich muß, als einzige meiner Pflichten,
Alljährlich dafür ein Rhadowar dichten,
Das ist: ein ... weiterlesen


Das traurige Echo

Die meine Seele in Banden hält,
Ist treu, - treu einem andern.
Was wäre denn so weit die Welt,
Als recht darin zu wandern!

Was wäre denn die Luft so klar?
... weiterlesen


Die trauernden Mädchen

Die Mädchen dieser Stadt, so schön sie sind,
Sie haben alle einen Zug im Antlitz,
Als wären sie entsetzt, gequält von Angst.
Es liegt gleich einem Bann auf den Gesichtern,
... weiterlesen


An die Schönheit

Die Mädchen waren so berauscht vom Abend
Und ihre Seelen so getränkt vom Mondlicht,
Das durch der Bäume Blätter niederfloß,
Und so dryadenhaft ihr Waldverstehen,
Daß ... weiterlesen


Die Teppichklopferinnen

Die Mägde klopfen Teppiche im Hofe,
Fünf stramme Mägde aus dem Vorderhaus;
Selbst aus dem ersten Stock die Kammerzofe
Zog heut dazu ihr enges Mieder aus.

Ich ... weiterlesen


Stille der Nacht

Die Nacht hat tausend Ohren
Und allen sage ich,
Ganz in die Nacht verloren:
`O Liebste, liebst du mich?`
Die Nacht hat tausend Ohren.

Du Nacht, du ... weiterlesen


Altmodisches Frühlingslied

Die Sonne lacht und es blitzt der Tau,
Und fröhliche Vögel schwingen
Sich jubelnd empor ins selige Blau;
Und mir ist, ich muß dir, du vielliebe Frau,
Ein altmodisch ... weiterlesen


Erkannte Seele

Die tiefsten Lieder, die gelingen,
Halten ein Spieglein in der Hand,
Drein ist mit ihren bunten Schwingen
Des Dichters scheue Seele gebannt.

Die siehst du drin ... weiterlesen


Birke im Winter

Die weiße Birke, heute früh
Ist sie aus ihrem Traum erwacht,
Sie schaut an sich herab und lacht;
So weiß wie heut war sie noch nie.

Doch nicht nur sie, sie ... weiterlesen


Helios

Die weiße Straße in das Alpendorf
Vom Passe nieder vor zwei wuchtigen Braunen,
Aus deren Fell die Sonne Schilder schweißt,
Stürmt offnen Hemds der schlanke, braune Knecht.
... weiterlesen


Rosenblätter

Dies Büchlein sandt` ich ihr ins Haus,
Ihr Segen bring` den Liedern Glück.
Nun giebt sie lächelnd mir`s zurück:
Da duftet`s wie ein Rosenstrauß.

Auf jede ... weiterlesen


Glocke und Tal

Dies grüne, schmale Tal entlang
Schallt heute voller Glockenklang.
Hätt` diese Stimme, stark und laut,
Dem Kirchleinturm nicht zugetraut.

Die Glocke sagt mir: ... weiterlesen


Das Alpenkirchlein

Dies Hochtalkirchlein steht aus einem Felsenblock,
Der hart und schwarz sich hebt aus grüner Alpenflur
Und den von des Gebirgs gewaltigem Quadernstock
Einst abgesprengt die ... weiterlesen


Der Marmorblock

Dies ist der Marmorblock, den ich ersehnt,
Als ich noch schönheitsdürstend trunken war,
Als noch Apoll, ans Saitenspiel gelehnt,
Nach Leben schrie. Ach, es sind viele Jahr`!
... weiterlesen


Vorstadtplätzchen

Dies Viertel der Stadt scheint ganz menschenverlassen.
Ganz winklig und eng manche hundert Jahr
liegt hier der Knäuel der Gäßchen und Gassen,
wie`s schon zu Urvaters Zeiten ... weiterlesen


Die bleichen Hände

Diese Hände, diese bleichen, schlanken,
Diese Finger, diese schmalen, kalten,
Die sich schmerzlich in einander falten,
O, ich fühl`s, daß sie am Leben kranken!

... weiterlesen


Genesung

Diese Nacht, nach manchem Leidenstag,
Fühl` ich mich so wohl und so genesen,
Daß ich, glücklich, gar nicht schlafen mag.

Dort beim friedlich milden Kerzenlicht
... weiterlesen


Wiegensegen

Diesen harten Wiegensegen
Sprech` ich über dich, mein Junge,
Sprech` ihn mit bewußter Zunge!
Ich bin nicht so weich gelegen:

Ach und bin doch weich geraten,
... weiterlesen


Das Frühlingslied

Dieses Frühlingsliedchen hier,
Junge Dichter, glaubt es mir,
Ist es auch an Wuchs ein Zwergchen,
Dennoch künd` ich euch mein Glück:
Dieses ist mein Meisterstück
... weiterlesen


Blasses Mädchenangesicht

Du blasses, schmales Mädchengesicht,
Glaub meinen schmeichelnden Worten nicht,
Ich warne dich! Ich warne dich!

Kann so süßen Gesichtern nicht widerstehn,
Fühl` ... weiterlesen


Das Lied des Blutes

Du Bruder im Dunkel, was drängt mich zu dir
Und drängt auch dich, ich fühl` es, zu mir?
Du kennst mich nicht und ich kenn` dich nicht,
Doch etwas in unseren Herzen spricht:
... weiterlesen


Leda

Du großer Meister, sei bedankt!
Dies Bild aus deinem Pinsel,
Das laut der Menge Neid umzankt,
Mir wird`s zur Rettungsinsel.
Als Siebzigjähriger stellst du dar,
... weiterlesen


Gang durch die Mondnacht

Du hast die Wunder einer Sommernacht
Noch nie mit gläubigem Herzen durchgenossen?
So folge mir! Heut` fühlst du ihre Macht.
Reich` mir die Hand; heut` ist die ganze Pracht
... weiterlesen


Sankt Florian

Du heiliger Sankt Florian,
Nimm du dich meines Herzens an!
Noch lodert`s nicht in hellem Brand;
Du hast das Kännlein in der Hand,
Gieß deine kalten Fluten
... weiterlesen


Genesene Ophelia

Du klare, alabasterweiße Stirne,
Darauf der Abglanz aller Keuschheit thront,
- Gleichwie im Diadem der Nacht der Mond -
Heut` bist du wieder rein, wie Eis der Firne.

... weiterlesen


Nach Fiebernächten

Du liebes, liebes Vöglein du,
Heut` hör` ich gern deinem Singen zu,
Es klingt, von Träumen und Sehnsucht schwer,
Von drüben vom Pfarrhausgarten her.

Im Fieber, ... weiterlesen


Konzert

Du saßest lauschend und das Lied verklang;
Doch bebte noch die Luft von seiner Macht.
Mein Blick lag heiß auf dir und sehnsuchtsbang;
Da bist du von der Glut des Blicks ... weiterlesen


Vereinsamter Wanderer

Du warst mein Glück, da du zu mir getreten,
Als Schutz vor Bösem fühlt` ich deine Näh`,
Und jeden Morgen hab` ich dich gebeten:
Behüt` mich, daß ich keinen Abweg geh`!
... weiterlesen


Mein Liebeslied

Du wunderschönes Mädchen,
Seit ich dich hab` gesehn,
Sehn` ich mich heiß nach einem Lied,
Drin meine ganze Sehnsucht
Im Wort soll auferstehn.

Es ist mir ... weiterlesen


Traurige Lenzfahrt

Dumpfdonnernder Wagen!
Ich fahre durch den Frühlingsglanz nach Hause,
Um meiner Sterbenden Ade zu sagen.

Tiefdunkelnde Tannen!
Ihr deckt die Hänge längs dem ... weiterlesen


Alte Hauptstadt

Durch diese alten Gassen wallt die Zeit
Vielhundert Jahre, Ernst im Angesichte,
Und war zumeist grau und Alltäglichkeit
Und war doch manchesmal auch Weltgeschichte.

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Begegnung

Durchs Dunkel schwebend trifft der Morgenwind
Den heimwärts strebenden, den Abendwind.
Der junge grüßt und ruft erstaunt den alten:
`Wie Segel blähn sich deines Mantels ... weiterlesen


Morgendüfte

Durchs offene Fenster ins Schlafkämmerlein
Wallen mir Morgenlüfte,
Geschwängert mit allerhand Spezerei´n,
Kräftige Frühmorgendüfte.

Sie kommen wer weiß ... weiterlesen


Maria auf Wolken

Ein Bildhauer hat auf der Brücke in Prag
Maria auf Wolken ein Denkmal gegeben,
Den Sockel - ob sie ihms danken mag? -
Läßt er von Amoretten umschweben.

Ich ... weiterlesen


Frühlingsfeier

Ein Blütenzweig, blaßrosa, weiß und grün,
Die Welt hat tausend solcher Blütenäste,
Da darf der eine auch für uns erblühn
Und darf verblühn bei unserm Liebesfeste.
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Einsames Dorf

Ein einsam Dorf mitten im Wald.
Im Rauschen der dunklen Tannen verhallt
Das Lärmen der Welt.
Die weißen Häuser leuchten im Sonnenschein,
Der Himmel ist blau und die ... weiterlesen


Cinquecento

Ein Freudentag! Cellinis Guß gelang!
Nun strömt Florenz, der Fürst voran, herbei,
Die Werkstatt hallt von Jubel und Geschrei;
Und Flaggen, Blumen, Kränze und Gesang.
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Liedchen

Ein ganz kleines Frühlingsliedchen
Treibt mir immer mit dem Blut,
Wie ein fortgerißnes Blütchen
Schaukelt auf des Wildbachs Flut.

