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Gedichte - Johann Wolfgang


Urworte, orphisch

ΔΑΙΜΩΝ,
Dämon    Wie an dem Tag, der
dich der Welt verliehen, Die Sonne
stand zum Gruße der Planeten, Bist
alsobald und fort und fort
gediehen Nach
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Brief aus Leipzig

(Ich lebe hier wie – wie – ich weiß
selbst nicht recht wie. Doch so
ungefähr) So wie ein Vogel, der auf
einem Ast Im schönsten Wald sich,
Freiheit atmend, wiegt, Der u
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An Lili

(In ein Exemplar von »Stella. Ein
Schauspiel für Liebende«) Im holden
Tal, auf schneebedeckten Höhen War
stets dein Bild mir nah: Ich sahs um
mich in lichten Wolken wehen,
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Vorklage

(zu einer Sammlung von Gedichten) Wie
nimmt ein leidenschaftlich
Stammeln Geschrieben sich so seltsam
aus! Nun soll ich gar von Haus zu
Haus Die losen Blätter alle sammeln.
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Magisches Netz

(Zum ersten Mai 1803) Sind es
Kämpfe, die ich sehe? Sind es Spiele?
Sind es Wunder? Fünf der allerliebsten
Knaben Hegen fünf Geschwister
streitend, Regelmäßig, ta
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Nach dem Tod Christianens

6. Juni 1816

Du versuchst, o Sonne, vergebens
Durch die düstren Wolken zu scheinen:
Der ganze Gewinn meines Lebens
Ist, ihren Verlust zu beweinen.
Der Misanthrop

A. Erst sitzt er eine Weile, Die
Stirn von Wolken frei; Auf einmal kommt
in Eile Sein ganz Gesicht der
Eule Verzerrtem Ernste
bei. B. Sie
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Hermann und Dorothea - Polyhymnia

Aber es saßen die drei noch immer
sprechend zusammen, Mit dem geistlichen
Herrn der Apotheker beim Wirte, Und es
war das Gespräch noch immer
ebendasselbe, Das viel hin und her nach
allen
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Alexis und Dora

Ach! unaufhaltsam strebet das Schiff mit
jedem Momente Durch die schäumende
Flut weiter und weiter hinaus! Langhin
furcht sich die Gleise des Kiels, worin
die Delphine Springend folgen, al
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Künstlers Abendlied

Ach, daß die innre
Schöpfungskraft Durch meinen Sinn
erschölle! Daß eine Bildung voller
Saft Aus meinen Fingern quölle! Ich
zittre nur, ich stottre nur, Und kann
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Menschengefühl

Ach, ihr Götter! große Götter
In dem weiten Himmel droben!
Gäbet ihr uns auf der Erde
Festen Sinn und guten Mut,
O wir ließen euch, ihr Guten,
Euren weiten Himmel droben!
Stoßseufzer

Ach, man sparte viel, Seltner wäre
verruckt das Ziel, Wär weniger
Dumpfheit, vergebenes Sehnen, Ich
könnte viel glücklicher sein
– Gäbs nur keinen Wein Und keine
Weiber
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Beherzigung

Ach, was soll der Mensch verlangen? Ist
es besser, ruhig bleiben? Klammernd
fest sich anzuhangen? Ist es besser,
sich zu treiben? Soll er sich ein
Häuschen bauen? Soll er unt
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Erster Verlust

Ach, wer bringt die schönen Tage, Jene
Tage der ersten Liebe, Ach, wer bringt
nur eine Stunde Jener holden Zeit
zurück! Einsam nähr ich meine
Wunde, Und mit stets e
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Römische Elegien 10

Alexander und Cäsar und Heinrich und
Friedrich, die Großen, Gäben die
Hälfte mir gern ihres erworbenen
Ruhms, Könnt ich auf eine Nacht dies
Lager jedem vergönnen; Aber die Armen,
sie
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Gegenwart

Alles kündet dich an! Erscheinet die
herrliche Sonne, Folgst du, so hoff ich
es, bald. Trittst du im Garten
hervor, So bist du die Rose der
Rosen, Lilie der Lilien zu
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Die Spinnerin

Als ich still und ruhig spann, Ohne nur
zu stocken, Trat ein schöner junger
Mann Nahe mir zum Rocken. Lobte, was
zu loben war, - Sollte das was schaden?
- Mein
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Wachstum Reisezehrung Abschied

Als kleines artges Kind durch Feld und
Auen Sprangst du mit mir, so manchen
Frühlingsmorgen. »Für solch ein
Töchterchen, mit holden Sorgen, Möcht
ich als Vater segnend Häuser bauen!«
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Legende

Als noch, verkannt und sehr
gering, unser Herr auf der Erde
ging, und viele Jünger sich zu ihm
fanden, die sehr selten sein Wort
verstanden, liebt’ er sich gar über
die Maßen,
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Legende vom Hufeisen

Als noch, verkannt und sehr
gering, Unser Herr auf der Erden
ging Und viele Jünger sich zu ihm
fanden, Die sehr selten sein Wort
verstanden, Liebt er sich gar über die
Maßen,
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Hermann und Dorothea - Terpsichore

Als nun der wohlgebildete Sohn ins
Zimmer hereintrat, Schaute der Prediger
ihm mit scharfen Blicken entgegen Und
betrachtete seine Gestalt und sein
ganzes Benehmen Mit dem Auge des
Forscher
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Hermann und Dorothea

Also das wäre Verbrechen, daß einst
Properz mich begeistert, Daß Martial
sich zu mir auch, der verwegne,
gesellt? Daß ich die Alten nicht
hinter mir ließ, die Schule zu
hüten, Daß si
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Hermann und Dorothea - Melpomene

Also gingen die zwei entgegen der
sinkenden Sonne, Die in Wolken sich
tief, gewitterdrohend, verhüllte, Aus
dem Schleier, bald hier bald dort, mit
glühenden Blicken Strahlend über das
Fe
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Römische Elegien 13

Amor bleibet ein Schalk, und wer ihm
vertraut, ist betrogen! Heuchelnd kam
er zu mir: »Diesmal nur traue mir
noch. Redlich mein ichs mit dir: du
hast dein Leben und Dichten, Dankbar
erkenn
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Die Spröde

An dem reinsten Frühlingsmorgen Ging
die Schäferin und sang, Jung und
schön und ohne Sorgen, Daß es durch
die Felder klang, So la la! le
ralla! Thyrsis bot ihr fü
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Trauerloge

An dem öden Strand des Lebens Wo sich
Dün auf Düne häuft, Wo der Sturm im
Finstern träuft, Setze dir ein Ziel
des Strebens. Unter schon verloschnen
Siegeln Tausend Väter
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Trilogie der Leidenschaft

An Werther Noch einmal wagst du,
vielbeweinter Schatten, Hervor dich an
das Tageslicht, Begegnest mir auf
neubeblümten Matten, Und meinen
Anblick scheust du nicht. Es
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An ein goldnes Herz...

Angedenken du verklungner Freude, Das
ich immer noch am Halse trage, Hältst
du länger als das Seelenband uns
beide? Verlängerst du der Liebe kurze
Tage? Flieh ich, Lili, v
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Das Tagebuch

April 1814 Wir hören’s oft und
glauben’s wohl am Ende: Das
Menschenherz sei ewig
unergründlich, Und wie man auch sich
hin und wider wende, So sei der Christe
wie der He
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Der Schatzgräber

Arm am Beutel, krank am
Herzen Schleppt’ ich meine langen
Tage. Armut ist die größte
Plage, Reichtum ist das höchste
Gut! Und, zu enden meine
Schmerzen, Ging ich, einen S
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Euphrosyne

Auch von des höchsten Gebirgs beeisten
zackigen Gipfeln Schwindet Purpur und
Glanz scheidender Sonne hinweg. Lange
verhüllt schont Nacht das Tal und die
Pfade des Wandrers, Der, am tosend
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Wechsel

Auf Kieseln im Bache da lieg ich, wie
helle! Verbreite die Arme der kommenden
Welle, Und buhlerisch drückt sie die
sehnende Brust; Dann führt sie der
Leichtsinn im Strome danieder,
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Regen und Regenbogen

Auf schweres Gewitter und
Regenguß Blickt’ ein Philister zum
Beschluß Ins weiterziehende Grause
nach, Und so zu seinesgleichen
sprach: Der Donner hat uns sehr
erschreckt,
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Mit einer Hyazinthe

Aus dem Zaubertal dortnieden, Das der
Regen still umtrübt, Aus dem Taumel
der Gewässer Sendet Blume, Gruß und
Frieden, Der dich immer treu und
besser, Als du glauben magst,
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Prometheus

Bedecke deinen Himmel, Zeus, Mit
Wolkendunst! Und übe, Knaben
gleich, Der Disteln köpft, An Eichen
dich und Bergeshöhn! Mußt mir meine
Erde Doch lassen stehn,
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An die Großeltern Textor...

bei dem erfreulichen Anbruche des 1757.
Jahres Erhabner Groß-Papa! Ein Neues
Jahr erscheint, Drum muß ich meine
Pflicht und Schuldigkeit
entrichten, Die Ehrfurcht heißt mich
hier
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Die Bekehrte

Bei dem Glanze der Abendröte Ging ich
still den Wald entlang, Damon saß und
blies die Flöte, Daß es von den
Felsen klang, So la la! Und er zog
mich, ach, an sich n
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Berg auf Berg ab

Berg auf und Berg ab und Tal aus und Tal
ein, Es reiten die Ritter. Ta! Ta! Und
bläuen sich Beulen und hacken sich
klein. Es fliegen die Splitter. Ta!
Ta! Ein Ritter, auf seiner Pri
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Abendsonne

