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Gedichte - Karl May


Abschied

Ade, ade! Ich ziehe von dir fort, kenn
nicht das Ziel, kenn weder Zeit noch
Ort. Das Auge weint; es tut das Herz
mir weh, doch zag ich nicht. Ade, ade,
ade! Ade, ade! Ich zie
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Zum Schluß

Ade, ade, ihr wohlgemeinten
Worte, gesprochen für der Menschheit
Heil und Glück. Es bleibt euch offen
die vertraute Pforte, o kehret gern,
kehrt als Gebet zurück! Ihr tönet
nicht
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Der Feind

Auf, wappne dich, ein Held zu sein; es
gilt ein Ringen sondergleichen. Nicht
hüll dich in den Panzer ein; nicht
sollst das Schlachtroß du
besteigen. Es ist kein glänzendes
Turnier
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Die Ehe

Betrachte dich, und werde, was du
bist! Ein Mann bist du, und hast’s
doch erst zu werden. Weißt du
vielleicht, was an dir männlich
ist? Der Körper, die Bewegung, die
Geberden. D
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Doppelsieg

Denk nicht an dich, wenn dir ein
Weh von irgend Jemand
widerfährt: Denk nur an ihn allein,
und geh dorthin, wo dich`s Gebet
verklärt. Dann fühlst du wohl, daß
im Verzeihn
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Oberflächlichkeit

Denk nicht, das Leben sei ein Spiel! Es
meint`s gar ernst, ja, mehr als
ernst. Erforsche seinen Zweck, sein
Ziel, damit du es begreifen lernst! Du
gehst behaglich hier spazieren,
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Nachsicht

Denk oft zurück ins eigne
Leben; verlang von Andern nicht zu
viel! Du weißt, es führte dich dein
Streben auch nur so nach und nach ans
Ziel. Du hast den Schwachen gern zu
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Deine Welt

Denk stets an dich! Nie darfst du dich
vergessen. Wer sich vergißt, denkt
immer nur an sich. Es wurde deine Weit
dir zugemessen niemals für dich und
dennoch nur für dich. Nimm sie
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Segen

Der Schlehdorn steht in Blüten, nun da
ich scheiden muß. Die Schwalbe aus dem
Süden bringt mir den
Abschiedsgruß. Der Schlehdorn steht
in Blüten; so blühst, mein
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Sein ist die Zeit

Dich hör im Leide oft ich klagen, daß
du von Gott verlassen seist. Wie darfst
du so zu lästern wagen! Ihn, den der
Himmel Loblied preist! Vertraue; sei
nicht ungeduldig, un
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Blind und doch sehend

Die Sonne krönt den goldnen Tag; der
Abend nennt die Sterne sein; wo nur ein
Aug sich öffnen mag, glänzt ihm ein
Licht, ein Himmelsschein. Doch all die
Wonne, all die Pracht,
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Du hast...

Du hast den Kopf zum Sinnen und zum
Denken, kannst auf- und abwärts dein
Bestreben lenken; laß es zur Höhe
oder Tiefe gehen, doch harr‘ des
Richters, ob du wirst bestehen. Du ha
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Gottesstunde

Du rechnest nach der Zeit der Erde und
ahnst noch nichts von Himmelszeit. Nach
welcher Gott wohl rechnen
werde, darüber weißt du nicht
Bescheid. Zwar hast du dem metallnen
Munde
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Das Glück

Du sagst, du könnest nicht fassen, was
du zu fassen hast. Du brauchst’s nur
wirken zu lassen, so hast du es
gefaßt. Es kommt genau wie die
Sonne; auch sie ergreifs
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Eine Freundesstimme

Du warst bei mir, an meinem Grabe, hast
nach dem Blumenkranz geschaut. Er war
die letzte Erdengabe, vor der im Leben
mir gegraut. O, wüßtest du, wie man
empfindet, w
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Schön

Du warst kein sogenanntes »schönes«
Kind. Auch ich ward nicht vom Arm des
Glücks getragen »Wie häßlich diese
beiden Kleinen sind!« so hörte über
uns wie oft ich sagen. Das
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Ergib dich drein

