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Gedichte - Karl Mayer


Die Schifferin

(Am Achensee, im nördlichen
Tyrol.) Wie mir der See
entgegenschauert, Mit seinem klaren
Abgrundsblau Von hohen Alpen still
ummauert! Hier wohnt die Einsamkeit; o
schau!
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Das Kaiserbild

(Am Ulmer Münstre.) Drei Säulen und
ein spitzes Dach Sind manch Jahrhundert
dein Gemach, Aus dem du von des
Münsters Wand Herabblickst auf der
Menschen Tand.
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Unweit Werrnwag

(An der Donau.) O Heiliger von
Nepomuk, Ich sah dich schon auf mancher
Bruck‘ Und blieb noch immer bei dir
stehn, Mit dir das Tal
hinabzusehn. Wie hier, in diesen Fe
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Sonnenleben

(Auf dem Dache der Waldburg.) Wie
seid ihr kleinen Tierchen klug, Ihr
Fliegen, Schnacken, Bienen,
Hummeln, Die Sonnenluft zur Höhe
trug, In Schwärmen hier euch
umzutummeln!
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Auf dem Lochenstein

(Bei Ballingen.) Auf im
Sonnenregengolde! Wie im Tal der
farbenholde Irisbogen überlacht Des
Gebirges ernste Pracht! Doch, o
Schönheit kurzer Dauer, A
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Die Schlössergruppe

(Beim Anblick von Hohentwiel,
Hohenkrähen, Mägdberg, Hohenstauffen
*, Hohenstoffeln und
Hohenhöwen.) Die Gruppe dort
betürmter Zacken Auf Wald- und
Hochgeländes Nacken
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Der neue Freund

(Meersburg.) Wir zogen durch den
Göttermorgen. Was dachten wir an
deutsche Sorgen? Und doch – wir waren
kaum im Gange, So folgten wir schon
gleichem Drange. Mein ne
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Im Donautal

(mit den Schlössern Kallenberg,
Brunnen, Wildenstein, Werrnwag, Hausen
und Falkenstein.) Einst hast du,
Strom, dir Bahn erzwungen Durch dieses
wilde Felsenland Und mancher
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In Ludwigshafen

(Sernadingen.)

Das Windgeheul, der Wellenbraus,
Die Sorg‘ um Weib und Kind zu Haus,
Sie haben diese lange nacht
Zu Drei’n mich um den Schlaf gebracht.
Bei der Wiederkunft

(Ulm.) Herzlose Häuser, alte
Stadt, Die einst auch mich beherbergt
hat, Und wo ich mir verhaltner
Träne Nach zwei Gestorbenen mich
sehne, Ihr steht, wie ehma
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Der Bergknabe

(Über dem Schussentale.)

Du jodelst hell ins Abendrot,
Bergknabe, dort hinaus,
Als gäb‘ es niemals einen Tod
Für dich und für dein Haus!
Der Ölberg

(Überlingen.) Größre Liebe gibt es
nicht, Keinen tiefern Schmerz, Als
wenn jeder Schuld Gericht Auf sich
lädt ein Herz. Alter Bildner, wie
erfasst,
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Der Brunnenritter

(Überlingen.) Steinern sahst du,
Brunnenritter, Welcher bei so langem
Stehn Vieles sah vorübergehn, Auch
auf mancher Liebe Flitter; Weißt es,
wie der Vorzeig Mädch
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Das alte Fenster

(Überlingen.) Welch alte schmucke
Steinmetzsitte! Ein höher Fenster in
der Mitte, Zwei niedrere zu jeder
Seite; Viel graue Häuser zeigten
heite So sein befenstert s
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Schmetterlingsart

1. Falter, dir zum Eigentume Trägst
du nur ein schwaches Leben, Der
Bewegung preisgegeben, Eine abgetrennte
Blume! 2. Wohl ein zart
verschämte
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Kindheitsmahnung

1. Kindheit macht die
Blumenwiese Sich zum kleinen
Paradiese. Zu der Kindheit
Paradiese Ruft mich heim die
Blumenwiese. 2. Ihr besondres
Bachran
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Die Lieblingsdichter

1. Kommt Einer mir zur Thür` herein,
So prüft mein Aug`: wer mag es seyn?
Gleichgültig nehm` ich den in Acht,
Wenn mir das Herz beim Andern lacht,
Der, noch die
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Herbstfriede

1. Mild hat der Nebel
abgeteilt; Wenn er als leicht Gewölk
hier weilt; So hat er dort sich
weggezogen Vor dem Azur am
Himmelsbogen. Dass sie so gütlich sich
geschied
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Ländliche Anmut

1. Scherzende Mädchen auf
Wiesengrund, Hüpfende Wellchen,
kristallgesund, Waldige Berge, dem
Bilde zum Rahmen, Weißt du was
Holderes? nenn` es mit Namen! 2.
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In den Dörfern

1. Vergnügt hab‘ ich die Drescher
drinnen, Mit ihnen junge
Drescherinnen Auf mancher Tenne
angegrüßt. Auch dies hat mir den Weg
versüßt, So, dass der Blick noch
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Herzenstrost

1. Ward ein Herze krank und
wund, Kummer deiner Liebe Sold, Schaue
draußen dich gesund! Glaube, dass im
Sonnengold, In der Landschaft frischen
Farben Viele sch
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Die Kukuke

1. Weshalb in vermehrter Hast Habt
ihr Vögel ohne Rast Am gewohnten Ruf:
Kukuk! Heute selten nur genug? Denn
wohin der Wald mich trug, Schallt es
nicht: Kukuk!
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Das Sprichwort

1. Sprichwörter mehr oft, als
Sentenzen, Sind geisterfüllte
Sprachessenzen. 2. Es ist kein
Sprichwort gut, es sei Denn etwas
Schelmerei dabei. 3.
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Am Lebensabend

Abends schließen ihre Kelche Viele
Blumen. Fragt ihr, welche? Kann ich sie
so schnell nicht nennen, Auch kein
Vorbild drin erkennen; Denn mein Geist
soll offen stehn, Auch de
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In einem Hohlwege

Abhänge ragen steil und schräg, Um
die sich Wurzeln spannen, Wohl über
meinen Wanderweg Und drüber sausen
Tannen. – Als sie die Hohle gruben
hier, Fern war ich, ungebore
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Sonnenzauber

Ach Blumengold!
Das Blut mir rollt
Von neuem voller Wonne,
Wenn ich die alte Sonne
Den neuen Schmelz verbreiten seh`.
Der wieder glänzt aus Gras und Klee!
Erdenleid

Ach Erde, hier in deinem Gras Sie
einsam mich dahingestreckt! Ist’s
deine Näh‘? Ich weiß nicht, was Das
ganze Erdenleid mir weckt. Mein
Himmlisches herniedertaut Als Tr
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Im Nebel

Ach Nebel, der das Land
umgibt, Durchhaucht von frischem
Morgenduft, Nicht minder bist du mir
geliebt, Als schönen Morgens blaue
Luft. Denn die Natur hat solche
Fülle Und so
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Die eilende Schönheit

Ach! wie kehrt das wilde Hag Rosen ohne
Zahl zu Tag! Blühend lacht sogar der
Fluss Unter Wasserrosenkuss.
– Morgen sind die Rosen halb Schon
verwelkt und braun und
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Das hohe Lied

Ach, armer Dichter, dir beschied Natur
wohl dieses, jenes Lied; Wie macht sein
Klang dich froh und reich, Und wie
verrauscht er doch sogleich! Trittst
du heran zum Wasserfall
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Abschied

Ach, beim Wanderabschied steht Still
beiseit der Tod, Der den Augenblick
erspäht Und uns Freunden droht, Dass
er fasse eines Han Und ihn führ‘
in’s dunkle Land.
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Waldgang im Vorfrühling

Ach, blüht nicht hier die Anemone, Ob
sie auch frischer Schnee umwohne? Und
horch dem Specht, wie froh er
schreit! Er merkt nicht, dass es wieder
scheint. Schon schlägt sich durch
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Bedauerniss

Ach, dass vieler Blumen Namen Mir so
unbekannt! Viele stehn schon bald in
Samen, Die ich nie genannt, Und doch
möchte‘ ich all der Lust, Die
enthüllt der Erde Brust,
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Bei sonnigem Himmel

Ach, den Fleiß, den immern
schwächern, Tilgst du nächstens
ganz; Himmel, ruhst du auf den
Dächern In so blauem Glanz! Ja, ich
geh`, ein Stubenhasser; Von dem Fest
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Der fehlende Gast

Ach, der Storch blieb Heuer aus Und
vom First des Kirchenbaus Trauert leer
herab sein Nest. Waren wir doch so
gewöhnt Dessen, der den Lenz
verschönt! Ist der Frühling
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Bachgeleite

Ach, der Wald will sich nicht
trennen Von des Blumenbaches
Lauf. Kann er ganz nicht nach ihm
rennen, Bricht viel junges Volk doch
auf, Esch‘ und Erlen, und
begleiten Längs
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Die fernen Ruheplätze

Ach, des Berges Baumgelände Böten
manchen Ruhesitz, Wo mir glücklich
ferne stände Menschentorheit,
Menschenwitz. Doch die Blumen droben
blühen Nur für Tau und So
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Schicksalsgenossen

Ach, die Schneck‘ in sichrem
Haus Weicht dem Fußtritt doch nicht
aus, Und der Mensch im stolzen
Schloss Ist ihr
Missgeschicksgenoss. Beiden ist
verwehrt die Flucht Vor des
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Das hinsterbende Gewitter

Ach, erfrisch von diesem Regen, Blitz
und Donner noch bestaunend, Der nun
hinstirbt, fernher raunend, Kann ich
innern Dank nur hegen! Das Getreid‘
mit frischem Duft Dankt hi
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Was ist zu tun?

