A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Joseph Christian von Zedlitz

Der schwarze Mönch

(Aus dem Englischen des Lord Byron.)


Vor dem schwarzen Mönch auf dem Marmorstein
In Gnaden bewahret seyd:
Er murmelt Gebet` in die Nacht hinein,
... weiterlesen
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Das Kreuz in Hellas

(Fragment. 1828.)

Erster Myrolog.
Die Stimme der Wüste.

1.


Was macht den Blick in weiter Ferne weilen,
Was pochst du Herz, ... weiterlesen Lebe wohl

(Nach dem Englischen des Lord Byron.)


Lebe wohl, und wenn für immer,
Sey`s für immer denn! Wohlan!
Wie Du unerbittlich, nimmer
Klage doch ... weiterlesen Liebesahnung

1. Das Mädchen.


Die Vesperglocken klingen
Im abendlichen Schein,
Von Rüdesheim nach Bingen,
Herüber den breiten Rhein.

Rings hat an ... weiterlesen Die Kirchweih zu Unkel

1. Die Wallfahrt.


Der Morgen glänzt so mild und klar,
Die Sonn` auf flammenden Altar
Hat weithin Opfergluth entzündet,
Es rauscht ... weiterlesen Die Abassiden

1.


Unterm Schatten alter Linden
Saß vor seines Hauses Gitter
Abufar, der Abasside,
Still in sich gekehrt und sinnend.
Eben ging vor seinen ... weiterlesen Der unbekannte Ritter

1.


Zwar hält die Fluth geschieden
Frankreich von Engelland;
Ein Meer ist zwischen beiden,
Sie trennend, ausgespannt;
Doch drohen sich die ... weiterlesen Winterlieder

1.


Das Leben ist ein Garten,
Wo tausend Blumen blühn,
Wo goldne Früchte lachen
Und aus dem Laube glühn.
Die Quellen rauschen rege
... weiterlesen Der Liebe Lust und Qual

1.


Manch tiefes Leid, manch bang erschütternd Beben,
Manch stilles Sehnen haucht` ich in Gesänge,
Und meint` ich oft, daß mir das Herz ... weiterlesen Die Wanderungen des Ahasverus - Erste Wanderung I

10.


Rom war dahin! – Sie, die nie ihres Gleichen
Auf Erden hat gesehn, sie war gefallen!
Verschwunden war die Königin der Macht,
Die alte ... weiterlesen Todtenkränze IX.

104.


Und wieder weiter schwebten wir; den blauen
Krystall des Himmels sah ich in den Wellen
Sich freundlich spiegeln, sah zu meinen Füßen
... weiterlesen An König Ludwig von Bayern

1828.
Bei Zueignung der Todtenkränze.


Ich bin gekrümmt vor Fürsten nie gekrochen,
Ich habe nie nach ihrer Gunst begehrt,
Ich habe nie ... weiterlesen Todtenkränze III.

20.


Und wieder fühlt` ich schirmend mich umwallen
Des Geists Gewand, mit dem er mich umwunden,
Und fort mich trug auf rastlos eil`gen Schwingen!
... weiterlesen Die Wanderungen des Ahasverus - Erste Wanderung II

25.


So zog er hin, im Hauch der heil`gen Frühe,
In jenes Erdenleibes Kleid gehüllet,
In dem er unter Menschen einst gewallt.
Von süßem ... weiterlesen Todtenkränze V.

43.


Und wieder weiter zogen wir, zur Linken
Die Rhone lassend und die weiten Strecken,
Die sie durchzieht, wenn von des Gotthards Schwelle,
... weiterlesen Todtenkränze VI.

54.


So, fort in klaren Luftkrystallen schwebend
Ziehn wir, das schöne Land zu unsern Füßen;
Und tausend Städte können, nah` und ferne,
... weiterlesen Todtenkränze VII.

77.


»Willst Du ein andres Dichterbild betrachten,
Komm` über`s Meer, das Englands Strand bespület,
Und jene weißen Klippen, die es schirmen,
... weiterlesen Todtenkränze II.

9.


Und als er ausgeredet, da umschlingen
Mich seine Arme: rings um mich gebreitet
Hat er den Mantel, der in weiten Falten
Uns Beid` umhüllet! ... weiterlesen Todtenkränze VIII.

90.


Arglist`ger Geist, Du sollst mich nicht berücken!
Gab ich zur Antwort. – Jene Grabeshügel,
Zu denen Du mich leitend hast getragen,
... weiterlesen Todtenkränze IV.