Ergib dich drein, du liebes
Menschenkind, daß deine Wege nicht die
meinen sind. Es kann nicht Alles so,
wie du willst, sein; du bist nicht
Herr; ergib dich ruhig drein! Ergi
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Sternschnuppe

Es fiel ein Stern, habt ihr
gedacht, aus weiten, unbekannten
Fernen. Ging unter er in dunkle
Nacht? Blieb er am Himmel bei den
Sternen? Ist’s eine Welt, die im
Entstehn
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Dank

Es fiel ein Tau wohl über Nacht rings
auf die durstig matten Auen, und früh
war in der Sonne Pracht des Schöpfers
Lob und Preis zu schauen. Ein
diamantnes Leuchten sprühte
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Heilesbotschaft

Es ging ein Heil von oben aus, vom
Paradies, vom Vaterhaus. Die Engel
trugen es zur Erde, damit es uns zu
eigen werde. Doch bleibt dem
menschlichen Verstand die Gottes
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Die Leiden

Es ging ein Schwert durch meine
Seele, wie es einst durch Maria
ging. Ob ich’s gesteh, ob ich’s
verhehle, daß ich zu sehr im
Ird’schen hing, es ward durch dieses
Schwert getro
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Frühling

Es ist ein linder Frühlingshauch heut
übers Feld gegangen, und nun will
Wiese, Baum und Strauch in tausend
Blüten prangen. Schon morgen wohl,
schon über Nacht gibt’s rin
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Der Mensch

Es kam ein Gast, von Gott
gesandt, herab ins ferne Erdenland, um
sich in irdschen Stoff zu kleiden und
mit und in ihm wieder
aufzuschreiten. Nun hält die Fremde
am Gewand
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Vogelsang

Es klang ein Lied vom Himmelszelt hell
über allen Landen, doch hat es in der
weiten Welt wohl Niemand recht
verstanden. Nur durch der Vöglein
lauschend Ohr ist tiefe
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Weltweisheit

Es klingt ein Lied vom Himmel nieder so
wunderlieb, so klar, so rein, und deine
Seele singt`s ihm wieder; sie will dem
Himmel dankbar sein. Die Andern
lauschen rings im Kreise;
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Zeit

Es klingt ein Ruf aus alter, alter
Zeit an unser Ohr wie aus
Prophetenmund: Ist dir verborgen die
Vergangenheit, so tut sich dir das
Werdende nicht kund. Du willst so gern
in deine Z
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Nur einer

Es leuchtete in trüber Nacht vom
Himmel einsam mir ein Stern, und ich,
auch trüb. ich hab gedacht, die andern
seien mir so fern. Da lächelte mit
hellem Strahl er mi
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Selbstprüfung

Es naht ein ernster, heilger Tag, an
dem ich in mich forschen gehe, nach
Allem, was ich suche, frag und vor mir
selbst als Richter stehe. Ich halte
da ein streng Gericht
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Des Waldes Seele

Es war im Wald. Die Bäume alle
schliefen; der Mond belauschte
lächelnd ihren Traum. Die Schatten
lagen ruhig in den Tiefen; die Welle
küßte still des Weihers Saum. Da
kam
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Wohin

Frag doch einmal, und laß dir endlich
zeigen, wohin du kommst, wenn du so
weitergehst. Du sollst nicht abwärts
sondern aufwärts steigen; drum halte
ein, und siehe, wo du stehst!
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Bitte

Geh hin, mein Herz, und kniee
nieder, und sprich: »Nimm mich, o
Vater, wieder!« Im Himmel war ich mir
zu klein; ich wollte Herr der Erde
sein, und um sie ganz und gar zu erben,
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Sei weise!

