WISSENSWERTES

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Gedichte - Justinus Kerner

An die Prinzessin Marie von Württemberg

(Am 30. Oktober 1833, dem Tage ihrer Geburt.)

Du Lichtbild, das, wenn`s einmal nur erscheint,
Im Herzen anfacht, selbst im welken, kalten,
Das man für Lust und Schmerz ... weiterlesen


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An dieselbe

(Am Tage ihrer Geburt, den 30. Oktober 1835.)

O Winzerlied! wie bist du bald verklungen!
Es trägt die Traube und den Schnee die Rebe,1
Der Vogel hat sein letztes Lied ... weiterlesen


An dieselbe

(Am Tage ihrer Geburt, den 30. Oktober 1842.)

Daß ich Dir in Versen schreibe,
Ist, um Dir zu zeigen nur,
Wie ich bis zum Tode bleibe
Dein getreuer Troubadour.
... weiterlesen


An dieselbe

(Am Tage ihrer Geburt, den 30. Oktober 1843.)

O wär` ich wie Dein schöner Garten,
Der selbst beim Eise Rosen trägt,
Draus einen Strauß von hundert Arten
Dir in ... weiterlesen


An dieselbe

(Bei Übersendung der vierten Auflage der
»Seherin von Prevorst«, im Oktober 1846.)

Hier kommt das Buch vom Markte schwer verhöhnt,
Zum dritten Male durch den Markt ... weiterlesen


An dieselbe

(Im Frühjahr des Jahres 1839.)

Plötzlich tönen meine Saiten,
Wie von Schmerz und Lust bewegt,
Schmerz, daß Deiner Schwester Scheiden
Schwer sich mir ans Herz ... weiterlesen


Der Bürgerwall

(Im Jahre 1817.)

Rittertum kann nimmer heißen
Sichrer Wall ums Königshaus,
Seit ihr Kleid von Stahl und Eisen
Zogen alle Ritter aus.

Seit sie ... weiterlesen


Aus Lichtenthal

(Im Sommer 1843.)

Frag` nicht, warum war deine Wahl
Das ferngelegne Lichtenthal,
Statt Badens stolzer Quelle?
Fliehst du nicht gern ins Mondenlicht,
Mein ... weiterlesen


Sterbeszene

(Nach der Natur.)

Es liegt ein Kind im Todeskampf,
Die Stirn bedeckt vom Schweiß, dem kalten,
Es richtet auf sich wie im Krampf,
Will noch die Händlein betend ... weiterlesen


Pfarrer Sauls Gesicht

(Nach einer wahren Begebenheit.)

Saul schuf sich Himmel, schuf sich Gott
Nach eignem bunten Dichten,
Die Wunden Jesu sind ihm Spott,
Ihm kindische Geschichten;
... weiterlesen


An Ludwig Uhland

(Nach Empfang seines Schauspieles: Herzog Ernst.)

Treibt auch für jetzt der Menschen Treiben
Mich dahin und dich dort hinaus,
Muß ich doch immer bei dir bleiben,
... weiterlesen


In der Moritzkapelle zu Nürnberg, dem Bildersaale

(Nr. 140. Bildnis einer unbekannten Frau in schwarzer Kleidung, von Hans Grimmer.)

Mein heiliger Mauritius!
So oft in deiner Kirche Mauern
Von einem Bild ich scheiden ... weiterlesen


Herbstjubel

(Zur Zeit der Cholera.)

Ich kam in jüngster Mondennacht
In eines Kirchhofs Mauern,
Kein Schläfer unterm Hügel wacht,
Ringsum herrscht Tod und Schauern.
... weiterlesen


Memento mori!

1.

Jedweder trägt in sich den Tod,
Wenn`s außen noch so gleißt und lacht,
Heut wandelst du im Morgenrot
Und morgen in der Schatten Nacht.

Was ... weiterlesen


Höllenbilder - I.

1.

Geister aus noch tiefrer Nacht
Hat das Tintenfaß gebracht,
Als den Satz ich umgerührt.
Niemals hätt` ich den berührt,
Hätt` ich eher schon ... weiterlesen


Herz und Auge

1.

Herz! – wie bist du inniglich
Mit dem Auge doch verbunden!
Schlägt die Welt dir blut`ge Wunden,
Zeigt im Aug` die Träne sich.

Aber wird dir ... weiterlesen


Totenopfer - I.

1.
Frisch aufgeblühet stand die Heimat wieder,
Versöhnt dich lieben Flüchtling zu empfangen,
Aus dunklem Grün mondhelle Blüten drangen,
Den Vögeln wuchs ein farbig ... weiterlesen


Höllenbilder - XII.

11.

Als ich ob`ges schrieb: »Brum! brum!«
Tönt` es um mein Ohr herum.
Teuflische Nachtschmetterlinge,
Schwarz, umflogen mich im Ringe;
Aber in mein ... weiterlesen


Hadesbilder - XVII.

17.

Auf einer Kanzel läßt sich nieder
Jedwede Nacht der schwarze Geist,
Leis betet er, dann lauter wieder,
Auch weint dabei er allermeist.
Wer der wohl ... weiterlesen


Höllenbilder - II.

2.

Wie im Leben einst, dem hellen,
So in schwarzen Höllenspalten
Sind und bleiben sie die alten,
Nicht zu bessernden Gesellen.


Totenopfer - II.

2.
Du teurer Bruder! der durchs steilste Leben
Kraftvoll, ein Wandrer ohne Stab, gegangen!
O könnt` auch ich die Herberg` bald erlangen,
Die dir der Tod, der letzte Wirt, ... weiterlesen


Episteln - II.

2.
Sage mir, mein liebes Mädchen:
Was bedeutet dieser Traum?

Vor dem Fenster meiner Zelle
Steht halbwelk ein Rosmarin.
Träumte mir: es sei aus ihm heut
... weiterlesen


Höllenbilder - III.

3.

Hier stieg herauf der Falschheit Bild,
Du, die dem Höllenpfuhl entsprossen,
Wär` noch mein Tintenfaß gefüllt,
Ich hätt` mit Tint` dich übergossen.
... weiterlesen


Episteln - III.

3.
Blick` aus deinem Fenster, Liebe!
Schaue über die blauen Berge:
Denn dort will ich an den Himmel
Dir ein licht` Gemälde malen.

Steigen aus der Näh` ... weiterlesen


Totenopfer - III.

3.
Du strebtest oft, ein herzlich Kind, mit Tränen,
Zurück zur süßen Heimat, zu den Lieben,
Die fern im Kampf und Sturm dich mußten wähnen,
Indessen sie im sichern ... weiterlesen


Höllenbilder - IV.

4.

Du teuflische Fratze,
Halb Mensch und halb Katze!
Was willst du von mir?
Ich klecksographier`
Nicht Ritter vom Besen,
Das bist du gewesen,
... weiterlesen


Episteln - IV.

4.
Bin ich wie ein Kind, das seine Mutter
Erst verloren, weinend in der Nacht steht:
Sieh! so bin ich, seit ich fern gezogen.

Stund im Traum` ich heut auf unserm ... weiterlesen


Höllenbilder - V.

5.

Was dieser Kobold einstens war,
Das ist nur mir geworden klar.
Der eine sagt: »Ein Aktuar,
Bekannter Schlemmer und Bocksreiter.«
Der ander, der sich ... weiterlesen


Episteln - V.

5.
Nicht im Tale der süßen Heimat,
Beim Gemurmel der Silberquelle –
Bleich getragen aus dem Schlachtfeld
Denk` ich dein, du süßes Leben!

All die ... weiterlesen


Höllenbilder - VI.

6.

Dies ganz teuflische Gesicht,
(Glaubt es, oder glaubt es nicht,)
Eine Amme ist`s gewesen,
Wohlgeübet auf dem Besen,
Manches Kind verhexte sie,
... weiterlesen


Episteln - VI.

6.
Anna

Komm, Bräut`gam! kommt, ihr Gäste!
Schon steht im Hochzeitkleid
Die bleiche Braut bereit,
Erwartend euch zum Feste.

Herbei! herbei! ... weiterlesen


Höllenbilder - VIII.

7.

Hier das Kind kam, das die Hexe
Hat gesäugt und dann verhext,
Einzig nur drei Tintenkleckse
Haben dieses Kind gekleckst.
Doch man sieht schon ohne ... weiterlesen


Höllenbilder - VIII.

8.

Daß ich ein Paar auch aus dem Hexenkluppe,
Die Amm` und die von ihr verhexte Puppe,
Klecksographierte ohne Rücksicht dreist,
Das hat empöret eine ganze ... weiterlesen


Hadesbilder - VIII.

8.