Ach, es begegnet uns so oft: Das
Glück, von dem es sich gehandelt, Auf
das wir lange schon gehofft, Wird
schnell in Unglück umgewandelt. Was
ist zu thun? geschehn zu lassen,
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Forderung und Leistung

Ach, Leben, Leben, Wie viel, - wie viel
zu viel von mir Hast du gefordert, wie
wenig dir Hab‘ ich geleistet! Ach,
Leben, Leben, Soll ich die
Überforderung dir, Wirst du der
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Dank dem Leben

Ach, lein Schlummer würde sinken Auf
mein Aug`, es bliebe hell, Wenn ich
ewig müßte trinken Aus der
Schönheit Götterquell! Selber muß
ich widerstreben, Wenn
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Wechsel ohne Ende

Ach, mit welcher süßen Hast Schon die
Rosen sich erschließen, Wenn mich am
Syringenast Welke Kelche schon
verdrießen! Will uns jede Stunde
fast Schon ein andrer Fr
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Beim Wiederfinden

Ach, sieh da, du beblümtes Kraut! Als
Kind hab‘ ich dich oft geschaut. Du
hast geblüht an jenem Quell; Er
schien, wie meine Zukunft hell. Die
Zukunft ward Vergangenheit
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Die Durstlosen

Ach, was zur Labung schmiegt
Sich meiner Zungenqual?
Der Waldbach ist versiegt
Von heißem Sonnenstrahl!
Und ihr seid guter Dinge,
Durstlose Schmetterlinge?
Jung und dankbar bleibend

Ach, wenn so mancher Alte jammert,
Daß Jugend ihn verlassen hat, An
meine Jugend noch geklammert, Wann
fühl` ich doch mich lebensmatt? Den
Arm um ihren Hals geschlagen,
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Die geschlossenen Blicke

Ach, wie schallt zum Bienenlied, Das
durchsumset Ros‘ und Flieder, Ferner
Silberklang! Wie zieht Glockenton mein
Auge nieder! Ja, ihr Augen,
treugesinnt, Sinket, las
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Die lebendige Natur

Ach, wie still die Saaten sprießen!
Deren Frucht wir bald genießen!
Jeder Augenblick belebt Keime, deren
Wuchs sich hebt. Heimlich reifende
Gestalten Birgt der K
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Die getrübte Vorstellung

Ach, wäre recht das Bild mir
blieben Abwesender und toter
Lieben, So hätte einen Halt das
Herz. Doch fehlt dem Bild die
Umrissschärfe, Dem Blick, nach dem ich
Blicke werfe,
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Zueignung

Achte niemand dieser Lieder; Du, Natur,
doch flüsterst wieder, Lies ich eines
kaum erklingen, Sanften Gegenlaut mir
zu: Darum lass mich dir nur
singen, Die mir Liebe schenkt
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Der Habicht

All dies Laub- und Blumensprossen Wird
erst innig nachgenossen, Wenn man
still im Walde ruht. Ja es wird uns
dann so gut, Thiere selbst
heranzuziehen, Die die Menschensti
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Sommertrübe

All dies Rieseln, diesen Duft, Diese
tränenlinde Luft, Das erquickte
Wiesenbildnis, Diese Busch- und
Kräuterwildnis In der frischen
Regennässe Und des Himmels feuchte
Bläs
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Der Fischende.

Aller Lieb` und Lust ermangelnd, Saß
ich einsam draußen angelnd, Wo das
Bächlein eilt hervor; Und, mit
hingesenktem Blicke, Denkend an mein
Missgeschicke, Schauend, wie dur
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Ergebung

Aller Millionen Ähren Lässt die
Sichel kein‘ im Feld. Die
Geschlechter kann dies lehren, Still zu
schwinden von der Welt. Schneide, Zeit,
ich sinke mit Willig unter deinem
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Im Spätjahr

Aller Vogelflüge Leeres
Himmelszelt. Unbespannte Pflüge Ruhn
im Ackerfeld. Still die Waldung
zeiget Nur entlaubtes Reis Und das
Bächlein schweiget, Ü
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Das schöne Land

Alles ist mit Ruh` umfangen, Wälder,
Hügel, Berg und Tal; Nur noch Herzen
müssen bangen, Wissen noch von
Sorgenqual. Ach! wo sind die schönen
Lande, Die ein Himmel
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Beim Abschied vom Straßburger Münsterturme

Als hättet ihr euch manch
Jahrhundert An diesem Turme müd
gewundert, So, Krähenscharen, flattert
ihr Mit heis`rem Ruf um seine
Zier. Hat euer Tun nichts
Neidenswertes?
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Verzichtleistung

Als ich in mein Tal getreten, Um mich
einsam zu ergehn, Sah ich einen Mann
dort wandeln, Traurig wieder stille
stehn. Und ich selbst stand
verweilend, Und zu wissen, l
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Auf einen Hirtenknaben

Als wie von kecker Alpenhöh` Johlt
hier ein Knabe im Marais. Mit gutem
Grund. Die Heerde traut, Riedgräser,
gleich dem Alpenkraut, Erfreuen ihn
auf reiner Spur Der stet
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Der alte Bote

Alter Bote, du mit weißem Haar, Nimmst
der Botenschaft noch wahr, Trägst noch
immer Mahn- und Liebesbrief Und
Gepäckesbürde beugt dich
tief. Alter Bote, du mit weißem Ha
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Das alte Kirchlein

Altes Kirchlein, andachtleer Wardst du,
ohne Wiederkehr! Wo Gebet und Sang
geklungen, Ist Verödung
eingedrungen, Des Altares Pracht
verwittert Und der Beichtstuhl bleibt
verg
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Seufzend im Vorübergehn

Am Baum, in schwüler Mittagszeit,
Entschlief, ein Bild von Dürftigkeit,
Ein bärt`ger Mann; in seiner Hand
Ist eine Scheere ausgespannt. Die
schwarze Schnauz` auf seinem Knie,
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Wandermorgen

Am gluck, gluck, gluck! der Henne In
ihrer Küchlein Zahl Mein Schritt
vorbei nicht renne Im jungen
Morgenstrahl! Das Haar noch
ungeschlichtet, Sehn Kinder dort heraus
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Spiegelung

Am grünen Laubdach ob dem
Fluss Zurückgestrahlte Wellen
tanzen, Wie luftbewegte Büsch‘ und
Pflanzen Der Fluss hinwieder spiegeln
muss. Zum Dank für manchen trauen
Gruß
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Die verlorene Gabe

Am Hage blühen Rosen, Im Grase
Skabiosen, Im Felde roter Klee Und
Blumen voller Sterne, Gelb leuchtend in
die Ferne, Doch farblos meinem
Weh. Mein Weh ist, das
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Widmung

Am Himmel hängt der Weih Mit kargem
Schwung der Flügel; Es hängt die
Herd‘ am Hügel. Herz, dir auch steht
es frei: Häng mit im Meer, dem
blauen, Am Schmelze dieser Auen
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Der überhangende Quell

Am Klippenufer sieht versengt Vom Brand
der Sonne Blum‘ und Kraut; Doch, wo
der Quell dort überhängt, Wird
frisches Grün von ihm betaut. – So
mache mir, o Sangesquell,
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Sorgenbefreiung

An dem kühlen Bächlein sitzt In der
Weiden grünem Schatten, Der noch kaum
auf weiten Matten Sich mit Wandern
abgehitzt. Sorgen, sagt er, gute
Nacht! Seid den Wellen
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Hinter dem Chore

