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Gedichte - Josef Kiss


Ein Grab

Da irgendwo ferne, Vor Langem da
haben Am Saume des Kirchhofs Ein Grab
sie gegraben. Das Grab ist
versunken, Kein Mal mehr am
Steine, Wer unter ihm schlummert We
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Frau Judith

Das war beim Juden Simon, wo man von
Jahr zu Jahr Ein schwarzes
Brettersärglein hob auf die
Todenbahr`; Sie war der Sarg so winzig
— drei Spannen lang zur Noth:, Heut`
kam das arme Würm
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Der Brautkranz

Der Brautkranz dort, er flüstert im
Verblühen Dem Dämmerschein ein
Märchen zu gar leis, Mein junges
Weibchen wieg` ich auf den
Knien, Bedeckend es mit Küssen,
innigheiß.
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Persisch

Der Straßenbettler rühmte sich gar
dreist: Seid unbesorgt, daß mich ein
Köter beißt! Ich weiß ein
Sprüchlein, tönt es mir vom
Mund, Zieht scheu vor mir zurück sich
jeder Hund.
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Ein Augenblick

Die kühnen Träume ließ ich
ziehen. Die treu geleitet mich bis
her Und Schwingen meinem Schritt
verliehen Von heut` ab träum` ich
nimmermehr. Und meinen Stolz, ich
ließ i
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Einsamkeit

Du bist die Güte, du bist der
Frieden, Du bist die Liebe, du bist die
Treu`, Und was nur schön und rein
hienieden, Das leg` ich deinem Antlitz
bei. Und was im Märchen kind
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Liebessehnen

Gass` aus, Gass` ein zu schlendern In
süßem Müßiggange: Ich wüßte
Nichts auf Erden, Wonach ich so
verlange; Der Menge rasches
Fluthen, Dies bunte Einerlei, Beraus
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Das Fräulein Adelgunde

Genrebild. Ihr Vater war Assessor.
Beim Tode hinterließ Sein Haus er ihr
als Erbe und `s Gärtchen, das dran
stieß; Und seit sie angetreten die
kleine Liegenschaft, Obliegt
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Der Kuß

Jussuf, der Dichter, neigte drei Dingen
liebend zu: Dem Mädchen, dem Gesange,
des Divan`s süßer Ruh`. Die Maid
sei jung. — der Divan, ist er nur
schwellend weich, Mag immerhin
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In schwerer Stunde

Kein Segen ruht ans uns`rem Bunde, Doch
trifft uns Beide keine Schuld; Uns
Menschen lenkt oft die Sekunde, Des
Zufalls Ungunst oder Huld. Mir brach
das Herz ob deinen Nöthen
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Winterabend

Mein Weibchen rührt gar flink die
weißen Hände, Im alten Armstuhl
schweigsam nähend dort, Drauß` weht
der Schnee ... das Feuer geht zu
Ende... Ich aber sind` den Reim nicht
aus ein Wor
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Gegen den Strom

Nacht wird`s; es ballt sich das Gewölk
— Ob wohl ein Gott dort oben
wacht? O frag` mich nicht, ich weiß es
nicht! Mein Kind, geh` schlafen — es
wird Nacht! Aus grauer Zeit ein
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Erinnerung an einen reformirten Pastor

So bist auch du denn heimgegangen,
— Der Weisen einer wen`ger lebt! Es
steht im Blatte, schwarzumfangen, Das
hier in meiner Hand erbebt. Und
Thränen mir die Wange nässen:
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Wegen eines Wortes

Wenn einst mich faßt des Todes
Schauer, Und ich daliege kalt und
stumm, Tann werden stehn graubärt`ge
Greise Laut betend um mein Bett
herum. Sie murmeln Worte,
altherkömml
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Die schöne Bato

Zum Tempel — es ist „langer Tag` —
die Juden ziehn in Schaaren, Mit
Sterbekleidern angethan, in wallenden
Talaren. Die schöne Bato lehnet dort
vor ihres Häuschens Pforten In
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