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Gedichte - Joachim Ringelnatz


Schulgedichte zum Auswendiglernen

(1) Ein niedliches
Eichhörnchen Lutschte am kleinen
Zehchen. Dort hatte es ein Weh-Wehchen
- Wahrscheinlich ein
Leichdörnchen. (2) Nun sieh ma
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Anzeigen



Am Barren

(Alla donna tedesca) Deutsche Frau,
dich ruft der Barrn, Denn dies
trauliche Geländer Fördert nicht nur
Hirn und Harn, Sondern auch die
Muskelbänder, Unterleib und
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Zum Schwimmen

(Die Brüder) Plumps! Nun liegst du
endlich drin, Nun hat es wirklich nicht
mehr Sinn, Noch länger den Denker und
Dichter zu mimen. Sonst gibt`s mal was
mit dem ledernen Rie
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Zum Aufstellen der Geräte

(Ein Muster) So unterwegs in einem
schönen Hechtsprung Erblickte er das
Licht der Welt, das Leben, Und hat –
obwohl er damals doch noch recht jung
– Sich doch sofort in
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Freiübungen

(Grundstellung) Wenn eine Frau in uns
Begierden weckt Und diese Frau hat
schon ihr Herz vergeben, Dann (Arme
vorwärts streckt!) Dann ist es ratsam,
daß man sich versteckt.
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Leid um Pascin

(Juni 1930) Ach, ist das Leben
schwer. Pascin nahm sich das
Leben. Nun steht ein Haus der
Freundschaft leer, Wo sich so viel
begeben. Wie lang
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Turner-Marsch

(Melodie: Leise flehen meine
Lieder) Schlagt die Pauken und
Trompeten, Turner in die
Bahn! Turnersprache laßt uns
reden. Vivat Vater Felix Dahn! Laßt uns
im Gleichs
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Zum Bockspringen

(Nach einer Fabel Ae-sops) Wie war
die Geschichte mit Bobs Wauwau? Ich
erinnere mich nicht ganz genau, Ob
dieser Hund Bobs – Eins, zwei, drei
– hops! – Ob diese
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Fußball

(nebst Abart und Ausartung) Der
Fußballwahn ist eine Krank- Heit, aber
selten, Gott sei Dank. Ich kenne wen,
der litt akut An Fußballwahn und
Fußballwut. Sowie er e
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Das Turngedicht am Pferd

(Schon den Römern bekannt) Es lebte
an der Mündung der Dobrudscha Ein
Roll- und Bier- und
Leichenwagenkutscher. Der riß
lebendigem Getier – o Graus! – Mit
kaltem Blut
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Aus Breslau

Ach, liebe Kollegin. Du bist es nicht
mehr. Nun bist du wirklich
Bäuerin. Und deine Koffer stehen
leer. Du glaubst nicht, wie ich hin und
her Und her und hin Traurig und glü
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Fand meinen einen Handschuh wieder

Als ich den einen verlor, Da warf ich
den andern ins Feuer Und kam mir wie
ein Verarmter vor. Schweinslederne sind
so teuer. Als ich den ersten
wiederfand: Shake hands
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Im Flughafen Oberwiesenfeld.

Am Flugplatz vor der
Restauration Sitzen wir morgens im
Garten, Trinken Whisky und warten.
– Ein Russe singt aus dem Grammophon.
Flugzeuge landen von Zeit zu Zeit U
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Silvester bei den Kannibalen

Am Silvesterabend setzen Sich die
nackten Menschenfresser Um ein Feuer,
und sie wetzen Zähneklappernd lange
Messer. Trinken dabei - das schmeckt
sehr gut - Bambus-Soda mit Mensche
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An einem Teiche

An einem Teiche Schlich eine
Schleiche, Eine Blindschleiche
sogar. Da trieb ein Etwas ans Ufer im
Wind. Die Schleiche sah nicht was es
war, Denn sie war blind.
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Freiballonfahrt mit Autoverfolgung.

Auf Augsburgs sonntagsbunten Flugplatz
lacht Die Sonne. Doch vergeblich
brütet Sie auf gigantische
Dickhäuteriche, Die von Miliz und
Polizei bewacht Und liebevoll von
Feuerwehr beh
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Lied aus einem Berliner Droschkenfenster

Auf dem Asphalt das Blut und das
verspritzte Gehirn Verlaufen in
zierlichen Fädchen. Ein Fädchen kann
sein aus Seide oder Zwirn. Damit nähen
und sticken die Mädchen. Sie
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Berlin (An den Kanälen)

Auf den Bänken An den Kanälen Sitzen
die Menschen, Die sich
verquälen. Sausende
Lichter, Tausend Gesichter Blitzen
vorbei: Berlin. Übers Gewässer
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Großplatztauben.

Auf großen Plätzen in den
Städten Mästen sich
Taubenschwärme. Es gehen knurrend
manchmal Gedärme Vorbei, die nur ein
solch Federvieh Gar zu gern und
gebraten hätten.
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Ruf zum Sport

Auf ihr steifen und verdorrten Leute
aus Büros, Reißt euch mal zum
Wintersporten Von den Öfen
los. Bleiches Volk an
Wirtshaustischen, Stellt die Gläser
fort.
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Ruf zum Sport

Auf ihr steifen und verdorrten Leute aus
Büros, Reißt euch mal zum
Wintersporten Von den Öfen
los. Bleiches Volk an
Wirtshaustischen, Stellt die Gläser
fort. Widme
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Frucht-Zucht-Frucht.

Bananen, Melonen, Ananas – –. Alle
Früchte haben etwas – Frei gesagt:
Unanständiges, Etwas Nuditätes an
sich. Darüber freue ich mich. Denn
das ist etwas Unbändiges.
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Beinchen

Beinchen wollen stehen. Beinchen wollen
gehen, Sich im Tanze drehen. Beinchen
wollen ruhn. Beinchen wollen
spreizen, Wollen ihren Reizen Jegliche
Gelegenheit Geb
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Bist du schon auf der Sonne gewesen?

Bist du schon auf der Sonne
gewesen? Nein? - Dann brich dir aus
einem Besen Ein kleines Stück
Spazierstock heraus Und schleiche dich
heimlich aus dem Haus Und wandere
langsam in aller R
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Boxkampf

Bums! – Kock, Canada: –
Bums! Käsow aus Moskau: Puff!
puff! Kock der Canadier: –
Plumps! Richtet sich abermals uff. Ob
dann der Käsow den Kock haut, Oder ob
er das vol
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Abschied der Seeleute

Chor der Seeleute: Wir
Fahrensleute Lieben die See. Die
Seemannsbräute Gelten für
heute, Sind nur für to-day. Die
Mädchen, die weinen, Sind s
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Berlin

Da fährt die Hochbahn in ein Haus
hinein Und auf der andern Seite wieder
raus. Und blind und düster stemmt sich
Haus an Haus. Einmal - nicht lange -
müßtest du hier sein. Wo das
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An ein startendes Flugzeug.

Da stehst du in nächster Nähe Vor
mir, stumm, starr, dumm und
grau. Torkle davon, du listige
Krähe, Töff töff und surr und dann
auf in das Blau. Weiß ich doch,
daß du
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Das Geschwätz...