Oft schon sank es wirbelnd ... weiterlesen


Geld

Ein Geldschein kam in meine Hand,
Von einem Mädchen auf den Rand
Stand hingeschrieben schicksalsschwer:
Für dich gab ich die Unschuld her.

Wer`s auch geschrieben ... weiterlesen


Das Pfeifchen

Ein heißer Sommertag; der Himmel blau,
Das Schulgemach voll goldner Sonnenstrahlen;
Ich träum` vom kühlen Bach, von Wald und Au`
Und schreib` dabei mechanisch meine Zahlen.
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Saat

Ein Sammetglanz liegt auf der Welt.
Die schweren Ackergäule ziehn
Die Pflüge durch das Krumenfeld
Vom Morgenglühn zum Abendglühn.

Die Erde dampft im ... weiterlesen


Liederseelen

Ein sinkendes Blatt, ein Vogelflug,
Einer einsamen Flöte träumendes Singen,
Ein Mädchenblick: ist jedes genug,
Eines Dichters Seele zum Tönen zu bringen.

Ein ... weiterlesen


Der Springbrunn

Ein Springbrunn singt vor meinem Haus.
Wer kennt sich in seiner Sprache aus?
Ich möcht` so gern seine Sprache verstehn,
Gleich möcht` ich`s zu jemandem lernen gehn.

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Hauptstadtinsel

Ein Zweig des Stroms mit spielendem Gerinnsel
macht einen Teil von unsrer Riesenstadt,
die hier das Aussehn einer Landstadt hat,
zur grün von Lauballeen durchzognen Insel.
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Das Alpendorf

Eine Epistel.

Dem Dorf, dahin ich viele Jahre,
Der Stadtluft überdrüssig, fahre,
Will eine Schar von Männern und Frauen
Dankbaren Sinns ein Kirchlein bauen.
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Volksversammlung

Eine Volksversammlung: Wort und Lieder,
Freiheit, Bruderliebe, Gleichheit, Einheit,
Eine Brüderschaft von Menschen wieder,
Und den Tod der kriechenden Gemeinheit!

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Hymnus

Einmal im Jahr über dem ewigen Rom
In einer tiefdunklen Nacht über den Petersdom
Kommen die Kronen der Welt durch die Lüfte gerauscht.
Dort, in der Kuppel versteckt, hab` ich ... weiterlesen


Die Zwiesprache

Einmal, da war mir wie Hamlet zu Sinn;
Trieb mich des Nachts auf den Friedhof hin
Mit meinem lieben, klugen, alten
Begrabenen Lehrer Zwiesprach zu halten.

Auf sein ... weiterlesen


Resignation

Einst hielt ich meines wunderbaren
Geschwaders nur das Meer für wert.
Ich habe längst den Kiel gekehrt
Und bin den Strom zu Thal gefahren.

Nun will ich hier ans ... weiterlesen


Psalm

Einst wird ein Tag so voller Liebe tagen,
Und solch ein Frieden wird die Welt erfüllen,
Der letzte Stern wird seinen Glanz enthüllen
Und stille stehn der goldne Sonnenwagen.
... weiterlesen


Bahnfahrt

Endlose Eisenbahnfahrt, trüber Tag,
Trostlose Landschaft. Und im Wagen drinnen
Ich und fünf Weiber, deren Reden rinnen.
Hilf Himmel, daß ich diese Fahrt ertrag`!

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Einer jungen Sängerin

Entperlen im Gesange
Die Töne deiner Kehle,
Gleich schwingen meiner Seele
Geheimste Saiten mit.

Gestimmt nach deinem Klange,
Erwachen sie zum Leben,
... weiterlesen


Einem Unmodernen

Epistel.
Ja du, mit deiner Bildnerkunst,
Du greifst hinein in des Vergangnen Dunst,
Du schließt die Hand: da steckt schon einer drinnen,
Ein Kerl von Stahl, mit ... weiterlesen


Seliger Lauscher

Er hatte niemals selbst Musik geübt,
So hat er ihr auch niemals noch verraten,
Wie abgöttisch er diesen Satz just liebt
Von Meister Ludwigs göttlichen Sonaten.

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Cello

Er neigt sich tief zum Saitenspiele nieder,
Das wie ein Kind ihm sanft das Knie berührt.
Er fühlt, indes er breit den Bogen führt:
Du gibst mir meine ganze Seele wieder.
... weiterlesen


Sanfte Stunden

Es gibt so sanfte Stunden,
Daß alle deine Wunden,
Die dir das Leben schlug,
Vernarben und gesunden.

Sie gehn mit leisen Schritten
An dir vorbei und ... weiterlesen


Stille Gedichte

Es giebt eine Art von stillen Gedichten,
Die nichts erfinden und nichts berichten,
Die, wie mit schlanken, blassen, weichen
Fingern über die Stirne dir streichen,
Die wie ... weiterlesen


Das Weihnachtsmärchen

Es ist ein Märchen ergangen von einer Gottesbraut
Und ihrem hochheiligen Kinde: das klingt so muttervertraut!

Es neigen im Stalle die Köpfe andächtig Esel und Rind,
... weiterlesen


Heilige Sommernacht

Es öffnen sich der Vorstadt letzte Gassen
in Luft und Land, Feldfrieden, sanft und mild.
Vom Himmel gießt sein Licht in vollen Massen
gleißend in stille Nacht des Mondes ... weiterlesen


Altes Ghettoliedchen

Estherl, mein Schwesterl, was ist mir gescheh`n!
Ein Judenkind soll unter Christen nicht geh`n!
Die Mutter hat recht; aber jetzt ist`s zu spät,
Sie hab`n mich erkannt und ... weiterlesen


Der Parnaß

Fresco von Raffael.

Auf dem Parnaß in ewigem Lenze grünt
Der Lorbeer. Um den schlanken jungen Stamm
Schwebt ihren Tanz die keusche Musenschar.
Apoll tritt ... weiterlesen


Der schöne Knabe

Freund, gieb acht auf deinen holden Knaben;
Er ist schlank und schön wie Raphael,
Und der Frauen streichelnd weiche Blicke
Wecken bald in ihm die Leidenschaften
Also, ... weiterlesen


Frühling (III)

Frühling ist ein buntgestalter,
Farbentrunkner Riesenfalter,
Schaukelt bunt im Sonnenstrahl
Gaukelnd über Berg und Tal,
Regt die siebenfarbigen Schwingen,
... weiterlesen


Hymnus (III)

Geheiligt sei der Tag! In seinem Licht,
Du junges, schönes, königliches Weib,
Ist also sieghaft rein dein Götterleib
Und so gebietend hehr dein Angesicht,
Zum Sinne ... weiterlesen


Rückfall

Gesellschaftsüberdruß trieb mich hieher
In dieses Försterhauses grünen Frieden.
Der Tag im Paradies war himmlisch leer,
So ist mir jetzt das Paradies beschieden.

... weiterlesen


Bild

Gleichwie ein Wandersmann, der Tag war heiß,
Am Brunnen reicht das schlanke Mädchen ihm
Den Krug, daß er die trockne Kehle netze;
Nun nimmt er ihn in seine beiden Hände,
... weiterlesen


Tiefe Sehsucht

Gott, mag mir der Himmel nur immer vergönnen,
Nach wem mich zu sehnen, wen lieben zu können,
Die Lider recht innerlich einzudrücken,
Um hell meiner Sehnsucht Gefäß zu ... weiterlesen


Zug des Schicksals

Großvater war noch die alte Rasse,
Fuhr gedrückt in der vierten Klasse;
Saß auf dem Rucksack mit Fellen und Häuten,
Manchmal durft` ihn sein Junge begleiten.

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Winternacht

H.T. gewidmet

Winternacht. In weißer Watte
Liegt verwahrt die ganze Welt,
Haus und Hof und Fluß und Matte.
Winterschlaf in weicher Watte,
Und kein Laut in ... weiterlesen


Der Briefschreiber

Hab` viele Brief` in die Welt geschickt,
Welt sollt` Antwort schreiben!
Es gibt solche Leute, die glauben daran,
Daß man Liebe und Freundschaft erschreiben kann!
Welt ... weiterlesen


Sehnsucht nach dem Wald

Herbst liegt seit Tagen mir schwer in den Gliedern.
Wenn auch die Sonne noch niederlacht,
Fehlt mir der Mut, ihren Gruß zu erwidern,
Weil meine Herbstangst mich traurig ... weiterlesen


Herrn Reinwalts Ritt

Herr Reinwalt über das Schneefeld ritt,
Ein Brieflein, rosenrot und warm,
Rief ihn in Frau Jorindens Arm.
Die Sonne über das Schneefeld glitt.

Wie hatt` er ... weiterlesen


Hochzeitsreise

Heut früh, beim Durchdiefeldergehn,
Hab` ich was Wunderbares gesehn:
Über die Schienen, durchs Grün gezogen,
Kam ein donnernder Zug geflogen.
Auf der Maschine, wer ... weiterlesen


Traumengel

Heut hat Traumkönigin die lichten
Traumenglein in die Nacht geschickt,
Die wissen Träume zu erdichten,
Vom Baum der Wünsche abgepflückt.

Nun flattern sie durch ... weiterlesen


Der Kirschenbaum

Heut hatt` ich einen Kindertraum.
Sein Inhalt war: ein Kirschenbaum,
Sonst nichts. Der war so kirschenschwer,
Man sah von seinem Grün nichts mehr.

Der rote Baum ... weiterlesen


Die kalten Finger

Heut hielt ich lang` die grabkühle Hand
Einer Sterbenden in der meinen:
Nun will mir`s immer noch scheinen,
Ihr Frost sei mir in die Finger gebannt.

