A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Julius Lohmeyer


UNTER DEM STERNENHIMMEL

(IN DER WEIHNACHT) O Dank, dass Du
vor mir enthülltest Die Wunder Deiner
Herrlichkeit, Mit ahnungsvollem Abglanz
fülltest Den Grund der Brust mir tief
und weit.
... weiterlesen

Anzeigen



AN DIE NATUR

(Nach Goethe`s Prosa) Nicht fragst du
mich — du riefst mich aus dem
Nichts, Allew`ge, zu dir auf ins Reich
des Lichts; Natur, du kannst dein
eignes Werk nicht hassen. So ni
... weiterlesen


DER SCHWERE HANDEL

(Vor einem Bilde) Misswachs und Hagel
ist gekommen, Es war ein bitterböses
Jahr — Die Seuche hat die Bläss
genommen, Und ernste Sorge drückt das
Paar. Der Zinstag
... weiterlesen


HERBSTOPFER

1. Einmal noch, wie im
Verbluten, Sprüht und blüht die
Sommerpracht Lodernd auf in
Farbengluthen, Eh` sie sinkt in Tod und
Nacht. Züngelnd schlägt die gold
... weiterlesen


ZUR GOLDENEN HOCHZEIT DES DEUTSCHEN KAISERPAARES

am 11. Juli 1879. Durch allen
Kampflärm der hadernden Zeit, Durch
der Parteien tobenden Streit Ruft eine
köstliche Freudenkunde Uns zu der
festlichsten Weihestunde,
... weiterlesen


DER SILBERBLICK

An dem holdesten der
Maientage Lenzberauscht von
Blüthenduft und Sonne, Trat ich heut
in meine liebe Klause; Doch hier stand
ich plötzlich wie verzaubert, Denn auf
weitgeöffnetem
... weiterlesen


DIE BLINDE SÄNGERIN

An meines Nachbars Fenster hängt Die
Nachtigall im Bauer, Geblendet und
gefangen senkt Ihr Köpfchen sie in
Trauer. Doch wer dem Sang der Blinden
lauscht, Der hört,
... weiterlesen


ROSENSCHÖNE

Aus jedem Dornstrauch, den in Rosen, In
Rosenflammen Gott entzündet, Spricht
er noch heute, was er Mosen Aus jenem
Flammenstrauch verkündet: `Du stehst,
o Mensch, auf heil`gem Grun
... weiterlesen


ZUR BEGRÜSSUNG DES KRONPRINZLICHEN PAARES

BEI DER HUSSITENFEIER IN BERNAU. (15.
Mai 1882.) Euch grüsst der Herzen
voller Jubelschlag, Vieltheures
Fürstenpaar, das diesem Tag Huldvoll
die Weihe bringt zum Fe
... weiterlesen


ERDENGANG

Bescheiden über diese Erde
schreiten Lass` mich, o Geist: der sie
und `mich erträumt, In deinen ew`gen
Schatten, Gottnatur, Hinwandelnd eine
kurze Uferstrecke, Die Schönheit athme
... weiterlesen


HOCHGEBIRGS-MORGEN

Das düstre Hochthal schritt ich ernst
empor, Stumm lag und fahlgrau mir das
Land zu Füssen, Da hört` ich durch
der Wolkennebel Flor Der Lerchen
schmetternd` Jubeln niedergrüssen.
... weiterlesen


ERDENPARADIES

Das Eden ging der Menschheit nie
verloren, Es blüht uns noch auf treuem
Mutterschoss; Noch Jeder wird im
Paradies geboren, Und Jeder reisst sich
selbst erst von ihm los. Nun
... weiterlesen


DES HAUSES SONNENSCHEIN

Das ist des Hauses Sonnenschein, Der
leuchtet ihm durch trübste Zeit, Der
lacht in jedes Kämmerlein, Ob`s
draussen noch so stürmt und
schneit! Denn wo er weilt, ist heller
... weiterlesen