Das Geschwätz in der Bedürfnisanstalt
in der Schellingstraße Heute wurde
Geld eingesammelt, Wo ich angestellt
bin, in dem Büro, Für die Frau von
jemand, der sich erhängte. Eine
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Am Hängetau

Das Hängetau ist lang und
steil. Jedoch die Übung an dem
Seil Ist heilsam und veredelt. Dieweil
du kletterst, wächst das Tau Dir
hintenraus und wedelt À la Wauwau.
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Klimmzug

Das ist ein Symbol für das
Leben. Immer aufwärts, himmelan
streben! Feste zieh! Nicht
nachgeben! Stelle dir vor: Dort oben
winken Schnäpse und Schinken. Trachte
sie zu erre
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Die Kartenlegerin

Das Schiff war schon im Hafen leck. Man
besserte an dem Schaden. Das Schiff
hatte Fässer geladen Und Passagiere im
Zwischendeck. Mittags stieg eine
Negerin In das Mat
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Das Schlüsselloch

Das Schlüsselloch, das im Haupttor
saß, Erlaubte sich nachts einen
Spaß. Es nahten Studenten Mit
Schlüsseln in Händen. Da dachte das
listige Schlüsselloch: Ich will mich
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Kindersand

Das Schönste für Kinder ist Sand. Ihn
gibt`s immer reichlich. Er rinnt
unvergleichlich Zärtlich durch die
Hand. Weil man seine Nase behält, Wenn
man auf ihn fällt,
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Silvester

Dass bald das neue Jahr beginnt, Spür
ich nicht im geringsten. Ich merke nur:
Die Zeit verrinnt Genauso wie zu
Pfingsten, Genau wie jährlich
tausendmal. Doch Volk will Gri
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Babies

Daß eure Windeln wie Segel sind, Das
wißt ihr Kinder noch nicht. Ihr
kümmert euch nicht um den eigenen
Wind, Um den fremden Wind, um das
fremde Licht. Ihr reist wie Passagiere.
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Einer meiner Bürsten

Deine Borsten wurden weiche
Haare, Meine drohen auszugehn. Zweimal
im Verlauf der dreißig Jahre Hab ich
dich bewundernd angesehn. Einmal, als
du ganz neu warst, Und j
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Wirrsal

Denn immer wieder steigt von Zeit zu
Zeit Das Glück zu hoch und sackt das
Leid zu tief. Und dann: erwacht, Was man
gewaltsam totgemacht Oder was kraftlos
dumpfe Unwahrscheinlichkeiten s
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Nach dem Gewitter

Der Blitz hat mich getroffen. Mein
stählerner, linker Manschettenknopf ist
weggeschmolzen, und in meinem Kopf summt
es, als wäre ich besoffen. Der Doktor
Berninger äußerte sic
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An M.

Der du meine Wege mit mir gehst, Jede
Laune meiner Wimper spürst, Meine
Schlechtigkeiten duldest und verstehst
- Weißt du wohl, wie heiß du oft mich
rührst? Wenn ich tot
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An dich

Der du meine Wege mit mir gehst, jede
Laune meiner Wimper spürst, meine
Schlechtigkeiten duldest und verstehst
- weißt du wohl, wie heiß du oft mich
rührst? Wenn ich tot bin,
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Fußball

Der Fußballwahn ist eine Krank- heit,
aber selten, Gott sei Dank! Ich kenne
wen, der litt akut an Fußballwahn und
Fußballwut. Sowie er einen
Gegenstand in Kugelform und ähnlich
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Der Mann, der...

Der Mann, der meine Schuhe putzt Am
Bahnhofsplatz, Hat abends, wenn er die
Trambahn benutzt, Neben sich einen
Schatz. Wie gern würde ich diesem
Kind Auch mal die Schu
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Herbst im Fluß

Der Strom trug das ins Wasser
gestreute Laub der Bäume fort. - Ich
dachte an alte Leute, Die auswandern
ohne ein Klagewort. Die Blätter
treiben und trudeln, Gewendet
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Am Barren

Deutsche Frau, dich ruft der Barrn, Denn
dies trauliche Geländer Fördert nicht
nur Hirn und Harn, Sondern auch die
Muskelbänder, Unterleib und
Oberlippe. Sollst, das Hüftgelenk
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Die Badewanne

Die Badewanne prahlte sehr. Sie hielt
sich für das Mittelmeer Und ihre eine
Seitenwand Für Helgoländer
Küstenland. Die andre Seite - gab sie
an - Sei das Gebirge Hindostan
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Frühling.

Die Bäume im Ofen lodern. Die Vögel
locken am Grill. Die Sonnenschirme
vermodern. Im übrigen ist es still.
Es stecken die Spargel aus
Dosen Die zarten Köpfchen he
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In der Neujahrsnacht

Die Kirchturmglocke schlägt zwölfmal
Bumm. Das alte Jahr ist wieder mal
um. Die Menschen können sich in den
Gassen vor lauter Übermut gar nicht
mehr fassen. Sie si
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Ein Strolch sieht spielende Kinder

Die kleinen Kinder sind so groß. Sie
umarmen sonnigen Sand. Mir geben sie
einfach einen Stoß Und greifen nach
einer Frauenhand. Sie jauchzen ohne
Scham und Verstand Nackt in
... weiterlesen


Ein Strolch sieht spielende Kinder

Die kleinen Kinder sind so groß. Sie
umarmen sonnigen Sand. Mir geben sie
einfach einen Stoß. Und greifen nach
einer Frauenhand. Sie jauchzen ohne
Scham und Verstand Nackt in ein
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Die Krähe

Die Krähe lacht. Die Krähe weiß, Was
hinter Vogelscheuchen steckt, Und daß
sie nicht wie Huhn mit Reis Und Curry
schmeckt. Die Krähe schnupft. Die
Krähe bleibt N
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Aus der Kundenkunde.

Die Kunden kommen und
gehn, Großeltern, Eltern und
Kind. Doch wenn es schlimme sind, Dann
bleiben sie lange stehn; Die
Sekundenkunden Sind noch nicht
erfunden.
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Abgesehen von der Profitlüge.

Die kurzen Beine der Lüge sind Auch
nur etwas Relatives. Ein Segler
kreuzend gegen Wind Ist immer etwas
Schiefes. Ob sie aus Anstand, aus
Mitleid gibt, Sich hinter d
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Zum Keulenschwingen

Die Merowinger sind weit verzweigt. Es
lebte ein Merowinger, Den die
Geschichte uns leider verschweigt, Ein
wackerer Keulenschwinger. Mit beiden
Händen und Leidenschaft
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Logik

Die Nacht war kalt und sternenklar, da
trieb im Meer bei Norderney ein
Suahelischnurrbarthaar - die nächste
Schiffsuhr wies auf drei. Mir scheint
da mancherlei nicht klar:
... weiterlesen


Logik

Die Nacht war kalt und sternenklar, Da
trieb im Meer bei Norderney Ein
Suahelischnurrbarthaar. - Die nächste
Schiffuhr wies auf drei. Mir scheint da
mancherlei nicht klar,
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Großer Vogel

Die Nachtigall ward eingefangen, Sang
nimmer zwischen Käfigstangen. Man
drohte, kitzelte und lockte. Gall sang
nicht. Bis man die Verstockte In
tiefsten Keller ohne Licht Ein
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Felgeaufschwung

Die wir im Felgeaufschwung uns
befinden, Schwer wie das Eisen, das der
Ristgriff faßt, Und wurde uns der
eigne Leib zur Last. Und langsam sehen
wir den Tag entschwinden. Ein
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Liedchen

Die Zeit vergeht,
Das Gras verwelkt,
Die Milch entsteht,
Die Kuhmagd melkt.

Die Milch verdirbt.
Die Wahrheit schweigt.
Die Kuhmagd stirbt.
Ein Geiger geigt.
Liedchen

Die Zeit vergeht. Das Gras
verwelkt. Die Milch entsteht. Die
Kuhmagd melkt. Die Milch
verdirbt. Die Wahrheit schweigt. Die
Kuhmagd stirbt. Ein Geiger gei
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Zimmermädchen.