Eine Geistin ist dieses, die im Leben einst ganz
Einzig gelebt hat für Spiel und für Tanz;
Sie hatte kein Herz, hat auch keins gekannt
Als das Herz auf der ... weiterlesen


Höllenbilder - IX.

9.

Als ich mit Druckerschwärze heut klecksographiert`,
Wozu mich nur der Teufel hat verführt,
Kam dieses Skandalum heraufspaziert.
Nicht weiß ich, wer der ist, ... weiterlesen


Ein Spruch

Alle Schlösser, alle Schließen
An der Menschen Händ` und Füßen
Können herzlich mich verdrießen;
Ein Schloß nur aus Herzensgrund
Lob` ich – das am Menschenmund.


Vorgefühl

Als in mir noch Lust und Hoffen,
Mußt` ich singen doch von Gram,
War mir oft, als hätt` getroffen
Mich das Leid, das später kam.

Herz! du hast es ... weiterlesen


Im Winter

Als meine Freunde,
Die Bäume, noch blühten,
Rosen und Feuer-
Lilien glühten,
Waren die Menschen
All mir bekannt,
War mir die Erde
Lieb und ... weiterlesen


An die Wanduhr

Alte Uhr! dein Zeiger geht
Wohl noch richtig seine Bahn,
Doch dein Schlagwerk stillesteht,
Schlägt nicht mehr die Stunden an.

Alte Uhr! dich hat die Zeit
... weiterlesen


Vom morschen Baume

Alter und gebrochner Baum,
Wirst dich bald zur Erde neigen!
Ach! es ist mir wie ein Traum,
Daß du standest reich an Zweigen,

Daß ertönte manches Lied
... weiterlesen


Alter und Winter

Alter und Winter, Herbheit der Natur!
O daß man auch im Kampf der Elemente
Noch duftend wie die Blume sterben könnte!
Doch ach! man stirbt nicht, man vertrocknet nur.
... weiterlesen


Zuversicht

Am 6. März 1844. Zur Zeit einer schweren Krankheit des Königs.

Vergesset nicht, warum so früh
Sie unsern Augen ist entschwunden, –
Auf daß zum Schutzgeist werde ... weiterlesen


An Peter Brukmann

Am Tage seiner Geburt.

Silbertöne hört` ich klingen,
Noch vom Schlafe nicht erwacht,
Sah, wie Mondlicht, durch die Nacht
Zarte Lichtgestalten dringen.
... weiterlesen


Hohenstaufen

An Conz.

Es steht in stiller Dämmerung
Der alte Fels, öd und beraubt;
Nachtvogel kreist in trägem Schwung
Wehklagend um sein moosig Haupt.

Doch ... weiterlesen


Widmung

An die Frauen.

Die kleinen Lieder weih` ich euch, ihr Lieben!
O laßt sie gern zu euren Herzen gehn!
Das Herz, das Herz allein, kann sie verstehn,
Dieweil sie ... weiterlesen


Der bange Traum

An Kreh.

Von wilden Meereswogen
Sah ich uns fortgezogen,
Bei Nacht im Traume bang.
Das Meer hieß: Meer der Mängel,
Zwei Kinder, lieb wie Engel,
... weiterlesen


Kein Geburtstag

An Sie.

Wann du geboren, weiß ich nicht,
Will`s wissen nicht, wenn ich`s auch fände,
Sei mir ein Kreis, ein ew`ges Licht,
Wie ohne Anfang, so ohn` Ende!
... weiterlesen


Episteln - I.

Andreas an Anna.

1.
Liebes Mädchen! sahst du nicht, wie gestern
Ich auf hohem Berge lang gelegen,
Blickend auf das weiße Kreuz im Tale,
Das die Flügel ... weiterlesen


Denkmale - Kepler

Arm, preisgegeben jeglicher Beschwerde,
Vom undankbaren Heimatland vertrieben,
Sah er empor von dieser kalten Erde
Und lernte recht die warmen Sonnen lieben.
Der Erd` ... weiterlesen


Auf einen Dachs

Armes Tier, im engen Bau
Liegest du verdrossen,
Wiesengrün und Himmelblau
Bleibt dir stets verschlossen.

Nur in finstrer Mitternacht
Kommst ... weiterlesen


An Lichtenthal

Auf dem Cäcilienberge.

Und wieder hier! – Ist es zum letztenmal?
Der kranken Augen bald erloschner Strahl
Sieht kaum noch deinen blauen Himmel blinken,
O du ... weiterlesen


Kaiser Rudolfs Ritt zum Grabe

Auf der Burg zu Germersheim,
Stark am Geist, am Leibe schwach,
Sitzt der greise Kaiser Rudolf,
Spielend das gewohnte Schach.

Und er spricht: »Ihr guten ... weiterlesen


Der Mutter Grab

Auf der Mutter Grabeshügel
Steht der Vater mit den Kleinen,
Rosen und Vergißmeinnichte
Blühn schon über den Gebeinen.
Und das Jüngste nimmt ein Hölzlein,
... weiterlesen


Der Pilger

Auf dürrer Heide geht
Ein armer Wandersmann,
Kein kühlend Lüftchen weht,
Das ihn erquicken kann.

Er schaut landein, landaus,
Horcht, keine Quelle ... weiterlesen


Die vier wahnsinnigen Brüder

Ausgetrocknet zu Gerippen
Sitzen in des Wahnsinns Haus
Vier; – von ihren bleichen Lippen
Gehet keine Rede aus;
Sitzen starr sich gegenüber,
Blickend immer ... weiterlesen


Dauernder Eindruck

Bald mir schwand, als du gegangen,
Aus dem Sinn dein Angesicht;
Ob du bleich, ob rot von Wangen,
Wie dein Wuchs? ich weiß es nicht.

Aber auf dem Grund, dem ... weiterlesen


Der Rosenstrauch

Bei Winters Frost in Kluft und Wald
Sich Kaiser Karl verloren,
Die Diener treu, die liegen bald
Rings um den Herrn erfroren.

Er knieet hin auf kalten Stein,
... weiterlesen


An ***

Bei Übersendung der Geschichte der Seherin von Prevorst.

Ein Buch, verworfen von des Markts Gewimmel,
Weil`s jenen, die hier niedre Lust entzündet,
Erstirbt die ... weiterlesen


Prognostikon

Bin ich eine Leiche kalt,
Werden sie wohl um mich klagen
Bis zum Grabe, und dann bald
Nach dem lauten Markte fragen.

Diese Lieder sind zu klein,
Sind zu ... weiterlesen


Maria

Da sitzet sie, mit andern Blumen spielend,
Knospe der Rose,
Noch nicht den Strahl der Gottheit in sich fühlend,
Der bald des Himmels Füll` ihr weckt im Schoße,
Doch ... weiterlesen


Das Sängerglas

Das Glas, aus dem der Sänger trinket,
Sei ein lichtheller Bergkristall,
Ein Glas, das tönt und sonnig blinket;
Ganz ein Gefäß aus Licht und Schall.

In Berges ... weiterlesen


Regen und Tränen

Daß es jüngst geregnet hat,
Zeigt der Tropfe auf dem Blatt,
Und wenn naß die Augen sind,
Sieht man, daß geweint ein Kind.

Blatt saugt bald die Tropfen ein,
... weiterlesen


Trost im Gesang

Dem Wandrer, dem verschwunden
So Sonn` als Mondenlicht,
Der singt ein Lied ins Dunkel
Und härmt sich länger nicht.
Er schreitet mutig weiter
Die menschenleere ... weiterlesen


Sommerabend auf Kloster Lorch,

der Grabstätte des Hohenstaufischen Herzog- und Kaiserhauses

Nach mildem Abendregen
Die Lüfte kühlend wehn;
Des Landes reicher Segen
Dampft auf zu blauen ... weiterlesen


Dem jungen Architekten

Der Maßstab ruht, es ruht das Eisen
In deiner Hand, der Pinsel ruht,
Die du in alter Meister Weisen
Geführet schon als junges Blut.

Dein warmes Herz hat ... weiterlesen


Totenopfer für Karl Gangloff 1

Der Menschheit Seufzer schweigen,
Von Flöten und süßen Geigen
Ertönt ein muntrer Chor,
In freien Laubgewinden
Sich wieder Sänger finden,
Die singen wie ... weiterlesen


Morgengefühl

Der Morgenröte Schein
Den neuen Tag verkündet,
Es steht der junge Hain
Von Liebesglut entzündet.

