A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Johann Joachim Ewald


und X.

A.

Du hast den Grill für dumm gescholten? dieß rächt er für und für.

X.

Betrüger hab ich ihn genennet.

A.

o das vergiebt er dir!
Anzeigen



Alcippus

Alcippus öffnet seinen Mund und will
uns neue Weisheit lehren: Wer Weisheit
schätzt der eil und kom ihn
anzuhören! Er hustet laut und spricht:
des Leibnitz Sätze stoß` ich um, Und
mach
... weiterlesen


Der Widerspruch

Als neulich mir ein Weiser, Den
Widerspruch erklärte, Sprach ich: ist
das nicht einer? Wenn Iris mit mir
zürnet, Daß ich sie jüngst
geküsset, Und itzt noch immer zürnet,
... weiterlesen


Dorilis

Armbänder, Palatin,
Aigretten, Schönplaster, Ohrgehäng,
Manschetten, Pompons, Bandlätze,
Garnituren, Mantille, Reifrock,
Handschuh´, Uhren, Schmink,
Esclavagen, Flor, Brillanten
... weiterlesen


Dulcin, Corinne

Corinne.

Dich lieb ich stets Dulcin, doch sey auch niemahls kalt!

Dulcin.

Corinne nein; jedoch, wirst du auch niemals alt?
Chrysip

Daß Chrysip behutsam geht, Daß er
langsam spricht und dencket, Daß ihr
ihn offt zehlen seht, Daß ihn Schertz
und Freude kränket, Daß er stets sein
Gold bewacht, Daß er
... weiterlesen


Die reiche Phyllis an ihren Freyer

Der Freyer. O Phillis gieb mir deine
Hand, die mir auch leer gefällt, Dein
Hertz ist mehr als Kronen werth, mehr
als die gantze Welt! Phyllis. Mein
junger He
... weiterlesen


An Messalinens Tochter

Die Schuld, daß sich o schönes Kind!

Aus unsern Jünglingen zu dir kein Freyer findt,

Ist: daß sie deine Väter sind.
An den Koenig

Du bringst die goldne Zeit zurück, o
Held! wie nenn ich dich? Sesostris,
Cyrus, Antonin? Nur sich gleicht
Friederich! Du drohst: der Erdenkreis
erschrickt, und läßt dich Sieger
seyn: Du
... weiterlesen


Fragen

Du frägst, warum im Frühling Nicht
gleich die Rose blühe? Warum die
Nachviole, Nicht auch bey Tage
duffte? Warum den gantzen Sommer Nicht
Philomele singe? O Doris, f
... weiterlesen


Der Landmann zum Städter

Du schläfst auf weichen Betten, Ich
schlaf auf weichem Klee, Du siehst dein
Bild im Spiegel, Ich spiegle mich im
See. Du triffst auf Fußtapeten; Ich
tret´auf sanfte
... weiterlesen


An meinen Vater

Du, dessen Lächlen mir die Thorheit oft
verrieth, Die itzt mein schärfrer
Blick in mir und andern sieht; Mein
Urbild, dessen Ernst mich Tugend fühlen
lehrte, Die ich zwar spät begriff,
... weiterlesen


Vorzug der Schweitz

Ein junger Zürcher kam Voll Stolz und
Politik jüngsthin nach Amsterdam, Und
sahe Käse zubereiten. Er kostet` ihn
mit eklem Zahn und rief: was will man
lange streiten, Daß unser L
... weiterlesen


Das Orakel

Ein Wald lud mich in seine Schatten Ich
irrte drin in krummen Gängen Und
plötzlich sah` ich Daphnen kommen. Ich
schlüpft in eine hohle Eiche Und
hörte aus der hohlen Eiche
... weiterlesen


Der Trinker

Es hebt Vitellius den Becher in die
Höh, Trinkt einen langen Trunk, ruft:
Evan Evoe O Stifter aller Lust! schenkt
schäumend wieder ein Flicht Epheu um
sein Haar und Ros` und Mirten drein,
... weiterlesen


Daphne

Es ist der nahe Wald Der Musen
Aufenthalt; Es ist die Wiese hier Der
Flora Lustrevier; Schön singt im
tiefen Thal Ihr Lied die
Nachtigal; Schön fließt die Havel
dort
... weiterlesen


Macrus

Es schenkt mir Macrus schlechten
Wein In einen goldnen Becher
ein, Damit die Farbe mir nicht soll
verdächtig seyn; Wie aber Macrus,
glaubst du wohl Daß ich vom Glanz des
Bechers vo
... weiterlesen


An einen einfältigen Helden

Es werden deine Heldenthaten, Einst in
die lange Nacht gerathen, Die Muse
sieht und rühmt sie nicht; Du hast des
Löwen Muth und Stärke, Wie Cesar
thust du Wunderwerke, Nur,
... weiterlesen


Der Sturm

Es wird auf einmahl Nacht, die Winde
heulen laut, Und Himmel, Meer und Grund
wird wie vermengt geschaut. Das Schiff
fliegt Sternen zu, stürzt wieder tief
herab, Läufft unter Wellen fort,
... weiterlesen


Euclid und Pyrrho

Euclid. Du glaubst es bleibe keine
Frau dem Ehemann getreu? Nimm
wenigstens die Eva aus! die blieb es
zweifels frey. Pyrrho. Als Zwang
ihr noch für Tugend ga
... weiterlesen


An Gliceren

Glycere komm auf grüne Fluren! Da sind
des goldnen Alters Spuren; Da herscht
die Liebe fern vom Neid, Da macht das
Herz den Unterscheid. Sieh wie die
Zweige lieblich winken,
... weiterlesen