35.


»Schließ` Deine Augen!« rief der Geist. Und wieder
Entrafft er mich, und trug mich durch die Lüfte
Den weiten Weg zurück, den wir ... weiterlesen Abendphantasie

Abend war`s, auf fernem Steige
Ging ich in des Waldes Grün,
Wilde Apfelblüthenzweige
Wehten Flocken auf mich hin;
Tausend süße Stimmen drangen
Fröhlich durch den ... weiterlesen Spätes Erkennen

Ach, wär` ich fern geblieben!
Vom Sehen kommt das Lieben,
Vom Lieben kommt der Schmerz:
Mit ihm rastloses Sehnen,
Mit ihm unzähl`ge Thränen,
In Thränen bricht das ... weiterlesen Bescheidene Bitte

Allem was da athmet, lebet,
Amor wild Gewährung winkt;
Was im Grund der Fluthen webet,
Was des Lichtes Schimmer trinkt;

Und die Welt sie ist ein Himmel,
Wo sich ... weiterlesen Das Beständige

Alles hat mir schon gelogen,
Jedes Hoffen mich betrogen,
Alles sich wie eitel Tand
Wechselnd von mir abgewandt;
Eines nur blieb mir getreu,
Ewig wahr und ewig neu:
... weiterlesen Sehnsucht

Als mein Auge sie fand
Und mein Herz sie erkannt,
O, wie glühte die Brust
Von Entzücken, von Lust!

Wie voll Düfte die Au`,
Und der Himmel, wie blau!
... weiterlesen Erwartung

Am Fenster saß der Ritter
Schon um den achten Tag;
Auf seinem Herzen doppelt
Die Qual des Kerkers lag.

Die Taube war entflohen
Und war nicht mehr gekehrt,
... weiterlesen Die Ueberraschte

Amor schlich in stiller Nacht
In mein Haus verwogen,
Wie ich morgens aufgewacht,
War er eingezogen;

Als ich zürnte, bat er sehr,
Möcht` ihn nicht verjagen,
... weiterlesen Toast

an Goethe`s achtzigstem Geburtstage,
an der türkischen Gränze ausgebracht.


Viele Sänger gibt`s in allen Landen,
Wohlberufen, kundig alles ... weiterlesen Wintergrün

An Grillparzer


Greif` ich in die Saiten wieder,
Die ich lang nicht schlug,
Und doch in dem Kampf der Lieder
Einst so freudig trug?

... weiterlesen Selbsterkennen

Andere willst du ergründen,
Eitles, dünkelhaftes Herz!
Kannst dich selbst zurecht nicht finden,
Mit dem eignen alten Schmerz!

Wie das Uhrwerk wird beweget
... weiterlesen Weltlauf

Auf der Straße trifft mich ein alter Bekannter,
Der ruft und flüstert leise zu mir:
»Mein Bester, der Affe ist nun Gesandter,
Der Affe ist nun ein großes Thier!« –

... weiterlesen Der Bote

Auf ihres Schlosses Zinnen
Das holde Fräulein steht,
Durch ihren weißen Schleier
Die Abendkühle weht.

Sie hält in ihren Händen
Ein Täubchen, und sie ... weiterlesen Ungewisses Licht

Bahnlos und pfadlos, Felsen hinan
Stürmet der Mensch, ein Wandersmann:
Stürzende Bäche, wogender Fluß,
Brausender Wald, nichts hemmet den Fuß!

Dunkel im Kampfe ... weiterlesen An Donzeli als Othello

Begeistert lauscht das Volk dem Wunderklange,
Wie einst, als Orpheus über`s Meer gezogen
Im Kiel der Argo, rings entzückt, die Wogen
Gestaunt, die grünen Ufer, dem Gesange!
... weiterlesen Epilog zu Grillparzers »Ottokar.«

Bei der ersten Vorstellung dieses Trauerspiels auf dem k. k. Hofburgtheater
zu Wien von dem Regisseur Herrn Koch gesprochen am 19. April 1825.


