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Gedichte - Johann Gabriel Seidl


Der See

Also reißt an ewig neu Gestade
Unaufhaltsam denn die Flut uns fort?
Finden wir auf diesem Wogenpfade
Nirgend einen steten Port? O mein
See! Ein Jahr verging fast wieder,
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Bei dir allein

Bei dir allein empfind` ich, daß ich
lebe, Daß Jugendmut mich
schwellt Daß eine heit`re Welt Der
Liebe mich durchbebe; Mich freut mein
Sein Bei dir allein! B
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Verheimlichung

Da lag Sie, die ich so geliebt, Im Sarg
todt vor mir: In Schmerz, wie`s keinen
herbern gibt, Saß ich zu Nacht bei
Ihr. Ihr Aug war zu, die Hand war
kalt, Ihr warmes Herz ei
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Die Lustwandler

Da wollen die Leute sich lustig ergehn
Im abendlichkühligen Freien: Und
scheinen` den klaren Mond nicht zu sehn.
So geht es an Lust und
Zerstreuen. Da wandelt der Lieb an
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Carnevalsnacht

Das Leben ist los, das Leben ist wach,
Im Freien und unter jedem Dach! Aus
hundert Schenken frohlocket Geschrei
Zur schrillenden lustigen Tanzmelodei,
Und Jauchzen darunter und G
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Wechsel

Der Vollmond sah zum Himmel heraus —
Da ging erst einer aus seinem Haus,
Und ging in der stillen Nacht umher,
Und weinte viel und seufzte
schwer. Der Vollmond sah zum Hi
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Die Unterscheidung

Die Mutter hat mich jüngst
gescholten Und vor der Liebe streng
gewarnt, `Noch jede,` sprach sie,
`hat`s entgolten; Verloren ist, wen sie
umgarnt.` D`rum ist es besser, wie ich
meine
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Nachthelle

Die Nacht ist heiter und ist rein, Im
allerhellsten Glanz, Die Häuser
schau`n verwundert drein, Steh`n
übersilbert ganz. In mir ist`s hell
so wunderbar, So voll und
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Sehnsucht

Die Scheibe friert, der Wind ist
rauh, Der nächt`ge Himmel rein und
blau. Ich sitz` in meinem
Kämmerlein Und schau` ins reine Blau
hinein. Mir fehlt etwas, das fühl`
ich g
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Im Freien

Draussen in der weiten Nacht Steh` ich
wieder nun: Ihre helle Sternenpracht
Läßt mein Herz nicht
ruhn! Tausend Arme winken mir
Süßbegehrend zu, Tausend
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Im Freien

Draußen in der weiten Nacht Steh ich
wieder nun, Ihre helle
Sternenpracht Laßt mein Herz nicht
ruhn! Tausend Arme winken mir Süß
begehrend zu, Tausend Stimm
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Schneeflocken

Du kleine weiße Flocke, Du bist des
Lebens Bild, Herabgeschneit vom
Himmel Aufs irdische Gefild. Du
schwebst im Sonnenglanze, Ein
flüchtiger Kristall, Weißt
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Wechselwirkung

Du lächelst, und du freust dich
wohl Mein lieber Sternenschein; Auch
du, mein Vollmond, schaust recht
voll Zufriedenheit darein. Ich
weiß, was euch so lächeln macht,
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Die Männer sind méchant

Du sagtest mir es, Mutter: Er ist ein
Springinsfeld! Ich würd` es dir nicht
glauben, Bis ich mich krank
gequält! Ja, ja, nun ist er`s
wirklich; Ich hatt` ihn nur verkannt!
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Grund

Einst hatt` ich `Engel` sie genannt In
meiner stummen Sprache, Und drauf mein
Aug emporgewandt Zum blauen
Sternendache. Und heller schien mir
da dies Reich, Kein L
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Zwiefachen Neujahr

Erhabne Feier waltet: Es ist
Sylvesternacht; Schon schläft der
Schlaf bei Allen, Nur eine Seele
wacht! Die Seel` ist ein Verliebter,
Der Frost und Nacht bezwingt,
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Traum und Erwachen

Es war auf einer Reise Mit meinem
lieben Freund: Wir schliefen
miteinander Im Kämmerlein
vereint. Und als ich eingeschlafen,
Da träumte mir alsbald, Ich lag
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Vorm Schlafengehen

Für einen langen Tag, o Gott, Nimm
meinen kurzen Dank; Für einen Tag,
der nicht zum Spott Auf mich
herniedersank. Er hat es treu gemeint
mit mir; Mit Augen, blau
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Das Sternenbuch

