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Gedichte - Karl Lappe


Hjalmars Todesgesang

(Altnordisch.) Wie ist dir,
Hjalmar? Du wirft bleich, Hjalmar. Ich
sehe dich kraftlos Von schweren
Wunden. Dem Helm ist zerhauen, Dein
Panzer zerstückt.
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Der Blumenhügel

(An meine Kinder) kommt in unsern
Blumenring Zu dem mohnbesä`ten
Hügel, Wo der bunte
Schmetterling Schaukelt auf gezacktem
Flügel, Wo die gelben Sonnen glühn,
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Der alte Seeheld

(Dänisch) Du graues Meer, du Feld
der Schlacht, Du Heldengrab! Du bist
mir Braut, und liebend lacht, MW
Todesnacht durch Grabeipracht. Nimm du
mich einst, aus Siegess
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Abschiedsworte an Lina

(Für Auguste) So willst du von uns
scheiden, Von alter Lieb` und
Treu? Willst lassen und willst
meiden? Und alles wird dir neu? Schon
hast du am Altare Den gro
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Polterabends-Dichtung

(Glaube, Liebe, Hoffnung treten
umschlungen auf.) Glaube. Drei
stille Schwestern kommen in dies Haus
gegangen. Zwar schreckt ihr Ohr des
lauten Festes Klang, Es treibt Gewü
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Dem Kronprinzen von Schweden

(Im October 1812.) Daß wir dich
Fremdling liebten, auf dich
schauten, Als auf den Retter, uns zum
Heil gesandt; Dir rückhaltlos mit Gut
und Blut vertrauten; Daß wir auf de
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Die Tochter von Hiddensee

(Nach Baagesens Ballade. Agnete fra
Holmegaad. Mit Veränderungen.) Wie
einsam blüht` Agnete Auf öder
Hiddensee! Du Bräutchen in der
Wüste, Wer nimmt dich hier zur
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Frühlingselegie

(Nach Bruce.) Sie ist vertobt des
Frostes wilde Wuth, Des Winters
Eisenscepter liegt zerschlagen, Schon
regt die Luft, statt scharfer Winde
Fluth, Ein lauer Westhauch in verl
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Der Jäger

(Nach Chatterton.) Wilm, des Normanns
Stolz, doch Englands Dorn, Des Rathes
kundig, wie der Tapferkeit, Er strafft
empor die Senn`, und tönt ins
Horn, Und hastet seine Manne
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Der Seemann

(Nach dem Dänischen) Meine Lust ist,
zu pflügen das schäumende Meer, Auf
dem Rosse der Wogen zu reiten. Von
Kindesbein gab ich zum Seemann mich
her. Zu schiffen erlerne ic
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Fabel

(Nach Frau Nordenflycht.) Der Diamant
sprach zum Magnet: »Wie schwarz bist
du! Sieh meine Strahlen. Kannst du, wie
ich, mit Reizen prahlen, So sprich,
worin dein Werth beste
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Anruf an die Gesundheit

(Nach Graeme) Du Götterkind mit
lustentbrannten Blicken, Dem ewig hold
die Wangenrosen stehn, Soll ich umsonst
zu dir Gebete schicken, Und ohn`
Erbarmen in die Grube gehn`?
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Der Unerschütterte

(Nach Kellgren) O spare, Sterblicher,
die Thränen! Schleuß tief in deine
Brust die Qual! Wirf hin der Hoffnung
mattes Sehnen! Was frommt sie deiner
Klagen Zahl? Mit
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Der Yarrowstrom

(Nach Logau.) `Wie warst du lieblich,
Yarrowstrom, Als du mir einst den
Liebling schenktest! Doch nun wie
schrecklich, Narrowftrom! Seit, was ich
liebte, du versenktest!
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Hengist und Mey

(Nach Mickle.) Sir Elmern war in
alter Zeit, In Arthurs weitem
Reich, An Heldenruhm und
Damengunst Kein junger Ritter
gleich. Und Elmers Schwester war der
Prei
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Das Schlachtfeld

(Nach Penrose.) Roch scholl der
Schlacht Getöse dumpf Fern in dem
hohlen Sturm einher. Das bleiche Grauen
keuchte vor, An seiner Ferse schritt
der Tod. Der Kr
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Hvidtfeld

(Nach Rahbek.) Das Dänenland hat
nimmer Noth An raschen
Orlogshelden, Die, wo es Sieg gilt oder
Tod, Sich keck zum Kampfe melden. So
war einst Iuel und Adeler,
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Die Blumenwählerin

(Nach Smart.) Mittsommers Abend war
es, Ich lag am Rieselbach Vom
Geisblatt überwölbet Und vom
Jasminendach. O Flora, rief ich,
Flora, Bring deine Blumen dar,
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Freund und Poet

(Nach Zedlitz) Freund. Acht` auf
vernünft`gen Rath, und laß das Dichten
bleiben. Es sind doch schon genug, die
schlechte Verse schreiben. Poet.
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Kriegslied der verbündeten Skandinavien