Das alte Heldenbild, ... weiterlesen Trostlose Thränen

Blickt nicht so wild, weint nicht so arg,
Weil von des Sturmes rauher Hand
Das Schiff, das Euern Reichthum barg,
Zertrümmert liegt am Klippenstrand,

Weil Euch nur ... weiterlesen In das Stammbuch eines Freundes

Daß Dir zum Ernste des Lebens die Lust an den Spielen der Musen
Freundliche Götter gewährt, Schönes dem Guten gesellt:
Nicht die schlechteste Gabe der Himmlischen ist`s, und Du ... weiterlesen Auf den Tod des L. P.

der sich auf dem Grabe seiner Mutter erschoß.
(Aus dem Lateinischen des Grafen Jos. Dessewffy.)


Jugendlich blühend erliegst Du, o Rasender, eignem ... weiterlesen Erstes Begegnen

Die Frau, die ich jüngst gesehen,
Sie hat ein hold Gesicht,
Und süß, melodisch wehen
Die Töne, wenn sie spricht.

Und was sie spricht, ist sinnig,
Anmuthig, ... weiterlesen Schwere Wahl

Die Frauen hab` ich aufgegeben,
`s ist ein betrügliches Geschlecht;
Zwar läßt sich`s süß mit ihnen leben,
Doch lieben muß man keine recht.

Und seit ich`s so mit ... weiterlesen Das Weib des Räubers

Die Sonne geht nieder so blutig roth
Als wäre mein Liebster gefangen und todt;
Sie sind hinunter, den Felsensteg,
Sie lauern im Thal, sie lauschen am Weg.

Sie liegen ... weiterlesen Lied eines Wahnsinnigen

Drei Geister lassen mir keine Ruh,
Die trinken mein eigenes Blut mir zu!
Der Erst`, in Purpur ausstaffirt,
Auf hohem Roß glorifizirt:
Einen Lorbeer trägt er auf seinem ... weiterlesen Das Standbild zu Memphis

Du Bild von Erz, inmitten aufgerichtet
Der alten Stadt, die einst dich walten sehen,
O, rege dich, du darfst so stumm nicht stehen,
Indeß dein großes Werk man frech vernichtet!
... weiterlesen Beruhigung

Du liebäugelst mit dem Tage,
Doch wenn einst die Nacht wird kommen
Und der Stern ist angeglommen,
Der die Zier des Himmels macht;

Wenn ein wundersames Rauschen
... weiterlesen Angebinde

Ein ehrend Kleinod möcht` ich gern Dir geben,
Möcht Dir so gern, wie ich Dich liebe, zeigen;
Doch arm bin ich und nenne nichts mein eigen;
Was zierlich sonst und reich das heitre ... weiterlesen Der fremde Buhle

Ein Mädchen stand am Abend
Vor ihres Hauses Thür:
Der Mond trat aus den Wolken
Mit blassem Schein herfür.

Da kam ein junger Reiter
Und nahm sie bei der Hand
... weiterlesen Beständigkeit im Wechsel

Ein Pfeil nur, sagst du, kann verwunden
Und wer berührt von ihm, den Strahl
So recht in tiefster Brust empfunden,
Der liebe nicht zum zweitenmal? –

Seht ihr denn ... weiterlesen Froher Besitz

Einst war auf umrollender Welt
Wechselndes Treiben
Mein Auge gerichtet, mein Sinn gestellt:
Nun laß ich`s bleiben!

Fort im behaglichen Müßiggang
Leb` ich die ... weiterlesen Die Worte des Koran

Emir Hassan, Enkel des Propheten,
Faltet seine Hände um zu beten,
Setzt sich auf den Teppich dann im Saale
Nieder, um zu kosten von dem Mahle. –

Und ein Sclave ... weiterlesen Das Geisterschiff

Es rauschen die Winde, die Nebel ziehn,
Der Himmel ist sternenleer;
Hoch über den schäumenden Wogen hin
Durchschwebt ein Segel das Meer:
Das Schiff ist, gesteuert von ... weiterlesen Der Thurm am See

Es saß ein edler König
Am hohen Uferrand,
Stets waren sein Blicke
Hinaus in`s Meer gewandt.

Er saß beim Morgenschimmer,
Sah in die Fluth hinein,
Er saß ... weiterlesen Der blinde Geiger

Es sitzt ein blinder Geiger
Am Markt und spielet auf:
Viel Leute gehn vorüber,
Doch Niemand höret drauf.

