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Gedichte - Johann Kleinfercher


Der Grashalm

Da drinnen im
Waldesgrunde, Am mild beschatteten
Bach, Da steht ein schlanker Grashalm
Und sieht den Wellen nach.
Entwandernd schau`n sie zum Halme
Mit Silberblic

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Die Himmelfahrt

Da drüben über den
Feldern In warmer, gesättigter Luft,
Begegnen sich schwimmende Flöre Und
Duft gesellt sich zu Duft. Da neigt
sich ein blasses Gesichtchen A

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Chor der Urträume

Das wahre Sein Allen
erstiegenen Räumen entzogen, Wandelt
ein Äther in strahlenden Bogen, Geh`n
in verschwiegenen Tiefen die Wogen.
Dort mit dem sehenden Wil

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Ersatz

Der führende Stern, der
mit schimmerndem Blick Süß täuschend
versprach ein bekränztes Geschick, Er
entschwang sich den Höh`n mit
versinkender Pracht, Es trat mir die
Nacht Vo

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Bitte an den Mond

Du, so voll, so rund und
blond, Arglos von Gebärde, Was,
herzallerliebster Mond, Blickst du
stets zur Erde? Siehe, dein Geleis
entlang Geht ein Glüh`n und Blinken,

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Die Nacht

Es fließt im dunklen
Norden Durch ragende Wälder ein
Strom, Auf seinen felsigen Borden
Steht einsam ein grauer Dom. Die
Lüfte des Friedhofs beben, Die Seelen
entp

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Komm, mein Leben!

Feld und Hain erglühen
hold Unter Blütenträumen Und das
Licht, wie helles Gold Rauscht es in
den Räumen. Komm, mein Leben, meine
Lust, Tritt in Gottes Helle,

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Nur kein Hochmut!

Gottes Sonne leuchtet
allen Mit der klaren Himmelsglut Und
für jeden ist entfallen Irgend ein
beglückend Gut. Wolle, wo du nicht
kannst schauen, Nicht auch uns

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Bild und Bildung

Gottheit, die du dir
gewannst Aus Natur und Leben, Bilde,
wo und wie du kannst, Bild`ihr nach
dein Streben. Wär` an dir auch
mancherlei Trübung haften blieben,

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Natur und Krieg

Hier, wo Gottes Sonne
scheint, Welch ein emsig Weben! Eine
tiefe Leitung eint Jedes Widerstreben.
Und dem Krieg erklärt den
Krieg Alles was empfindet, Treu

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Ungewitter

Horch und sieh! Die
Blitze dröhnen Und die dumpfen Täler
stöhnen, Die Natur im
Fiebertraum Wälzt Gewitter durch den
Raum. Wenn mich das Gewirr
umschauert, In der L

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Chor der Urtriebe

In den unbegrenzten
Breiten Unsrer alten Mutter
Nacht, Horch - da scheint mit sich zu
streiten Die geheimnisvollste
Macht! Hören wir die Ahnung
schreiten? Ist die Sehnsucht a

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Seelenrast

Lagernd unter Busch und
Halm Blick` ich in den Abend,
Bläulich schwillt des Ackers
Qualm, Aug` und Seele labend.
Kühle, kühl`, o feuchte Flur,
Meines Busens Gl

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Entschlossenheit

Nie lügt das Herz, nie
sehnt`s vergebens, Nicht ward es aus
der Götter Schoß Geschleudert in die
Flut des Lebens, Zu dulden eines
Tantals Los. Fürwahr, dem inneren
Best

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Die Dummheit

O krieche lieber in ein
waldig Tal, Entzieh` dein Haupt des
Tages holdem Strahl Anstatt an
Menschen dich heranzudrängen, Die die
Beschränktheit hält in ihren
Fängen; Auf Erden

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Bei Sternenhelle

Oben, wo es nächtig
blaut, Funkelndes Gedränge, Unten,
wo das Auge taut, Milden Sehnens
Klänge! Klimme, Seele, leis`
empor Auf des Klanges Gleisen,
Ster

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Nächstes Gedenken

Sei bei jeglichem
Beginnen Eingedenk der edlen Kraft,
Die zu wirken, zu gewinnen Mut und
Dauer dir verschafft. Ohne Säfte
keine Triebe, Ohne Genius kein
Prophet,

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Einklang

Stern ist in des Himmels
Saal Leuchtend eingezogen,
Stromgefäll im tiefen Tal Schwingt
den Perlenbogen. In des Auges Äther
dir Ist mein Blick geflogen,

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Dir gilt es!

Stets werd` ich dich als
Menschen achten, Denn menschlich bist
du von Gestalt; Du kannst mit Händ`
und Füßen trachten, Bist jung und
wirst nach Jahren alt. Doch soll ich
dich al

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Herein!

Tritt ins Haus und sei
mein Gast, Draußen ist es schwüle,
Gönne deinem Herzen Rast, Deinem
Scheitel Kühle. Magst du sein von
fremdem Blut Oder armer Gilde-

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Der Abend

Von wachsenden Riesen
umgeben, Versenkt sich der goldene
Sarg, In dem ihr erblassendes
Leben Die himmlische Priesterin
barg. Und webende Geister
schreiten Auf zarten D

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Das Stiefkind

Wandernd zog ich durch
den Staub Sommerheißer Straßen,
Rand entlang im breiten Laub Schwere
Trauben saßen. Doch auch eine Rose
klomm Aus den grünen Ranken

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Reisegut

Welche Sterne dir auch
strahlen, Welches Erdenlos dir fiel,
Unter Freuden, unter Qualen Wähl`
ein schönes Lebensziel. Faß` es mit
dem Aug` verständig, Deiner Tri

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Lebens-Banner

Wohl drängen nach den
schönem Räumen Die Menschen all in
edlem Streit, Indem ihr Streben, Tun
und Träumen Sich glühend um ein
Banner reiht. Zwar lassen diese
Pilgersch

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