(Nach Zedlitz. 1795.) Wir
Danmarkmänner, wir Swerrigmänner, Wir
Norgemänner, Wir Meeresmänner, wir
Kriegesmänner, Wir Ehrenmänner, Wir
hören unsrer Fürsten Ruf
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Für die Norwegischen Krieger. 1789

(Nach Zedlitz.) Frei und Norweger
sind wir, Lieben König und
Vaterland, Tragen Muth in der Brust,
das Schwert in der Hand. Pflichten
finden wir schön, Ehre nennen wi
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An den Regierungssecretair Karsten in Stralsund

(Weihnachten 1824) Als er mir
schrieb, man habe die Absicht, der
hun- dertzehnjährisgn Frau in Pütte
ein warmes Winter- kleid zu schenken,
und mir auftrug, mit ihr zu reden,
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Heimruf an meine Kinder

...als das neue Haus fertig war. (Im
September 1824) Kommt nun wieder,
kommt zurück, Aus dem Leide der
Zerstreuung! Ganz zu Asche brennt kein
Glück. Aus Zerstörung
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Mirande. Zweiter Gesang

1. Arglos indeß, in Ruh` und gutem
Frieden Lebt unser Paar die schönen
Stunden hin. Genuß der Gaben, die ein
Gott beschieden, Doch keine Sorge regt
den leichten Sinn.
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Der Jude

1420. Am engen Stäbchen stumm
zusammen Sitzt betend der
Familienkreis, Die Messinglampe spendet
Flammen, Den Tisch bedecket Linnen
weiß. Doch ach, die Fenste
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Im Sommer 1813

Aber seht mir doch den Alten Mit dem
eisernen Gemüthe! Er verschmäht die
Gnadenblüthe, Wagt`s, die Wage starr
zu hatten, Heißt die Waffen wieder
walten, Keinem feigen Frie
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Agandecka

Agandecka, Glanzesflocke! Ach sie
krümmt sich, ach sie sinkt! Nieder
wallt die Rabenlocke Auf den Staub, der
blutig blinkt. Und zertrümmert hat der
Wilde Aller Schönheit Pr
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Das Schiff

Auf hohem Werfte hoch gethürmet, Wer
bist du, königlicher Bau, Der, von der
Menge froh umstürmet, Die Scheitel
streckt zum Wolkenblau? Ah! die
Fregatte, kühn gebettet, Wei
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Schifferlied

Auf rollender Woge, auf schäumender
Fluth, Mit wallendem Wimpel, mit
hüpfendem Kiel, So schweben wir
Schiffer mit fröhlichem Muth, Und
achten der lockenden Küste nicht
viel. Fahr
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Der Winterstrand

Auf, hinab zum Winterstrand, Wo des
Eises Glocken klingen. Von Arkona`s
weißer Wand Laß den Blick hinunter
dringen, Wo die helle Scholle
klirrt, Und der Taucher traurig irrt
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Reiselust

Auf, trauter Freund, wohl auf! Es geht
zur Reise, Der Schwager pocht, das
krumme Posthorn gellt. Heraus einmal
aus unserm alten Gleise, Und rasch
hinein in Gottes weite Welt!
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An die Naturforscher

bei ihrer Versammlung in Prag im Jahre
1837. Der Grieche zog in
längstverklung`nen Tagen, An Kampf und
Sieg gewohnt, zu wildem Spiel; Der
Rosse Lauf, die kühne Flucht der
Wagen, Es
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Hausmittel

Bet` und schlafe, daß dir besser werde,
Armes krankes, müdes Herz.« Beten
bricht die bittre Noth der Erde; Vor
dem Schlaf entschmilzt der Schmerz.
Feste Waffen, unserm schwach
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Blind und taub

Blind ist Glück und blind ist
Liebe, Und ich lern` es nie
verstehn, Daß ich in den Weg mich
schiebe, Wo die holden Kinder
gehn. Still zur Seite muß ich
weichen, Wann es Gol
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Dezember-Abend

Blut trank der Mond und taucht
herauf Aus rotem Wogenbrennen, Den
heute freudelosen Lauf, Gejagt vom
Sturm zu rennen. Tiefblau und grau,
wie Asche fahl, Mit ausgewisch
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December-Abend

Blut trank der Mond und taucht
herauf Aus rothem Wogenbrennen, Den
heute freudelosen Lauf, Gejagt vom
Sturm, zu rennen. Tiefblau und grau,
wie Asche fahl, Mit ausgewischten Fa
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Das Thal am Berge

Das Thal am Berge, Der Wald am
Bach, Der Buchenschatten, Der
Drosselschlag, Des Plätzchens
süße Verheimlichung Weckt oft des
Herzens Erinnerung.
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Frühlingswehmuth