Die Zimmermädchen der Hotels, Die
meine Betten schlagen und dann
glätten, Ach wenn sie doch ein wenig
Ahnung hätten Vom Unterschiede
zwischen Polster und Fels. Ach
wüßt
... weiterlesen


Zimmermädchen

Die Zimmermädchen der Hotels, Die
meine Betten schlagen und dann
glätten, Ach wenn sie doch ein wenig
Ahnung hätten Vom Unterschiede
zwischen Polster und Fels. Ach
wüßte
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Belauschte Frau

Doch ihr Gesicht, Das sah ich
nicht. Nur Beine, Rock, gebeugten
Rücken, Ein nasses Stück vom
Schürzenhang. Das alles lebte sich
beim Bücken Und Wenden unterm Küch
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Flugzeuggedanken

Dort unten ist die Erde mein Mit Bauten
und Feldern des Fleißes. Wenn ich
einmal nicht mehr werde sein, Dann
graben sie mich dort unten hinein, Ich
weiß es. Dort unt
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An meinen Kaktus

Du alter Stachelkaks, Du bist kein
Bohnerwachs, Kein Gewächs, das die
Liebe sich pflückt, Sondern du bist
nur ein bißchen verrückt. Ich
weiß, daß du wenig trinkst.
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Dickhäuter.

Ein Elefant von vorn sieht fast So aus
wie ein Nilpferd von rückwärts. Sie
tragen beide schwere Last, Manchmal
pechwärts und manchmal glückwärts.
Sie tragen unter zemen
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Faschingsvollmond.

Ein Freund, ein Dieb aus der Nähe von
Metz, Wollte mich betrunken machen. Es
gelang ihm durch dauerndes
Anstoßen. Wir stolperten über ein
Polizeigesetz, Lagen dann in zwei
steckna
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Im Park

Ein ganz kleines Reh stand am ganz
kleinen Baum Still und verklärt wie im
Traum. Das war des Nachts elf Uhr
zwei. Und dann kam ich um vier Morgens
wieder vorbei, Und da träu
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Im Park

Ein ganz kleines Reh stand am ganz
kleinen Baum still und verklärt wie ein
Traum. Das war des Nachts elf Uhr
zwei, Und dann kam ich um vier morgens
wieder vorbei, Und da träumte
... weiterlesen


Der Glückwunsch

Ein Glückwunsch ging ins neue
Jahr, Ins Heute aus dem Gestern. Man
hörte ihn sylvestern. Er war sich aber
selbst nicht klar, Wie eigentlich sein
Hergang war Und ob ihn die V
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Heimliche Stunde

Ein kleiner Spuk durch die Dampfheizung
ging. Keine Uhr war aufgezogen. Ein zu
früh geborener Schmetterling Kam auf
das Schachbrett geflogen. Es ging ein
Blumenvasenblau
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Der Stein

Ein kleines Steinchen rollte munter Von
einem hohen Berg herunter. Und als es
durch den Schnee so rollte, Ward es viel
größer als es wollte. Da sprach der
Stein mit stolz
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Der Komiker

Ein Komiker von erstem Rang Ging eine
Straße links entlang. Die Leute sagten
rings umher Hindeutend: Das ist der und
der! Der Komiker fuhr aus der
Haut Nach Haus und würgte
... weiterlesen


Der Komiker

Ein Komiker von erstem Rang Ging eine
Straße links entlang. Die Leute sagten
rings umher Hindeutend: Das ist der und
der! Der Komiker fuhr aus der Haut Nach
Haus und würgte seine
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Entomologische Liebe.

Ein Käfer, den ich kenne, Die
Goldhenne, Spritzt einen üblen
Saft. Ich habe mir eine Betthenne
– Nein, Bettpfanne angeschafft.
Nur zur eigenen Benützung,
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Ein männlicher Briefmark erlebte

Ein männlicher Briefmark erlebte was
Schönes, bevor er klebte. Er war von
einer Prinzessin beleckt. Da war die
Liebe in ihm erweckt. Er wollte sie
wiederküssen, da
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Die Briefmarke

Ein männlicher Briefmark erlebte was
Schönes, bevor er klebte. Er war von
einer Prinzessin beleckt Da war die
Liebe in ihm erweckt. Er wollte sie
wiederküssen Doch hat er
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Ein Nagel saß in einem Stück Holz

Ein Nagel saß in einem Stück
Holz. Der war auf seine Gattin sehr
stolz. Die trug eine goldene Haube Und
war eine Messingschraube. Sie war
etwas locker und etwas verschraubt
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Ein Nagel saß in einem Stück Holz

Ein Nagel saß in einem Stück Holz Der
war auf seine Gattin sehr stolz. Die
trug eine goldene Haube, und war eine
Messingschraube. Sie war etwas locker
und etwas verschraubt, sowo
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Ein Pflasterstein, der war einmal

Ein Pflasterstein, der war einmal Und
wurde viel beschritten. Er schrie: `Ich
bin ein Mineral Und muss mir ein für
allemal Dergleichen streng
verbitten!` Jedoch den M
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Arm Kräutchen

Ein Sauerampfer auf dem Damm Stand
zwischen Bahngeleisen, Machte vor jedem
D-Zug stramm, Sah viele Menschen
reisen. Und stand verstaubt und
schluckte Qualm Schwindsüc
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Arm Kräutchen

Ein Sauerampfer auf dem Damm stand
zwischen Bahngeleisen, machte vor jedem
D-Zug stramm, sah viele Menschen
reisen. Und stand verstaubt und
schluckte Qualm, schwindsüchtig
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Ein Taschenkrebs und ein Känguruh

Ein Taschenkrebs und ein Känguruh, Die
wollten sich ehelichen. Das Standesamt
gab es nicht zu, Weil beide einander
nicht glichen. Da riefen sie zornig:
`Verflucht und verdam
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Ein Taschenkrebs und ein Känguruh

Ein Taschenkrebs und ein Känguruh, die
wollten sich ehelichen. Das Standesamt
gab es nicht zu, Weil beide einander
nicht glichen. Da riefen sie zornig:
`Verflucht und verdammt
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August 1929.

Ein Zeppelin fliegt übers Meer. Aber
es gibt schon heute Ganz gut gescheite
Leute, Die interessiert das gar nicht
sehr. Der Weltenraumverkehr
floriert Seit Urzeit, n
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Ein Stück Bierflasche

Eine Bierflasche ging in Scherben Am
Stein am See. Dem Manne, der sie
warf, Brachte dieser Wurf
Verderben, Besser gesagt: Ein
Fuß-Wehweh. Glasscherben sind spitz
und scharf.
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Nie bist du ohne Nebendir

Eine Wiese singt. Dein Ohr klingt. Eine
Telefonstange rauscht. Ob du im Bettchen
liegst Oder über Frankfurt fliegst, Du
bist überall gesehen und
belauscht. Gonokokke
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Leise Maschinen

Einsam auf dem Hügel Kreisen vier
Windmühlenflügel, Mahlen. Weit ins
Meer führen Steine. Dort rollt ein
Leuchtturm seine Strahlen. Derweilen
sich das dreht,
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Freundschaft.

Erster Teil Es darf eine Freundschaft
formell sein, Muß aber genau
sein. Eine Freundschaft kann rauh
sein, Aber muß hell sein. Denn
Allzusprödes versäumt
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Kindergebetchen.

Erstes Lieber Gott, ich liege Im
Bett. Ich weiß, ich wiege Seit gestern
fünfunddreißig Pfund. Halte Pa und Ma
gesund. Ich bin ein armes
Zwiebelchen, Nimm mir das ni
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Helfen.

Es betteln Armut und Betrug. Es betteln
die Faulen und Schwachen. Wer viel
gegeben, gab nie genug. Ehrliches
Lachen darf lachen. Wir reden gern
uns die Schuld vom Hals
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Humpelnde Welt

Es bleibt nicht aus, daß man den Mut
verliert, Wenn man schon längere Zeit
mit seinen wunden Füßen
herumexperimentiert. - Ich hatte noch
immer nicht den richtigen Schuh, Die
rich
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Das Ei

Es fiel einmal ein Kuckucksei
Vom Baum herab und ging entzwei.

Im Ei da war ein Krokodil;
Am ersten Tag war`s im April.
Lebhafte Winterstraße.

