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Gedichte - Johann Georg Fischer


Die Schwalbe

Am frühen Morgm grüß` ich
dich, Traute Nachbarin Schwalbe, Die
du vor`m Fenster Aus klug gebautem
warmem Neste Kaum dein Köpfchen
streckst, Und plauderst brütend in
dich
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Mozarts Sendung

Am Golf Neapels stand ein Kind. Es
regte geschäftiger Abendwind Mit
tausend Fingern die weite Flut;
Wachsende Stürmer kamen die Wogen,
Haben verschlingend hinabgezogen
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Siebenter Gesang

Auf allen Pfaden, so sie geht, Die
Liebe muß von liebeswegen Jedweden
Schatz, den sie empfäht, Um die
Geliebte dienend legen; Und was sie
Alles gibt und thut, Und ob di
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Blüten

Auf Wegen geschmeidiger Frühlingsstaub,
Am Raine lindes Gras und Laub; Die
Knospen trieben und schwollen Bis
daß, du mächtige Frühlingszeit, Von
deinem Glanze weit und breit
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Alles in Einem

Aus der Tiefe deiner Augen, Liebes,
klares Angesicht, Unbegreiflich
süßes Licht, Laß mich sel`ge
Wahrheit saugen: Ob so theu`r ich
deiner Seele, Daß in ihrem g
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Den Manen Conradin Kreutzers

Bei seiner Gedächtnißfeier, 1. Januar
1851, im Stuttgarter Liederkranz
gesprochen. Du strafst dm Knaben, der
am Mahle Muthwillig wegwirft und
zerbricht Die eben leergetr
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Das Geheimniß

Bin nachgegangen eines Knaben Wegen;
Ich sah ihn frisch hinaus zum Dorfe
hüpfen, Dann sacht und leis zu einem
Busche schlüpfen Und drüberhin
geheimnißvoll sich legen.
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Sechster Gesang

Bin wieder dem, du theures Herz!
Schier war`s ein zu verwegner Scherz.
Des Meers verlockende Gestalten
Hätten mich drunten gleich behalten;
Sind gar gewaltige Gebilde, S
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Der Protektor

Blutig zwischen beiden Rosen Hat
gebrannt der lange Streit; Blutiger
entbrennt die Fehde, Welche Thron und
Volk entzweit; Wie den Nachbarn des
Vulkanes Wenn des Berges Do
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Finkenlied

Das ist der Fink im wilden Hag, Mit
seiner rothen Weste; Er singt so hell
am frühen Tag Und schmettert auf das
beste. Er singt von seinem schwanken
Zweig In wunde
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Der rechte Frühlingstag

Das ist der rechte Frühling nicht,
Wenn alle Welt vom Frühling
spricht. Der Frühling ist ein
holdverstohlen Getauschtes Wort, mit
Herzenspochen Von Zwei`n am Gartenhag
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Mein und Dein

Das Mägdlein sprach: `Lieb Knabe mein,
Nun sag` mir, was ist mein und
dein?` Der Knabe sprach: ``Lieb
Mädchen mein, Dein schönes Auge das
ist dein, Und drein zu schauen
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Labyrinth

Dein Tiefstes laß mich heut` erkennen,
Du starke, du gelinde Macht, Die
eingebrochen diese Nacht, Dein
Heimlichstes mit Namen nennen: Daß
ich getreu von dir erzähle, D
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Zehnter Gesang

Den Alpenstrauß im Abendstrahl Bring`
ich, Geliebte! dir zu Thal. Glaub`,
daß ich dir genug erzähle, Was heute
mir das Herz erfüllt; Doch Eines, das
sich mir enthüllt,
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Siegesfeier

Des Sternenhimmels nächtlich Glühn,
Der Frühlingserde lichtes Blühn,
Ich rufe euch, so laut ich kann, Zu
meiner Liebe Zeugen an. Euch hab` ich
still, euch hab` ich lau
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Wir

Du bist die weiße Kirschenblüth, Du
bist die rothe Rosenglut, Du hast des
Frühlings froh Gemüth Und seiner
Kinder leichtes Blut, Bist wie des
Bächleins Wallen, Zu Al
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Verständigung

Du bist mir allzuflink, mein Kind, Du
bist mir allzuflüchtig, Und deine
Lieb` ist wie der Wind, Und deine
Treu` ist nichtig. Und wenn`s der
Tausendkünstler könnt`,
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Der Königin