An dem Pfeilerkreis des Chores Kenn`
ich jedes Jahr voll Flores Einen alten
Rosenstock, Und dahinter
aufgerichtet Hebt sich ein bemosster
Block, Dem ein Grabvers eingedichtet.
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Auf einem Ruheplatze

An der Eich‘ ein Kind sich reibt Und
ein anderes vertreibt Sich die Mücken
mit dem Schweife; Jenes grast im
Sonnenstreife, Dies in grüner
Schattenpracht; Glockend sind dav
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Mond und Dorf

An diesem Menschenfeierabend Gar
freundliches Gefallen habend, An
Vesperglock‘ und Kuss und sang, Setzt
hier sich ob des Dorfes Hang Das
Mondlicht fest in guter Ruh Und sieh
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Mein Innerstes

An L. U. Tief in mich, du enges
Leben, Hast du meinen Sinn
gepreßt; Willst die Worte frei nicht
geben, Innen hältst du streng sie
fest. Manchem kann ich mich
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Dem entfernten Freunde

An Lenau. Im Deingedenken atm` ich
Lebensluft Und glaube, mit dir über
Ferneduft Und über niedrer Lüste
Mischung Zu ruhn in trauter
Herzerfrischung; Der Kalrheit, w
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Die Freunde

An Lenau Wir gingen Hand in Hand
vorüber; Der Tag war gar ein
regentrüber, Doch amsellaut der
feuchte Wald. Ein Händedruck verriet
uns bald, Dass Ein Gefühl für d
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Der blühende Apfelbaum

Apfelbaum, Blumenbaum!
Andre Bäume mögen rühmen,
Was sie wollen;
So mit vollen
Duft’gen Rosen dich beblümen
Kannst nur du, o Blumenbaum!
Der scheidende Schnee

Armer Schnee, schon ohne Gnade Weichst
du schmelzend, auch im Schatten! Über
meinem Wildnispfade Hängen bald nur
grüne Matten. Droben hieltst du dich
geborgen, Doch
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Spatz und Spätzin

Auf dem Dache sitzt der Spatz, Und die
Spätzin sitzt daneben, Und er spricht
zu seinem Schatz: `Küsse mich, mein
holdes Leben!` Bald nun wird der
Kirschbaum blühn,
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Beim Schall der Frühlingspeife.

Aus deiner Gänschen gelber Schar, Mit
jungen Stimmchen, zart und klar, O
Knabe, pfeifst du künstlerstolz, Dein
Lied mir vor aus grünem Holz! So wohl
der kecke Schall dir tut,
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Lebensmischung

Aus dem Wasserklar, dem frischen, Sieht
der Mai das Fischlein springen Und der
Vogel nun bei Fischen Netzt die
fluggewohnten Schwingen. Alles Leben
will sich mischen,
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Herbstbilder

Aus den Nebeln Sonnenküsse Auf den
buntverfärbten Baum, Auf die blau` und
goldne Traube, Halbversteckt im grünem
Laube! Frühling! ach, du hast wohl
kaum Bilder solcher Wun
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An die Waldvögelein.

Aus den tiefsten Waldesklingen, Wo ich
mich am Astwerk halte Ob dem Rand der
Felsenspalte, Schallt ein zauberisches
Singen. Einsam dich
hinabzuschwingen, Eiltest du, Waldvöge
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Zutunlichkeit

Aus der Wiese zugeschickt, Die ich
liebend überblickt, Fliegend über
Herbstzeitlosen, Sonnenfäden mich
umkosen. Willst du denn, o
Herbstnatur, Das erfreute Herz nic
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Im Morgennebel

Aus der Wälder Nebelgrund Tun sich
Kuckucksrufe kund. Nun wohlan! dem
Maienklang Macht das Nebelmeer nicht
bang, Das die Waldung rings
umhüllt, Doch sich schon mit Sonne fü
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Der Waldbrunnen

Aus einer Teichelrinne
Ein Brunn im Walde quillt,
In Rosen mitten inne
Und wie die Rosen wild.
Dort möchte‘ ich, wie die Eichen,
Nicht von der Stelle weichen.
Des Frühlings Durchgang

Aus grüner Lindenangernacht Trifft
dort der Mai ins Fenster sacht Und
durch das Fenster stellt sich
klar Schon gleich ein Gegenfenster
dar. Aus Grün und Abendlicht
heraus Kl
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Der Silbersee

Aus nebelfreiem Sonnenstrahl Blickt‘
ich hinab in’s Nebeltal. Wie schmiegt
ein sanfter Silbersee, Sich um die
morgengoldne Höh‘! Doch aus dem
See, so gern geschaut,
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Nachglanz

Aus seinem Nachglanz lässt sich
lesen, Wie licht der Sonnentag
gewesen. Die nun erstehn in
Abendkühle, Die gottbeseligten
Gefühle, Soll ich den Tiefen ohne
Schranken Der Se
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Im Zwielicht

Bald ruht die Nacht auf weitem See.
Wie Feier von der Erde Weh Ist
Abendruhe ausgegossen. — Die letzte
Thrän`, ist sie zerflossen? Der
letzte Menschenschmerz, entschlie
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Unerfreulicher Anblick

Befestigt hängt von roher Hand Ein
Falk‘, am Hoftor ausgespannt. Die
Luft, die diesen Starken trug, Vermisst
mit Wehmut seinen Flug. Mir scheint es,
dass sie Kummer fühlt,
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Eindruck der Größe

Bei Tag und Sonnenglanz
Bin ich Bewundrung ganz.
Doch glühn die Sterne neu,
So bin ich nichts, als Scheu.
Sind Gott und Welt so groß,
Wie blieb‘ ich schreckenlos?
Gesetz und Leben

Beiderseits am Wiesenpfade Sorgen
frische Dornenbogen, Quer durch’s
junge Gras gezogen, Dass der Durchgang
dort nicht schade. Doch wenn ich bei
nassem Pfade Sündige
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Die Hummel

Bepelztes Tierchen, dein Gebrumm Ist
guter Ding‘. Im Kopf herum Geht dir,
es sei so gut zu sein, So warm im
Wiesensonnenschein; Gemächlich,
Hummel, sei der Raub Am unverweh
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Zur Entschuldigung

Berg und Tal kommt nicht
zusammen. Freunde sind nicht zu
verdammen, Wenn sie, regungsvoll
geschaffen Immer wieder auf sich
raffen, Heut zu schütteln dem die
Hand, Mor
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Das gewundene Tal

Berg‘ und Wald beschreiben
Bogen Rings um dich, o Wiesental, Und
des Flusses stilles Wogen Wendet sich
unzähligmal. Immer hinter einer
Ecke, Die den Weiterblick mir
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Was ist beglückender?

Beschlossen war Spazierengehn; Doch
lange zweifelnd blieb ich stehn: Bald
mocht` ich nach dem Thalgrund ziehn,
Nun drängt mich`s nach dem Berge hin.
Bald lockte mich das Flußge
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Mairegen

Besonnten Perlen hüpft entgegen Der
Teich in Wald und Maienregen; Die
Schönheit selbst hier niedertropft. O
Herz, das mir so freudig klopft, Der
Schönheit hüpf‘ auch du entgege
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Die Mücke am Fenster

Bis zum Taumeln und
Verschmachten Klopft die Mück‘
an’s Fensterlicht! Trügend Glas
empfängt ihr Trachten, Lichter
Spielraum wird ihr nicht. Spannt sich
denn nicht eine
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Morgeneindruck

Blank in die Landschaft
aufgenommen, Wie Gottes eigner Hand
entglommen, Glänzt Stadt und Dorf im
Frühling her. Lacht solch ein Bild,
so zweifle mehr, Ob nicht in holdem Aug
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Die langsame Reife

Blaudunkler als die Lüfte
blühn, Sah`n Nelken aus dem
Saatengrün. Den schönsten Farbengruß
enbet Durchsichtig,
feuerpurpurrot, Der Ackermohn dem
Sonnentag Und oben das En
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Sommerreise

Blaudunkler, als die Lüfte
blühn, sahn Nelken aus dem
Saatengrün. Den schönsten Farbengruß
entbot Durchsichtig,
feuerpurpurrot der Ackermohn dem
Sonntag, und ob das Entz
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Scheidegruß

Blaulich wirft sich Abendschatten Durch
des Mühltals Tannenmatten; Doch noch
sonnig Vögel schießen Durch den
Schattengrund der Wiesen. Vögel, tragt
im letzten Strahl Meine
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Auf nächtlicher Wanderung.