Und nun, du ... weiterlesen


Das Wunder

Heut nacht hat was Helles mich aufgeweckt,
Aus meinen Träumen mich aufgeschreckt;
Ich lief ans Fenster, so wie ich war,
Da sah ich die Welt ganz wunderbar:
Auf Baum und ... weiterlesen


Hellblauer Märztag

Heut war der Morgen so leuchtend klar,
Daß mir ganz lenzhaft zu Mute war,
Der Himmel wölbt sich so märchenblau,
Daß ich voll Dankbarkeit aufwärts schau.

Das ... weiterlesen


Waldmärchen

Heut`, als ich auf dem blanken Pfad
Ins grüne Waldesdämmer trat,
Da standen aufrecht, Stamm bei Stamm,
Die Bäume frank und schlank beisamm`:
Mir ward ganz frei, ich ... weiterlesen


Waldsprüchlein

Hier in dem meilenweiten Wald
Fühl` ich mich wie zu Haus,
Bin in dem Tann vier Wochen bald
Und will gar nicht heraus.

Geh nur so immer vor mich hin
Und ... weiterlesen


Lauschender Pan

Hinter Bäumen versteckt lauscht Pan einem Liebespaar:
`Mädchen, wie lieb` ich dich innig, wie lieb` ich dich rein und wahr!
Welch ein Wunder geschah mir! Wie fühl` ich mit staunendem ... weiterlesen


Junge Mütter

I. Das verlassene Mädchen

Und da es niemand merken kunnt`,
Beugt sich das junge Weib
Hinunter tief mit zuckendem Mund
Zu ihrem gesegneten Leib,
Gesegneten ... weiterlesen


Legenden

I. Deutschböhmische Legende

Meiner lieben Heimat junge Mütter,
Eines Kindes frühen Tod beklagend,
Essen Kirschen niemals vor Johanni.
Denn die heilige Maria ... weiterlesen


Zwei Chansons

I. Die Pfaffenkutten

Mädeln, hört zu: ich hab` einen Haufen
Pfaffenkutten zu verkaufen.
Ist feine, schwarze, knisternde Seide,
Jede Kutte reicht grade zu einem ... weiterlesen


In drei Kapiteln

I.

Und mag ich auch mit frech erhobnen Blicken
Und fern dem Schwarme ihrer Schmeichler stehn,
Die buhlen um des stolzen Hauptes Nicken,
So muß sie doch in diesen ... weiterlesen


Sulamith

Ich bin der König Salomo
Und bin der große König;
Und Berg und Hügel, Meer und Strand
Und Wüstensand und Ackerland
Sind meinem Winke untertänig.

Ich ... weiterlesen


Trösterin

Ich bin ganz stumm vor Sorgen!
Jeder Morgen
Hält nur neue Sorgen verborgen!

Aber du, meine Abendruh,
Meine Morgensonne, mein Segen du,
Schau mich nur an ... weiterlesen


Brücke der Sehnsucht

Ich fleh` am Strom und sehn` mich stumm
Zum Haus der Geliebten hinüber.
Ihr Menschen baut so winklig und dumm,
So ist mir auch eure Brücke zu krumm,
Ich schlag` mir die ... weiterlesen


Das verfolgte Mädchen

Ich fühl` ihn, ich fühl` ihn hinter mir gehn,
Ich möchte den Kopf so gern nach ihm drehn,
Nur würd` er mir dann in die Augen sehn,
Und dann, dann wär` es um mich geschehn ... weiterlesen


Ruhe der Liebe

Ich geh so sicher durch die Welt,
Weil du so ruhig mir vertraust;
Ich hab` dein Glück auf mich gestellt
Und weiß, daß du auf Quadern baust.

Als ich dich sah, ... weiterlesen


Epistel an Deutschlands junge Dichter

Ich habe heut meinen zornigen Tag,
Da ich gern die Wahrheit sagen mag;
Mögt ihr, wenn ihr meine Weisheit vernommen,
Auch euren zornigen Tag bekommen!
So hört! Die ... weiterlesen


Das Ewige

Ich hab` allzeit mein Ewiges verschwendet,
Hab` nie mit dem, was mir gegeben ward,
Als irdischer Verwalter karg gespart
Und hab` es voll ins All zurückgesendet.

... weiterlesen


Ständchen

Ich hab` die ganze Frühlingsnacht
Vor meines Liebchens Haus gewacht,
Der Himmel war voll Sternenglanz,
Mein Herz war eingesponnen ganz
In Sehnsucht und in Liebe,
... weiterlesen


Eine Melodie

Ich hab` seit Jahren eine Melodie,
Ich war entzückt, als ich zuerst sie hörte,
Mir war, als ob der Gott der Töne sie
Im weiten Saal nur mir allein bescherte.

... weiterlesen


Nachtliedchen

Ich hätte doch heut in der Nacht,
Aus dem Traume erwacht,
Das kleine Liedchen aufschreiben sollen!
Die Nacht war selber wie ein Gedicht,
Sie sah mir so innig ins ... weiterlesen


Im Lehnstuhl

Ich kann nicht dran vergessen,
Muß immer und immer dran denken,
Wenn meine Lider sich senken,
Bebend vor buhlendem Neid,

Wie du so dagesessen,
Dich in den ... weiterlesen


Der Reigen

Ich lieb` es so sehr, auf das Schleppenrauschen
Der schreitenden, gleitenden Stunden zu lauschen:
Immerzu, immerzu,
Ohne Rast, ohne Ruh,
- Und ist doch die Ruh -
... weiterlesen


Die Uhr

Ich seh vom Fenster eine Straßenuhr,
Die als sein Schild ein Uhrenhändler führt,
Durch dürre Zweige so bis Mitte Mai,
Bis die Allee zum Frühlingsblühn erwacht.
Ganz ... weiterlesen


Anton Dvorak

Ich seh` ihn oft durch die Straßen gehn,
Nicht eben ansehnlich anzusehn,
Wie etwa ein Amtmann, ein früh entgleister,
Oder ein mäßiger Landbürgermeister.
Auf dem Kopf ... weiterlesen


Im Glockenturm

Ich stand hoch oben im Glockenturm,
Als alle Glocken ertönten,
Als mächtig im rollenden, grollenden Sturm
Die erzenen Stimmen erdröhnten.

Da ward die Luft so ... weiterlesen


Fürsprechs Liebesflehn

Ich steh` vor dir und bitt` um Liebe dich
Wie einer, der in Sehnsucht sich verzehrt,
Ich fleh` um Liebe, aber nicht für mich,
Fleh` für den Freund, der dich, nur dich, ... weiterlesen


Romanze

Ich trat vor den König: `Erprobe mein Lied,
Und mag mein Sang der Königin taugen`.
Und der König winkte mir matt und müd,
Und ich sang mein Lied `von den meertiefen ... weiterlesen


Der Blinde

Ich war zu lang ein Wolkenspäher
Und forscht` im Sonnenangesicht
Nach der Erkenntnis Strahlenlicht:
Da ward ich blind und - bin ein Seher.

Denn Tag und Nacht, ... weiterlesen


Liebesgeschichten

Ich weiß ein paar winzige Liebesgeschichten,
Und solche erleb` ich an jedem Tag:
Zwei braune Augen, zwei blaue Augen,
So heißt meine erste Liebesgeschichte;
Zwei braune ... weiterlesen


Findelkind

Ich weiß nicht, wer mein Vater ist,
Noch, wer meine Mutter gewesen.
Sie haben mich irgendwo auf dem Mist
Ärgerlich aufgelesen.

Seit jener Stunde jagen sie ... weiterlesen


In der Fremde

Ich wohn` am letzten End` der Stadt.
Der Menschen war ich übersatt;
Nun sehn ich mich nach Lust und Leid,
Nun tötet mich die Einsamkeit.

Der Herbstwind jammert ... weiterlesen


Blitze

Ich, Trasimen, den sie den Frömmler höhnten,
- Denn ich war fromm und liebte Zeus als Mann,
Weil ich ihn schon als Kind geliebt, und niemals
Befleckte Zweifel meines Glaubens ... weiterlesen


Der letzte Blick

Ihr glaubt es nicht, daß meine Seele lacht,
Daß meine Verse drum so fröhlich fließen!
Dies aber weiß ich: vor der ewigen Nacht
Wird noch mein letzter Blick die Sonne ... weiterlesen


Lied der Mutter

Ihr Kinder, es ist Essenszeit!
Halt` jedes seinen Mund bereit,
Ihr Großen, nehmt Löffel und Gabel,
Ihr Kleinen aber, gebt mir acht,
Daß ihr das Kleid nicht schmutzig ... weiterlesen


Hymnus (I)

Ihr schlanken Jünglinge und ihr, anmutige Mädchen,
Die ihr mir folgt, weil mein Greisentum
Seine Erfahrungen gern mit euch teilt,
Ihr Heiteren, Hellen, die ihr mir nach zum ... weiterlesen


Die jungen Künstler

Ihr Sommernächte, mild und rein,
Ihr Mondesstrahlen, keusch erzitternd
Im silberweißen Birkenhain;
Ihr Blätter, hell wie Seide flitternd!
Der Märchenzauber thut sich ... weiterlesen


Prager Elegien I

Ihr werft mir vor, kurzsichtigen Blicks, daß heimatlos
Mein bebend Lied nur Traumgebild des Künstlers sei,
In Lüften schwebend, wie die schwanken Herbstesfäden,
Und keine ... weiterlesen


Zwei Küsse

Im Anfang unsrer Liebe war ein Kuß
Verheißung allen Glücks, uns reich gespendet;
So steht ein zweiter jetzt an ihrem Schluß,
Da sich dein müdes Seelchen von mir wendet.
... weiterlesen


Ernte

Im glühenden Mittag schimmert das Land,
Das Kornfeld flimmert im Sonnenbrand,
Die Halme sind müd`, und die Ähren sind schwer,
Sie sehnen die sirrenden Sensen her,
Und ... weiterlesen


Gräberfrühling

Im Herbst und Winter hatten wir sein Kind
Oft auf den Friedhof mitgenommen. Ach,
Wir sprachen fremde, unverstandne Worte,
Wenn wir ihm sagten: `Hier in diesem Garten,
Hier ... weiterlesen


Weiße Rosen

Im Jahr, da Neros Tollheit grausam ward,
Und Neros Grausamkeit verschmitzte Tollheit:
Nur frisches Rot aus Wunden labt sein Auge,
Nur Todesröcheln war Musik dem Ohr
Und ... weiterlesen


Die beiden Dichter

Im selben Garten wandeln wir, zu dichten.
Dieselben Bäume rauschen über dir,
Dieselbe Sonne sendet ihre lichten,
Beschwingten Grüße nieder dir und mir.