Betrachtet, wie in Abendsonne-Glut Die
grünumgebenen Hütten schimmern! Sie
rückt und weicht, der Tag ist
überlebt, Dort eilt sie hin und
fördert neues Leben. O ! daß kein
Flüg
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Bleibe, bleibe bei mir

Bleibe, bleibe bei mir, Holder
Fremdling, süße Liebe, Holde süße
Liebe, Und verlasse die Seele
nicht! Ach, wie anders, wie
schön Lebt der Himmel, lebt die
Erde, Ac
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An Cupido

Cupido, loser eigensinniger Knabe! Du
batst mich um Quartier auf einige
Stunden. Wieviel Tag’ und Nächte
bist du geblieben! Und bist nun
herrisch und Meister im Hause
geworden!
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Römische Elegien 15

Cäsarn wär ich wohl nie zum fernen
Britannien gefolget, Florus hätte mich
leicht in die Popine geschleppt! Denn
mir bleiben weit mehr die Nebel des
traurigen Nordens Als ein geschäftige
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Schäfers Klagelied

Da droben auf jenem Berge, Da steh ich
tausendmal, An meinem Stabe
gebogen Und schaue hinab in das
Tal. Dann folg ich der weidenden
Herde, Mein Hündchen bewahret mir
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Bergschloß

Da droben auf jenem Berge, Da steht ein
altes Schloß, Wo hinter Toren und
Türen Sonst lauerten Ritter und
Roß. Verbrannt sind Türen und
Tore, Und überall ist es s
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Rezensent

Da hatt ich einen Kerl zu Gast, Der war
mir eben nicht zur Last; Ich hatt just
mein gewöhnlich Essen, Hat sich der
Kerl plumpsatt gefressen, Zum
Nachttisch, was ich gespeichert hatt
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Landschaft

Das alles sieht so lustig aus, So wohl
gewaschen das Bauernhaus, So
morgentaulich Gras und Baum, So
herrlich blau der Berge Saum! Seht nur
das Wölkchen, wie es spielt Und sic
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Das Alter

Das Alter ist ein höflich Mann: Einmal
übers andre klopft er an; Aber nun
sagt niemand: Herein! Und vor der Türe
will er nicht sein. Da klinkt er auf,
tritt ein so schnell,
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Frühling übers Jahr

Das Beet, schon lockert Sichs in die
Höh, Da wanken Glöckchen So weiß
wie Schnee; Safran entfaltet Gewaltge
Glut, Smaragden keimt es Und keimt wie
Blut.
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Spruchweisheit

Das Unser Vater, ein schön Gebet, Es
dient und hilft in allen Nöten; Wenn
einer auch Vater Unser fleht, In Gottes
Namen, laß ihn beten. Was wär ein
Gott, der nur von auß
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Der Fischer

Das Wasser rauscht’, das Wasser
schwoll, Ein Fischer saß daran, Sah
nach dem Angel ruhevoll, Kühl bis ans
Herz hinan. Und wie er sitzt und wie
er lauscht, Teilt sich
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Harzreise im Winter

Dem Geier gleich, Der auf schweren
Morgenwolken Mit sanftem Fittich
ruhend Nach Beute schaut, Schwebe mein
Lied. Denn ein Gott hat Jedem seine
Bahn Vorgezeichnet
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Rastlose Liebe

Dem Schnee, dem Regen, Dem Wind
entgegen, Im Dampf der Klüfte, Durch
Nebeldüfte, Immer zu! Immer zu! Ohne
Rast und Ruh! Lieber durch
Leiden Möcht ich
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Novemberlied

Dem Schützen, doch dem alten nicht, Zu
dem die Sonne flieht, Der uns ihr
fernes Angesicht Mit Wolken
überzieht; Dem Knaben sei dies Lied
geweiht, Der zwischen Rosen
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An Lida

Den Einzigen, Lida, welchen du lieben
kannst, Forderst du ganz für dich, und
mit Recht. Auch ist er einzig
dein. Denn seit ich von dir
bin, Scheint mir des schnellstens
Lebens
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Für ewig

Denn was der Mensch in seinen
Erdeschranken Von hohem Glück mit
Götternamen nennt: Die Harmonie der
Treue, die kein Wanken, Der
Freundschaft, die nicht Zweifelsorge
kennt; Das Lich
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West-östlicher Divan Buch des Paradieses

Der echte Moslem spricht vom
Paradiese, Als wenn er selbst allda
gewesen wäre; Er glaubt dem Koran, wie
es der verhieße: Hierauf begründet
sich die reine Lehre. Doch der P
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Der Segen wird gesprochen

Der Segen wird gesprochen! Die Riesin
liegt in den Wochen; Drei Wölfe sind
ausgekrochen. Sie liegt zwischen Eis
und Nebel und Schnee, Tränke gern
Eicheln- und Rübenkaffee,
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Beruf des Storches

Der Storch, der sich von Frosch und
Wurm An unserm Teiche nähret, Was
nistet er auf dem Kirchenturm, Wo er
nicht hingehöret? Dort klappt und
klappert er genug, Verdr
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Hypochonder

Der Teufel hol das
Menschengeschlecht! Man möchte rasend
werden! Da nehm ich mir so eifrig
vor: Will niemand weiter sehen, Will
all das Volk Gott und sich selbst Und
dem Teuf
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Der Totentanz

Der Türmer, der schaut zu mitten der
Nacht Hinab auf die Gräber in
Lage; Der Mond, der hat alles ins Helle
gebracht: Der Kirchhof, er liegt wie am
Tage. Da regt sich ein Grab und e
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Gesang der Geister über den Wassern

Des Menschen Seele Gleicht dem
Wasser: Vom Himmel kommt es, Zum
Himmel steigt es, Und wieder
nieder Zur Erde muß es, Ewig
wechselnd. Strömt von der hoh
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Paria

Des Paria Gebet Großer Brahma, Herr
der Mächte! Alles ist von deinem
Samen, Und so bist du der
Gerechte! Hast du denn allein die
Brahmen, Nur die Rajahs und die Reic
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Die Metamorphose der Pflanzen

Dich verwirret, Geliebte, die
tausendfältige Mischung Dieses
Blumengewühls über dem Garten
umher; Viele Namen hörest du an, und
immer verdränget Mit barbarischem
Klang einer den andern
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An die Günstigen

Dichter lieben nicht zu
schweigen, Wollen sich der Menge
zeigen. Lob und Tadel muß ja
sein! Niemand beichtet gern in
Prosa; Doch vertraun wir oft sub
Rosa In der Musen stille
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Wechsellied zum Tanze

Die Gleichgültigen Komm mit, o
Schöne, komm mit mir zum Tanze; Tanzen
gehöret zum festlichen Tag. Bist du
mein Schatz nicht, so kannst du es
werden, Wirst du es nimmer, so
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Epiphanias-Fest

Die heilgen drei König’ mit ihrem
Stern, Sie essen, sie trinken, und
bezahlen nicht gern; Sie essen gern,
sie trinken gern, Sie essen, trinken,
und bezahlen nicht gern. Di
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Die Jahre

Die Jahre sind allerliebste Leut: Sie
brachten gestern, sie bringen heut, Und
so verbringen wir Jüngern eben Das
allerliebste Schlaraffen-Leben. Und
dann fällts den Jahren auf einm
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Wirkung in der Ferne

Die Königin steht im hohen Saal, Da
brennen der Kerzen so viele; Sie
spricht zum Pagen: `Du läufst
einmal Und holst mir den Beutel zum
Spiele. Er liegt zur Hand Auf meines T
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Glückliche Fahrt

Die Nebel zerreißen, Der Himmel ist
helle, Und Äolus löset Das
ängstliche Band. Es säuseln die
Winde, Es rührt sich der
Schiffer. Geschwinde! Geschwinde! E
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Klärchen

Die Trommel gerühret! Das Pfeifchen
gespielt! Mein Liebster gewaffnet Dem
Haufen befiehlt, Die Lanze hoch
führet, Die Leute regieret. Wie
klopft mir das Herze
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Wandersegen

Die Wanderjahre sind nun
angetreten, Und jeder Schritt des
Wandrers ist bedenklich. Zwar pflegt er
nicht zu singen und zu beten; Doch
wendet er, sobald der Pfad
verfänglich, Den ers
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Symbolum

Die Zukunft decket Schmerzen und
Glücke. Schrittweise dem Blicke, Doch
ungeschrecket Dringen wir
vorwärts. Und schwer und
schwerer Hängt eine Hülle M
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Ginkgo Biloba

Dieses Baums Blatt, der von
Osten Meinem Garten anvertraut, Gibt
geheimen Sinn zu kosten, Wie`s den
Wissenden erbaut. Ist es ein lebendig
Wesen, Das sich in sich selbs
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West-östlicher Divan Buch des Timur

Dir mit Wohlgeruch zu kosen, Deine
Freuden zu erhöhn, Knospend müssen
tausend Rosen Erst in Gluten
untergehn. Um ein Fläschchen zu
besitzen, Das den Ruch auf ewig h
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Die Lustigen von Weimar

Donnerstag nach Belvedere, Freitag
gehts nach Jena fort; Denn das ist, bei
meiner Ehre, Doch ein allerliebster
Ort! Samstag ists, worauf wir
zielen, Sonntag rutscht man auf da
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Immer und überall

Dringe tief zu Berges Grüften, Wolken
folge hoch in Lüften; Muse ruft zu
Bach und Tale Tausend, aber
tausendmale.* Sobald ein frisches
Kelchlein blüht, Es fordert n
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Iphigenie

Du hast Wolken, gnädige
Retterin, Einzuhüllen unschuldig
Verfolgte, Und auf Winden dem ehrnen
Geschick sie Aus den Armen, über das
Meer, Über der Erde weiteste
Strecken, U
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Frühlingsorakel