GEWISSHEIT

Das nehm` ich unentreissbar mir zum
Pfande, Unnennbar Ew`ger, dass ich mit
dir Eins, Dass ich, Verstand vom
schaffenden Verstande, Erfassen kann
die Wunder dieses Seins; Vers
... weiterlesen


UNSERE MAINBRÜCKE

Das war zu Wörth der heisse Tag, Als
wir die Blutschlacht schlugen, Wie
krachte von ihrem Donnerschlag Das
Kaiserreich aus den Fugen! Das war zu
Wörth der heisse Tag — Die
... weiterlesen


DEIN GEDENK ICH, HEILGE STUNDE

Dein gedenk` ich, heilge Stunde, Auf
der Alp im Sternenschein, Als zu ew`gem
Seelenbunde, Theures Weib, Du wurdest
mein! Und durch alle Zeit und
Ferne Strahlt mir dies
... weiterlesen


ITALISCHE LENZNACHT

Der blauen Dämmrung Schattenschleier
dehnen Um Eebenhänge sich und
Bergeslehnen. Leis athmet nur das Meer.
Gleich schwarzen Schwänen Zieh`n
Gondeln lautlos auf der stummen Fluth,
... weiterlesen


AN HOFPREDIGER EMIL FROMMEL

Der Dichter soll ein Menschheitslehrer
sein, Kein finstrer, eifernder
Bekehrer, nein! Er soll ein
Erdenglückvermehrer,
ein Frommpriesterlicher Weltverklärer
sein. Mag auch
... weiterlesen


BEIM GLOCKENKLANG

Der Glocke gleiche! Sei kühles Erz, Im
Kern das weiche, Mittönende Herz. Von
freier Hochwart Schau` auf das
Leben, Doch lasse die Brust dir Innig
durchbeben Der Brüder Freude, Der
... weiterlesen


ZUM DÜRERFEST

DES BERLINER KÜNSTLER-VEREINS
1872. PROLOG Die deutsche Muse
spricht: Der Tag brach an! Aus
blut`ger Wetterwolke Stieg er empor mit
Blitz und Donnerschlag: No
... weiterlesen


Sprüche

Des Edlen Leben sei dem Sonnentage
gleich, Der Morgen hoffnungsfrisch, der
Mittag thatenreich; Der Abend
feierstill, von mildem Glanz
umlacht, Ein tiefes, stilles Schau`n in
Gottes Sternenp
... weiterlesen


ZUR HOCHZEITSFEIER

des Prinzen Wilhelm von Preussen und
der Prinzessin Victoria von
Schleswig-Holstein. Am 27. Januar
1881. Glückwunschadresse des Berliner
Künstler-Vereins. Willkomme
... weiterlesen


GELÜBDE

Die Nacht zog gross und stille Am
Himmelszelt herauf, Es that sich ohne
Hülle Die Ewigkeit uns auf. Durch
unser ganzes Wesen Ward es uns freudig
klar, Dass nic
... weiterlesen


MAHNRUF

Du bist ein athmend` Blatt am
Daseinsbaume,` So du der Menschheit
leb`st mit deiner Kraft, Und leb`st
unsterblich in der Menschheit fort. Du
bist ein losgelöstes Blatt im
Winde, Ver
... weiterlesen


FRAGEMÄULCHEN

Du holdes Fragemäulchen, süsse
Plage, Komm` nur, du lieber Störer
meiner Ruh; Geduldig leih` ich Antwort
jeder Präge: `Warum, Papa? Wohin?
Weshalb? Wozu?` Keimt doch empo
... weiterlesen


IM HERBSTFROST

Dunkle, sommerliche Rose, Noch mit
tausend glüh`nden Trieben Stehst du
heute frosterstarrt; Dennoch preis` ich
deine Lose, Denn unendlich ist dein
Lieben, Und ein künft`ger
... weiterlesen


DÜNENDORF

Dünendorf, von deiner Wälder Dunklem
Föhrenkranz umrauscht, Oft durch deine
goldnen Felder Schritt ich
sommerglückberauscht. Lerchen hoch
in sonn`gen Lüften Preis
... weiterlesen