Doch ... weiterlesen


Der dunkle Baum

Im weiten Felde stirbt der Tag.
In Schatten harrt die müde Welt,
Was nun mit ihr geschehen mag,
Eh` Mond und Stern die Nacht erhellt.

Im Felde steht ein alter ... weiterlesen


Schicksal des Schaffensfrohen

Im Wirkungskreis, den seine Jugendkraft
Täglich erweitert, steht der Arbeitsfrohe,
Das Schaffen ist ihm Glück und Leidenschaft,
Er fürchtet nicht, daß ihm ein Ende drohe.
... weiterlesen


An eine junge Frau

In deinem Schlafgemach, Menippa, junge Frau,
Stellst du beflissen jetzt, da sich dein Wunsch erfüllt,
Die auserlesen schönsten Götterstatuen auf;
Und manche Stunde schaust du ... weiterlesen


Die junge Frau

In deiner mildgesenkten Wimpern Schatten
Liegt, junge Frau, Bescheidenheit und Demut
Und stiller Dank für deinen ernsten Gatten:
Doch ist es auch wie eine kleine Wehmut;
... weiterlesen


Wundernacht

In den Strahlen des Monds, die zur Erde staunen,
Ist mein Gärtchen ein herrlicher Garten geworden,
Voll Blumen der seltensten Arten geworden,
Die Märchen duften und Düfte ... weiterlesen


Wien

In der Allee von hundertjährigen Bäumen
Fällt welkes Laub; die Abendsonne sprüht
Fern ihre Funken aus. Der Himmel blüht,
Und die Natur bereitet sich, zu träumen.

... weiterlesen


Alter Park

In der Altstadt, die nur so heißt,
- denn, wo einst Winkelgäßchen gekauert,
dunstig vom Mittelalter umschauert,
dehnen Zinshausstraßen sich dreist, -

Eine ... weiterlesen


Stiller Alpensee

In des Frühherbsts blauen Wundertagen
Ward mir hier ein Wandertag beschieden:
Herz, mein Herz, hier sänftige dein Schlagen,
Tauche nieder in den Landschaftsfrieden.

... weiterlesen


Mit Rosen

In die helle Sommerfrische,
In das grünumrankte Haus
Folgt dir dieser träumerische,
Sehnsuchtsschwere Rosenstrauß.

O, ich weiß, aus Rosenfluten
Hebt ... weiterlesen


Wahnfried

In diesem dunklen, wehmutsstillen Thal
Baut` ich ein Haus. Ich hab` es nie betreten.
Es ist ein düster Haus für Weltasketen;
Ich baut` es einst in dunkler Stunden Qual.
... weiterlesen


Bleistift-Zeichnung

In diesem fernen Alpental
Hat mich ein Morgentraum geweckt:
Ein starkes, schöngezäumtes Roß
Steht scharrend vor dem Herbergstor;
Draus tritt nun wie ein junger Gott
... weiterlesen


Der kleine Park

In diesem Garten an des Stromes Rand
Gehn sonst nur Pärchen, alltagabgewandt;
Stehn ein paar Bänke unter alten Bäumen,
Da sitzen sie. Das Wasser rauscht. Sie träumen.
... weiterlesen


Elegie

In dieser Welt, die, seit sie ward, vergeht,
In der die Sonne stirbt am eignen Glanze
Und sich im ungeheuern Totentanze
Der wilde Reigen der Gestirne dreht;

Auf ... weiterlesen


Dolche und Küsse

In einem Hefte längst vergess`ner Lieder
Fand Anselm Poitou ein klein Gedicht;
- Einst schrieb er`s hin, da glühte sein Gesicht -
Es hieß: Auf einen Dolch. Kaum kannt` er`s ... weiterlesen


Größenwahn

In einer Nacht, in deren Bahrtuchdunkel
Kein milder Silberstrahl des Mondes fiel
Und keines Sterns vertrauliches Gefunkel,
Traf ich Schlemihl. `Was suchst du hier, Schlemihl?`
... weiterlesen


Ausklang

In Indien, am Strand des jungen Ganges,
Hebt sich in Lüfte, rein und mild und klar,
Ein Marmortempel, stolz und wunderbar:
Er heißt `das Haus des ehrlichen Gesanges`.
... weiterlesen


Hiobs Versuchung

In meiner Hütte, in meiner Einsamkeit, auf meinen Knien
Hab` ich anbetend immer wieder deinen Namen geschrien,
O Herr, du Einziger, du in dir Geeinigter, höre mich,
Ich hoffe, ... weiterlesen


Wege

In meiner Jugend Wandertagen
Liebt` ich es, wenn die Wege stiegen,
Um dann im Sonnenscheinbehagen
In scharfem Bogen umzubiegen.

O, welch ein Anreiz, ... weiterlesen


Allabend

In purpurroten Gluten
Verleuchtet der Sonnenschein,
Die fernen Gipfel verbluten
Sich in den Abend hinein.

In feierliches Staunen
Versinkt nun Licht und ... weiterlesen


Das Tor der Träume

In sanften Angeln geht das Tor der Träume;
Mit Fingern eines Blinden tastest du
Dem leichten Riegel an dem Tore zu
Durch lange Gänge und durch weite Räume.

... weiterlesen


Gassen

In wie viel Gassen lebt` ich doch!
Und wie viel Gassen harren noch
Und warten auf den kurzen Tag,
Daß ich in ihnen wohnen mag!

Da waren Gassen, groß und ... weiterlesen


Zweikampf

Ins schwüle Dunkel einer Sommernacht
Trieb mich die zwiefach dunkle Macht der Sinne.
Da stand ein mächtig Weib vor mir: `Gib Acht!
Jetzt ring` mit mir! Fühlst du die Kraft in ... weiterlesen


Alte Uhr

Ist eine alte Uhr in Prag,
Verrostet das Werk und der Stundenschlag,
Verstummt ihre Stimme im Munde,
Zeigt immer die gleiche Stunde.

Doch täglich einmal, so tot ... weiterlesen


Die Abende

Italia, du schöne Buhlerin,
Wie locktest du mir Herz und Glut und Sinn,
Wie machtest du den Abschied mir so schwer!
Wenn nicht dein Abend ohne Seele wär`!

Denn ... weiterlesen


Vorletzte Stunde

Jede Stunde ist Tochter und Mutter zugleich
Und macht uns arm, und macht uns reich.
Und immer öffn` ich von neuem die Tür:
`Tritt ein, du Stunde, was bringst du mir?`
... weiterlesen


Der Träumer

Jetzt hat die weiße Winternacht
Mir einen närrischen Traum gebracht:
Ich stand auf unserm Kirchenplatz
Und lugte aus nach meinem Schatz.

Der Platz lag leer im ... weiterlesen


Die jungen Mädchen

Junge Mädchen sind Rokoko:
Weiße Kleidchen und zierliche Schrittchen,
Träume von Königsohn und Schneewittchen,
Seufzer und Thränen, bang und froh;
Junge Mädchen sind ... weiterlesen


Lied des Wandrers

Kann denn der Wandrer zur Ruhe kommen,
Da alle Dinge so herrlich sind!
Hat er im Eichlaub den Sturm auch vernommen,
Anders in Palmen säuselt der Wind!
Anders am Tag, wenn ... weiterlesen


Liebesbrief

Kluges nicht will dir künden
Dieses Brieflein, ganz klein,
Will dich mir zärtlich verbinden,
Will ein Liebesbrief sein.

Liebe sucht keine Worte,
Klopft ... weiterlesen


Einfältiges Lied

König ist spazieren gangen,
Bloß wie ein Mensch spazieren gangen,
Ohne Szepter und ohne Kron`,
Wie ein gewöhnlicher Menschensohn.

Ist ein starker Wind ... weiterlesen


Still bewegt

Laß mich nur ganz still neben dir sitzen:
Schon der Samt deiner Fingerspitzen
Ist mir Besitz und Unterpfand.
Wenn meine Augen sich verschleiern,
Laß sie schweigende ... weiterlesen


Tempel der Kunst

Laßt hundert Stufen aufwärts führen
Zum Tempel, den ihr weiht der Kunst,
Daß über eures Alltags Dunst
Sich öffnen seine Flügelthüren!

Daß, wenn in ... weiterlesen


Knabenbelehrung

Leg` dich ins Bett, Bub, es ist Schlafenszeit!
Du willst doch morgen wieder aufrecht stehn,
Und daß ihr, Beine, dazu fähig seid,
Müßt ihr bei Zeiten jetzt zu Bette gehn!
... weiterlesen


Lichter über dem Strome

Lichter über dem Strome drüben,
Liebe Lichter, was ruft ihr mir?
`Du bist drüben und wir sind hüben,
Und die Klarheit kennt kein Drüben.
Klarer Abend, dort wie hier ... weiterlesen


Offne Fenster

Liebes, leichtes Seelchen meiner Lieder,
Findest du zu mir den Weg nicht wieder?
Sieh, wie meine Fenster offen stehn!
Daß du bald auf meinen Finger nieder
Senken magst ... weiterlesen


Der Trauerbrief

Liebster, heut` nimm diesen Brief für mich:
Du Armer, du Lieber, wie lieb` ich dich!

