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Gedichte - Justinus Kerner


An die Prinzessin Marie von Württemberg

(Am 30. Oktober 1833, dem Tage ihrer
Geburt.) Du Lichtbild, das, wenn`s
einmal nur erscheint, Im Herzen
anfacht, selbst im welken, kalten, Das
man für Lust und Schmerz erstorben me
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An dieselbe

(Am Tage ihrer Geburt, den 30. Oktober
1835.) O Winzerlied! wie bist du bald
verklungen! Es trägt die Traube und
den Schnee die Rebe,1 Der Vogel hat
sein letztes Lied gesungen.
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An dieselbe

(Am Tage ihrer Geburt, den 30. Oktober
1842.) Daß ich Dir in Versen
schreibe, Ist, um Dir zu zeigen
nur, Wie ich bis zum Tode bleibe Dein
getreuer Troubadour.
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An dieselbe

(Am Tage ihrer Geburt, den 30. Oktober
1843.) O wär` ich wie Dein schöner
Garten, Der selbst beim Eise Rosen
trägt, Draus einen Strauß von hundert
Arten Dir in die lieben
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An dieselbe

(Bei Übersendung der vierten Auflage
der »Seherin von Prevorst«, im
Oktober 1846.) Hier kommt das Buch
vom Markte schwer verhöhnt, Zum
dritten Male durch den Markt gedrungen.
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An dieselbe

(Im Frühjahr des Jahres
1839.) Plötzlich tönen meine
Saiten, Wie von Schmerz und Lust
bewegt, Schmerz, daß Deiner Schwester
Scheiden Schwer sich mir ans Herz
gelegt,
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Der Bürgerwall

(Im Jahre 1817.) Rittertum kann
nimmer heißen Sichrer Wall ums
Königshaus, Seit ihr Kleid von Stahl
und Eisen Zogen alle Ritter
aus. Seit sie tragen mit Beha
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Aus Lichtenthal

(Im Sommer 1843.) Frag` nicht, warum
war deine Wahl Das ferngelegne
Lichtenthal, Statt Badens stolzer
Quelle? Fliehst du nicht gern ins
Mondenlicht, Mein Freund! wenn
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Sterbeszene

(Nach der Natur.) Es liegt ein Kind
im Todeskampf, Die Stirn bedeckt vom
Schweiß, dem kalten, Es richtet auf
sich wie im Krampf, Will noch die
Händlein betend falten.
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Pfarrer Sauls Gesicht

(Nach einer wahren Begebenheit.)
Saul schuf sich Himmel, schuf sich
Gott Nach eignem bunten Dichten, Die
Wunden Jesu sind ihm Spott, Ihm
kindische Geschichten; »Das
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An Ludwig Uhland

(Nach Empfang seines Schauspieles:
Herzog Ernst.) Treibt auch für
jetzt der Menschen Treiben Mich dahin
und dich dort hinaus, Muß ich doch
immer bei dir bleiben, Ist ja de
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In der Moritzkapelle zu Nürnberg, dem Bildersaale

(Nr. 140. Bildnis einer unbekannten Frau
in schwarzer Kleidung, von Hans
Grimmer.) Mein heiliger
Mauritius! So oft in deiner Kirche
Mauern Von einem Bild ich scheiden
muß,
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Herbstjubel

(Zur Zeit der Cholera.) Ich kam in
jüngster Mondennacht In eines
Kirchhofs Mauern, Kein Schläfer unterm
Hügel wacht, Ringsum herrscht Tod und
Schauern. Doc
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Memento mori!

1. Jedweder trägt in sich den
Tod, Wenn`s außen noch so gleißt und
lacht, Heut wandelst du im
Morgenrot Und morgen in der Schatten
Nacht. Was klammerst du
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Höllenbilder - I.

1. Geister aus noch tiefrer
Nacht Hat das Tintenfaß gebracht, Als
den Satz ich umgerührt. Niemals hätt`
ich den berührt, Hätt` ich eher schon
erfahren, Wie
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Herz und Auge

1. Herz! – wie bist du
inniglich Mit dem Auge doch
verbunden! Schlägt die Welt dir
blut`ge Wunden, Zeigt im Aug` die
Träne sich. Aber wird dir Wonne,
Herz!
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Totenopfer - I.

1. Frisch aufgeblühet stand die Heimat
wieder, Versöhnt dich lieben
Flüchtling zu empfangen, Aus dunklem
Grün mondhelle Blüten drangen, Den
Vögeln wuchs ein farbig neu Gefieder
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Höllenbilder - XII.

11. Als ich ob`ges schrieb: »Brum!
brum!« Tönt` es um mein Ohr
herum. Teuflische
Nachtschmetterlinge, Schwarz, umflogen
mich im Ringe; Aber in mein rechtes Ohr
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Hadesbilder - XVII.

17. Auf einer Kanzel läßt sich
nieder Jedwede Nacht der schwarze
Geist, Leis betet er, dann lauter
wieder, Auch weint dabei er
allermeist. Wer der wohl ist, wer der
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Höllenbilder - II.

2.

Wie im Leben einst, dem hellen,
So in schwarzen Höllenspalten
Sind und bleiben sie die alten,
Nicht zu bessernden Gesellen.
Totenopfer - II.

2. Du teurer Bruder! der durchs
steilste Leben Kraftvoll, ein Wandrer
ohne Stab, gegangen! O könnt` auch ich
die Herberg` bald erlangen, Die dir der
Tod, der letzte Wirt, gegeben!
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Episteln - II.

2. Sage mir, mein liebes Mädchen: Was
bedeutet dieser Traum? Vor dem
Fenster meiner Zelle Steht halbwelk ein
Rosmarin. Träumte mir: es sei aus ihm
heut Schnel
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Höllenbilder - III.

3. Hier stieg herauf der Falschheit
Bild, Du, die dem Höllenpfuhl
entsprossen, Wär` noch mein Tintenfaß
gefüllt, Ich hätt` mit Tint` dich
übergossen. Du gift`ge,
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Episteln - III.

3. Blick` aus deinem Fenster,
Liebe! Schaue über die blauen
Berge: Denn dort will ich an den
Himmel Dir ein licht` Gemälde
malen. Steigen aus der Näh` und
Ferne
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Totenopfer - III.

3. Du strebtest oft, ein herzlich Kind,
mit Tränen, Zurück zur süßen
Heimat, zu den Lieben, Die fern im
Kampf und Sturm dich mußten
wähnen, Indessen sie im sichern Port
geblieb
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Höllenbilder - IV.

4. Du teuflische Fratze, Halb Mensch
und halb Katze! Was willst du von
mir? Ich klecksographier` Nicht Ritter
vom Besen, Das bist du gewesen, Zum
Teufel
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Episteln - IV.

4. Bin ich wie ein Kind, das seine
Mutter Erst verloren, weinend in der
Nacht steht: Sieh! so bin ich, seit ich
fern gezogen. Stund im Traum` ich
heut auf unserm Berge,
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Höllenbilder - V.

5. Was dieser Kobold einstens
war, Das ist nur mir geworden
klar. Der eine sagt: »Ein
Aktuar, Bekannter Schlemmer und
Bocksreiter.« Der ander, der sich
denkt geschei
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Episteln - V.

5. Nicht im Tale der süßen
Heimat, Beim Gemurmel der Silberquelle
– Bleich getragen aus dem
Schlachtfeld Denk` ich dein, du süßes
Leben! All die Freunde sind gef
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Höllenbilder - VI.

6. Dies ganz teuflische
Gesicht, (Glaubt es, oder glaubt es
nicht,) Eine Amme ist`s
gewesen, Wohlgeübet auf dem
Besen, Manches Kind verhexte sie, Daß
es zappe
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Episteln - VI.

6. Anna Komm, Bräut`gam! kommt, ihr
Gäste! Schon steht im
Hochzeitkleid Die bleiche Braut
bereit, Erwartend euch zum
Feste. Herbei! herbei! zum Tanz
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Höllenbilder - VIII.

7. Hier das Kind kam, das die
Hexe Hat gesäugt und dann
verhext, Einzig nur drei
Tintenkleckse Haben dieses Kind
gekleckst. Doch man sieht schon ohne
Luppe, Da
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Höllenbilder - VIII.

8. Daß ich ein Paar auch aus dem
Hexenkluppe, Die Amm` und die von ihr
verhexte Puppe, Klecksographierte ohne
Rücksicht dreist, Das hat empöret
eine ganze Gruppe Be
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Hadesbilder - VIII.

8. Eine Geistin ist dieses, die im
Leben einst ganz Einzig gelebt hat für
Spiel und für Tanz; Sie hatte kein
Herz, hat auch keins gekannt Als das
Herz auf der Karte, Coeur
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Höllenbilder - IX.

