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Gedichte - Johann Peter Hebel

Trost

Bald denki, ‘s isch e bösi Zit,
und weger ‘s End isch nümme wit;
bald denki wieder: loß es goh,
wenn’s gnug isch, wird’s schon anderst cho.
Doch wenni näumen ane ... weiterlesen


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An einen Freund zu Hausen

bei Übersendung der alemannischen Gedichte
Hoch von der langen schwarzen Möhr herab,
vom Platzberg her, auf wohlbekanntem Pfad,
erschein ich dir, o Freund, den Blumenkranz
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Der Käfer

Der Chäfer fliegt der Jilge zu,
es sizt e schönen Engel dört,
er wirtet gwis mit Blumesaft,
und ‘s chostet nit vil, hani ghört.
Der Engel seit: »Was wär der lieb?« ... weiterlesen


Das Liedlein vom Kirschbaum

Der lieb Gott het zum Früehlig gseit:
`Gang, deck im Würmli au si Tisch!`
Druf het der Chriesbaum Blätter treit,
vil tausig Blätter grün und frisch.
Und `s Würmli us em ... weiterlesen


Sonntagsfrühe

Der Samstig het zum Sunntig gseit:
`Jez hani alli schlofe gleit;
sie sin vom Schaffe her und hi
gar sölli müed und schlöfrig gsi,
und `s gohtmer schier gar selber so,
... weiterlesen


Das Gewitter

Der Vogel schwankt so tief und still,
er weiß nit, woner ane will.
Es chunnt so schwarz, und chunnt so schwer,
und in de Lüfte hangt e Meer
voll Dunst und Wetter. Los, wie`s ... weiterlesen


Auf den Tod eines Zechers

Do hen si mer e Ma vergrabe.
‘s isch schad für sini bsundere Gabe.
Gang, wo de witt, such no so ein!
Sel isch verbei, de findsch mer kein.
Er isch e Himmelsglehrte gsi.
... weiterlesen


An Rechnungsrat Gyßer in Müllheim

Dunderschieß! Wer rennt mer in mi Gäu?
Isch’s der Gyßer? – ‘s isch bi miner Treu
Euer Glück, aß Ihr’s sind, Meister Gyßer!
Rime her! – Potz Fürio, und Miser-
... weiterlesen


Der Knabe mit dem Erdbeerschlag

E Büebli lauft, es goht in Wald
am Sunntig Noomittag;
es chunnt in d’Hürst un findet bald
Erdbeeri, Schlag an Schlag;
es günnt un ißt si halber z’tot
un denkt: ... weiterlesen


Die Mutter am Christabend

Er schlost, er schlost! Do lit er, wie ne Grof!
Du lieben Engel, was i bitt,
By Lib und Leb verwach mer nit,
Gott gunnt’s mi’m Chind im Schlof!

Verwach mer nit, ... weiterlesen


Bruchstücke

Es lütet Bettzit überal,
der Himmel dunklet no und no,
und ‘s flimmeret im Himmelssaal
e Sternli dört, e Sternli do.

Der Wächter rüeft der Morgen a:
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Der Schmelzofen

Gspröch in der Weserei

Jetz brennt er in der schönsten Art,
un ’s Wasser ruuscht, der Bloosbalg gahrt,
un bis aß d’Nadit vom Himmel fallt,
se würd die ersti ... weiterlesen


Der allezeit vergnügte Tabakraucher

IM FRÜHLING
`s Bäumli blüeiht, un’s Brünnli springt.
Potz tausig, loos, wie’s Vögeli singt!
Me het sy Freud un frohe Muet,
un’s Pfiifli, nai, wie schmeckt’s so ... weiterlesen


Der Winter

Isch echt da obe Bauwele feil?
Sie schütten eim e redli Teil
in d`Gaerten aben und ufs Hus;
es schneit doch au, es isch en Gruus;
und`s hängt no menge Wage voll
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Abendlied wenn man aus dem Wirtshaus geht

Jetzt schwingen wir den Hut.
Der Wein, der war so gut.
Der Kaiser trinkt Burgunder Wein,
Sein schönster Junker schenkt ihm ein,
Und schmeckt ihm doch nicht besser,
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Beim Friedensschluß

Jez, Fliege, lönt mi all ungheit
und meld si keini wit und breit;
der sehnt jo, aßi d’Zitig lis,
und chöm mer ein’, i triff si gwis.
Gönnt, schaffet au ne halbe Tag
... weiterlesen


Wächterruf

Loset, was i euch will sage!
D’Glocke het Zehni gschlage.
Jez betet, und jez göhnt ins Bett,
und wer e rüeihig Gwisse het,
schlof sanft und wohl! Im Himmel wacht
... weiterlesen


Der Ehrentag Karl Friedrichs

Markgrafen zu Baden, nach Aufhebung der Leibeigenschaft, den 23. Juli 1783, gefeiert im Oberland

Zu einem Bild von 1821


I ha scho menge Sturm und Schnee
i ha ... weiterlesen


Hoffnung ins Geleite

Mit der Freude zieht der Schmerz
Traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
Bange Sorgen, frohe Feste
Wandeln sich zur Seiten.

