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Gedichte - Karl May

Abschied

Ade, ade! Ich ziehe von dir fort,
kenn nicht das Ziel, kenn weder Zeit noch Ort.
Das Auge weint; es tut das Herz mir weh,
doch zag ich nicht. Ade, ade, ade!

Ade, ... weiterlesen


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Zum Schluß

Ade, ade, ihr wohlgemeinten Worte,
gesprochen für der Menschheit Heil und Glück.
Es bleibt euch offen die vertraute Pforte,
o kehret gern, kehrt als Gebet zurück!
Ihr ... weiterlesen


Der Feind

Auf, wappne dich, ein Held zu sein;
es gilt ein Ringen sondergleichen.
Nicht hüll dich in den Panzer ein;
nicht sollst das Schlachtroß du besteigen.
Es ist kein ... weiterlesen


Die Ehe

Betrachte dich, und werde, was du bist!
Ein Mann bist du, und hast’s doch erst zu werden.
Weißt du vielleicht, was an dir männlich ist?
Der Körper, die Bewegung, die ... weiterlesen


Doppelsieg

Denk nicht an dich, wenn dir ein Weh
von irgend Jemand widerfährt:
Denk nur an ihn allein, und geh
dorthin, wo dich`s Gebet verklärt.

Dann fühlst du wohl, daß ... weiterlesen


Oberflächlichkeit

Denk nicht, das Leben sei ein Spiel!
Es meint`s gar ernst, ja, mehr als ernst.
Erforsche seinen Zweck, sein Ziel,
damit du es begreifen lernst!
Du gehst behaglich hier ... weiterlesen


Nachsicht

Denk oft zurück ins eigne Leben;
verlang von Andern nicht zu viel!
Du weißt, es führte dich dein Streben
auch nur so nach und nach ans Ziel.

Du hast den ... weiterlesen


Deine Welt

Denk stets an dich! Nie darfst du dich vergessen.
Wer sich vergißt, denkt immer nur an sich.
Es wurde deine Weit dir zugemessen
niemals für dich und dennoch nur für dich.
... weiterlesen


Segen

Der Schlehdorn steht in Blüten,
nun da ich scheiden muß.
Die Schwalbe aus dem Süden
bringt mir den Abschiedsgruß.

Der Schlehdorn steht in Blüten;
... weiterlesen


Sein ist die Zeit

Dich hör im Leide oft ich klagen,
daß du von Gott verlassen seist.
Wie darfst du so zu lästern wagen!
Ihn, den der Himmel Loblied preist!
Vertraue; sei nicht ... weiterlesen


Blind und doch sehend

Die Sonne krönt den goldnen Tag;
der Abend nennt die Sterne sein;
wo nur ein Aug sich öffnen mag,
glänzt ihm ein Licht, ein Himmelsschein.
Doch all die Wonne, all die ... weiterlesen


Du hast...

Du hast den Kopf zum Sinnen und zum Denken,
kannst auf- und abwärts dein Bestreben lenken;
laß es zur Höhe oder Tiefe gehen,
doch harr‘ des Richters, ob du wirst ... weiterlesen


Gottesstunde

Du rechnest nach der Zeit der Erde
und ahnst noch nichts von Himmelszeit.
Nach welcher Gott wohl rechnen werde,
darüber weißt du nicht Bescheid.
Zwar hast du dem ... weiterlesen


Das Glück

Du sagst, du könnest nicht fassen,
was du zu fassen hast.
Du brauchst’s nur wirken zu lassen,
so hast du es gefaßt.

Es kommt genau wie die Sonne;
auch ... weiterlesen


Eine Freundesstimme

Du warst bei mir, an meinem Grabe,
hast nach dem Blumenkranz geschaut.
Er war die letzte Erdengabe,
vor der im Leben mir gegraut.