Geh nicht zu Denen, welche von sich
reden; sie kennen nur das eigne, liebe
Ich. Ein feines Ohr vermeidet die
Trompeten; der Weise hält am liebsten
sich für sich. Geh nicht
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Von Kampf zu Kampf

Geh nicht, geh nicht zurück zur
Welt, nachdem du glücklich ihr
entstiegen! Du bist als Mensch nicht
immer Held und könntest ihr noch
unterliegen. Sie ruft, sie lockt, sie
winkt di
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Schweigen

Geh still, geh still durchs Leben
hin! Geräusch wohnt nur im Hohlen,
Leeren, und nie wird edler
Mannessinn sich durch Trompetenschall
entehren. Schließt deines lautern
Wortes Gold
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Unsern Dichtern

Geht nach dem Morgenland; vernehmt die
Weisen, die einst zum Saitenspiele dort
erklungen. Sie sollten Gott, den
Einzigen, nur preisen und wurden doch
für Andre auch gesungen. Die S
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Zufall

Gib dich nicht hin dem irrigen
Gedanken, daß du ein Spielball blinden
Loses seist. Befreie dich von deinen
engen Schranken, und such nach ihm, der
für dich Zufall heißt. D
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Gottesmahnung

Gib mir, o Mensch, was mir gehört, und
gib der Welt, was sie dir borgte, so
ist sofort der Wahn zerstört, daß sie
mehr als ich für dich sorgte. Du
bist aus deinem Vaterla
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Dein Engel

Glaube nicht, du seist verlassen, wenn
dir kein Mensch zur Seite steht. Lern
nur den leisen Hauch erfassen, der,
wenn du klagst, dich lind umweht. Es
zieht ein sinnenfremdes Mahnen
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Berufung

Greif zu, o Mensch, greif zu, wenn dir
der Himmel reicht die offne Hand, sonst
denke nicht, daß du Einst seist im
Buch des Glückes mit genannt. Wer
diesen Wink des Himmels nicht be
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Meine Legitimation

Grüß Gott, du liebes Tröpflein
Tau! So einen Schmuck gibt es wohl
nimmer: Von jedem Hälmchen auf der
Au spitzt es wie
Diamantenschimmer. Entstammt der Erde,
harrst du froh
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Frage

Hast du gelebt? O, wolle Antwort
geben: Hältst du dein Leben wirklich
für ein Leben, das dich zu sich
zurück, zum Leben, führt? Wie weit
bist du zum Urquell vorgedrungen, dem
dei
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Dichterwunsch

Hat meine Stunde einst geschlagen, die
ernsteste, die es wohl gibt, so soll
kein Herze um mich klagen, und wenn es
noch so sehr mich liebt. Ich habe mich
dann durchgerungen un
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Abendgebet

Herr, bleib bei uns! Es will die Nacht
sich neigen; die Sonne sank schon
längst hinab zur Ruh. Herr, bleib bei
uns! Es will kein Stern sich
zeigen, und tiefes Dunkel deckt die
Erde zu.
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Empor

Herr, gib mir Schwingen,
aufzusteigen aus dunkler Nacht zum
hellen Licht! Du willst mir deinen
Himmel zeigen, und ich, ich komm und
komme nicht. Es halten mich die
Eigenschaften
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Reue

Herr, schau mich an! Ich lieg vor dir im
Staube, und bis du mich erhörst, so
lange bleib ich liegen. Wie Noah damals
ausgesandt die Taube, so laß ich mein
Gebet nach deiner Gnade fliegen.
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Hilf mir!

Hilf mir, o Gott, nur deinen Weg zu
gehen, den einzgen Weg, der uns zum
Heile führt. Ich fühl um meine Stirn
ein lindes Wehen, das wie ein Hauch von
oben mich berührt. Dorthin wil
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Hinauf - hinab

Hinauf zu dir will ich nur immer
denken, hinauf zu dir, der ewig mein
gedenkt. Zu dir, will meinen
Flügelschlag ich lenken, zu dir, der
all mein Sehnen zu sich lenkt. Es sind
nicht
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Ich bin bei dir

