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Gedichte - Johann Christian Günther


Abendlied

Abermal ein Teil vom Jahre, Abermal ein
Tag vollbracht; Abermal ein Brett zur
Bahre Und ein Schritt zur Gruft
gemacht. Also nähert sich die Zeit Nach
und nach der Ewigkeit,
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Scherzhafte Gedanken ueber die Rosen

An Rosen such ich mein Vergnügen, An
Rosen, die die Herzen ziehn, An Rosen,
die den Frost besiegen Und hier das
ganze Jahr durch blühn, An Rosen, die
wir bei den Linden, Son
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Aria zu einer Abendmusik

Befördert, ihr gelinden Saiten, Den
sanften Schlummer süßer
Ruh’! Rhodante legt die müden
Glieder, Der Arm wird schwach, das
Haupt sinkt nieder, Und schlägt die
holden Augen z
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Studentenlied

Brüder, last uns lustig seyn, Weil der
Frühling währet Und der Jugend
Sonnenschein Unser Laub verkläret. Grab
und Baare warthen nicht; Wer die Rosen
jezo bricht, Dem ist
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Studentenlied

Brüder, laßt uns lustig sein, eil
der Frühling ähret Und der Jugend
Sonnenschein Unser Laub
verkläret. Grab und Bahre arten
nicht; er die Rosen jetzo bricht, Dem
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Cantata

Dein Abschied, werther Freund, erfodert
dieses Blat, Das Phoebus Lorbeerbaum
zwar nicht getragen hat; Doch wirstu
meiner Pflicht ein holdes Auge
schencken, So soll auch allezeit an
seinen J
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Sendschreiben an Herrn Johann Gottfried Hahn in Le

Den 21. Jul. A. 1714. Monsieur Mon
Frere! Entschuldige, mein Freund, die
Faulheit meiner Hand, Die dir den
Abschiedsbrief nicht eher zugesand; Du
kennest meine Treu,
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Auf das Nahmensfest seines Vaters

Den 21. Junii. An. 1714. Die Einfalt
paaret sich mit meiner Redligkeit, Die
jezt, mein Vater, dir ein schlechtes
Opfer weiht. Nimm mit geneigter Hand
den Erstling meiner Lieder
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An Herrn Hahn

Den 22. Jul. 1714. Svidnic. in der
Amtspredigt. Ich, Blaß, Charisius
und der verbuhlte Bock, Der, weil der
Hundsstern brennt, nechst einen
Haubenstock Vor seine Liebste grüßt,
si
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Als er beinahe ungeduldig werden wollte

Der Mensch ist nicht von Stahl, und
Fleisch und Blut muß sinken, Wenn
Unruh’ und Gefahr uns in die Länge
stäupt: Ich seh die Ungeduld auf allen
Seiten winken, Ich merke, daß der
Trost
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An Leonore

Die Trennung dient zu größrer
Freude, Drum tu doch nicht so sehr um
mich! So weit ich auch von hinnen
scheide, So nah behalt und küß ich
dich, Weil Licht und Nacht in tausend
Bil
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An Leonore bei dem andern Abschiede

Du dauerst mich, du allerliebstes
Kind. Du fühlst mein Weh, ich leide
deine Schmerzen, Da Glück und Zeit so
lange grausam sind Und mit dem Flehn
getreuer Seelen scherzen; Du leides
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Als er 1719, den 25.September,wieder nach Schweidn

Du ehmals liebster Ort der treuen
Leonore, Wie zärtlich rührt mich
nicht der Anblick deiner Tore, Wodurch
ich damals oft an ihrer Hand
spaziert! Dort merk ich schon den Raum,
worauf wir u
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Trostaria

Endlich bleibt nicht ewig aus, Endlich
wir der Trost erscheinen, Endlich
grünt der Hoffnungsstrauß, Endlich
hört man auf zu weinen, Endlich bricht
der Tränenkrug, Endlich
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Trostaria

Endlich bleibt nicht ewig aus, Endlich
wir der Trost erscheinen, Endlich grünt
der Hoffnungsstrauß, Endlich hört man
auf zu weinen, Endlich bricht der
Tränenkrug, Endlich spric
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Am XVI. Sonntage nach Trinitatis