Blicke mich nur diese Gegend Fremd und
nächtlich an; Dennoch kann ich Liebe
hegend Und vertrauend nahn. Bietet
doch ihr deutschen Lande Milden Sinns
so viel,
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Der Habicht

Blickt nur auf Fäng‘ und Schnabel
hin, So kennt ihr schon des Habichts
Sinn. Der Mensch allein, Von glattem
Schein, Ist sanft von Hand und
Angesicht, Ein friedlos Ich der g
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Die Blumen

Blumen, eure lieben Augen Sollten nicht
zum Sehen taugen? Lieblinge des
Angesichts, Schautet ihr vom Maie
nichts? Ihr entzückt Erd‘ und
Lüfte Und entbehret Blick u
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Der frohe Ausruf

Blumenwiesen im Gesicht Und den Wald im
Hintergrund, Schweig‘ ich oder
schweig‘ ich nicht? – Heut‘
entschlüpfte meinem Mund, Nur ein
freudetrunknes Ach! Das hinabeilt
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Die Ackerblumen

Blutströpflein und Rittersporn Sind
dem Landmannsaug‘ ein Dorn; Blaue
Nelken im Getreid‘, Roter Mohn auch
tun ihm leid; Und zumal die gelben
Raden Rechnet er sich stets z
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Das Novemberblümchen

Blümchen, buhlst du um ein neues Lied
von mir, novembertreues? Ach, wo
Liebesboden war, Ist schon Alles
unfruchtbar; Schon mein Herz zu
winterkrank, Schon zu tot für Lied un
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Trieb des Wechsels

Blüten flocken auf die
Erde. Federleicht, doch zur
Beschwerde Wurden sie dem grünen
Baum Und die Zeit erharrt er kaum, Um
sie in das Gras zu streun Und des
Wechsels sich zu
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Das stille Fest

Blätter, grün und rund, wie
Tische, Hell von goldnen
Wasserrosen, Schwimmen auf des Flusses
Frische, Und aus Waldgestein und
Moosen Seh‘ ich, wie zu stillem
Feste Wasserju
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Auf der Welt

Campanula, Da nickst du ja Mir neu der
Pflanze Frieden zu, Den Frieden eurer
Wiesenruh`, Der so von Anmuth ist
getränkt, Daß sich das Herz in ihn
versenkt Und daß
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Umherirrend

Das Gebirge, wie ist’s hier Einsam
und verödet! Rabe, ach, wie oft mit
dir Hab‘ ich schon geredet! Rabe,
Freund dort, rate mir; Bin ja ein
Verirrter, Sei k
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Spiel der Wonne

Das Gewölke und die Sonne Spielen hier
ein Spiel der Wonne Mit des Sees Grün
und Blau; Rändern ihn dort fern mit
Gold, Allzulicht für lange
Schau, Mildern ihn, den Augen h
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Aufbruch

Das Insekt, wie
frühlingsfertig, Golden schillernd,
schwebt dahin! Wer der Lenzeslust
gewärtig, Lichte selbst den trüben
Sinn! Auch die Blütenzeit hat
Flügel, Darum auf!
... weiterlesen


Neue Freundschaft

Das Korn gewann schon Sommerart; Es
streift im Feld mir um den Bart, Ich
lass es freundlich walten. Ja, freuen
soll mich Rittersporn Und Ackermohn und
Nelk` im Korn, Statt sü
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Die alte Burg

Das Schloß dort über wald`ger Schlucht
Umsonst nach alten Zeiten sucht. Ich
will nicht deren Wiederlehr, Und dir,
o Burg, verzeih` ich`s sehr, Blickst
du nun kleinlaut, fremd u
... weiterlesen


Winterlied

Das Schneeland und der Himmel
weiß, Der Eichen dürrbelaubtes
Reis, Selbst hier der grüne
Tannenwald Begrüßen mich empfindlich
kalt. Der Hütten Rauch qualmt ohne
Spur
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Herbstruhe

Das Storchennest ist leer des
Kunden, Der schon seit Wochen ist
verschwunden. Man hört den Hanf nun
wieder brechen, Man sieht gefallne
Blätter rechen Und Rinder in das Gras
getrieb
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Wandern und Leben

Das Wandem gleicht dem Lebenslauf, Am
Himmel steigen Wollen auf; Bald sehn
wir uns davon durchnäßt. Ob uns das
Leben trocken läßt? Komm Einer, sey
es auch der Neste,
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Bekanntschaften

Dass reisend ich Besuche mache, Ist
keine mir geläuf’ge Sache, Auch
selten, dass ich dafür passe. Der hat
mich tiefer schon berührt, Zu welchem
mich die fremde Gasse, Die
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Der Weltgeist

Dein Sumsen streift mein Ohr
vorbei! Als ob es hohen Inhalts sei, O
Biene, muss ich lauschend stehn; Von
Gott und Welt, Sein und Vergehn Treibt
doch nicht Kunde durch die Luft;
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An ein Mädchen

Dem Frühlingsbild im weiten
Land Eröffnest du das
Fensterlein; Den Sims auch stellt die
kleine Hand Voll Rosen und
Gelbveigelein, Ach, unbewusst der
Frühlingszier, Die du,
... weiterlesen


Morgenlaufen

Dem Morgen saust entgegen Der grüne
Tannenfirst. Ob du auf
Waldeswegen, Mein Herze, schweigen
wirst? Entsend‘ auch deine
töne, Wirf sie in Wald und Wind, Ob
... weiterlesen


Der Wilderer

Dem Wilderer am Waldestrauf Geriet ich
vor den Flintenlauf. Da sagt‘ ich ihm
vorübertrabend, Wie ein Kam’rade:
Guten Abend! – Ein flüchtig Wild,
ein wildes Lied Ist un
... weiterlesen


Am Grabe Ludwig Uhlands,

den 13. November 1862. Noch war
beglänzt vor wenig Tagen Von goldner
Leier Uhlands Haus; * Sie drückte ihm
mit stillem Klagen Der Vaterstadt
Empfindung aus.
... weiterlesen


Die Familie

Den Baum umgibt ein holder Kreis: Der
Landmann will mit Frau und Kindern Den
Durst am Erntekruge lindern; Die Lippen
Aller glühen heiß. Ihr Eltern, bald
im Tod erkalten
... weiterlesen


Der Teilnahmslose

Den Käfer stell‘ ich auf die
Beine, Der hilflos auf dem Rücken
liegt, Und der Triumph wird mir, der
kleine, Dass er getrost von dannen
fliegt. Doch, wenn ein Mensch im Argen
lieg
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Der Erwählte

Den still mein Herz erwählt, Der Gute
hat gefehlt. In Schadenlust
geschäftig, Zeigt mir die Welt es
kräftig; Mein Blick sinkt
erdenwärts, Doch bleibt dem Freund
mein Herz.
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Der Strandläufer

Den Tierchen scheint der Sinn
gemeinsam, Zu meiden heut‘ des Sees
Graus. Strandläufer, du spazierst nur
einsam Und horchst mit mir dem
Wellenbraus. Sei auf des Ufers
Kieselpfade
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Abendwanderung

Der Abend legt sich stille Auf die
entlegne Feld Wo kaum noch eine
Grille Das Ohr geschäftig
hält. Viel tausend Schatten
weisen Tief rings in Wäldernacht. Wo
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Morgen!

Der Alpen Ruh, des Seees Ruh, Im
Ulmenkreis die Ruhebank, Nie theilen
sie mir Ruhe zu Und stimmen mich zu
sanftem Dank! Doch morgen reis` ich
und dahin Ist der geträumte
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Die stille Weide

Der Anger hier im Birkenwald Ist aller
Falter Aufenthalt; Im
Allzeit-Festtagskleide Erfreun sie sich
der Weide. Die Stille ihrer
Weide Entlockt dem Lebensleide
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Gottesnähe

Der Atmosphäre blaue Luft Wird höher
oben ew`ge Nacht. Durchdring` der
blauen Lüfte Pracht, Noch liegst du
nicht an Gottes Brust. Geh` zur
Natur, bestürme sie, Das
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Genügsamkeit

Der Bildersprache einst beflissen, Will
ich im Alter gern sie missen Und froh
sein, wenn für’s Herz ich habe Nur
noch die reine Redegabe, Nur noch ein
Sterbenswörtchen finde
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Aus Payerne im Waadtland

Der blaue Jura blickt herein Zum
offnen Fenster, goldner Schein
Bestrahlt die Bäum` und grüne Flur.
O theure Töchter, spielet nur Und
singet neue Lieder mir Hinaus in`
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Der Zwiespalt