Du stille, liebliche Gestalt, Du
rührend junges Leben! Wer hat so
frühe die Gewalt Dir über mich
gegeben? Nimmst ein mein Herz als
Königin, Es läuten alle Glo
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Himmel und Erde

Du wandelst, mein Herz, in dem Glanz der
Au! Ueber der Erde das ewige Blau, Wo
des Tages erwärmtes Gold Seine Klänge
unhörbar rollt; Unter dem Blauen die
lichte Welt, Welch
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Du weißt es wohl

Du weißt es wohl, daß du mein Alles
bist; O wende nicht dein schönes
Aug´von mir, Red´ich von unsrer Liebe
Glück mit dir, Die ich von unsrer
Liebe Glück mit dir, Die du mein A
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Die Unsterbliche

Du, die beim Vater im Anfang stand, Als
die Erde kam aus seiner Hand, Du
Göttliche, die zu aller Frist Des
Lebens Sinn und Fortgang ist, Du
Täglichneue und Ewiggleiche, Du O
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Herbstmorgen

Durch Nebel streicht das Vogelheer In
triefendem Gefieder Und drückt in`s
nasse Laub sich schwer Mit einem
Seuhfzr nieder. Satt hat der Baum an
seiner Pracht Und
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Das Sonett

Ein lichtes Zittern durch den Aether
springt, Ausgießt das Frühroth seine
Farbenschale, Und Morgenfreude wimmelt
durch die Thale, Wenn des Sonettes
Harfensaite klingt. U
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Trinklied

Ein nüchterner Mann — ein armer Mann!
Vertrocknet Herz und Kehle! Ein
König — wer da trinken kann
Zugleich mit Leib und Seele! Da
sitz` ich auf dem grünen Pfühl,
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Um Mitternacht

Ein Tag stirbt auch, wie ein Mensch
verscheidet. In letzter Nacht um die
Zwölfuhrglocke sah ich es
zittern beim blauen Mondschein in
meinem Glase, wie e
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Dagewesen

Ein weises Wort, das meine Mutter sprach
Wenn wieder Einem seine Stunde schlug
Und man hinaus den letzten Weg ihn
trug: `Nun ist er uns auch einmal
dagewesen!` Ich weinte
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Abend

Endet schon des Tages Leben und sein
ganzes Glück? Töne und Gestalten
schweben in sich selbst
zurück. Zwischen Wachen, zwischen
Träumen trinkt die Seele schon,
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Der Matrose

Er springt an`s Land mit seinem Solde,
Und Schweiß und Frost und Sturmgetos
Sind ihm bezahlt mit schwerem Golde,
Und geben den Geprüften los. Vor
Anker ruht sein Schiff
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Ewig jung

Erster Sonntag im Maien; Festliche
Glocken und Chorgesänge Füllen die
klare, strömende Luft. Das ist der
Morgen, An welchem die Jugend, Auf der
heiligen Grenze Zwisc
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Von allen Enden brichts herein

Erwachen will das junge Laub; Es
lüpft der Erde milden Staub, Und
weicher Regen gleitet sacht Und hilft
heraus ihm über Nacht, Dazu des
frühen Donners Kraft, Der mit a
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Lebenslauf

Es ging ein Wind an mir vorbei, Das
war, o Lenz, dem Weben, Vorbei des
Sommers Feldgeschrei, Des Herbstes
flüchtig Leben; Ein Frost drang mir
in`s Herz hinein, Der will
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Sonnenwende

Es hat die Sonne im Glutenkranz Den
höchsten Himmel erstiegen, Die Auen
im Tausendfarbenglanz Und grünend die
Berge liegen. Hoch quillt die
trunkene Erde jetzt V
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Der Preis

Es ist kein hoher Berg so hoch, So
tief kein tiefes Thal, Es dringt
hinauf ein Vögelein, Hinab ein
Sonnenstrahl. Und wärst du selbst
die Perl` im Meer Und wärst
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Der Preis

Es ist kein hoher Berg so hoch, So tief
kein tiefes Tal, Es dringt hinauf ein
Vögelein, Hinab ein
Sonnenstrahl. Und wärst du selbst
die Perl´im Meer, Und wärst das
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Passion

Es weht, ein düstrer Todesflügel,
Um`s Kreuz das alte, bitt`re Weh,
Ein Golgatha ist jeder Hügel, Ein
jedes Thal Gethsemane. Noch schallet
um die neunte Stunde
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Nichts darüber