9. Als ich mit Druckerschwärze heut
klecksographiert`, Wozu mich nur der
Teufel hat verführt, Kam dieses
Skandalum heraufspaziert. Nicht weiß
ich, wer der ist, noch wer de
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Ein Spruch

Alle Schlösser, alle Schließen
An der Menschen Händ` und Füßen
Können herzlich mich verdrießen;
Ein Schloß nur aus Herzensgrund
Lob` ich – das am Menschenmund.
Vorgefühl

Als in mir noch Lust und Hoffen, Mußt`
ich singen doch von Gram, War mir oft,
als hätt` getroffen Mich das Leid, das
später kam. Herz! du hast es
vorempfunden, Weil
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Im Winter

Als meine Freunde, Die Bäume, noch
blühten, Rosen und Feuer- Lilien
glühten, Waren die Menschen All mir
bekannt, War mir die Erde Lieb und
verwandt. Je
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An die Wanduhr

Alte Uhr! dein Zeiger geht Wohl noch
richtig seine Bahn, Doch dein
Schlagwerk stillesteht, Schlägt nicht
mehr die Stunden an. Alte Uhr! dich
hat die Zeit So wie mich
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Vom morschen Baume

Alter und gebrochner Baum, Wirst dich
bald zur Erde neigen! Ach! es ist mir
wie ein Traum, Daß du standest reich
an Zweigen, Daß ertönte manches
Lied Noch aus deine
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Alter und Winter

Alter und Winter, Herbheit der Natur! O
daß man auch im Kampf der
Elemente Noch duftend wie die Blume
sterben könnte! Doch ach! man stirbt
nicht, man vertrocknet nur. Und s
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Zuversicht

Am 6. März 1844. Zur Zeit einer
schweren Krankheit des
Königs. Vergesset nicht, warum so
früh Sie unsern Augen ist
entschwunden, – Auf daß zum
Schutzgeist werde sie Dem
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An Peter Brukmann

Am Tage seiner Geburt. Silbertöne
hört` ich klingen, Noch vom Schlafe
nicht erwacht, Sah, wie Mondlicht,
durch die Nacht Zarte Lichtgestalten
dringen. Und e
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Hohenstaufen

An Conz. Es steht in stiller
Dämmerung Der alte Fels, öd und
beraubt; Nachtvogel kreist in trägem
Schwung Wehklagend um sein moosig
Haupt. Doch wie der Mond
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Widmung

An die Frauen. Die kleinen Lieder
weih` ich euch, ihr Lieben! O laßt sie
gern zu euren Herzen gehn! Das Herz,
das Herz allein, kann sie
verstehn, Dieweil sie einzig nur das
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Der bange Traum

An Kreh. Von wilden Meereswogen Sah
ich uns fortgezogen, Bei Nacht im
Traume bang. Das Meer hieß: Meer der
Mängel, Zwei Kinder, lieb wie
Engel, Dein Vaterarm
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Kein Geburtstag

An Sie. Wann du geboren, weiß ich
nicht, Will`s wissen nicht, wenn ich`s
auch fände, Sei mir ein Kreis, ein
ew`ges Licht, Wie ohne Anfang, so ohn`
Ende! 339.
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Episteln - I.

Andreas an Anna. 1. Liebes
Mädchen! sahst du nicht, wie
gestern Ich auf hohem Berge lang
gelegen, Blickend auf das weiße Kreuz
im Tale, Das die Flügel deines Fenst
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Denkmale - Kepler

Arm, preisgegeben jeglicher
Beschwerde, Vom undankbaren Heimatland
vertrieben, Sah er empor von dieser
kalten Erde Und lernte recht die warmen
Sonnen lieben. Der Erd` entlehntes Lich
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Auf einen Dachs

Armes Tier, im engen Bau Liegest du
verdrossen, Wiesengrün und
Himmelblau Bleibt dir stets
verschlossen. Nur in finstrer
Mitternacht Kommst herausgegangen Sch
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An Lichtenthal

Auf dem Cäcilienberge. Und wieder
hier! – Ist es zum letztenmal? Der
kranken Augen bald erloschner
Strahl Sieht kaum noch deinen blauen
Himmel blinken, O du mir einst so
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Kaiser Rudolfs Ritt zum Grabe

Auf der Burg zu Germersheim, Stark am
Geist, am Leibe schwach, Sitzt der
greise Kaiser Rudolf, Spielend das
gewohnte Schach. Und er spricht:
»Ihr guten Meister! Ärzt
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Der Mutter Grab

Auf der Mutter Grabeshügel Steht der
Vater mit den Kleinen, Rosen und
Vergißmeinnichte Blühn schon über
den Gebeinen. Und das Jüngste nimmt
ein Hölzlein, Bohrt es in des
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Der Pilger

Auf dürrer Heide geht Ein armer
Wandersmann, Kein kühlend Lüftchen
weht, Das ihn erquicken kann. Er
schaut landein, landaus, Horcht, keine
Quelle fließt, Bl
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Die vier wahnsinnigen Brüder

Ausgetrocknet zu Gerippen Sitzen in des
Wahnsinns Haus Vier; – von ihren
bleichen Lippen Gehet keine Rede
aus; Sitzen starr sich
gegenüber, Blickend immer hohler,
trüber.
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Dauernder Eindruck

Bald mir schwand, als du gegangen, Aus
dem Sinn dein Angesicht; Ob du bleich,
ob rot von Wangen, Wie dein Wuchs? ich
weiß es nicht. Aber auf dem Grund,
dem trüben, I
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Der Rosenstrauch

Bei Winters Frost in Kluft und
Wald Sich Kaiser Karl verloren, Die
Diener treu, die liegen bald Rings um
den Herrn erfroren. Er knieet hin auf
kalten Stein, Legt ab di
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An ***

Bei Übersendung der Geschichte der
Seherin von Prevorst. Ein Buch,
verworfen von des Markts
Gewimmel, Weil`s jenen, die hier niedre
Lust entzündet, Erstirbt die Hülle,
keinen St
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Prognostikon

Bin ich eine Leiche kalt, Werden sie
wohl um mich klagen Bis zum Grabe, und
dann bald Nach dem lauten Markte
fragen. Diese Lieder sind zu
klein, Sind zu schwach, zu le
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Maria

Da sitzet sie, mit andern Blumen
spielend, Knospe der Rose, Noch nicht
den Strahl der Gottheit in sich
fühlend, Der bald des Himmels Füll`
ihr weckt im Schoße, Doch ahnt es
schon
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Das Sängerglas

Das Glas, aus dem der Sänger
trinket, Sei ein lichtheller
Bergkristall, Ein Glas, das tönt und
sonnig blinket; Ganz ein Gefäß aus
Licht und Schall. In Berges Klüften,
wo
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Regen und Tränen

Daß es jüngst geregnet hat, Zeigt der
Tropfe auf dem Blatt, Und wenn naß die
Augen sind, Sieht man, daß geweint ein
Kind. Blatt saugt bald die Tropfen
ein, Bald wi
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Trost im Gesang

Dem Wandrer, dem verschwunden So Sonn`
als Mondenlicht, Der singt ein Lied ins
Dunkel Und härmt sich länger
nicht. Er schreitet mutig weiter Die
menschenleere Bahn, V
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Sommerabend auf Kloster Lorch,

der Grabstätte des Hohenstaufischen
Herzog- und Kaiserhauses Nach mildem
Abendregen Die Lüfte kühlend
wehn; Des Landes reicher Segen Dampft
auf zu blauen Höhn. Duf
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Dem jungen Architekten

Der Maßstab ruht, es ruht das Eisen In
deiner Hand, der Pinsel ruht, Die du in
alter Meister Weisen Geführet schon
als junges Blut. Dein warmes Herz hat
ausgeschlagen,
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Totenopfer für Karl Gangloff 1

Der Menschheit Seufzer schweigen, Von
Flöten und süßen Geigen Ertönt ein
muntrer Chor, In freien
Laubgewinden Sich wieder Sänger
finden, Die singen wie zuvor.
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Morgengefühl

Der Morgenröte Schein Den neuen Tag
verkündet, Es steht der junge
Hain Von Liebesglut entzündet. Die
Sterne, Wanderns satt, Sind längst
hinabgestiegen, Die
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Szene aus Wien im Jahre 1831

Der Tod kalt durch die Erde geht, Die
Ähren und die Saat er mäht, Der
Bleiche schreitet nimmersatt Durchs
Ungerland zur Kaiserstadt. – O
Toter! wie bist du allein!
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Vogellied

Der Vogel pflegt wohl auf dem
Blatt Sein kleines Lied zu
singen, Doch nie er`s aufgeschrieben
hat Mit Federn aus den
Schwingen; Wie`s aus der Kehle kommt,
verhallt`s, Er sagt
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Treue

Die Erde ist nur fröhlich, Wann froh
der Himmel blickt, Schnell dann mit
bunten Blumen Sie Haupt und Busen
schmückt; Dann tönt aus ihrem
Munde So mancher Wonnelaut;
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Lob der Spindel

Die Faust des Mannes zieret Ein blank
geschliffen Schwert, Das er in Treue
führet, Wo es das Recht
begehrt. Sank er auf blut`ger
Heide, Den Ring, den Edelstein,
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Letztes

Die kleinen Lieder, die dem
Herzen Entspringen mit dem
Tränenquell, Sterne der Tränen mild
und hell, Geben noch Lindrung meinen
Schmerzen, Schimmern durch meine
Nächte hell.
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Die schwäbischen Sänger. An Goethe.