Ich bin bei dir, ob du mich kennst. ob
nicht; hör oder hör es nicht. was
meine Stimme spricht. Du hast die Wahl;
du hast auch deine Pflicht; nun stürz
ins Dunkel, oder steig zum Licht.
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Wahrheitstraum

Ich bin im Traum gewesen am einstgen
Paradies und hab ein Blatt
gelesen, das streng zurück mich
wies. Ich hab im Traum gesehen ins
Innre mir alsbald und wie es
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Zuversicht

Ich bin in Gottes Hand, wo ich auch geh
und steh; seit meinem ersten Tag bin
ich geborgen. Er kennt mein Herz mit
allem seinem Weh, mit seinen großen,
seinen kleinen Sorgen. Es sch
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Gottesgedanke

Ich bleib dir treu. Du wardst mit mir
geboren als mein Begleiter für das
Erdental. Wir gingen uns niemals,
niemals verloren; ich war die Welt; du
warst mein Sonnenstrahl. Ja, ich di
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Widmung

Ich fragte zu den Sternen wohl auf in
stiller Nacht, ob dort in jenen
Fernen die Liebe mein gedacht. Da kam
ein Strahl hernieder, hell leuchtend,
in mein Herz und nahm
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Ade

Ich gehe fort, und dennoch geh ich
nicht. Ade, mein Heim, und doch auch
nicht ade! Ich scheide zwar, doch !eist
ich nicht Verzicht, daß ich dich einst
nach Jahren wiederseh. Ob dich
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Ein Wort von oben

Ich ging zum Himmel ein, doch bin ich
euch nicht fern; wenn ihr ihn auch
nicht seht, den Garten Eden. Es reicht
der Himmel ja von Stern zu
Stern, umfassend auch den irdischen
Planeten.
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Rückkehr zum Glauben

Ich grüße dich. Du warst als heller
Stern an meinem Himmel leuchtend
aufgegangen. Dein Licht, es zeigte mir
den Weg zum Herrn, an dessen Thron der
Engel Chöre klangen. Ich folge d
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An die Mutter

Ich hab gefehlt, und du hast es
getragen, so manches Mal und, ach, so
lang, so schwer. Wie das mich nun
bedrückt, kann ich nicht sagen; o komm
noch einmal, einmal zu mir her!
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Heimkehr

Ich kehre heim! Auch ich ging wie die
Andern hinaus ins Leben, in die weite
Welt. Doch nirgends bot sich mir bei
meinem Wandern die rechte Stelle für
mein kleines Zelt. Es störte m
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Sternkunde

Ich sah dich oft in stiller Nacht. Du
nahmst ins Rohr des Himmels Sterne und
hast darüber nachgedacht, wie man sie
wohl ergründen lerne. Ist’s um die
Körper dir zu tun,
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Des Kindes Seligkeit

Ich schlafe ein an meiner Mutter
Brust; o welche Wonne, welche selge
Lust! Die Mutter ist so fromm; sie ist
so rein, und ich will so wie sie auch
immer sein. Ich schlafe ein
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Umkehr

Ich segne dich. Ich sah die Träne
stehn im Auge, das du bittend zu mir
hobst. Ich segne dich. ich sah dich in
dich gehn und höre, was du dir und mir
gelobst. Es ist ein Jubeltag de
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Ragende Berge

Ich sehe Berge ragen dort an der Steppe
Rand. Es soll mein Fuß mich
tragen hinauf ins bess`re Land. Dort
ladet, wie ich glaube, zur Ruhe man
mich ein, und von dem Wand
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Meinem Schutzengel

Ich war bei dir und lag doch so
entlegen von deiner Wohnung betend auf
den Knien. Ich war bei dir; ich bat um
deinen Segen und fragte, ob du mir
vielleicht verziehn. Du warst
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Die Menschheitsseele

Ich war bei dir, in einem andern Leben,
und doch, ein andres Leben war es
nicht. Ich sah dich wie in Lichtes
Fluten schweben, und doch und doch
gebrach es mir an Licht. War bei dir
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Ewig