Es wäscht ein Büblein sich am Bronnen
Gemüthlich sein bestäubt Gesicht,
Und weiß nicht, daß ich drob
ersonnen Ein liebefreudiges
Gedicht. Es badet emsig auch die Hä
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Liebesqualen

Flammender Glaube, heldengroß
Jegliches Höchste wagend, Stürme
des Zweifels, hoffnungslos Schiffer
und Boot verschlagend. Geister der
Qual und Dämonen der Lust, Himme
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Selige Reise

Fliege, stilles Vöglein du, Durch des
Himmels Weite, Flieg` mit sel`gem
Fittig zu, Wolken zum
Geleite. Frühling jauchzt zu dir
empor Mit so süßem Schalle;
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Glückliche Seelen

Frisch treibt`s der Gesell auf dem
Zimmerplatz Und drüben am Rain sein
flinker Schatz. — Die Balken, die
wollen gezimmert sein Und gebleicht
die Linnen im Sonnenschein.
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Klassische Zeit

Gemildert sind des Sommers Strahlen
Und seine Wetter gehen heim, Schon
füllt der Herbst in Früchteschalen
Der Erde Mark und Honigsseim;
Gleichtheilend mißt uns seine Wage
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Schillers Auferstehung

Gesprochen am Schillerfeste zu
Stuttgart, den 8. Mai 1848. Den
Faltenmantel um den Leib gewunden, Der
Nacken tief, zum Tode tief gebückt,
Der Kranz wie eine Last um`s Hau
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Ans Ziel

Gestern ein Rieseln Im weichen
Eise, Heute ein Bach Auf der
Frühlingsreise, Gestern ein Kind Mit
Schleif und Band, Heute Jungfrau Im
Festgewand; - Wohin?
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Der Sieg

Heim auf des Abends Schweigenden
Pfaden Wandert ein müdes,
Glühendes Mädchen, Schlaff von dem
Haupt ihr Hängen die Locken. Aber
ihr scheues Aug
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Weißdornbüschlein

Helles Büschlein am grünen Rain,
Glänzend von Blättern und Blüthen,
Sommerlüfte und Sonnenschein Mögen
dich treulich hüten! Wie so stille
in deinem Schoos
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Knabenlust

Horch Märzenwind und
Lerchenschlag, Und keine Schule den
Nachmittag! Die Füße ohne Strumpf und
Schuh, Auf trocknem Weg den Wiesen
zu! Zum Nesterbauen und
Veilchenblühn, Zu
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Eifersucht

I. Die Festkönigin Den ganzen Lenz
mit seinen Liebesspenden, Sein Haupt
mit hellen Sträußern schwer behangen,
Sah ich mit durt`gem Aug` nach dir
verlangen, Und seinen W
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Der Liebesbrief

I. Der Bote kommt — o süße
Schrift, Die, Liebster, du mir
schriebst! Laß sehn dein ungeduldig
Kind, Wie treu du es noch
liebst. Du zitterst, Herz? o zi
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W. Hauffs Grab

I. Zu deinem Haupt, ein körniger
Gedanke, Der braune Fels von deinem
Lichtensteine, Der los sich riß im
trüben Abendscheine, Da du
verblichen, von der Bergesflanke;
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Der Küsterknabe

Ich bin des Küsters flinker Knab`,
Muß Früh und Abend läuten, Muß
Sonntags Kanzel auf und ab Die
Staffeltücher spreiten, Ich bin der
Besen und der Wisch, Der in der
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Daheim

Ich habe dein Bild am Himmel
fern Gesucht beim bleichen
Morgenstern, Ich schwebte dir nach mit
dem Schwalbenzug, Der gen Mittag nimmt
den geschwinden Flug, Die Arme hob ich
nach dein
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Zerrissen

Ich habe durchschwärmt die ganze Nacht
Im lärmenden Freudenchor; Dein
bleiches Bild hat mitgewacht, Du Herz,
das ich verlor. Und als ich
heimgekommen bin, Da Hab
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Sängerweihe

Ich hab` gelernt die Frauenliebe loben,
Geliebte, bei des Frühlings
Nachtigallen, In`s dichte Laub sind
küssend sie gefallen, Dann hat der
Gatte singend sich erhoben. De
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Unergründlich