Die Nachtigall im frischen Hain Singt
wohl gar schöne Weisen, Doch ist der
Vogel nicht allein Ob solcher Kunst zu
preisen. Kein König ist im freien
Wald, Wo bunt ringsum Ges
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An Katharinas Töchter,

die Prinzessinnen Marie und Sophie von
Württemberg Mit in Schwarz
ausgeschnittenen Blumen. Die Sage
geht, ich kann`s euch nicht
verbergen, Daß man in jenem Haus, dem
stillen, kle
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Der tote Müller

Die Sterne überm Tale stehn, Das
Mühlrad nur man höret, Zum kranken
Müller muß ich gehn, Er hat den
Freund begehret. Ich steig` hinab den
Felsenstein, Es donnert
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Wanderer

Die Straßen, die ich gehe, So oft ich
um mich sehe, Sie bleiben fremd doch
mir. Herberg`, wo ich möcht`
weilen, Ich kann sie nicht
ereilen, Weit, weit ist sie von hier.
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Frühlingsklage

Die Sänger frei sich schwingen Aus
diesem Tränental, Fröhlich im
Sonnenstrahl Ein helles Lied zu
singen. Ich blick` empor mit
Sehnen, Befangen schlägt das
Herz, Mei
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Der Seherin Erscheinen

Dort droben im Gebirge, wo rauh der
Nordwind weht, Von reinem Schnee
bedecket, ihr stiller Hügel steht. In
üpp`ger Kräuterfülle, bei warmem
Sonnenschein, Da legten sie die Hülle,
die l
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Der Wanderer in der Sägmühle

Dort unten in der Mühle Saß ich in
süßer Ruh` Und sah dem
Räderspiele Und sah den Wassern
zu. Sah zu der blanken Säge, Es war
mir wie ein Traum, Die bahnt
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Die drei Nächte

Drei Nächte sind es, die mich
plagen. Und wer die sind, will ich dir
sagen. Der Himmel ohne
Himmelblau, Das Auge krank, umschleiert
grau, Tief innen finstrer Gram und
Reu`,
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Stille Tränen

Du bist vom Schlaf erstanden Und
wandelst durch die Au, Da liegt ob
allen Landen Der Himmel
wunderblau. Solang du ohne
Sorgen Geschlummert schmerzenlos, Der
Him
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An das Trinkglas eines verstorbenen Freundes

Du herrlich Glas, nun stehst du
leer, Glas, das er oft mit Lust
gehoben; Die Spinne hat rings um dich
her Indes den düstern Flor
gewoben. Jetzt sollst du mir
gefüllet sein
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Frühlingskur

Du junges Grün, du frisches Gras! Wie
manches Herz durch dich genas, Das von
des Winters Schnee erkrankt, – O wie
mein Herz nach dir verlangt! Schon
brichst du aus der Erd
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Der Dulderin

Du legtest einst in deines Herzens
Schrein (Indessen Dornen dir das Haupt
umschlangen, Die du vom Engel deiner
Wieg` empfangen,) Kleinodien gar viele
still hinein. Du mochtest sie de
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Im Mondlicht

Du Mond, dem Tau und Quelle Im Innern
ganz gebricht, Vertrockneter
Geselle! Gern weckst du
Menschentränen, Saugst sie mit deinem
Licht. Von mir kannst du nichts sauge
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Das Kalb

Du Tier, im dunklen Stall geboren, Eh`
du des Lebens recht bewußt, Greift
dich ein Schlächter bei den Ohren Und
reißt dich von der Mutterbrust. Dein
großes Auge, fromm un
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An eine zur Weihnachtszeit geborene Freundin

Eh` der Heiland uns
erschienen, Schwebten Engel
erdenwärts, An der Krippe ihm zu
dienen, Lindernd ihm der Erde
Schmerz. Weil auch du zur Welt
gekommen Kurz vor jenem
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Alphorn

Ein Alphorn hör` ich schallen, Das
mich von hinnen ruft, Tönt es aus
wald`gen Hallen? Tönt es aus blauer
Luft? Tönt es von Bergeshöhe, Aus
blumenreichem Tal? Wo ic
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Der Kinder Angebinde

Ein Band wir, Mutter! bringen, Das
reichet Liebe dar, Das soll dich fest
umschlingen Am Tag, der dich
gebar. Von Gold ist`s keine
Kette, Kein Stoff aus fremdem Land,
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Der Ring

Ein fremder Kavalier Stieg ab vom
schwarzen Roß, Trat in den
Königssaal Mit andern Herren
groß. Derselbe Kavalier Trug einen
Edelstein, Wie man noch keinen s
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Mein Kristallglas. An Nikolaus Lenau.

Ein Glas, das ist mein Lieben; Schon
sind es zehen Jahr, Daß es mir treu
geblieben Voll Scharten, dennoch
klar: Viel Risse, Ehrenzeichen, Die
Fahne zeigt im Wind, Deb
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Dauer des Herzens

Ein Saumtier träget still Und sanft
die Zentnerlast, Wohin der Treiber
will, Begehrend keine Rast. Ein
Wagen rollt daher, Die Schildkröt` ihm
nicht weicht, Un
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Kein Schwanenlied

Ein Vogel singt im Sonnenschein, Ein
anderer im Regen singet, Ein dritter
schifft verstummt allein, Und nur der
Tod ein Lied ihm bringet. Kaum hab`
ich je im Sonnenschein,
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Gefangenschaft

Endlos blauer Himmel, senktest du in
mich nur einen Strahl! Doch es bleibt
mein Herz verschlossen, ach! von
Schlössern ohne Zahl! Und in dieses
Herz versenket bin ich wie in einen
Schacht,
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Des Landschaftsmaler Karl Dörrs Tod

Er, der in mondbestrahlten
Bildern Natur in ihrem Liebesreiz So
klar, so wahr gewußt zu schildern, Der
aussah wie ein Sohn der Schweiz, Lag
nächtlich einst in stiller Kamme
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Er und Sie

Er. Seh` ich in das stille Tal, Wo
im Sonnenscheine Blumen prangen ohne
Zahl, Blick` ich nur auf eine. Ach! es
blickt ihr Auge blau Jetzt auch auf die
Auen;
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Gespräch

Erster. Widrig ist mir fürwahr, was
schön tönt, ohne zu nützen. Triebe
des Hirten Gesang nur eine Mühle des
Tals! Zweiter. Widrig ist mir
fürwahr der
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Metall und Glas

Es ist ein Mann von Eisen Ein anderer
von Glas, Die wollen sich
befleißen, Einander zu
unterweisen, Probieren dies und
das. Aus seiner Ledertasche Zieht
der me
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In der Sturmnacht

Es kommt mein Freund, schon hör` ich
laut ihn singen, Der Sturmwind ist es,
der mit mächt`gen Schwingen Hinfähret
durch die finstre Mitternacht, Sein
Lied hat mich aus trägem Schlaf geb
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Sankt Alban

Es steht dem Land zum Gruße Ein Kreuz
auf Bergeshöh`, Leis wallt an seinem
Fuße Ein himmelblauer See. Viel
duft`ge Kräuter blühen An dieses
Wassers Rand, Viel from
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Auf der Schloßruine zu Heidelberg

Es steht in alten Schloßruinen, Halb
Trümmer, Themis` Steinbild noch, Ich
sah es, wie ein Stern geschienen Durch
der zerrißnen Wage Loch. Da dacht`
ich: ist auch hier zert
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Unter ein lithographiertes Bild von mir

Es treibt Natur mit nichts so viel Als
mit dem Menschenbild ihr Spiel; Wenn
man ein Laub, ein Brot
zerbricht, Entsteht ein
Menschenangesicht, Und manche
Kürbispflanze trug Au
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Im Walde