Hab` in einem Buch gelesen, Von
Gefühlen aller Art, Wie das reine
schöne Wesen Innig sich dem Schönen
paart. Hab` von Liebe viel empfunden,
Hab von Freundschaft
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Gruß und Gegengruß

Haltet an Euch, liebe Bäume, Breitet
in dem nächt`gen Haus Eure grünen
Liebesarme Nicht so sehnlich nach mir
aus! Lockt nicht also, Nachtigallen,
Mich mit heil`
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Die Engelein

Hat tausend Fenster, breit und
klar, Gott-Vaters Wohngebäude, Hat
eine große Kinderschar Aus Englein
auch zur Freude: Und sehn die
Engelskinderlein, Wol nächtlich reg
und
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Wetternacht

Hört! seht! Ein Fest begeht, Ein
Siegesfest, der Himmel. Seht weit auf
dem Plane das Wolkengewimmel, Wie Kopf
auf Kopf. Hier schwarz und lastend,
Dort blau und e
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Die Taubenpost.

Ich hab` eine Brieftaub` in meinem
Sold, Die ist gar ergeben und
treu, Sie nimmt mir nie das Ziel zu
kurz Und fliegt auch nie vorbei. Ich
sende sie viel tausendmal Auf Kundsch
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Lösung

Ich sah einmal mit feuchtem Blick Zum
Mond unabgewandt: Als wär` an ihn
mein ganzes Glück, Mein ganzes Seyn
gebannt. Sah mir die Sterne weinend
an: Und wußte ni
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Die Uhr

Ich trage, wo ich gehe, stets eine Uhr
bei mir; Wieviel es geschlagen habe,
genau seh ich an ihr. Es ist ein
großer Meister, der künstlich ihr Werk
gefügt, Wenngleich ihr Gang nicht imme
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In der Fremde

Ihr wollt mich täuschen, Sterne, Als
floh ich nie zur Ferne Von meiner
Heimat fort! Ist`s nicht derselbe
Wagen, Der mich an Werthers Klagen So
hier gemahnt, als dort?
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Der schöne Traum

Im Traume kam es einst mich an, Ich
wär` seit kurzer Frist Geworden gar
ein reicher Mann, Der, was er soll,
auch ist. Von meinem Gold und Gut
zumal Behielt ich wenig
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Bundes-Erneuerung

In einer Mitternacht im Jahr, Da sitz`
ich ganz allein: Vor mir eln helles
Gläserpaar, Darinnen heller Wein.
Das eine steht gefüllt für mich,
- Doch aus dem ander
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Abschied

Ja, — ich verließ ihn den Hafen, den
ruhigen, langebegehrten, Wo mich
entfernt von der Stadt lächelnd die
Ruhe beschlich; Wo mir ohne Geräusch
hinschwanden die Tag`, ich verließ
dich,
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Die Deutung. Lyrisches Spiel.

Liebe birgt sich gern in Räthsel, Die
nur deuten kann, wer liebt: Denn sie
spricht oft schweigend; gibt oft, Wenn
sie nimmt; nimmt, wenn sie
gibt. (Schöner, süd
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Das Thal

Mein Herz, von Allem müd, ja selber
schon vom Hoffen, Hat nun an das
Geschick der Wünsche nimmer viel: —
O, bleibt mir nur noch ihr, der
Kindheit Thäler, offen, Und gönnt
mir einst
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Der Abend

Mit dem Abend kehrt die Ruhe wieder!
Einsam sitz` ich hier am Felsensaum,
Sehe, wie die Nacht ihr Mohngefieder
Schweigend schüttelt durch den öden
Raum. Venus steigt mit
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In meines Vaters Sterbestunde

Nacht war`s und diese Stunde just, Als
seine Zeit verstrich, Als seiner
warmen Vaterbrust Der letzte Funk`
entwich. Nacht war`s und diese Stunde
war`s, Als unsre Thräne flo
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Anruf

O du, die mir in meiner Nacht
erschienen, Du Erdengast, du
Himmelsbürgerinn! Die mit den sanft
verklärten Friedensmienen Beruhigung
geblickt in meinen Sinn! O laß mich
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Feind und Freund

Oft ist`s, als säh` ich einen
Feind, Der ausgeht auf mein Leib, Und
dieser Feind, der wär` die Welt, Mit
ihrem bunten Kleid. Dann mag ich nicht
in`s Aug lhr sehn, Nicht ge
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Gleichnis

Schaud`s wia dö Stearndaln
dort Zimperli thuan, Und mid`n
Augarln koan Augablick ruan. Is dös
a Esthamikaid! Dös thad koan Man: D`
Jungfarn dö blinzeln so
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Schlummerlied einer Mutter

