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Gedichte - Johann Heinrich Voß


20. Ahndung

25. Oktober 1773. Freundlicher Mond, du
gießest milden Schimmer Auf mein
goldnes Klavier, und winkest lächelnd,
Mit des seelenschmelzenden Gluck:
Willkommen! Dich zu
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Der Rosenkranz

An des Beetes Umbuschung brach sie Rosen
zum Kranz, feurig prangte die
Mischung rings im tauigen Glanz. Ros’
auf Ros’ in das Körbchen
sank, purpurrot und wie Silber blank.
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Der siebzigste Geburtstag

Auf die Postille gebückt, zur Seite des
wärmenden Ofens Saß der redliche Tamm
in dem Lehnstuhl, welcher mit
Schnitzwerk Und braunnarbigem Jucht voll
schwellender Haare geziert war: Tamm, se
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Scherzando

Aus Moor- Gewimmel Und
Schimmel Hervor Dringt, Chor, Dein
Bimmel- Getümmel Ins Ohr. O
höre Mein kleines Sonett. Auf
Ehre! Kl
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Der Sklave

Das heischere Geschrei nach Freiheit ...
macht auf alle Menschen, die ihren Kohl
in Frieden bauen, und wenig auf die
Regierung achtgeben, worunter sie ihn
bauen, einen höchst widrigen Effekt.
Wieland
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Der Herbsttag

Die Bäume stehn der Frucht
entladen, Und gelbes Laub verweht ins
Tal; Das Stoppelfeld in
Schimmerfaden Erglänzt am niedern
Mittagsstrahl. Es kreist der Vögel
Schwarm, und ziehet;
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Fürstenspiegel

Drei Lehren fass` ein Herrscher wohl ins Herz.
Die eine: dass er über Menschen herrscht;
Die andre: dass er nach Gesetzen herrscht;
Die dritte: dass er nicht auf immer herrscht.
Der Kuß

Du Kleine, willst du gehen? Du bist ein
Kind! Wie wolltest du verstehen, Was
Küsse sind? Du warst vor wenig
Wochen Ein Knöspchen bloß; Nun tut,
kaum ausgebrochen, Da
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Der zufriedene Greis

Ein Nachbar von Gleims Hüttchen Ich
sitze gern im Kühlen Auf
meinerKnüppelbank, Und seh im Winde
wühlen Das Rokkenfeld entlang. Dann
flecht ich Stühl’ und Körbe,
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Die Bleicherin

Else Gut geschlafen, Sofie? Ja
schummele mit dem Gepäck nur Ohne zu
grüßen vorbei! Das tun nicht artige
Jungfraun! Sofie Hu! ich erschrak! Du
dort wie die Frühlingsschlang
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An meine Ernestine

Frage nicht, was mir fehle, du
Schmeichlerin; atm’ ich doch ringsum
Düfte des sprossenden Laubs, höre die
Nachtigall rings,Und betracht im Abend
die wolkigen Riesengestalten, Welche
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Der Rebensproß

Fruchtschwer an Lesbos’ sonnigen Höhn
erwuchs Ein hehrer Weinstock, welcher
Ambrosia, Voll Hochgefühls und
Hochgesanges, Zeitigte, durch
Dionysos Obhut, Der rohen Tiersin
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Die Erleichterten

Herr Heute gefällst du mir sehr,
Hausmütterchen. Zierlich und
einfach Ist dein Ehrengewand; und klar,
wie der sonnige Himmel Blinkt durch das
Laub, so lacht dein schelmisches Aug`
aus dem H
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Trinklied

Hätt’ ich einen
Mutterpfennig, Notabene, nicht zu
klein; Ein paar Flaschen leicht gewänn
ich, Notabene, voll von
Wein. Fröhlich blieb’ ich dann und
wach, Notabene, bis
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An Goethe

März 1808 Auch du, der, sinnreich
durch Athenes Schenkung, Sein
Flügelroß, wenn`s unfügsam sich
bäumet, Und Funken schnaubt, mit Kunst
und Milde zäumet, Zum Hemmen ni
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Frühlingsliebe

Ostern 1783 Die Lerche sang, die Sonne
schien, Es färbte sich die Wiese
grün, Und braungeschwollne
Keime Verschönten Büsch` und
Bäume: Da pflückt` ich am bedorn
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Beim Flachsbrechen

Plauderinnen, regt euch stracks! Brecht
den Flachs, Daß die Schebe springe, Und
der Brechen Wechselklang Mit Gesang Fern
das Dorf durchdringe! Herbstlich
rauscht im F
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Der Abendschmaus

Pächter Führe den Schecken zu Stall,
Hans Jürgen, und futtr’ ihn mit
Haber; Laß ihn aber, beileib!
abkühlen, eh du ihn tränkest. Frau
Liebes Männchen, wo bleibst du so
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Stolberg, der Freiheitssänger

Stolberg, der Freiheitssänger Rauscht,
Saiten, rauscht im Jubelton; Ich denke
Vaterland! Noch sproßt von Hermanns
Stamme Saat, Und höhnt den Sturm!
Noch ragt um Manas Heil
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Der Maiabend

Umweht von Maiduft, unter des
Blütenbaums Helldunkel sehn wir
Abendgewölk’ verglüh’n, des vollen
Mond’s Aufgang erwartend und
Philomelengesäng’ im Talbusch. Lau
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Das Ständchen

Wenzel von Schmurlach, Herr auf
Schmurlachsbüttel und Hunzau, War als
Junker verliebt und ein Freund
landhöfischer Schalkheit. Ihr auch, die
eben erwuchs, der sittigen Tochter des
Försters,
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An Graf Holmer

Wie der Sänger des Hains in dem
Käficht, unter dem Maibusch,
Welchen die Tochter des Herrn sorgsam im
Topfe gepflegt, Um mit früherem Laube
des Lieblings Haus zu beschatten,
Froher
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Willkommen im Grünen!

Willkommen im Grünen! Der Himmel ist
blau, Und blumig die Au, Der Lenz ist
erschienen! Er spiegelt sich hell Am
luftigen Quell, Willkommen im
Grünen! Willkomme
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