Die Sterne, Wanderns satt,
Sind längst ... weiterlesen


Szene aus Wien im Jahre 1831

Der Tod kalt durch die Erde geht,
Die Ähren und die Saat er mäht,
Der Bleiche schreitet nimmersatt
Durchs Ungerland zur Kaiserstadt. –

O Toter! wie bist du ... weiterlesen


Vogellied

Der Vogel pflegt wohl auf dem Blatt
Sein kleines Lied zu singen,
Doch nie er`s aufgeschrieben hat
Mit Federn aus den Schwingen;
Wie`s aus der Kehle kommt, verhallt`s,
... weiterlesen


Treue

Die Erde ist nur fröhlich,
Wann froh der Himmel blickt,
Schnell dann mit bunten Blumen
Sie Haupt und Busen schmückt;
Dann tönt aus ihrem Munde
So mancher ... weiterlesen


Lob der Spindel

Die Faust des Mannes zieret
Ein blank geschliffen Schwert,
Das er in Treue führet,
Wo es das Recht begehrt.

Sank er auf blut`ger Heide,
Den Ring, den ... weiterlesen


Letztes

Die kleinen Lieder, die dem Herzen
Entspringen mit dem Tränenquell,
Sterne der Tränen mild und hell,
Geben noch Lindrung meinen Schmerzen,
Schimmern durch meine Nächte ... weiterlesen


Die schwäbischen Sänger. An Goethe.

Die Nachtigall im frischen Hain
Singt wohl gar schöne Weisen,
Doch ist der Vogel nicht allein
Ob solcher Kunst zu preisen.
Kein König ist im freien Wald,
Wo bunt ... weiterlesen


An Katharinas Töchter,

die Prinzessinnen Marie und Sophie von Württemberg
Mit in Schwarz ausgeschnittenen Blumen.

Die Sage geht, ich kann`s euch nicht verbergen,
Daß man in jenem Haus, dem ... weiterlesen


Der tote Müller

Die Sterne überm Tale stehn,
Das Mühlrad nur man höret,
Zum kranken Müller muß ich gehn,
Er hat den Freund begehret.

Ich steig` hinab den Felsenstein,
... weiterlesen


Wanderer

Die Straßen, die ich gehe,
So oft ich um mich sehe,
Sie bleiben fremd doch mir.
Herberg`, wo ich möcht` weilen,
Ich kann sie nicht ereilen,
Weit, weit ist sie von ... weiterlesen


Frühlingsklage

Die Sänger frei sich schwingen
Aus diesem Tränental,
Fröhlich im Sonnenstrahl
Ein helles Lied zu singen.
Ich blick` empor mit Sehnen,
Befangen schlägt das ... weiterlesen


Der Seherin Erscheinen

Dort droben im Gebirge, wo rauh der Nordwind weht,
Von reinem Schnee bedecket, ihr stiller Hügel steht.
In üpp`ger Kräuterfülle, bei warmem Sonnenschein,
Da legten sie die ... weiterlesen


Der Wanderer in der Sägmühle

Dort unten in der Mühle
Saß ich in süßer Ruh`
Und sah dem Räderspiele
Und sah den Wassern zu.

Sah zu der blanken Säge,
Es war mir wie ein Traum,
... weiterlesen


Die drei Nächte

Drei Nächte sind es, die mich plagen.
Und wer die sind, will ich dir sagen.

Der Himmel ohne Himmelblau,
Das Auge krank, umschleiert grau,
Tief innen finstrer Gram ... weiterlesen


Stille Tränen

Du bist vom Schlaf erstanden
Und wandelst durch die Au,
Da liegt ob allen Landen
Der Himmel wunderblau.

Solang du ohne Sorgen
Geschlummert schmerzenlos,
... weiterlesen


An das Trinkglas eines verstorbenen Freundes

Du herrlich Glas, nun stehst du leer,
Glas, das er oft mit Lust gehoben;
Die Spinne hat rings um dich her
Indes den düstern Flor gewoben.

Jetzt sollst du mir ... weiterlesen


Frühlingskur

Du junges Grün, du frisches Gras!
Wie manches Herz durch dich genas,
Das von des Winters Schnee erkrankt, –
O wie mein Herz nach dir verlangt!

Schon brichst du ... weiterlesen


Der Dulderin

Du legtest einst in deines Herzens Schrein
(Indessen Dornen dir das Haupt umschlangen,
Die du vom Engel deiner Wieg` empfangen,)
Kleinodien gar viele still hinein.
... weiterlesen


Im Mondlicht

Du Mond, dem Tau und Quelle
Im Innern ganz gebricht,
Vertrockneter Geselle!
Gern weckst du Menschentränen,
Saugst sie mit deinem Licht.

Von mir kannst du ... weiterlesen


Das Kalb

Du Tier, im dunklen Stall geboren,
Eh` du des Lebens recht bewußt,
Greift dich ein Schlächter bei den Ohren
Und reißt dich von der Mutterbrust.

Dein großes ... weiterlesen


An eine zur Weihnachtszeit geborene Freundin

Eh` der Heiland uns erschienen,
Schwebten Engel erdenwärts,
An der Krippe ihm zu dienen,
Lindernd ihm der Erde Schmerz.

Weil auch du zur Welt gekommen
Kurz ... weiterlesen


Alphorn

Ein Alphorn hör` ich schallen,
Das mich von hinnen ruft,
Tönt es aus wald`gen Hallen?
Tönt es aus blauer Luft?
Tönt es von Bergeshöhe,
Aus blumenreichem ... weiterlesen


Der Kinder Angebinde

Ein Band wir, Mutter! bringen,
Das reichet Liebe dar,
Das soll dich fest umschlingen
Am Tag, der dich gebar.

Von Gold ist`s keine Kette,
Kein Stoff aus ... weiterlesen


Der Ring

Ein fremder Kavalier
Stieg ab vom schwarzen Roß,
Trat in den Königssaal
Mit andern Herren groß.

Derselbe Kavalier
Trug einen Edelstein,
Wie man ... weiterlesen


Mein Kristallglas. An Nikolaus Lenau.

Ein Glas, das ist mein Lieben;
Schon sind es zehen Jahr,
Daß es mir treu geblieben
Voll Scharten, dennoch klar:
Viel Risse, Ehrenzeichen,
Die Fahne zeigt im ... weiterlesen


Dauer des Herzens

Ein Saumtier träget still
Und sanft die Zentnerlast,
Wohin der Treiber will,
Begehrend keine Rast.

Ein Wagen rollt daher,
Die Schildkröt` ihm nicht ... weiterlesen


Kein Schwanenlied

Ein Vogel singt im Sonnenschein,
Ein anderer im Regen singet,
Ein dritter schifft verstummt allein,
Und nur der Tod ein Lied ihm bringet.

Kaum hab` ich je im ... weiterlesen


Gefangenschaft

Endlos blauer Himmel, senktest du in mich nur einen Strahl!
Doch es bleibt mein Herz verschlossen, ach! von Schlössern ohne Zahl!
Und in dieses Herz versenket bin ich wie in einen ... weiterlesen


Des Landschaftsmaler Karl Dörrs Tod

Er, der in mondbestrahlten Bildern
Natur in ihrem Liebesreiz
So klar, so wahr gewußt zu schildern,
Der aussah wie ein Sohn der Schweiz,

Lag nächtlich einst in ... weiterlesen


Er und Sie

Er.

Seh` ich in das stille Tal,
Wo im Sonnenscheine
Blumen prangen ohne Zahl,
Blick` ich nur auf eine.
Ach! es blickt ihr Auge blau
Jetzt auch auf ... weiterlesen


Gespräch

Erster.

Widrig ist mir fürwahr, was schön tönt, ohne zu nützen.
Triebe des Hirten Gesang nur eine Mühle des Tals!

Zweiter.

Widrig ist mir ... weiterlesen


Metall und Glas

Es ist ein Mann von Eisen
Ein anderer von Glas,
Die wollen sich befleißen,
Einander zu unterweisen,
Probieren dies und das.

Aus seiner Ledertasche
... weiterlesen


In der Sturmnacht

Es kommt mein Freund, schon hör` ich laut ihn singen,
Der Sturmwind ist es, der mit mächt`gen Schwingen
Hinfähret durch die finstre Mitternacht,
Sein Lied hat mich aus trägem ... weiterlesen


Sankt Alban

Es steht dem Land zum Gruße
Ein Kreuz auf Bergeshöh`,
Leis wallt an seinem Fuße
Ein himmelblauer See.
Viel duft`ge Kräuter blühen
An dieses Wassers Rand,
... weiterlesen


Auf der Schloßruine zu Heidelberg

Es steht in alten Schloßruinen,
Halb Trümmer, Themis` Steinbild noch,
Ich sah es, wie ein Stern geschienen
Durch der zerrißnen Wage Loch.