EIN KLEINES NEST

Ein kleines Nest! O sag` mir an, Was
uns so herzig rührt daran? Ein Kranz
von Halmen ist`s doch bloss, Drin
weiche Flöcklein Hanf und Moos, Ein
Aehrenhalm, ein Borkenstück
... weiterlesen


GROSSSTADT-IDYLLE

Ein Sonntagnachmittag. Im Schatten
ruh`n Die stillen Gärten uns zu
Füssen nun; Ein bunter Sommerflor
hüllt den Balkon, Der schwebend wie
ein luft`ger Blumenthron Hinaushängt
in d
... weiterlesen


DIE BRÜDER

EINE DEUTSCHE MÄHR. Lebten zwei
Brüder im deutschen Reich, Wie sie
geheissen, ich sag` es euch gleich. War
der Jüng`re ein fröhliches
Blut, Treuherzig, bieder, voll feuri
... weiterlesen


FRAU HULDA

Es blüht in umschattender Wipfel
Rund Auf einsamen
Bergeswarten, Getaucht in des Himmels
azurnen Grund, Ein prangender
Frühlingsgarten. Die Zauberwildniss,
die blühende, l
... weiterlesen


GRILLENGESANG IN DER MONDNACHT

Es schwirrt und lockt ein Kufen Mit
dringend` holder Macht: `O komm` hinab
die Stufen Zur blauen
Gartennacht! `Die Lindenwipfel
wiegen Sieh leis in Mondenpracht,
... weiterlesen


Der furchtsame Rabe

Es steht ein weißer Mann da
drüben Seit gestern schon am
Bäckerhaus; Wie eine von den roten
Rüben Sieht seine lange Nase
aus. Er hat es auf mich
abgesehen, Denn im
... weiterlesen


RUHE IN GOTT

Ferne, stille, weite Wasser, Schweigen
im entlaubten Hain, An den Küsten fern
ein blasser, Letzter
Abend-Wiederschein. Blauer Höhen
sanfte Züge In des Spätherbstab
... weiterlesen


PROTEST DES MAI‘S AN SEINE LIEBEN DEUTSCHEN

Geht mir mit Eurem Preis und Ruhm zum
Henker! Nichts bracht` es mir als
Schimpf und Unbill ein, Für dieses
Volk der Dichter und der Denker Der
offizielle `Wonnemond` zu sein. Ihr ha
... weiterlesen


LEBENSRATH

Geh`, verschwende Nicht dein
Hoffen: Keine Frage steht dir
offen Nach dem Anfang, nach dem
Ende, Nach des Daseins ew`gem
Grund. Hoffe nicht geheime Kunde Aus
de
... weiterlesen


ABENDGANG

Gemäht liegt die Wiese im dämmernden
Thal, Hinstarben die Blüthen im
sengenden Strahl, Doch füllet
verhauchend ihr schwebender Duft, Die
Kühle durchwürzend, noch lange die
Luft:
... weiterlesen


GROSSMÜTTERCHEN

Großmutter darf man alles
klagen, Großmütterchen hat stets
Geduld: Was man Mama kaum wagt zu
sagen, Ihr beichtet man geheimste
Schuld. Und Märchen weiß sie
auszudichten,
... weiterlesen


Der Geburtstagsgratulant

Guten Morgen soll ich sagen, Und ein
schönes Kompliment, und die Mutter
ließ auch fragen, wie die Patin sich
befänd! Und der Strauß wär aus dem
Garten, wenn ihr e
... weiterlesen


AUF DER ALP

Heerdenklang aus grünen Tiefen Rührt
mir sehnsuchtsbang die Brust, Gleich
als ob zurück mich
riefen Heimathsfriede,
Heimathslust. Als er mir zum letzten
Male Hier e
... weiterlesen


MENSCHENLOOS

Heimfern, des Schicksals Stürmen
preisgegeben, Wird eine Odyssee ein
jedes Menschenleben. * *
* Liebevoll` Auge und treuliches
Müh`n Macht Blumen auch ohne Sonnensc
... weiterlesen