Dein krankes Herz und deine bleiche
Wange Trag` in die freie Frühlingsluft
hinaus. Sink` in den Rasenklee am
Hügelhange, Und athme still, was dich
bekümmert, aus. Der Strahl des H
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Natürlicher Widerwille

Dem schlauen Augenschmeichler, Dem
glatten Zungenfreund, Dem Heuchler und
dem Schleichler, Dem bin ich
spinnefeind. Verschone mein in
Hulden Mit Gleißnern, o Geschick
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An unsern Bach

Der du in Silberhelle Um das Gestade
webst, Und auf der leichten Welle Die
Fischerpolte hebst, Mein liebes Dorf
begrenzest, Und seiner Wiesen Rand Mit
stillen Blumen kr
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Der erste Schnee

Der erste Schnee ist Jubelschnee, O,
schmilz nicht, süße Flocke! Seht,
Kinder, seht den Silbersee, Holt Puder
in die Locke. Fangt auf, was fällt,
mit Hand und Mund, Solch H
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Der Nebelritt

Der König Trojan herrscht zu Nacht Im
weiten, einsamen Schloß, Zu Nacht nur
zieht er in die Schlacht Und reitet ein
schwarzes Roß. Zu Nacht nur sitzt er
zu Gericht
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Das Bad

Der Seehund sonnt sich auf der
Klippe, Mit lauer Welle ruht das
Meer. Der Wandrer, mit zerborstner
Lippe, Wankt durch die Haide lechzend
her. Wohtthätig spielt um seine Wangen
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Zu Holze

Der Stadt bin ich entgangen, Sammt
ihrem Theegeschwätz. Der Wald hat mich
gefangen Mit seinem grünen Netz, Der
Wald mit Nachtigallen, Schwarzdrossel,
Specht und Fink.
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Der kleine Derik

Derik! ruft der Pflanzer
tiefbekümmert. O, wo bist du, Derik,
Derik! wimmert Halb entseelt die Gattin
durch den Wald. Keine Ruhe soll die
Mutter laben, Bis sie findet ihren
trauten
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Vorläufiger Abschied von der Poesie

Des Alters Frost giebt schlechtes
Musenwetter: Ich mag nicht mehr Poete
sein. In meine Handvoll kleiner
Lorbeerblätter, Ihr jüngern Freunde,
theilt euch ein! Ihr mögt im Leben sch
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Landlied

Dich preis ich, Reiz des Landes, Dich
preis ich, selige Freie. Der Mensch
erbaut die Städte; Doch Gott erschuf
das Land. Hier schuf er blau den
Himmel, Und bunt die g
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Badeseufzer des Kranken

Die Sonne badet im Meere, Der Mond
taucht, kurz und gut, Mit all` dem
blinkenden Heere, Kopfüber in die
Fluth. Was warm auf Erden sich reget,
Kühlt seiner Adern Brand
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Am Abend

Die Sonne sank. Der Tag vollbracht! Das
laute Leben endet. Ernst schweigend
herrscht die Nacht. Nun rechne auf,
nun zähle nach. Was hat dir Gott
gespendet? Es war ein
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Die Kinderlose

Die Windmühle. Die Gäste sitzen
froh beim Hochzeitmahle,    
Es funkelt goldner Wein in dem
Krystalle,     Drin
Regenbogen blüh`n vom
Kerzenstrahle; Mu
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An Fanni Elssler

Dir ist das seltne, schöne Glück
gelungen Im Mondenschein dem Elfentanz
zu lauschen, Den sie auf Wiesengrund
bei Bachesrauschen Und leisem
Zauberhorneston` geschlungen. So
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Die Heimath

Dort, wo die Baltischen Wellen Den
buntgedämmten Strand Mit wildem
Brausen umschwellen, Ist meiner Heimath
Land. Von dir, o Trautes,
geschieden, Verwaiset fühl` ich mich,
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Eine Urweltscene

Ein einsames Gebirge, abgewendet Vom
Morgen, ragt empor zum Himmelsraum, Dem
hat der Erdenfrühling nichts
gespendet, Auf seinen Felsen grünt
kein Halm, kein Baum, Gewaltig zieht ei
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Neues Jahr, neues Herz

Ein neues Jahr begonnen: Beginne neu, o
Herz! Versunken und zerronnen Sei
jeder alte Schmerz. Wie sollte noch
mich pressen Ein Leid, das gestern
war? Verschwunden ist v
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Für die Freiheit

Ein Pflanzer rief dem Sklaven: »Bringe
mir Die Waffen, Harry! denn nun gilt es
Kampf: Ich muß hinaus zum großen
Walhington.« Der Sklave langt die
Flinte von der Wand: Her
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Der verschleierte Prophet

Ein Prophet im Sonnenlande Predigt
neuer Lehre Geist, Der in neue
Glaubensbande Tausend der Gemüther
reißt. Und an Brunnen spricht er
gerne, Wenn die Abendkühle fac
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Ein Schullehrer ...