Du prophetscher Vogel
du, Blütensänger, o Coucou! Bitten
eines jungen Paares In der schönsten
Zeit des Jahres Höre, liebster Vogel
du; Kann es hoffen, ruf ihm zu: D
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Der Musensohn

Durch Feld und Wald zu schweifen, Mein
Liedchen wegzupfeifen, So gehts von Ort
zu Ort! Und nach dem Takte reget, Und
nach dem Maß beweget Sich alles an mir
fort.
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Das Göttliche

Edel sei der Mensch, Hilfreich und
gut! Denn das allein Unterscheidet
ihn Von allen Wesen, Die wir kennen.
Heil den unbekannten Höhern
Wesen,
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Römische Elegien 2

Ehret, wen ihr auch wollt! Nun bin ich
endlich geborgen! Schöne Damen und
ihr, Herren der feineren Welt, Fraget
nach Oheim und Vetter und alten Muhmen
und Tanten, Und dem gebundnen Gesprä
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Adler und Taube

Ein Adlersjüngling hob die
Flügel Nach Raub aus; Ihn traf des
Jägers Pfeil und schnitt Der rechten
Schwinge Spannkraft ab. Er stürzt’
hinab in einen Myrtenhain, Fraß se
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Die Liebende schreibt Die Liebende abermals Sie ka

Ein Blick von deinen Augen in die
meinen, Ein Kuß von deinem Mund auf
meinem Munde – Wer davon hat, wie
ich, gewisse Kunde, Mag dem was anders
wohl erfreulich scheinen? En
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Die Geheimnisse

Ein Fragment Ein wunderbares Lied ist
euch bereitet; Vernehmt es gern, und
jeden ruft herbei! Durch Berg’ und
Täler ist der Weg geleitet: Hier ist
der Blick beschränkt, d
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Ein grauer, trüber Morgen

Ein grauer, trüber Morgen Bedeckt mein
liebes Feld, Im Nebel tief
verborgen Liegt um mich her die
Welt. O liebliche Friedricke, Dürft
ich nach dir zurück! In einem d
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Die Frösche

Ein großer Teich war zugefroren; Die
Fröschlein, in der Tiefe
verloren, Durften nicht ferner quaken
noch springen, Versprachen sich aber im
halben Traum: Fänden sie nur da oben
Ra
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Nicolai auf Werthers Grab

Ein junger Mensch, ich weiß nicht
wie, Starb einst an der
Hypochondrie Und ward denn auch
begraben. Da kam ein schöner Geist
herbei, Der hatte seinen Stuhlgang
frei, Wie’s
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Nicolai auf Werthers Grabe

Ein junger Mensch- Ich weiß nicht
wie- Verstarb an der Hypochondrie, Und
ward dann auch begraben. Da kam ein
schöner Geist herbei, Der hatte seinen
Stuhlgang frei, Wie ihn s
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Den Originalen

Ein Quidam sagt: »Ich bin von keiner
Schule; Kein Meister lebt, mit dem ich
buhle; Auch bin ich weit davon
entfernt, Daß ich von Toten was
gelernt.« Das heißt, wenn ich ihn
recht
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Mächtiges Überraschen Freundliches Begegnen

Ein Strom entrauscht umwölktem
Felsensaale, Dem Ozean sich eilig zu
verbinden; Was auch sich spiegeln mag
von Grund zu Gründen, Es wandelt
unaufhaltsam fort zu Tale. Dämon
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Das Veilchen

Ein Veilchen auf der Wiese
stand, Gebückt in sich und
unbekannt; Es war ein herzigs
Veilchen. Da kam eine junge
Schäferin Mit leichtem Schritt und
munterm Sinn Daher, daher,
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Ein zärtlich jugendlicher Kummer

Ein zärtlich jugendlicher
Kummer Führt mich ins öde Feld; es
liegt In einem stillen
Morgenschlummer Die Mutter Erde.
Rauschend wiegt Ein kalter Wind die
starren Äste. Schauernd
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Der Becher

Einen wohlgeschnitzten vollen
Becher Hielt ich drückend in den
beiden Händen, Sog begierig süßen
Wein vom Rande, Gram und Sorg auf
einmal zu vertrinken. Amor trat
herein
... weiterlesen


Zwischen beiden Welten

Einer Einzigen angehören, Einen
Einzigen verehren, Wie vereint es Herz
und Sinn! Lida! Glück der nächsten
Nähe, William! Stern der schönsten
Höhe, Euch verdank ich, was
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Römische Elegien 18

Eines ist mir verdrießlich vor allen
Dingen, ein andres Bleibt mir
abscheulich, empört jegliche Faser in
mir, Nur der bloße Gedanke. Ich will
es euch, Freunde, gestehen: Gar
verdrießlic
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Das Wiedersehn

Er: Süße Freundin, noch Einen, nur
Einen Kuß noch gewähre Diesen Lippen!
Warum bist du mir heute so
karg? Gestern blühte wie heute der
Baum, wir wechselten
Küsse Tausendfältig
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Erwache, Friedericke

Erwache, Friedericke, Vertreib die
Nacht, Die einer deiner Blicke Zum
Tage macht. Der Vögel sanft
Geflüster Ruft liebevoll, Daß mein
geliebt Geschwister Erwac
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Die Freuden

Es flattert um die Quelle Die
wechselnde Libelle, Mich freut sie
lange schon; Bald dunkel und bald
helle, Wie das Chamäleon, Bald rot,
bald blau, Bald blau, bald grün
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Das Lied der Parzen

Es fürchte die Götter Das
Menschengeschlecht, Sie halten die
Herrschaft In ewigen Händen Und
können sie brauchen, Wie’s ihnen
gefällt. Der fürchte sie d
... weiterlesen


März

Es ist ein Schnee gefallen, Denn es ist
noch nicht Zeit, Daß von den Blümlein
allen, Daß von den Blümlein
allen Wir werden hoch erfreut. Der
Sonnenblick betrüget
... weiterlesen


Schneider-Courage

Es ist ein Schuß gefallen! Mein! sagt,
wer schoß da drauß? Es ist der junge
Jäger, Der schießt im
Hinterhaus. Die Spatzen in dem
Garten, Die machen viel Verdruß.
... weiterlesen


Willkommen und Abschied

Es schlug mein Herz, geschwind zu
Pferde! Es war getan fast eh
gedacht. Der Abend wiegte schon die
Erde, Und an den Bergen hing die
Nacht; Schon stand im Nebelkleid die
Eiche,
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Der Schäfer

Es war ein fauler Schäfer, ein rechter
Siebenschläfer, ihn kümmerte kein
Schaf. Ein Mädchen konnt ihn
fassen: da war der Tropf
verlassen, fort Appetit und Schlaf!
... weiterlesen


Die wandelnde Glocke

Es war ein Kind, das wollte nie Zur
Kirche sich bequemen, Und sonntags fand
es stets ein Wie, Den Weg ins Feld zu
nehmen. Die Mutter sprach: Die Glocke
tönt, Und so i
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Der untreue Knabe

Es war ein Knabe frech genung, War erst
aus Frankreich kommen, Der hatt ein
armes Mädel jung Gar oft in Arm
genommen Und liebgekost und
liebgeherzt, Als Bräutigam herumgesch
... weiterlesen


Der König von Thule

Es war einst ein König in Thule, Gar
treu bis an das Grab, Dem sterbend
seine Buhle einen goldnen Becher
gab. Es ging ihm nichts darüber, Er
leert’ ihn jeden Schma
... weiterlesen


Ein Aber dabei

Es wäre schön, was Gutes zu
kauen, Müßte man nur nicht auch
verdauen. Es wäre herrlich, genug zu
trinken, Tät einem nur nicht Kopf und
Knie sinken. Hinüber zu schießen, das
w
... weiterlesen


Nachtgedanken

Euch bedaur ich, unglückselige
Sterne, Die ihr schön seid und so
herrlich scheinet, Dem bedrängten
Schiffer gerne leuchtet, Unbelohnt von
Göttern und von Menschen: Denn ihr
liebt
... weiterlesen


Römische Elegien 11

Euch, o Grazien, legt die wenigen
Blätter ein Dichter Auf den reinen
Altar, Knospen der Rose dazu, Und er
tut es getrost. Der Künstler freuet
sich seiner Werkstatt, wenn sie um ihn
immer
... weiterlesen


Herbstgefühl

Fetter grüne, du Laub, Am
Rebengeländer Hier mein Fenster
herauf! Gedrängter
quellet, Zwillingsbeeren, und
reifet Schneller und glänzend
voller! Euch brütet der Mu
... weiterlesen


Epilog zu Schillers Glocke

Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei
ihr erst Geläute! Und so geschahs!
Dem friedenreichen Klange Bewegte sich
das Land, und segenbar Ein frisches
Glück erschien: im Hoc
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Parabase

Freudig war, vor vielen Jahren, Eifrig
so der Geist bestrebt, Zu erforschen,
zu erfahren, Wie Natur im Schaffen
lebt. Und es ist das ewig Eine, Das
sich vielfach offenbart:
... weiterlesen


Römische Elegien 5

Froh empfind ich mich nun auf
klassischem Boden begeistert, Vor- und
Mitwelt spricht lauter und reizender
mir. Hier befolg ich den Rat,
durchblättre die Werke der Alten Mit
geschäftiger H
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Römische Elegien 4

Fromm sind wir Liebende, still verehren
wir alle Dämonen, Wünschen uns
jeglichen Gott, jegliche Göttin
geneigt. Und so gleichen wir euch, o
römische Sieger! Den Göttern Aller
Völker d
... weiterlesen