Epistel Ephes. III. v. 13.
etc. Text Ich, Paulus, bitte,
werdet nicht In meiner Trübsahl
müde. Dies Leiden, so vor euch
geschieht, Gebiehrt euch Ehr und Frie
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Auf den XIV. Sonntag nach Trinit

Epistel Gal. V. v. 16.
etc. Text Im Geiste muß der
Wandel seyn, Des Fleisches Lust zu
meiden; Denn was dem Fleische
wohlgefällt, Das kan der Geist nicht
leid
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Am Tage Mariä Geburth

Epistel Prov. VIII. v. 22. etc. Text
und Lehre Die Weißheit ruft uns
täglich zu: Wer Ohren hat, der
höre! Ich bin die Mutter aller
Welt Und schencke Glück
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Als er sich der ehemals von Flavia genossenen Guns

Erinnert euch mit mir, ihr Blumen,
Bäum’ und Schatten, Der oft mit
Flavia gehaltnen Abendlust! Die Bäche
gleißen noch von Flammen treuer
Brust, In der wir wertes Paar des
Himmels Vorsc
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Als er der Phillis einen Ring mit einem Totenkopf

Erschrick nicht vor dem
Liebeszeichen, Es träget unser künftig
Bild, Vor dem nur die allein
erbleichen, Bei welchen die Vernunft
nichts gilt. Wie schickt sich aber Eis
und Flamm
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Als er der Phillis einen Ring mit einem Totenkopf

Erschrick nicht vor    dem
Liebeszeichen, Es träget unser
künftig Bild, Vor dem nur die allein
erbleichen, Bei welchen die Vernunft
nichts gilt. Wie schickt sich aber Ei
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Am Tage Bartholomäi

Evangel. Luc. XXII. v. 24.
etc. Text Die Jünger zanckten
unter sich Des grösten Ranges
wegen, Des Heilands Wort gieng
alsogleich Dem eitlen Streit entgegen
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Am Tage der Enthauptung Johannis des Täufers

Evangel. Matth. XIV. v. 1.
etc. Text Herodes zog des Bruders
Weib Aus Geilheit an die
Seite; Johannes aber, deßen Mund Die
Warheit nirgends scheute, Ve
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Als er durch innerlichen Trost bei der Ungeduld ge

Geduld, Gelassenheit, treu, fromm und
redlich sein, Und wie ihr Tugenden euch
sonst noch alle nennet, Verzeiht es,
doch nicht mir, nein, sondern meiner
Pein, Die unaufhörlich tobt und bis
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Als er seiner Magdalis nichts zum gruenen Donnerst

Getreue Magdalis, du forderst zwar den
Zoll, Der jährlich wiederkommt, zum
grünen Donnerstage; Doch meine Hand
weiß nichts, was sie dir geben
soll, Weil ich in selb’ger nichts als
Luft
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Als er im Lieben vorsichtig sein wollte

Glaubt es nicht, ihr falschen
Blicke, Daß ihr mich ins Netze
zieht, Weil mein Herz auch goldne
Stricke Und geputzte Brücken
flieht. Farbe kann den Geist wohl
stärken, Und d
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Als er Gott um Vergebung der Jugendsuenden anfleht

Gott, der du dich zu aller Zeit Mir,
was du bist, erwiesen, Verzeih der
faulen Dankbarkeit, Sie hat es schlecht
gepriesen, Und gib den Fehler mit
Geduld Dem unerfahrnen Alter
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Hab ich mich einmal

Hab ich mich einmal vergangen, Mach ich
es doch wieder gut, Da mein stumm und
still Verlangen Deiner Schönheit Opfer
tut, Deiner Schönheit am
Verstande, Die sich auch durch
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Die verworfene Liebe

Ich habe genug. Lust, Flammen und
Küße Sind giftig und süße Und machen
nicht klug. Komm, selige Freyheit und
dämpfe den Brand, Der meinem Gemüte
die Weisheit entwand.
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Bussgedanken