ZWEI HAUSSPRÜCHE

Hier ist meine Welt! Nicht schweift mein
Blick Nach Süden hinaus und nach
Norden: Je grösser ward auf der Welt
mein Glück, Je kleiner die Welt mir
geworden. Drei Herzen li
... weiterlesen


HOCHGEWITTER

Hochgebirgseinsamkeit! Schweigend, in
rasender Hast, Verderben
grollend Zieht schwarz heran
Gewitternacht. Fahlblauer
Zickzack Zuckt durch die
Wolkenwand; Fernher roll
... weiterlesen


OSTERGRÜSSE

Horch! Ob schimmernd` weissen
Landen Osterglockenklänge weh`n! Aus
des Winters starren Banden Soll die
Erde aufersteh`n! Rieselnd im
verborgnen Grunde Neue Lebensbron
... weiterlesen


Eine Geschichte vom Rhein - I.

I. In trotz`ger Kraft und keckem
Jugendmuth Wandt` er der kleinen
Rheinstadt einst den Rücken, Sein
Glück zu suchen in der neuen Welt. Und
rasch im Kampf um Liebe, Glück u
... weiterlesen


DIE EINSAME KRANKE AM FENSTER

I. Mondenhelle Mitternacht Lockt
mich auf vom Pfühle; Nur noch meine
Seele wacht Und die ferne
Mühle. Nächt`ge Stille
allerwärts, Nur die Brunnen ra
... weiterlesen


DER GUTE KÖNIG

Ich kenne einen guten König, Gar einen
lieben, milden Herrn, Viel Tausend sind
ihm unterthänig, Und alle sind`s von
Herzen gern. Der König zieht mit
Segenspenden Vo
... weiterlesen


SORGLOS VERIRRT

Ich streif durch den Bergwald die Kreuz
und die Quer Vergnügt bis zum
sinkenden Strahle, Und wenn ich auch
just auf dem Holzweg wär`, Auch der
Holzweg führt endlich zu Thale.
... weiterlesen


FÜR DIE NOTHLEIDENDEN IN SCHLESIEN

Ihr kennt ihn wohl von mancher lust`gen
Fahrt, Den Alten mit dem
sturmzerzausten Bart; Von Schlesiens
Felsenhöh`n, aus alten Tagen; Den Hort
der Schwachen und der Bösen
Schreck, De
... weiterlesen


Eine Geschichte vom Rhein - II.

II. Weit thut das Thal sich auf! —
Aus Sonnenglast Taucht fern am Ufer auf
das Weinbergstädtchen Mit spitzem
Kirchthurm, Thor- und
Mauer-Zinnen, Gekrönt von malerischer
V
... weiterlesen


SONNTAGSMORGEN

Im Hochwald jauchzender
Posthornklang! Wie zieht er verheissend
und sehnsuchtsbang Das Herz mit sich
fort durch den Morgen! Wie lockt er ins
Weite mit stürmischer Macht. Als
hielte
... weiterlesen


IN DER FRÜHE

Im Morgendämmern Schon tönt Dein
Lied, Dein tapfres Hämmern, Mein
wackerer Schmied. Drum fort mit dem
Sorgen, Dem Grübeln und
Schwanken! Lacht doch der Morgen
... weiterlesen


GÄRTNERGEWISSEN

Im Morgenthaue Erglänzt das
graue Spinnleingewebe Um Rose und
Rebe; Aber da ich im
Sonnenschimmer Sah euer heimliches
Treiben nimmer, Da erst die funkelnden
Tröpflein
... weiterlesen


DAS NEUE JAHR

Im Schneegewand, im
Eisgeschmeide, Tannzweige im bereiften
Haar, So kommt es durch die weisse
Haide Im Sternenlicht, das neue
Jahr. Es tritt in
Sonntagmorgenhelle Zum Städtch
... weiterlesen


SPÄTHERBST-ABEND

Im Verblassen und Entfärben Siecht
dahin die welke Au`, Und der Wald,
gefasst zum Sterben. Ragt umflort in`s
Nebelgrau. Flücht`ge Vogelschaaren
ziehen Nach des Süde
... weiterlesen


