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Gedichte - Johann Peter Eckermann


Tröstliches Gleichniß

A. Vor einem Jahr ging sie mit mir
spazieren, Nun seh` ich Andren sie am
Arme führen. Mein schönes Pferd auch
muß ich reiten sehn, Und selbst
derweil am Stock zu Fuße geh
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Im Vorbeygehen

A. Was! Seh` ich recht? Auch Du in
Putz und Staat? Die Cour zu machen bist
auch Du beflissen? B. Es reicht
nicht hin daß man Verdienste hat, Man
muß
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Hochzeitlied

Als einst die Welt nun, war
herfür, Auch Adam frisch und
froh, Sprach Gott: nun wie gefällt es
dir? Herr Adam sprach: so, so! — Da
denkt der Herr! Du armer Thor, Ich
weiß
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Zu Herrn Staatsrath Thaers Jubelfest,

am 14. May 1824. Als Jesus predigte
in der Wüsten Den Juden und tausend
halben Christen, Hatte der himmlische
Gottessohn Nur sehr geringe Freude
davon.
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Keine Maske!

Amt schmucker Fähndrich, an der Binde
zupfend, Landmädchen gestern, fette
Gänse rupfend, Morgen im Hofesglanz
der Aschenbrödel, Und nächsten Tags,
Gott weiß! in welchem Trödel.
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Die Schäferin

An einem schönen Sommertag Kam ich
weit und breit Daher über blühende
Heide. Ein Mädchen am Busch im
Schatten lag, Ein Hündchen zur
Seit`, Daß ihre Schafe sie weide,
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Fragment

An Jahren jung, die Zwanzig kaum
passiret, Geschäfte wenig, Zeit zur
Liebe viel, Empfänglich Herz von jedem
Reiz gerühret, Des unbefriedigten
Verlangens Spiel, Sind`s schöne Mäd
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Keine Trennung

An meiner Treue willst du zweifeln,
Süße? Bedenkst du auch, ob Trennung
möglich ist? O, glaube mir! und wenn
ich dich verließe, Ich wäre Hoch nur
immer, wo du bist. Zwey
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Sprichwörtliches

Auch das Vortrefflichste wird nicht
gelitten, Man muß erst um Erlaubniß
bitten. * * * Im Lust- und
Trauerspiel Vermag er viel; Allein in
Dingen der Advocaten
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Goethes Portrait

auf Befehl Sr. Majestät des Königs von
Bayern gemalt von Stieler 1829 Der
König In wilden Zelten, wenn
Trompeten schmettern, Auf Dorf und
Städte Feuerschl
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Schönstes Roth

Augenlabe, wenn der Aepfel Röthe Dir
aus grünem Laub entgegen
lacht; Augenlabe, wenn sich
Blumenbeete Zieren mit der Tulpe
frischer Pracht. Auch ein schönes Roth
ist zu ersehen,
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In das Stammbuch einer geliebten Freundin

Betracht` ich diesen schmalen Raum Des
zarten Blättchens, denk` ich kaum Mein
volles Herz darauf zu lassen. Doch
würde das Blättchen auch zum Buch, So
wär` es doch nicht groß ge
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An Ferdinand Hiller,

bey seiner Reise nach Wien. Das Edle
haftet nicht an Einem Ort, Es lebt
umher in weiter Welt zerstreut. Hier
an der Ilm, wie an der Donau dort, Du
findest überall was dic
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Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog Carl August,

bey Überreichung eines Paars
goldgestickter Schuhe, zu
Höchstdessen Jubiläum am 3. Sept.
1825. Von Seiten des
Schuhmachermeisters Schieck. Zum
goldnen Feste bring` ich g
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Geständniß

Blicktest du ins Herze mir, Wenn ich
dir vorübergehe, Hin und her zur Seite
sehe, Gleich als früg` ich nicht nach
dir. Blicktest du ins Herze
mir! Blicktest du ins H
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Trennung