Ich höre, großer Gott, den Donner
deiner Stimme; Du hörest auch nicht
mehr, ich soll von deinem Grimme Aus
Größe meiner Schuld ein ewig Opfer
sein, Ich soll, ich muß, ich will und
geb
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Dass man im Lieben nicht auf Reichtum, sondern auf

Ich liebe nur, was mich
vergnügt, Nicht was mit Golde
kirrt; Mein freies Herz wird nicht
besiegt, Wenn gleich der Beutel
schwirrt. Kein goldner Strick fängt
meinen Fuß, kein
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An die Phillis

Ich verschmachte vor Verlangen, Meine
Phillis zu umfangen. Harter Himmel,
zürnst du noch? Faule Stunden, eilet
doch! Eilet doch, ihr faulen
Stunden, Und erbarmt euch meiner N
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Die unwiederbringliche Zeit

Ich weiß noch wohl die liebe Zeit, In
der ich mich genug erfreut; Was waren
das für süße Tage! Die Schläfen
trugen Blum’ und Glut Und kannten
weder Wunsch noch Plage, N
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Als er sich ueber den Eigensinn der heutigen Welt

Man muß doch mit den Wölfen
heulen, Drum fort, betörter
Eigensinn! Ich will mich in die Leute
teilen Und lachen, wie und wo ich
bin. Ein Sauertopf mag immer
schelten Und un
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Den höchstschmerzlichen Fall eines liebgewordenen

Mein Bruder Jonathan, dein
höchstbetrübter Freund, Dein David,
weiht dir hier die Pflicht der lezten
Ehre. Verzeihe, wo ich dich durch mein
Betrübnüß störe, Weil doch die
Redligkeit m
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Die Eitelkeit des menschlichen Lebens

Mein Geist, beweine doch Den
allgemeinen Jammer! Das Leben ist ein
Joch, Das uns mehr drückt als
zieret, Ach Ungemach! Und auf die
Folter schnüret, Ach, ach! B
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An seine Magdalis

Mein Kind, ich bin der Huld nicht
wert, Die mir von deiner Hand so
häufig widerfährt. Drum zürne nicht,
wenn ich Mich in dies seltne
Glücke Nicht, wie ich sollte,
schicke,
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Ein guter Freund das beste Vergnügen

Mein Vergnügen heist auf Erden Ein
vertrauter Freund allein; Wenn ich den
kan habhaft werden, So stimmt Herz und
Lippen ein, Und die Losung ist das
Pfand: Freundschaft ist da
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Nach der Beichte an seinen Vater

Mit dem im Himmel wär’ es gut, Ach,
wer versöhnt mir den auf Erden? Wofern
es nicht die Liebe tut, Wird alles
blind und fruchtlos werden. Wer glaubt
wohl, hartes Vaterherz,
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Antwortschreiben einer Braut an einen gewissen Pfa

Monsieur, sie sparen die
Karessen Mitsamt der freien
Schmeichelei, Ein Mensch, der den
Verstand vergessen, Meint, daß ich
schon ein Engel sei; Von ihnen steht
mir dieser Titel,
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Auf die Verstellung derer Frauenzimmer

Mädchen, stellt euch nicht so
spröde Und entflieht uns nicht so
fern! Scheint gleich euer Antlitz
blöde, Hat es doch das Herze
gern. Küßt man euch, so heißt es
dahlen; I
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An sein Lenchen

Nach so viel Angst und Neid und mancher
trüben Nacht Ersah ich wiederum des
Glückes Morgenröte. Auf, Musen, auf
und sucht die lang entrißne
Flöte, Die uns in Schweidnitz einst
den Aben
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Lob des Knastertabaks

Nahrung edler Geister, Aller Sorgen
Meister, Du mein Element, Was man
jetzo Knaster nennt, Komm und laß die
müden Sinnen Wieder Ruh’
gewinnen! Auf dem Erdenkreise
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An Flavia

Nun warte, Flavia,  das will ich
dir gedenken! Du kennst den
schmerzlichen Verdruß, Wenn Lieb’
und Sehnsucht warten muß, Und kannst
mich so empfindlich kränken. Ich weiß
j
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An seine Schoene