HAUSGEISTERCHEN

In Schloss und in Mühle, In Hütt` und
Palast, Da wohnen gar viele Der
Kleinen zu Gast: Hausgeisterlein,
Wichtlein Mit treuem Gesichtlein, In
graubraunen Fellen
... weiterlesen


WALDGEHEIMNISS

Irrst du allein im dunklen
Waldrevier, Stets lockt und webt
geheimnissvoll vor dir Das
Waldmysterium in den Dämmerungen. Doch
bist du in die Schattennacht
gedrungen, Entflieht der Z
... weiterlesen


KLEIN SONNTAGHELL

Ist keiner, der mir sagen will, Giebt
keiner davon Kunde, Warum der Wald so
zauberstill In erster
Sonntagsstunde? Warum er gar so
festlich steht In schimmerndem
Gepränge?
... weiterlesen


SOMMERNACHT IN DER HOCHGEBIRGS-SCHLUCHT

Jüngst am blauen Tuskermeere In
verschwiegner Pinienbucht, Heut in
grauser Trümmerleere Im Geklüft der
Julierschlucht. Bergstromtosen tief
im Schlünde, Um die Schr
... weiterlesen


DAS ROGGENKÖRNLEIN

Jüngst wogte hier ein weites
Aehrenfeld, Nun ging dahin sein
sommerliches Prangen, Am Dornstrauch
nur blieb eine Aehre hangen, Aus der
ein Körnlein in die Hand mir
fällt.
... weiterlesen


Mach schön

Kein Hund im Dorf, nicht einer, Kann,
was der Fipsel kann; Er ist zwar nur
ein kleiner, Und keiner sieht`s ihm
an, Doch ist er ganz besondren
Schlags Und klüger selbst als F
... weiterlesen


DENNOCH

Kein Hüttchen ist so arm und
klein, Ein freundlich` Gärtchen nennt
es sein; Und ist`s kein Gärtchen,
schmuck umhegt, Von sorglich treuer
Hand gepflegt, So ist es doch ein
Nelkenbe
... weiterlesen


IN LANGEM SIECHTHUM

KRANK Zerdrücke das Herz dir, du
hoffender Thor, Verschlucke die
heimlichen Thränen: Mit zerschossenem
Flügel, ein Kranich im Rohr. Die Seele
voll stürmendem Sehnen.
... weiterlesen


ABSCHIED

Letztes Wort`- und Blicketauschen.
— Letzter Kuss — dann stille
Nacht! Um mich her des Waldes
Kauschen. Ueber mir der Sterne
Pracht. Gott mit Dir! In Näh` und
Ferne
... weiterlesen


LIEBE, DIE ZU NEUEM GLÜCKE -

Liebe, die zu neuem Glücke Mir von
jenem das versank, Ihre goldne
Strahlenbrücke Ueber dunklen Abgrund
schwang, Meine Jugend, meine
Lieder, Alles bringst du mir zur
... weiterlesen


ZWEI GRABSTEINE

Marie. Fest und klar und abhold allem
Scheine, Frauenherz in herber, keuscher
Reine, Theures Weib, verklärte
Dulderin, Meine Jugend nahmst du mit
dir hin! Wal
... weiterlesen


DER APOLLO

Mein kühnster Knabenwunsch in
Wandertagen War: Einmal nur der Berge
schönste Sylphe, Den köstlichen
Apollo, zu erjagen; Doch nie gelang mir
solch` ersehnter Fang. Ich ward
... weiterlesen


DAS LETZTE WORT, GESPROCHEN AM GRABE BERTHOLD AUER

Mit Ehrenkränzen des Deutschen
Schriftstellerverbandes. Nun muss es
sein. Wir lassen dich zurück. Noch
einen letzten Gruss voll Weh und
Trauer Dann scheiden wir. Es streift
ein le
... weiterlesen


MITTAGSSTILLE IM HOCHTHAL

Mittagsstille! Ueber dunkler Arven
Wipfel Strahlt der Firne
Silbergipfel Rein und kalt in blauer
Höh`; Dunkel blitzt im Thal der
See. Mittagsstille! Aufgeschlo
... weiterlesen