Das Mädchen frage, die im fremden
Lande Der Muttersprache theuren Laut
entbehret, In Sehnsucht nach den
Ihr`gen sich verzehret, Und hingezogen,
wie durch Liebesbande, Zu dem wird
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Entsagung

Dein Bild umgiebt mich wo ich geh` am
Tag, Es hält mich Nachts auf meinem
Lager wach; Entschlummr` ich endlich
bey der Frühe Licht Erscheinst du mir
als lieblich Traumgesicht; Mit
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Wunderlich, aber wahr

Dein Vater, der dich nährend
aufgepflegt, Muß deine Schönheit
einem Andern gönnen; Dein Bruder, nie
im Spiel von dir zu trennen, Muß sehn
wie dich ein Andrer liebend hegt. U
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Interregnum

Den alten Herrscher hat man
hingetragen, Dem neu`n, dem fernen,
ward noch nicht gehuldigt; Man lebt in
Ungewissen Trauertagen, Und ungeduldig
man sich schlecht geduldigt. Es stockt
u
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Jägerlied

Den freyen Jäger lob` ich mir Vor
allen andexn Orden, Und jubilire für
und für, Daß einer ich
geworden! Früh morgens, wenn es kaum
getagt, Sind wir schon wach und
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Der reizenden Saalnixe

Den Ritter hab` ich oft im Geist
gescholten, An den verschwendet du so
heißes Lieben. Ach! hätte dein
Verlangen mir gegolten, So
unempfindlich wir` ich nicht
geblieben. Selbst mit
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Cantate zur kirchlichen Feyer

der 50jährigen Regierung Sr.
Königlichen Hoheit Carl
Augusts, Großherzogs von
Sachsen-Weimar und Eisenach, am 3.
September 1825. Chor. Dem H
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Liebesdrang

Der Abend feyert, das Wasser
rauscht, Ich wandle im Garten
allein. Den fernen Tönen der Liebende
lauscht, Bey stillem
Abendschein. Die Fenster leuchten vom
Gartensaal,
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Der Knabe

Der Blitz durchzuckte die finstere
Nacht, Der Donner rollte, der Donner
kracht`. `Das hat wo
eingeschlagen!` So hör` ich rufen und
klagen. Und eilends mach` ich mich
aus dem
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Helgolander Fischerlied

Der Fische viel gefangen sind, Die
Nacht wird dunkel, naß der Wind; Bald
ab vom Strande strömt die Fluch, Drum
rudert rasch und rudert gut, Damit wir
zeitig landen.
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Baron und Bettler

Der Herr hat alles wohl und gut
gemacht, Baron und Bettler alle gleich
bedacht. Schläft der Baron aus seidnem
Bett im Saal, Der Vagabund auf Stroh im
Pferdestall, `s ist alles gleic
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Huldigung

Der neue Herrscher sitzt nun auf dem
Thron, Umgeben von des Hofes Glanz und
Pracht, In Treue kniet der Bürger, der
Baron, Und huldigt so der angestammten
Macht. Mein Weg zu
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Deine Augen

Der schönen Pallas Augen waren
grau, Zu klug, wie Byron sagt, blau
oder braun zu blicken. Maria Stuart,
sie, die schönste Frau, Verstand durch
solche Augen zu berücken. Grau blitz
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An eine junge Schauspielerin

der Weimarischen Bühne. Wodurch
erwirbst du aller Menschen Gunst? Dieß
holde Räthsel ist gar leicht zu
lösen: TheilS ist`s die schöne Stufe
deiner Kunst, Theils, und fas
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Beruhigung

Des Tages Mittag gleichet nicht dem
Morgen, Wir pflücken nicht im Sommer
Frühlingsblüthen. Denn fasse Muth!
verbanne deine Sorgen, Genieße froh
was noch die Tage bieten. Da i
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Wort und That