Es tönt der Bach wie klagend Dem
Wandersmanne sagend: In mir auch wohnt
ein Leid. Es rauschen drein die
Bäume, Erzählen ihre Träume Der
grünen Einsamkeit.
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Der lustige Geiger

Es war ein Spielmann zu Weinsberg, Der
lustige Peter genannt, Er spielte die
Geige, das Hackbrett Und hinkte
benebelt durchs Land. Es war in der
Fastnacht zu Weinsberg,
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Der Wassermann

Es war in des Maien mildem Glanz, Da
hielten die Jungfern von Tübingen
Tanz. Sie tanzten und tanzten wohl
allzumal Um eine Linde im grünen
Tal. Ein fremder Jünglin
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Eine Fabel

Frühling war`s im Land geworden Und
der Winter ward vertagt. Ohne daß den
Herrenorden Gott noch lange drum
befragt. Jenen packt des Zorn und
Trauer, Und er ruft: »D
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Herzenslast

Fühlt seines Bündels Drücken Der
müde Wandersmann, Schnallt er die Last
vom Rücken, Sucht, wo er ruhen
kann. Den Rock zieht er
herunter, Deucht er ihm allzu schwe
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Abschied

Geh` ich einsam durch die schwarzen
Gassen, Schweigt die Stadt, als wär`
sie unbewohnt, Aus der Ferne rauschen
nur die Wasser, Und am Himmel zieht der
bleiche Mond. Bleib` i
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Gram des Wissens

Geh` ich hinaus ins Freie, Wo still die
Blume blüht, Und wo durch Äthers
Bläue Der Vogel singend zieht, Wo
Fischlein in dem Spiegel Der Quelle
wonnig tut Und
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Ärztliche Runde

Geh` ich in der Mitternacht Durch der
Häuser enge Reihn Hin, wo noch ein
Kranker wacht Bei der Lampe mattem
Schein, Blick` ich an die Fenster
oft, Hinter denen frucht
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Auf Franz Kochs Spiel auf der Maultrommel,

genannt die Mundharmonika. Wer gab
ihm dieses Zaubereisen? Wer weihet
seinen ird`schen Mund? Horcht! das sind
ja des Himmels Weisen! Mit Geistern
steht der Mensch im Bund.
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Gott schickt am End uns Leiden

Gott schickt am End` uns Leiden, Auf
daß uns diese Welt, Wenn wir nun von
ihr scheiden, Nicht mehr so mächtig
hält. Die Mutter legt den
Brüsten Am End` was Bittres
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Das treue Roß

Graf Turneck kam nach hartem
Strauß Bei Nacht wohl vor ein
Gotteshaus. Das Haus, das lag im
Walde tief, In seiner Gruft ein König
schlief. Hier auszuruhn gedenkt de
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Blinde Liebe

Heda! wer klopft da draußen So spät
noch in der Nacht? »Almosen einem
Blinden, Den Liebe blind
gemacht!« Wer blind ist, geht
geführet, Nicht so in Nacht allein!
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Die Stiftung des Klosters Hirsau

Helicena eine Witwe war, Reich, fromm
vor andern Frauen, Sie strebte
brünstig, ganz und gar Sich Jesum
anzutrauen. Drum warf sie oft sich auf
die Knie, Er möcht` ihr offenba
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Die heilige Regiswind von Laufen

Herr Ritter Ernst, der war ergrimmt zu
einer bösen Stund`, Er schlug die
falsche Dienerin mit seinen Fäusten
wund; Er schlug die falsche Dienerin,
er stieß sie mit dem Fuß: »Herr
Ritte
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Ermunterung

Herz! ging ein Glück dir unter, Werd`
nicht durch Gram zum Spott. Auf raffe
dich nur munter! Noch lebt der alte
Gott. Hab` dir`s schon oft
gesungen, Sang dir`s noch n
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Gruß an Lichtenthal

Hier bin ich wieder! sei gegrüßet Zum
zweitenmal, mein lichtes Tal, Sieh!
deine Klarheit, deinen Frieden Verglich
ich einst dem Mondenstrahl. Wo aus
der Waldnacht rauscht d
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Versperrte Aussicht

Himmel! Himmel! welchen Graus Seh` ich
durch die Fensterscheiben! Einer baut
mir vor das Haus Und ich wollte frei
doch bleiben. Alter! laß nur
immerzu Licht und Luft
... weiterlesen


Glut des Herzens

Himmel, so der Tränen
viel Niederschickt in
Regenfluten, Sind entsprungen sie auch
Gluten? Wann du weinest, bist ja
kühl. Anders ist der Wandrer,
der Stumm in seinen
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Im Herbste

Hoch von Bergen tönt zu Tal Freudenruf
und Jubellied: Sei gegrüßt, du
heil`ger Strahl, Der auch unsern Berg
durchglüht. Längs des Neckars,
längs des Rheins Töne
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Guter Rat

Hält, Armer, dich gefangen noch Des
Erdentreibens Lust, So drücke, dich zu
retten, doch Dein Kindlein an die
Brust; Blick` ihm ins Auge
unverwandt, Tief in den sel`g
... weiterlesen


Über das in Metall geprägte Bild Katharinas

Hängt als süßes Angebinde, Hänget
als der Tugend Schild, Schwabens
Frauen! eurem Kinde An das Herz dies
edle Bild. Sagt ihm, wer sie ist
gewesen, Wie gesegnet sie
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Die Mitternachtglocke

Hörest du die Glocke schallen? Ach!
kein Zephir rühret sie! Nur der Schlag
des schweren Hammers Lockt aus ihr die
Harmonie. Einer Glocke zu
vergleichen Ist des Säng
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Alte Laute

Hörst du den Vogel singen? Siehst du
den Blütenbaum? Herz! kann dich das
nicht bringen Aus deinem bangen
Traum? Was hör` ich? alte
Laute Wehmüt`ger Jünglingsbrust
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Klosterfräulein

Ich armes Klosterfräulein! O Mutter!
was hast du gemacht! Lenz ging am
Gitter vorüber, Hat mir kein Blümlein
gebracht. Ach, wie weit, weit dort
unten Zwei Schäflei
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Kurzes Erwachen

Ich bin im Mai gegangen Und hab` es
nicht gewußt, Also von Schmerz
befangen War die erkrankte
Brust. Ein Vogel hat gesungen Im
jungbelaubten Wald, Da ist ins H
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Geisterzug

Ich geh` in düstrer Nacht
allein Durchs tiefe, tiefe Tal, Die
Mühle schweigt, es ruht ihr
Stein. Herz! könnt`st du ruhn
einmal! Der Himmel ist so
sternenleer! So ö
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An Maria Kreh

Ich habe dich gesehen, Ein herzlich`s
Kind, so treu, so gut, Ein warmes Herz,
ein muntres Blut, Wie`s Vöglein in den
Höhen. Ich habe dich gesehen, Bild
der Geduld im
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Der Pilger

Ich hing mit heißer Liebe An einem
ird`schen Bild, Das, ach! mit eitlem
Triebe Das schwache Herz erfüllt; Es
schwand des Lebens Frieden, Und matt
blieb ich hienieden.
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Ständchen

Ich kam vor Liebchens Fensterlein, Tät
viele Stunden stehen, Ob nicht im
milden Abendschein Die Liebe wär` zu
sehen. Was fühlt dies Herz? So Lust
als Weh, Sie kömm
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Täuschung

Ich lag im Schlaf in Träumen, In
stiller Mitternacht, Wohl unter
Blütenbäumen In sonnenheller
Pracht; Erwacht, sah ich in
Trauer Entlaubte Bäume nur, Und d
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Denkmale - Frischlin

Ihn schlossen sie in starre Felsen
ein, Ihn, dem zu eng der Erde weite
Lande. Doch er, voll Kraft, zerbrach
den Felsenstein Und ließ sich abwärts
am unsichern Bande. Da fanden sie
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Denkmale - Schubart

Ihn stießen sie aus frischen
Lebensgärten In dunkle, modernde
Gewölbe nieder, Mit Ketten seine
Hände sie beschwerten: Da stiegen
Heil`ge liebend zu ihm nieder Und
wurden fortan F
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Ein Lied

Im Faß singt mannigfaltig Der Geist
des jungen Weins. Herzblut! du tobst
gewaltig, Doch ist dein Lied nur
eins. Es liegt ein Reif von
Eisen Ums Faß, zur sichern Hut,
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Die schwerste Pein