Ein Schullehrer dem andem, zu seinem
Silberjubiläum (Von einem
Dritten) Schon fünf und zwanzig
Jahre! Ein silbern Jubilei! Ich greis
an meine Haare, Ob mir n
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Vollbracht.

Eine Betrachtung beim
Jahreswechsel Vollbracht! ist ein
großes Wort und darum schön und
herrlich; doch klingt es zugleich ernst,
mah- nend und bedenklich: es bietet
Stoff zur Freu
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Weltlauf

Eine Schlang` im Schoße nährt`
ich Manches Jahr und manchen Tag. Da
erschlich sie Ziel und Stunde, Und nun
brennt die Schmerzenswunde Mir im
tiefsten Busen nach. Fah
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Kaiser Ottos Leichenzug

Einen Handschuh schleudern Helden Ihrem
Feinde vor die Füße Und erwarten
ruhig, trotzig, Seine blanken
Waffengrüße Einen giftgetränkten
Handschuh Sandten sie, dic
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Nachgenuß

Einmal wieder hat mich alter
Zeiten Süßer Rausch
entzückt. Einmal wieder haben deine
Seligkeiten, Freundschaft, mich
beglückt. Aus den Tagen meiner
Blüthe schwebte
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Erinnerung

Erinnerung! Erinnerung! Wir haben
nicht, wir hatten. Die Stunde stürmt
mit Adlerschwung, Die Gegenwart ist
Schatten. Sie überfällt zu rasch den
Sinn, Verwirrt dich und bet
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Mirande. Erster Gesang

Erster Gesang 1. Die ihr im Kelch,
um den uns Engel neiden, Den sichern
Sinn gedankenlos berauscht, Als ob das
Schicksal, Liebende zu scheiden, Sich
nie verzei
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Weichheit

Es ist nicht leicht, In Frieden
hinzuleben. So viel man weicht, Man
stößt doch täglich an. Ward pir das
Herz Zu mild und weich gegeben: Wer
zählt den Schmerz,
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Des Imperators Bild

Es kam zum großen Kaiser Ein Maler
kunstgewandt: `Will Majestät nicht
gnädig Ihr Bild von meiner
Hand?` ``Das will ich, lieber
Meister! Doch sprecht, wie stellt ihr
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Mondesrollen

Es schwimmt am dunkelnden Bogen Der
hohen Aetherbahn, Von Wolkenstreifen
umzogen, Des Halbmonds stiller
Kahn. Jetzt taucht er unter die
Schatten, Und Nacht umgraut die Welt.
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Bienenschwärmen

Feuerlärm im Bienenhause? Oder zieht
der Landsturm aus? Strahl bei Strahl,
aus enger Klause, Mit Gebraust, mit
Gesaust, Stürzt das tolle Volk
heraus. »Unser ist der
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Die Frostnacht

Friede dir, freudiger Frost der
Nacht! Blinkende, blanke Blume des
Schnees! Nordliche, nehmt Nordischer
Töne Kräftigen Klang, Kühn wie der
Skalde.
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Die Kuckucksmühle

Frode war ein
Nordlandskönig, Ausgelernt auf
Zauberei. Gute Tage wollt` er
haben, Glück und Glanz und Geld und
Gaben; Leben ganz von Sorgen frei.
— »Ei, der Kuckuck!«
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Gebet um längeres Leben

Gefällt es Dir, So laß mich hier, So
laß mich hier noch weilen. Wie schön
auch dort Dem Himmel sei, Stellt Deine
Gunst die Wahl mir frei: So wähl` ich,
nicht zu eilen.
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Widmung der Friedhofskränze

Gewunden ward der Kranz; Tiefdunkel
blüht sein Glanz. O Sonnenroth Um
blassen Tod! O Sternenpracht Um Grab
und Nacht! Nimm hin, gefühlvoll
Herz! In Weh
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Die Liethe

Habt ihr die schöne Liethe gesehn? Sie
theilt den Staden wunderschön. Der
Doppeleingang zierlich und breit, Der
Pfad hinunter grün und weit, Mit
üppigem Rasen wohlgeschmückt,
... weiterlesen


König Hakon

Hakon, auf zu Hillda`s Spiel! Rascher
Held, ins Schlachtgewühl! Tapfrer
Hakon, den gelüstet Nach Sigtunens
Königsthron, Bache, Habors Rächer,
wache; Denn es schwebt, es sc
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Der Hocknack

Herbei, und hört mich an! Viel zu
erzählen weiß ich. Kommt, Kinder!
Sindbad heiß` ich. Der weitgereiste
Mann. Was Gulliver? was Klim? Fort
Dänen und fort Britten!
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Die Ferie

Heut` ist unser! Heute dürfen Wir der
Sonne Strahlen schlürfen, Im freien
Raum der Felder, Im hellen Grün der
Wälder, Im gethürmten
Meeresstrand. Nun entschlüpft dem Zwa
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Inselheimweh

Hier im trocknen Mittellande Will das
Herz mir stille stehn. Laßt mich los!
Ich muß am Strande Von der Uferhügel
Rande Einmal wieder Schlag und Schaum
der Welle sehn.
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Ecce homuncio!