BEI DER JAHRESWENDE

Muth und Hoffen jedem Streben! Ernstem
Wollen Heil und Preis! Goldne Aehren,
goldne Reben Sauren Müh`n und treuem
Fleiss! Wackrem Schaffen Glück und
Frieden! Klugem Wagen: R
... weiterlesen


Das Befreiungsfest

Nach seines Vaters mächtgem Reich, dem
waldumkränzten Mummelteich, war
Quakebar von seiner Reise zum
Entenpfuhl zurückgekehrt und wurde als
gelehrt und weise vom ganzen Vol
... weiterlesen


EIN THAUTROPFEN

Nichts weiter als ein Tröpflein
Thau Auf weiter, sonnbeglänzter
Au! Und doch, ein Blümchen hat`s
erquickt, Ein Wandrerauge hat`s
entzückt, Durchleuchtet einen
Augenblick W
... weiterlesen


DER TREUE KAMERAD

Noch klang kein Lied zu Deiner
Ehre, Bewährter Freund in Rath und
That, Treuherz`ger Schalk im deutschen
Heere, Hilfreicher Freund und
Kamerad. Dort stehst Du, auf dem Ohr
d
... weiterlesen


Christkinds Boten

Nun bricht der heil´ge Christtag
an; trüb glüht der Wintermorgen um
Niklas Klause, tief im Tann, in Busch
und Kluft geborgen. Weit steht der Wald
in ros´ger Pracht gleichw
... weiterlesen


SONNTAGSFRÜHE

O heil`ge Sonntags -Morgenfeier: Ins
Gärtchen hinter`s Haus zu treten, Wenn
traumhaft noch der Dämm`rung
Schleier Hinweben über Busch und
Beeten. Wenn durch das schweigende
Erwart
... weiterlesen


AUS TIEFEM SCHLAF

O süsser Schlaf, in deiner frommen
Hut Wie hab` ich sanft und
weltentrückt geruht, Vor Weh und Gram,
vor Schuld und Noth geborgen! Wie
Siegfried einstens aus des Drachens
Blut Ents
... weiterlesen


AN MEIN KIND

O, dass vor niedrer Sorgen Qual Der
Himmel dich behüte, Mein Kind, mein
Glück, mein Sonnenstrahl, Du holde
Menschenblüthe! Dein helles Auge
lacht und strahlt, Noch
... weiterlesen


DIE LINDE AN DER HEERSTRASSE

Schaut hier den Stamm, den alten, Im
eignen Schattenrund, Die Rinde
blitzgespalten, Zerklüftet bis zum
Grund. Doch tief im Kerne blieb
er Gesund und lebensstark,
... weiterlesen


MIT EINEM ALPENSTRAUSS

Schroffer Grat in blauen
Lüften, Wettertannen kahl und
wild, Sonnenglanz auf grünen Triften
— Alles zaubert mir dein Bild. Auf
verlass`ner Trümmerhalde In des Hoc
... weiterlesen


ABSCHIEDSKLANG

Schwinde dahin aus dem kranken
Gemüth, Lockendes Bildniss,
verschwinde, Gleich wie des Posthorns
schmetterndes Lied Fernhin verzittert
im Winde! Tragt sie, ihr Rösslein,
du
... weiterlesen


WALDIDYLLE

Seid gesegnet, seid
gegrüsset, Waldesstille,
Waldesruh! Eure grünen Pforten
schliesset Hinter eurem Gaste
zu. Heimlich webt um mich ein
Grüssen Aller Wesen unter si
... weiterlesen


EIN TAFELLIED

Selbst verschlossen Häckel`s
Weisheit Bleibt es stets, wie in der
`Eiszeit`     Wohl der Frauen
Stellung war; Doch, dass in der
Tropfsteinhöhle Noch die Liebe ohne
Seele
... weiterlesen


MUTTERGLÜCK

Sie beugt sich nieder mit schwellender
Brust Leis über das schlummernde
Englein, Sie haucht den Nachtkuss voll
seliger Lust Sanft über die blühenden
Wänglein. Sie freut s
... weiterlesen