Im Feuer zu verbrennen, Ist eine
schwere Pein, Doch kann ich eine
nennen, Die schmerzlicher mag
sein. Die Pein ist`s, das
Verderben, Das Los, so manchem fällt:
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Sechzig Jahre

Immer wird mir todesbang, Wenn ich
überschlag`, Daß ich sechzig Jahre
lang Meine Nase trag`. Daß schon
sechzig Jahre lang Blut durchs Herz mir
fließt, Und d
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St. Walderichs Kapelle zu Murrhardt

In alter Burg auf wolk`ger Höh` Der
fromme Kaiser Ludwig saß, Er trug im
Herzen manches Weh, Vom Schmerz er
nimmermehr genas. Wohl sang durch
Waldes Einsamkeit Mit s
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Auf die Anwesenheit des Herzogs von Braunschweig

in Braunschweig im Jahre 1809 Könnt`
ich, dem Adler gleich, ins Firmament
mich schwingen, Fröhlich und frei, ein
Gott, ins blaue Weltall singen, Trät`
ich, bespritzt mit Blut, ei
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Rückkehr

In dem Tal, wo Burgen hangen An manch
wald`ger Bergeswand, Wo du oft als Kind
gegangen Sorglos an der Unschuld
Hand, Ging ich jüngst verlassen,
Liebe! Einsam und entf
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Um Mitternacht

In der Mitternacht allein Lieg` ich
wach in Finsternissen, Doch durch
diesen Leib zerrissen Schau` ich
überird`schen Schein. Ja! wie aus
des Kerkers Nacht Einer schau
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Der Einsame

In des Waldes Einsamkeit Flieh` ich
gern zu Baum und Kraut Tief hinein, wo
weit und breit Mich kein Menschenauge
schaut. Gehet auch ein Reh zum
Born, Kann mich das bek
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Ruhe bei Ihr

In diesen bangen Tagen Was kann man
Beßres tun, Als, jeder Sorg`
entschlagen, An treuem Herzen
ruhn? Ja, komm, du Herz voll
Liebe, Du Kind, o süßer Klang! Du
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Alte Heimat

In einem dunklen Tal Lag jüngst ich
träumend nieder, Da sah ich einen
Strahl Von meiner Heimat wieder. Auf
morgenroter Au War Vaters Haus
gelegen; Wie war der
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Des Kindleins Grab

In einer Winternacht träumt` ich den
Traum: Ich stand allein in eines
Kirchhofs Raum, Hell schien der Mond
von blauer Himmelshöh`, Sich spiegelnd
in der Gräber Eis und Schnee, Kei
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Das Lied

In Gram durchschiffet leise Der Schwan
die blaue Flut, Still eines Liedes
Weise In seinem Busen ruht. Er
singt`s nicht in den Tagen Des Leids,
noch so beraubt;
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Gott Dank!

In meinem Garten stehet ein
Baum, Trägt Äpfel so viel, daß man`s
glaubet kaum. Wie herzlich mich diese
erfreuen! Gott schenke der Menge
Gedeihen! Da wehet ein kalter, ein
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Trinklied für den Bund der Jungen und Alten

In meines Hauses Grunde Sitzt ein
geheimer Bund, Den ich in trauter
Stunde Tu` trauten Freunden
kund. Chor. Der Rat aus aller
Munde Ist: tu die Häupte
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Graf Asper

In Waldesdunkel steht ein Bronn Beim
Kloster der weißen Frauen, Der Bronn
viel hundert Klafter tief In Felsen gut
gehauen. Saß auf dem Baum
Waldvögelein, Sank auf d
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Bei des Kronprinzen von Württemberg,

jetzigen Königs, Zurückkunft aus
Frankreich, im Frühling 1815. Was
sollen all die süßen Lieder, Die
rings die junge Erde singt? Es kam der
reiche Frühling wieder,
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Preis der Tanne

Jüngsthin hört` ich, wie die Rebe Mit
der Tanne sprach und schalt: »Stolze!
himmelwärts dich hebe, Dennoch bleibst
du starr und kalt! Spend` auch ich
nur kargen Schatten
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Nächtlicher Besuch

Jäger. Der Tag ist gegangen, Hier
irr` ich allein, Wie graut mir hier
außen! O laß mich
hinein. Schäferin. Hier innen
ist`s dunkel,
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Rätsel

Kennst du den seltsamen Kristall? Er
deutet strahlend himmelwärts, Rund ist
er, wie das blaue All, Und seine Folie
ist das Herz; Es bricht aus ihm ein
heilig Licht, Das ist d
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Auf Eulensteins Spiel auf der Maultrommel in der N

Kommt von Bienen, was ich
höre? Nächtlich schwärmen Bienen
nicht! Ha! nun tönt`s wie
Geisterchöre Harter Sylphen leis und
licht; Lauter jetzt, wie Harfen
klingen, Sanft b
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Stille Liebe

Könnt` ich dich in Liedern
preisen, Säng` ich dir das längste
Lied, Ja, ich würd` in allen
Weisen Dich zu singen nimmer
müd. Doch was immer mich
betrübte, Ist, d
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Gesanges Erwachen

Könnt` ich einmal wieder singen, Wär`
ich wiederum gesund, Aber noch will`s
Herz zerspringen, Und in Trauern
schweigt der Mund. Kaum, daß diese
leise Klage Aus dem
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Verhaltenes Schmerzen

Könnt` ich mit meinem Gram Mich in
mich selbst versenken, An was der Tod
mir nahm, Mit stiller Wehmut
denken! Könnt` in
Waldeinsamkeit Ich ein Einsiedler
fliehen,
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Verjüngung

Könnt` ich wieder mich
verjüngen! Könnt` ich wachsen wie ein
Kind! Jugend! wie bist du
verflogen! Alter, wie kamst du
geschwind! Hab` Geduld, wirst dich
verjüngen!
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Im Grase

Laßt mich im Gras und Blumen
liegen Und schaun dem blauen Himmel
zu: Wie goldne Wolken ihn
durchfliegen, In ihm ein Falke kreist
in Ruh`. Die blaue Stille stört dort
oben
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Der Stephansturm

Lichtvoll die Herde gehet Auf blauer
Himmelshöh`, Einsam der Hirte
stehet Und klagt der Nacht sein
Weh. Also den alten Kummer Singst
du, o Riesengeist! Indes d
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Tod im Mai

Macht`s der Glocken lautes
Hallen? Blüten schneien lind
herab Auf den Sarg, mit dem zum
Grab Sie dort unter Bäumen
wallen. In so lichtem
Frühlingsleben, Wo sich die
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An ein grünes Glas von Duller

Mein grünes Glas, mein
Dullerglas! Wenn nun verwelkt liegt
Blatt und Gras, All Grünes von der
Erde wich, Greif` ich nach dir und
fülle dich. Da schaut aus dem
smaragdnen G
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Das braune Büblein

Mich freute herzlich, herzlich,
traun! So oft ich es gesehen, Stets
springen, niemals gehen, Ein Büblein,
ganz kastanienbraun. Es war so
frisch, so munter, ach! Kam w
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Der schwere Traum

Mir träumt`, ich flög` gar bange Weit
in die Welt hinaus, Zu Straßburg durch
alle Gassen Bis vor Feinsliebchens
Haus. Feinsliebchen ist
betrübet, Als ich so flieg`
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Wanderers Nachtlied

Mit Sturm und Nacht durch fremdes
Land Irr` ich in Einsamkeit; Doch
sing` ich froh durch Berg und Tal, Ich
weiß, mir wird kein Leid. Sie
schützt der Himmel liebevoll,
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Auf der Wanderung

Morgen kommt mit lichtem Gruße Und
Natur beginnt ein Fest, Mancher noch
mit heißem Kusse An das Herz was
Liebes preßt. Aber irre und
verlassen Treibt es mich durch
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Wintergefühl

Möchte von der Erde fliehen, Wann auf
ihr nur Menschen ziehen, Doch erstarrt
ist Baum und Kraut: Wann der Fluß mit
Eis umzogen, Wann der Vogel
fortgeflogen, Schneeumwölkt d
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Unerhörtes Gebet

Möchte von des Himmels Höh` Nur ein
Strahl ins Herz mir kommen, Daß aus
ihm das bange Weh Dieser Erde würd`
entnommen. An dem Kreuze sank ich
hin In des Doms gewei
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Der Magnetvogel

Möcht` ein Magnetvogel werden! Eilends
würd` fliegen ich himmelwärts, Und
was ich liebte auf Erden, Zög` ich
empor zu mir, Herz an Herz. Was mich
gedrückt, bliebe liegen
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An den Grafen Alexander von Württemberg

Nach dem Erscheinen seiner Sturmlieder.
Sturmlieder hast du kühn
gesungen, Sangst, wie der alte Gott mit
Macht Mit Meeresschiffen wild
gerungen, Sie krachend in den Grund g
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An Graf Alexander von Württemberg

Nach Empfang neuer Lieder von ihm.
Sonett. Du ritterlicher Sänger,
treu und bieder, Wie schlägt dein Lied
ans Herz selbst deines Alten, Der schon
im Schildkrötsc
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An einen Freund

Nanntest eine Leidensblume mich in
deiner Liebe, Freund! Fühle nichts von
solcher Blume, doch du hast es gut
gemeint. Aber immer wird mir klarer,
daß ich eine Distel bin, Eine Distel,
üp
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Vorwärts!