Früh, wenn Tal, Gebirg und Garten

Früh, wenn Tal, Gebirg und
Garten Nebelschleiern sich
enthüllen Und dem sehnlichsten
Erwarten Blumenkelche bunt sich
füllen; Wenn der Äther, Wolken
tragend, Mit de
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Vier Jahreszeiten

Frühling Auf, ihr Distichen, frisch.
Ihr muntern lebendigen Knaben! Reich
ist Garten und Feld! Blumen zum Kranze
herbei! Reich ist an Blumen die Flur;
doch einige sind nur dem Aug
... weiterlesen


An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal Still mit
Nebelglanz, Lösest endlich auch
einmal Meine Seele ganz; Breitest
über mein Gefild Lindernd deinen
Blick, Wie des Freu
... weiterlesen


Gedichte sind gemalte Fensterscheiben

Gedichte sind gemalte
Fensterscheiben! Sieht man vom Markt in
die Kirche hinein, Da ist alles dunkel
und düster; Und so siehts auch der
Herr Philister. Der mag denn wohl
verdrießli
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Cophtisches Lied

Geh, gehorche meinen Winken, Nutze
deine jungen Tage, Lerne zeitig klüger
sein: Auf des Glückes großer
Waage Steht die Zunge selten ein; Du
mußt steigen oder sinken,
... weiterlesen


Episteln

Gerne hätt ich fortgeschrieben, Aber
es ist liegen blieben. I. Jetzt,
da jeglicher liest, und viele Leser das
Buch nur Ungeduldig durchblättern und,
selbst die Fede
... weiterlesen


Guter Rat

Geschieht wohl, daß man einen
Tag Weder sich noch andre leiden
mag, Will nichts dir nach dem Herzen
ein; Sollts in der Kunst wohl anders
sein? Drum hetze nicht zur schlimmen
Zeit,
... weiterlesen


Äolsharfen

Gespräch Er Ich dacht, ich habe
keinen Schmerz; Und doch war mir so
bang ums Herz, Mir wars gebunden vor
der Stirn Und hohl im innersten Gehirn

... weiterlesen


Ilmenau

Gewiß, ihm geben auch die Jahre Die
rechte Richtung seiner Kraft. Noch ist,
bei tiefer Neigung für das Wahre, Ihm
Irrtum eine Leidenschaft. Der Vorwitz
lockt ihn in die Wei
... weiterlesen


Xenien 1-207

Goethe und Schiller: Xenien /
1-207 1. Der ästhetische
Thorschreiber. Halt Passagiere! Wer
seid ihr? Wes Standes und
Charakteres?   Niemand passieret
hier durch, bis e
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Xenien 208-414

Goethe und Schiller: Xenien /
208-414  208. Nur
Zeitschriften. Frankreich faßt er
mit einer, das arme Deutschland
gewaltig   Mit der andern, doch
sind beide papi
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Regenbogen über den Hügeln einer anmutigen Lands

Grau und trüb und immer trüber Kommt
das Wetter angezogen, Blitz und Donner
sind vorüber, Euch erquickt ein
Regenbogen. Frohe Zeichen zu
gewahren Wird der Erdkreis
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Des Paria Gebet

Großer Brahma, Herr der Mächte! Alles
ist von deinem Samen, Und so bist du
der Gerechte! Hast du denn allein die
Brahmen, Nur die Rajas und die
Reichen, Hast du sie allein g
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Königlich Gebet

Ha, ich bin der Herr der Welt! mich
lieben Die Edlen, die mir dienen. Ha,
ich bin der Herr der Welt! ich
liebe Die Edlen, denen ich gebiete. O
gib mir, Gott im Himmel! daß ich mich
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Hab ich tausendmal geschworen

Hab ich tausendmal geschworen Dieser
Flasche nicht zu trauen, Bin ich doch
wie neugeboren, Läßt meine Schenke
fern sie schauen Alles ist an ihr zu
loben, Glaskristall und Pu
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Christel

Hab oft einen dumpfen düstern
Sinn, Ein gar so schweres Blut! Wenn
ich bei meiner Christel bin, Ist alles
wieder gut. Ich seh sie dort, ich seh
sie hier Und weiß nicht auf d
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An die Erwählte

Hand in Hand! und Lipp auf
Lippe! Liebes Mädchen, bleibe
treu! Lebe wohl! und manche
Klippe Fährt dein Liebster noch
vorbei; Aber wenn er einst den
Hafen, Nach dem Sturme, w
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Der Zauberlehrling

Hat der alte Hexenmeister Sich doch
einmal wegbegeben! Und nun sollen seine
Geister Auch nach meinem Willen
leben. Seine Wort und Werke Merkt ich
und den Brauch, Und mi
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Römische Elegien 9

Herbstlich leuchtet die Flamme vom
ländlich geselligen Herde, Knistert
und glänzet, wie rasch! sausend vom
Reisig empor. Diesen Abend erfreut sie
mich mehr: denn eh noch zur Kohle Sich
da
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Ballade

Herein, o du Guter! du Alter,
herein! Hier unten im Saale, da sind
wir allein, Wir wollen die Pforte
verschließen. Die Mutter, sie betet;
der Vater im Hain Ist gangen, die
Wölfe zu
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Neue Liebe, neues Leben

Herz, mein Herz, was soll das
geben? Was bedränget dich so
sehr? Welch ein fremdes, neues
Leben! Ich erkenne dich nicht
mehr. Weg ist alles, was du
liebtest, Weg, warum du di
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Dauer im Wechsel

Hielte diesen frühen Segen, Ach, nur
Eine Stunde fest! Aber vollen
Blütenregen Schüttelt schon der laue
West. Soll ich mich des Grünen
freuen, Dem ich Schatten erst verdan
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Ergo bibamus

Hier sind wir versammelt zu löblichem
Tun, Drum, Brüderchen, Ergo
bibamus. Die Gläser sie klingen,
Gespräche sie ruhn, Beherziget: Ergo
bibamus. Das heißt noch ein, altes,
ein t
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Juni

Hinter jenem Berge wohnt Sie, die meine
Liebe lohnt. Sage, Berg, was ist denn
das? Ist mir doch, als wärst du
Glas, Und ich wär nicht weit
davon; Denn sie kommt, ich
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Geistes-Gruß

Hoch auf dem alten Turme steht Des
Helden edler Geist, Der, wie das Schiff
vorübergeht, Es wohl zu fahren
heißt. »Sieh, diese Sonne war so
stark, Dies Herz so fest
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West-östlicher Divan Buch der Betrachtungen

Höre den Rat, den die Leier
tönt! Doch er nutzet nur, wenn du
fähig bist. Das glücklichste Wort, es
wird verhöhnt, Wenn der Hörer ein
Schiefohr ist. Und was im Pend-Nam
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Römische Elegien 12

Hörest du, Liebchen, das muntre
Geschrei den Flaminischen Weg
her? Schnitter sind es; sie ziehn
wieder nach Hause zurück, Weit hinweg.
Sie haben des Römers Ernte
vollendet, Der für Cere
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An Behrisch

I. Du gehst! Ich murre. Geh! Laß
mich murren. Ehrlicher Mann Fliehe
dies Land. Tote Sümpfe, Dumpfe
Oktobernebel Verweben ihre Ausflüsse
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Der Rattenfänger

Ich bin der wohlbekannte Sänger, Der
vielgereiste Rattenfänger, Den diese
altberühmte Stadt Gewiß besonders
nötig hat. Und wären’s Ratten noch
so viele, Und wären Wie
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Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne
Schimmer     Vom Meere
strahlt; Ich denke dein, wenn sich des
Mondes Flimmer     In Quellen
malt. Ich sehe dich, wenn a
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Im Vorübergehn

Ich ging im Felde So für mich
hin, Und nichts zu suchen, Das war
mein Sinn. Da stand ein
Blümchen Sogleich so nah, Daß ich im
Leben Nichts lieber sah.
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Gefunden

Ich ging im Walde So für mich
hin, Und nichts zu suchen, Das war
mein Sinn. Im Schatten sah ich Ein
Blümchen stehn, Wie Sterne
leuchtend, Wie Äuglein
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Gewohnt, getan

Ich habe geliebet, nun lieb ich erst
recht! Erst war ich der Diener, nun bin
ich der Knecht. Erst war ich der Diener
von allen; Nun fesselt mich diese
scharmante Person, Sie tut mir
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Ich komme bald, ihr goldnen Kinder

Ich komme bald, ihr goldnen
Kinder, Vergebens sperret uns der
Winter In unsre warmen Stuben ein. Wir
wollen uns zum Feuer setzen Und
tausendfältig uns ergötzen, Uns
lieben w
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Ich war ein Knabe

Ich war ein Knabe warm und gut, Als
Jüngling hatt ich frisches
Blut, Versprach einst einen
Mann. Gelitten hab ich und geliebt Und
liege nieder ohnbetrübt, Da ich nicht
weite
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Einschränkung

Ich weiß nicht, was mir hier
gefällt, In dieser engen, kleinen
Welt Mit holdem Zauberband mich
hält? Vergeß ich doch, vergeß ich
gern, Wie seltsam mich das Schicksal
leitet;
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Eigentum

Ich weiß, daß mir nichts
angehört Als der Gedanke, der
ungestört Aus meiner Seele will
fließen, Und jeder günstige
Augenblick, Den mich ein liebendes
Geschick Von Grund
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Die Zweifelnden Die Liebenden Mädchen Dichter

Ihr liebt und schreibt Sonette! Weh der
Grille! Die Kraft des Herzens, sich zu
offenbaren, Soll Reime suchen, sie
zusammenpaaren – Ihr Kinder, glaubt,
ohnmächtig bleibt der Wille.
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Wehmut