Er spielt die schönsten Weisen
Recht aus des Herzens ... weiterlesen Der Ferge

Es stand ein muntrer Geselle
Im Nachen am Ufersrand,
Sah hin in die schaukelnde Welle,
Die wechselnd kam und verschwand:
Da trat ihm ein Jäger entgegen
Und sprach: ... weiterlesen Gegenwart

Fern in des Lebens Ocean gebannt,
Liegt hinter uns, in glanzerfüllten Weiten,
Ein blühend Eden längst entflohner Zeiten,
Und vor uns starrt ein unbekanntes Land,

... weiterlesen Die Wanderungen des Ahasverus - Erste Wanderung I.

Fragment.

1.


Jerusalem lag eingehüllt in Schatten,
Es schwieg die Stadt, des Kidrons dunkle Welle,
Die sich ihr Bett in heil?gem Grunde ... weiterlesen Gelähmter Flug

Fragt Ihr mich, warum allein
Fort ich ziehe meine Straße,
Fern von mir die Freunde lasse?
Während Jeder auf den Wellen
Lustig treibt, im Rosenschein
Seiner Jugend, ich ... weiterlesen Epilog zu Uhlands »Ernst von Schwaben.«

Gesprochen von Regisseur Koch auf dem k. k. Hofburgtheater zu Wien.


Ein halb Jahrhundert sah ich fast entfliehn,
Seit ich, ach, der vergänglichsten von allen,
... weiterlesen Arabesken

Glücklich dünk` ich Dir, Freund, ein Beneideter, weil mir die Wangen
Jugend noch färbt, weil das Blut rasch noch die Pulse bewegt?
Weil mir die Götter so Manches vor Vielen ... weiterlesen Deutsches Lied

Hat tändelnd Glockenspiel, hat Zithertönen
Mein Ohr in lust`ger Weise leicht umklungen?
»`s ist fränkisch Lied, am Seinestrand gesungen!
Dem leichten Sinne gnügt ein leichtes ... weiterlesen Offenes Geständniß

Ich hab` ein feines Liebchen,
Ein junges, heißes Blut;
Ich lieb` es nicht zum rasen,
Doch bin ich dem Mädchen gut.

Sie ist nicht schlimmer als Andre,
Und meint ... weiterlesen Der Beduine

Ich leb` im heißen Sonnenbrand,
Die Wüste ist mein Vaterland,
Die Heimath, wo mein Zelt erbaut,
Und wo ein grüner Weidplatz schaut.

Und wo ein dürftig Quellchen ... weiterlesen Frühlingsliebe

Ich stand, ein dürrer Baum,
Vom Winterfrost entlaubet,
Im eingehegten Raum,
All meines Schmucks beraubet;
Da hat mit lindem Kusse
Mich Liebeslenz berührt,
... weiterlesen Wacher Traum

Ich trat in`s Zimmer, der letzte
Von allen Gästen, herein,
Da saßen die Frauen im Kreise
Und strickten beim Kerzenschein.

Und alle waren Bekannte,
Und nickten ... weiterlesen Der gute Kampf

Ihr Freunde, die wir zusammen
Gezogen in die Schlacht,
Wie hat der Tod gezehntet,
Unser Häuflein klein gemacht!

Seht, wie der Feind so mächtig!
Wie seine Reihen ... weiterlesen Die Kritikaster

Ihr könnt uns Poesie nicht lehren,
Und doch docirt Ihr uns so viel;
Die Poesie, ein göttlich Spiel,
Will sich an Euer Wort nicht kehren.

Frei wie die Luft schwebt sie ... weiterlesen An die Tadler

Ihr schmäht, Ihr seht mich Eure Zeichen tragen,
Und dennoch sey ich Keiner von den Euern!
Nie werd` ich`s seyn, das kann ich Euch betheuern;
Weit eher würd` ich meinen Schild ... weiterlesen In trüben Tagen

Ihr werthen, lieben Gesellen,
Wir leben in düstrer Zeit,
Der Himmel ist schwarz umzogen
Mit Dunkel weit und breit.

Kein Strahl will ihn erhellen,
Es theilt die ... weiterlesen Getäuschte Hoffnung

Im stillen Wiesenthale
Ich einsam mich erging,
Als mich mit einemmale
Die feuchte Nacht umfing.

Die Sonne war gesunken,
Das Abendroth verglüht,
Die letzten ... weiterlesen Das trübe Auge

In Deinem Auge winket
Ein trübes feuchtes Licht;
Wie Thau am Halme blinket,
Doch eine Thrän` ist`s nicht!