Neues Wirken, neues Streben Ist in
Menschenbrust erwacht, Und ein neues
frisches Leben Hebt sich aus der alten
Nacht. »Vorwärts! vorwärts!« hat
geheißen Blüchers
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An die Seherin von Prevorst

Noch liegst du, aber laß mich dein
Schicksal nicht beklagen, Das Auge
Gottes seh` ich durch deine Nächte
tagen, Denn als die Welt da draußen
zerronnen dir in Nacht, Hat sich dir
jene Hel
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Spindelmanns Rezension der Gegend

Näher muß ich jetzt betrachten Diese
Gegend durch das Glas, Sie ist nicht
ganz zu verachten, Nur die Fern` ist
allzu blaß. Jene Burg auf steiler
Höhe Nenn` ich abg
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Arzt und Pferd

O armer Arzt! o armes Pferd! Ihr
fühlet gleiche Wehen. Bis an den Tod
sollt ihr beschwert Allzeit im Trabe
gehen. Doch Pferd! dich läßt man
früher ruhn, Dich stich
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Das Silberhaus am Tegernsee

O du im weißen Zauberhaus Am grünen
Tegernsee, Du bist, ich sag` es frei
heraus, All dieser Wunder Fee. Wie
eine Perle weiß und rein Auftaucht im
grünen Meer,
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Unter dem Fruchtbaum

O Fruchtbaum auf der Aue frei, Wie bist
du zu beneiden! Jedweder Lenz tut dich
aufs neu` Mit Blüten licht
bekleiden! Dem armen Menschen unter
dir Ist andres Los besch
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Sehnsucht

O könnt` ich einmal los Von all dem
Menschentreiben, Natur! in deinem
Schoß Ein herzlich Kind
verbleiben! Mich rief ein Traum so
schwer Aus deinen Mutterarmen,
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Augentrost

O laß es gern geschehen, Daß dir dein
Auge blind! Was willst du denn noch
sehen, Altes, betrognes Kind? Willst
du den Lenz erzwingen Durch
buntgefärbtes Glas?
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Vogt Finsterlings Bauernideal

O möchte mir ein treu Gemälde
glücken Vom Bau`r, wie sich derselbe
muß gestalten, Um uns, die wir das
Richteramt verwalten, Die heil`ge
Amtsehr` niemals zu verrücken! Dies
Ideal
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An Gräfin Fernande von Pappenheim in Tegernsee

O Tegernsee! du Aue voller Frieden, Mit
deiner Wasser, deiner Wälder
Pracht! Ja, wäre dich zu sehen mir
beschieden, Noch eh` mein Auge sinkt in
bange Nacht? Und wird dies nimmer de
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Tübinger Burschenlied

O Tübingen! du teure Stadt! Bin deiner
Weisheit voll und satt! Ade! ihr alten
Mauern! Aus ist es mit dem
Trauern! Und aus wohl mit dem blanken
Geld, Doch in der weite
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Ergebung

Oft meinst du, Herz! du könntst noch
überfließen Von bunten Liedern,
brächte man dich nur Aus Deutschlands
Froste noch auf eine Flur, Wo Sonn` und
Erde heißer sich begrüßen.
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Poesie

Poesie ist tiefes Schmerzen, Und es
kommt das echte Lied Einzig aus dem
Menschenherzen, Das ein tiefes Leid
durchglüht. Doch die höchsten
Poesien Schweigen wie der h
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Der reichste Fürst

Preisend mit viel schönen Reden Ihrer
Länder Wert und Zahl, Saßen viele
deutsche Fürsten Einst zu Worms im
Kaisersaal. »Herrlich«, sprach der
Fürst von Sachsen,
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Auf das Wildbad

Quält Schmerz und Krankheit deine
Glieder, Macht welk dein Herz der
Menschen Qual, Verlaß die Welt und
steig hernieder In dieses unterird`sche
Tal. Hier legt Natur mit lind
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Rost und Gram

Rost und Gram, in einer Nacht, Wo ich
schlaflos träumend sann, Hab` ich
eures Gifts gedacht, Und wie das
zerfressen kann. Rost des Eisens Tod
selbst ist, Sucht`s noch
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Sei demütig

Rühme dich auf dieser Welt, Mensch!
nicht deines eignen Lichts! Sonnen sind
ob dich gestellt, Gegen die dein Schein
ein Nichts. Kannst hier hoffen,
glauben nur, Bitte
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Liebesklage

Schwarzes Band, o du mein Leben! Ruh`
auf meinem Herzen warm; Liebe hat dich
mir gegeben, Ohne dich, wie wär` ich
arm! Fragt man mich, warum ich
trage Dieses schwarze
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Der schönste Anblick

Schön ist`s, wenn zwei Sterne Nah sich
stehn am Firmament, Schön, wenn zweier
Rosen Röte ineinander brennt. Doch
in Wahrheit! immer Ist`s am schönsten
anzusehn:
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Waldleben

Sei willkommen, Wandersmann, In des
Waldes Einsamkeit! Was ein armes Leben
freut, Hier man einzig finden
kann. An der Quelle ruht das
Reh, Drossel übet freien Sang;
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Die Puppe

Sieh die Raup` in ihrer Puppe Stillem,
dunklem Schattenreich, Nun getrennt von
den Genossen, Einzig in sich selbst
verschlossen, Tot nicht, ob begraben
gleich, Schaut
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Der Rosenstock

Siehe! die Wurzel, sie liegt im
schweigenden Dunkel begraben, Einsam
und finster, gehört diese der ewigen
Nacht. Oben entfalten sich drauf die
grünen Blätter, die Dorne, Bild der
Erde si
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Der Kronprinzessin Olga Kaiserl. Hoheit

Siehst du vom Berg des Schlosses
Trümmer ragen? Hier war es, wo in
starker Vorzeit Tagen Errettend aus der
feindlichen Gewalt Die Frauen ihre
Männer treu getragen; Und hier macht t
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Trost

Solang noch Berg` und Tale
blühn, Durch sie melodisch Flüsse
ziehn, Ein Vogel hoch im Blauen
schwebt, Goldähren licht im Westhauch
wallen, Gebirge stehn, Alphörner
schallen:
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Bittre des Erdballs

Sollest Süßes nicht erwarten Von dem
Balle dieser Welt, Wie vom Apfel, den
im Garten Dir der Baum
entgegenhält. Würdest, ach! zu sehr
erschrecken, Suchtest du hier
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An Rosamunde

Sommers, wann die Lilien blühen, Nelk`
und Rose duftend glühen, Mägdlein
durch die Gärten wallen, Schön
begrüßt von Nachtigallen: Steh` ich
wohl am fernen Meere –
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Von Ihr

Sonnenblume, die in Wonne Sich nach
goldner Sonne sehnet, Wird zum Bild der
klaren Sonne, Ihre Liebe sie
verschönet. Schein` ich gut dir,
süß Verlangen! Wie das Her
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Laß nicht Jugend! Laß nicht Liebe!