Die ihr mehr auf Wort` als
Thaten Haltet, ihr seyd schlecht
berathen; Wir darum an unserm
Orte Sehn auf Thaten mehr als
Worte. Gestern, als ich voll
Behagen In der Lie
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An meine Nachbarin im Theater,

die mich im tiefsten Winter wiederholt
mit blühenden Veilchen
beglückte. O, Zauberin! mit deinen
Veilchendüften Bereitest du mir
holdes Himmelsglück, Umhauchest mich
m
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An die sieben Mädchen in Uniform

Die Männer, sagt man, sind der
Schöpfung Herren, Es gilt ihr Wort zu
Wasser wie zu Land; Zwar giebt`s
mitunter auch gewalt`ge Narren, Doch
alles Größte ist von ihrer Hand. So
sag
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Vor dem Bildniß

Du blühend Haupt, umspielt von dunklen
Haaren, Vom ersten Schnee des Alters
kaum erreicht, Noch regst du dich,
trotz deinen achtzig Jahren, Auf
ungebeugten Schultern frey und leicht!
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Der Pfeil

Du zielst nach Sperlingen, den
offenbaren, Der Bogen schwirrt, doch
nie hast du getroffen. Wie schwebt mein
Herz in größeren Gefahren, Verborgen
zwar, doch deinen Pfeilen offen.
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Geist und Herz

Ein Haus, vom ersten Herrn mit Fleiß
erbauet, Wird treulos den Besitzer oft
verändern; Ein Gleiches sieht man,
wie man um sich schauet, An
neubeherrschten Städten, Reichen,
Ländern.
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Portrait

Ein Mädchen, und ohne
Jalousie; Schön, und ganz ohne
Coquetterie; Scharf denkend, ohne viel
zu wissen, Gut redend, gänzlich
unbeflissen; Auf deinem Sinne stark und
stät; A
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Die Stellen

Ein neuer, Herrscher neue Stellen
bringt. Nach Hofe nun wie strömt`s zu
Fuß und Wagen! Barone, Pfaffen,
Schreiber, jeder ringt So gut er kann
sich etwas zu erjagen. Der
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Herrn La Roche

Ein wahrer Proteus! ewig dich
verwandelnd, Und stets im strengsten
Sinn der Rolle handelnd, Uns zeigend
eine Welt von Charakteren, Die alle
dir im Tiefsten angehören. Vom
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Totalität

Eine süße Schale der Gegenwart
— Die Zukunft goß mir bittre Tropfen
drein; Eine bittere Schale der
Gegenwart — Die Zukunft goß mir
süße Tropfen drein. Das machte mi
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An ...

Erheb` ich dich, wie kann ich dich
vergrößern! Vergöttr` ich dich, wie
lann ich dich verbessern! Du bleibst,
so wie du bist, so gut und schön.
Doch daß, für was du bist, dich
andre
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Moralische Sprüche

Es hat die Pflicht Ein doppeltes
Gesicht: Das eine streng und finster
blicket, Das andre, freundlich, gern
beglücket. * * * So lange das
Schuldige du nicht ve
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An ...

Es sandte der April uns herbe Schauer,
Kein grünes Blättchen wagte sich
hervor; Schien ja die Sonne, war`s von
kurzer Dauer, Gleich hüllend sich in
finstrer Wolken Flor. Da wa
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In das Stammbuch einer jungen Schauspielerin

Gern hält` ich alle Blätter dir
beschrieben, Dir sagend wie so schön
du stets gespielt; Allein es sind so
viele, die dich lieben, Und jeder
schriebe gern wie er gefühlt. Nun
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Glück der Erinnerung

Getrennt von dir bist du mir nicht
verloren, Wenn auch entfernt genieß`
ich reines Glück. Die schönsten
Stunden, immer neu geboren, Ruft mein
lebend`ger Geist in sich zurück.
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Glück des Glaubens

Gleich einem Knaben, der, im Thal
erzogen, Bisher als Kind auf sonnigem
Plan gespielt, Er sieht mit Bergen
seine Welt umzogen, Noch hat er nichts
von jenem Drang gefühlt Hinaufzusch
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Weimar