Holdes viel und Süßes beut zu
schauen Diese reichgeschmückte
Wunderwelt: Köstlich sind die Blumen
auf den Auen, Und das segenschwere
Halmenfeld; Herrlich strahlt die blau
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Hornesklänge

Hört, hört, hört! Des Hornes
Hall Im Wiederschall Von grüner
Bergeshalde! Es wirbelt empor, Es
strömt hervor Vom Walde, vom
Walde. Hoch klingt es durch die
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Die Nonne

I. Sitzt eine Jungfrau
lilienbleich Im engen
Klosterstübchen, Es Mm sich mit
Thränen reich Die holden
Wangengrübchen. Mag dieses wohl aus
Andacht sein?
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Ein starkes Jägerstückchen

Ich ging einmal im wilden Wald, Als ich
noch Jäger war; Den Säbel hart` ich
umgeschnallt, Die Büchse traf ein
Haar; Da that ich einen
Meisterschuß, Den ich noch jetzt bewu
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Die Schwalbe

Ich hab ein kleines Lied erlauscht, Das
hat mich tief durchdrungen. Durch hohe
Binsenwälder rauscht Der See mit
leisen Zungen. Da ruht` ich ernst auf
öder Flur, Den Herbstwi
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Das Finden

Ich suchte nicht, ich warb sie
nicht, Ich buhlte nicht um Liebe. Ich
fand, ich fand, und wußt` es nicht: So
fand auch mich die Liebe. Der Zauber,
der mein Herz umflicht, Hat
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Abschied

Ich wähle mir, das Ding ist klar, Der
edlen Freiheit halben, Ein Strohdach
mit der Spatzenschaar, Und ein Gesims
voll Schwalben. Freund Leisentritt, mit
rothem Bein, Soll Hah
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Flucht

In der Freie will ich leben. In dem
Sarge dumpft der Tod. Sieh nur dort das
Abendroth Um die heitern Hügel
weben. In der Freie blüht das
Leben, In der Enge hockt die Noth.
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Ersatz

In die Höhe, voll Verlangen, Strebt
mit unnennbarem Drang Wer gebunden, wer
gefangen In der Mauern
Kerkerzwang. Aufwärts muß er sich
entretten, In der Lüfte Raum empor.
... weiterlesen


Lindliche Parade

In schönster Wachparade, So hoch, so
schlank, so grade, Steht unser
Tannenhain. Die Drosseln müssen
flöten, Der Heher drein
trompeten, Der Sturmwind Tambour
sein.
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Bei dem Tode von Karl und Lotte Laak

Jene wandeln nun im Sicht: Hinter
Gräbern muß es tagen. Irrt um ihre
Hügel nicht Mit dem gruftgebeugten
Zagen. Wölkt nicht Erdennacht
hinauf In der neuen Engel Lauf.
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Brautkranz

Komm herbei, Süße Zier, Holder
Mai, Spende mir, Wann der Au Schimmer
blühn, Veilchenblau, Myrtengrün! Kränze
schlingt Fröhlich bald,
... weiterlesen


Das Trinkgelag

Kommt zum jubelreichen Feste, Kommt
heran, gewünschte Gäste, Schlingt den
trauten Bruderreihn. Lasset Wolf und
Kant zu Hause. Evan ladet uns zum
Schmause. Vater Evan spendet
... weiterlesen


Das Lied vom Lachen

Lachen, lachen ist gesund. Könnt` ich
auch noch einmal lachen Hell hervor aus
Herzensgrund, Schallend, wie die Kinder
schrachen, Unauslöschlich, wie das
Heer Aller Götter i
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Weltklugheit

Laß schwinden und laß schweben, Was
lustig schwankt und treibt. Was wähnst
du, in dein Leben Beständigkeit zu
weben, Und Dauer zu erstreben, Da
nichts auf Erden bleibt!
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Der ungelehrige Schüler

Matuschka, Lucas, Spitzner, all ihr
Heere Der Bienenweisen, Schwach, Riem
und Christ, Korsemka, Janscha, Behnke,
[?] mir Lehre, Martini, Stumpf, und wer
noch klüger ist! Da hängt d
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Jonathan

Mit dem Köcher, mit dem Bogen, Geht
ins Feld der Königssohn. Seine Stirn`
ist trüb` umzogen; Nahe dräut das
Unheil schon. Doch er schwur`s, und
will erretten Aus des stren
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Mohammed und die Katze

Mit seinen Freunden im Gemach Saß der
Prophet vertraulich, Von Menschenthum
und Milde sprach Er Worte tief
erbaulich. `Wer je ein weinend Herz
verließ, Wird nicht zu
... weiterlesen