Steht der Himmel schwarz umzogen, Daß
man ihn muß traurend wähnen, Wandeln
sich zum farb`gen Bogen Schnell oft
alle seine Tränen. Mitten unter
Donnerwettern Hört`
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Das Seltenste

Steig in der Erde Nacht! Wohl manchen
edlen Stein Findst du in stillem
Schacht, Der unversehrt und
rein. Tauch` in des Meeres
Grund, Such` am einsamen Riff! Man
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Liebespein

Still hingegeben Ganz ihr
allein, Geht, Menschen, gehet! O ihr
nicht fasset Der Liebe Pein! Von
Lieb` zerrissen Ein armes Herz, Wird
durch euch kränker,
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Weisheit des Winters

Strenger Winter! kalter Weiser! schonest
weder Kraut noch Gras! Was du nur
berührst, du Frost`ger! wandelst du in
starres Glas. Bunte Blüten, grüne
Blätter, die der milde Sommer gab, Sc
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Sängerneid

Sänger frönen gern dem
Neide! Lauschet nur dem
Vögelchor! Will die Lerche singen
vor, Pfeift der Fink ihr drein zum
Leide. Und im Walde – welch
Gemische! Klinget
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Im Walde

Tief durch den Wald Gesang
erschallt, Die leichten Vöglein
scherzen, Der Mensch allein, der trägt
die Pein Recht tief im kranken
Herzen. Leicht hüpft der Bach den
Blumen n
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König Georg von England im Jahr 1813

Tief ergraut stieg Englands König Von
der Väter hohem Thron, Legte Zepter,
goldne Krone In die Hand dem edlen
Sohn. Bald ihm Licht und Rede
schwanden, Einsam stand e
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Letzte Bitte

Tief in Waldeinsamkeit ein Grab! ein
Grab! Von allen Menschen ferne, ja!
recht ferne! Da senkt den müden
Sänger bald hinab, Wann funkeln durchs
Gezweig die Abendsterne. Dan
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An einen Dichterfreund

Trage still die trüben Lose In der
wunden Dichterbrust! Denke: daß das
Hehre, Große Mehr der Schmerz ist,
denn die Lust. Nur der Druck erpreßt
der Traube Gluterfü
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Glück im Unglück

Trifft ein Leid ein Herz voll
Kummer, Wird das minder
aufgeschreckt, Als wenn Leid aus seinem
Schlummer Ein Herz, das in Lust ist,
weckt. Da im Leben mich verlassen Sc
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Der verwitterte St. Stephansturm

Turm, der du viele hundert
Jahr` Aufstrebtest stolz ins Reich der
Lüfte, Um dessen Haupt der
Felsenaar Wie um den Mast die Möwe
schiffte, Auch dich zerfraß der
Zeiten Zahn
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Die zersprungene Glocke

Turmes Glocke ist zersprungen, Die uns
viele Jahr` erklungen, Eine neue schon
sie bringen, Sprechen: Die wird besser
klingen. Lang oft hat ein Herz
gesungen, Dann ist
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Die Lilie

Viel Blumen blühten einst auf einem
Grabe, Hießen sich Röslein, Veilchen,
Hyazinthe. Winter erschien, da gingen
all die Blumen, Kamen auch nimmer auf
den stillen Hügel. D
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An Emil Niethammer

Viel teure Namen nennen diese
Blätter, Und deinen, Treuster! sollte
man vermissen? Man lese hier, wann
längst schon wir den Wettern Der
sturmbewegten Erde sind entrissen: Man
lese
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Graf Eberhard

Von Württemberg Graf Eberhard, Nun alt
und laß nach mancher Fahrt, Legt hin
sein rostig Schwert von Stahl Und
steigt hinab ins stille Tal. Dort, wo
in Tiefen wunderbar
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Mitternachtsszene

Vögel, die mit Wolken
schifften, Sanken in der Wälder
Nacht, Schlummer liegt auf Wald und
Triften, Einsam nur der Hirte
wacht. Freude macht es mir, zu
lauschen, Wie
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Frühlingsmorgen

Wann die Lämmer wieder
springen, Lerchen jubeln, Rosen
glühn, Muß das kränkste Herze
singen Und im Welken noch
erblühn. Wer in bangen
Lebensschmerzen Einsam jetzt
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Lust der Sturmnacht

Wann durch Berg` und Tale
draußen Regen schauert, Stürme
brausen, Schild und Fenster hell
erklirren Und in Nacht die Wandrer
irren, Ruht es sich so süß hier
innen,
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Morgenfrische

Wann in Höhen licht und stille Wonnig
sich der Vogel wieget, Auch der Mensch
aus schwerer Hülle Auf ins Gold des
Morgens flieget. Nimmer schleicht
durchs Herz die Welle
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Winterklage

Wann in lichten Sommertagen Leiden
dieses Herz getragen, Schlug es bald am
Wiesenbach, Bald in
Waldesdämmerungen, Wo die Nachtigall
gesungen, Mildern Melodien nach.
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Die Antwort

Warum du nur Klagetöne? Warum du nur
ew`gen Schmerz? Stimmt Natur mit ihrer
Schöne Dich nicht einmal um zum
Scherz? Kommen Wolken
hergezogen, Liegt die Erde kalt und
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Sonnenblicke im Winter

Was bringet mir den alten Mut Inmitten
meiner Lebenstrübe? Ich sinn` und
weiß nicht, wer es tut, Was wieder
weckt des Lebens Liebe. Die Erde,
weiß ich, ist es nicht,
... weiterlesen


Trinklied im Juni

Was duftet von des Berges Haupt So tief
ins Tal hinab? Die Rebe ist`s, die
neubelaubt Sich blühend hebt am
Stab. Was regt sich in des Hauses
Grund, In den Gewölben t
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Das Gewicht

Was in stiller Mitternacht, Wenn die
Erde ringsum schlief, Mir oft aus dem
Herzen tief Lieder hat
hervorgebracht, War des Lebens Schwere
nur, Die mir oft am Herzen zieht,
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Ade

Was macht dir, Herzliebster! Die Wange
so blaß? Was macht dir das Auge Von
Tränen so naß? – O Liebchen!
Herzliebchen! Wohl ist es mir
weh; Weit muß ich vo
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Des Arztes Traum

Was mir ein Arzt erzählte Von einem
Traume bang, Ich euch zum Lied
erwählte, Hört freundlich den
Gesang! Er sprach: »Ich denk` mit
Schauern Stets an den tollen Tra
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Insektenleben - Auf der Reise

Weh! wer machte mich jetzt los Aus dem
Kasten, drin ich schlief? O! die Nadel
brannte tief! Und nun liegt das Herz
mir bloß. Drum der lichte
Sonnenschein Und des Himm
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Sonnenlauf

Weh, o weh der bösen Sonne! stellt mit
libelosem Strahl Zwischen mich und sie,
die Ferne, hohe Berg` und tiefe
Tal`, Bringet Dörfer, bringet Städte,
ziehet Flüsse, leitet Seen, Läßt e
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Der schmerzreiche Ton

Wehlaut aus dem
Totenzimmer, Glockenklang, der Schüler
Chor, Das sind Töne wohl, die
immer Schmerzreich dringen in mein
Ohr. Doch ein Ton im Haus der
Leiche Bringet
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An Gangloffs Geist

Weinsberg 1819. Hier in diesen
üpp`gen Feldern, Rebenbergen, dunklen
Wäldern, Um das Mal der
Frauentreu`, Wo du gingst in stillem
Sinnen, – Brennt es mich im Busen
... weiterlesen


Sängers Trost

Weint auch einst kein Liebchen Tränen
auf mein Grab, Träufeln doch die
Blumen Milden Tau hinab; Weilt an
ihm kein Wandrer Im
Vorüberziehn, Blickt auf seiner
... weiterlesen


Wo zu finden?

Wenn ein Liebes dir der Tod Aus den
Augen fortgerückt, Such` es nicht im
Morgenrot, Nicht im Stern, der abends
blickt. Such` es nirgends früh und
spät, Als im Herze
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Letzter Trost

Wenn im Sarg der letzte Freund, Wenn
das letzte Herz nicht mehr, Das mit dir
es gut gemeint, Klage nicht, o Herz! so
sehr! Denn wenn so die Welt dir
tot, Einsam ganz d
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Möglichkeit

Wenn man so sitzt im trüben Mut Und
sich kann fassen kaum, So denkt man
oft: Wie wär`s so gut, Wär` alles nur
ein Traum! Ist denn kein Traum die
bange Nacht, Das sc
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Im Winter

Wenn Nachtigall und Lerche singen, Da
schweigt verschämet mein Gesang, Mein
armes Lied will nur gelingen Bei Nacht
und Tod im Winter bang. Da liebt es
jene öden Nächte,
... weiterlesen


Abendschiffahrt

Wenn von heiliger Kapelle Abendglocke
fromm erschallet, Stiller dann das
Schiff auch wallet Durch die
himmelblaue Welle; Dann sinkt Schiffer
betend nieder, Und wie von dem Him
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Erhebung

Wie das Kamel sich aufhebt klagelos Mit
Lasten, die der Führer ihm
aufband, Und trauend ihm, daß sie
nicht allzu groß, Hinschreitet mutig
durch der Wüste Sand: Also erheb
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An Johannes Lämmerer

Wie einst Hans Sachs in seiner frommen
Sitte Manch Lied auf armer
Schustersbank gesungen, So ist auch dir
manch frommes Lied gelungen Am
Weberstuhl in armer, stiller Hütte.
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Wurm und Tiger

Wie lang oft liegt in Herzensgrund Der
Gram, ein Wurm, und nagt es wund, Und
fort schlägt dieses Herze noch. Gram!
wärest du ein Tiger doch! Das Herz
zerrissest du im Sturm.
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Herbstgefühl

Wie mit Gold die Wälder prangen, Rosen
gleich die Bäum` erblühn! Erde will
wie Himmel glühn, Eh` sie starr liegt
und gefangen. Goldne Himmelsburgen
tragen Die Gebi
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Im Grase

Wie sich`s so wohl im Grase liegt Bei
Kraut und Blumendüften, Wenn über uns
ein Vogel fliegt In goldnen
Himmelslüften. Da kann man wahrlich
denken nicht, Daß man b
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Ludwig Uhlands frische Lieder

Wie wenn ein Strom, den lange Ein
Winter eingezwängt, Im Lenzhauch mit
Gesange Verjüngt die Fesseln
sprengt; Wie wenn nach Jahr und
Tagen Ein Baum, einst blütenreic
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An Amalia

Wie, wer an Himmelshöhen Aus Wolken
schnell den Mond erblickt, So hab` ich
dich gesehen Und stand in deinem Licht
entzückt. Bald warst du
weggeschwunden, Es kamen wi
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Willkomm der Heilbronner Turner ...