Der Buchen Grün, die Sonnenluft, Tief
himmelblau, des Waldes Duft, Der Biene
Lied, des Vogels Ruf Sind herrlich
noch, wie Gott sie schuf. Doch ach!
erdachte Gottes Herz Auch
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Das ganze Glück

Der der Gedank ist und die Kraft Und
der im Denken schon erschafft, O Gott,
was ist mein ganzes Glück? Daß ich
mich denk` in dich zurück, Als ich
noch dein Gedanke war.
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Der neue Blick

Der Dichter ändert stets die
Blicke, Die er in Welt und Gegend
schicke. Der Mühe überhoben
heut‘, Nimmt er den Herbst, wie er
sich beut. Ein Blick, vor dem das Grün
verglimmt,
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Spätherbstmorgen

Der Dörfchen Morgenräuche Umklammern
das Geländ, Braun stehen die
Geträuche, Still ruht das
Firmament! Woht tut der
Herbsttagsfriede, Der diese Höh’n
umrauscht;
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Der Sonnentag

Der Eigentümer weilt daheim Bei
Mittagsmahl und Ruhgelag; Indes der
Garten insgeheim Ergibt sich ganz dem
Sonnentag, Der mit dem Flor in freiem
Walten Lässt Schmetterling un
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Der Eisgang

Der Eisgang ist in vollem Rollen; Doch
was beflattert seine
Schollen? Bachstelzchen setzen sich
darauf Und gleiten hin mit deren
Lauf. Die Flugesfröhlichen
begriffen, Vergnü
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Zorn und Zank

Der Fehlende weiß dir noch Dank
Für Zorn und Zank.
Sein Fehler wird geschwind zum kleinen,
Vergleicht er deinen.
Dein Schuldner, nach des Zankes Glut,
Bekommt noch gut.
Der Unschlüssige

Der Fluss hat Eile Indem ich weile An
seinem grünenden Gestad Und sinne für
mein Tun auf Rat, Sucht schon der
Wellen vordrer Teil In großer Ferne
dort sein Heil: So,
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Der sterbende Freund

Der Freund ist sterbend, wie ich
sehe. Tritt er in Wohlsein nun, in
Wehe? Tritt er hinaus in ödes Nichts?
– Ich wär‘ ein Kind des sel’gen
Lichts, Wenn mich die Frage nicht be
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Das Blütenreis

Der Frühling fast sich selber
stört! Wo er so eben wird gehört Als
Lerche, Quell und Nachtigall, Lacht dem
Aug‘ als Blumenschwall Und wird als
Schlummerluft gefühlt, Die
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Drang des Daseins

Der Herbst gestattet keine Weile; Zu
blühn, zu blühen nur in Eile, Dringt
die Zeitlose noch hervor, Lässt alles
grüne Blättertreiben Im Drang des
kurzen Daseins bleiben,
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Verschiedne Anlage

Der holden Blumen blickt nicht jede Mit
freiem Haupt in’s Sonnenlicht. Das
blaue Glöcklein ach! wie blöde Senkt
es ins’s Gras sein Angesicht! Die
Blicke muss es niederschlagen,
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Hügel und Landschaft

Der Hügel hier, zur Hälfte Wald, Zur
Hälfte Obsthain, Wies‘ und
Feld, Worin ein Kirchdorf sich
gefällt, Ist so holdseliger
Gestalt, Dass es kein Ausdruck wieder
sagt, Wi
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Frühling und Regenluft

Der Kuckuck dennoch heute ruft Durch
all die graue Regenluft, Und ich
desgleichen sage: nein! Der Lenz liegt
nicht im Sonnenschein. Der Frühling
liegt schon im Gemüth, Wenn
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Der beneidete Landmann

Der Landmann kann`s nicht missen, Er
kann nicht anders ruhn: Am Morgen muß
er wissen: `Was hab` ich heut` zu
thun?` Da gibt ihm täglich Lehre
Die wechselnde Gest
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Wald und Höfe

Der Mensch gesteht hier
unverhohlen, Hier wohn‘ er gern. Der
Knaben Johlen Durch Tannenwald Und
Wies‘ erschallt. Er hat hier seines
Bleibens Stätten In Dörfern w
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Großes und Kleines

Der Mensch hat Geist und
Armeskraft, Womit er Höchstes an sich
rafft; So diese stolzgewalt’gen
Fichten, Um sie als Masten
aufzurichten. Da scheint ein Träumer
wohl sich träg,
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Gefühl des Abstands

Der Mensch sei Gottes Denkgenoss? Warum
will dann im Waldgespross Kein heilig
schöpferisches Leben Das Herz im Busen
mir durchbebeb? Kommt, messet eures
Geistes Macht Mit Got
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Das Brücklein

Der Mensch, nachhelfend der Natur, Wenn
nur in ihrem Sinn, Schafft ihrer
grünend freien Flur Nur reizenden
Gewinn. Wie stimmt zum Erlenbach hier
ein Als Brück‘ ein unbehau
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An den Mond eines Sommertages

Der Mond, in weißer Scheibe
Den Sommertag durch bleibe
Und find‘, o Nachtgeselle,
Im Lichtblau eine Stelle,
Wie oft ein halbvergessner Traum
Im wachen Geiste findet Raum!
Morgens auf der Wanderung

Der Nebel auf der Wiese dämmert,
Durch den schon süße Sonne dringt.
Die Luft ist fern vom Specht
durchhämmert, Der aus dem Wald
herüberklingt. Ich nenne wenig, o
Natur,
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Ungewisser Ausgang

Der Nebel weicht, der Nebel weht, Die
Sonnenscheib‘ erscheint, vergeht. Es
ist am Himmel großer Streit, Des
Ausgang schwer sich prophezeit; Der
Wandrer sich darin gefällt,
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Das Feld der Geschichte

Der Pflug hat aufgeschnitten Das
dunkle Ackerfeld. Ich stehe still
inmitten Und sind` es
wohlbestellt. Es läht mich Früchte
ahnen, Wie sie uns bringt das Jahr.
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Ablenkung

Der Rosenast wankt hin und
wieder, Durch sanfte Last
geneigt, Weil in die volle Rose
nieder Ein goldner Käfer
steigt. Gern hätt` ich all der
Aussicht Zauber Am Fenst
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Bilderwahl

Der Schwan, der Pfeil, der Jura rennen,
Und wie die Boote sonst sich nennen,
Alltäglich, dampfend, durch den See,
An dem ich gerne schauend steh. Da
will des Wassers Spiegeklar,
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Regenlandschaft

Der See erscheinet silberblaulich, Die
Berggeschiebe düster graulich, Bis in
das Weißliche verregnet. Frischgrüner
Baum, sei mir gesegnet; Es schwimmt der
Landschaft Geisterbild
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Augenweide. Bei Neuchatel

Der See ist wild und schiffeleer, Ein
silbern düstergrünes Meer,
Durchzogen weiß von Wellenschäumen
Die überschlagend stets sich
bäumen. Die Alpenhöhn sind unsichtb
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Der Telegraph

Der Telegraph leis in der Luft Gleich
einer Aeolsharfe ruft. Ich wußte
nicht, daß ihm dies eigen. Dem Freund
des Schönen will er zeigen, Daß er,
der Börse preisgegeben,
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Verdrossenheit

Der Topfen Zahl, die niederwallen, Kann
in die Augen uns nicht fallen. Wenn
Land und Himmel regengrau Verschwimmt
zu Einer düstern Schau. So will ich
mich umsonst nicht quä
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Auf einem Glockenturme

Der Türm‘ und Giebel dieser
Stadt, Der Ferne wird mein Blick nicht
satt. – Wie grell nun durch mein
Träumen fährt Der Schlag der Uhr, ein
tönend Schwert! Erschrak ich
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Was ists?