Da dacht` ich: ist ... weiterlesen


Unter ein lithographiertes Bild von mir

Es treibt Natur mit nichts so viel
Als mit dem Menschenbild ihr Spiel;
Wenn man ein Laub, ein Brot zerbricht,
Entsteht ein Menschenangesicht,
Und manche Kürbispflanze ... weiterlesen


Im Walde

Es tönt der Bach wie klagend
Dem Wandersmanne sagend:
In mir auch wohnt ein Leid.
Es rauschen drein die Bäume,
Erzählen ihre Träume
Der grünen Einsamkeit.
... weiterlesen


Der lustige Geiger

Es war ein Spielmann zu Weinsberg,
Der lustige Peter genannt,
Er spielte die Geige, das Hackbrett
Und hinkte benebelt durchs Land.

Es war in der Fastnacht zu ... weiterlesen


Der Wassermann

Es war in des Maien mildem Glanz,
Da hielten die Jungfern von Tübingen Tanz.

Sie tanzten und tanzten wohl allzumal
Um eine Linde im grünen Tal.

Ein ... weiterlesen


Eine Fabel

Frühling war`s im Land geworden
Und der Winter ward vertagt.
Ohne daß den Herrenorden
Gott noch lange drum befragt.

Jenen packt des Zorn und Trauer,
Und ... weiterlesen


Herzenslast

Fühlt seines Bündels Drücken
Der müde Wandersmann,
Schnallt er die Last vom Rücken,
Sucht, wo er ruhen kann.

Den Rock zieht er herunter,
Deucht er ihm ... weiterlesen


Abschied

Geh` ich einsam durch die schwarzen Gassen,
Schweigt die Stadt, als wär` sie unbewohnt,
Aus der Ferne rauschen nur die Wasser,
Und am Himmel zieht der bleiche Mond.

... weiterlesen


Gram des Wissens

Geh` ich hinaus ins Freie,
Wo still die Blume blüht,
Und wo durch Äthers Bläue
Der Vogel singend zieht,

Wo Fischlein in dem Spiegel
Der Quelle wonnig ... weiterlesen


Ärztliche Runde

Geh` ich in der Mitternacht
Durch der Häuser enge Reihn
Hin, wo noch ein Kranker wacht
Bei der Lampe mattem Schein,

Blick` ich an die Fenster oft,
Hinter ... weiterlesen


Auf Franz Kochs Spiel auf der Maultrommel,

genannt die Mundharmonika.

Wer gab ihm dieses Zaubereisen?
Wer weihet seinen ird`schen Mund?
Horcht! das sind ja des Himmels Weisen!
Mit Geistern steht der Mensch ... weiterlesen


Gott schickt am End uns Leiden

Gott schickt am End` uns Leiden,
Auf daß uns diese Welt,
Wenn wir nun von ihr scheiden,
Nicht mehr so mächtig hält.

Die Mutter legt den Brüsten
Am End` ... weiterlesen


Das treue Roß

Graf Turneck kam nach hartem Strauß
Bei Nacht wohl vor ein Gotteshaus.

Das Haus, das lag im Walde tief,
In seiner Gruft ein König schlief.

Hier auszuruhn ... weiterlesen


Blinde Liebe

Heda! wer klopft da draußen
So spät noch in der Nacht?
»Almosen einem Blinden,
Den Liebe blind gemacht!«

Wer blind ist, geht geführet,
Nicht so in ... weiterlesen


Die Stiftung des Klosters Hirsau

Helicena eine Witwe war,
Reich, fromm vor andern Frauen,
Sie strebte brünstig, ganz und gar
Sich Jesum anzutrauen.
Drum warf sie oft sich auf die Knie,
Er möcht` ... weiterlesen


Die heilige Regiswind von Laufen

Herr Ritter Ernst, der war ergrimmt zu einer bösen Stund`,
Er schlug die falsche Dienerin mit seinen Fäusten wund;
Er schlug die falsche Dienerin, er stieß sie mit dem Fuß:
... weiterlesen


Ermunterung

Herz! ging ein Glück dir unter,
Werd` nicht durch Gram zum Spott.
Auf raffe dich nur munter!
Noch lebt der alte Gott.

Hab` dir`s schon oft gesungen,
Sang ... weiterlesen


Gruß an Lichtenthal

Hier bin ich wieder! sei gegrüßet
Zum zweitenmal, mein lichtes Tal,
Sieh! deine Klarheit, deinen Frieden
Verglich ich einst dem Mondenstrahl.

Wo aus der ... weiterlesen


Versperrte Aussicht

Himmel! Himmel! welchen Graus
Seh` ich durch die Fensterscheiben!
Einer baut mir vor das Haus
Und ich wollte frei doch bleiben.

Alter! laß nur immerzu
... weiterlesen


Glut des Herzens

Himmel, so der Tränen viel
Niederschickt in Regenfluten,
Sind entsprungen sie auch Gluten?
Wann du weinest, bist ja kühl.

Anders ist der Wandrer, der
... weiterlesen


Im Herbste

Hoch von Bergen tönt zu Tal
Freudenruf und Jubellied:
Sei gegrüßt, du heil`ger Strahl,
Der auch unsern Berg durchglüht.

Längs des Neckars, längs des ... weiterlesen


Guter Rat

Hält, Armer, dich gefangen noch
Des Erdentreibens Lust,
So drücke, dich zu retten, doch
Dein Kindlein an die Brust;

Blick` ihm ins Auge unverwandt,
Tief ... weiterlesen


Über das in Metall geprägte Bild Katharinas

Hängt als süßes Angebinde,
Hänget als der Tugend Schild,
Schwabens Frauen! eurem Kinde
An das Herz dies edle Bild.

Sagt ihm, wer sie ist gewesen,
Wie ... weiterlesen


Die Mitternachtglocke

Hörest du die Glocke schallen?
Ach! kein Zephir rühret sie!
Nur der Schlag des schweren Hammers
Lockt aus ihr die Harmonie.

Einer Glocke zu vergleichen
... weiterlesen


Alte Laute

Hörst du den Vogel singen?
Siehst du den Blütenbaum?
Herz! kann dich das nicht bringen
Aus deinem bangen Traum?

Was hör` ich? alte Laute
Wehmüt`ger ... weiterlesen


Klosterfräulein

Ich armes Klosterfräulein!
O Mutter! was hast du gemacht!
Lenz ging am Gitter vorüber,
Hat mir kein Blümlein gebracht.

Ach, wie weit, weit dort unten
... weiterlesen


Kurzes Erwachen

Ich bin im Mai gegangen
Und hab` es nicht gewußt,
Also von Schmerz befangen
War die erkrankte Brust.

Ein Vogel hat gesungen
Im jungbelaubten Wald,
... weiterlesen


Geisterzug

Ich geh` in düstrer Nacht allein
Durchs tiefe, tiefe Tal,
Die Mühle schweigt, es ruht ihr Stein.
Herz! könnt`st du ruhn einmal!

Der Himmel ist so ... weiterlesen


An Maria Kreh

Ich habe dich gesehen,
Ein herzlich`s Kind, so treu, so gut,
Ein warmes Herz, ein muntres Blut,
Wie`s Vöglein in den Höhen.

Ich habe dich gesehen,
Bild ... weiterlesen


Der Pilger

Ich hing mit heißer Liebe
An einem ird`schen Bild,
Das, ach! mit eitlem Triebe
Das schwache Herz erfüllt;
Es schwand des Lebens Frieden,
Und matt blieb ich ... weiterlesen


Ständchen

Ich kam vor Liebchens Fensterlein,
Tät viele Stunden stehen,
Ob nicht im milden Abendschein
Die Liebe wär` zu sehen.

Was fühlt dies Herz? So Lust als Weh,
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Täuschung

Ich lag im Schlaf in Träumen,
In stiller Mitternacht,
Wohl unter Blütenbäumen
In sonnenheller Pracht;

Erwacht, sah ich in Trauer
Entlaubte Bäume nur,
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Denkmale - Frischlin

Ihn schlossen sie in starre Felsen ein,
Ihn, dem zu eng der Erde weite Lande.
Doch er, voll Kraft, zerbrach den Felsenstein
Und ließ sich abwärts am unsichern Bande.
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Denkmale - Schubart

Ihn stießen sie aus frischen Lebensgärten
In dunkle, modernde Gewölbe nieder,
Mit Ketten seine Hände sie beschwerten:
Da stiegen Heil`ge liebend zu ihm nieder
Und ... weiterlesen


Ein Lied

Im Faß singt mannigfaltig
Der Geist des jungen Weins.
Herzblut! du tobst gewaltig,
Doch ist dein Lied nur eins.

Es liegt ein Reif von Eisen
Ums Faß, zur ... weiterlesen


Die schwerste Pein

Im Feuer zu verbrennen,
Ist eine schwere Pein,
Doch kann ich eine nennen,
Die schmerzlicher mag sein.