An den Mond

Mond, o, schöner, weil` in deinem
Tanze! Blinkt durch dich die Nachwelt
doch so hold`. Doch du bebst in deinem
Schimmerkranze, Trauerst bleich aus
deiner Locken Gold. Gra
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Die Wasserblume

Mümmelchen, o Mümmelchen, Kind, was
bist du schöne!     Wie
strahlst du auf der Welle,  
  Gestickt mit Silberhelle,  
  O Blume, stolz gebaut!
... weiterlesen


Andenken

Mädchen des Reizes, dem Auge
verhüllt Hat mir die Ferne dein
liebliches Bild. Immer entsend` ich den
suchenden Blick; Nimmer gewahr` ich im
Kreise mein Glück. Aber im Buse
... weiterlesen


Noch ein Gruß an den Dichter Karl Lappe

Nein! Du bist kein verbanntes, Ein uns
gar wohl bekanntes, Ein liebes
Musen-Kind! Ein Dichter-Herz
zugänglich, Für Leid und Lust
empfänglich Und nicht bei Fehlern
blind!
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Glückseligkeitsgefühl

Nicht einer todten Schöpfung dich
erfreuend, Du großer Geist der
Welt, Hast du, ein Sä`mann, frohen
Samen streuend, Beschickt dein weites
Feld. Und junge Freuden gehn herv
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Nicht also

Nicht wie die Welt — was weiß die
Welt? Nicht wie die Welt
verlanget, Sie, die den Sinn auf
Täuschung stellt, Mit buntem Schaume
pranget, Nicht wie die Welt begehrt und
liebt,
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Nord oder Süd! Wenn nur im warmen Busen

Nord oder Süd! Wenn nur im warmen
Busen Ein Heiligtum der Schönheit und
der Musen, Ein götterreicher Himmel
blüht! Nur Geistes Armut kann der
Winter morden: Kraft fügt zu Kraft
... weiterlesen


Wohlverwahrt

Nun, er ist wohlverwahrt! Wir tragen
ihn zur Ruhe, Nach Christenpflicht und
Art, In seiner schwarzen Truhe.
Gebaut ist schon sein Haus, Tief in
den Grund gemauert,
... weiterlesen


Der blühende Baum

O Blüthenbaum, o Fälle Der Anmuth
und der Zier! Entfalt`, erbreit`,
enthülle Den Wunderbau vor mir! Aus
hunderttausend Sternen Strahlst du ein
blendend Licht,
... weiterlesen


Emiliens Gruß an Bobstedt

O Bodstedt, liebe Stäte, Nimm auf mein
Lebensboot! Errungen durch Gebete, O
Bodstedt, liebe Stäte! Nun schwinden
Harm und Noth. Mein Schiffchen war
verschlagen
... weiterlesen


An die Tabakspfeife

O Busenfreundin, ich zuerst
verkannt, Dann liebgewonnen, die du mir
nun hinfort Gefährtin sein sollst
meiner Tage,     Pfeife, dir
will ich ein Loblied singen. In
... weiterlesen


Wittow

O du stille weiße Aue, Du geheimes
Uferland! Wettentziehend schlingt die
blaue See um dich ihr magisch
Band. Keine Flur ist mir
erschienen, Kein Gefilde ward mir kund,
... weiterlesen


Schlaflied

O Seligkeit, nach überstandnem
Tage Hinab zu tauchen in des Bettes
Flaum! Erobernd nun, nach Plackerei und
Plage, Nach Fleiß und Schweiß, den
süßen Friedensraum! Ein Waffenstill
... weiterlesen


Im Abendroth

O wie schön ist eine Welt, Bater, wenn
sie golden strahlet! Wenn dein Glanz
herniederfällt. Und den Staub mit
Schimmer malet; Wenn das Roth, das in
der Wolke blinkt, In mein
... weiterlesen


Der theure Fisch

Otto, Bambergs frommer Bischof,
unsers Pommerlandes heiliger
Apostel, Wollte nicht von einem Hechte
essen, So gekauft war für zwei
Pfenning, sagend: »Das sei ferne, ja
das bleibe f
... weiterlesen


Pontius Pilatus

Pontius, gedrängt, mit bangem
Herzen Befehlen mußte jene That voll
Schmerzen, Als sie, in Heil sich
wandelnd, nun geschah, Und Jesus
Christus starb auf Golgatha, Da hat,
was allen
... weiterlesen


Die neunte Bildsäule

Prinz Achmet zog durch Stadt und
Land, Mit einem Spiegel in der
Hand. Sah er ein hübsches Mädchen
stehn, So bat er, in sein Glas zu
sehn. Das Zauberglas in seiner Hand
... weiterlesen