O, wüßtest du, wie man ... weiterlesen


Schön

Du warst kein sogenanntes »schönes« Kind.
Auch ich ward nicht vom Arm des Glücks getragen
»Wie häßlich diese beiden Kleinen sind!«
so hörte über uns wie oft ich ... weiterlesen


Ergib dich drein

Ergib dich drein, du liebes Menschenkind,
daß deine Wege nicht die meinen sind.
Es kann nicht Alles so, wie du willst, sein;
du bist nicht Herr; ergib dich ruhig drein!
... weiterlesen


Sternschnuppe

Es fiel ein Stern, habt ihr gedacht,
aus weiten, unbekannten Fernen.
Ging unter er in dunkle Nacht?
Blieb er am Himmel bei den Sternen?

Ist’s eine Welt, die im ... weiterlesen


Dank

Es fiel ein Tau wohl über Nacht
rings auf die durstig matten Auen,
und früh war in der Sonne Pracht
des Schöpfers Lob und Preis zu schauen.
Ein diamantnes Leuchten ... weiterlesen


Heilesbotschaft

Es ging ein Heil von oben aus,
vom Paradies, vom Vaterhaus.
Die Engel trugen es zur Erde,
damit es uns zu eigen werde.

Doch bleibt dem menschlichen Verstand
... weiterlesen


Die Leiden

Es ging ein Schwert durch meine Seele,
wie es einst durch Maria ging.
Ob ich’s gesteh, ob ich’s verhehle,
daß ich zu sehr im Ird’schen hing,
es ward durch dieses ... weiterlesen


Frühling

Es ist ein linder Frühlingshauch
heut übers Feld gegangen,
und nun will Wiese, Baum und Strauch
in tausend Blüten prangen.
Schon morgen wohl, schon über Nacht
... weiterlesen


Der Mensch

Es kam ein Gast, von Gott gesandt,
herab ins ferne Erdenland,
um sich in irdschen Stoff zu kleiden
und mit und in ihm wieder aufzuschreiten.

Nun hält die Fremde ... weiterlesen


Vogelsang

Es klang ein Lied vom Himmelszelt
hell über allen Landen,
doch hat es in der weiten Welt
wohl Niemand recht verstanden.

Nur durch der Vöglein lauschend Ohr
... weiterlesen


Weltweisheit

Es klingt ein Lied vom Himmel nieder
so wunderlieb, so klar, so rein,
und deine Seele singt`s ihm wieder;
sie will dem Himmel dankbar sein.
Die Andern lauschen rings im ... weiterlesen


Zeit

Es klingt ein Ruf aus alter, alter Zeit
an unser Ohr wie aus Prophetenmund:
Ist dir verborgen die Vergangenheit,
so tut sich dir das Werdende nicht kund.
Du willst so gern ... weiterlesen


Nur einer

Es leuchtete in trüber Nacht
vom Himmel einsam mir ein Stern,
und ich, auch trüb. ich hab gedacht,
die andern seien mir so fern.

Da lächelte mit hellem ... weiterlesen


Selbstprüfung

Es naht ein ernster, heilger Tag,
an dem ich in mich forschen gehe,
nach Allem, was ich suche, frag
und vor mir selbst als Richter stehe.

Ich halte da ein streng ... weiterlesen


Des Waldes Seele

Es war im Wald. Die Bäume alle schliefen;
der Mond belauschte lächelnd ihren Traum.
Die Schatten lagen ruhig in den Tiefen;
die Welle küßte still des Weihers Saum.

... weiterlesen


Wohin

Frag doch einmal, und laß dir endlich zeigen,
wohin du kommst, wenn du so weitergehst.
Du sollst nicht abwärts sondern aufwärts steigen;
drum halte ein, und siehe, wo du ... weiterlesen


Bitte

Geh hin, mein Herz, und kniee nieder,
und sprich: »Nimm mich, o Vater, wieder!«
Im Himmel war ich mir zu klein;
ich wollte Herr der Erde sein,
und um sie ganz und gar zu ... weiterlesen


Sei weise!

Geh nicht zu Denen, welche von sich reden;
sie kennen nur das eigne, liebe Ich.
Ein feines Ohr vermeidet die Trompeten;
der Weise hält am liebsten sich für sich.