Die Pein ist`s, das Verderben,
Das Los, so manchem ... weiterlesen


Sechzig Jahre

Immer wird mir todesbang,
Wenn ich überschlag`,
Daß ich sechzig Jahre lang
Meine Nase trag`.

Daß schon sechzig Jahre lang
Blut durchs Herz mir ... weiterlesen


St. Walderichs Kapelle zu Murrhardt

In alter Burg auf wolk`ger Höh`
Der fromme Kaiser Ludwig saß,
Er trug im Herzen manches Weh,
Vom Schmerz er nimmermehr genas.

Wohl sang durch Waldes ... weiterlesen


Auf die Anwesenheit des Herzogs von Braunschweig

in Braunschweig im Jahre 1809

Könnt` ich, dem Adler gleich, ins Firmament mich schwingen,
Fröhlich und frei, ein Gott, ins blaue Weltall singen,
Trät` ich, bespritzt ... weiterlesen


Rückkehr

In dem Tal, wo Burgen hangen
An manch wald`ger Bergeswand,
Wo du oft als Kind gegangen
Sorglos an der Unschuld Hand,

Ging ich jüngst verlassen, Liebe!
... weiterlesen


Um Mitternacht

In der Mitternacht allein
Lieg` ich wach in Finsternissen,
Doch durch diesen Leib zerrissen
Schau` ich überird`schen Schein.

Ja! wie aus des Kerkers Nacht
... weiterlesen


Der Einsame

In des Waldes Einsamkeit
Flieh` ich gern zu Baum und Kraut
Tief hinein, wo weit und breit
Mich kein Menschenauge schaut.

Gehet auch ein Reh zum Born,
Kann ... weiterlesen


Ruhe bei Ihr

In diesen bangen Tagen
Was kann man Beßres tun,
Als, jeder Sorg` entschlagen,
An treuem Herzen ruhn?

Ja, komm, du Herz voll Liebe,
Du Kind, o süßer ... weiterlesen


Alte Heimat

In einem dunklen Tal
Lag jüngst ich träumend nieder,
Da sah ich einen Strahl
Von meiner Heimat wieder.

Auf morgenroter Au
War Vaters Haus gelegen;
... weiterlesen


Des Kindleins Grab

In einer Winternacht träumt` ich den Traum:
Ich stand allein in eines Kirchhofs Raum,
Hell schien der Mond von blauer Himmelshöh`,
Sich spiegelnd in der Gräber Eis und ... weiterlesen


Das Lied

In Gram durchschiffet leise
Der Schwan die blaue Flut,
Still eines Liedes Weise
In seinem Busen ruht.

Er singt`s nicht in den Tagen
Des Leids, noch so ... weiterlesen


Gott Dank!

In meinem Garten stehet ein Baum,
Trägt Äpfel so viel, daß man`s glaubet kaum.
Wie herzlich mich diese erfreuen!
Gott schenke der Menge Gedeihen!

Da wehet ein ... weiterlesen


Trinklied für den Bund der Jungen und Alten

In meines Hauses Grunde
Sitzt ein geheimer Bund,
Den ich in trauter Stunde
Tu` trauten Freunden kund.

Chor.

Der Rat aus aller Munde
Ist: tu ... weiterlesen


Graf Asper

In Waldesdunkel steht ein Bronn
Beim Kloster der weißen Frauen,
Der Bronn viel hundert Klafter tief
In Felsen gut gehauen.

Saß auf dem Baum Waldvögelein,
... weiterlesen


Bei des Kronprinzen von Württemberg,

jetzigen Königs, Zurückkunft aus Frankreich,
im Frühling 1815.

Was sollen all die süßen Lieder,
Die rings die junge Erde singt?
Es kam der reiche Frühling ... weiterlesen


Preis der Tanne

Jüngsthin hört` ich, wie die Rebe
Mit der Tanne sprach und schalt:
»Stolze! himmelwärts dich hebe,
Dennoch bleibst du starr und kalt!

Spend` auch ich nur ... weiterlesen


Nächtlicher Besuch

Jäger.

Der Tag ist gegangen,
Hier irr` ich allein,
Wie graut mir hier außen!
O laß mich hinein.

Schäferin.

Hier innen ist`s ... weiterlesen


Rätsel

Kennst du den seltsamen Kristall?
Er deutet strahlend himmelwärts,
Rund ist er, wie das blaue All,
Und seine Folie ist das Herz;
Es bricht aus ihm ein heilig Licht,
... weiterlesen


Auf Eulensteins Spiel auf der Maultrommel in der N

Kommt von Bienen, was ich höre?
Nächtlich schwärmen Bienen nicht!
Ha! nun tönt`s wie Geisterchöre
Harter Sylphen leis und licht;
Lauter jetzt, wie Harfen klingen,
... weiterlesen


Stille Liebe

Könnt` ich dich in Liedern preisen,
Säng` ich dir das längste Lied,
Ja, ich würd` in allen Weisen
Dich zu singen nimmer müd.

Doch was immer mich betrübte,
... weiterlesen


Gesanges Erwachen

Könnt` ich einmal wieder singen,
Wär` ich wiederum gesund,
Aber noch will`s Herz zerspringen,
Und in Trauern schweigt der Mund.

Kaum, daß diese leise Klage
... weiterlesen


Verhaltenes Schmerzen

Könnt` ich mit meinem Gram
Mich in mich selbst versenken,
An was der Tod mir nahm,
Mit stiller Wehmut denken!

Könnt` in Waldeinsamkeit
Ich ein Einsiedler ... weiterlesen


Verjüngung

Könnt` ich wieder mich verjüngen!
Könnt` ich wachsen wie ein Kind!
Jugend! wie bist du verflogen!
Alter, wie kamst du geschwind!

Hab` Geduld, wirst dich ... weiterlesen


Im Grase

Laßt mich im Gras und Blumen liegen
Und schaun dem blauen Himmel zu:
Wie goldne Wolken ihn durchfliegen,
In ihm ein Falke kreist in Ruh`.

Die blaue Stille stört ... weiterlesen


Der Stephansturm

Lichtvoll die Herde gehet
Auf blauer Himmelshöh`,
Einsam der Hirte stehet
Und klagt der Nacht sein Weh.

Also den alten Kummer
Singst du, o Riesengeist!
... weiterlesen


Tod im Mai

Macht`s der Glocken lautes Hallen?
Blüten schneien lind herab
Auf den Sarg, mit dem zum Grab
Sie dort unter Bäumen wallen.

In so lichtem Frühlingsleben,
... weiterlesen


An ein grünes Glas von Duller

Mein grünes Glas, mein Dullerglas!
Wenn nun verwelkt liegt Blatt und Gras,
All Grünes von der Erde wich,
Greif` ich nach dir und fülle dich.

Da schaut aus dem ... weiterlesen


Das braune Büblein

Mich freute herzlich, herzlich, traun!
So oft ich es gesehen,
Stets springen, niemals gehen,
Ein Büblein, ganz kastanienbraun.

Es war so frisch, so munter, ... weiterlesen


Der schwere Traum

Mir träumt`, ich flög` gar bange
Weit in die Welt hinaus,
Zu Straßburg durch alle Gassen
Bis vor Feinsliebchens Haus.

Feinsliebchen ist betrübet,
Als ... weiterlesen


Wanderers Nachtlied

Mit Sturm und Nacht durch fremdes Land
Irr` ich in Einsamkeit;
Doch sing` ich froh durch Berg und Tal,
Ich weiß, mir wird kein Leid.

Sie schützt der Himmel ... weiterlesen


Auf der Wanderung

Morgen kommt mit lichtem Gruße
Und Natur beginnt ein Fest,
Mancher noch mit heißem Kusse
An das Herz was Liebes preßt.

Aber irre und verlassen
Treibt es ... weiterlesen


Wintergefühl

Möchte von der Erde fliehen,
Wann auf ihr nur Menschen ziehen,
Doch erstarrt ist Baum und Kraut:
Wann der Fluß mit Eis umzogen,
Wann der Vogel fortgeflogen,
... weiterlesen


Unerhörtes Gebet

Möchte von des Himmels Höh`
Nur ein Strahl ins Herz mir kommen,
Daß aus ihm das bange Weh
Dieser Erde würd` entnommen.

An dem Kreuze sank ich hin
In des ... weiterlesen


Der Magnetvogel

Möcht` ein Magnetvogel werden!
Eilends würd` fliegen ich himmelwärts,
Und was ich liebte auf Erden,
Zög` ich empor zu mir, Herz an Herz.

Was mich gedrückt, ... weiterlesen


An den Grafen Alexander von Württemberg

Nach dem Erscheinen seiner Sturmlieder.