An einen klagenden Freund

Reiß` ab die Kette, Mann! Wer, was ihn
         
      drückt,
zertrümmern, Die Fessel sprengen kann,
muß handeln und nicht    
 
... weiterlesen


Schach

Schach dem König! Ohn`
Erbarmen, Bietet Schach und wieder
Schach. Flieht Pompejus, drängt dem
Armen Cäsar in sein Lager
nach. Kraft und List sei
aufgeboten, Rastlos
... weiterlesen


Der Lustschmaus

Schakaback, der Bettelmann, Geht durch
Bagdads Gassen, Fleht um Brot, so laut
er kann, Pocht an zwanzig Thüren
an, Wird nicht eingelassen. Alles
heißt ihn weiter gehn.
... weiterlesen


Nachruf an Henning

Schlaf wohl! schlaf wohl, mein
Jugendfreund! Zur Nacht aus alten
Treuen! Zu guter Letzt noch, gut
gemeint, Soll Uebesgruß dich
freuen. In Lust und Leid mir einst
gesellt, Nim
... weiterlesen


Die Schmetterlinge

Schweb’ her von deinem
Blumenhügel, Du flatternde
Sylphidenschaar! Entfalte deine
Schimmerflügel, Enthülle deiner
Farben Spiegel, Und stelle deine Reize
dar! Begi
... weiterlesen


Ergebung

Schweigend, Schicksal, ehr` ich dein
Gebot. Durchgenossen ist der Glanz der
Stunden. Blumen blühten, Kränze find
gewunden. Flamm`, o Sonne, noch im
Abendroth, Und dann sei der sch
... weiterlesen


Die Schmetterlinge II

Sei mir gegrüßt am Blumenhügel, Du
leichtbeschwingte
Flatterschaar. Entfalte deine
Schimmerflügel, Und breite deiner
Farben Spiegel Dem froh erstaunten Auge
dar. H
... weiterlesen


Auf Moreaus Fall

So bald hast du vollendet, Und stehst
nun ewig fern? Der sich zu uns
gewendet, Ein fremder Heller
Stern! Empor vom Abendmeere Ging
ungehofft dein Strahl, Umglä
... weiterlesen


Das Wachskind an Julchen

So komm doch her, du junge Frau, Besieh
dir alles ganz genau: Ich bin ja nur
aus Wachs. So nimm mich doch auf
deinen Arm, Und drück` mich an den
Busen warm: Ich bin j
... weiterlesen


Luftschlösser

Sollt` ich nicht mehr hoffen, So
möcht` ich nicht mehr leben. Ich baue
mir ein andres Schloß, Wenn dies und
das in Luft zerstoß. Ich hart` es
nicht getroffen. Der Wunsch mu
... weiterlesen


Inibaca

Trenmor, Morwens kühner
König, Schweift` auf wild empörtem
Meer. Sonn` und Himmel sind
umdunkelt, Durch die grauen Nebel
funkelt Nicht Tonthena`s Fackel
her. Endlic
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Doch

Täuschest du, Wunsch, den, still
empfangen, Inniger stets mein Herz
genährt? Blühe mir dennoch, o
Verlangen, Unversehrt! Freundliches
Bild, an dir zu hangen, War mir werth.
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Rückkehr des Insulaners

Um Ufer stand er, Am
Dornbuschhügel, Ließ wehn am
Stabe Das weiße Tuch. Erscheine,
Fährmann! Ich bin am Ziele. Die
letzte Welle; Vollbracht mein Lauf
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Lebensmuth

Von der Hand in den Mund, Das ist kurz,
gut und gesund, Und erspart unnöthiges
Sorgen. Werd` ich immer heute
satt, Findet nie ein Mangel
Statt; Denn das Morgen, das ist ja nu
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Die Rede der Wellen

Von Uferbergen Horch` ich
hinnieder, Am Saum der Welle Lausch`
ich umher. Aus Liethenthälern, Von
Dünenhügeln Erforsch` ich
sinnend Die Wunderrede Des
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Der Einsame

Wann meine Grillen schwirren, Bei
Nacht, am spät erwärmten Herd, Dann
sitz` ich, mit vergnügtem
Sinn, Vertraulich zu der Flamme
hin, So leicht, so unbeschwert. Ein
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Guter Rath

Warum will das Herz dir brechen, Wenn
dich spitze Zungen stechen? Warum
glüht dein Angesicht, Wenn man albern
von dir spricht? Thorheit ist es, Reden
rächen. Ei, so laß die
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Der Meth

Was duftet vom Pokale So würzemild und
frisch? Sitz` ich beim Heldenmahle An
Vater Odins Tisch? Reicht eine der
Walküren Den ersten Meth mir dar, Den
Jüngling einzuf
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Hochzeitslied in die Fremde

Was hört man da für neue Mähr` Von
dem geliebten Rostock her! Es will der
Karl die Julie frei`n, Und das soll
hier besungen sein? Ein eigner
Handel, das ist klar!
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An einen Freund