Schlafe ruhig, liebe Kleine, Träume
friedlich, gutes Kind! Schläft doch
auch der Mond, der reine, Der das
schöne Silber spinnt! Schlafen doch
die lieben Sterne:
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Nachtgesang im Walde

Sei uns stets gegrüßt, o Nacht, aber
doppelt hier im Wald, wo dein Aug`
verstohlner lacht, wo dein Fußtritt
leiser hallt! Auf der Zweige
Laubpokale gießest du dein
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Grab und Mond

Silbergrauer Mondenschein Fällt
herab; Senkt so manchen Strahl
hinein In das Grab. Freund des
Schlummers, lieber Mond, Schweige
nicht, Ob im Grabe Dunkel wohnt
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Irdisches Glück

So mancher sieht mit finst`rer
Miene Die weite Welt sich grollend
an, Des Lebens wunderbare Bühne Liegt
ihm vergebens aufgetan. Da weiß ich
besser mich zu nehmen, Und fern,
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Der Dichter auf dem Sterbebette

So muß in ihren Lenzestagen Des Lebens
Blume mir verblühn? Ich weiß nicht,
ob ich unter Klugen, Ob singend soll
von hinnen ziehn` Ja, singend: — da
die Hand noch meistert
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Gottes Antwort

Sohn des Staubes, wie du wagtest Deines
Lebens müd zu seyn? Du mein Kind, mein
Schooßkind, klagtest Ich dein Vater,
wäre Stein? Thöricht Kind, eh noch
begonnen Du des Erde
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Blondels Lied

Spähend nach dem Eisengitter Bei des
Mondes hellem Schein, Steht ein
Minst`rel mit der Zither Vor dem
Schlosse Dürrenstein, Stimmt sein
Spiel zu sanfter Weise Und beginnt se
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Der todte Soldat

The most precious tears are those, with
which Heaven bedews the unburied head
of a soldier. O. Goldsmith Auf
ferner fremder Aue Da liegt ein todter
Soldat, Ein
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Vöglein mein Bote

Vöglein flieg fort, Vöglein komm
wieder, flieg zu der Liebsten hin und
setz dich nieder, sieh` was sie tut, ob
sie dem Fernnen gut, ob sie an mich
gedacht, Vöglein gib Acht!
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Zu Früh

Was willst du frühlinghaftes Regen,
In dieser kalten Winternacht? Noch
ist der Frühling weit gelegen, Noch
hast du erst die halbe Macht. Dem
Vogel gleichst du, dem verirrt
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Widerspruch

Wenn ich durch Busch und Zweig Brech
auf beschränktem Steig, Wird mir so
weit, so frei, Will mir das Herz
entzwei. Rings dann im
Waldeshaus Rücken die Wänd` hinaus,
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Die große Beterin

Wer betet denn in deinem Haus, Daß du
so still, o Nacht! Und dich vor jedem
Lärm und Braus So sorglich hast
bewacht? Man hört ja kaum des Schlafes
Fuß Von Haus zu Hause ge
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Wiegenlied

Wie sich der Äuglein kindlicher
Himmel, Schlummerbelastet, lässig
verschließt! Schließe sie einst so,
lockt dich die Erde: Drinnen ist
Himmel, außen ist Lust! Wie dir so
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Begeisterung

Wie, da sich mit Ganymeden Jovis Adler
aufwärts schwang, Hangend an dem
Staub, der Knabe Mit dem Göttervogel
rang: Doch der Aar mit ehrnen Klauen
Ihn entriß den Heimat
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Am Berge

Wie`s oben hier im Mondenstrahl So lieb
und wohl sich ruht: Tiefunten grünt
ein lichtes Thal In finstrer
Felsenhut. Des Mühlbach`s Welle rollt
und rauscht, Wie Silberstoff,
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Günstiger Augenblick

Wohl ist die Nacht des Menschen
Feind, Sie macht ihn allzugut.` Wer
mir am Tag mein Gegner scheint, Dem
gab` ich Nachts mein Blut. Wenn sie
so freundlich niederschaut,
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Die Schildwache

Zwei Reiter führt der Zufall grab über
auf der Wacht: — Es schaut der Mond
so heiter herein zur klaren
Nacht. Standhalten muß ein Jeder; kein
Weichen gilt vom Platz: Ein Schritt
ist
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Zwoa Sternel am Himmel

Zwoa Sternel am Himmel die leichten mit
z´samm, das an leicht zum Dirndal das
andre leuchtet hoam. Holdirie,
holdirie, holdirie, holdirie Ka
Vögerl ist treuer
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Die Sterne

`Ein heilig Stündchen für den Denker
ist`s, `Wenn, um die Welt zu trösten,
daß der Tag `Entfloh, die Dämmerung
den Scheideblick `Am Bergessaum
verlängert; wenn sie, gleich
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