... weiterlesen


Von Kampf zu Kampf

Geh nicht, geh nicht zurück zur Welt,
nachdem du glücklich ihr entstiegen!
Du bist als Mensch nicht immer Held
und könntest ihr noch unterliegen.
Sie ruft, sie lockt, ... weiterlesen


Schweigen

Geh still, geh still durchs Leben hin!
Geräusch wohnt nur im Hohlen, Leeren,
und nie wird edler Mannessinn
sich durch Trompetenschall entehren.
Schließt deines lautern ... weiterlesen


Unsern Dichtern

Geht nach dem Morgenland; vernehmt die Weisen,
die einst zum Saitenspiele dort erklungen.
Sie sollten Gott, den Einzigen, nur preisen
und wurden doch für Andre auch gesungen.
... weiterlesen


Zufall

Gib dich nicht hin dem irrigen Gedanken,
daß du ein Spielball blinden Loses seist.
Befreie dich von deinen engen Schranken,
und such nach ihm, der für dich Zufall heißt.
... weiterlesen


Gottesmahnung

Gib mir, o Mensch, was mir gehört,
und gib der Welt, was sie dir borgte,
so ist sofort der Wahn zerstört,
daß sie mehr als ich für dich sorgte.

Du bist aus ... weiterlesen


Dein Engel

Glaube nicht, du seist verlassen,
wenn dir kein Mensch zur Seite steht.
Lern nur den leisen Hauch erfassen,
der, wenn du klagst, dich lind umweht.
Es zieht ein ... weiterlesen


Berufung

Greif zu, o Mensch, greif zu,
wenn dir der Himmel reicht die offne Hand,
sonst denke nicht, daß du
Einst seist im Buch des Glückes mit genannt.
Wer diesen Wink des ... weiterlesen


Meine Legitimation

Grüß Gott, du liebes Tröpflein Tau!
So einen Schmuck gibt es wohl nimmer:
Von jedem Hälmchen auf der Au
spitzt es wie Diamantenschimmer.
Entstammt der Erde, harrst du ... weiterlesen


Frage

Hast du gelebt? O, wolle Antwort geben:
Hältst du dein Leben wirklich für ein Leben,
das dich zu sich zurück, zum Leben, führt?
Wie weit bist du zum Urquell vorgedrungen,
... weiterlesen


Dichterwunsch

Hat meine Stunde einst geschlagen,
die ernsteste, die es wohl gibt,
so soll kein Herze um mich klagen,
und wenn es noch so sehr mich liebt.
Ich habe mich dann ... weiterlesen


Abendgebet

Herr, bleib bei uns! Es will die Nacht sich neigen;
die Sonne sank schon längst hinab zur Ruh.
Herr, bleib bei uns! Es will kein Stern sich zeigen,
und tiefes Dunkel deckt die ... weiterlesen


Empor

Herr, gib mir Schwingen, aufzusteigen
aus dunkler Nacht zum hellen Licht!
Du willst mir deinen Himmel zeigen,
und ich, ich komm und komme nicht.
Es halten mich die ... weiterlesen


Reue

Herr, schau mich an! Ich lieg vor dir im Staube,
und bis du mich erhörst, so lange bleib ich liegen.
Wie Noah damals ausgesandt die Taube,
so laß ich mein Gebet nach deiner ... weiterlesen


Hilf mir!

Hilf mir, o Gott, nur deinen Weg zu gehen,
den einzgen Weg, der uns zum Heile führt.
Ich fühl um meine Stirn ein lindes Wehen,
das wie ein Hauch von oben mich berührt.
... weiterlesen


Hinauf - hinab

Hinauf zu dir will ich nur immer denken,
hinauf zu dir, der ewig mein gedenkt.
Zu dir, will meinen Flügelschlag ich lenken,
zu dir, der all mein Sehnen zu sich lenkt.
... weiterlesen


Ich bin bei dir

Ich bin bei dir, ob du mich kennst. ob nicht;
hör oder hör es nicht. was meine Stimme spricht.
Du hast die Wahl; du hast auch deine Pflicht;
nun stürz ins Dunkel, oder steig ... weiterlesen


Wahrheitstraum

Ich bin im Traum gewesen
am einstgen Paradies
und hab ein Blatt gelesen,
das streng zurück mich wies.