Willkomm der Heilbronner Turner an ihre
Turnbrüder bei dem Turnfeste in
Heilbronn Turnerbrüder! seid
willkommen, Seid mit Jubel
aufgenommen In der alten
Neckarstadt, Wo ein
... weiterlesen


Lust der Erstarrung

Winter! Winter! frost`ges Leben! Schnee
und Erde deckt die Reben, Und der Most
in Fasses Runde Schweigt, gibt nimmer
Lebenskunde. Winter! Winter! kalter
Schrecken! Mö
... weiterlesen


Anna Vögtly

Wo dem Spalt geborstner Felsen In
endloser Wildnis Grausen, Recht wie aus
der Hölle Grund, Heiße Wasser wild
entbrausen, Aus dem alten Born zu
Pfäffers Hob sich oft
... weiterlesen


Rat im Mai

Wo Saaten sich erheben, Wo froh die
Vögel schweben Mit Singen
himmelwärts, In linden
Maientagen, Kannst du nicht ruhig
schlagen, Du krankes, krankes
Herz? Geh
... weiterlesen


Der Einsame

Wohl gehest du an Liebeshand, Ein
übersel`ger Mann; Ich geh` allein,
doch mit mir geht, Was mich beglücken
kann Es ist des Himmels heilig
Blau, Der Auen Blumenpracht
... weiterlesen


Ehmals

Wohl hab` ich manches Lied erdacht In
Waldes Dämmerungen, Die Vögel haben`s
mitgemacht, Der Bach hat drein
geklungen, Den langen Weg, die fels`ge
Bahn Ging ich ein sel`ger W
... weiterlesen


Jünglingstrauer

Wohl hat noch nie ein Mädchen Mit
Liebe mein gedacht, Noch nie mir stille
Freude In Wink und Kuß gebracht: Doch
liebt mich wohl dies Sternlein, Bleich
zitternd durch die Nac
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Lob des Flachses

Wohl hat Sommer sich zum Kranze Manche
Blüte zart gewoben; Aber, Flachs, dich
mildste Pflanze, Muß ich doch vor
allen loben. Blauen Himmel
ausgestreuet Hast du über
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Todesprobe

Wohl ihr Aug` erloschen steht, Wohl die
Pulse nicht mehr schlagen, Und mit
Klagen Jedes von der Toten
geht. Doch sie kann noch lebend
sein; Todeskälte, Blick der Leic
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Glück des Verlassenseins

Wohl ist es schön, zu stehen In
trauter Freunde Reihn, Doch schöner
ist`s, zu gehen In weiter Welt
allein. Mensch! bist du ganz
verlassen, Klag` keinen Augenblick!
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Nähe des Toten

Wohl müßt` ich herzlich weinen, Herz!
wärst du wirklich tot, Und könnt`
mich nichts mehr einen Mit dir in
Freud` und Not. Doch, sieh, seit du
gestorben (Weiß nich
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Stummsein der Liebe

Wohl neigt nach goldner Sonne Sich
stumm die Blum` der Au, Doch spricht
von ihrer Wonne Im Kelch der helle
Tau. Halt` ich die Lieb`
umwunden, Gedrückt ans Herze ganz,
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Erbarmen

Wohl vor dem Fenster im Bauer Sitzt ein
Vöglein im Regenschauer, Hinaus tat`s
das Mägdlein im Sonnenschein, Nun
stürmt`s, und sie holt es erbarmend
herein. Hand Gottes! bet` ich i
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Wanderung

Wohlauf und froh gewandert Ins
unbekannte Land, Zerrissen, ach!
zerrissen Ist manches teure
Band. Ihr heimatlichen Kreuze, Wo
ich oft betend lag, Ihr Bäume, ac
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Wanderlied

Wohlauf! noch getrunken Den funkelnden
Wein! Ade nun, ihr Lieben! Geschieden
muß sein. Ade nun, ihr Berge, Du
väterlich Haus! Es treibt in die
Ferne Mich mäch
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Auf die aus den Kirchen weggebrachten altdeutschen

Wollt bald alle wiederkehren, Fromme
Kinder deutscher Art! An den Wänden,
ach! den leeren, Ist ein Platz euch
aufbewahrt. Weggeschleppt aus frommen
Hallen, Ist`s euch
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Frage

Wärst du nicht, heil`ger
Abendschein! Wärst du nicht,
sternerhellte Nacht! Du Blütenschmuck!
du üpp`ger Hain! Und du, Gebirg voll
ernster Pracht! Du, Vogelsang aus
Himmeln hoch!
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Sehnsucht nach der Waldgegend

Wär` ich nie aus euch
gegangen, Wälder, hehr und
wunderbar! Hieltet liebend mich
umfangen Doch so lange, lange Jahr`!
– Wo in euren
Dämmerungen Vogelsang und Silb
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Im Herbst II

Zieh nur, du Sonne, zieh Eilend von
hier, von hier! Auf daß Ihr Wärme
komm` Einzig von mir! Welkt nur, ihr
Blumen, welkt! Schweigt nur, ihr
Vögelein! Auf da
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Maienklage

Ziehe nicht so spröd und
schnelle, Süßer Mai, an mir
vorüber! Einen Strahl nur deiner
Helle! Nur ein einzig Blümlein,
Lieber! Quellen rauschen, Vögel
singen, Vol
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Die traurige Hochzeit

Zu Augsburg in dem hohen Saal Herr
Fugger hielt sein
Hochzeitmahl. Kunigunde hieß die
junge Braut, Saß krank und bleich, gab
keinen Laut. Zwölf goldne Becher
ginge
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Die Stiftung des Frauenklosters Lichtenstern

Zu Weinsberg steht ein Hügel, Der
grauer Vorzeit Trümmer trägt, In
denen Westhauchs Flügel In stiller
Nacht die Harfe schlägt. Hörst du
dies fremde Klingen Vom B
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Zwei Särge

Zwei Särge einsam stehen In des alten
Domes Hut, König Ottmar liegt in dem
einen, In dem andern der Sänger
ruht. Der König saß einst
mächtig Hoch auf der Väter
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Im Regen

Zählt man die Zeit im Jahr, Drin
freudvoll war ein Herz, Sind`s wen`ge
Tage nur, Die andern trug es
Schmerz. Zählt man die Zeit im
Jahr, Drin blau der Himmel blieb,
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Lust stürmischen Wetters

»Ha! wie`s jetzt stürmet und
schneit! Das ist ein Graus!« Rufet
dort einer zum Fenster heraus. Kein
Graus! nein! nein! Das ist mir
Sonnenschein! Denn nun bleibt jeder zu
Ha
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Häusliches Gespräch

»Mir leeren die Mäuse, Spitzmäuse
und Ratten, Verschloßne Gehäuse Und
offene Platten. Mann! die
Apotheke Hilft sicherlich hier, Gift
schaffe aus ihr, Auf da
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Spruch im Frühling

»Sieh! wie in wunderbarer Pracht, Mit
Blüten übersät, Die Welt ein Garten
Gottes lacht, In dem man selig
geht!« Wahr ist`s! Doch sieh, wie
diese Pracht Unendlich
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Die schwäbische Dichterschule

»Wohin soll den Fuß ich lenken, ich,
ein fremder Wandersmann, Daß ich eure
Dichterschule, gute Schwaben, finden
kann?« Fremder Wanderer! o gerne
will ich solches sagen dir: Geh
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