Der Wartthurm dort und die Kapelle
Behaupten traut noch ihre Stelle.
Doch fehlt dem Thurme längst der
Zweck; Und der Kapelle? — kommt sie
weg, Was ist`s? vielleicht ein Wandrer
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Der Lustwandler

Der Weg ist geschlängelt, Durch
welchen gegängelt Die Schritte mir
gehn Und ringsum zu sehn Ist grünes
Gelände; Wohin ich mich wende,
Lacht Schönheit mich an
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Der weiße Mond

Der weiße Mond am Himmel steht, Dem
tageshellen, blauen, Gleich einem
Wölkchen, das vergeht, Den Maientag zu
schauen. Nicht will das Wölkchen,
das vergeht, Dass man
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Die Waldtäler

Der Wind und die Würzen
Waldblumiger Täler
Die Zeit mir verkürzen
Als holde Erzähler,
Wie himmlische Freude
Der Frühling vergeude.
Der zurückgekehrte Storch

Der Winter zögernd schwindet hin; Nun
prangt der Storch dort beim
Kamin. Schon klappert er von stolzer
Höh‘ Und steht in seinem Kleid, wie
Schnee, Mit Flügeln, schwarz, wie Ofen
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Das Wendtal

Des Angers Mulde trägt verworren Ein
Felsmeer; Birken wehn herein Und dort
von alten Buchenknorren Zeigt sich
umklaftert das Gestein. Wie seltsam
hat in diesem Kalke
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Der Liedertag

Des Dichters Büchlein in der Hand, Am
blumig grünen Wellenrand, Bei
Dichterwort und Flussesrauschen, Was
soll ich? singen oder lauschen? Und was
mir singt, war es erlauscht?
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Die offenen Fenster

Des Dorfes Fenster stehen
auf. Lenzlüfte nehmen ihren Lauf, Mit
leichtem Rosenduft beschwert, Bis an
der Menschen Tisch und Herd! Des
Frühlings Dasein ist ein Fest,
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Zum Ziele

Des Dorfes Rauch und Sonnenschein Lädt
mich zu Tal so gastlich ein. Wohl labte
drunten mich im Tal Des Wirtes Trunk,
der Wirtin Mahl. Doch bin ich nicht
nach Speis‘ und Tr
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Ruhepunkt

Des Dörfleins Glocke kindlich
schellt; Sanft tönt sie mit aus ferner
Welt, Die in der Unruh dieser
Frist Weit, weit zurückgeblieben
ist. So Manches däucht mir lang
entzwei
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Vorbild

Des Froschfangs, wie es scheint,
vergaß Der Storch und stolzes durch
das Gras. Er setzt mit Lust und rotes
Bein Um’s andere bedächlich ein Und
lehrt dich durch sein Beispiel nun
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Über Tag

Des Morgens trägt die große Straße
Des Lands oft meinen frohen Schritt,
Kein Gruß, den ohne Dank ich lasse,
Und Viele geben mir ihn mit. Ich
denke mir der Menschen Zwe
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Beim Wiedersehen

Des Pfarrers Glück, des Dorfes
Glück, Ach! waren so aus Einem
Stück, Dass ich es kaum begreifen
kann, Wie ohne jenen werten Mann, Der
tot ist, noch das Dorf besteht, Das ih
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Die wilde Weise

Des Waldes Bäume, die wilden,
rauhen Erregen gern ein unwirtlich
Grauen. Aus euer Anblick, o Birken,
hat, Blickt ihr entgegen so weiß und
glatt, Gar eine höfliche, milde Weise
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Während der Überfahrt

Des Weidenlaubes Silberseite Schwankt
hin im Regenwind. Gewitter stürmt; o
Schiffer, leite Den Nachen doch
geschwind! Jenseits, beim Wirte, lass
mich trinken, Dort, wenn es N
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Winterart

Des Winterschnees weißer Grund Tut
mehr es, als der Frühling kund, Der
alles mengt in seinen Schmelz, Was uns
an Bäumen, an Gehölz Und an den
Gegendbildern allen Beschert
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Bild und Rahmen

Dich umrahmt ein Kranz von Ähren, Von
der Luft gefächelt, Die die Anmuth
noch vermehren, Welche dich
umlächelt. Liebes Dorf, sie
auszudrücken, — Diese Anmuth, —
muß m
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Im Abendlichte

Die Abendsonne sendet
schräg Streiflichter durch’s
Gebüsch am Weg, Die drüben noch am
Tann zusammen Verglühen lassen ihre
Flammen. O reizendes
Hinüberblühn Des Tags in
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See- und Luftzauber

Die Alpenmauern, diese
stolzen, Lichtblaulich ruhn sie dort
verschmolzen In Mittagsglut, nur zarter
Duft. Dies sind die Zauberei’n der
Luft, Die mit des Sees Zaubern still I
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Vor dem Walde

Die Amsel hat den dunkeln Wald Am Tag
durchschallt. Doch draußen dünkt der
stille Abend Ihr süßer
labend. Heraus zum
Zitterespensaum Und letzten Baum Des
Wa
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Die freie Blüte

Die andern Blumen stehn gedrängt, Aus
denen sich die Wiese mengt. Ihr Blühn
erfolgt, als wie aus
Pflicht. Zeitlosenweise ist dies
nicht; Den Menschen nicht, dem Herbst
zu lieb
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Die sichelnde Arme

Die Arme sichelt, sammelt ein Des
Futters hier am Blumenrain Und wird
daheim mit frohem Muh Begrüßt von
ihrer kleinen Kuh. Die Frau ward
glücklich, dass sie fand F
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Ewiger Friede?

Die ganze Luft ein Bienensang! War je
ein Menschenkrieg im Schwang? Hat je
von Not das Land erdröhnt? Seit wann
ist denn die Welt versöhnt? Stellt
sich in diesem Bienenchor
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Das treue Geleit

Die Glocken sprechen: seid
entlassen, Zieht hin in unsres Klanges
Frieden! Schnell teilst du, Volk, dich
in die Gassen, Aus ernstem Gottesdienst
geschieden! Doch heimwärts v
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Die alte Mühle

Die graue Mühl ist
alterskrank, Zerfetzt am Giebel,
Plank‘ an Plank‘, Durchlöchert
Fensterglas und Dach. Sie zeigt sich
sterbend dort am Bach. Und ihre
Scheune steht nu
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In der Fremde

Die Heimat war durch fernen Raum Und
Nacht zu mir gedrungen, Bis mir der
Wächterruf den Traum So fremd
hinweggesungen. Dann klang aus Bach
und Brunnenrohr Mir gar ein
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Zufallswitz

Die Heuschreck‘ hüpft hier von dem
Rain In einer Distel starre Nadel Zu
langsam herber Todespein Natur, erlaube
mir den Tadel: Du bist notwend’ger
Schmerzen Sitz; Wozu no
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Die höchste Wohltat

Die höchste Wohltat ist
Erlösen, Gottwürdig, wem vor Allem
nötig, Als dir, dem schwer
verstrickten Bösen! Drum sei dazu, sei
nicht erbötig, Spott‘ oder wehre
deinen Spott,
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Mittag kam, die Falterstunde

Die ich gerne mag verbringen Mit des
Waldes Schmetterlingen, Lauschend
stiller Sonnenkunde. Du nur kennst
dann die Gefühle, Wie ich für die
Lebenswärme, für die Sc
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Das Schifflein

Die ihr die Luft der Sonne suchtet Im
spiegelklaren Wellennass, Ihr Vögel,
ruht nun eingebuchtet. Nur ferne
draußen ist noch was, Wo kaum der
Abendstrahl verglommen: Ein nah
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Der Kirchenweihtanz

Die Kirchweihgeig‘ erscholl; Der
Tanz, von Mutwill voll, Entwickelte
Humor. Und wer noch nicht verlor Den
Sinn für dich, Natur, Der lächelt
ruhig nur Und hält zu s
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Liebeswärme

Die Lerchen hängen ob der Flur, Als
wenn sie drübre brüten sollten, Als
ob sich alle Blüten nur Bei ihrem Sang
erschießen wollten. Gesang und Sonne
brütet fort Bald blü
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Waldlichter

Die Lichter sind Geschosse
Im dichten Sommerwald
Sie zielen, kleine, große,
Aus grünem Hinterhalt.
Dem Waldesdunkel gilt der Zwist,
Das siegreich schon durchbrochen ist.
Abendschwere

Die Luft ist weiß und regungslos; Der
Rauch aus der Kamine Schoß Hält über
jedem Dorfe still, Von dem er träg
nicht lassen will. O Luft, wie ein
Gewölbe fest, Di
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Frühlingaufforderung

Die Lüftchen wehn, Die Quelleil
fließen, Die Stauden stehn In vollem
Sprießen. Was weht, was sproßt, was
fließt, Es ruft uns zu: genießt Den
jungen Lebenshauch,
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Das deutsche Münster

Die Menge in den Gassen Drängt sich
vorbei an mir. Zu wem Vertrauen
fassen Soll ich im Volke hier? Wie?
nach verwandter Seele Siehst du dich,
Wandrer, um, Als
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Das Alpenglühen

Die Mittelhöh’n, der See, die
Matten Sind schon versenkt in
Dämmrungsschatten; Doch dein Gebirg,
erhabne Schweiz, Ist nun umgossen erst
von Reiz. Ein rosenschimmernd Feue
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Sonne und Nebel

