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Gedichte - Jakob van Hoddis


Andante

Aufblühen Papierwiesen Leuchtend und
grün, Da stehen drei Kühe Und singen
kühn: »O Wälder, o Wolken, O
farbige Winde, Wir werden
gemolken Geschwind
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Der Träumende

Blaugrüne Nacht, die stummen Farben
glimmen. Ist er bedroht vom roten
Strahl der Speere und rohen Panzern?
Ziehn hier Satans Heere? Die gelben
Flecke, die im Schatten schwimmen, sin
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Weltende

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der
Hut, in allen Lüften hallt es wie
Geschrei. Dachdecker stürzen ab und
gehn entzwei und an den Küsten - liest
man - steigt die Flut.
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Morgens

Ein starker Wind sprang empor. Öffnet
des eisernen Himmels blutende
Tore. Schlägt an die
Türme. Hellklingend laut geschmeidig
über die eherne Ebene der Stadt. Die
Morgensonne ru
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Der Todesengel

I Mit Trommelwirbeln geht der
Hochzeitszug, in seidner Sänfte wird
die Braut getragen, durch rote Wolken
weißer Rosse Flug, die ungeduldig
goldne Zäume nagen.
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Der Visionarr

Lampe blöck nicht. Aus der Wand fuhr
ein dünner Frauenarm. Er war bleich
und blau geädert. Die Finger waren mit
kostbaren Ringen bepatzt. Als ich die
Hand küßte, erschrak ich:
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Aurora

Nach Hause stiefeln wir verstört und
alt, die grelle, gelbe Nacht hat
abgeblüht. Wir sehn, wie über den
Laternen, kalt und dunkelblau, der
Himmel droht und glüht. Nun win
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