Ach, wär` es eine Thräne,
Eine Thräne mir ... weiterlesen Liebeswunder

In des Rheines Mitte ragt einst eine Pfalz in alten Zeiten,
Nah bei Kaub, wo um die Felsen die getheilten Wellen gleiten;
Jetzt noch sieht man dort geborstne Mauern aus dem Wasser ... weiterlesen Die Dorfkirche

In einem Dorf, am frühen Morgen,
Sah ich ein Kirchlein offen stehn,
Und wie`s mir freundlich schien zu winken,
Trieb mich das Herz, hinein zu gehn.

Nur wenig Beter ... weiterlesen Erhörung

In süßer Lenznacht, bei der Sterne Schein,
Vom hellen Mondenglanze übergossen,
Von Kühl` und Duft und Stille mild umflossen,
Ging ich mit ihr vertraulich und allein:
... weiterlesen An Ludwig Löwe

k. k. Hofschauspieler.

Veranlaßt durch sein Gedicht: »Am Grabe Krügers«


»Dein Spiel sey wahr, nie möge Dich verführen
»Der falsche Schein, ... weiterlesen Das Auge der Schlange

Kennst Du die Sage wohl von jener Schlange,
Der sichrer Tod im Blick des Auges liegt!
Der Vogel, der sie ansieht, wirr und bange,
Fällt starr vom Zweig, auf dem er sich gewiegt.
... weiterlesen Liebestrost

Laß mich diese Worte küssen,
Diese Züge deiner Hand!
Ja, gewiß, die Liebe war es,
Die den Trost der Schrift erfand!

Ja, ich lese Deine Zeichen
Und Du stehst ... weiterlesen Erloschene Liebe

Laß, o laß mir Deine Hand;
Zieh` sie nicht so kalt zurücke;
Nimm, Du nahmst`s ja schon, mein Glücke,
Laß mir immerhin die Hand!

Wenn Du nichts auch für mich ... weiterlesen Mariechen

Mariechen saß am Rocken,
Im Grase schlummert ihr Kind;
Durch ihre schwarzen Locken
Weht kühl der Abendwind.

Sie saß so sinnend, so traurig,
So ernst und ... weiterlesen Am deutschen Gränzstein

Mir auch pochte das Herz, als von den Alpen ich
Weit hin schaut` in das Land, mythischer Zauber voll,
Daß süßdämmernd, ein Traum mir vor der Seele lag,
Den ich geträumt in der ... weiterlesen Der Zauberbaum

Mir träumt` ich sey entronnen,
Ein Todter, dem Erdenschmerz;
Ein Krater, der ausgeglommen,
Und Asche sey mein Herz.

Und was ich im Leben empfunden,
Es wäre ... weiterlesen Düstere Ahnung

Mißtrau` nicht meinen Eiden,
Mißtraue meinem Glück;
Noch ist es Zeit, zu fliehen,
Noch kannst Du ruhig ziehen,
Nimm Deinen Ring zurück!
Mir träumt von nahen ... weiterlesen Bewußtlose Neigung

Mädchen, nenne den Zauber,
Der mich gefangen hält,
Sage, was hast Du denn eigen,
Das mir so sehr gefällt?

Sind es die schelmischen Augen,
Die so zum Herzen mir ... weiterlesen Die nächtliche Heerschau

Nachts um die zwölfte Stunde
Verläßt der Tambour sein Grab,
Macht mit der Trommel die Runde,
Geht emsig auf und ab.

Mit seinen entfleischten Armen
Rührt er ... weiterlesen In die Ferne

Nachtvertraute Liebesklagen
Send` ich meiner Freundin zu;
Eile Kund` ihr anzusagen,
Mond, gefäll`ger Bote du;
Jedes Wort aus ihrem Munde,
Jede selige Sekunde
... weiterlesen Der Blick gen Himmel

Nimm in die Hand den Stab,
Du Wandersmann durch`s Leben,
Der Weg, bald rauh, bald eben,
Führt sicher Dich zum Grab.

Die Bahn ist bald durchschritten
Durch diese ... weiterlesen Der Gosausee

O komm Geliebte, komm und laß uns hier
In diesem Bergeseden Hütten bauen,
Ein einsam Plätzchen suchen Dir und mir,
Hier wo die hohen Kulmen niederschauen,

Hier, nah ... weiterlesen Scheue Liebe

Oft schon wollt` ich kühn es wagen:
Meine Lieb` ihr zu bekennen,
Wunsch und Sehnen ihr zu nennen,
Aber immer stumm und ferne
Hielt mich unbekanntes Zagen!
Rauh sind ... weiterlesen Canzonen. Vorwort.