Es gehen Menschen vor mir hin Und gehen
mir vorbei, und keiner Davon ist so,
wie ich es bin. Es blickt ein jedes so
nach seiner Gegebenen Art in seine
Welt. Wer hat d
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Sehnsucht nach Zufall

Es gibt freiwilliges Allein, Das doch
ein wenig innen blutet. Verfrühter
Gast in einer Schenke sein, Wo uns
derzeit kein Freund vermutet - - Und
käme plötzlich doch der
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Leere Nacht.

Es ließ ein Huhn sich braten. Ich roch
es. Doch es lockte nicht. Mich
grüßten zwei Soldaten. Sie hatten
kein Gesicht. Ich schritt an Licht
und Scheinen Vorbei. Und
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Leere Nacht

Es ließ ein Huhn sich braten. Ich roch
es. Doch es lockte nicht. Mich
grüßten zwei Soldaten. Sie hatten
kein Gesicht. Ich schritt an Licht
und Scheinen Vorbei. Und
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Es lohnt sich doch

Es lohnt sich doch, ein wenig lieb zu
sein Und alles auf das Einfachste zu
schrauben, Und es ist gar nicht Großmut
zu verzeihn, Daß andere ganz anders als
wir glauben. Und stimm
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Mein Wannenbad

Es muss wieder mal sein. Also: Ich
steige hinein in zirka zwei Kubikmeter
See. Bis übern Bauch tut es weh. Das
Hähnchen plätschert in schamlosem
Ton, ich atme und schnupf
... weiterlesen


Am Sachsenplatz. Die Nachtigall

Es sang eine Nacht ... Eine Nachti
.. Ja Nachtigall am Sachsenplatz Heute
morgen. - Hast du in Berlin Das je
gehört? - Sie sang, so schien Es mir,
für mich, für Ringelnatz.
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Schläge.

Es schlägt im Busch eine
Nachtigall. Es schlägt ein Knecht auf
dem Sommerball Einem andern den
Schädel entzwei. Es schlägt eine
Turmuhr Drei. Es sagt die Nacht,
wenn sie
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Der Unfall.

Es sprach das Gehirn erschüttert Zur
Nase: »Du blutest stark!« Es sagte
der Hut verbittert: »Ich bin total
zerknittert Und war aus Seide
gefüttert Und kostete dreißig Ma
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Übergewicht

Es stand nach einem
Schiffsuntergange Eine Briefwaage auf
dem Meeresgrund. Ein Walfisch
betrachtete sie bange, Beroch sie dann
lange, Hielt sie für ungesund, Ließ
alle Achtu
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Übergewicht

Es stand nach einem
Schiffsuntergange Eine Briefwaage auf
dem Meeresgrund. Ein Walfisch
betrachtete sie bange, Beroch sie dann
lange, Hielt sie für ungesund, Ließ
alle Achtung un
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Die Litfaßsäulen

Es stehen die Litfaßsäulen Verstreut,
den Leuchttürmen gleich, Und lassen
vom Wind sich umheulen Und werden im
Regen ganz weich. Und rufen und
locken und preisen Au
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Es war ein Brikett, ein großes Genie

Es war ein Brikett, ein großes
Genie, Das Philosophie studierte Und
später selbst an der Akademie Im
gleichen Fache dozierte. Es sprach
zur versammelten Briketterie:
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Das scheue Wort.

Es war ein scheues Wort. Das war
ausgesprochen Und hatte sich
sofort Unter ein Sofa verkrochen.
Samstags, als Berta das Sofa
klopfte, Flog es in das linke,
verstopfte
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Die Schnupftabaksdose

Es war eine Schnupftabakdose Die hatte
Friedrich der Große Sich selbst
geschnitzelt aus Nußbaumholz. Und
darauf war sie natürlich stolz. Da
kam ein Holzwurm gekrochen.
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Die Schnupftabaksdose

Es war eine Schnupftabaksdose Die hatte
Friedrich der Große Sich selbst
geschnitzt aus Nussbaumholz Und darauf
war sie natürlich stolz. Da kam ein
Holzwurm gekrochen Der h
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Komm, sage mir, was du für Sorgen hast

Es zwitschert eine Lerche im
Kamin, Wenn du sie hörst. Ein jeder
Schutzmann in Berlin Verhaftet dich,
wenn du ihn störst. Im Faltenwurfe
einer Decke Klagt ein Gesich
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Ein ängstlich Einsteigenden.

Flieg zu, Insasse! Und lasse Lasse
dich Nur äußerlich Von andern
lenken. Du mußt denken: Deine
Linie geht Nach deinem Willen Und im
stillen
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Es lebe die Mode!

Für die Mode, nicht dagegen Sei der
Mensch! – Denn sie erfreut, Wenn sie
sich auch oft verwegen Vor dem
größten Kitsch nicht scheut. Ob sie
etwas kürzer, länger,
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Wohlgemeint an Biedermann.

Geh doch einmal ins Gegenteil Und laß
dich etwas kitzeln! Wir sind oft
unbefriedigt, weil Wir übersicher
witzeln. Wir ziehen satt in
geregeltem Trott Auf Wegen, die
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Ringkampf

Gibson (sehr nervig),
Australien, Schulze, Berlin (ziemlich
groß). Beißen und Genitalien Kratzen
verboten. – Nun los! Ob sie wohl
seelisch sehr leiden? Gibson ist
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An meinen Zigarettenrauch

Gleite ins Weite und in die
Höh! Adieu, du zartes Bleu Meines
Zigarettenrauches, Der du so sanft
entfliehst. Wenn du ein zierliches
Nasenloch siehst, Küß dem die Ha
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An meinen Zigarettenrauch

Gleite ins Weite und in die Höh! Adieu,
du zartes Bleu Meines
Zigarettenrauches, Der du so sanft
entfliehst. Wenn du ein zierliches
Nasenloch siehst, Küß dem die Haare al
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Ansprache eines Fremden an eine Geschminkte vom de

Guten Abend, schöne Unbekannte! Es ist
nachts halb zehn. Würden Sie
liebenswürdigerweise mit mir schlafen
gehn? Wer ich bin? -Sie meinen, wie ich
heiße? Liebes Kind, ich werde Si
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Happy Christmas

Happy Christmas, dear old Un!
Will Dir wer was Böses thun,
Drücke kalten Blutes
Beide Augen zu.
Tu dann dafür doppelt Gutes
Deinem Kuttel Daddeldu.

Rundlauf

Heran in die Tiefe, seitab in die Höh
– Auf der Reise im Kreise
gewiegt. Die Mädels, die Buben, Madame
und Monsieur, Das baumelt und taumelt
und fliegt. Es schweben die R
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Traurige Nachtklage

Hin ist der Tag, die Nacht bricht
an, Man siehet schon die Sternlein
schimmern; Itz schau` ich, was die Venus
kan Und wie der Mond beginnt zu
glimmern; Die ganze Welt ligt in der
Ruh,
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Die Rakete und der Kater

Hui! Die Rakete stieg. Sie fauchte Am
Dach vorbei und höher. Glühend
jung. Bis sie in wundervollem
Linienschwung In ferne, dunkle
Abendwolken tauchte. Auf jenem Dache
saß ein schwarze
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Die Lumpensammlerin

Hält sie den Kopf gesenkt wie ein
Ziegenbock, Ihre Gemüsenase, Ihr
spitzer Höcker, ihr gestückelter
Rock Haben die gleiche farblose
Drecksymphonie Der Straße. Mimikry.
... weiterlesen


Gedicht in Bi-Sprache

Ibich habibebi dibich, Lobittebi, sobi
liebib. Habist aubich dubi
mibich Liebib? Neibin,
vebirgibib. Nabin obidebir
febirn, Gobitt seibi dibir
gubit. Meibin Hebirz habi
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Gedicht in Bi-Sprache

Ibich habibebi dibich Lobittebi, sobi
liebib. Habist aubich dubi
mibich Liebib? Neibin,
vebirgibib. Nabih obidebir
febirn, Gobitt seibi dibir gubit. Meibin
Hebirz habi
... weiterlesen


Chemnitzer Bußtag 1928.