Glücklich Weimar! — Von den Städten
allen Bist du, kleine, wunderbar
bedacht; Man wird stets zu deinen
Thoren wallen, Angezogen von der
heil`gen Macht; Und man wird nach gro
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Kriegesbild

Hain und Fluren werden düster, Stürme
kommen wild geheulet, Und zerrißne
Wolken fliehen Wild, zu leichtem
Schreck, vorüber. Aber dräuend,
langsam, kommen Unabsehb
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Das Heilmittel

Hat einer sich verbrannt, wird glühend
Eisen Als gutes Mittel sich probat
erweisen; In kaltem Winter, wenn ein
Mann erfroren, Durch Schnee und Eis
wird er wie neu geboren; Das G
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Höchste Süße

Hochgepriesen ist des Honigs
Süße, Köstlich labt der vollen
Kirsche Saft; Traubenkühlung, wenn ich
dich genieße, Füllt sich Geist und
Herz mit neuer Kraft. Wer von
Lebensängst
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Der Liebe Element

Holde Liebe scheut das Licht; Das
Verbot`ne gleichermaßen. Wie wohl die
zusammen passen? Sind sie doch
Verwandte nicht! Wenn zur
Winterabendzeit Im Kamin die Kohlen f
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Mein Gebet

Ich folge dir, Vater! Wie du mich
regierest, Wohin du mich führest. Auf
Rosen- oder auf Dornenwegen, Dem Leben
oder dem Tode entgegen, Ich folge dir,
Vater! Ic
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Försters Heimkehr

Ich habe gejagt den ganzen Tag, Und
hab` auch wenig nicht gefangen; Bin
rings, so viel ich tragen mag, Mit Huhn
und Hasen schwer behangen. Doch ist
es dieses nicht allein
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Die Beglückte

Ich liebe einen Jäger schön, Und
lieb` ihn nicht alleine; Auch manche
Andre nach ihm sehn, Und wären gern
die Seine. Das Kammerkätzchen stellt
ihm nach, Verführer
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Winterlied

Im Frühling ist ein jeder froh, Wenn
bunt die Blumen sprießen; Auch ist im
Sommer jeder so, Wenn warm die Ströme
fließen.       Doch
ist`s der Winter sicherlich,
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Der Abschied

Jüngling. Einen Kuß noch eh wir
scheiden! - Ach, du fühlest nicht die
Leiden, Wie sie tief mein Herze
hegt! Wenig wirst du dich
betrüben, Du wirst Andre sehn und l
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Wunsch und Erfüllung

Kann ich nur dichten! — bleibt mir
Freyheit nur Tagtäglich meinen Schritt
in die Natur Nach Herzenslust zu
richten; Kann ich nur lagern mich auf
luft`gen Höhn, Um Leben mich des
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Liebe als Ausgleichung

Mir fehlet viel — durch Rang und Gold
zu siegen; Die Jugend — Deiner Jugend
zu genügen; Der Geist — und wär`
ein wenig auch vorhanden, Vor Deinem
Geiste läg` er doch in Banden.
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An denselben

Mit Deines Königs Liebe schön
geschmückt, Mit Söhnen, Töchtern,
Enkeln auch beglückt, Viel wackre
Schüler dann nach allen Seiten, Die
Deine Lehre mit Erfolg verbreiten, So
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Nach Voltaire

Mit soviel Schönheit, soviel Reiz
geschmücket, Warum auch die Talente
nennst du dein? Mit Zauberkünsten, wie
du uns entzücket, Was hast du nöthig
auch so schön zu seyn! Zehnmal
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Musengunst

Mußt kein Gedicht durch tiefes
Sinnen Dem Geiste mühsam
abgewinnen: Dem Dichter muß zu Muthe
seyn, Als flög` eine Taube zum Fenster
herein Gebraten, wo er nichts braucht
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An einen Wasservogel

Nach Bryant. Wohin, bey fallendem
Thau, Während der Tag im letzten
Scheine glühet, Fern am rosigen
Himmelsrande verfolgst du    
  Deinen einsamen Weg?
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Das Begräbniß von Sir John Moore