Sturmlieder hast du kühn gesungen,
Sangst, wie der alte Gott mit Macht
Mit Meeresschiffen wild gerungen,
Sie krachend in ... weiterlesen


An Graf Alexander von Württemberg

Nach Empfang neuer Lieder von ihm.

Sonett.

Du ritterlicher Sänger, treu und bieder,
Wie schlägt dein Lied ans Herz selbst deines Alten,
Der schon im ... weiterlesen


An einen Freund

Nanntest eine Leidensblume mich in deiner Liebe, Freund!
Fühle nichts von solcher Blume, doch du hast es gut gemeint.
Aber immer wird mir klarer, daß ich eine Distel bin,
Eine ... weiterlesen


Vorwärts!

Neues Wirken, neues Streben
Ist in Menschenbrust erwacht,
Und ein neues frisches Leben
Hebt sich aus der alten Nacht.

»Vorwärts! vorwärts!« hat geheißen
... weiterlesen


An die Seherin von Prevorst

Noch liegst du, aber laß mich dein Schicksal nicht beklagen,
Das Auge Gottes seh` ich durch deine Nächte tagen,
Denn als die Welt da draußen zerronnen dir in Nacht,
Hat sich ... weiterlesen


Spindelmanns Rezension der Gegend

Näher muß ich jetzt betrachten
Diese Gegend durch das Glas,
Sie ist nicht ganz zu verachten,
Nur die Fern` ist allzu blaß.

Jene Burg auf steiler Höhe
... weiterlesen


Arzt und Pferd

O armer Arzt! o armes Pferd!
Ihr fühlet gleiche Wehen.
Bis an den Tod sollt ihr beschwert
Allzeit im Trabe gehen.

Doch Pferd! dich läßt man früher ruhn,
... weiterlesen


Das Silberhaus am Tegernsee

O du im weißen Zauberhaus
Am grünen Tegernsee,
Du bist, ich sag` es frei heraus,
All dieser Wunder Fee.

Wie eine Perle weiß und rein
Auftaucht im grünen ... weiterlesen


Unter dem Fruchtbaum

O Fruchtbaum auf der Aue frei,
Wie bist du zu beneiden!
Jedweder Lenz tut dich aufs neu`
Mit Blüten licht bekleiden!

Dem armen Menschen unter dir
Ist ... weiterlesen


Sehnsucht

O könnt` ich einmal los
Von all dem Menschentreiben,
Natur! in deinem Schoß
Ein herzlich Kind verbleiben!

Mich rief ein Traum so schwer
Aus deinen ... weiterlesen


Augentrost

O laß es gern geschehen,
Daß dir dein Auge blind!
Was willst du denn noch sehen,
Altes, betrognes Kind?

Willst du den Lenz erzwingen
Durch buntgefärbtes ... weiterlesen


Vogt Finsterlings Bauernideal

O möchte mir ein treu Gemälde glücken
Vom Bau`r, wie sich derselbe muß gestalten,
Um uns, die wir das Richteramt verwalten,
Die heil`ge Amtsehr` niemals zu verrücken!
... weiterlesen


An Gräfin Fernande von Pappenheim in Tegernsee

O Tegernsee! du Aue voller Frieden,
Mit deiner Wasser, deiner Wälder Pracht!
Ja, wäre dich zu sehen mir beschieden,
Noch eh` mein Auge sinkt in bange Nacht?
Und wird ... weiterlesen


Tübinger Burschenlied

O Tübingen! du teure Stadt!
Bin deiner Weisheit voll und satt!
Ade! ihr alten Mauern!
Aus ist es mit dem Trauern!

Und aus wohl mit dem blanken Geld,
Doch ... weiterlesen


Ergebung

Oft meinst du, Herz! du könntst noch überfließen
Von bunten Liedern, brächte man dich nur
Aus Deutschlands Froste noch auf eine Flur,
Wo Sonn` und Erde heißer sich ... weiterlesen


Poesie

Poesie ist tiefes Schmerzen,
Und es kommt das echte Lied
Einzig aus dem Menschenherzen,
Das ein tiefes Leid durchglüht.

Doch die höchsten Poesien
... weiterlesen


Der reichste Fürst

Preisend mit viel schönen Reden
Ihrer Länder Wert und Zahl,
Saßen viele deutsche Fürsten
Einst zu Worms im Kaisersaal.

»Herrlich«, sprach der Fürst von ... weiterlesen


Auf das Wildbad

Quält Schmerz und Krankheit deine Glieder,
Macht welk dein Herz der Menschen Qual,
Verlaß die Welt und steig hernieder
In dieses unterird`sche Tal.

Hier legt ... weiterlesen


Rost und Gram

Rost und Gram, in einer Nacht,
Wo ich schlaflos träumend sann,
Hab` ich eures Gifts gedacht,
Und wie das zerfressen kann.

Rost des Eisens Tod selbst ist,
... weiterlesen


Sei demütig

Rühme dich auf dieser Welt,
Mensch! nicht deines eignen Lichts!
Sonnen sind ob dich gestellt,
Gegen die dein Schein ein Nichts.

Kannst hier hoffen, glauben ... weiterlesen


Liebesklage

Schwarzes Band, o du mein Leben!
Ruh` auf meinem Herzen warm;
Liebe hat dich mir gegeben,
Ohne dich, wie wär` ich arm!

Fragt man mich, warum ich trage
... weiterlesen


Der schönste Anblick

Schön ist`s, wenn zwei Sterne
Nah sich stehn am Firmament,
Schön, wenn zweier Rosen
Röte ineinander brennt.

Doch in Wahrheit! immer
Ist`s am schönsten ... weiterlesen


Waldleben

Sei willkommen, Wandersmann,
In des Waldes Einsamkeit!
Was ein armes Leben freut,
Hier man einzig finden kann.

An der Quelle ruht das Reh,
Drossel übet ... weiterlesen


Die Puppe

Sieh die Raup` in ihrer Puppe
Stillem, dunklem Schattenreich,
Nun getrennt von den Genossen,
Einzig in sich selbst verschlossen,
Tot nicht, ob begraben gleich,

... weiterlesen


Der Rosenstock

Siehe! die Wurzel, sie liegt im schweigenden Dunkel begraben,
Einsam und finster, gehört diese der ewigen Nacht.
Oben entfalten sich drauf die grünen Blätter, die Dorne,
Bild ... weiterlesen


Der Kronprinzessin Olga Kaiserl. Hoheit

Siehst du vom Berg des Schlosses Trümmer ragen?
Hier war es, wo in starker Vorzeit Tagen
Errettend aus der feindlichen Gewalt
Die Frauen ihre Männer treu getragen;
Und ... weiterlesen


Trost

Solang noch Berg` und Tale blühn,
Durch sie melodisch Flüsse ziehn,
Ein Vogel hoch im Blauen schwebt,
Goldähren licht im Westhauch wallen,
Gebirge stehn, Alphörner ... weiterlesen


Bittre des Erdballs

Sollest Süßes nicht erwarten
Von dem Balle dieser Welt,
Wie vom Apfel, den im Garten
Dir der Baum entgegenhält.

Würdest, ach! zu sehr erschrecken,
... weiterlesen


An Rosamunde

Sommers, wann die Lilien blühen,
Nelk` und Rose duftend glühen,
Mägdlein durch die Gärten wallen,
Schön begrüßt von Nachtigallen:

Steh` ich wohl am fernen ... weiterlesen


Von Ihr

Sonnenblume, die in Wonne
Sich nach goldner Sonne sehnet,
Wird zum Bild der klaren Sonne,
Ihre Liebe sie verschönet.

Schein` ich gut dir, süß Verlangen!
... weiterlesen


Laß nicht Jugend! Laß nicht Liebe!

Steht der Himmel schwarz umzogen,
Daß man ihn muß traurend wähnen,
Wandeln sich zum farb`gen Bogen
Schnell oft alle seine Tränen.

Mitten unter Donnerwettern
... weiterlesen


Das Seltenste

Steig in der Erde Nacht!
Wohl manchen edlen Stein
Findst du in stillem Schacht,
Der unversehrt und rein.

Tauch` in des Meeres Grund,
Such` am einsamen ... weiterlesen


Liebespein

Still hingegeben
Ganz ihr allein,
Geht, Menschen, gehet!
O ihr nicht fasset
Der Liebe Pein!

Von Lieb` zerrissen
Ein armes Herz,
Wird durch ... weiterlesen


Weisheit des Winters

Strenger Winter! kalter Weiser! schonest weder Kraut noch Gras!
Was du nur berührst, du Frost`ger! wandelst du in starres Glas.
Bunte Blüten, grüne Blätter, die der milde Sommer ... weiterlesen


Sängerneid

Sänger frönen gern dem Neide!
Lauschet nur dem Vögelchor!
Will die Lerche singen vor,
Pfeift der Fink ihr drein zum Leide.