Ich küßte sie auf die Stirne kaum,
Und war erschrocken fast, Wie sie,
ein Kind, so fiebernd heiß Und
zitternd mich umfaßt, Wie
liebeschauernd mir am Hals Ihr sc
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Selig

Ich liege so froh, so selig, Geliebte,
an Deiner Brust! Die Küsse sind
unzählig, Und immer ist neu die
Lust. O Liebe, du hoher Name, Nur
größer, je mehr du lie
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Eure Weisheit

Ich sah am liebsten hoch im Turm Weit
nach den blauen Landen; Bin jauchzend
bie dem lauten Sturm Des
Glockenschwunges gestanden; Ich kam
hernieder, doch empor Schlägt noch me
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Menschlich Loos

Ich sah dich gedeihen An
Wasserbächen, Du herrlicher Baum,
In der wehenden Trift, Darin so
gerne Ein Menschenherz Der
Erquickung sich aufthut. Ein glück
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Hohenstaufen

Ich sah ihn fern,
Er glich dem Sarge;
Ich kam ihm nah,
Rings Grabesstille;
Ich stieg hinauf,
Zwei Genien flattern:
Ein Todtenkopf,
Ein Trauermantel.
Neunter Gesang

Ich sehnte mich zu tausendmalen, Du
einz`ge, ewige Alpenwelt, Nach deinem
glühenden Hochgezelt, Wann dir mit
zitternden Freudestrahlen Den ersten
Gruß des Morgens Roth,
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Ein Prophet

Ihr könnt mir glauben, er hat’s
gesehn ganz wie es kommt und ist und
wird. Im Hornungspätrot ist’s
geschehn, Vom Zweig ein Fink ist
abgeschwirrt, der spürte ein Saften
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Über Nacht

Im frühsten Lenze hat sie mich
Geküßt bei Tagesneige; Es stahl
ein Abendlüftchen sich Durch
zitternde Pappelzweige. Wer riethe,
daß ein Lüftchen hat Erregt e
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In der Alhambra

In den Gärten der Alhambra Wandelte
die Herrlichkeit, Rauschend durch den
Glanz der Tage, Flüsternd um die
Abendzeit, Muthig im Geräusch der
Waffen Und der ritterliche
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Achter Gesang

Ist es ein Irrthum und ein Wahn, Daß
man das Schöne lieben muß, Und ihm
entflohen schon, den Fuß Rückwenden
möcht` auf seine Bahn? — Schon
morgen soll ich ferne gehn
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Abendstern

Ja du bist es, Blühend Gestirn,
Bist Venus Urania, Die uns die
klaren, Sehnsüchtig stillen Abende
lang Mit dem strömenden Lichte Den
Himmel beseelt!
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Konfession

Katholisch Mädchen, frischer Muth!
Gesicht voll Lust und Scherz! Dich
liebt ein evangelisch Blut, Dir glaubt
ein treues Herz. Das muß der rechte
Herrgott sein, D
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Gretchens Bitte

Komm ich, Geliebter, einst zu dir, Du,
den ich nicht erreicht. Schenk` deiner
Knäblein eines mir, Das dir am
meisten gleicht; Und sieh mich`s
ziehn an meine Brust,
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Mit meinem Kind

Komm, Herzenskind, an meine Brust,
Mein Erstgeborner, meine Lust! Mich
ziehn zu dir so süße Bande, Als ob
mir theure Stimmen riefen Aus deines
Schlummers heil`gen Tiefen,
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Erster Gesang

Komm, liebes Herz, zu frohem Reisen!
Wie rauscht das Wanderkleid so frisch!
Sie schmecken süß, der Heimath
Speisen; Doch auch die Fremde deckt
den Tisch. Wir haben Viel daheim
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Sommermorgen

Leise träumt die Sommernacht; bei den
kühlen Bronnen hab’ ich dich
herangewacht, erster Hauch der
Sonnen. Gestern in der
Abendluft, als sie untergangen, bli
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Handwerksbrauch

Mein Vater der keckste Bursche war Von
allen Burschen im Städtchen, Und in
der ganzen Jungfernschaar Meine Mutter
das schönste Mädchen. Seines Liedes
Klang, seiner Stimme
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Abschied

Nun haben sie`s zuweg gebracht Mit
ihrem Neiden und Hassen, Es ist
gekommen über Nacht Daß ich dich
muß verlassen. Von deinem Herzen
reiß` ich mich Mit blutige
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Vierter Gesang