Ich hab im Traum gesehen
ins Innre mir alsbald
... weiterlesen


Zuversicht

Ich bin in Gottes Hand, wo ich auch geh und steh;
seit meinem ersten Tag bin ich geborgen.
Er kennt mein Herz mit allem seinem Weh,
mit seinen großen, seinen kleinen Sorgen.
... weiterlesen


Gottesgedanke

Ich bleib dir treu. Du wardst mit mir geboren
als mein Begleiter für das Erdental.
Wir gingen uns niemals, niemals verloren;
ich war die Welt; du warst mein Sonnenstrahl.
... weiterlesen


Widmung

Ich fragte zu den Sternen
wohl auf in stiller Nacht,
ob dort in jenen Fernen
die Liebe mein gedacht.
Da kam ein Strahl hernieder,
hell leuchtend, in mein Herz
... weiterlesen


Ade

Ich gehe fort, und dennoch geh ich nicht.
Ade, mein Heim, und doch auch nicht ade!
Ich scheide zwar, doch !eist ich nicht Verzicht,
daß ich dich einst nach Jahren wiederseh.
... weiterlesen


Ein Wort von oben

Ich ging zum Himmel ein, doch bin ich euch nicht fern;
wenn ihr ihn auch nicht seht, den Garten Eden.
Es reicht der Himmel ja von Stern zu Stern,
umfassend auch den irdischen ... weiterlesen


Rückkehr zum Glauben

Ich grüße dich. Du warst als heller Stern
an meinem Himmel leuchtend aufgegangen.
Dein Licht, es zeigte mir den Weg zum Herrn,
an dessen Thron der Engel Chöre klangen.
... weiterlesen


An die Mutter

Ich hab gefehlt, und du hast es getragen,
so manches Mal und, ach, so lang, so schwer.
Wie das mich nun bedrückt, kann ich nicht sagen;
o komm noch einmal, einmal zu mir her!
... weiterlesen


Heimkehr

Ich kehre heim! Auch ich ging wie die Andern
hinaus ins Leben, in die weite Welt.
Doch nirgends bot sich mir bei meinem Wandern
die rechte Stelle für mein kleines Zelt.
... weiterlesen


Sternkunde

Ich sah dich oft in stiller Nacht.
Du nahmst ins Rohr des Himmels Sterne
und hast darüber nachgedacht,
wie man sie wohl ergründen lerne.

Ist’s um die Körper ... weiterlesen


Des Kindes Seligkeit

Ich schlafe ein an meiner Mutter Brust;
o welche Wonne, welche selge Lust!
Die Mutter ist so fromm; sie ist so rein,
und ich will so wie sie auch immer sein.

Ich ... weiterlesen


Umkehr

Ich segne dich. Ich sah die Träne stehn
im Auge, das du bittend zu mir hobst.
Ich segne dich. ich sah dich in dich gehn
und höre, was du dir und mir gelobst.
Es ist ein ... weiterlesen


Ragende Berge

Ich sehe Berge ragen
dort an der Steppe Rand.
Es soll mein Fuß mich tragen
hinauf ins bess`re Land.
Dort ladet, wie ich glaube,
zur Ruhe man mich ein,
und ... weiterlesen


Meinem Schutzengel

Ich war bei dir und lag doch so entlegen
von deiner Wohnung betend auf den Knien.
Ich war bei dir; ich bat um deinen Segen
und fragte, ob du mir vielleicht verziehn.