Ihr sucht und sucht: »Wo ist die
Ewigkeit?« »Jenseits des Todes! Über
unsern Sternen! Hier ist die Zeit, und
grad nur in der Zeit hat für das ewge
Leben man zu lernen. Hier sind
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Menschenliebe

Im Tagesgrauen schlief das stille
Tal, und seine Schönheit war mir noch
verborgen; dann plötzlich kam der
erste Sonnenstrahl, und mit ihm ward es
heller, goldner Morgen. Es flutete
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Entwicklung

Kennst du den Stoff? Ich kenne ihn noch
nicht; ich hab noch kein Atom, kein
Molekül gesehen. Er liegt zwar vor
mir, schwer genug und dicht, doch sein
Entstehn ist leider ohne mich geschehe
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»Vater!«

Komm her, und sprich ein einzig
Wort, ein Wort, so kinderleicht zu
sagen. Komm her, und geh nicht wieder
fort; du brauchst vor mir ja nicht zu
zagen. Ich warte schon so lange dein;
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Auf dem Friedhofe

Komm her; komm her, du fremder
Wandersmann; geh nicht vorbei an
unbekanntem Grabe. Hör mich, ja auch
um deinetwillen, an, und glaube, was
ich dir zu sagen habe! Ein jeder Me
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Menschenunmöglichkeit

Komm mit, komm mit, und folge mir; ich
führe dich so gern, so gern. Ich zeige
und erkläre dir die ganze Welt von
Stern zu Stern. Wir fangen an beim
Anbeginn und hör
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Guter Rat

Laß dich führen; laß dich
führen, ob du redest, ob du
handelst; tust du das, so wirst du
spüren, daß du unter Leitung
wandelst. Laß dich leiten; laß dich
leiten;
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Ernste Weisung

Laßt euch ein ernstes Wort der Liebe
sagen, und grabt es tief in eure Herzen
ein: Der Starke hat den Schwachen hier
zu tragen, und dieser soll ihm dafür
dankbar sein. Es is
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Überflüssig

Nehmt mir den Stein von meinem
Grabe; für mich gibt’s keinen
Leichenstein! Ich, der ich nun
verklärt mich habe, will doch für
euch kein Toter sein! Warum das
Weinen und
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Tagesscheiden

Nun gehst du hin in Frieden, du
schöner, goldner Tag. Bist du von uns
geschieden, ich doch nicht trauern
mag. Du kehrst doch morgen
wieder; nicht ewig währt die Nacht;
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O bete gern!

O bete gern! Du brauchst dich nicht zu
scheun; sei nicht von Sorge um das Wort
betört. Der Vater wird sich immer,
immer freun, wenn er die Stimme seines
Kindes hört. O bete
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Verständige Liebe

O Liebe, die ich endlich nun
erfaßt und die du mich so ganz
ergriffen hast, daß ich nur dir, nur
dir zu eigen bin, nimm mich; nimm mich;
ich gebe mich dir hin. Wer sich mit
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Quitt

O, lacht doch nicht! Treibt ja nicht
euern Spott mit unserm Glauben, denn
ihr lästert Gott. Nicht diesem
Glauben, Gott gilt euer Lachen; ich
sage euch: Ihr habt es quitt zu
machen!
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Rätsel

Ring dich nieder; ring dich
nieder! Welch ein Wort und wie so
wahr. Sag dir´s täglich, stündlich
wieder; werde dir darüber
klar! Ring dich nieder, um zu
zeigen, da
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Ruhe

Ruh aus von deinem Tagewerke am Abend,
wenn du müde bist. Du hast es nötig,
aber merke, daß es zur Vorbereitung
ist. Erhole dich von deinen
Sorgen, doch schlafe ohne sie ni
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Drei Fragen

Sag, wer du bist! Denk aber vorher
nach! »Ein Mensch bin ich«,
antwortest du erhaben. Ein Mensch?
Sonst nichts? Und dennoch, dennoch
sprach aus dir der Stolz auf dich und
deine Gaben.
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Sternensprache