Und im Walde – welch Gemische!
... weiterlesen


Im Walde

Tief durch den Wald Gesang erschallt,
Die leichten Vöglein scherzen,
Der Mensch allein, der trägt die Pein
Recht tief im kranken Herzen.

Leicht hüpft der Bach ... weiterlesen


König Georg von England im Jahr 1813

Tief ergraut stieg Englands König
Von der Väter hohem Thron,
Legte Zepter, goldne Krone
In die Hand dem edlen Sohn.

Bald ihm Licht und Rede schwanden,
... weiterlesen


Letzte Bitte

Tief in Waldeinsamkeit ein Grab! ein Grab!
Von allen Menschen ferne, ja! recht ferne!
Da senkt den müden Sänger bald hinab,
Wann funkeln durchs Gezweig die Abendsterne.
... weiterlesen


An einen Dichterfreund

Trage still die trüben Lose
In der wunden Dichterbrust!
Denke: daß das Hehre, Große
Mehr der Schmerz ist, denn die Lust.

Nur der Druck erpreßt der Traube
... weiterlesen


Glück im Unglück

Trifft ein Leid ein Herz voll Kummer,
Wird das minder aufgeschreckt,
Als wenn Leid aus seinem Schlummer
Ein Herz, das in Lust ist, weckt.

Da im Leben mich ... weiterlesen


Der verwitterte St. Stephansturm

Turm, der du viele hundert Jahr`
Aufstrebtest stolz ins Reich der Lüfte,
Um dessen Haupt der Felsenaar
Wie um den Mast die Möwe schiffte,

Auch dich zerfraß der ... weiterlesen


Die zersprungene Glocke

Turmes Glocke ist zersprungen,
Die uns viele Jahr` erklungen,
Eine neue schon sie bringen,
Sprechen: Die wird besser klingen.

Lang oft hat ein Herz gesungen,
... weiterlesen


Die Lilie

Viel Blumen blühten einst auf einem Grabe,
Hießen sich Röslein, Veilchen, Hyazinthe.
Winter erschien, da gingen all die Blumen,
Kamen auch nimmer auf den stillen Hügel.
... weiterlesen


An Emil Niethammer

Viel teure Namen nennen diese Blätter,
Und deinen, Treuster! sollte man vermissen?
Man lese hier, wann längst schon wir den Wettern
Der sturmbewegten Erde sind entrissen:
... weiterlesen


Graf Eberhard

Von Württemberg Graf Eberhard,
Nun alt und laß nach mancher Fahrt,
Legt hin sein rostig Schwert von Stahl
Und steigt hinab ins stille Tal.

Dort, wo in Tiefen ... weiterlesen


Mitternachtsszene

Vögel, die mit Wolken schifften,
Sanken in der Wälder Nacht,
Schlummer liegt auf Wald und Triften,
Einsam nur der Hirte wacht.

Freude macht es mir, zu ... weiterlesen


Frühlingsmorgen

Wann die Lämmer wieder springen,
Lerchen jubeln, Rosen glühn,
Muß das kränkste Herze singen
Und im Welken noch erblühn.

Wer in bangen Lebensschmerzen
... weiterlesen


Lust der Sturmnacht

Wann durch Berg` und Tale draußen
Regen schauert, Stürme brausen,
Schild und Fenster hell erklirren
Und in Nacht die Wandrer irren,

Ruht es sich so süß hier ... weiterlesen


Morgenfrische

Wann in Höhen licht und stille
Wonnig sich der Vogel wieget,
Auch der Mensch aus schwerer Hülle
Auf ins Gold des Morgens flieget.

Nimmer schleicht durchs Herz ... weiterlesen


Winterklage

Wann in lichten Sommertagen
Leiden dieses Herz getragen,
Schlug es bald am Wiesenbach,
Bald in Waldesdämmerungen,
Wo die Nachtigall gesungen,
Mildern Melodien ... weiterlesen


Die Antwort

Warum du nur Klagetöne?
Warum du nur ew`gen Schmerz?
Stimmt Natur mit ihrer Schöne
Dich nicht einmal um zum Scherz?

Kommen Wolken hergezogen,
Liegt die ... weiterlesen


Sonnenblicke im Winter

Was bringet mir den alten Mut
Inmitten meiner Lebenstrübe?
Ich sinn` und weiß nicht, wer es tut,
Was wieder weckt des Lebens Liebe.

Die Erde, weiß ich, ist es ... weiterlesen


Trinklied im Juni

Was duftet von des Berges Haupt
So tief ins Tal hinab?
Die Rebe ist`s, die neubelaubt
Sich blühend hebt am Stab.

Was regt sich in des Hauses Grund,
In den ... weiterlesen


Das Gewicht

Was in stiller Mitternacht,
Wenn die Erde ringsum schlief,
Mir oft aus dem Herzen tief
Lieder hat hervorgebracht,
War des Lebens Schwere nur,
Die mir oft am Herzen ... weiterlesen


Ade

Was macht dir, Herzliebster!
Die Wange so blaß?
Was macht dir das Auge
Von Tränen so naß? –

O Liebchen! Herzliebchen!
Wohl ist es mir weh;
Weit ... weiterlesen


Des Arztes Traum

Was mir ein Arzt erzählte
Von einem Traume bang,
Ich euch zum Lied erwählte,
Hört freundlich den Gesang!

Er sprach: »Ich denk` mit Schauern
Stets an den ... weiterlesen


Insektenleben - Auf der Reise

Weh! wer machte mich jetzt los
Aus dem Kasten, drin ich schlief?
O! die Nadel brannte tief!
Und nun liegt das Herz mir bloß.

Drum der lichte Sonnenschein
... weiterlesen


Sonnenlauf

Weh, o weh der bösen Sonne! stellt mit libelosem Strahl
Zwischen mich und sie, die Ferne, hohe Berg` und tiefe Tal`,
Bringet Dörfer, bringet Städte, ziehet Flüsse, leitet Seen,
... weiterlesen


Der schmerzreiche Ton

Wehlaut aus dem Totenzimmer,
Glockenklang, der Schüler Chor,
Das sind Töne wohl, die immer
Schmerzreich dringen in mein Ohr.

Doch ein Ton im Haus der Leiche
... weiterlesen


An Gangloffs Geist

Weinsberg 1819.

Hier in diesen üpp`gen Feldern,
Rebenbergen, dunklen Wäldern,
Um das Mal der Frauentreu`,
Wo du gingst in stillem Sinnen, –
Brennt es ... weiterlesen


Sängers Trost

Weint auch einst kein Liebchen
Tränen auf mein Grab,
Träufeln doch die Blumen
Milden Tau hinab;

Weilt an ihm kein Wandrer
Im Vorüberziehn,
Blickt ... weiterlesen


Wo zu finden?

Wenn ein Liebes dir der Tod
Aus den Augen fortgerückt,
Such` es nicht im Morgenrot,
Nicht im Stern, der abends blickt.

Such` es nirgends früh und spät,
... weiterlesen


Letzter Trost

Wenn im Sarg der letzte Freund,
Wenn das letzte Herz nicht mehr,
Das mit dir es gut gemeint,
Klage nicht, o Herz! so sehr!

Denn wenn so die Welt dir tot,
... weiterlesen


Möglichkeit

Wenn man so sitzt im trüben Mut
Und sich kann fassen kaum,
So denkt man oft: Wie wär`s so gut,
Wär` alles nur ein Traum!

Ist denn kein Traum die bange Nacht,
... weiterlesen


Im Winter

Wenn Nachtigall und Lerche singen,
Da schweigt verschämet mein Gesang,
Mein armes Lied will nur gelingen
Bei Nacht und Tod im Winter bang.

Da liebt es jene öden ... weiterlesen


Abendschiffahrt

Wenn von heiliger Kapelle
Abendglocke fromm erschallet,
Stiller dann das Schiff auch wallet
Durch die himmelblaue Welle;
Dann sinkt Schiffer betend nieder,
Und wie ... weiterlesen


Erhebung

Wie das Kamel sich aufhebt klagelos
Mit Lasten, die der Führer ihm aufband,
Und trauend ihm, daß sie nicht allzu groß,
Hinschreitet mutig durch der Wüste Sand:

... weiterlesen


An Johannes Lämmerer

Wie einst Hans Sachs in seiner frommen Sitte
Manch Lied auf armer Schustersbank gesungen,
So ist auch dir manch frommes Lied gelungen
Am Weberstuhl in armer, stiller Hütte.
... weiterlesen


Wurm und Tiger

Wie lang oft liegt in Herzensgrund
Der Gram, ein Wurm, und nagt es wund,
Und fort schlägt dieses Herze noch.
Gram! wärest du ein Tiger doch!
Das Herz zerrissest du im ... weiterlesen


Herbstgefühl

Wie mit Gold die Wälder prangen,
Rosen gleich die Bäum` erblühn!
Erde will wie Himmel glühn,
Eh` sie starr liegt und gefangen.