Oft und viel hab` ich gesungen
Zarter Liebe Huldigungen,
Und es ward manch süßer Laut
Kleinen Liedern anvertraut;
Doch nun stimme mein Gesang
Vollern Ton und hellern ... weiterlesen Wiedersehn

Rings öde Fläche, und der Horizont
Durch nichts begränzt! Kein Ort, kein Wald,
Auf dem der müde Blick vermocht` zu ruhn! –
Die sand`gen Hügel, die der Wind gehäuft,
... weiterlesen Die Reise

Schon verschwinden jene Berge,
Die die heit`re Stadt umziehn,
Jene fernen blauen Höhen
Seh` ich auch vorüber fliehn.

Und des Stromes grüne Wogen
Rollen ... weiterlesen Vergangenheit

Seh ich deine Schleier sich entfalten,
Heil`ge Vorzeit, Weltbeglückerin,
Seh` ich, durch die Nebelhülle hin,
Deiner Söhn` ehrwürdige Gestalten,

Die im Glanze deiner ... weiterlesen Nachtseite des Lebens

Sehnsücht`ge Hoffnung, wende dich zurück,
Was suchst du noch im hohlen Schaum der Tage?
Willst du erspähen das verschwundne Glück? –
`s war eines längst verschlungnen Zaubers ... weiterlesen Vorwort [zu Romanzen. Balladen. Lieder.]

Seht hier meines Frühlings Rosen,
Frisch, wie ich sie abgebrochen;
Mancher Dorn hat mich gestochen,
Mancher Duft hat mich erquickt! – Guter Rath

Singt, Ihr jammervollen Dichter,
Singt doch nimmer Liebeslieder;
Sonnen steigen auf und nieder,
Und Ihr zündet matte Lichter.

Quält Euch nicht mit leerem Drange,
... weiterlesen In das Stammbuch einer Freundin

Sitzen die Lieben vereint im traulichen Kreis, Cölestine,
Halt` einen Stuhl unbesetzt für den geschiedenen Freund.
Ruhelos irrt er ja immer, Du weißt es. Bald rennet der Kopf ... weiterlesen Glaube, Hoffnung, Liebe

Solchen Glauben will ich mir bewahren,
Solcher Hoffnung hingegeben seyn,
Solcher Liebe meine Seele weihn,
Fest in Leiden, Trennung und Gefahren;
Dann, wenn Alles wankt,
... weiterlesen Die Wildniß

Soll Euch Eure Liebe bleiben,
Müßt Ihr in die Wüste fliehn,
Dort, wohin nicht Weg noch Bahnen,
Fern von Menschen müßt Ihr ziehn.

Eine Höhle wählt zum Hause,
... weiterlesen Sicherer Trost

Traurig hängst Du das Köpfchen,
Weil muß geschieden seyn:
Meintest Du, närrisches Mädchen,
Ich sey für ewig Dein?

Deine Blume hab` ich nicht gebrochen,
Dein ... weiterlesen Verlust und Ersatz

Was ich eigen je besessen,
Was ich spähend fern gewahrt,
Was, auf rauh umstürmter Fahrt,
Aus dem tiefsten Grund der Wogen
Wagend ich herausgezogen,
Jede Perle, jede ... weiterlesen Zukunft

Was ich thue, ist vergeblich Streben,
Dunkel nur und zweifelhaft mein Wissen;
Was ich wünsche, muß ich stets vermissen,
Täuschung nur und Trug will mich umgeben.

... weiterlesen Auf dem Gmundner See

Was schlagt ihr an meinen Kahn,
Ihr Wellen, so stürmisch an?
O Nixe, was hast Du gethan,
O Nixe, was hast Du gethan!