Ich aber ging zum Tambour hin, Weil ich
nicht gern im Trüben bin, Und weil im
Tambour Lou verkehrt Und immer vieler
Männer harrt. Und dennoch ist die Lou
apart Und wird von
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Heimatlose

Ich bin fast Gestorben vor Schreck: In
dem Haus, wo ich zu Gast War, im
Versteck, Bewegte sich, Regte
sich Plötzlich hinter einem Brett In
einem Kasten neben de
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Heimatlose

Ich bin fast Gestorben vor Schreck: In
dem Haus, wo ich zu Gast War, im
Versteck, Bewegte sich, Regte
sich Plötzlich hinter einem Brett In
einem Kasten neben dem Klose
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Kauderwelcher Bettlerdank.

Ich danke dir für Wasser, Wein und
Speise, Und ich bin froh, daß meine
Sprache fremd Hier ist. – Ein Bettler
mit verlaustem Hemd Will ich nur sein.
Auf meiner Weiterreise Träum
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Flugzeug am Winterhimmel.

Ich fliege im Flockengewimmel. Ach,
guter Himmel, laß das doch sein! Ich
Flugriese bin nur klein Vögelein Gegen
dich, schüttender Himmel. Sag
Schneegestöber, ich bäte e
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Der letzte Tag vergangnen Jahrs.

Ich ging auf Abenteuer Durch finsteres
Gassengewirr. Ein Fenster in schiefem
Gemäuer. Inseits ein leises
Geklirr Und ein kleines, bläuliches
Feuer. – Durchaus ganz geheuer
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Telefonischer Ferngruß

Ich grüße dich durchs Telefon, Guten
Morgen, du Gutes! Ich sauge deiner
Stimme Ton In die Wurzeln meines
Mutes. Ich küsse dich durch den langen
Draht. Du Meinziges, du Li
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Ich habe dich so lieb

Ich habe dich so lieb! Ich würde dir
ohne Bedenken Eine Kachel aus meinem
Ofen Schenken. Ich habe dir nichts
getan. Nun ist mir traurig zu Mut. An
den Hängen der Eis
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Offener Antrag auf der Straße

Ich habe einen Frisiersalon. Komm mit.
Dort wollen wir knutschen. Ich wollte,
ich wäre ein Malzbonbon Und du, du
würdest mich lutschen. Wir geben dem
Lehrbub den Nachmittag frei
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Ehrgeiz

Ich habe meinen Soldaten aus Blei Als
Kind Verdienstkreuzchen eingeritzt. Mir
selber ging alle Ehre vorbei, Bis auf
zwei Orden, die jeder besitzt. Und ich
pfeife durchaus nicht auf Ehre.
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Essen ohne Dich

Ich habe mich hungrig gefühlt, Doch
fast nichts gegessen. War alles lecker,
das Bier so schön gekühlt – Aber:
du hast nicht neben
mir gegessen. Verzeihe: Ich stel
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Einsiedlers Heiliger Abend

Ich hab` in den Weihnachtstagen - Ich
weiß auch, warum - Mir selbst einen
Christbaum geschlagen, Der ist ganz
verkrüppelt und krumm. Ich bohrte
ein Loch in die Diele
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An die Masse.

Ich halte zu euch, aber liebe euch
nicht, Weil ihr das niemals
versteht. Und ich liebe – ich liebe
– – ich liebe euch doch, Weil ihr
solcher Liebe entgeht. Wenn ihr ei
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Gruß an Junkers.

Ich kenne den Herrn Junkers nicht. Mag
es auch schmeichlerisch klingen, Ich
widme ihm dennoch dies
Gedicht, Beschwingt von seinen
Schwingen. Aus meiner Laune steigt
es frei,
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Aufgebung

Ich lasse das Schicksal los. Es wiegt
tausend Milliarden Pfund; Die zwinge
ich doch nicht, ich armer Hund. Wies
rutscht, wies fällt, Wies trifft - so
warte ich hier. -
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Rückblick

Ich sehe hinter dem Grau heute Blau Und
bin milder geworden. Ich bin nicht mehr
der junge Radau Und wehe nicht mehr aus
Norden. Es kommen die Jüngsten auch
mal dahin,
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Aus der Vogelkunde.

Ich spreche von Flugmaschinen. Sie
summen lauter als Bienen Und sind eine
Kreuzung von Taube, Ente, Maikäfer und
Schiffsschraube. Sie nisten einzeln,
paar- und gruppen-
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Abendgebet einer erkälteten Negerin

Ich suche Sternengefunkel. All mein
Karbunkel Brennt Sonne dunkel. Sonne
drohet mit Stich. Warum brennt mich
die Sonne im Zorn? Warum brennt sie
gerade mich? Wa
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Abendgebet einer erkälteten Negerin

Ich suche Sternengefunkel. Sonne brennt
mich dunkel. Sonne drohet mit
Stich. Warum brennt mich die Sonne im
Zorn? Warum brennt sie gerade
mich? Warum nicht Korn? Ich folge we
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Die Fliege im Flugzeug.

Ich war der einzige Passagier Und hatte
– nur zum Spaße – Eine lebende
Fliege bei mir In einem Einmachglase.
Ich öffnete das Einmachglas. Die
Fliege schwirrte a
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An meinen Lehrer

Ich war nicht einer deiner guten
Jungen. An meinem Jugendtrotz ist
mancher Rat Und manches wohlgedachte
Wort zersprungen. Nun sieht der Mann,
was einst der Knabe tat. Doch ha
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Zu einem Geschenk

Ich wollte dir was dedizieren, Nein
schenken; was nicht zuviel kostet. Aber
was aus Blech ist, rostet, Und die
Messinggegenstände oxydieren. Und was
kosten soll es eben doch.
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Kniehang

Ich wollte, ich wär` eine
Fledermaus, Eine ganz verluschte,
verlauste, Dann hing ich mich früh in
ein Warenhaus Und flederte nachts und
mauste, Daß es Herrn Silberstein
grauste.
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Begrüßung eines soeben Gelandeten.

Ich wünsche dir Glück zum
festen Boden. – War das dein erster
Flug? – Ich glaube, du fährst am
besten Das nächstemal mit dem
Eisenbahnzug. Ganz bleich sieht du
aus.
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Im dunklen Erdteil Afrika

Im dunklen Erdteil Afrika Starb eine
Ziehharmonika. Sie wurde mit Musik
begraben. Am Grabe saßen zwanzig
Raben. Der Rabe Num`ro
einundzwanzig Fuhr mit dem Segelschiff
nach Danzig
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Hafenkneipe

In der Kneipe `Zum Südwester` Sitzt
der Bruder mit der Schwester Hand in
Hand. Zwar der Bruder ist kein
Bruder, Doch die Schwester ist ein
Luder Und das braune Mädch
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Kurz vor der Weiterreise

In Eile - in vierzig Minuten Geht mein
Zug. Denke dir nur: Die gelbe Tasche
mit Frack und den guten Hosen, vier
Hemden und Onkel Karls Uhr, Die
Metamorphosen des Tacitus, Zwei
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Die Ameisen

In Hamburg lebten zwei Ameisen, Die
wollten nach Australien reisen. Bei
Altona auf der Chaussee Da taten ihnen
die Beine weh, Und da verzichteten sie
weise Dann auf den letzte
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Die Ameisen

In Hamburg lebten zwei Ameisen, Die
wollten nach Australien reisen. Bei
Altona auf der Chaussee Da taten ihnen
die Beine weh, Und da verzichteten sie
weise Dann auf den letz
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Königsberg in Preußen.

In Königsberg zum zweitenmal. Ich
wohnte im Hotel Central, Dort war gut
hausen. Doch draußen: An Kälte
zweiunddreißig Grad. Ich ächzte und
ich stöhnte. Ja, König
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Arbeit.

Ist es unrecht, die Arbeit zu lieben?
Warum sind sie aus dem Paradies
vertrieben? Jeder weiß es. »Im
Angesicht deines Schweißes . . .«
– Nein anders: »Im Sch
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An einen Glasmaler.