Die Morgensonne beutet
Den Nebel reizend aus.
Dort in der Ferne deutet
Sie auf Gebüsch und Haus.
Doch neuer Nebel allerwärts
Verschlingt den holden Morgenscherz.
Der Morgengang

Die Morgensonne ist
entglommen, Landleite mir
entgegenkommen Auf ihrem Weg zur nahen
Stadt. Ihr Morgengrüßen klingt nicht
matt; Denn Lerche, Luft und Sonne
strömen
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Tun und Nichtstun

Die Müßigkeit mit weichen
Schwingen Tanzt vor mir her in
Schmetterlingen. Es sumsen mir beladne
Bienen, Eintragen mög‘ ich frisch
mit ihnen. Bei
Schmetterlingsmüßiggan
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Naturverschwendung

Die Puppe hier in Einem Schluck Fährt
durch des Vogels Kehle Und es genügt
am kleinsten Zuck Dass er ihr Leben
stehle, Und wie viel wunderbare
Kraft War vorher zuger
... weiterlesen


Die beiderlei Herzen

Die rechte Fern‘ ist jene blaue, Die
ich von hohem Gipfel schaue, Wo über
Fluss- und Landesstrecken Die Berg‘
in zartem Duft sich recken. Die andre
Fern‘ hat Talesbrei
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Eine Ähnlichkeit

Die reine Sonne im Gesichte Macht unsre
Sehkraft ganz zunichte. So blendete die
volle Wahrheit Und sanften Schirm
erheischt die Klarheit. Dient uns nicht
so die Offenbarung Zu
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Nahe Hoffnung

Die Schneeflur steht Gebüsches
voll, Das um die weißen Dörfer
zweigt Und schon in braunem Flechtwerk
zeigt, Wie alles bald hier grünen
soll. O Bach, wie wird dir’s Freude
bring
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Das belebte Bild

Die schwarze Erd‘ ist
durchgebrochen Da, dort aus weißer
Landschaft Schnee; Ein feines Bild, wie
stahlgestochen, Liegt vor mir, Tal und
Wald und Höh‘. Schwarz, weiß, i
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Wellenlaut

Die Sonne sank und die Libelle Ist
schlafen in das Laub gegangen; Noch
sitz‘ und horch‘ ich, was die
Welle Mit ew’gem Rauschen mag
verlangen. Wie oft mein Herz befragt
ich scho
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Der Fremdling

Die Sonne strahlt von Wald und
Hügeln; Dorfgänse fröhlich tauchen,
flügeln Im Flusse dort; das blaue
Klar Durchstreift der Tauben weiße
Schar. Der Tag will sich zur Heim
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Ländliche Einrichtung

Die Uhr ruft Kukuk! von der Wand, Die
Bibel steht am Sims zur Hand, Herauf
zum Fenster Rosen blühen; Zur Kürzung
vieler Sammlermühen Ist dicht dabei
der Bienenstand Das Lan
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Fluch des Schönen

Die Vergänglichkeit des Schönen
Zeigt sich mir in diesen Tönen.
Voltsgesang zog vor mir her! Macht
er nicht das Herz mir schwer? Denn
wie schnell hat ausgeklungen,
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Bemühte Gegenwart

Die Vögel lockten mich zu Wald Von
deinem Ufer, See; Doch siehst du, dass
ich wieder bald An deiner Brandung
steh‘! Die Vögel sangen mir zu
Haus Schon manches trau
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Sommerlärm

Die Wachtel schlägt, die
Grille Durchschrillt die
Abendstille Der sommerlichen
Saat, Und, wie sich
zugewunken, Erklagt der Gang der
Unken Dort aus dem Teich am Pfad.
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Hausarrest.

Die Wiesenberge sind durchschnitten Von
Pfaden, die zu Gast mich bitten, Schon
lusterweckend abzusehn, Und wie viel
leckrer zu begehn! Das Leiden eines
trocknen Zechers
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Hausarrest

Die Wiesenberge sind durchschnitten Von
Pfaden, die zu Gast mich bitten, Schon
lusterweckend anzusehn, Und wie viel
leckrer zu begehn! Das Leiden eines
trocknen Zechers
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Die schöne Ordnung

Die Wäldern lagern sich schon
braun Entlang den sanften
Wiesenau’n, Wo nicht mehr bunte
Blumenpracht, Doch noch die Zeitlos‘
herbstlich lacht. Was freut mich
heut‘ im
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Traulichkeit

Die Ähren sind schon traulich; Denn
wenn ich still beschaulich So durch die
Äcker schlendre hin, So fassen sie
mich sanft an’s Kinn; Auch mir ist
dann fürwahr zu Mut, Als
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Die Klosterglocken

Dies Läuten klang vordem für
Nonnen. Was haben sie, die Welt
gewonnen, Die ihnen spät den
Pilgerstab Nach der entwöhnten
Freiheit gab? – Ein frohes
Vöglein, früh gefa
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Flüchtiger Reiz

Diese Rosen mahnen heute:
Pflück` uns heute!
Nimm das Heute froh zur Beute!
Denn du wirst schon morgen sehn
Uns vergehn
Und dabei betroffen stehn!
An den Specht

Diesen Morgen, lieber Specht, Riefst du
mir im Walde. Hast du auch ein
Bürgerrecht An des Dorfes
Halde, Dass du Abends rufst so
frisch, Offnem Fenster nahe? Nu
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Zwischen Wäldern

Dir ruht ein eigenes Metall, O Kuckuck,
m der Kehle! Drum liebt den Laut, wie
Glockenschall, Die horchsam stille
Seele. Wie der aus heil`ger Kirche
dringt In unsres H
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Im Dome

Dom und Hymne! Andachtsleute! Wenn sie
Alle stürben heute, Möchte‘ ich
nicht der Richter sein Ihrer Mängel,
groß und klein. Doch den Gottesgruß
Erbarmen Möchte‘ ich
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Die ruhende Wolke

Donnerwolke, die gegrollt Und nun
ausruht glänzend hold, Die so
abendruhig schweigt, Sich dem Kuckuck
horchend neigt Über grüner Wälder
Kern, Kaum erst angestürmt von fer
... weiterlesen


Die Dorfkinder

Dorfkinder, zwischen Hecken Entflieht
ihr mir so schnell. Wer wollt‘ euch
denn erschrecken? Blickt nicht mein
Auge hell? Ein unnatürlich
Wesen Der Städter euch ers
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Ländliche Langeweile

Dort am Bauernhaus vor Wonne Gähnt ein
Kätzchen in die Sonne! Mehr, als
zwischen städt’schem Tande, Tat
ich’s selbst wohl auf dem Lande; Doch
dies in die Sonne Gähnen
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Die Ruhestunde

Dort ein Haus im Sonnenschein
Zieht die grünen Läden ein.
Glücklicher Bewohner du
In des Zimmers kühler Ruh!
Denn vom Sommertag das Beste
Bleibt doch immer die Sieste.
Die drei Sterbenden

Dort in dem Waldtal fiel ein
Schuss, Durch den ein Wild verbluten
muss. Die Echo-Felsen, denen trau Und
lieb der Hirsch ist, schrieen
laut; Auch fand ihr Weheklagen bang In
me
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Alpenglühen

Dort in der hintern Alpen Kern, Dort im
Tiroler Lande fern, Glüht hoch am
Schnee das Abendrot, Das in der Nähe
lang ist tot Und selbst am Säntis
schon ergraut. Nun ich dies
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Die neue Ansiedlung

Dort lehnen neue Hütten traut Sich an
den Wald, noch kaum gebaut Und Wirbeln
seh` ich jungen Rauch Zuerst empor
nach Wald und Strauch. Habt Dank, ihr
lieben Siedler dort,
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Das nahende Vergnügen

Dort macht die Sonn` auf Farben
Halt, Die sich, nach unbestimmter
Schau, Zu einer weiblichen
Gestalt, Zum Lichtbild einer schlanken
Frau, Im Waldgang fern
zusammenfügen. Nun
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Die Ritterschlösser

Dort ob dem Wasserbette Ragt eine
Felsenkette Aus Tannenwald empor, Die
noch mit Turm und Zinnen Nicht jedes
Schloss, doch drinnen Die Tapfern
längst verlor. L
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Der beneidete Mond

Dort sitzt sie bei der Kerze Licht, Zum
Nähzeug neigt sich ihr Gesicht; Nun
geht sie schlafen stillgemut; Der Mond
am Kammerfenster ruht. – Er nimmt,
der gute Mond, sich Zeit
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Anmahnung

Dort über dem Zeitlosental Raucht ein
Kamin am Wald. Was ist es, das mit
einemmal So traulich ihm
entwallt? Mir ist, als steig‘ im
Rauch heran Die traute Winterzeit
... weiterlesen