An die Rose

Ich liebe dich o Rose! Du Königin der
Blumen, Und mag dich gerne
pflücken; Doch, pflückt` ich dich vom
Stamme, So stächen mich die
Dornen; Darum pflück` ich dich lieber
... weiterlesen


Amors Irrthum

Jüngst sah ich Phyllis tanzen Und
fieng sie an zu lieben. Ich rief den
nahen Amor Und sprach: Verwunde
Phyllis Damit mich Phyllis liebe! Der
Blinde nahm den Bogen Und
... weiterlesen


Die Heiligkeit der Eichen

Jüngst sprach ich mit den Eichen, Und
frug: Warum ihr Eichen, Seyd ihr
geheiligt worden? Drauf zitterten die
Wipfel, Und sieh ein braunes
Mädchen, Sprang aus der nächsten E
... weiterlesen


An Iris

Komm Iris unter Buchen Ein labend Kühl
zu suchen! Mich schmelzt der
Sonnenstrahl Noch mehr der Liebe
Quaal. Doch hör` nah` im
Gebüsche Tönt ein verliebt
Gezische, W
... weiterlesen


Mamurr und Tibull

Mamurr.

Du reizest den Zoil zum Zorn Tibull du bist sehr kühn!

Tibull.

Mein Koch versöhnet ihn.
Emil

Man sagt, Emil wird sich an Lesbien
vermählen; Die junge Braut sey
reich, und schön ihr Angesicht, Sie
sey aus gutem Haus` und Witz soll ihr
nicht fehlen. Von Tuge
... weiterlesen


Wünsche

Max wünscht sich Rang, Stax wünscht
sich Macht, Scot wünscht, daß nur
sein Fürst ihm lächle, Pedrill, daß
ihn sein Mädchen fächle, Und Thrax
folgt Hunden auf die Jagd; Cham
... weiterlesen


Miren

Miren wohnt schön, doch alles
Hausgeräthe Das um ihn glänzt, Tisch,
Spiegel, Stühl und Bette, Tapet,
Gemähld und Schrank und alles ist nicht
sein ... Ich mag bey mir nicht fremde
seyn!
... weiterlesen


Unterricht des jungen Barchus

Nachahmung einer Dithyrambe des Herrn
von Tagliazucchi. Bachus. Und wie
kan man Silen! doch immer durstig
seyn? Silen. Wir sind schon so
gemacht mein Sohn! der Magen
... weiterlesen


Die Biene

O Biene, stichst du Doris Brust, Den
Sitz des Reizes und der Lust? Wilst du
vielleicht die Spröde stechen, Um
meine Quaal an sie zu rächen? Doch
nein ich seh, du willst durch Doris
... weiterlesen


Das Bad

O Himmel welch ein reizend Weib Seh`
ich im Teich sich baden! Die Fluth
verräth den schönsten Leib; Ists eine
der Najaden? Solt` es Salmacis selber
seyn So muß ich in den T
... weiterlesen


Gebeth an die Venus nach dem Moschus

O leite schönste Venus, Die du am
Himmel wachest, Die Schritte deines
Schäfers, Der itzt Dorinden
suchet! Ich geh nicht aus zu
rauben, Und denke nicht zu
tödten, Mic
... weiterlesen


An Perillen

Perillens Glanz kan Phoebus Glanz nicht
gleichen, Und Venus Reiz kan ihren
nicht erreichen. Es wehen Zephirs wo
sie geht, Es sprießen Blumen wo sie
steht, Perille kann mit halben Bl
... weiterlesen


An Lycon

Sieh dort im melancholschen Wald Das
Bild der Sonn` im Teiche
schwimmen, Sieh jener Schäferin
Gestallt Und hör der Vögel süße
Stimmen Und wie der Bach in Felsen
lermt Und
... weiterlesen


An Sylvien

Sonst liebt ich zwanzig lose
Mädchen: Charlottchen, Dorchen,
Justchen, Kätchen, Louischen, Lenchen,
Wilhelminchen, Concordchen, Hannchen,
Carolinchen, Neun Mühmchen und zuletzt
Ch
... weiterlesen


Stax

Stax singt mir seine Lieder vor,

Und brüllt in mein erschrocknes Ohr,

O Alpenwürdiger Gesang!

Mir schmerzt das Ohr acht Tage lang.
An Doris

Was helfen Doris! dir, die heiter
blühnde Wangen, Der Lippen stiller
Reitz, die schön gewölbte Brust, Das
Haar wo Zephirs sich in blonden Locken
fangen? Du scheuchst die Grazien, den
Amo
... weiterlesen


Das Bedünken

Wenn ich Burgunder trinke
So fliehen alle Sorgen,
Dann dünk` ich mich ein König
Und lasse Praag erobern,
Und Schiffe gehn nach Westen
Und hohlen für mich Reichthum.
Philinde

Wenn mich Philinde fliehet,
Weil ich von Liebe rede,
So greif ich nach der Flöte,
Und spiel ein Lied von Liebe;
Denn kehrt Philinde wieder
Und seufzt wie meine Flöte.
Lied des Anacreon

Wenn Sterblichen ihr Leben Durch
Reichthum länger würde So häufft`
ich selber Schätze Und wenn der Tod
denn käme, Gäb` ich ihm Gold damit
er Mich leben ließ` und gienge
... weiterlesen


Tantalus

Wolt` einstens in der Hölle Mich Minos
grausam strafen, Weil ich zu viel
geküsset; So müsten schöne
Mädchen Sich meinem Munde nähern Und
meinem Arm entfliehen, We
... weiterlesen