... weiterlesen


Die Menschheitsseele

Ich war bei dir, in einem andern Leben,
und doch, ein andres Leben war es nicht.
Ich sah dich wie in Lichtes Fluten schweben,
und doch und doch gebrach es mir an Licht.
... weiterlesen


Ewig

Ihr sucht und sucht: »Wo ist die Ewigkeit?«
»Jenseits des Todes! Über unsern Sternen!
Hier ist die Zeit, und grad nur in der Zeit
hat für das ewge Leben man zu lernen.
... weiterlesen


Menschenliebe

Im Tagesgrauen schlief das stille Tal,
und seine Schönheit war mir noch verborgen;
dann plötzlich kam der erste Sonnenstrahl,
und mit ihm ward es heller, goldner Morgen.
... weiterlesen


Entwicklung

Kennst du den Stoff? Ich kenne ihn noch nicht;
ich hab noch kein Atom, kein Molekül gesehen.
Er liegt zwar vor mir, schwer genug und dicht,
doch sein Entstehn ist leider ohne ... weiterlesen


»Vater!«

Komm her, und sprich ein einzig Wort,
ein Wort, so kinderleicht zu sagen.
Komm her, und geh nicht wieder fort;
du brauchst vor mir ja nicht zu zagen.
Ich warte schon so ... weiterlesen


Auf dem Friedhofe

Komm her; komm her, du fremder Wandersmann;
geh nicht vorbei an unbekanntem Grabe.
Hör mich, ja auch um deinetwillen, an,
und glaube, was ich dir zu sagen habe!

... weiterlesen


Menschenunmöglichkeit

Komm mit, komm mit, und folge mir;
ich führe dich so gern, so gern.
Ich zeige und erkläre dir
die ganze Welt von Stern zu Stern.

Wir fangen an beim Anbeginn
... weiterlesen


Guter Rat

Laß dich führen; laß dich führen,
ob du redest, ob du handelst;
tust du das, so wirst du spüren,
daß du unter Leitung wandelst.

Laß dich leiten; laß dich ... weiterlesen


Ernste Weisung

Laßt euch ein ernstes Wort der Liebe sagen,
und grabt es tief in eure Herzen ein:
Der Starke hat den Schwachen hier zu tragen,
und dieser soll ihm dafür dankbar sein.
... weiterlesen


Überflüssig

Nehmt mir den Stein von meinem Grabe;
für mich gibt’s keinen Leichenstein!
Ich, der ich nun verklärt mich habe,
will doch für euch kein Toter sein!

Warum das ... weiterlesen


Tagesscheiden

Nun gehst du hin in Frieden,
du schöner, goldner Tag.
Bist du von uns geschieden,
ich doch nicht trauern mag.
Du kehrst doch morgen wieder;
nicht ewig währt die ... weiterlesen


O bete gern!

O bete gern! Du brauchst dich nicht zu scheun;
sei nicht von Sorge um das Wort betört.
Der Vater wird sich immer, immer freun,
wenn er die Stimme seines Kindes hört.

... weiterlesen


Verständige Liebe

O Liebe, die ich endlich nun erfaßt
und die du mich so ganz ergriffen hast,
daß ich nur dir, nur dir zu eigen bin,
nimm mich; nimm mich; ich gebe mich dir hin.

... weiterlesen


Quitt

O, lacht doch nicht! Treibt ja nicht euern Spott
mit unserm Glauben, denn ihr lästert Gott.
Nicht diesem Glauben, Gott gilt euer Lachen;
ich sage euch: Ihr habt es quitt zu ... weiterlesen


Rätsel

Ring dich nieder; ring dich nieder!
Welch ein Wort und wie so wahr.
Sag dir´s täglich, stündlich wieder;
werde dir darüber klar!

Ring dich nieder, um zu ... weiterlesen


Ruhe

Ruh aus von deinem Tagewerke
am Abend, wenn du müde bist.
Du hast es nötig, aber merke,
daß es zur Vorbereitung ist.
Erhole dich von deinen Sorgen,
doch schlafe ... weiterlesen


Drei Fragen

Sag, wer du bist! Denk aber vorher nach!
»Ein Mensch bin ich«, antwortest du erhaben.
Ein Mensch? Sonst nichts? Und dennoch, dennoch sprach
aus dir der Stolz auf dich und deine ... weiterlesen