Nach dem Englischen. Nicht Trommel,
nicht Trauergesang ward gehört Als wir
in die Gruft ihn ließen, Auch ward die
Stille der Nacht nicht gestört Durch
ein letztes ehrendes
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Der Beichtiger

Nach Voltaire. Dein Beichtiger, wenn
er dich erblickt, Verliert des Geistes
heil`ge Ruh. Verrath` ihm nicht, wie
sehr du mich beglückt, Und mach` ihn
nicht noch obendrein ja
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Überwunden

Nach Voltaire. Der Fürst mit allen
Herrlichkeiten Beschränkt mich nicht
zu Dienst und Pflicht. Zwey hübsche
Augen wollen mehr bedeuten, Allein auch
sie vermögen`s nicht.
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Gewalt des Blicks

Nach Voltaire Hör` ich dich am
Claviere phantasirend, Entzückt,
bewundernd bin ich da gesessen. Erhebst
du deine Stimme sanft und rührend, Ist
schnell der Finger zarte Kun
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An die Winter-Winde

Nord und Ost, ihr eisgen Winde! Und die
ihr nordöstlich weht! O, ich bitt`
euch, leise! linde! Wenn mein zartes
Mädchen geht. Daß ihr meine
Seelenweide, Wang` und Augen, ni
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Dem Andenken der Unvergeßlichen

Nun, nach Tagen heißverworr`ner
Schmerzen, Sey dem Leben höh`rer Trost
erkoren: Ewig bleibt sie meinem Geist
und Herzen, Und so hab` ich sie auch
nicht verloren. Ganz wie s
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Heimath

O Elb`l an deinen Ufern
aufgewachsen, In deinen Buchten, deinen
grünen Ebnen, Und nun verseht ins
Mittelland der Sachsen, Zu dem von Berg
und Hügeln eng umgebnen, Hab` ich,
geschie
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Land Weimar

O Land! mit einen Bergen, deinen
Wäldern, Umgrünten Hügeln,
weitgedehnten Feldern, Mit Flüssen
die durch sonn`ge Thäler fließen, Mit
klaren Bächen an umbuschten Wiesen.
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Im Thale

O, wie ward ich so ein Andrer Durch der
Liebe Zaubermacht! Wie den einst
unstaten Wandrer Hat sie so zu Ruh
gebracht! Sonst nach ungemessnen
Weiten Trieb`s mich Ungest
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Dem vollendeten Sänger

Sehn wir die Werke großer Meister an,
Die in den besten Stunden sie
vollbracht; So zeigen sie ein heitres
Daseyn an, Das seinem Meister wenig
Müh` gemacht. Ja, wo in größter
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Wahl

Seit ich liebe Muß ich leiden. Eh ich
liebte Hatt` ich tausend
Freuden, Hatte Ruh! O du mein altes
Glück, Komm, ach komm zurück! Und
doch lass ich
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An ...

So wandle fort zu deiner Eltern
Freude, Zu deiner jetz`gen, künft`gen
Freunde Glück! — Und wie du mir die
schönste Augenweide, So denk ich ewig
gern an dich zurück. An dich zur
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Lehren der Klugheit

Soll dir dein Reden überall
gerathen, So sprich mit Kriegern von
Gefahr und Thaten, Mit einem Hirten von
der besten Weide, Mit schönen Frauen
was am besten kleide, Von Kniff und R
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Friedensbild

Sonnenschein auf grünem
Anger, Sonnenschein in grünen
Eichen, Heitre Himmelsbläue
drüber, Und ein Adler oben
kreisend, Und ein Wandrer ruhend
unten, Alles voller Lust betr
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An die Sommer-Winde

Süd und West, ihr linden, kühlen! Und
die ihr südwestlich weht! Fächelt!
säuselt! wenn im Schwülen Mein
geliebtes Mädchen geht. Lüften könnt
ihr, ja verschieben Ihres
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Bild und Ton