Nun hab` ich endlich dein Bild geschaut,
Du lange geträumte Wellenbraut, Und
hörte dich dein Frühlied säuseln,
Sah dir vom Weste die Locken
kräuseln, Dich Kränze aus Firnen
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Trost

Nun ist des Frühlings Lust vorbei Und
all` sein holder Wahn; Doch manchen
lauten Freudenschrei Hab` ich daran
gethan. Die Erde war so jung, so
warm, So bräutlich
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Neugeboren

O dieser Lenz! unendlich klar, Wie
lange keiner auf Erden war; So
leuchtete Erd` und Himmel ja, Als ich
den ersten Frühling sah! Und lange
glaubt` ich schon nicht mehr
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Ewiger

Oft schnitt ich ab in meinem Garten
Den kaum erschloßnen Blumenschaft,
Um einen neuen zu erwarten, Voll
frischen Triebs, voll junger
Kraft. Denn mich vergnügt die Blüth
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Vor dem Fest

Röthlich im hohen Fichtengrün Die
letzten Strahlen des Tags verglühn.
So ahnungsvoll noch spät im Hain,
Als müßte der Frühling nahe sein!
Es bangt und steht zu lauschen st
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Gottesgabe

Schau an die Welt, an Wundern reich,
Und alle nur sich selber gleich, Es
möcht` im weiten Sonnenschein Kein
Blatt noch Blüthlein anders sein;
Doch mein Triumph und Jauchzen ist
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Trauernde Schönheit

Seh ich wo ein schönes Kind Gehn im
Trauerkleide, Rührt die Seele mir so
lind Dieses Wunsches Freude: O wie
lieblich, gutes Kind, Wär`s, um dich
zu weilen,
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Maitaufe

Sieh, Mädchen, ein Wetter zur
Frühlingsnacht! Blitze die Erde
küssen; Des Maien schwere
Blüchentracht Wird hoch sich wundern
müssen. Die Donner tönen, Die Berge
dröhnen
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So fügt sichs...

So fügt sich`s  einmal nur im
Leben Ich war entflohn dem
Festgebrause, Weil ich mich längst
nach dir gesehnet, Und fand mein Kind
allein zu Hause, Die Thür nur los
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Sonnabend

Sonnabend heißt das treue Blut, Das
ich zum Freund erwähle. So
feierabendlich sein Muth, So friedlich
seine Seele. Wie eines Sonntags
schöner Traum Kommt er auf
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Balder Frühling

Springt der Bube das Dorf hinaus:
„Vater, es ist schon Frühling
drauß, Zum Schmetterlingsfang die
beste Zeit.` Ist zwar kein Frühling
noch weit und breit, Fieng kaum
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Feuer und Flamme

Und die euch jetzt so sittig thut, So
ruhig an Geberden, Die war ein wildes,
leckes Blut, Als sollt` ein Knabe
werden. Es scheute Regen nicht und
Schnee Und blieb
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Elysium

Und ist’s mit dieser Welt herum, und
komm’ ich ins Elysium, meiner Ahne
Haus muß mit hinein, sonst mag ich
nicht darinnen sein. Hinter dem Hause
muß am Hag die Sonne lag
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Gestorben

Und stehen denn die Berge
noch? Zerbrach der Himmel nicht Als
Erd` und Himmel mir versank Mit zweier
Augen Licht? O Welt, wie magst du noch
bestehn, Wenn deine Leuchten unterg
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Fünfter Gesang

Vergib mir, Herrin! — das ändert die
Lage, Du lebst da unten von eignem
Tage; Von oben nicht ist solche
Luft, Nicht solches Licht und solcher
Duft. Dieß Leben, diese Kreaturen,
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Der ewige Jude

Vom Gürtel der Alpen schritt ich her,
Der Wandrer ohne Ruh, Und schaue
über das weite Meer Dem Treiben der
Wellen zu. Vor mir des Klippenfelses
Glut Umrast der W
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Pallanza

Von all dem Herrlichen, das
Italiens Reichthum mir verschwenderisch
bot, Von der Städte Glanz und des
Meeres Anflut, Der Gärten jugendlich
wogender Fülle, Von der Zinne selber
des
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Herbstgesang

Von Lasten jungen Weines schwer, Wagen
an Wagen die Straße her; Bald wärmt
er uns, Faß an Faß gelegt, Wenn
eisiges Wehen die Gassen fegt. Und
Schätze des Sommers biet
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Meine Lust