Ja, du weißt: Es richten deine Farben
sich nach jedem Scheine, Immer nur nach
andrer Meinung, Kläglich mild Bis
kitschig wild, Durch sich selbst
niemals Erscheinung.
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Leben wie Karneval.

Jeder summt sein Sümmchen Oder brummt
sein Brümmchen Wie ein Bär oder wie
ein Bienchen, Wenn er ganz in
sich Hindöst. – Aber
öffentlich Zieht dann jeder, jede, J
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Kind spiele!

Kind, spiele! Spiele Kutscher und
Pferd! - Trommle! - Baue dir
viele Häuser und Automobile!
- Koche am Puppenherd! - Zieh deinen
Püppchen die Höschen Und Hem
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Chartres

Kirchenfenster,
Kirchenfenster, Kirchenfenster,
Kirchenfenst ... Hoch im Dachgebälk
der Kathedrale Sahen meine Freunde viel
Gespenster. Ich sah nur ein einziges,
das internationale,
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Klein-Dummdeifi.

Klein-Dummdeifi ging vorüber, Witzig
wie ein Nasenstüber. Doch ihr
schnippisches Geschau Spielte Hochmut
und verneinte, Ungefragt, was ich nicht
meinte, Sah in mir nur »Ker
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Kniebeuge

Kniee – beugt! Wir Menschen sind
Narren. Sterbliche Eltern haben uns
einst gezeugt. Sterbliche Wesen werden
uns später verscharren. Schäbige
Götter, wer seid ihr? und wo?
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Schroffer Abbruch.

Laß mich doch allein, Bitte,
bitte! Meine Schritte Sind deinen zu
klein. Merkst du denn nicht, Was
höfliche Worte sind? Deine Blicke
stellen sich bl
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Weihnachten

Liebeläutend zieht durch
Kerzenhelle, mild, wie Wälderduft, die
Weihnachtszeit. Und ein schlichtes
Glück streut auf die Schwelle schöne
Blumen der Vergangenheit. Hand schmiegt
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An Alfred Schloßhauer.

Lieber Alfred Schloßhauer, Du wußtest
nie, was in mir um Dich warb. Ich sah
Dich einst in tiefster stiller
Trauer Um einen Freund, der Dir
entstarb. Was rauh und stacheldr
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Gesellenstück

Mahagoni auf Eiche furniert. Deckel
sauber scharniert. Alle Bretter
gefedert, gespundet. Die Ecken fein
weich gerundet. Die Seitenwände mit
tiefgeschnitzten Weintrauben und S
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Kassel (Die Karpfen in der Wilhelmstraße 15)

Man hat sie in den Laden In ein intimes
Bassin gesetzt. Dort dürfen sie
baden. Äußerlich etwas ausgefranst,
abgewetzt - Scheinen sie inwendig Doch
recht lebendig. Si
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Entschuldigungsbrief.

Mein lieber S., Als ich am andern
Tag Erwachte, wußte ich nicht mehr
Genaues. Ich hab ein rotes Auge, Ruth
ein blaues. Wie sich das zugetragen
haben mag!! In meinem Anzug k
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Entschuldigungsbrief

Mein lieber S., als ich am andern
Tag Erwachte, wußte ich nicht mehr
Genaues. Ich hab ein rotes Auge, Ruth
ein blaues. Wie sich das zugetragen
haben mag!! In meinem Anzug kl
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Der Athlet

Mein Name ist Murxis, der Kraftmensch
genannt. Meine Nahrung ist Goulasch vom
Elefant In einer Sauce des
Stärkemehles. Meine Heimat ist das
Zentrum Südwales,      
U
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Das Geseires einer Aftermieterin

Meine Stellung hatte ich verloren, Weil
ich meinem Chef zu häßlich bin. Und
nun habe ich ein Mädchen geboren, Wo
keinen Vater hat, und kein Kinn. Als
mein Vormund sich erh
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Winterflug 1929.

Merkwürdig: Durch meine Lebenszeit War
ich wie gegen Tod gefeit. Weiß heute
wohl, warum. Als ich noch nicht es
wußte, war Gott immer bei mir in
Gefahr, Weil ich nicht –
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Schlechter Tag.

Müde streichen meine Finger Über
Runzeln, über Narben, Über graue
Haare. Prost, ihr Freunde, die in
diesem Jahre Mir entstarben!–
Bums!! Bums und klirr!! – Nu
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Was willst du von mir?

Möchtest du meine Frau werden, Da meine
Haare schon grau werden, Schon
größtenteils sind? Möchtest du über
mich lachen? Soll ich dir Freude
machen? Oder ein Kind?
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Aus

Nun geh ich stumm an dem vorbei, Wo wir
einst glücklich waren, Und träume vor
mich hin: es sei Alles wie vor zwei
Jahren. Und du bist schön, und du
bist gut, Und ha
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Einsamer Spazierflug.

Nun ich wie gestorben bin Und wurde ein
Engelein, Fliege ich über dein
Wohnhaus hin. Häuschen klein. Die
du als Witwe wieder umworben Sein
magst, Da ich doch
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Gespräch mit einem Blasierten.

Nun, wie war Ihr Flug? Fragte ich
irgendwen. Er meinte: »Langweilig
genug – – Immer bloß Landkarten
sehn – – Außerdem zog
es.« Angst? »Mir gangst!«
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Der Bücherfreund

Ob ich Biblio- was bin? Phile? `Freund
von Büchern` meinen Sie? Na, und ob
ich das bin! Ha! und wie! Mir sind
Bücher, was den anderen Leuten Weiber,
Tanz, Gesellscha
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Gewitter

Oben in den Wolken krachte der
Donner. Am Ufer des Indischen Ozeans
balzte ein Kind. Würde der Mond noch
monder, die Sonne noch sonner, So
würden die Menschen vielleicht noch
drehlicher,
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Flugpost-Liebesgabe.

Radieschen schmeckt wie
Regenwurm. Radieschen schmeckt auf
hoher See, Auf Wache und im
Regensturm Wie Wasser und wie Pralinee.
Noch welke Blättchen grün am
Rot. Als
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Abermals in Zwickau.

Rings um das Zwickauer
Krankenstift Torkeln im Schnee fette
Raben, Die wissen nicht, was Pulver und
Gift Ist, und wie gut sie es haben.
Es geht modern und freundlich zu
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An Gabriele B.

Schenk mir dein Herz für vierzehn
Tage, Du weit ausschreitendes
Giraffenkind, Auf daß ich ehrlich und
wie in den Wind Dir Gutes und Verliebtes
sage. Als ich dich sah, du
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Schenken

Schenke groß oder klein, Aber immer
gediegen. Wenn die Bedachten Die Gaben
wiegen, Sei dein Gewissen
rein. Schenke herzlich und
frei. Schenke dabei Was
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Schenken

Schenke groß oder klein, Aber immer
gediegen. Wenn die Bedachten Die Gaben
wiegen, sei dein Gewissen rein. Schenke
herzlich und frei. Schenke dabei, Was in
dir wohnt
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Katze vor Anker

Schlafen die Bewohner Von dem
Gaffelschoner Im Kajüt am Heck? - Weil
das Boot vor Anker liegt, Hockt die
Katze mißvergnügt Oben auf dem
Deck. Sieht sie Mäus
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An einen Geschäftsfreund.

Schlage nicht Freundschaften in den
Wind, Die by and by
ersprießlich, Außerdem aufrichtig
sind! Was siegt denn
schließlich? Organischer Erwerb.
Eilgier f
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Schöne Frauen mit schönen Katzen

Schöne Fraun und Katzen
pflegen Häufig Freundschaft, wenn sie
gleich sind, Weil sie weich sind Und
mit Grazie sich bewegen. Weil sie
leise sich verstehen, Weil sie
... weiterlesen


Schöne Fraun mit schönen Katzen

Schöne Fraun und Katzen pflegen Häufig
Freundschaft, wenn sie gleich sind, Weil
sie weich sind Und mit Grazie sich
bewegen. Weil sie leise sich
verstehen, Weil sie selber
... weiterlesen


Gruß ins Blaue.