Ihr verblühet, süße Rosen, Meine
Liebe trug euch nicht; Blühet, ach!
dem Hoffnungslosen, Dem der Gram die
Seele bricht. Jener Tage denk’ ich
trauernd, Als ich, E
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Verwaiste Liebe

Ihr verblühet, süße Rosen, Meine
Liebe trug euch nicht; Blühtet, ach,
dem Hoffnungslosen, Dem der Gram die
Seele bricht! Jener Tage denk` ich
trauernd, Als ich, En
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Bei Betrachtung von Schillers Schädel

Im ernsten Beinhaus wars, wo ich
beschaute,   Wie Schädel
Schädeln angeordnet paßten;  
Die alte Zeit gedacht ich, die
ergraute. Sie stehn in Reih geklemmt,
die sonst sich haß
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Jägers Abendlied

Im Felde schleich ich still und
wild, Gespannt mein Feuerrohr. Da
schwebt so licht dein liebes Bild, Dein
süßes Bild mir vor. Du wandelst
jetzt wohl still und mild D
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Eins und alles

Im Grenzenlosen sich zu finden, Wird
gern der einzelne verschwinden, Da
löst sich aller Überdruß; Statt
heißem Wünschen, wildem Wollen, Statt
lästigem Fordern, strengem Sollen
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Prooemion

Im Namen dessen, der sich selbst
erschuf, Von Ewigkeit in schaffendem
Beruf; In seinem Namen, der den Glauben
schafft, Vertrauen, Liebe, Tätigkeit
und Kraft; In jenes Namen, der, so
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Zigeunerlied

Im Nebelgeriesel, im tiefen Schnee, Im
wilden Wald, in der Winternacht, Ich
hörte der Wölfe Hungergeheul, Ich
hörte der Eulen Geschrei.  
  Wille wau wau wau! &nb
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Ungeduld

Immer wieder in die Weite, Über
Länder an das Meer, Phantasien, in der
Breite Schwebt am Ufer hin und
her! Neu ist immer die
Erfahrung: Immer ist dem Herzen
bang, Sch
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Bundeslied

In allen guten Stunden, Erhöht von
Lieb und Wein, Soll dieses Lied
verbunden Von uns gesungen sein! Uns
hält der Gott zusammen, Der uns
hierher gebracht. Erneuert uns
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Hans Sachsens poetische Sendung

In seiner Werkstatt Sonntags
früh Steht unser treuer Meister
hie: Sein schmutzig Schurzfell
abgelegt, Einen saubern Feierwams er
trägt, Läßt Pechdraht, Hammer und
Kneipe rasten,
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Lilis Park

Ist doch keine Menagerie So bunt als
meiner Lili ihre! Sie hat darin die
wunderbarsten Tiere Und kriegt sie
’rein, weiß selbst nicht wie. O wie
sie hüpfen, laufen, trappeln,
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Der Müllerin Reue

Jüngling Nur fort, du braune Hexe,
fort! Aus meinem gereinigten
Hause, Daß ich dich, nach dem ersten
Wort, Nicht zause! Was singst du hier
für Heuchelei Von
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Nepomuks Vorabend

Karlsbad, 15. Mai 1820 Lichtlein
schwimmen auf dem Strome, Kinder singen
auf den Brücken, Glocke, Glöckchen
fügt vom Dome Sich der Andacht, dem
Entzücken.
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Vermächtnis

Kein Wesen kann zu nichts
zerfallen! Das Ewge regt sich fort in
allen, Am Sein erhalte dich
beglückt! Das Sein ist ewig: denn
Gesetze Bewahren die lebendgen
Schätze, Aus wel
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Mit einem gemalten Band

Kleine Blumen, kleine Blätter Streuen
mir mit leichter Hand Gute junge
Frühlingsgötter Tändelnd auf ein
luftig Band. Zephir, nimms auf deine
Flügel, Schlings um m
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Lust und Qual

Knabe saß ich, Fischerknabe, Auf dem
schwarzen Fels am Meer Und, bereitend
falsche Gabe, Sang ich, lauschend
ringsumher. Angel schwebte lockend
nieder; Gleich ein Fischlein s
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Seefahrt

Lange Tag’ und Nächte stand mein
Schiff befrachtet; Günstger Winde
harrend, saß mit treuen Freunden, Mir
Geduld und guten Mut erzechend, Ich im
Hafen. Und sie waren dopp
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Römische Elegien 3

Laß dich, Geliebte, nicht reun, daß du
mir so schnell dich ergeben! Glaub es,
ich denke nicht frech, denke nicht
niedrig von dir. Vielfach wirken die
Pfeile des Amors: einige ritzen, Und
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Entoptische Farben

Laß dir von den Spiegeleien Unsrer
Physiker erzählen, Die am Phänomen
sich freuen, Mehr sich mit Gedanken
quälen. Spiegel hüben, Spiegel
drüben, Doppelstellung,
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Der Abschied

Laß mein Aug den Abschied sagen, Den
mein Mund nicht nehmen kann! Schwer,
wie schwer ist er zu tragen! Und ich
bin doch sonst ein Mann. Traurig wird
in dieser Stunde
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Zur Logenfeier

Laßt fahren hin das allzu
Flüchtige! Ihr sucht bei ihm vergebens
Rat; In dem Vergangnen lebt das
Tüchtige, Verewigt sich in schöner
Tat. Und so gewinnt sich das
Lebendige
... weiterlesen


Mai

Leichte Silberwolken schweben Durch die
erst erwärmten Lüfte, Mild, von
Schimmer sanft umgeben, Blickt die
Sonne durch die Düfte. Leise wallt und
drängt die Welle Sich am
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Das Blümlein Wunderschön

Lied des gefangenen
Grafen Graf Uch kenne ein
Blümlein Wunderschön Und trage danach
Verlangen; Ich möcht es gerne zu
suchen gehn, Allein ich bin gefangen.
... weiterlesen


An Mademoiselle Oeser zu Leipzig

Mamsell, So launisch wie ein Kind, das
zahnt, Bald schüchtern wie ein
Kaufmann, den man mahnt, Bald still wie
ein Hypochondrist Und sittig wie ein
Mennonist, Und folgsam wie
... weiterlesen


Römische Elegien 17

Manche Töne sind mir Verdruß, doch
bleibet am meisten Hundegebell mir
verhaßt: kläffend zerreißt es mein
Ohr. Einen Hund nur hör ich sehr oft
mit frohem Behagen Bellend kläffen,
den
... weiterlesen


Rettung

Mein Mädchen ward mir ungetreu, Das
machte mich zum Freudenhasser; Da lief
ich an ein fließend Wasser, Das Wasser
lief vor mir vorbei. Da stand ich nun
verzweifelnd, stumm,
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Der Besuch

Meine Liebste wollt ich heut
beschleichen, Aber ihre Türe war
verschlossen. Hab ich doch den
Schlüssel in der Tasche! Öffn ich
leise die geliebte Türe! Auf dem
Saale fand
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Tischlied

Mich ergreift, ich weiß nicht
wie, Himmlisches Behagen. Will michs
etwa gar hinauf Zu den Sternen
tragen? Doch ich bleibe lieber
hier, Kann ich redlich sagen, Beim Ges
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Schwebender Genius über der Erdkugel

mit der einen Hand nach unten, mit der
andern nach oben deutend Zwischen
oben, zwischen unten Schweb ich hin zu
muntrer Schau, Ich ergötze mich am
Bunten, Ich erquick
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Ritter Kurts Brautfahrt

Mit des Bräutigams Behagen Schwingt
sich Ritter Kurt aufs Roß, Zu der
Trauung soll’s ihn tragen Auf der
edlen Liebsten Schloß: Als am öden
Felsenorte Drohend sich ein Ge
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Epoche Charade

Mit Flammenschrift war innigst
eingeschrieben Petrarcas Brust vor
allen andern Tagen Karfreitag. Ebenso,
ich darfs wohl sagen, Ist mir Advent
von Achtzehnhundertsieben. Ich f
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Mit Pfeilen und Bogen

Mit Pfeilen und Bogen Cupido
geflogen, Die Fackel in Brand, Wollt
mutilich kriegen Und männilich
siegen Mit stürmender Hand.  
  Auf! Auf!   &nb
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An Lottchen

Mitten im Getümmel mancher
Freuden, Mancher Sorgen, mancher
Herzensnot, Denk ich dein, o Lottchen,
denken dein die beiden, Wie beim
stillen Abendrot Du die Hand uns
freundlich reich
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Epirrhema

Müsset im Naturbetrachten Immer eins
wie alles achten: Nichts ist drinnen,
nichts ist draußen; Denn was innen,
das ist außen. So ergreifet ohne
Säumnis Heilig öffentlich
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Die glücklichen Gatten

Nach diesem Frühlingsregen, Den wir so
warm erfleht, Weibchen, o sieh den
Segen, Der unsre Flur durchweht. Nur
in der blauen Trübe Verliert sich fern
der Blick; Hier
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Die Braut von Korinth

Nach Korinthus von Athen gezogen Kam
ein Jüngling, dort noch
unbekannt. Einen Bürger hofft’ er
sich gewogen; Beide Väter waren
gastverwandt, Hatten frühe
schon Töchterc
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Stirbt der Fuchs, so gilt der Balg

Nach Mittage saßen wir Junges Volk im
Kühlen; Amor kam, und: Stirbt der
Fuchs Wollt er mit uns
spielen. Jeder meiner Freunde
saß Froh bei seinem Herzchen; Am
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Nachts, wann gute Geister schweifen

Nachts, wann gute Geister
schweifen, Schlaf dir von der Stirne
streifen, Mondenlicht und
Sternenflimmern Dich mit ewigem All
umschimmern, Scheinst du dir
entkörpert schon, Wa
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West-östlicher Divan Buch Suleika - 1