Du Liebster, wie möcht` ich heut` bei dir sein!
Was starb dir mit deinem ... weiterlesen


Italienische Madonnen

Madonna in Italien!
In wieviel Namen ich dir hier begegnet:
Du bist die Göttin, die mit Schönheit segnet.`

Madonna della vigna.
Gott Bacchus flieht. Er flucht ... weiterlesen


Maiglöckchen

Maiglöckchenstrauß, Maiglöckchenstrauß!
Ich trage einen Schatz nach Haus,
Weiße Glocken auf grünem Stengel.

Liebe Glöckchen, weiß und zart und rein!
... weiterlesen


Marmorbrunnen

Manches Jahrhundert schon rieselt der frische
Quell aus dem Rohr in das Rathausbecken;
Drüber nicht karg ihren Reiz zu verstecken,
Kniet eine Nymphe nackt in der Nische.
... weiterlesen


Goethestürmer

Manchmal unter Philistern kommt mir die Lust
Auf Goethe zu schimpfen aus voller Brust,
Mich über sein Leben zu ereifern,
In kindischer Wut ihn anzugeifern,
Den ... weiterlesen


Herbstlicher Baum

Mein Frühlingsrausch ist lang vorbei,
Nun soll ich Früchte tragen.
In vollen Blüten stand mein Mai:
Wird nicht mein Herbst versagen?

Im Lenz, da ward der Sonne ... weiterlesen


Laternchen

Mein Kiellaternchen spiegelt sich
Im weichen Wellendunkel.
Freu dich, mein Lämpchen, freue dich
An deines Scheins Gefunkel!
Sieh, rings die Welt ist dunkel.

... weiterlesen


Der klügere Säugling

Mein Knäblein tief im Kissen,
Nun sitzt dein Vater stundenlang
Und wird nicht müd, dich anzuschaun,
Als dürft` er sich noch gar nicht traun,
Dich wirklich da zu ... weiterlesen


Der genügsame Liebehaber

Meine Freundin hat eine schwarze Katze
Mit weichem knisterndem Sammetfell,
Und ich, ich hab` eine blitzblanke Glatze,
Blitzblank und glatt und silberhell.

... weiterlesen


Verschlafener Baum

Meine Frühlingsungeduld
Läßt sich nicht mehr zügeln!
Von besonnten Hügeln
Fliegt sie weit ins Land hinaus
Auf gestreckten Flügeln.

Seh ich plötzlich, ... weiterlesen


Trotz

Meine Liebe zu verschmähen
Ist dein Recht; doch mir zu wehren,
Dich vom Herzen zu verehren,
Kann kein Gott dir zugestehen.

Denn mein Herz ist wohl dein eigen,
... weiterlesen


Der Pelz

Meine Muse friert im hohen Norden,
Und ein Pelzlein ist ihr Traum geworden,
Weiches Fell! Ihr müßt sie hören schwärmen,
Wie das prächtig kleiden soll und - wärmen.
... weiterlesen


Blühende Äste

Meinem Fenster genüber, über die Mauer,
Steckt ein blühender Baum seine fröhlichen Äste,
Frühlingsmirakel, ein bunter Blütenschauer,
Leuchtende Fahnen zum sonnigen ... weiterlesen


Ahnenlied

Meinen Großvater hab` ich noch gekannt,
Er trug sein Bündel durch das Land
Und konnte nicht schreiben und konnte nicht lesen
Und ist ein armer Hausierer gewesen.

... weiterlesen


Am Waldsaum

Mich führt allmorgen mein Andachtsgang
Durch die leuchtenden Wiesen zum Baum
Am Saum des Walds zu der einsamen Bank,
Sie steht dort als wie im Traum.

Waldboden, ... weiterlesen


Herbstschwalben

Mir war bisher voll Sommerlust der Herbst.
Die roten Kirschen lachten aus den Zweigen:
Herbst, wenn du`s Laub mit Kirschenröte färbst,
Wird bald der Menschen ödes Herbstlied ... weiterlesen


Frühling (II)

Mit einem Blütenzweig in der Hand,
Ein frühlingstrunkener, sanfter Bacchant,
Schritt ich auf sonnenglänzenden Wegen
Der festlich bewegten Stadt entgegen.

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Notturno aus dem Forsthaus

Mit Träumersinnen, die der Schlummer flieht,
Lieg` ich im Mondschein aufgestützt im Bette.
Das Bächlein murmelt und ich starre müd`
Auf des Gebirges ernste Silhouette.
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Richtspruch der Ewigkeit

Mit wuchtigen Schritten stürmte vor den Thron
Der Ewigkeit Chronos, der Wanderer.
In zornigen Fäusten zerrt er an den Strähnen
Zerwühlten Haars zwei Weiber hinter sich
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Teppich für die Geliebte

Mißacht` nicht meine mönchisch abgekehrte,
Beflissne Teppichweberei der Reime!
Dir dankt sie`s ja, wenn Schönheit sie verklärte,
Sowie dem Lichte dankt das Laub der ... weiterlesen


Trauriges Lied

Musik, du Echo der Seele du!
Was war einst Wollaut in meinem Lied
Und Traum und Sehnsucht und Trost und Ruh...
Musik, du Echo der Seele du!

Einst zog mein junges, ... weiterlesen


Votivtafel für Goethes Mutter

Mutter Goethes! Ein Schauer der Ehrfurcht will uns umwehen!
Aber fröhlichen Blicks trugst du die Bürden der Pflicht!
War doch dein Muttergefühl fürwahr `kein Mondschein im ... weiterlesen


Der Humorist

Nach dem Gewaltigen begehrt dein Sinn,
Nach That und Urteilsspruch im Weltgerichte,
Nach all den großen Linien der Geschichte,
Die du verfolgst mit Lust und mit Gewinn;
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Reue

Nach dem Rausche dieser Stunden,
Dieser seligen Sekunden,
Dem Verflackern meiner Glut:

Sänftigt sich des Herzens Klopfen,
Und es fällt ein dunkler Tropfen
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Blauer Winterhimmel

Nach der Schneeflocken Flimmergewimmel
Überm Panzer der Erde, silbrig weiß,
Wölbt sich ein schimmernder, blankblauer Himmel
Hoch, seligfern allem Schnee, allem Eis.

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Das Symbol

Nach einem überhitzten Leid,
Versunken in mein Elend, fand
Ich mich in Zimmers Einsamkeit
Mit meiner Sanduhr in der Hand.

Die Sanduhr, müßiger Ahnentand,
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Rabbi Simeon ben Jochai

Nach einer talmudischen Legende

Du großer Rabbi Simeon, wie war dein Herz so glühend!
Du liebtest, wie kein andrer liebt, und haßtest blitzesprühend!

Wer hat ... weiterlesen


Auferstehung

Nach Monden Einzelhaft im Kerker Krankheit
Darf ich zum erstenmal heut vor die Stadt;
Die Bäume stehn in blätterloser Schlankheit,
Brach liegt das Land, das keine Farben ... weiterlesen


Nebel

Nebel füllt grau und fahl mein liebes Alpental, traurig zu schauen.
Gestern noch war es klar, Himmelslicht wunderbar lag auf den Auen.
Aber, wie`s Mittag wird - ob sich mein Auge irrt? ... weiterlesen


Schloß Ambras in Tirol

Nie sah ich Flammen je so rot erglühn,
Nie Purpurrosen je so glühend blühn,
Wie um Schloß Ambras heut` im Herbstesglanz
Das Weinlaub flammt, ein blutgetränkter Kranz.
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Mondnacht

Nie sah ich klarer eine Sommernacht,
Nie fühlt` ich mich so nah dem Sternenzelte;
Heut` ist das letzte Sternlein aufgewacht
Und flimmert glücklich durch die monderhellte,
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Verein der Winkelriede

Nie ward eine Name glücklicher gewählt!
Mir lacht das Herz im Leib; in Wort und Liede
Steh` ich bei dir, Verein der Winkelriede!
Heil dem, der stolz sich zu den deinen ... weiterlesen


Das Liebeslied

Noch ist mir nicht das eine Lied gelungen,
Das ich dir weihen dürfte, dir allein!
Es müßte sprechen, wie mit Engelszungen,
Und müßte doch voll irdischer Sehnsucht sein.
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Unter Bäumen

Nun bin ich einen grünen Monat lang
Vertrauter Gast des Tannenwalds gewesen
Und hab` auf manchem stundenlangen Gang
Die Lettern seines dunklen Buchs gelesen.

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Antwort aus dem Dunkel

Nun bin ich in die dunkle Nacht
Aus einem stummen Traum erwacht,
Jetzt öffne deinen dunklen Mund,
Du Nacht, tu dein Geheimnis kund,
Nun hebe deinen Schleier!
Ich ... weiterlesen


Der Nachtwandler

Nun hält die Nacht den dunklen Monolog
Vor dem gewölbten Ohr des Alls.
Am Himmel Auf ihrem alabasterweißen Schimmel
Sprengt Luna her, die, ach, mein Herz betrog.

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Der große Augenblick

Nun leb` ich meinen größten Augenblick:
Sie legen mir mein langersehntes Kind
Glückwünschend in die Arme, die sich straffen,
Als hielten sie die Kugel dieser Welt.
... weiterlesen


Aus der Matratzengruft

Nun muß ich liegen und liegen,
Daß ich gebrochener Mann
Meiner Stunden Fliegen
Nimmermehr folgen kann.