Schau auf, schau auf zum Firmament, und
laß von ihm dir zeigen: Von allen
Sternen, die ihr kennt, hat keiner
Licht zu eigen. Trotz ihrer Größe,
ihrer Zahl sind sie nur Lich
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Ein inneres Land

Schau dir die Menschen geistig an; dein
leiblich Aug sieht weiter nichts, als
was es eben sehen kann im Schein des
äußerlichen Lichts. Es wohnt in einem
andern Lichte in ihm
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Einsicht

Schau nicht, schau nicht so um dich
her, als ob da deine Welt sich
breite. Die Erde nicht und nicht das
Meer, zieh deinen Blick hinaus ins
Weite. Du wohnst hier nur im
Wanderzelt;
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1901

Schließ auf das Tor; laß seine Flügel
springen; zünd deine Leuchte an in
allen Landen! Mir ist, als hörte ich
den Ruf erklingen, es sei der Tod zum
Leben auferstanden. Breit dei
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Sonnenschein

Sei lieb; sei gut, und zürne
nicht! Warum willst du nicht gütig
sein? Dein Leben sei wie ein
Gedicht, das Titelwort »Nur
Sonnenschein«. Schau dir die liebe
Sonne an!
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Andacht

Sei mir gegrüßt in stiller Stunde, du
liebes, frohes Händefalten! Du trägst
zum Himmel auf die Kunde, daß ich
vertraue seinem Walten. Des Tages Last
ist mir genommen, und
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Bedachtsamkeit

Sei ruhig; stürme, stürme
nicht! Warum sollst du dich
überstürzen? Tu recht und billig
deine Pflicht; du kannst die Zeit doch
nicht verkürzen. Sei ruhig; dräng
dich nic
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Wie das Meer

Sei still in Gott, still wie das
Meer! Nur seine Fläche streift der
Wind, und tobt als Sturm er noch so
sehr, wiß, daß die Tiefen ruhig
sind. Sei weit in Gott, weit wie da
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Großmütterchen

Sie trug mich stets auf ihren
Armen; sie lehrte mich den ersten
Schritt, und weinte ich zum
Herzerbarmen, so weinte sie erbarmend
mit. Wenn sie des Abends mich ins
Nestchen mi
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Erdenleid

Siehst du das Leid der Erde an deinem
Lager stehn, so denke nicht, es
werde schon morgen wieder gehn. Es
wird das Leid der Erde aus Liebe dir
gesandt, daß es d
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Das heilige Land

Siehst du die Berge kahl sich
legen fernhin, so weit das Auge
reicht? Ein Schreien ist’s um Tau und
Regen, und Gott, der Herr, erhört`s
vielleicht. So liegt vor seinem Ang
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Wo sind die deinen

Siehst du dort an des Abgrunds Rand die
Schar der Kinder sorglos
schreiten? Kaum noch die Breite einer
Hand, so ist der Sturz nicht zu
vermeiden. Zu ihren Füßen gähnt der
Tod;
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Trost

Siehst du ein Menschenkind in
Tränen, verhaltnes Schluchzen in der
Brust, so wolle ja nicht, ja nicht
wähnen, daß du mit Worten trösten
mußt. Vermeide es, ihn zu beraten
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Gnade

Steig nieder, liebes, heilges
Wunder, das ich gern fassen möcht und
doch nicht kann. Senk dich zu mir, in
mich herunter, und zünd in mir des
Altars Kerzen an. Sie harren dein, scho
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Wohltätigkeit

Streckt sich bittend dir entgegen eines
Bettlers arme Hand, sei ein Teil ihr
von dem Segen, der dir wurde,
zugewandt. Güter, die dir Gott
gegeben, sind für Andre dir
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Güte

Streu Blumen aus auf deinem
Lebenspfad; sie sind dir ja dazu
gegeben! Dies Blumenstreuen ist die
beste Saat zur Ernte schon in diesem
Leben. Es kehrt ein jedes, auch
bescheidnes Glü
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Der Völkerfriede