Sehr verehrte, auserlesene, Einmal nahe
mir gewesene, Nunmehr tote Damen und
Herrn! Ich hätte all Ihnen gar zu
gern Noch etwas vor dem Tode gesagt.
Hab ich
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Während der Riesenwelle

Seht ihr mich? Und spürt ihr nicht den
Wind, Den ich mache? Ja, das ist
gefährlich! Aber mir, dem alten
Seemann, sind Riesenwellen eben
unentbehrlich. Käme mir jetzt einer
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Frankfurt am Main

September 1923 Wie ich mich auf dich
freue! Nur noch fünf Tage
weit! Wird! Was ich auch scheue, Niemals
die Zeit. Ich sitze wo und esse. Um
mich d
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Zu dir.

Sie sprangen aus rasender Eisenbahn Und
haben sich gar nicht weh getan. Sie
wanderten über Geleise, Und wenn ein
Zug sie überfuhr, Dann knirschte
nichts. Sie lachten nur.
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Stammbuchvers

So an ein Stammbuch hingezerrt hat man
Verdruss. Man fühlt sich aufs Klosett
gesperrt Obwohl man gar nicht
muss. Denn mancher Gast will
weitergehn Und will nichts stehen la
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Kuttel Daddeldu über Nobile.

So große Kerle gingen tot. Gott weiß,
was fern in höchster Not Noch heute
kämpft, vom Eis umklammert, Für
dieses Großmaul, das jetzt jammert Um
seinen angequetschten Zeh.
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Liebesbrief

So kann es nun nicht weitergehn! Das,
was besteht, muß bleiben. Wenn wir uns
wieder wiedersehn, Muß irgendetwas
geschehn. Was wir dann auf die Spitze
treiben. Was - was auf
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Humorvolle Spinner.

Spinnete Köpfe, gescheit und
begabt, Weil ihr einen Pieps, einen
Vogel habt, Verlachen euch manche und
meiden Euch. Ich mag euch leiden.
Ein Piepvogel lebt so hoch und frei
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Bürger, den ich meine.

Tanzunterricht bis
Stammtischbier. Solch Bürger ist
behütet. Der Bürger ist kein
Säugetier. Der Bürger ist gebrütet.
Doch was ich hiermit Bürger
nenn, Sind sat
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Und auf einmal steht es neben dir

Und auf einmal merkst du
äußerlich: Wie viel Kummer zu dir
kam, Wie viel Freundschaft leise von dir
wich, Alles Lachen von dir nahm. Fragst
verwundert in die Tage. Doch die Tage
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Sind wir frei?

Und hindert nichts mich, frei von dir zu
reden, Darf meine Liebste uns
umschlungen sehn. So können wir in
jedes Wort, in jeden Blick -
lächelnden Gewissens sehn. Nicht
antwort
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Aus meiner Kinderzeit

Vaterglückchen,
Mutterschößchen, Kinderstübchen,
trautes Heim, Knusperhexlein, Tante
Rös`chen Kuchen schmeckt wie
Fliegenleim. Wenn ich in die Stube
speie Lacht m
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Aus meiner Kinderzeit

Vaterglückchen,
Mutterschößchen, Kinderstübchen,
trautes Heim, Knusperhexlein, Tante
Rös`chen Kuchen schmeckt wie
Fliegenleim. Wenn ich in die Stube
speie Lacht mein Br
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Zum Wegräumen der Geräte

Veterinär, gleichzeitig Veteran, Ein
Mann, der 92 Jahre zählte, Daß man
zuletzt ihn aus Gewohnheit wählte, Und
trotzdem biegsam, schmiegsam wie ein
Schwan. Das war – trotz eine
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Fernflug.

Viel Höflichkeit wird uns am Start
geboten. Die Flugfahrthelfer und
Piloten Sind wohlerzogen,
pflichtbewußt Und jung. Auch die, die
alt an Jahren Sind zeitvoran, doch
welterfahren.
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Fliegerleute.

Vielleicht wird sich das später
ändern. Auch ist es vielleicht in
verschiedenen Ländern Anders. Doch wie
das in Deutschland heute Liegt, muß
ich sagen: Die Fliegerleute, Piloten,
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Aneinander vorbei

Vom Speisewagen Durchs Land
getragen, Siehst du Dörfer, Felder,
Katz und Küh. Angenommen, daß dir das
Menü Nichts kann sagen. Irgendwo:
Zwei Barfußmädchen winken
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Fluidum.

Von Auge zu Auge wogen Moleküle
Gefühle, Ehe das Auge sieht, Ehe sich
das Gesicht Zur Miene verzieht, Ehe
der Mund verlogen Oder verlegen
spricht. Wen
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Der Sänger.

Vor dem Debut soupierend saß, Bei
einer Frau, der Sänger. Sie staunte
über seinen Fraß Und wurde immer
länger. Der Sänger auf die Bühne
trat, Schlicht, ohne si
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Abschied von Renée

Wann sieht ein Walfisch wohl je Ein
Reh? - Ach du! Renée! Und führen wir
zusammen zur See, Wir landeten bei den
Wilden. - Sag: Ist es nicht noch
schöner, in Schnee A
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Chansonette

War ein echter Prinz und hat Warzen im
Bett. Und kniete vor jeder
Schleife. Vaters Leiche lag auf dem
Bügelbrett Und roch nach Genever und
Seife. Wenn der Pfaffe unter meine
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Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang –
Wartete auf Bumerang.
Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum - noch stundenlang -
wartete auf Bumerang.
Der Zahnfleischkranke

Was geht mich der Frühling, was geht
mich dein dummes Gesicht, Dein Leben
an. Aber nur weine nicht. Geh,
Mädchen! Geh! Geh! Mir tun meine
Zähne, Deine Knietschträne tut n
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An Berliner Kinder

Was meint ihr wohl, was eure Eltern
treiben, Wenn ihr schlafen gehen
müsst? Und sie angeblich noch Briefe
schreiben. Ich kann`s euch sagen: da
wird geküsst, Geraucht, getanzt,
gesoffen
... weiterlesen


Gedanken an Wedekind.

Wedekind war immer interessant, Ein
Stoßhorn in die häßlich mittlere
Welt. Wahrscheinlich hat er mich nie
gekannt. Ich bin ihm wohl zehnmal
vorgestellt. Das letzte Mal ha
... weiterlesen


Afrikanisches Duell

Wenn dich der Paul oder jemand, den du
kennst, Schwein schimpft, oder wenn du
ihn Rindsvieh nennst, Dann habt ihr euch
beleidigt. Dann müsst ihr afrikanisches
Duell machen. Ich bin der
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An der alten Elster.

Wenn die Pappeln an dem
Uferhange Schrecklich sich im Sturme
bogen, Hu, wie war mir kleinem Kinde
bange! – Drohend gelb ist unten Fluß
gezogen. Jenseits, an der Pferdesch
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Deutsche Sommernacht.

Wenn die Pfirsichpopos Sich im Sekt
überschlagen. Und der Teufel legt
los, Uns mit Mücken zu plagen. Und
wir füllen einmal reichlich
bloß Einem Armen Tasche und Magen.
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Ostern

Wenn die Schokolade keimt, Wenn nach
langem Druck bei
Dichterlingen `Glockenklingen` sich auf
`Lenzesschwingen` Endlich reimt, Und der
Osterhase hinten auch schon preßt, Dann
komm
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Laufschritt-Couplet

Wenn doch die Pferdebahn noch wär`! Da
wurde bald der Kondukteur Und bald der
Gaul verdroschen, Und manchmal lief man
nebenher Und sparte sich den
Groschen. Die Feuer
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Brief auf Hotelpapier.