Wehre nicht der Liebe, wenn im
Lenze Unter Veilchen sie dein Herz
beschleicht; Wenn sie deiner Locke
Blumenkränze Mit dem ersten
Nektarkusse reicht. Scheue, Freund,
der Regu
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Gebet um Hilfe

Weltenvater, unser Vater, Hör` aus
deinen Himmelshöhn Deiner Erdenkinder
Flehn! Ewigvater, Einzigvater, Laß
uns deine Hilfe sehn! Bang` ist uns
um Hilfe, bange.
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Ossian

Wer du auf deiner Wolke, Du trübes
Flatterbild? Dein Kleid aus Dunst
gegohren, Das Schwert aus
Meteoren, Ein Nebelkranz der
Schild. Wer du auf deiner Wolke, Du
trübes
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Abwehr

Wer gut ist, wird gedrückt: das laß
dir nur gefallen! Doch bist du noch so
gut, zerdrücken laß dich nicht. Du
mußt ein dreifach Erz um deinen Busen
schnallen, Wenn man mit Schwert und
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Dorfphilosophie

Wer nicht viel sein kann auf Erden, Der
sei ein wenig mit Geschmack. Schulze
kann nur Einer werden, Die andern
bleiben Hack und Mack. Doch jeder kann
und soll auf eignen Füßen steh
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Forster und Wales auf der Südsee

Wer sind Jene dort im kleinen
Kahne, Auf dem ungeheuren Oceane, An
des Südpols nie beschifftem Saum? Auf
den mast- und steuerlosen
Brettern Ausgestoßen von erzürnten
Göttern
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Zum Jahreswechsel

Wie soll man doch das Glück
erhaschen, Das wie ein Pfeil
vorüberschwirrt? Wo ist das Netz, in
dessen Maschen Der blanke Goldfisch
sich verirrt? Es bleibt auf Erden
lauter J
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Am Morgen

Willkommen, Tag, von Gott gesandt, Mit
allem, was du trägest In der
verschlossnen Hand! Gegrüßt, du
heller Morgenglanz! Wofür hast du
geflochten Den feuerrothen Kr
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Lenzliebe

Willst du in Wonne schweben Im
Philomelenmai: Flicht dir ein J ins
Leben, Daß Leben Lieben sei. In
Sonnengluth und Glänzen Glüht Sinn
und Seele neu. Wir glänzen mit
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Fainasollis

Wir schifften auf den Wogen Noch war
ich jung, wie du — Da kam ein Kahn
geflogen, Ein Mädchen rief uns
zu. Ihr Auge schwamm in Jähren, Im
Winde flog ihr Haar.
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An die deutschen Künstler in Rom

Wo sich allen Göttern Dome Hell und
mächtig aufgebaut, An dem gelben
Tiberstrome Grüß` ich euch mit
deutschem Laut. Heil dem Künstler,
denn im Busen Gab er Götte
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Der Hausvater

Wofür ich sinn` und strebe? Es hüpft
ja um mich her. Es mahnt, für wen ich
lebe, Mich jede Stunde mehr. Die Jahre
nicht vermindern Das vorbestimmte
Loos. Mit den erw
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An meine Lieder

Zieht aus, geliebte Lieder, Die Welt
ist groß und weit. Durchmeßt sie auf
und weder, Grüßt alte Freunde wieder
Aus unsrer Jugendzeit. Mit Nichten
seid beklomme
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Zu dir!

Zu dir! zu dir! Wer giebt mir
Schwalbenflug, Wer Täubchenschwingen,
die mit raschem Streben, Eilfertig in
der Liebe Zauberzug, Mich über Wald
und Ströme heben? Zu dir! zu
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Heimweh

Zu dir, mein Dorf, du meines Daseins
Wiege, Sehn` ich mich heim vom heißen
Lebenskriege, Nur Eines Kampfs noch
froh, um dich, um dich. Was ich
erstrebt in arbeitherben Jahren, Ihm f
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Erinnerung an Rügen

Zum schönen Rügenlande Steht mir die
Sehnsucht hin, So oft ich an dem
Strande Der Pommerküste bin. Gleich
wünscht` ich Vogelschwingen, Die durch
die Lüfte wehn, Un
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Moderne Legende

Zur Nacht ins weiche Bett
geschmiegt Der junge Pred`ger sinnend
liegt, Zwei Herzen geben hellen
Brand, Er hält die Predigt in der
Hand; Im Herzen hegt er liebe
Sorgen, Er hä
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Beschränkung

Zurück, zurück, ihr schwärmenden
Gedanken! Zeuch, Phantasie, den irren
Flügel ein. Den Sohn des Staubes
fesseln seine Schranken. Ob früher,
später seine Träume sanken — Was
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Sanfter Tod

`Was staunst du dort der Welle nach?
Freut dich der zarte Schaum?«` Wie,
leb` ich noch? Du rufst mich wach Aus
einem süßen Traum. Ich malte mir
ein Todesbild, Vo
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