Trag nicht empor ins Himmelreich, was
auf der Erde hat zu bleiben! Du bist
noch lange Gott nicht gleich und willst
dich ihm doch einverleiben. Du wirfst
ihm alle irdschen Fragen
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Wunsch

Tret in ein Gotteshaus ich ein, so soll
es hell und freundlich sein. Die
Dunkelheit, ich lieb sie nicht; ich
will es um und in mir licht. Tret in
ein Gotteshaus ich ein,
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Verzeihen

Vergib, mein Herz, so wird auch dir
vergeben; nie trage nach; nie pflege
deinen Zorn! Es strömt aus dir im
Blute mir das Leben; für Andre sei ein
steter Freudenborn. Gott machte di
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Der Himmel auf Erden

Vom Himmel geht ein Segen aus wie hier
vom lieben Vaterhaus, in dem der Vater
nie vergißt, daß er des Hauses Säule
ist. Vom Himmel geht ein Segen
aus wie hier vom l
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Das Gewissen

Was tatest du, als ich dich einstens
bat, nach Gottes Wohlgefallen nur zu
streben? Ich wollte dir das Glück des
Lebens geben; nun aber sag, was galt
dir da mein Rat? Was tat
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Vorwärts!

Wer geht mit mir? Ich bleibe
nicht! Warum soll ich noch länger
warten? Ich lege ferner kein
Gewicht auf Dinge, die bisher mich
narrten. Wozu in aller Welt der
Streit, das fie
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Werdet frei!

Werdet frei! Ihr windet euch in
Ketten, und der Glaube nur kann euch
befrein. Werdet frei! Gott möchte gern
euch retten, aber grad durch ihn wollt
ihrs nicht sein. Ist’s so schwer
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Mein Himmel

Wie ist der Himmel doch so
weit entfernt von mir mit seinen
Sternen! Er baut zur
Grenzenlosigkeit sich auf durch
unmeßbare Fernen. Es reicht mein
schwacher Blick nicht hin, m
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Abwehr

Wir glauben! Lächle nicht; es ist uns
Ernst! Du kennst den Glauben nicht, und
ich kann dir nicht zeigen, daß wir mit
ihm hinauf in alle Himmel reichen, von
denen du dich mehr und mehr ent
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Selbstbetrug

Wo gehst du hin! Du bist auf falschen
Pfaden und lässest dich von einem Mund
beraten, der auf die Frage nach der
Wahrheit schweigt. Du hast weit mehr
als nur dein eignes Leben vertr
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Nachruf

Wo gingst du hin? Ich weiß es leider
nicht. Du gingst und bist
wahrscheinlich doch geblieben. Obzwar
die Trauer gern vom Scheiden
spricht, der Himmel hat’s wohl anders
vorgeschrieben.
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Wo

Wo liegt dein Heil? Liegt es in deinem
Leibe, für den du dich und tausend
Andre plagst? Denkst du, daß er dein
Mittelpunkt verbleibe, um den du dich
im Kreise treibst und jagst? Du
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Zwei Worte

Zu früh, zu spät - - zwei Worte,
welche eigen dem Menschenleben, auch
dem deinen, sind. Du siehst, daß dir
die Stunden schnell verstreichen und
daß mit ihnen deine Zeit verrinnt.
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Die zweite Welt

»Ich bin nicht frei. Ich werde fest
gehalten. Ich fühl`s, hab oft darüber
nachgedacht. Ich will nach Gottes
Willen mich gestalten, und das wird mir
so schwer, so schwer gemacht. O
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Das Ich

»Ich bin’s!« Jawohl, du bist’s,
mein Ich; gestatte mir, dich zu
erkennen! Du rühmst und lobst und
brüstest dich, stets fertig, dich mein
Ich zu nennen. Doch, seh ich d
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»Mehr Licht!«

»Mehr Licht. mehr Licht!« Die
Finsternis läßt mich nur zagend
vorwärts gehn; ich schreite langsam,
ungewiß und bleib oft ängstlich
tastend stehn. »Mehr Licht, mehr Li
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