Was schwimmst an der Nachenwand,
Was winkst ... weiterlesen Bei Beethovens Begräbnisse

Was strömt das Volk dort jenem Haus entgegen,
An dessen Thor sich seine Woge bricht?
Unzählbar eilt es hin auf allen Wegen,
Es faßt der Raum die Fluth der Menge nicht! –
... weiterlesen Zuneignung

Wem ich die Blumen meines Sanges streue,
Forscht Ihr von mir, und seht mich fragend an?
Der ich mein Herz und meine Seele weihe,
Ihr sind auch diese Blüthen unterthan.
... weiterlesen Wunsch

Wenig ist, was ich begehre,
Und doch steht es mir so fern:
Aus dem ganzen Sternenheere
Einen einz`gen lieben Stern!
Und was Himmel, Erd` und Meere
Noch umfassen – ... weiterlesen Der Abendhimmel

Wenn ich an Deiner Seite
Im Abenddunkel geh`,
Den Mond und sein Geleite,
Die tausend Sterne seh`,

Dann möcht` ich den Mond umfangen
Und drücken an meine ... weiterlesen Dichtersehnsucht

Wenn ich entflammt im Innersten mich fühle,
Um Lust und Weh in Liedern auszuhauchen,
Daß sich das Glühn in meinen Adern kühle:
Mag oft und gern Dein edles Bild ich brauchen,
... weiterlesen An die Böotier

Wenn Ihr Gemälde beschautet, Böotier, dünkte Euch jemals,
Daß im Apoll, im Mars, selbst sich der Maler gemalt?
Wohl, so sagt mir, wie kommt es, daß Ihr vom Gedichte den ... weiterlesen Schlußwort

Wohl! so hänget Eure Kränze
An dem heil`gen Hügel auf,
Und sein gluthbeseeltes Auge
Blicke aus den Sternen drauf!

Wollt Ihr wissen, wo er schwebet?
Seht der ... weiterlesen Die Heide

Währt ewig denn die lange Heide,
Liegt sie denn niemals hinter mir,
Wohl ziehen Heerden auf der Weide,
Doch keine Menschen seh` ich hier.

Der Hirt nur liegt hier ... weiterlesen Der Gefangene

Zwei alte hohe Burgen
Glänzen im Sonnenschein
Einander gegenüber,
Inmitten fließt der Rhein.

Gefangen in der einen
Härmt sich ein Rittersmann,
Daß er ... weiterlesen Ewige Leuchte

»Bist noch immer nicht verglommen,
Trübe Leuchte, stirbst noch nicht?
All` Dein Oel ist Dir genommen,
Und es dämmert noch Dein Licht?«

»»Liebe strahlt, ein ew`ger ... weiterlesen Todtenkränze I.

»En toutes choses ce n?est que l?émotion qui est sublime!«
Lettres et maximes du Prince de Ligne.


1.


Mich hatte Waldesdunkel eingeschlossen,
... weiterlesen Der Ritter und die Maske

»Herr Ritter Belriguardo,
Was ist`s, das Euch beschwert,
Was sind Eure Augen so trübe,
Eure Wangen so abgezehrt?«

»Sonst war`t Ihr fröhlich und blühend,
... weiterlesen An Grillparzer

»Laß, hehrer Aar, uns durch die Wolken dringen!
Du bist der stärkre, ziehe Du voran! –
An Muth Dir gleich, an Kraft Dir unterthan,
Versuch` auch ich`s, und prüfe meine ... weiterlesen Gute Nacht

»Mein Töchterchen, die Spindel ist noch leer,
Ich glaube gar, Du schläfst? still steht Dein Rädchen!«
»»Großmutter, ach! das Herz ist mir so schwer,
Ich bin doch recht ein ... weiterlesen Thränengrund

»Sangst Du immer nur von Thränen
Und von unbeglücktem Herzen,
Sind Dir denn nie Freuden worden,
Immer Qualen nur und Schmerzen?«

»Hast Du nie ein Herz gefunden,
... weiterlesen Wilhelm Tell

»Sprich, Vater, warum wir die dunkle Nacht
Im Walde, tief in den Tannen durchwacht?«
»»Mein Kind, wer sich rüstet zu guter Jagd,
Muß zu Holze ziehn, bevor es ... weiterlesen Der arme Sänger

»Was läuft das Volk zusammen?« Ein Schifflein stößt vom Strand:
Inmitten steht der König, rothgolden sein Gewand,
Auf seinem Haupt die Krone wirft lichten Schein umher,
... weiterlesen An die Freunde

»Weil mir großer Reichthum fehlt,
Meint Ihr, daß mein Herz sich quält? –«
Was mir noth, ward mir beschert,
Reichthum hab` ich nie begehrt!
Wär` es das, nur das ... weiterlesen Der sterbende Krieger

»Wir sind am Ziel, hier setzt die Bahre hin,
In diesem Wäldchen ward ich todeswund,
Hier sah mein Aug` die stolzen Feinde fliehn,
Hier will ich sterben, hier auf diesem ... weiterlesen

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