Nicht Gelegenheit macht Diebe Sie ist
selbst der größte Dieb; Denn sie
stahl den Rest der Liebe, Die mir noch
im Herzen blieb. Dir hat sie ihn
übergeben, Meines Leb
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Amyntas

Nikias, trefflicher Mann, du Arzt des
Leibs und der Seele! Krank, ich bin es
fürwahr; aber dein Mittel ist
hart. Ach, mir schwanden die Kräfte
dahin, dem Rate zu folgen; Ja, und es
schein
... weiterlesen


Die schöne Nacht

Nun verlaß ich diese Hütte, Meiner
Liebsten Aufenthalt, Wandle mit
verhülltem Schritte Durch den öden,
finstern Wald. Luna bricht durch Busch
und Eichen, Zephir meldet ihr
... weiterlesen


Morgenklagen

O du loses, leidig-liebes Mädchen, Sag
mir an: womit hab ichs
verschuldet, Daß du mich auf diese
Folter spannest, Daß du dein gegeben
Wort gebrochen? Drücktest doch so
freundlich
... weiterlesen


Nachtgesang

O gib, vom weichen Pfühle, Träumend,
ein halb Gehör! Bei meinem
Saitenspiele Schlafe! was willst du
mehr? Bei meinem Saitenspiele Segnet
der Sterne Heer Die
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Anliegen

O schönes Mädchen du, Du mit dem
schwarzen Haar, Die du ans Fenster
trittst, Auf dem Balkone stehst! Und
stehst du wohl umsonst? O stündest du
für mich Und zögst d
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Römische Elegien 7

O wie fühl ich in Rom mich so froh,
gedenk ich der Zeiten, Da mich ein
graulicher Tag hinten im Norden
umfing, Trübe der Himmel und schwer
auf meine Scheitel sich senkte, Farb-
und gestal
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West-östlicher Divan Das Schenkenbuch

Ob der Koran von Ewigkeit sei? Darnach
frag ich nicht! Ob der Koran geschaffen
sei? Das weiß ich nicht! Daß er das
Buch der Bücher sei, Glaub ich aus
Mosleminen-Pflicht.
... weiterlesen


Ob ich dich liebe, weiß ich nicht

Ob ich dich liebe, weiß ich nicht. Seh
ich nur einmal dein Gesicht, Seh dir
ins Auge nur einmal, Frei wird mein
Herz von aller Qual. Gott weiß, wie
mir so wohl geschieht! Ob
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West-östlicher Divan Buch der Liebe

Sage mir, Was mein Herz
begehrt? Auch in Locken hab ich
mich Gar zu gern verfangen. Und so,
Hafis, wär’s wie dir Deinem Freund
ergangen. Aber
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Römische Elegien 1

Saget, Steine, mir an, o sprecht, ihr
hohen Paläste! Straßen, redet ein
Wort! Genius, regst du dich nicht? Ja,
es ist alles beseelt in deinen heiligen
Mauern, Ewige Roma; nur mir schweige
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Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen, Weil
die Menge gleich verhöhnet, Das
Lebend`ge will ich preisen, Das nach
Flammentod sich sehnet. In der
Liebesnächte Kühlung, Die
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Das Heidenröslein

Sah ein Knab ein Röslein
stehn, Röslein auf der Heiden, War so
jung und morgenschön, Lief er schnell,
es nah zu sehn, Sah’s mit vielen
Freuden. Röslein, Röslein, Rösle
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Heidenröslein

Sah ein Knab’ ein Röslein
stehn, Röslein auf der Heiden, war so
jung und morgenschön, lief er schnell,
es nah zu sehn, sah’s mit vielen
Freuden. Röslein, Röslein, Rö
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Amor als Landschaftsmaler

Saß ich früh auf einer
Felsenspitze, Sah mit starren Augen in
den Nebel; Wie ein grau grundiertes
Tuch gespannet, Deckt’ er alles in
die Breit und Höhe. Stellt’ ein Kn
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Hoffnung

Schaff, das Tagwerk meiner
Hände, Hohes Glück, daß ichs
vollende! Laß, o laß mich nicht
ermatten! Nein, es sind nicht leere
Träume: Jetzt nur Stangen, diese
Bäume Geben
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An Gotter

Schicke dir hier den alten
Götzen, Magst ihn zu deinen Heilgen
setzen Oder magst ihn in die Zahl Der
Ungeblätterten stellen zumal. Habs
geschrieben in guter Zeit, Tags, Aben
... weiterlesen


Römische Elegien 19

Schwer erhalten wir uns den guten Namen,
denn Fama Steht mit Amorn, ich weiß,
meinem Gebieter, in Streit. Wißt ihr
auch, woher es entsprang, daß beide
sich hassen? Alte Geschichten sind
... weiterlesen


An Luna

Schwester von dem ersten Licht, Bild
der Zärtlichkeit und Trauer! Nebel
schwimmt mit Silberschauer Um dein
reizendes Gesicht; Deines leisen Fußes
Lauf Weckt aus tagverschlo
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Sehnsucht

Sehnsucht (Was zieht mir das Herz
so) Was zieht mir das Herz so? Was
zieht mich hinaus? Und windet und
schraubt mich Aus Zimmer und Haus? Wie
dort sich die Wolken
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Mahomets Gesang

Seht den Felsenquell, Freudehell, Wie
ein Sternenblick; Über
Wolken Nährten seine Jugend Gute
Geister Zwischen Klippen im
Gebüsch. Jünglingsfrisch
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Das Sonett

Sich in erneutem Kunstgebrauch zu
üben, Ist heilge Pflicht, die wir dir
auferlegen. Du kannst dich auch, wie
wir, bestimmt bewegen Nach Tritt und
Schritt, wie es dir vorgeschrieben.
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Spiegel der Muse

Sich zu schmücken begierig, verfolgte
den rinnenden Bach einst Früh die Muse
hinab, sie suchte die ruhigste
Stelle. Eilend und rauschend indes
verzog die schwankende Fläche Stets
das bew
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Fliegentod

Sie saugt mit Gier verrätrisches
Getränke Unabgesetzt, vom ersten Zug
verführt; Sie fühlt sich wohl, und
längst sind die Gelenke Der zarten
Beinchen schon paralysiert, Nicht meh
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An seine Spröde

Siehst du die Pomeranze? Noch hängt
sie an dem Baume; Schon ist der März
verflossen, Und neue Blüten
kommen. Ich trete zu dem Baume Und
sage: Pomeranze, Du reife Pom
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Wiegenlied dem jungen Mineralogen Wolfgang von Goe

Singen sie Blumen der kindlichen
Ruh, Käfer und Vögel und Tierchen
dazu; Aber du wachest, wir treten
herein, Bringen was Ruhiges, bringen
den Stein. Steinchen, die bunten,
... weiterlesen


Philine

Singet nicht in Trauertönen Von der
Einsamkeit der Nacht; Nein, sie ist, o
holde Schönen, Zur Geselligkeit
gemacht. Wie das Weib dem Mann
gegeben Als die schönste H
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An die Entfernte

So hab ich wirklich dich verloren? Bist
du, o Schöne, mir entflohn? Noch
klingt in den gewohnten Ohren Ein jedes
Wort, ein jeder Ton. So wie des
Wandrers Blick am Morgen
... weiterlesen


Mignon

So laßt mich scheinen, bis ich
werde; Zieht mir das weiße Kleid nicht
aus! Ich eile von der schönen
Erde Hinab in jenes feste Haus. Dort
ruh ich eine kleine Stille,
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Antiepirrhema

So schauet mit bescheidnem Blick Der
ewigen Weberin Meisterstück, Wo ein
Tritt tausend Fäden regt, Die
Schifflein hinüber, herüber
schießen, Die Fäden sich begegnend
fließen.
... weiterlesen


Genialisch Treiben

So wälz ich ohne Unterlaß Wie Sankt
Diogenes mein Faß. Bald ist es Ernst,
bald ist es Spaß; Bald ist es Lieb,
bald ist es Haß; Bald ist es dies,
bald ist es das; Es ist e
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Kurz und gut Das Mädchen spricht

Sollt ich mich denn so ganz an sie
gewöhnen? Das wäre mir zuletzt doch
reine Plage. Darum versuch ichs gleich
am heutgen Tage Und nahe nicht dem
vielgewohnten Schönen. Wie
... weiterlesen


An Schwager Kronos

Spude dich, Kronos! Fort den rasselnden
Trott! Bergab gleitet der Weg; Ekles
Schwindeln zögert Mir vor die Stirne
dein Zaudern. Frisch, holpert es
gleich, Über Stock
... weiterlesen


Wolkenbildung

Stratus Wenn von dem stillen
Wasserspiegel-Plan Ein Nebel hebt den
flachen Teppich an, Der Mond, dem
Wallen des Erscheins vereint, Als ein
Gespenst Gespenster bildend scheint
... weiterlesen


Frühzeitiger Frühling

Tage der Wonne, Kommt ihr so
bald? Schenkt mir die Sonne, Hügel
und Wald? Reichlicher
fließen Bächlein zumal. Sind es die
Wiesen? Ist es das Tal?
... weiterlesen


West-östlicher Divan Buch der Sprüche

Talismane werd ich in dem Buch
zerstreuen; Das bewirkt ein
Gleichgewicht. Wer mit gläubger Nadel
sticht, Überall soll gutes Wort ihn
freuen,. Vom heutgen Tag, von heutger
N
... weiterlesen


Meeres Stille

Tiefe Stille herrscht im Wasser, Ohne
Regung ruht das Meer, Und bekümmert
sieht der Schiffer Glatte Fläche
ringsumher. Keine Luft von keiner
Seite! Todesstille fürchterlich
... weiterlesen