Und wo eine Träne ... weiterlesen


Neujahrslied

Mit der Freude zieht der Schmerz
Traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
Bange Sorgen, frohe Feste
Wandeln sich zur Seiten.

Und wo eine Träne ... weiterlesen


Der Schreinergesell

My Hamberch hätt i glehrt, soso, lata;
doch stoht mer ’s Trinke gar viil besser a
as ’s Schaffe, sell bikenn i frei un frank;
der Rucke bricht mer schier am Hobelbank.
... weiterlesen


Der Storch

Nach dem Frieden von 1797
Willkumm, Heer Storch!Bisch au scho do,
un schmecksch im Waiher d’Frösche scho?
Un mainsch, der Winter haig sy Sach,
un ’s besser Wetter chömm ... weiterlesen


Freude in Ehren

Ne Gsang in Ehre,
wer will`s verwehre?
Singt `s Tierli nit in Hurst und Nast,
der Engel nit im Sterneglast?
E freie frohe Mut,
e gsund und fröhlich Blut
goht ... weiterlesen


Bittgesuch

Ne Meiddeli usem Oberland
chunnt zuenich her und chüßt ich d’Hand,
der sind jo so ne brave Her,
i wüßt jo kein, wo lieber wär.
‘s chunnt mengen usem Oberland
... weiterlesen


An eine Freundin bei Übersendung einer Anzahl Rä

Nehmet das denn au,
liebe, frummi Frau!
‘s grotet just nit eins wie’s ander,
Chorn und Spreu isch unterenander.
Leset’s Fürnehmst us,
‘s isch, cha si, ne ... weiterlesen


Der Sommerabend

Oh, lueg doch, wie isch d’Sunn so müed,
lueg, wie si d’Haimet abezieht!
O lueg, wie Strahl um Strahl verglirnrnt,
un wie si’s Fazenetli nimmt,
e Wülkli, blau mit rot ... weiterlesen


Eine Frage

Sag, weisch denn selber au, du liebi Seel,
was ‘s Wiehnechtchindli isch, und hesch’s bidenkt?
Denkwol i sag der’s, und i freu mi druf.
O, ‘s isch en Engel usem Paradies
... weiterlesen


Auf einem Grabe

Schlof wohl, schlof wohl im chüle Bett!
De ligsch zwor hert uf Sand und Chies;
doch spürt’s di müede Rucke nit.
Schlof sanft und wohl!
Und ‘s Deckbett lit der, dick und ... weiterlesen


An Fürstin Amalie von Fürstenberg zum Namenstag

Sie hen mer gseit im Dorf, i sott’s nit tue.
Sie hen mer gseit: »Es schickt si nit. Sie zürnt’s.
Du weisch nit, wie me mit der Fürstin redt
in diner guten Einfalt. Blib ... weiterlesen


Das Hexlein

Und woni uffem Schnidstuehl sitz
für Basseltang, und Liechtspön schnitz,
se chunnt e Hexli wohlgimut,
und frogt no frei: `Haut`s Messer gut?`
Und seit mer frei no `Gute ... weiterlesen


Der Morgenstern

Woher so früeih, wo ane scho,
Heer Morgestern, enandernoo
in dyner glitzrige Himmelstracht,
in dyner guldige Locke Pracht,
mit dynen Auge, chloor un blau
un suufer ... weiterlesen


Der Sperling am Fenster

Zaig, Chind ! Wie het sell Spätzli gsait?
Waisch’s nümme recht? Was luegsch rni a? -
``s het gsait: I bi der Vogt im Dorf;
i mueß vo allem d’Vorles ha.`
Un wo der ... weiterlesen


Der Schwarzwälder in Breisgau

Z’Müllen an der Post,
Tausigsappermost!
Trinkt me nit e guete Wii!
Goht er nit wie Baumöl ii,
z’Müllen an der Post!
Z’Bürglen uf der Höh,
nai, was cha ... weiterlesen


Der Bettler

`En alte Maa, en arme Maa,
er spricht Ich um e Wohltat a.
E Stückli Brot ab Euem Tisch,
wenn’s Eue guete Willen isch !
He jo, dur Gotts Wille !
In Sturm un Wetter, ... weiterlesen


Gespenst an der Kanderer Straße

‘s git Gspenster, sel isch us und isch verbei!
Gang nummen in der Nacht vo Chander hei,
und bring e Ruusch! De triffsch e Plätzli a,
und dört verirrsch. I setz e Büeßli ... weiterlesen


Zufriedenheit

‘s schwimmt menge Ma im Überfluß
het Huus und Hof und Geld
und wenig Freud und viel Verdruß
und Sorgen in der Welt.
Und het er viel, se gehrt er viel
und neeft und ... weiterlesen



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Gedichte vom Autor Johann Peter Hebel

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