Sternensprache

Schau auf, schau auf zum Firmament,
und laß von ihm dir zeigen:
Von allen Sternen, die ihr kennt,
hat keiner Licht zu eigen.
Trotz ihrer Größe, ihrer Zahl
sind ... weiterlesen


Ein inneres Land

Schau dir die Menschen geistig an;
dein leiblich Aug sieht weiter nichts,
als was es eben sehen kann
im Schein des äußerlichen Lichts.
Es wohnt in einem andern Lichte
... weiterlesen


Einsicht

Schau nicht, schau nicht so um dich her,
als ob da deine Welt sich breite.
Die Erde nicht und nicht das Meer,
zieh deinen Blick hinaus ins Weite.
Du wohnst hier nur im ... weiterlesen


1901

Schließ auf das Tor; laß seine Flügel springen;
zünd deine Leuchte an in allen Landen!
Mir ist, als hörte ich den Ruf erklingen,
es sei der Tod zum Leben auferstanden.
... weiterlesen


Sonnenschein

Sei lieb; sei gut, und zürne nicht!
Warum willst du nicht gütig sein?
Dein Leben sei wie ein Gedicht,
das Titelwort »Nur Sonnenschein«.

Schau dir die liebe ... weiterlesen


Andacht

Sei mir gegrüßt in stiller Stunde,
du liebes, frohes Händefalten!
Du trägst zum Himmel auf die Kunde,
daß ich vertraue seinem Walten.
Des Tages Last ist mir ... weiterlesen


Bedachtsamkeit

Sei ruhig; stürme, stürme nicht!
Warum sollst du dich überstürzen?
Tu recht und billig deine Pflicht;
du kannst die Zeit doch nicht verkürzen.

Sei ruhig; ... weiterlesen


Wie das Meer

Sei still in Gott, still wie das Meer!
Nur seine Fläche streift der Wind,
und tobt als Sturm er noch so sehr,
wiß, daß die Tiefen ruhig sind.

Sei weit in Gott, ... weiterlesen


Großmütterchen

Sie trug mich stets auf ihren Armen;
sie lehrte mich den ersten Schritt,
und weinte ich zum Herzerbarmen,
so weinte sie erbarmend mit.
Wenn sie des Abends mich ins ... weiterlesen


Erdenleid

Siehst du das Leid der Erde
an deinem Lager stehn,
so denke nicht, es werde
schon morgen wieder gehn.

Es wird das Leid der Erde
aus Liebe dir gesandt,
... weiterlesen


Das heilige Land

Siehst du die Berge kahl sich legen
fernhin, so weit das Auge reicht?
Ein Schreien ist’s um Tau und Regen,
und Gott, der Herr, erhört`s vielleicht.

So liegt vor ... weiterlesen


Wo sind die deinen

Siehst du dort an des Abgrunds Rand
die Schar der Kinder sorglos schreiten?
Kaum noch die Breite einer Hand,
so ist der Sturz nicht zu vermeiden.
Zu ihren Füßen gähnt ... weiterlesen


Trost

Siehst du ein Menschenkind in Tränen,
verhaltnes Schluchzen in der Brust,
so wolle ja nicht, ja nicht wähnen,
daß du mit Worten trösten mußt.

Vermeide es, ihn ... weiterlesen


Gnade

Steig nieder, liebes, heilges Wunder,
das ich gern fassen möcht und doch nicht kann.
Senk dich zu mir, in mich herunter,
und zünd in mir des Altars Kerzen an.
Sie harren ... weiterlesen


Wohltätigkeit

Streckt sich bittend dir entgegen
eines Bettlers arme Hand,
sei ein Teil ihr von dem Segen,
der dir wurde, zugewandt.