Wonne der Wehmut

Trocknet nicht, trocknet nicht, Tränen
der ewigen Liebe! Ach, nur dem
halbgetrockneten Auge Wie öde, wie tot
die Welt ihm erscheint! Trocknet nicht,
trocknet nicht, Tränen
... weiterlesen


Um Mitternacht

Um Mitternacht ging ich, nicht eben
gerne, Klein-kleiner Knabe, jenen
Friedhof hin Zu Vaters Haus, des
Pfarrers; Stern am Sterne, Sie
leuchteten doch alle gar zu
schön;    
... weiterlesen


Der Bräutigam

Um Mitternacht, ich schlief, im Busen
wachte Das liebevolle Herz, als wär es
Tag; Der Tag erschien, mir war, als ob
es nachte – Was ist es mir, so viel
er bringen mag? Sie
... weiterlesen


Elfenlied

Um Mitternacht, wenn die Menschen erst
schlafen, Dann scheinet uns der
Mond, Dann leuchtet uns der Stern; Wir
wandeln und singen Und tanzen erst
gern. Um Mitternacht,
... weiterlesen


Der wahre Genuß

Umsonst, daß du, ein Herz zu
lenken, Des Mädchens Schoß mit Golde
füllst. O Fürst, laß dir die Wollust
schenken, Wenn du sie wahr empfinden
willst. Gold kauft die Zunge ganzer
... weiterlesen


Wink

Und doch haben sie recht, die ich
schelte: Denn, daß ein Wort nicht
einfach gelte, Das müßte sich wohl
von selbst verstehn. Das Wort ist ein
Fächer! Zwischen den Stäben Blicken
... weiterlesen


Auf dem See

Und frische Nahrung, neues Blut Saug
ich aus freier Welt; Wie ist Natur so
hold und gut, Die mich am Busen
hält! Die Welle wieget unsern Kahn Im
Rudertakt hinauf, Und
... weiterlesen


Gutmann und Gutweib

Und morgen fällt St. Martins
Fest, Gutweib liebt ihren Mann; Da
knetet sie ihm Puddings ein Und bäckt
sie in der Pfann. Im Bette liegen
beide nun, Da saust ein wilde
... weiterlesen


Heut und ewig

Unmöglich ists, den Tag dem Tag zu
zeigen, Der nur Verworrnes im
Verworrnen spiegelt, Und jeder selbst
sich fühlt als recht und eigen, Statt
sich zu zügeln, nur am andern zügelt;
... weiterlesen


Weltseele

Verteilet euch nach allen Regionen Von
diesem heilgen Schmaus! Begeistert
reißt euch durch die nächsten
Zonen Ins All und füllt es
aus! Schon schwebet ihr in
ungemeßnen F
... weiterlesen


Offne Tafel

Viele Gäste wünsch ich heut Mir zu
meinem Tische! Speisen sind genug
bereit, Vögel, Wild und
Fische. Eingeladen sind sie ja, Habens
angenommen.     Hänsch
... weiterlesen


Vor dem Tor

Vom Eise befreit sind Strom und
Bäche Durch des Frühlings holden,
belebenden Blick, Im Tale grünet
Hoffnungsglück; Der alte Winter, in
seiner Schwäche, Zog sich in rauhe
Berge z
... weiterlesen


Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und
Bäche Durch des Frühlings holden,
belebenden Blick; Im Tale grünet
Hoffnungsglück; Der alte Winter, in
seiner Schwäche, Zog sich in raue
Berge zu
... weiterlesen


Wer kauft Liebesgötter

Von allen schönen Waren, Zum Markte
hergefahren, Wird keine mehr
behagen, Als die wir euch getragen Aus
fremden Ländern bringen. O höret, was
wir singen! Und seht di
... weiterlesen


Wanderlied

Von dem Berge zu den Hügeln, Niederab
das Tal entlang, Da erklingt es wie von
Flügeln, Da bewegt sichs wie
Gesang; Und dem unbedingten
Triebe Folget Freude, folget Rat;
... weiterlesen


Vor Gericht

Von wem ich es habe, das sag’ ich euch
nicht, Das Kind in meinem Leib.- Pfui!
speit ihr aus: die Hure da!- Bin doch
ein ehrlich Weib. Mit wem ich mich
traute, das sag’ ic
... weiterlesen


Metamorphose der Tiere

Wagt ihr, also bereitet, die letzte
Stufe zu steigen Dieses Gipfels, so
reicht mir die Hand und öffnet den
freien Blick ins weite Feld der Natur.
Sie spendet die reichen Lebensgaben
umher,
... weiterlesen


Der Wandrer

Wandrer Gott segne dich, junge
Frau, Und den saugenden Knaben An
deiner Brust! Laß mich an der
Felsenwand hier, In des Ulmbaums
Schatten, Meine Bürde werfen,
... weiterlesen


Schweizeralpe

War doch gestern dein Haupt noch so
braun wie die Locke der Lieben, Deren
holdes Gebild still aus der Ferne mir
winkt; Silbergrau bezeichnet dir früh
der Schnee nun die Gipfel, Der sich in
... weiterlesen


Warum gabst du uns die tiefen Blicke

Warum gabst du uns die tiefen Blicke
Unsre Zukunft ahndungsvoll zu schaun,
Unsrer Liebe, unserm Erdenglücke
Wähnend selig nimmer hinzutraun?
Warum gabst uns, Schicksal, die Gef
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An Belinden

Warum ziehst du mich
unwiderstehlich, Ach, in jene
Pracht? War ich guter Junge nicht so
selig In der öden Nacht? Heimlich
in mein Zimmerchen verschlossen, Lag im
Mond
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Stiftungslied

Was gehst du, schöne Nachbarin, Im
Garten so allein? Und wenn du Haus und
Felder pflegst, Will ich dein Diener
sein. Mein Bruder schlich zur
Kellnerin Und ließ ihr k
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Der Sänger

Was hör ich draußen vor dem Tor, Was
auf der Brücke schallen? Laß den
Gesang vor unserm Ohr Im Saale
widerhallen! Der König sprachs, der
Page lief; Der Knabe kam, der Kö
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Monolog des Liebhabers

Was nutzt die glühende Natur Vor
deinen Augen dir, Was nutzt dir das
Gebildete Der Kunst rings um dich
her, Wenn liebevolle
Schöpfungskraft Nicht deine Seele
füllt,
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Sprache

Was reich und arm! Was stark und
schwach! Ist reich vergrabner Urne
Bauch? Ist stark das Schwert im
Arsenal? Greif milde drein, und
freundlich Glück Fließt, Gottheit,
von dir aus!
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Auf Miedings Tod

Welch ein Getümmel füllt Thaliens
Haus? Welch ein geschäftig Volk eilt
ein und aus? Von hohlen Brettern tönt
des Hammers Schlag. Der Sonntag feiert
nicht, die Nacht wird Tag. Was
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Poetische Gedanken über die Höllenfahrt Jesu Chr

Welch ungewöhnliches Getümmel! Ein
Jauchzen tönet durch die Himmel. Ein
großes Heer zieht herrlich
fort. Gefolgt von tausend
Millionen, Steigt Gottes Sohn von
seinen Thronen
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West-östlicher Divan Buch des Parsen

Welch Vermächtnis, Brüder, sollt euch
kommen Von dem Scheidenden, dem armen
Frommen, Den ihr Jüngeren geduldig
nährtet, Seine letzten Tage pflegend
ehrtet? Wenn wir oft g
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Meine Göttin

Welcher Unsterblichen Soll der höchste
Preis sein? Mit niemand streit
ich, Aber ich geb ihn Der ewig
beweglichen, Immer neuen, Seltsamen
Tochter Jovis, Seinem S
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Wanderers Sturmlied

Wen du nicht verlässest, Genius, Nicht
der Regen, nicht der Sturm Haucht ihm
Schauer übers Herz. Wen du nicht
verlässest, Genius, Wird dem
Regengewölk, Wird dem Schloßens
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Grenzen der Menschheit

Wenn der uralte, Heilige Vater Mit
gelassener Hand Aus rollenden
Wolken Segnende Blitze Über die Erde
sät, Küss’ ich den letzten Saum
seines Kleides,
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Verschwiegenheit

Wenn die Liebste zum Erwidern Blick auf
Liebesblicke beut, Singt ein Dichter
gern in Liedern, Wie ein solches Glück
erfreut! Aber Schweigen bringet
Fülle Reicheres V
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Nachgefühl

Wenn die Reben wieder blühen, Rühret
sich der Wein im Fasse; Wenn, die Rosen
wieder glühen, Weiß ich nicht, wie
mir geschieht. Tränen rinnen von den
Wangen, Was i
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Blick um Blick

Wenn du dich im Spiegel
besiehst, Denke, daß ich diese Augen
küßte, Und mich mit mir selbst
entzweien müßte, Sobalde du mich
fliehst: Denn da ich nur in diesen
Augen leb
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Keins von allen

Wenn du dich selber machst zum
Knecht, Bedauert dich niemand, gehts
dir schlecht. Machst du dich aber
selbst zum Herrn, Die Leute sehn es
auch nicht gern; Und bleibst du
redlich, wie
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Römische Elegien 8

Wenn du mir sagst, du habest als Kind,
Geliebte, den Menschen Nicht gefallen,
und dich habe die Mutter
verschmäht, Bis du größer geworden
und still dich entwickelt – ich glaub
es: Gern
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Nemesis Christgeschenk Warnung

Wenn durch das Volk die grimme Seuche
wütet, Soll man vorsichtig die
Gesellschaft lassen. Auch hab ich oft
mit Zaudern und Verpassen Vor manchen
Influenzen mich gehütet. Un
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Das garstige Gesicht