Süße Liebe denkt der Schönen, Ist
das Denken ein gesundes, Immer als
geliebtes Bild. Süße Liebe denkt in
Tönen, Wenn`s der Worte ihres
Mundes Wonnevollem Zauber
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Auf einen Weidenbaum

Traure nur, gekappte Weibe, Daß du vom
Geschick verdammt bist So geringes Reis
zu tragen. Daß es ewig dir versagt
ist Stammgemäße, stolze Äste, Wie`s
im Keime dir bestimm
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Die Verwundete

Um einen Liebsten leid` ich, Das ist
ein Jäger schön! Und die ich einst so
freudig, Muß nun in Leid
vergehn. Dem Wild mit Bley und
Hunden, Mir mit der Augen Schein,
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Verlornes Glück

Von des Abendwindes feuchtem
Flügel Schauerlich umweht, Stand so
einsam ich auf jenem Hügel Wo die
Mühle steht. Meine Blicke schweiften
in die Ferne Ach, so weit hi
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Der Begünstigte

Von ihrer Augen Glanz ist der
entzücket; Ich lächle still: dein Lob
es geht wohl hin! Doch hätten sie dich
liebend angeblicket, Wie wär` dir
dann, wie wär` dir da zu Sinn!
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Wallenstein

Was ich an Thekla nicht leiden
kann? Daß sie von sich schickt den
geliebten Mann. Und was mir an ihrer
Mutter mißfällt? Daß sie`s nicht mit
ihrem Manne hält. Denn dieß ist auch
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Der entfernten Geliebten, zum Geburtstage

Was soll ich dir zu deinem Tage
schicken, Von hier nach.......,
zwischen Elb` und Heide? Perlen und
Gold, dir Hals und Arm zu schmücken?
Den neusten Stoff zu einem bunten
Kleide?
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Der Liebe Leiden

Was zu allem Thun Mir die Lust
verleidet, Was voll Unmuth mich Hin
und wieder treibet, Ach, ich weiß es
nicht! Was in Nächten mir Allen
Schlummer scheuchet,
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Lied für Landwirthe

Wenn Anfangs May der Hafer
sprießt, Schon fußhoch steht der
Rocken, Alles gesä`t und geegget
ist, Rebhuhn und Wachtel locken; Dann
reitet der Landwirth gern hinaus Im
Schei
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Beherzige!

Wenn der Jäger kommt zurück vom
Jagen, Wo er nichts gesehen, nichts
geschossen, Nicht verdenk` es ihm, wenn
er, verdrossen, Wenig mag erwiedern
deinen Fragen. Fischer, der
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Ein Gleichniß

Wenn der Soldat, ermüdet von der
Schlacht, Gleichviel ob überwindet ob
besiegt, Auf freyem Feld, in kalter
Regennacht, In schlechtem Bivouac am
Boden liegt, Wo alle Schauder ih
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An den König

Wenn der Sonne Kraft die Erde Wärmend,
wie sie thut, erquickt, Jedes Jahr ein
neues Werde Sie mit Blatt und Blüthen
schmückt, Ist der Vogel froh im
Laube, Bien` und Käfer
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Unbeschreiblich

Wenn ich einst im Drang der Lieder, In
gewählten schönen Bildern, War
bemühet, hin und wieder Süßer Liebe
Glück zu schildern, Fand ich`s
leidlich wohl zu loben; Doch ich
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An Goethe

Wenn im Rechten ich begriffen, Hab`
ich`s einzig Dir zu danken. Denn im
Irren, Suchen, Schwanken, Hat mich
Deine Hand ergriffen Und auf rechten
Weg geleitet, Der, geebnet
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Tröstlicher Zuruf

Wenn Liebenden, beglückt an einem
Ort, Die Tage fliehn, Eins an des
Andern Seite, Bedenken sie nicht leicht
das Hier und Dort, Gleichgültig da ist
ihnen Näh` und Weite, Beysammen
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Letzter Trost