Liegen und immer nur lauschen;
Und mein gepeinigtes ... weiterlesen


Vereinigung der Leiber

Nun muß ich meine Glut nicht zügeln mehr,
Nun reiß` ich dich an mich, nun hab` ich dich,
Nun bist du mein, ich geb` dich nicht mehr her!

Ich bin der Sieger, bin der ... weiterlesen


Heißer Kuß

Nun sich im Kusse unsre Lippen finden,
Du mir so nah und alle Welt so fern!
Da sieht mein Aug` den Demant sich entzünden
An deinem rosigen Ohr, den Liebesstern.

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Vorfrühling

Nun sind ihrer selbst noch die Tage nicht sicher
Und wissen vor Zweifel nicht aus noch ein:
Ist dieser Glanz noch ein winterlicher,
Oder schon Frühlingssonnenschein?

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Gaukler Tod

O Tod mit Stundenglas und Hippe,
Den dunklen Mantel umgetan
Um dein pathetisches Gerippe,
Trittst du auch mich, ein Gaukler, an?

Als würdigen Feind wollt` ich ... weiterlesen


Der Trost

Oft denk` ich mir in Stunden der Verzweiflung
Mit siechen Blicken meine Schmerzen messend:
Vor fünf-, vielleicht sechshundert Jahren litt
Ein Mensch wie du das gleiche Leid der ... weiterlesen


Der Sieger

Olympia! Mir sprengt das Herz die Brust!
Bin ich derselbe, der ich gestern war?
Der Vollkraft ungeheure Daseinslust
Durchströmt, entzückt, erhebt mich wunderbar.
Vor ... weiterlesen


Das Segelschiff

P. A. gewidmet.

Der Knabe erspähte das Schiff zuerst
Und rief: `Ein Schiff mit weißen Segeln!`
So, wie man etwas Helles begrüßt.
Der Bräutigam sagte: `Ein ... weiterlesen


Gruß vom Meere

Poseidon schlief; das Meer lag spiegelglatt.
Nur wo Selenes Silberschuh die Flut
Mit flüchtigen Sohlen rührte, war ein Flimmern
Und floß vom Horizont zum Strande her.
... weiterlesen


Niederländische Malersizilianen

Rembrandt

Auf hohem Berge seh` ich Moses stehn,
Die Arme hoch: Da knirscht der Sonnenwagen,
Die Rosse schäumen, doch sie müssen stehn
Und sehen scheu die ... weiterlesen


Herz und Augen

Ruhelos, den Blick emporgehoben,
Wandern meine Augen hin und her;
Ruft mein Herz sie an: `Ihr Wächter droben,
Späht ihr noch? Ich hoffe längst nicht mehr!
Augen, sagt, ... weiterlesen


Garabella

Schau ich früh aus dem Fenster heraus,
Harrt meiner schon ein Seelenschmaus,
Der meiner Laune sonniger Retter
Bleibt beim schlechtesten Regenwetter:
Wohnt gegenüber ein ... weiterlesen


Kleine Ballade

Schon lange war ich nicht so frohgemut:
Auf diesen Dolch schreib` ich mit warmem Blut
Meinen Namen.

Sie schwor mir einst: `Mein Herz ist treu und rein;
Und noch im ... weiterlesen


An die Verklärte

Schwebe nieder,
Kehre wieder,
So seelenbang ist mir!
Ich kann nicht ohne dich leben
Und du kannst als Engel nicht schweben,
Mein Herz hängt zu schwer an dir.
... weiterlesen


Lied in der Nacht

Schwermütig klingt es durch die Nacht;
Ein Wandrer, dünkt mich, singt sich was.
Wie weh und bang und müd klingt das!
Ich bin darüber aufgewacht.

Es pochte an ... weiterlesen


Der Friedhof

Seht, das Städtchen liegt zu unsern Füßen,
Das uns Wandernachtasyl verheißt.
Eh` der Abend uns zur Ruhe weist,
Laßt uns noch die Toten hier begrüßen.

Welch ... weiterlesen


Paradiesisches Lächeln

Seinem Freunde Robert Gersuny

Warum der Tote lächelt? Wißt ihr`s nicht?
Er war ein Heiliger und sein Leben war
Entbehrung und Kasteiung siebzig Jahr;
Und gab ... weiterlesen


Widmung

Seinem lieben Detlev von Liliencron

Aus einer Kinderstube Jubel, Schrei`n
Und Kinderjauchzen; also trat ich ein.
Dies war das Bild: in Zimmers Mitten stand
Die ... weiterlesen


Sommerfrische

Sie dachten, ich werde nun hier auf dem Lande
Im Garten lustwandeln, den Stift in Händen,
Wie etwa der Pfarrer am Tag vor der Predigt,
Und werde träumen und sinnen und ... weiterlesen


Die Blumen der Witwe

Sie drückt`, wie ich versteckt im Flieder sah,
Auf jede Rose noch der Liebe Siegel,
Und hielt den Strauß dem Herzen innig nah.
Dann legte sie ihn seufzend auf den Hügel.
... weiterlesen


Handkuß

Sie gab zum Abschied mir die Hand; o Glück,
Der wollt` ich mich durch einen Kuß vereinen,
Erschrocken zog sie gleich die Hand zurück,
Ich aber hielt zwei Finger fest in ... weiterlesen


Der Bildhauer

Sie haben stets die herbe Kraft
Meines Meißelschlages gepriesen,
Meine düstere, harte Meisterschaft
Hat ihnen Wege gewiesen.

Ich hab` dem Sturm ein Denkmal ... weiterlesen


Der Sandmann

Sie standen weinend ums Bett herum,
Aber der Sterbenden Mund war stumm,
Denn mitten in ihr Klagen und Beten
War still der Tod an ihr Lager getreten.

Und sie konnt` ... weiterlesen


Ewige Treue

Sie starb als Braut, die schmerzerstarrte Hand
Des Liebsten einmal noch zum Munde führend,
Daß ihre Seele auf der Lippen Rand
Die Finger streifte, leise sie berührend.
... weiterlesen


Blick auf die Stadt

Sinnend schau ich nieder auf die Stadt:
Aus den tausend Schloten der Fabriken
Steigen feierlich wie von Altären
Säulen Rauchs empor.
          ... weiterlesen


Leipaer Sprüchel

So hat uns der Leipaer Lehrer gelehrt:
`Nord, Süden, Osten und Westen,
Wie die Sonne über den Himmel fährt,
Merkt auf, so lernt ihr`s am besten:
Im Osten hinter Dobern ... weiterlesen


Blick auf die Burg

So schön die breite Burg das Stadtbild krönt,
erst heut ist von der alten Brücke Borden,
was uns des mächtigen Schlosses Blick verschönt,
mir in der Sommersonne klar ... weiterlesen


Glockenblumen

Sommerhimmelblaue Glockenblumen!
Schöne Freundin, du geliebt vor allen,
Zwischen Großstadtmauern in dein Gärtchen
Ist ein Stückchen Himmelblau gefallen.

... weiterlesen


Das Sonett als Prolog

Sonett, verlästert oft und arg verpönt,
Den jungen Dichtern du ein Spott und Graus,
Sei mir Prolog, lad Gäste in dies Haus,
Und wehr den Eintritt jedem, der dich höhnt.
... weiterlesen


Der verlorene Sohn

Sonne ist schlafen gegangen,
Ich schreite dem Städtchen zu.
Nun wird mich Mutter empfangen
In Weinachtsabendruh`.

`Mutter, willst du mich wieder,
Den du ... weiterlesen


Mit geschlossenen Lidern

Sonst, wenn mein Herz in Liebe sich verzehrte
Und ich die Lider schloß, ihr nah zu sein,
Sah ich die Liebste, mädchenhaft und rein,
Daß sich mein sündig Herz zur Buße ... weiterlesen


Der Spiegel

Spieglein, Spieglein an der Wand
Im Zimmer meiner Geliebten,
Tröst` du des tief Betrübten,
Einsam Verliebten Unverstand!

Sie will bald wiederkommen,
Ist ... weiterlesen


Am Klavier

Spiel was von Mozart! Ich liebe dich sehr:
Spiel was von Mozart! Dann lieb` ich dich mehr!
Mädchen, von Mozartwohlklang umflossen:
Alle Schönheit liegt drinnen verschlossen.
... weiterlesen


Mädchenlied

Sternschnuppenfall, Sternschnuppenfall!
Heut will ich nicht schlafen und immer nur wünschen,
Und alles wird in Erfüllung gehn:

Ein Kleid aus Seide, aus schneeweißer ... weiterlesen


Joachim-Quartett

Stets löst Musik vor meiner Brust den Riegel,
Und Schmerz wie Lust wird tiefster Schaffensdrang.
Aus eurem Spiel ward mir kein Lied, nur Klang,
Der schwang sich auf und litt ... weiterlesen


Heilige Sehnsucht

Stets sich sehnen,
Arme dehnen
Nach einem hehren, ewigen Ziel,
Das ist das Leben der Wertvollen, Guten,
Die sich in ihre Sehnsucht verbluten.
Ihnen ist Sehnsucht ... weiterlesen


Der Buchhändler

Stets, wenn ich in mein Heimatsädtchen komm,
Mach ich Besuch beim alten Buchhändler.
Hier wird mein Großstadtherz romantisch fromm
Und meiner Seele Symphonie zum Ländler.
... weiterlesen


Das neue Buch

Stets, wenn von mir ein Buch erscheint,
Wird plötzlich mein bester Freund mein Feind!
Er weicht mir aus, ich seh` es ihm an,
Daß er mir was nicht verzeihen kann.
... weiterlesen


Trauerweide

Trauerweide, was bebst und zitterst du so?
Werde doch auch der Frühlingssonne froh,
Die den ganzen Friedhof mit Strahlen füllt
Und bis in die Gräber herniederquillt!
... weiterlesen


Sommermittag

Traumverlorene Wölkchen
Schwimmen im flimmernden Blau,
Summende Bienenvölkchen
Schweben über die Au,
Langsam, vom Zephyr geschaukelt,
Sinken die Blüten vom ... weiterlesen


Beim Tanze

Um deine Stirn, die helle,
Wind` ich, indeß wir uns wiegen,
Flüchtige Ritornelle:

Tirilirende Lerchen!
Laß dir das Herz nicht bestricken
Von all` den ... weiterlesen


Stummer Bescheid

Und als ich an ihrem Grabhügel stand
Und fröstelnd der Toten Näh` empfand,
Schrie`s in mir: `Wozu war nun ihr Leben?` -
Hört` ich drei Stimmen Antwort geben.