Wenn einen würdigen
Biedermann, Pastoren oder Ratsherrn
lobesan, Die Wittib läßt in Kupfer
stechen Und drunter ein Verslein
radebrechen, Da heißts: Seht hier mit
Kopf und Ohren
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Kriegserklärung

Wenn ich doch so schön wär Wie die
Mädchen auf dem Land! Sie tragen gelbe
Hüte Mit rosenrotem Band. Glauben,
daß man schön sei, Dächt ich, ist
erlaubt. I
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Wenn im Unendlichen dasselbe

Wenn im Unendlichen dasselbe Sich
wiederholend ewig fließt, Das
tausendfältige Gewölbe Sich kräftig
ineinander schließt, Strömt
Lebenslust aus allen Dingen, Dem
kleinste
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Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und
Wind? Es ist der Vater mit seinem
Kind; Er hat den Knaben wohl in dem
Arm, Er faßt ihn sicher, er hält ihn
warm. Mein Sohn, was birgst d
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D’r Erlekinni

Wer ritt eso spoot durch Nacht un
Wind? Dis isch e Babbe mit sim
Kind, Er het sine Knäkes fescht an
sich g’schniert, Fur dass er net kejt
un as er nit friert. `Mon enfant,
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Harfenspieler

Wer sich der Einsamkeit ergibt, Ach!
der ist bald allein; Ein jeder lebt,
ein jeder liebt Und läßt ihn seiner
Pein. Ja! laßt mich meiner Qual! Und
kann ich nur einmal
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Liebebedürfnis

Wer vernimmt mich? ach, wem soll ichs
klagen? Wers vernähme, würd er mich
bedauern? Ach, die Lippe, die so manche
Freude Sonst genossen hat und sonst
gegeben, Ist gespalten, und si
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Nähe

Wie du mir oft, geliebtes Kind, Ich
weiß nicht wie, so fremde bist! Wenn
wir im Schwarm der vielen Menschen
sind, Das schlägt mir alle Freude
nieder. Doch ja, wenn alles still und
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Ganymed

Wie im Morgenglanze Du rings mich
anglühst, Frühling, Geliebter! Mit
tausendfacher Liebeswonne Sich an mein
Herz drängt Deiner ewigen
Wärme Heilig Gefühl, U
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Trost in Tränen

Wie kommts, daß du so traurig bist, Da
alles froh erscheint? Man sieht dirs an
den Augen an, Gewiß, du hast
geweint. »Und hab ich einsam auch
geweint, So ists mein
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Gegenseitig

Wie sitzt mir das Liebchen? Was freut
sie so groß? Den Fernen, sie wiegt
ihn, Sie hat ihn im Schoß; Im
zierlichen Käfig Ein Vöglein sie
hält, Sie läßt es
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West-östlicher Divan Buch Suleika - 2

Wie sollt ich heiter bleiben, Entfernt
von Tag und Licht? Nun aber will ich
schreiben, Und trinken mag ich
nicht. Wenn sie mich an sich
lockte, War Rede nicht im Brauc
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Lebensregel

Willst du dir ein hübsch Leben
zimmern, Mußt dich ums Vergangne nicht
bekümmern, Das Wenigste muß dich
verdrießen; Mußt stets die Gegenwart
genießen, Besonders keinen Menschen
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Dem aufgehenden Vollmonde

Willst du mich sogleich
verlassen? Warst im Augenblick so
nah! Dich umfinstern Wolkenmassen Und
nun bist du gar nicht da. Doch du
fühlst, wie ich betrübt bin, Blickt
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Kläffer

Wir reiten in die Kreuz und Quer Nach
Freuden und Geschäften; Doch immer
kläfft es hinterher Und bellt aus
allen Kräften. So will der Spitz aus
unserm Stall Uns immerfort b
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Hochzeitlied

Wir singen und sagen vom Grafen so
gern, Der hier in dem Schlosse
gehauset, Da, wo ihr den Enkel des
seligen Herrn, Den heute vermählten,
beschmauset. Nun hatte sich jener im
heilig
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West-östlicher Divan Buch Hafis

Wißt ihr denn, auf wen die Teufel
lauern In der Wüste, zwischen Fels und
Mauern? Und wie sie den Augenblick
erpassen, Nach der Hölle sie
entführend fassen? Lügner sind es und
de
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Der Müllerin Verrat

Woher der Freund so früh und
schnelle, Da kaum der Tag im Osten
graut? Hat er sich in der
Waldkapelle, So kalt und frisch es ist,
erbaut? Es starret ihm der Bach
entgegen; Ma
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An Charlotte von Stein

Woher sind wir geboren? Aus Lieb. Wie
wären wir verloren? Ohn Lieb. Was
hilft uns überwinden? Die Lieb. Kann
man auch Liebe finden? Durch Lieb. Was

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Abendlied

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
An Mignon

Über Tal und Fluß getragen, Ziehet
rein der Sonne Wagen. Ach, sie regt in
ihrem Lauf, So wie deine, meine
Schmerzen, Tief im Herzen, Immer
morgens wieder auf.
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West-östlicher Divan Buch der Parabeln

Zerbrach einmal eine schöne Schal Und
wollte schier verzweifeln; Unart und
Übereil zumal Wünscht ich zu allen
Teufeln. Die Perle, die der Muschel
entrann, Die schö
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Römische Elegien 20

Zieret Stärke den Mann und freies
mutiges Wesen, O! so ziemet ihm fast
tiefes Geheimnis noch
mehr. Städtebezwingerin du,
Verschwiegenheit! Fürstin der
Völker! Teure Göttin, die mich si
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Zu des Rheins gestreckten Hügeln

Zu des Rheins gestreckten
Hügeln, Hochgesegneten
Gebreiten, Auen, die den Fluß
bespiegeln, Weingeschmückten
Landesweiten Möget, mit
Gedankenflügeln, Ihr den treuen Freund
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Abschied

Zu lieblich ist’s, ein Wort zu
brechen, Zu schwer die wohlerkannte
Pflicht, Und leider kann man nichts
versprechen, Was unserm Herzen
widerspricht. Du übst die alten
Zaube
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Zu Regenschauer und Hagelschlag

Zu Regenschauer und Hagelschlag Gesellt
sich liebeloser Tag, Da birgst du
deinen Schimmer; Ich klopf am Fenster,
poch am Tor: Komm, liebstes Seelchen,
komm hervor! Du bist so
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Zueignung

Zueignung (Der Morgen kam; es scheuchten
seine Tritte) Der Morgen kam; es
scheuchten seine Tritte Den leisen
Schlaf, der mich gelind umfing, Daß
ich, erwacht, aus meiner stillen H
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Johanna Sebus

Zum Andenken der siebzehnjährigen
Schönen, Guten aus dem Dorfe Brienen,
die am 13. Januar 1809 bei dem Eisgang
des Rheins und dem großen Bruche des
Dammes von Cleverham, Hilfereichend,
unterging.
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Lied des Lynkeus

Zum Sehen geboren, Zum Schauen
bestellt, Dem Turme
geschworen, Gefällt mir die Welt. Ich
blick in die Ferne, Ich seh in die
Näh` Den Mond und die Sterne, Den W
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West-östlicher Divan Buch des Sängers

Zwanzig Jahre ließ ich gehn und
genoß, was mir beschieden; Eine Reihe
völlig schön Wie die Zeit der
Barmekiden. Hegire Nord und West und
Süd zersplittern,
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Zum neuen Jahr

Zwischen dem Alten Zwischen dem
Neuen, Hier uns zu freuen Schenkt uns
das Glück, Und das Vergangne Heißt
mit Vertrauen Vorwärts zu
schauen, Schauen zurück.
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Zwischen Lavater und Basedow

Zwischen Lavater und Basedow Saß ich
bei Tisch des Lebens froh. Herr Helfer,
der war gar nicht faul, Setzt’ sich
auf einen schwarzen Gaul, Nahm einen
Pfarrer hinter sich Un
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Mailied

Zwischen Weizen und Korn, Zwischen
Hecken und Dorn, Zwischen Bäumen und
Gras, Wo gehts Liebchen? Sag mir
das! Fand mein Holdchen  
  Nicht daheim;
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Römische Elegien 14

Zünde mir Licht an, Knabe! – »Noch
ist es hell. Ihr verzehret Öl und
Docht nur umsonst. Schließet die Läden
doch nicht! Hinter die Häuser entwich,
nicht hinter den Berg, uns die Sonne!
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Der getreue Eckart

`O wären wir weiter, o wär’ ich zu
Haus! Sie kommen.  Da kommt schon
der nächtliche Graus; Sie sind’s,
die unholdigen Schwestern. Sie streifen
heran und sie finden uns hier,
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Römische Elegien 6

»Kannst du, o Grausamer, mich mit
solchen Worten betrüben? Reden so
bitter und hart liebende Männer bei
euch? Wenn das Volk mich verklagt, ich
muß es dulden! und bin ich Etwa nicht
schu
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Römische Elegien 16

»Warum bist du, Geliebter, nicht heute
zur Vigne gekommen? Einsam, wie ich
versprach, wartet ich oben auf dich.«
– Beste, schon war ich hinein; da sah
ich zum Glücke den Oheim Neben de
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Zahme Xenien

»Warum willst du dich von uns
allen Und unsrer Meinung
entfernen?« Ich schreibe nicht, euch
zu gefallen; Ihr sollt was
lernen! »Ist denn das klug und
wohlgetan Was
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West-östlicher Divan Buch des Unmuts

»Wo hast du das genommen? Wie konnt es
zu dir kommen? Wie aus dem
Lebensplunder Erwarbst du diesen
Zunder, Der Funken letzte Gluten Von
frischem zu ermuten?«
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