Nur eine bleibet meine Taube, Und
diese, wertes Kind, bist du; Die Welt
hat nichts von süßrem Schmerze, Als
wenn ich dir, vertrautes Herze, Die
Arme um den Nacken tu Und dor
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Abschiedsaria

Schweig du doch nur, du Hälfte meiner
Brust; Denn was du weinst, ist Blut aus
meinem Herzen. Ich taumle so und hab an
nichts mehr Lust Als an der Angst und
den getreuen Schmerzen, W
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Auf das Geburtsfest der Jungfer Regina Dammin

Schönen Kindern Lieder singen, Ist das
Amt der Poesie, Und für sie die Laute
zwingen Nichts als angenehme
Müh’; Denn der Strahl von ihren
Kerzen Zündet Blut und Geister
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An Selene, als er ihr Kraeutertee schickte

Selene, was mich stets ergötzt, Das
ist die Freiheit, dir zu dienen, Und
was ich hier auch aufgesetzt, Entdeckt
ein wohlgemeint Erkühnen. Die
Krankheit, so die jetzo droht,
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An seine Leonore, die immer gruenende Hoffnung

Stürmt, reißt und rast, ihr
Unglückswinde, Zeigt eure ganze
Tyrannei! Verdreht, zerschlitzt so
Zweig als Rinde Und brecht den
Hoffnungsbaum entzwei! Dies
Hagelwetter Trifft
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Als er sich einst gegen sie zu frei.....

Verdienet denn, du Bild der keuschen
Zucht, Ein blinder Griff den Donner
deiner Strafe? Und zürnest du mit
einem armen Schafe, Das hier herum die
Lilienweide sucht, Wo Gott und die
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Auf die ihm so beliebte Abwechslung im Lieben

Verflucht nicht, ihr Mädchen, mein
flüchtiges Lieben! Die Jugend, ihr
wißt’s wohl, hat Feuer und Mut; Es
kauft ja ein jeder am liebsten frisch
Gut, Drum laß ich mich niemals den
Vorwu
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Lob des Winters

Verzeiht, ihr warmen
Frühlingstage, Ihr seid zwar schön,
doch nicht für    mich. Der
Sommer macht mir heiße Plage, Die
Herbstluft ist veränderlich; Drum
stimmt die Li
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Schreiben an seine Leonore

Von Breslau, Anno 1719, den
22.Dezember Ach Kind, ach liebstes
Kind, was war das für Vergnügen! Der
Himmel geb’ uns doch dergleichen
Nächte viel Und lass’ uns so
vertraut bis an das
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Der Unterschied jetziger Zeit und der Jugend

Vor diesem dacht’ ich mit der
Zeit Ein groß und vornehm Tier zu
werden, Ich sucht’ in Kleidung und
Gebärden Vor allen einen
Unterscheid; Ich sann viel
Staatsstreich auszuführe
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Was war das fuer ein goettlich Paar

Was war das für ein göttlich Paar? Wo
hat die Welt dergleichen Lüste? So
lacht’ ihr Mund, so flog das Haar, So
hüpften die gefüllten Brüste. Die
Sehnsucht schilt den leeren R
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Nahmenswuntsch eines Sohnes an seine Mutter

Wenn dir, Hochwertheste, ein kindliches
Vertrauen Zu deiner Muttertreu lieb und
erfreulich ist, So las den kleinen
Sohn, der dir die Hände küst, Die
Größe reicher Huld an diesem Tage sc
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Abschied von seiner ungetreuen Liebsten

Wie gedacht, Vor geliebt, jetzt
ausgelacht. Gestern in den Schoß
gerissen, Heute von der Brust
geschmissen, Morgen in die Gruft
gebracht. Wie gedacht, Vor geliebt,
jet
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Abschied von seiner ungetreuen Liebsten

Wie gedacht, Vor geliebt, jezt
ausgelacht. Gestern in die Schoos
gerißen, Heute von der Brust
geschmißen, Morgen in die Gruft
gebracht. Wie gedacht, Vor geliebt, jezt
ausge
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