Wenn mich düstre Wettemacht
umkreiset, Wenn ich ganz verlassen und
verwaiset Wandre meinen öden
Pilgerpfad, Wenn ich trostlos irrend
geh` und bange Und von meiner
kummerblassen Wan
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Getäuschtes Erwarten

Wenn von Sonnengluth, zur Zeit der
Dürre, Alles leidet, weit die Fluren
stehen, Da den Landmann, abends vor der
Thüre Sieht man aus nach Regenwolken
spähen. Wenn er`s westlich dan
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An die Entfernte

Wenn Winters man in grünen Tannen
gehet, Vorm Nord geschützt, der über
Felder wehet, Beschienen von des
Mittags warmer Sonne, Da glaubt man
sich versetzt in Frühlingswonne. Doch
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Die schönsten Töne

Wer bey sommernächt`gem
Laubgesäusel An dem Ufer eines Baches
liegt, Wo zur Welle schwätzendem
Gekräusel Schilfgeflüster sich
melodisch fügt, Auch die Nachtigall
mit süßem De
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Den Kleingläubigen

Wer nicht hätte gezürnt dem Erze, das,
als es Hephästos Roh und gestaltlos
nahm aus nächtlich. verborgenem
Schachte, Draus die Waffen zu bilden
dem göttlichen Pelelonen, Jenem dann

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Mit einem Paar elastischer Armbänder

Wie diese Binder sich verengen, weiten,
Um deinen Arm sich wie gemessen
schmiegen, Anschließend knapp, doch
sanft nach allen Seiten, Sich
stärker, schwächrer Rundung willig
fügen,
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Heinrich der Vierte an den Schlaf

Wie viele Tausende der ärmsten
Wichte Sind jetzt zu süßem Schlummer
hingestreckt. — Du holder Schlaf! mit
welchem Schreckgesichte, Daß mich du
fliehest, hab` ich dich geschreckt?
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Qual des Wartens

Wär` der Bauer gem zurück nach
Hause, Weil es in der Ernte eisgen
Tagen, Und sein Richter sitzt beym
fetten Schmause, — Wer muß größre
Qual des Wartens tragen! Die Minuten

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Bande

Zu lange schon bin ich an diesem
Ort; Das macht mir Qual, Das macht mir
Leiden. Und unaufhaltsam treibt mich`s
fort, Zu scheiden! Weit weg! weit weg!
über Berg und Thal,
... weiterlesen


Die Ahnen

Zu stammen ab von hohen Ahnen Ist kein
Verdienst! — es ist ein Mahnen So
brav zu seyn in That und Sitten Wie
jene Edlen die vorangeschritten. Doch
wenn ein Gott euch selber
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Tisch-Lied

zur Feyer des 28. August 1826.
(Goethe`s Geburtstag.) Wenn den
Meister hoch zu feyern Heute schon
manch Lied erklang, Und von
vielgeübten Leyern Tönte lieblicher
... weiterlesen


Lied, beym festlichen Mittagsmahle,

zur Feyer des Dienstjubiläums des Herrn
Rath Schellhorn. Weimar am 8. December
1824. Wie in Amt und
Dienstgeschäften Unser Schellhorn nie
gefehlt; Wie er stets nac
... weiterlesen


Heimliches Leid

`Du leidest an Liebesschmerzen, Und
bleibest doch roth und schön? Stände
so es in meinem Herzen, Ich könnte so
nicht bestehn.` Mein leiden im tiefen
Herzen Ist wohl
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Immer mehr

`Ich möchte sie wohl sehen, Ach, nur
ein einzig Mal!` Da ich sie nun
gesehen, Möcht` ich sie wieder
sehen Noch viele tausend Mal. `Ihr
Händchen möcht` ich drücken
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Höchstes Wissen

`Sage, wer hat es am weitsten
gebracht?` Wer Gottes Gedanken
nachgedacht. `Wie kommt man aber auf
solche Spur?` Erforsche nur die
Creatur; — Denn zu des Meisters Geist
und Stärke
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