Wenn die jungen Frühlingsmatten
Frisch in Farbenhelle stehn, Seh`
ich gern der Wolken Schatten
Zauberdämmrig drüber gehn. Nach
der Morgenfrische Segen, Nach der
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Pilgerglück

Wie hat der Fremdling mit kühner
Hand So traut mich gleich
umfangen! Wie ist des dunkeln Auges
Brand Hinab mir in`s Herz gegangen! `O
sage, wohin, du lieber Mann, 
  .
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Der Bekränzte

Wie hat so manchen süßen Strauß Sie
von ihm angenommen! Doch gieng er
zager stets nach Haus, Zu keiner Gunst
gekommen. Nun ist er einmal ohne
Strauß Entschloss
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Zweiter Gesang

Wie nenn` ich dich, du Wunderwagen,
Der in die Ferne mich soll tragen?
Ein wenig Wasser über`m Feuer, Und
seine Dämpfe wohl gespannt, So kommst
du, schnaubend Ungeheuer,
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Dritter Gesang

Wie weit das Seegefild sich dehnt! An
die Planken unverwandt gelehnt, Seh`
still ich über die Wasser hin,
Möchte erpassen ihren Sinn, Ob sie
wissen, die unruhvollen, Wa
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Der Menschenfeind

Will rüstigen Laufes mich entschlagen
Der Straßen Enge, der Mauern Haft,
Es übt die Erde in diesen Tagen Die
alte, heilige Blüthenkraft;
Entfliehen will ich der Menschen Lebe
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Das Epheublättchen

Wo fliehst du, armes Blättchen,
hin, Von deinem Stamme geschieden? Wo
ist der Ort? O sage mir an, Wo weilst
du, mein Blättchen, hienieden? Ich
weiß es nicht, seit grausam
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Zugleich ein Sänger und ein Held

Wo ist, nach seines Volkes Sinne, An
Geist und Kraft ein ganzer Mann,
Gestellt auf des Jahrhunderts Zinne,
Und alle Welt erkennt ihn an? Der
Eine, dem der Sieg gelang, De
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Totentanz

Zu Basel, wo die fromme Schaar Nicht
leiden mag des Tanzes Reigen, Kreist
doch schon an dreihundert Jahr, Von
aller Welt besucht, ein Reigen; Ein
sichrer Spielmann führt den Cho
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Der Dichterkönig

Zu der Münsterstadt am Rheine, Die
vor Zeiten deutsch sich nannte, Aus
der Krönungsstadt am Maine Zog der
hohe Vielgewandte, Nach der Musen
Kraft begehrend, Und
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Heut und morgen

Zu Krieg und Frieden klingt dasselbe
Glöcklein, Zu Nutz und Schädigung
dieselben Waffen, Dieselbe Lust, zur
Kühlung weich geschaffen, Bläst
stürmend an zum Brand ein
Feuerstöcklein
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Tag und Nacht

Zu Novalis Gedächtniß Des Thaues
Stunde ist gekommen; O Mutter Nacht,
in deine Ruh` Hast du den stillen
Freund genommen. Er singt dir seine
Hymnen zu: `Daß dies
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Der verhängnißvolle Tanz

Zu Tübingen führt ein Freudentag Die
Jünger des Stifts zusammen, Hoch
lodern empor beim Festgelag Des Weines
und Witzes Flammen: `Wir sind die
Zeit, und der Zukunft Gei
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Friedrich Waiblinger

`Dich ruf ich an, Meiner Tage
Verlangen, Meiner Nächte
Sehnsucht, Dich, der Schönheit heilige
Göttin! Die du dem Gnechengestad
entschwammst, Und in Latium einzogst M
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Lockvögel

`Die Stadt fliegt aus, der Kuckuck
schreit, Weil sie den Frühling
spüren; Kam`rad, nun grünt die
schöne Zeit Zum Locken und
Verführen!` Vater spricht zum
Töchterlein
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Bella-Donna

`Schau herzhaft mir in`s Angesicht, Du
scheuer, wilder Knabe, Du glaubst es
nicht, du weißt es nicht Wie ich so
lieb dich habe. `Und wenn du mir zur
Seite rückst,
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Unsre Liebe

`Wo soll es hin mit solcher Liebe
kommen, Die uns verzehrt im tiefsten
Herzensgrunde Und nicht gedeihen darf
zu frohem Bunde, Wenn nun der Jugend
rasche Glut verglommen? `
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