IM LENZE

Sinnend sass ich manchen Tag Ueber
altersgrauen Blättern, Draussen lockte
Finkenschlag, Amselruf und
Lerchenschmettern. Doch ein holder
Dichtertraum Hielt umsponnen m
... weiterlesen


SPIELMÜD, DAS ROSGE ANTLITZ VOLL GENÜGEN

Spielmüd`, das ros`ge Antlitz voll
Genügen, Entschlief mein blonder Bube
mir im Arm, Beseligt lauscht` ich
seinen Atheinzügen Und sog des Odems
Welle süss und warm. Doch
... weiterlesen


HEILIGER SCHNEE

Stummes Land im
Winterschnee, Unberührte
Wunderwelt, Wie erlöst von Schuld und
Weh, Wie von Himmelsglanz
erhellt! Gleich als kämst du
schimmernd neu Eben aus des Sc
... weiterlesen


TAGE VOLLER GLANZ UND STILLE

Tage voller Glanz und Stille, Wie sie
nur der Herbst uns beut, Also ruht ein
heitrer Wille, Der sich des Gethanen
freut. Der in lächelndem
Besinnen, Ungebrochen, uner
... weiterlesen


AUF DER HOCHALP

Tief ist die Welt um uns versunken In
grüner Alpeneinsamkeit: So lass uns
ruhen lebenstrunken, So ohne Wunsch und
ohne Leid. So lass in diesen
Wonnetagen, Die uns die
... weiterlesen


AUF TEMPELTRÜMMERN

Um geborst`ne Marmortrümmer Webt des
Frühlings junges Grün, Und die ersten
Rosenschimmer Eines Maientages
glüh`n. Heut wie damals lacht der
Himmel, Glänzt die bla
... weiterlesen


UEBER DER WAHLSTATT

Und als vor Sedans Mauern Geschlagen
war die Schlacht, Hüllt rings in
Todesschauern Das Blutfeld ein die
Nacht. Der Sterne Schimmer
breitet Sich über das Gefild; Hin
... weiterlesen


DER IRISBALL

Und glich` mein Sein nur jenem zarten
Ball, Vom Hauch der Kinderlippen sanft
geschwellt, Langsam hinschwebend in der
Sonne Glanz: Nur eines Rosenstrauches
blühende Pracht, Nur eine
... weiterlesen


DAHEIM

Und ob ich euch bei Tag nicht sehe. Ihr
wandelt doch vor meinem Blick, Ich
athme eure süsse Nähe, Es ruht mein
Herz in sich`rem Glück. Das Echo
eurer lieben Stimmen
... weiterlesen


UND OB MIR GUT UND GOLD VERRAUCHT

Und ob mir Gut und Gold
verraucht, Nicht Gunst noch Glück mir
bliebe, Mein Leben bleibt in Glanz
getaucht, In Liebe, Liebe, Liebe! So
weit da blaut das Himmelszelt, M
... weiterlesen


AM MORGEN

Unhörbar schleich` ich aus dem kleinen
Raum, Dass ich euch nicht den
Morgenschlummer störe, Beglückt, wenn
ich euch ruhen seh` im Traum Und eures
Odems friedlich Wallen höre.
... weiterlesen


DIE MÄUSEJAGD

Vor einem Bilde. Der alte
Cavalier: „Schier hat mich
echauffirt die winz`ge
Mauskanaille, Als hätte ich im Forst
mit Bär und Ur gerauft. Ein
Trümmerhaufen deckt
... weiterlesen


DER HAGEBUTTENSTRAUCH

Wald- und Buschgeländ` verschwimmen In
des Abends Nebelhauch, Nur wie rothe
Funken glimmen Noch die Beeren auf am
Strauch. Schmuck mit heitrem
Angesichte Steht er da
... weiterlesen


WAS KANN DIE WELT MIR GEBEN -

Was kann die Welt mir geben Mit aller
ihrer Pracht, Noch Hold`res als das
Leben Mir schon in euch
gebracht? Was kann mich kränken,
schmerzen, Wenn Gott mir euch erhä
... weiterlesen


WAS PREIS ICH AM HÖCHSTEN IM VATERLAND?