Wenn du nach Halle gehst, Dann geh nach
Hamburg, Wenn du von gutem Leben was
verstehst. Wenn du nach Halle
reist, Magst du zuvor mich fragen. Ich
kann dir manches sag
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Neujahrsnachtfahrt

Wenn du nachts in ein Auto steigst Und
dir ist bang und winterlich zu Mut, Und
du dem Chauffeur die Richtung
zeigst, Und sagst: `Sie fahren
gut.` Wenn du so den Kopf des Wagenlenk
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Blues.

Wenn du nicht froh kannst
denken, Obwohl nichts Hartes dich
bedrückt, Sollst du ein Blümchen
verschenken Aufs Geratewohl von dir
gepflückt. Irgendein staubiger,
gelber,
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Blues

Wenn du nicht froh kannst denken, Obwohl
nichts Hartes dich bedrückt, Sollst du
ein Blümchen verschenken Aufs
Geratewohl von dir
gepflückt. Irgendein staubiger,
gelber, –
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Enttäuschter Badegast.

Wenn ich im Badeanzug bin Und im
Familienbade, Geht die Erotik fort.
Wohin Weiß Gott. Wie schade! Und
Weiber jederlei Gestalt Sie lassen alle
dann mich kalt,
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Genau besehn

Wenn man das zierlichste Näschen
Von seiner liebsten Braut
Durch ein Vergrößerungsgläschen
Näher beschaut,
Dann zeigen sich haarige Berge,
Daß einem graut.
Giraffen im Zoo.

Wenn sich die Giraffen recken, Hochlaub
sucht die spitze Zunge, Das ihnen so
schmeckt, wie junge Frühkartoffeln mit
Butter mir schmecken. Hohe Hälse.
Ihre Flecken S
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Wie mag er aussehen?

Wer hat zum Steuerbogenformular den
Text erfunden? Ob der in jenen
Stunden, da er dies Wunderwirr
gebar, wohl ganz --- oder total ---
war? Du liest den Text. Du sinnst
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Entgleite nicht

Wer hätte damals das gedacht!? Von
mir!? — Wie war ich davon weit! Dann
stieg ich, stiegen wir zu zweit Und
sagten glücklich vor der Nacht; „Kehr
nie zurück, bedankte Ärml
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Der große Christoph.

Wer Rigas Hafen kennt, Kennt auch das
Holzmonument, Das man den großen
Christoph nennt. Der Heilige mit
seinem Wanderstabe. Auf seiner Schulter
sitzt der Jesusknabe.
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Geld allein.

Wie gut, daß alle einander nicht
gleichen. Wie recht, daß manche es
erreichen, Daß sie eines Tages reich
sind. Wie gut, daß auch diese einander
nicht gleich sind. Schlec
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Kühe

Wie in der ersten Frühe Der Nebel
feig Sich dünne macht, stehn auf der
Wiese Kühe, Und eine davon klackst
jenen erstaunlich viel grünen
Teig. Als wie im Paradiese!
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Über meinen gestrigen Traum.

Wie kam ich gerade auf ein Gestirn? Du
sagst: Ich stöhnte träumend ganz
laut. Vielleicht steigt die Phantasie
ins Hirn, Wenn der Magen verdaut.
Man sollte kurz vorm Schlaf
... weiterlesen


Jene brasilianischen Schmetterlinge

Wie schön ihr angezogen
seid! Simpelfarbig ist unsere
Menschenhaut Und hat noch Hitzpickel am
Gesicht. Aber ich denke das ohne
Neid. Ihr renommiert wahrscheinlich
auch nicht
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Fallschirmsprung meiner Begleiterin.

Wie sie den Fallschirm mir zeigt und
erklärt, Kann ich nur halb zuhörn und
zusehen. Ich muß daran denken, wie
ganz verkehrt Oft Frauen mit ihren
Schirmen umgehen. Ich bin doch son
... weiterlesen


Schlummerlied

Will du auf Töpfchen? Fühlst du ein
Dürstchen? Oder ein
Würstchen? Senke dein
Köpfchen. Draußen die schwarze,
kalte Nacht ist böse und fremd. Dei
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Wie machen wir uns gegenseitig das Leben leichter.

Wir haben zu großen Respekt vor
dem, Was menschlich über uns
himmelt. Wir sind zu feig oder sind zu
bequem, Zu schauen, was unter uns
wimmelt. Wir trauen zu wenig dem
Nebe
... weiterlesen


An Land

Wir sind betrunken wie die Wellen Im
Stillen Ozean. Das hat uns armen
Gesellen Der Whisky angetan. Wir
glotzen stur in das Leben Wie ein
gekochter Fisch. Wenn w
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Wir sind, sagen die Lauen

Wir sind, sagen die Lauen, Wir sind
nicht objektiv. Wir sollten doch tiefer
schauen, Doch schauen, ob nicht tief Am
Nazitum was dran sei, Ob Hitler nicht
doch ein Mann sei.
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Worte eines durchfallkranken...

Worte eines durchfallkranken
Stellungslosen in einen Waschkübel
gesprochen Bloß weil ich nicht aus
Preußen gebürtig. Wo hab` ich nur den
Impfschein verloren? Das lange Warten
au
... weiterlesen


Der traurige Onkel

Wundre dich nicht, wenn ich meine, Weil
ein Mensch doch dann und wann Trotz des
besten Willens seine Sorgen nicht
verbergen kann. Nimm aus meiner
Schreibtischlade Den Revolv
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Überall

Überall ist Wunderland. Überall ist
Leben. Bei meiner Tante im
Strumpfenband Wie irgendwo
daneben. Überall ist
Dunkelheit. Kinder werden
Väter. Fünf Minuten späte
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Überall

Überall ist Wunderland Überall ist
Leben Bei meiner Tante im
Strumpfenband wie irgendwo
daneben. Überall ist Dunkelheit Kinder
werden Väter. Fünf Minuten später s
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Frühling hinter Bad Nauheim

Zwei Eier, ein Brötchen, ein Hut und
ein Hund -. Am Himmel die weiße
Watte, Die ausgezupft Den Himmel ohne
Hintergrund So ungebildet
übertupft, Erzählt mir, was ich
hatte.
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Schnee

Zwischen den Bahngeleisen Vertränt
sich morgenroter Schnee. - - Artisten
müssen reisen Ins Gebirge und an die
See, Nach Leipzig - und immer wieder
fort, fort. Nicht aus Verg
... weiterlesen


Der letzte Weg

`Ich gehe ins Wasser,` sagte sie
leis, `Ade!` Du hast es gut mit mir
gemeint. So weiß ich einen, der um
mich weint. Hab Dank!` Ich aber sah
ihr tiefes Weh Und küsste
... weiterlesen


Lampe und Spiegel

`Sie faule, verbummelte
Schlampe!` sagte der Spiegel zur
Lampe. `Sie altes, schmieriges
Scherbenstück!` gab die Lampe dem
Spiegel zurück. Der Spiegel in
seiner Erbitterung
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Lampe und Spiegel

`Sie faule, verbummelte Schlampe!` sagte
der Spiegel zur Lampe. `Sie altes,
schmieriges Scherbenstück!` gab die
Lampe dem Spiegel zurück. Der Spiegel
in seiner Erbitterung bekam
... weiterlesen


Ein ganzes Leben

`Weißt du noch,` so frug die
Eintagsfliege Abends, `wie ich auf der
Stiege Damals dir den Käsekrümel
stahl?` Mit der Abgeklärtheit eines
Greises Sprach der Fliegenmann: `
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Hundstagsgespräch.

»Die Menschen sind Hunde Und sie
müßten uns ›Menschen‹
nennen,« Sagte einer der
Windhunde Nach dem ersten
Rennen. »Wenn man Menschen falschen
Hasen vorsetzt, Endet de
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Eine Zuschauerin im Flughafen.

»Nie wieder wird`s Menschen geben, Die
so viel erleben, Wie wir, in unsrer
gigantischen Zeit! Der Weltkrieg und
die ihm folgenden Leiden – Wird
keiner auch uns darum beneiden –
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