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Gedichte - Karl Egon Ebert


Träume des verliebten Ritters.

1. Auf der Stechbahn hielt ich
harrend, Stolz auf stolzem Gaul mich
brüstendm Denn der stärksten Lanzen
zwanzig Waren schwach an mir
zers´plittert; Keiner wagte meh
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Abend- und Morgentau.

Abendtau, du bist die Träne, Die der
düst’re Himmel weint, Wenn die
goldgelockte Schöne Nicht mehr
glänzend ihm erscheint. Morgentau,
du bist die Zähre, Die er
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Das erste Veilchen

Als ich das erste Veilchen
erblickt, Wie war ich von Farben und
Duft entzückt! Die Botin des Lenzes
drückt` ich voll Lust An meine
schwellende, hoffende Brust. Der Lenz
is
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Gelöster Zwiespalt.

Auf den Bergen möchte‘ ich
thronen, Weil ich gern erhaben
stehe, Und in Tälern möcht‘ ich
wohnen, Weil ich gern die Berge
sehe. Heldenruhm möchte‘ ich
erringen,
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Reiselied

Bringet des treu`sten Herzens
Grüße, Eilende Wellen, zu ihr
hin. Sagt, wie ich jedes Glück
vermisse, Seit ich von ihr geschieden
bin. Refrain: Hier empfind` ich all
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Forderungen.

Der Dichter. Maler, weißt so schon
zu fesseln Manchen flücht‘gen
Augenblick, Male mir des Liebchens
Treue, Einen Kuss mir nur
zurück. Der Maler.
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Am Kirchhof.

Der Nachtwind säuselt mild, um zu
erlaben Die Blumen, welche Tau auf
Gräber weinen, Der Mond blickt
tröstend nach dem mos’gen
Steinen, D’rein Engel ihren Schmerz
gemeißelt haben.
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Schwerting der Sachsenherzog

Der Schwerting, Sachsenherzog, der saß
bei Festesmahl, Da schäumten Weine
perlend in eisernem Pokal, Da rauchten
die Speisen köstlich in eisernem
Geschirr, Da war von Eisenpanzern ein
wi
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Trost.

Der Unglückliche. Hier in dunklen
Hains Schatten Lieg‘ ich Armer, suche
Frieden, Meine Kraft fühl‘ ich
ermatten, Ach, und nichts, das stärkt
hienieden! Was mir teuer ei
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Ermunterung

Der Vogel steigt, ein verkörpertes
Lied, hell klingend zum Himmel dahin es
ihn zieht, und selig wirbelt er in den
Höh`n: die Welt ist schön, die Welt
ist schön! Der Stra
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Vorzug.

Die Blume beugt sich nach dem Hagel
nieder, Die Eiche muss dem Sturme sich
bewegen, Verstummend dehnt, verborgen
in Gehängen, Der scheue Vogel
ängstlich sein Gefieder. Der
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Perle und Lied

Die Perle, wahrend im Gehäuse, Das
seinen Schatz geborgen hält, So
schifft die stille Muschel
leise Durch`s tiefe Wogenmeer der
Welt! Der Muschel gleichen meine
Lieder,
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Erhörung.

Ein krankes Fräulein saß zu
Nacht Bank seufzend auf im Bette, Und
heiße Tränen flossen sacht‘ In
reicher Perlenkette. „Mich ließ
das Schicksal ganz allein In
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Ludwig Uhland

Ein Mann mit einer schlichten
Weise, Mit einem still bescheidnen
Sinn, Mit klarem Aug` und heller
Stirne, So tritt er freundlich vor dich
hin; Er heißt dich herzlich gern
willkommen
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Des Greises Trauerlied.

Einst saß ich in silbernem
Mondenglanz, Mir wehten die Locken im
Ringeltanz, Ich dacht‘ an der Minne
Qual und Lust, Gleich klang es mir
leise tief in der Brust, Und wie ich
die Kl
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Melancholie.

Es ist ein schauerlich Gefühl, zu
leben Ganz ohne Ziel und Hoffnung
bessrer Zeiten, Im Arm die Laute mit
zerrissnen Saiten, So zwischen Wog‘
und Himmel hinzuschweben. Soll
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Die Träume.

Ich träumte unterm Lindenbaum Von
Frühlingsduft und Blüten, Und als ich
war erwacht vom Traum, Da hört‘ ich
Stürme wüten, Und Zweige lagen dürre
herum, Und gelbe Blä
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Morgengruß

Ihr Vöglein so zart und fein, was
singet ihr zum Morgen mir? `Wir singen
dir von unsrer Zier, vom Sangesschall
der Nachtigall. Vom kühlen Hain, vom
Quell so rein, vo
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Minnelied.

In den frischen Den kühlen
Büschen Zwitschern gar munter die
Vögelein: „Es muss geminnt und
geschnäbelt sein!“ Auf der
Aue Mit mildem Taue Regen einande
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Traum.

In der Frühe erstem Strahl Wallt‘
ich hin im bunten Tal, Und im weißen,
roten, blauen, Ringsum standen alle
Auen, Selig, weil von sonn’ger
Weide Munt’rer Herden Glocke
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Der Winter.

Nun, Natur, da bin ich wieder, Vater
Weißhaar ist gekommen, G’nug hat
Sonnenglut geglommen, Nun breit‘ ich
den Mantel nieder. Flattre, flattre,
Silberschnee, In das Tal,
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Einigkeit.

Regentropfen, Sonnenstrahlen, Wie doch
mögt ihr euch verbinden, Eines sich im
Andern malen, Ein’s in Andern sich
entzünden? Lehrt uns doch die alte
Lehre, dass nac
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Der Unglückliche.

Sonne—bist aus höhern Sphären Blume
– bist der zart’sten eine, Eiche
– dich kann nichts
zerstören, Nachtigall – du bist die
meine! Ja, die Leier will ich rühren,
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Der Riesenkämpfer.

Stehen die mächtigen Heere Gleich den
hungernden Wölfen, Harrend, stumm
gegenüber, Dürstend nach
Feindesblut. Sinket blutig die
Sonne Hinter den Bergen herunter,
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Frohsinn.

Vor meinem Fenster steh’n zwei
Apfelbäume, D’ran weid‘ ich mich
so gern im jungen Lenze, Wie strahlen
da die zarten Blütenkränze, Wie
würzt ihr Duft ringsum die blauen
Räume.
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Hoffnung.

Was schaut ihr Bäume denn so traurig
nieder? Wie hat in euch gewühlt der
Sturm von Norden, Ach wehe! weh‘! wie
seid ihr kahl geworden! – „Wohl
sind wir kahl, doch grünen bald wir w
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Wasser.

Wasser trägt im Ozeane Tröstend
fernhin den Betrübten, Spült im Fluss
auf leichtem Kahne Den Geliebten zur
Geliebten. Wasser rauscht aus
Felsenklüften Als Gesang
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Die Ruinen.

Wenn ich von fern Ruinen schau‘, Da
fasst mich hohe Glut, Die Riesenmassen
dunkelgrau Erheben mir den Mut. Doch
wenn ich später droben steh‘ Im
alten morschen Hau
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Gesinnung

Wie auch toll die Welt es treibe, Wie
auch alles sich verkehre, Daß sich
selbst er treu verbleibe, Ist des
Mannes Stolz und Ehre. Was da
glitzert, schillert, schimmert,
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Eigne Welt

Zwei Welten lieb ich, doch nicht diese
Welt. Die ein‘ ist droben, wo
sich’s Nachts erhellt, D’raus
freundlich bleiche Sterne
niederblicken, Die and’re d’runten,
wo es ewig Nacht,
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