Was preis` ich am höchsten im
Vaterland? Der herrlichen Ströme
blaublitzendes Band? Der Wälder
grüngoldige Schattennacht? Der
mächtigen Dome ehrwürdige Pracht? Die
blühenden S
... weiterlesen


WEISST DU, WAS DAS BESTE IST?

Weisst Du, was das Beste ist? Dass Du
auch mein im Sommer bist, Herzliebes
Weib in Treuen! Dass sommerlang mir
lacht Dein Mund, Dein Blick aus warmem
Herzensgrund — Mich kö
... weiterlesen


WALDGENESEN

Weite, stille, dunkle Gründe, Tiefe
Waldeseinsamkeit; Fern ob blauem
Thalgewinde Sonn`ge Lande still und
weit. In der Tiefe
Wipfelrauschen, Falkenschrei in blauer
Luf
... weiterlesen


BETTLER-GABE

Wie arm und kahl dehnt sich die öde
Höhe, Kein Baum, kein Strauch, kein
Halm soweit ich sehe! Doch wie ich
sinnend über ihren Rücken Hinab ins
altersgraue Städtlein schreite, Un
... weiterlesen


HEIMWEH IM HOCHGEBIRGE

Wo ich verhüllt von Nebelfloren An
jähen Tiefen schwindelnd schritt, Auf
kahlem Hochgrat, pfadverloren, Um jeden
Fussbreit Leben stritt, Im Grunde
hört` des Bergstroms Bra
... weiterlesen


DER BLÜHENDE ROTHDORN

Wohl nie mein flüchtig Auge
streifte, Wie oft es hier
vorüberschweifte, Den Dornstrauch ohne
Schmuck und Zier, Doch heut` an seinem
Ehrentage Erscheint er wohl im ganzen
Haage
... weiterlesen


MAHNUNG

Wollte, über diese Erde
schreitend, Jeder auch nur einen
Fruchtbaum pflanzen, Eine Blume, einen
Duftstrauch liegen, Wäre längst ein
Paradies die Erde, Blühte um uns Edens
Garten
... weiterlesen


WILLKOMMEN DEM KAISER

Zum Einzug in Berlin, am 5. Dezember
1878. Willkommen daheim, mein Kaiser
und Held. Willkommen am festlichen
Herde! Nicht kehrst Du ein Sieger vom
blutigen Feld, Nicht vom Ka
... weiterlesen


ANBETUNG

Zum Staube vor dem Glanz der
Sonne Sinkst Du verhüllten
Angesichts, Du aber ahnst in höh`rer
Wonne Den Flammenurquell alles
Lichts. Du dünkst dich vor den
geistig Niedern
... weiterlesen


LEIPZIGS FESTGRUSS

ZUM VIII. DEUTSCHEN BUNDESSCHIESSEN
1884. Alt-Leipzig grüsst! Wie
schmuck im Blüthenglanz Schwingt es
heut` jubelnd seine Feststandarte! Ja
eine Rose war im Städtekranz, E
... weiterlesen


NACHTGEBET

Zum Wirbel deiner
Sternenheere Aufhorchend lausche ich
empor, Und wie das Brausen ferner
Meere Schwillt es heran zu meinem
Ohr. Ein einsam` weltverschlagner
Rufer, Des
... weiterlesen


ROSENKNOSPE

`Der Gott der Blüthen ist das
Licht.` Die Knospe wollt` ich
brechen In später Abendstund, Mir
war, ich hörte sprechen Den
halberschloss`nen Mund: `O lass im
... weiterlesen


SCHLOSSVOGTS TÖCHTERLEIN

`Es blühen die Veilchen am Burgwall im
Gras, Es glühen die Rosen — O wären
sie blass! O schlänge das Herbstlaub
in prangendem Flor Die Scharlachgewinde
um Erker und Thor!
... weiterlesen