Güter, die dir Gott gegeben,
sind ... weiterlesen


Güte

Streu Blumen aus auf deinem Lebenspfad;
sie sind dir ja dazu gegeben!
Dies Blumenstreuen ist die beste Saat
zur Ernte schon in diesem Leben.
Es kehrt ein jedes, auch ... weiterlesen


Der Völkerfriede

Trag nicht empor ins Himmelreich,
was auf der Erde hat zu bleiben!
Du bist noch lange Gott nicht gleich
und willst dich ihm doch einverleiben.
Du wirfst ihm alle irdschen ... weiterlesen


Wunsch

Tret in ein Gotteshaus ich ein,
so soll es hell und freundlich sein.
Die Dunkelheit, ich lieb sie nicht;
ich will es um und in mir licht.

Tret in ein Gotteshaus ... weiterlesen


Verzeihen

Vergib, mein Herz, so wird auch dir vergeben;
nie trage nach; nie pflege deinen Zorn!
Es strömt aus dir im Blute mir das Leben;
für Andre sei ein steter Freudenborn.
... weiterlesen


Der Himmel auf Erden

Vom Himmel geht ein Segen aus
wie hier vom lieben Vaterhaus,
in dem der Vater nie vergißt,
daß er des Hauses Säule ist.

Vom Himmel geht ein Segen aus
wie ... weiterlesen


Das Gewissen

Was tatest du, als ich dich einstens bat,
nach Gottes Wohlgefallen nur zu streben?
Ich wollte dir das Glück des Lebens geben;
nun aber sag, was galt dir da mein Rat?

... weiterlesen


Vorwärts!

Wer geht mit mir? Ich bleibe nicht!
Warum soll ich noch länger warten?
Ich lege ferner kein Gewicht
auf Dinge, die bisher mich narrten.
Wozu in aller Welt der Streit,
... weiterlesen


Werdet frei!

Werdet frei! Ihr windet euch in Ketten,
und der Glaube nur kann euch befrein.
Werdet frei! Gott möchte gern euch retten,
aber grad durch ihn wollt ihrs nicht sein.
... weiterlesen


Mein Himmel

Wie ist der Himmel doch so weit
entfernt von mir mit seinen Sternen!
Er baut zur Grenzenlosigkeit
sich auf durch unmeßbare Fernen.
Es reicht mein schwacher Blick nicht ... weiterlesen


Abwehr

Wir glauben! Lächle nicht; es ist uns Ernst!
Du kennst den Glauben nicht, und ich kann dir nicht zeigen,
daß wir mit ihm hinauf in alle Himmel reichen,
von denen du dich mehr ... weiterlesen


Selbstbetrug

Wo gehst du hin! Du bist auf falschen Pfaden
und lässest dich von einem Mund beraten,
der auf die Frage nach der Wahrheit schweigt.
Du hast weit mehr als nur dein eignes ... weiterlesen


Nachruf

Wo gingst du hin? Ich weiß es leider nicht.
Du gingst und bist wahrscheinlich doch geblieben.
Obzwar die Trauer gern vom Scheiden spricht,
der Himmel hat’s wohl anders ... weiterlesen


Wo

Wo liegt dein Heil? Liegt es in deinem Leibe,
für den du dich und tausend Andre plagst?
Denkst du, daß er dein Mittelpunkt verbleibe,
um den du dich im Kreise treibst und ... weiterlesen


Zwei Worte

Zu früh, zu spät - - zwei Worte, welche eigen
dem Menschenleben, auch dem deinen, sind.
Du siehst, daß dir die Stunden schnell verstreichen
und daß mit ihnen deine Zeit ... weiterlesen


Die zweite Welt

»Ich bin nicht frei. Ich werde fest gehalten.
Ich fühl`s, hab oft darüber nachgedacht.
Ich will nach Gottes Willen mich gestalten,
und das wird mir so schwer, so schwer ... weiterlesen


Das Ich

»Ich bin’s!«
Jawohl, du bist’s, mein Ich;
gestatte mir, dich zu erkennen!
Du rühmst und lobst und brüstest dich,
stets fertig, dich mein Ich zu nennen.
... weiterlesen


»Mehr Licht!«

»Mehr Licht. mehr Licht!« Die Finsternis
läßt mich nur zagend vorwärts gehn;
ich schreite langsam, ungewiß
und bleib oft ängstlich tastend stehn.

»Mehr ... weiterlesen



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