... weiterlesen


Die Augen der Seele

Und bist du tausend Meilen fern,
So weiß ich, du geliebte Frau,
Ob deine Seele Sonne hat,
Ob deine Seele dunkel ist.
Ich bin wie der blinde König.

... weiterlesen


Mette

Und eh` das Jahr sich sterben legt
In seinen letzten Tagen,
Was ist`s, was ihm die Lippen regt?
Ist`s Leid? Sind`s Todesklagen?
Das Jahr ist alt, schneeweiß und kalt,
... weiterlesen


Das Ständchen

Und eh` die Sonne schlafen ging,
Der junge Mönch sein Lied anfing
Der Mutter Gottes zu singen.
Erst flattert das Lied an der Zellenwand,
Hat dann seine Flügel ... weiterlesen


Auf der Höhe

Und endlich nach heißer Mühe und Schweiß
Waren wir über dem ewigen Eis
Auf grauem Felsen. Die Arme weit
Öffneten wir der Unendlichkeit.
Da war ein Jauchzen in unseren ... weiterlesen


Marco Polo

Und Marco Polo, braun vom Sonnenbrande,
Stand vor dem König. Er hob an zu sagen,
Was er erlebt in seinen heißen Tagen,
Auf Meereswogen und im Wüstensande.

Von ... weiterlesen


Der Frühlingsdichter

Und wieder Frühling und Sonnenpracht
Und blauer Himmel und Knospenspringen!
Und wenn ihr mich auch verhöhnt und verlacht,
So will ich doch wieder mein Lenzlied singen!
... weiterlesen


Das Floß

Und wieder war der Strom einmal
Aus seiner Erstarrung genesen,
Da schwammen Flöße den Strom zu Tal,
Die waren ein Laubwald gewesen.

Lichtdurchwallt und ... weiterlesen


Der Heilige

Und zwischen hundert üppigen Buhlerinnen
Schritt ich dahin im härenen Gewand,
Schritt ich dahin in weltentrücktem Sinnen,
Und wies sie ab mit strenger Priesterhand.

... weiterlesen


Kinderhändchen

Uns hat kein Gott ein Kindchen zuerkannt,
Und kann doch nichts mein Trübsein so verringern,
Als eine dicke, weiche Kinderhand
Mit Amorgrübchen und mit drolligen Fingern;
... weiterlesen


Berlin

Unter den Linden, Mittag, Sonnenschein
Und Sommerglut; die Spatzen matt, zum Greifen.
Bei hartem Trommelklang und schrillen Pfeifen
Zur Wachablösung ziehn Soldaten ein.
... weiterlesen


Das ungesprochene Wort

Viel leichter ist`s, zu sterben
Mit liebeleerer Brust,
Wenn du keinem Liebsten den herben
Adeeblick antun mußt.

Er möcht` nur immer lauschen
Deinem ... weiterlesen


Gesang der Kinder

Vielhundert Kinder um ein offnes Grab.
Sie halten Notenblätter in den Händen,
Um der Gespielin in den Sarg hinab
Und in den Himmel Grüße nachzusenden.

Und ... weiterlesen


Vorfrühling der Ehe

Vom Bahnhof holt sie mich in einem Wagen,
Der einer Arche gleicht; schon aus dem Zuge
Seh` ich mit Lächeln vor dem Bahnhoftore
Den Kasten stehn und rings des Dorfes Jugend.
... weiterlesen


Rast

Vom Dorfe her, in seinen Mantel träumend,
Auf staubiger Straße schreitet stumm der Tod.
Die Sonne geht. Ein blutiges Abendrot
Loht auf im Westen, grell die Welt umsäumend.
... weiterlesen


Terzinen

Vom Gipfel hier, vom Morgenstrahl beschienen,
Senkt schlängelnd sich der Weg den Berg hernieder
In zögernden, gestreckten Serpentinen.

Gleich einer Schlange wärmt der ... weiterlesen


Sanfter Regen

Vom Himmel fallen müde Tropfen nieder,
Doch ist er blau, kein Wölkchen ist zu schaun:
Wie blauer Mädchenaugen sanfte Lider
In sehnsuchtsvoller Liebe übertaun.

... weiterlesen


Seufzer

Vom Lager dieses Kranken wegzugehen,
Der weltverloren in das Dunkel stöhnt,
Hemmt meinen Schritt ein schmerzliches Verstehen.

Als müßten, gleich gefangenen ... weiterlesen


An Blauen Frühlingstagen

Vom stolzen Glück des eignen Werts getragen,
Als brächt` ihr Blühn der Landschaft erst Gewinn,
Gehn schöne Fraun an blauen Frühlingstagen
Wie Königinnen durch die Menge ... weiterlesen


Der Führer

Vom Weg verirrt mich durch den Hochwald tastend,
Traf ich dich, wunderlicher, stiller Greis,
An deinem knorrig derben Bergstock rastend;
Mir war, in deinem Rucksack läge ... weiterlesen


Gardasee

Von all den wunderschönen Sommertagen,
Die mich an deinem Strand so tief entzückt,
Hat mich kein einziger - soll ich`s beklagen? -
Im Neuerlebnis eines Lieds beglückt.
... weiterlesen


Mein Baum im Nebel

Von einem grauen Nebeltag befangen,
Liegt tot die Welt und war noch gestern klar.
Mein Häuschen ist mit Trauerflor umhangen
Und seine Augen trübt ein grauer Staar.

... weiterlesen


Der Wettlauf

Von Leben glühend in mein lichtdurchhelltes
Poetenstübchen trat mein Mädchen ein
Und neigt ihr Haupt, ihr sonnig blondgewelltes,
Auf mein, der Muse harrend, ... weiterlesen


Das Fensterkreuz

Vor das bischen lichtblauen Himmels in meinem Fenster,
Meiner Krankensehnsucht, meinem Krankenglück,
Stellt sich das plumpe, dunkle Fensterkreuz
Und zerschneidet mir den Himmel ... weiterlesen


Stummes Ständchen

Vor deinem Fenster, diese Nacht,
Hab` ich ein stummes Ständchen gebracht;
Liedern, die Liebe und Sehnsucht schweigen,
Ist der innigste Wohlklang eigen!

Zu deinem ... weiterlesen


Brunnengruppe

Vor dem Luftschloß meiner Liebe
Steht ein weißer Marmorbrunnen.
Aus dem dunklen Wasser hebt sich
Eine schöne Marmorgruppe:
Ein behaarter, zottiger Triton
Mit ... weiterlesen


Der Dilettant

Vor den Tasten meiner Orgel sitzend,
Falt` ich träumend in den Schoß die Hände,
Schaue Farben, aus dem Dunkel blitzend,
Und beleuchtend blühende Gelände.

Auf ... weiterlesen


Die beiden Heiligen

Vor der Kirche die beiden Heiligen aus grauem Stein
Laden mit schöner Gebärde in die Kirche ein;
Können gar viele gute Menschen nicht widerstehn,
Zu einem kurzen Gebet in die ... weiterlesen


Michelangelo

Vor einem Marmorblock in tiefer Nacht
Senkt Michelangelo die müde Hand,
Die göttliche, die Leben wecken kann,
Und die der Hammer heut zu Boden zieht.
Er wirft den ... weiterlesen


Der Ausblick

Vor unserm Fenster liegt die Stadt gebreitet,
Die Burg, die hundert Türme und ein Meer
Von Kuppeln, Giebeln, Dächern um sie her,
Und breit der Strom, der unter Brücken ... weiterlesen


Der weise Stein

Wahnsinnig Volk, berauscht von wilder Wut,
In starren Augen Haß und tolle Glut
Und Lust an Mord und Trunkenheit und Tücke,
Durchrast die Stadt und trümmert sie in Stücke.
... weiterlesen


Das letzte Geschenk

Warum er es tat, das war ihm nicht klar,
Ihm war nicht zum Denken zumute;
Er wußte nur, daß sie gestorben war
Und daß sie im Sarge ruhte.

Da trug er zwei Tage ... weiterlesen


Den Naiven

Was du logisch kommen siehst,
Wird dir niemals Glück bereiten;
Nur `das Plötzliche` erschließt
Dir das Thor der Seligkeiten.

Mit der Logik Einmaleins
... weiterlesen


Weisheit des blinden Knaben

Was immer mir das Schicksal noch beschert,
Eh` sie mir einst mein Ruheplätzchen graben,
Daß Grauen fürder nicht mein Herz verzehrt,
Dank` ich dem Ausspruch eines blinden ... weiterlesen


Einsames Fest

Was ist doch das Herz für ein seltsames Ding!
Und wie ich heut` durch die Gassen ging,
Da fing es wie närrisch an zu schlagen:
`Hör an,` so sprach es, ``s ist ... weiterlesen


Der Heimatlose

Was wißt ihr, die ihr Heimat habt,
Vom Heimatswunsch des Heimatlosen!
Mag euch der Schicksalssturm umtosen,
Ach, ihr seid reich und seid begabt!
So arm ihr sein mögt, ... weiterlesen


Kloster

Was zieht mich nur von neuem stets
vor dieses große, graue Haus?
Ein Hauch von Anderssein umweht`s,
es schaut fürwahr nicht gastlich aus.