Goldne Himmelsburgen tragen
... weiterlesen


Im Grase

Wie sich`s so wohl im Grase liegt
Bei Kraut und Blumendüften,
Wenn über uns ein Vogel fliegt
In goldnen Himmelslüften.

Da kann man wahrlich denken nicht,
... weiterlesen


Ludwig Uhlands frische Lieder

Wie wenn ein Strom, den lange
Ein Winter eingezwängt,
Im Lenzhauch mit Gesange
Verjüngt die Fesseln sprengt;

Wie wenn nach Jahr und Tagen
Ein Baum, einst ... weiterlesen


An Amalia

Wie, wer an Himmelshöhen
Aus Wolken schnell den Mond erblickt,
So hab` ich dich gesehen
Und stand in deinem Licht entzückt.

Bald warst du weggeschwunden,
... weiterlesen


Willkomm der Heilbronner Turner ...

Willkomm der Heilbronner Turner an ihre Turnbrüder bei dem Turnfeste in Heilbronn

Turnerbrüder! seid willkommen,
Seid mit Jubel aufgenommen
In der alten Neckarstadt,
... weiterlesen


Lust der Erstarrung

Winter! Winter! frost`ges Leben!
Schnee und Erde deckt die Reben,
Und der Most in Fasses Runde
Schweigt, gibt nimmer Lebenskunde.

Winter! Winter! kalter ... weiterlesen


Anna Vögtly

Wo dem Spalt geborstner Felsen
In endloser Wildnis Grausen,
Recht wie aus der Hölle Grund,
Heiße Wasser wild entbrausen,

Aus dem alten Born zu Pfäffers
... weiterlesen


Rat im Mai

Wo Saaten sich erheben,
Wo froh die Vögel schweben
Mit Singen himmelwärts,
In linden Maientagen,
Kannst du nicht ruhig schlagen,
Du krankes, krankes Herz?
... weiterlesen


Der Einsame

Wohl gehest du an Liebeshand,
Ein übersel`ger Mann;
Ich geh` allein, doch mit mir geht,
Was mich beglücken kann

Es ist des Himmels heilig Blau,
Der Auen ... weiterlesen


Ehmals

Wohl hab` ich manches Lied erdacht
In Waldes Dämmerungen,
Die Vögel haben`s mitgemacht,
Der Bach hat drein geklungen,
Den langen Weg, die fels`ge Bahn
Ging ich ... weiterlesen


Jünglingstrauer

Wohl hat noch nie ein Mädchen
Mit Liebe mein gedacht,
Noch nie mir stille Freude
In Wink und Kuß gebracht:
Doch liebt mich wohl dies Sternlein,
Bleich zitternd ... weiterlesen


Lob des Flachses

Wohl hat Sommer sich zum Kranze
Manche Blüte zart gewoben;
Aber, Flachs, dich mildste Pflanze,
Muß ich doch vor allen loben.

Blauen Himmel ausgestreuet
... weiterlesen


Todesprobe

Wohl ihr Aug` erloschen steht,
Wohl die Pulse nicht mehr schlagen,
Und mit Klagen
Jedes von der Toten geht.

Doch sie kann noch lebend sein;
Todeskälte, ... weiterlesen


Glück des Verlassenseins

Wohl ist es schön, zu stehen
In trauter Freunde Reihn,
Doch schöner ist`s, zu gehen
In weiter Welt allein.

Mensch! bist du ganz verlassen,
Klag` keinen ... weiterlesen


Nähe des Toten

Wohl müßt` ich herzlich weinen,
Herz! wärst du wirklich tot,
Und könnt` mich nichts mehr einen
Mit dir in Freud` und Not.

Doch, sieh, seit du gestorben
... weiterlesen


Stummsein der Liebe

Wohl neigt nach goldner Sonne
Sich stumm die Blum` der Au,
Doch spricht von ihrer Wonne
Im Kelch der helle Tau.

Halt` ich die Lieb` umwunden,
Gedrückt ans ... weiterlesen


Erbarmen

Wohl vor dem Fenster im Bauer
Sitzt ein Vöglein im Regenschauer,
Hinaus tat`s das Mägdlein im Sonnenschein,
Nun stürmt`s, und sie holt es erbarmend herein.
Hand Gottes! ... weiterlesen


Wanderung

Wohlauf und froh gewandert
Ins unbekannte Land,
Zerrissen, ach! zerrissen
Ist manches teure Band.

Ihr heimatlichen Kreuze,
Wo ich oft betend lag,
Ihr ... weiterlesen


Wanderlied

Wohlauf! noch getrunken
Den funkelnden Wein!
Ade nun, ihr Lieben!
Geschieden muß sein.
Ade nun, ihr Berge,
Du väterlich Haus!
Es treibt in die Ferne
... weiterlesen


Auf die aus den Kirchen weggebrachten altdeutschen

Wollt bald alle wiederkehren,
Fromme Kinder deutscher Art!
An den Wänden, ach! den leeren,
Ist ein Platz euch aufbewahrt.

Weggeschleppt aus frommen Hallen,
... weiterlesen


Frage

Wärst du nicht, heil`ger Abendschein!
Wärst du nicht, sternerhellte Nacht!
Du Blütenschmuck! du üpp`ger Hain!
Und du, Gebirg voll ernster Pracht!
Du, Vogelsang aus ... weiterlesen


Sehnsucht nach der Waldgegend

Wär` ich nie aus euch gegangen,
Wälder, hehr und wunderbar!
Hieltet liebend mich umfangen
Doch so lange, lange Jahr`! –

Wo in euren Dämmerungen
... weiterlesen


Im Herbst II

Zieh nur, du Sonne, zieh
Eilend von hier, von hier!
Auf daß Ihr Wärme komm`
Einzig von mir!

Welkt nur, ihr Blumen, welkt!
Schweigt nur, ihr Vögelein!
... weiterlesen


Maienklage

Ziehe nicht so spröd und schnelle,
Süßer Mai, an mir vorüber!
Einen Strahl nur deiner Helle!
Nur ein einzig Blümlein, Lieber!

Quellen rauschen, Vögel ... weiterlesen


Die traurige Hochzeit

Zu Augsburg in dem hohen Saal
Herr Fugger hielt sein Hochzeitmahl.

Kunigunde hieß die junge Braut,
Saß krank und bleich, gab keinen Laut.

Zwölf goldne ... weiterlesen


Die Stiftung des Frauenklosters Lichtenstern

Zu Weinsberg steht ein Hügel,
Der grauer Vorzeit Trümmer trägt,
In denen Westhauchs Flügel
In stiller Nacht die Harfe schlägt.

Hörst du dies fremde ... weiterlesen


Zwei Särge

Zwei Särge einsam stehen
In des alten Domes Hut,
König Ottmar liegt in dem einen,
In dem andern der Sänger ruht.

Der König saß einst mächtig
Hoch auf ... weiterlesen


Im Regen

Zählt man die Zeit im Jahr,
Drin freudvoll war ein Herz,
Sind`s wen`ge Tage nur,
Die andern trug es Schmerz.

Zählt man die Zeit im Jahr,
Drin blau der ... weiterlesen


Lust stürmischen Wetters

»Ha! wie`s jetzt stürmet und schneit!
Das ist ein Graus!«
Rufet dort einer zum Fenster heraus.
Kein Graus! nein! nein!
Das ist mir Sonnenschein!
Denn nun bleibt ... weiterlesen


Häusliches Gespräch

»Mir leeren die Mäuse,
Spitzmäuse und Ratten,
Verschloßne Gehäuse
Und offene Platten.
Mann! die Apotheke
Hilft sicherlich hier,
Gift schaffe aus ihr,
... weiterlesen


Spruch im Frühling

»Sieh! wie in wunderbarer Pracht,
Mit Blüten übersät,
Die Welt ein Garten Gottes lacht,
In dem man selig geht!«

Wahr ist`s! Doch sieh, wie diese Pracht
... weiterlesen


Die schwäbische Dichterschule

»Wohin soll den Fuß ich lenken, ich, ein fremder Wandersmann,
Daß ich eure Dichterschule, gute Schwaben, finden kann?«

Fremder Wanderer! o gerne will ich solches sagen ... weiterlesen



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