Sah nie ein Fenster ... weiterlesen


Der ewige Fluch

Weh meinen Versen, die segnen sollten
Und fluchen müssen,
Die von innigen Küssen,
Von Liebe und Seligkeit klingen wollten,
Die jubeln und jauchzen und preisen ... weiterlesen


Gedächtnis

Wenn der Lenz die ersten Blumen streut,
Muß ich dein in stiller Wehmut denken:
Ach, wie oft, beim Frühlingsblumenschenken
Hat sich mir dein Frühlingsreiz erneut!

... weiterlesen


Die Bannerträger

Wenn recht ein Sturm die Heide fegt,
Die Weiden fast zur Erde legt,
Dann zieht der ganze Jünglingsschwarm
Hinaus zum Thore, Arm in Arm,
Hinaus zur alten Linde;
Die ... weiterlesen


Kinderreim

Wenn wir Kinder die Mutter plagten,
Sie umdrängten und hundertmal fragten:
Was von all den ersehnten Dingen
Wird von der Reise der Vater uns bringen?
Sprach die Mutter: ... weiterlesen


Ernüchterung

Wie Buhlerinnen sich zum Feste schmücken
Mit Schleiern, Blumen, funkelndem Geschmeid`:
`Heft noch die rote Rose an mein Kleid,
Die Perlen noch, den Kühlen zu entzücken!` -
... weiterlesen


Der neue Heiland

Wir sind verderbt durch Deutungen und Träume,
Vererbte Stimmung, Thränen unserer Ahnen,
Durch schwermutvolle Abendwolkensäume,
Geheimnisschwangere Kometenbahnen;

... weiterlesen


Stilles Glück

Wir sitzen am Tisch beim Lampenschein
Und sehn in dasselbe Buch hinein;
Und Wange an Wange und Hand in Hand,
Eine stille Zärtlichkeit uns umspannt.
Ich fühle ruhig dein ... weiterlesen


Das starke Schweigen

Wir standen im Garten und wehrten uns lang
Gegen den Abendflieder.
Ich sprach, und meiner Stimme Klang
Zwang meine Wünsche nieder.

Der Abend aber beschämte ... weiterlesen


Lied des Vereinsamten

Wir waren dreißig Jahr` ein Liebespaar,
Nichts unternahm ich, ohne mich zu fragen,
Ob mir dafür ihr Beifall sicher war.
Was wird zu meinem Tun die Reine sagen?

... weiterlesen


Der Gläubige

Wo dumpf die Styr zum Hades niederjagt,
Schrie einer auf: `Halt! halt! Gevatter Tod!
Mir ward die Fahrt zum Himmel zugesagt,
Doch niedersaust dies höllisch falsche Boot!
... weiterlesen


Charonsrufe

Wo sich der Styx schwarz in den Abgrund gießt,
Ragt flutumrauscht einsam ein Felsen auf.
Aus Charons Nachen, der dort niederschießt,
Schwang sich ein Wahrheitsucher ... weiterlesen


Wunder des Sees

Wunder des Sees, beflügelt
Ist heut dein ruhiges Naß:
Daß sich mein Mädchen drin spiegelt,
Dankbar empfindest du das.

Selig im Auf und Nieder
Schmiegst ... weiterlesen


Falter

Über dem Felde ein Falter hing,
Als ich mit meiner Liebsten ging.

Wie ich der Liebsten Lippen gefunden,
Ist der Falter im Feld verschwunden.

`Honig ... weiterlesen


Rosige Wölkchen

Über den Abendhimmel sind rosige Wölkchen zerstreut,
Wie Rosen über das Tanzkleid einer Geliebten;
Ach, wenn mich nur nicht an Abenden, sanft wie heut,
Immer so traurige, ... weiterlesen


Winterfee

Über den glitzernden, jungfräulichen Schnee
Wandelt im weißen Mondschein die Winterfee
Auf nackten Sohlen. Weißer, kleiner Fuß,
Fühlst du, daß dich der Schnee beneiden ... weiterlesen


Stimme des Grabes

Über den Sarg, der neben der Grube steht,
Der Herbstwind stöhnend zusammenweht:
Der Witwe Schluchzen, der Kinder Klagen,
Der Frauen Weinen, des Priesters Gebet,
Und weht ... weiterlesen


Prager Brücke

Über der alten Brücke in Prag
Hängt ein verschlafener Frühlingsmorgen.
Über die Brücke in Lust und Plag`
Hasten die Freuden und schleichen die Sorgen.

Nacht ... weiterlesen


Aussicht

Über die Dächer hinweg und die Kirchturmspitzen
Seh ich durchs Fernrohr vom Fenster aus
Fern auf dem Berge ein Dörflein blitzen,
Einen gelben Weg und ein Gotteshaus.
... weiterlesen


Vereinigung der Seelen

Zu einem Bilde von Max Švabinsky

Und wenn uns Beide alle Himmel trennen,
Werd` ich am jüngsten Tag aus tausend Chören
Dein Lied und deine Stimme gleich erkennen:
... weiterlesen


Marie von Ebner-Eschenbach

Zu ihrem achtzigsten Geburtstage

Ich heb` die Leier hoch, um dir zu huldigen,
Und - stocke gleich: ich bin die Stimme nicht,
Die dir zum Lohn heut Dankesworte spricht!
... weiterlesen


Ausflügler

Zum Bahnhof geh ich gern am Sonntag Abend,
Und fahren donnernd dann die Züge ein,
Bringt jeder Wagen, meine Seele labend,
Ein Stückchen Land mir in die Stadt herein.

... weiterlesen


Kleopatra

Zum ersten Mal, da ich sie schreiten sah,
Das stolze Haupt, den übergroßen Leib,
Durchzuckt es mich: Dies ist Kleopatra!
Das ist nicht eine Frau! Das ist ein Weib!

... weiterlesen


Festgruß an die Professoren

Zum hundertjährigen Jubiläum der
deutschen technischen Hochschule in Prag

Die Menschheit ist ein Kind, horcht gern auf Märchen
Und deutet sie nach Kinderart. O ... weiterlesen


Der Kaiser

Zweifarbige Fahnen flattern durch die Luft,
Von Reisigranken, voll mit Waldesduft,
Prangt jedes Haus, und Blumen aller Orten.
Geputztes Volk strömt durch die Ehrenpforten,
... weiterlesen


Prager Elegien III

Zwischen den alten Palästen Prags, ein träumender Enkel,
Wandl` ich sinnend dahin, Auge und Seele erregt;
Ach, das Auge entzückt die Größe vergangener Tage,
Ach, die Seele ... weiterlesen


Puppentheater

Zwischen zwei Akten des Puppenspieles lehnen die Puppen schlaff an der Wand,
Aber sie schmähen voll bittern Gefühles über des Meisters lenkende Hand.
Sagt der König: `Plumper ... weiterlesen


Erinnerung

Zünd` festlich im Salon die Kerzen an,
Zieh aneinander fest des Vorhangs Spitzen,
Ich schiebe zum Kamin die Sessel dann,
Dort laß uns, uns umarmend, niedersitzen.

... weiterlesen


Der Federkiel

`Dies Liederbuch, drin Saft des frischen Lebens quillt,
Drin du die Leidenschaften zwingst zu schönem Spiele,
Schriebst du altväterisch mit einem Federkiele?
Mit einem ... weiterlesen


Das Pathos

`Du großer Meister, sieh, mir fehlt die Kraft;
Das Pathos mangelt mir. Im prunklos schlichten,
Gefälligen Ton vermag ich wohl zu dichten,
Doch fehlt das Pathos meiner ... weiterlesen


Auf einem Sockel

`Du stellst auf einen Sockel, teurer Meister,
Auf einen Sockel diese beiden Frauen,
Die nur dein Eigensinn zu einen scheint?
Dies nackte Wunder eines schönen Weibes,
... weiterlesen


Terzinen des Toderwählten

`Ich will in diesem Jahr` - wie Jubel klang`s,
Wenn ich am Neujahrstag geschwelgt in Plänen
Voll weltbewegend kühnen Überschwangs.

Denn ich war jung und stark, war ... weiterlesen


Das Moosweibchen

`Kinder, kommt fort,
Seht ihr nicht dort
Zwischen den Bäumen das Moosweibchen stehn?
Kommt fort, sonst wird uns ein Leids geschehn!
Seht ihr denn nicht
Dort ... weiterlesen


Der Paradiesvogel

`Sag, Onkel, sag, wie machst du denn solche Gedichte?` -
`Ja, Kinder, das ist keine so einfache Geschichte!
Wißt ihr, wenn es ganz still ist und niemand mich stört,
So still, ... weiterlesen


Die Blinde Schwester

`Schwester, meine Augen starren
Lichtlos in die dunkle Welt,
Und sie hoffen und sie harren,
Ob sie noch ein Strahl erhellt;
Harren auf der Sterne Funkeln,
Auf das ... weiterlesen


Der heiße Blick

`Wenn die Sonne sinkt, muß ich fort von dir!` -
- `Ach, Sonne, Sonne, bleibe noch hier!`
Und mein Liebstes schaut durch den Tränenflor
Zu den ruhig schwimmenden Wölkchen ... weiterlesen


Zwiegespräch

`Wie kommt es, du weiser und greiser Mann,
Daß niemand das Welträtsel lösen kann?
Und sind so viel tausend Jahre verflossen,
Und hat doch noch niemand das Rätsel ... weiterlesen



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Gedichte vom Autor Hugo Salus

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