Der Beneidete

Dort zieht ein ferner Wandrer hin. Ich
wollt`, ich hätte seinen Sinn, In
meinem Kopfe seinen Plan Und setzte
meine Kraft daran: Die Welt war`
lachend von Gesicht Mir abe
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Dorf und Feld

Draußen an dem letzten Haus Blick‘
ich froh in’s Feld hinaus, Blick‘
ich froh in’s Dorf zurück, Wählend
zwischen Beider Glück, Und zufrieden
ganz gesellt Durch den
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Die drei Freunde

Drei Freunde dort im
Schattengang Verfolgt mein stiller
Blick schon lang. Viel Glück euch
liebenden Genossen! Die Rosen von des
Hages Sprossen Begleiten euch mit
süßem hauch
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Die drei Burgen

Drei Schlösser in Ruinen! Wie ward
wohl zwischen ihnen Von Fels zu Felsen
einst verkehrt? Hielt eine Burg die
andre wert? Schwang Liebeshand ihr
Linnen Hin nach der N
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Drescher-Rhythmus

Drescher-Rhythmus aus den
Scheunen Tönt mir hinter Busch und
Zäunen. Einfach, klingt er doch auch
so Nicht den Klang von leerem
Stroh. Ja, ich könnt‘ ihn lieben
lernen,
... weiterlesen


Die Glücklichen

Droben schwebt ein Weihenpaar, Wiegt
sich sanft im blauen Klar. Ihnen ward
ein freudig Los; Doch auch mir im
Gräserschoß. Beide sehn wir, hell
und munter, Ich hinauf und
... weiterlesen


Dankesschuld

Du batst um nichts. Doch einen
Groschen Dir, Bild der Armut, bot ich
dar; Da ward dein Auge, halb
erloschen, Vor Dank und Freude wieder
klar. In dein Gebet mich
einzuschließ
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Antwort auf ihre Nachschrift

Du beklagtest des Briefchens Eile, Dass
die Fehler nicht der Feile Bessrem
Fleiß gewichen sind. Lass dich nur ein
Andres lehren: zwischen schwere goldne
Ähren Wehte fremdes
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Verwandlung

Du bist nicht mehr das alte Land, Wo
Farb` und Wohllaut war verbannt, Wie
stumm und braun es vor mir lag: Du
huldigst laut dem Frühlingstag!
Nelebt sich deine Scholl, o
... weiterlesen


Der Landmann als Frühlingsmusiker

Du blättelst auf dem jungen Blatt, Das
dir der Lenz gespendet hat. Recht aus
der grünenden Natur Greifst du dein
Lob der Maienflur. So steh` ich hinter
deinem Glück Mit mei
... weiterlesen


Zu frühe

Du da, meine Augenluft, Zeitlos‘? –
aber im August! Frühe, warum kommst du
schon Und entziehst dir selbst den
Lohn, Mich zu stimmen wehmutslind Für
des Jahrs verlassnes
... weiterlesen


An einen Schmetterling

Du drangst mit Lust und
Blütendüften, O Schmetterling, herein
zur Stadt, Unwissend, was dich aus den
Lüften Des Feldes her verschagen
hat. Du weilst an jedem Blumenbrette,
... weiterlesen


Kleinmut

Du Eichlein und du
Buchenbäumlein, Klein, dünnbestielt,
zweiblättrig noch, Wie wählet ihr ein
kleines Räumlein Dort unter jenem
Busche doch! Wenn ihr nun aufschießt
jug
... weiterlesen


Zu belauschen

Du forderst, Kukuk, ohne
Ruh` Aufmerksamkeit für dein
Kuku! Ist doch im Wald auch ohne
dich Belauschenswert noch manches
Ding; Schon lange hier umgaukeln
mich Ein Laubfrosch
... weiterlesen


Mittagsschläfer

Du fällst auf mich aus einer
Rose Herab im Traume, goldner
Käfer, Und weckst aus süßem
Traumgekose Auch mich, den zweiten
Mittagsschläfer. Doch wohl uns beiden
Aufgeschreckten,
... weiterlesen


Der gewünschte Leser

Du Gesunder, sei ein Gänger Selbst
durch Berg und Wald und Gegend. Selber
wanderfroh, nicht länger Immer nur des
Lesens pflegend! Wirst du krank, dann
magst du lesen
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Malerdrang

Du Herde dort im Abendlicht, Befriedige
den Durst noch nicht! O schlürf am
grünen Ufer immer Aus blauem Flusse
goldnen Schimmer! Ich muss, auch ohne
Farbenschalen Und Pinsel
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Unwissenheit

Du irrst hernieder, Fall an Fall, Mit
holdem Murmeln, frischem Schall, Du
trauter Bach, im Überhang Der Büsche,
voller Lebensdrang. Wohin? wohin? Ich
weiß es wohl in meinem
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Die beiden Glücklichen

Du Knabe ziehst das Tal entlang, Hell
singend, deinen Weg; Verborgen lausch`
ich dir schon lang In Wald und
Buchgeheg. Der blaue Himmel hier
umfasst Zwei Glückliche z
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Der wandernde Geselle

Du lachst, o Lenz, zur Welt herein Mit
Luft und Farbenhelle; Doch singet nur
vom `Schätzelein` Der wandernde
Geselle. Als Frühling fühlt er
selber sich, Als Welt di
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Dorf und Tal.

Du lächelst wieder, Dir unbewusst, O
Dörfchen nieder In meine Brust. Die
roten Dächer Aus grünem Saum, Des
Wehres Fächer Im Wellenschaum!
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Die Nonne – I.

Du Rose meiner Einsamkeit, Die mir ihr
duftig Mitleid weiht, Auch du, so
kerkerlich umschlossen, Musst hier in
Kreuzgangmauern sprossen! Ein
zugemessner Abschnitt nur
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An einen Nichtleser meiner Gedichte

Du sagst mit Recht: genug der
Plage, Die ich vom Wetter selber
trage. Der plagte sich noch durch
Gedichte, Die sich befassen immer
nur Mit jedem Wechsel der
Natur; Les‘ euch
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Natur und Menschenfleiß

Du schöne Erd‘, in kurzer
Frist Verlass‘ ich deine Auen. Was
kann mir’s frommen, ob du bist Gleich
herrlich stets zu schauen? Und doch,
uneigennützig bang Wird
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Der vorausfliegende Falter

Du schöner, bunter Schmetterling, Auch
Menschenglück ist solch ein
Ding, Fliegt uns, Gefild und Busch
entlang, Voraus auf unserm
Sommergang; Wir lassen gern uns
leiten, Und
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Beim Scheiden

Du schönheitsvolles Land, So soll ich
dich verlassen? Den letzten Baum am
Rand Des Tannentals umfassen? Das
Bergschloss soll mir nicht Im
Sonnenstrahl mehr glänzen?
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Rückerinnerungen - I.

Du sprachst nicht lang vor deinem
Tod: „Ich muss euch, fühl‘ ich
wohl, verlassen.“ Doch wir, noch
minder bang, vergaßen Voll Hoffnung
die gedrohte Not. Die Trennung w
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Bergesstille

Du stiller Berg, hast deine Freude Gern
an das Menschen Wort und Ton. Du
trägst den Schall weit durch die
Heide Als Gruß von deinem liebsten
Sohn. Auch meine Stimme lass ich steige
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An den Ostwind

Du wehst mich, frischer Ostwind,
an, Wie aus der Menschheit schönem
Morgen, Wo ihr die holde Zeit
verrann Noch ohne Tadel, ohne
Sorgen. O wehe nicht so rasch
vorbei D
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Der schöne Morgen

Du wölbst empor das Himmelblau, Wirfst
hin des Duftes Silbergrau Und blitzest
Strahlen durch den Tau Der
morgengoldnen Wiesenau. Der Geist, der
nichts als Schönheit trinkt,
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Das Zanken

Du zürnst und zankst; o wirf mir
nicht Die Rose Wahrheit ins
Gesicht, Die so an mir nur
niederfällt! Dem, der sie sanft
entgegenhält, Nehm‘ ich sie ab in
stiller Achtung
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Im Sturme

Durch all dies stürmische
Gestöhne Vernehm` ich ferne
Glockentöne. Vom Winde nicht
hierhergeführt, Hätt` all ihr Laut
mich nie berühtr. O sanft
verschwimmendes Getöne,
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Der goldne Morgen

Durch das Morgengold
Schallt die Glocke hold
Und zum Schneegebirg sich ballt
Leichter Wolken Duftgestalt.
Mit dem goldnen Tun vermähle
Dich, o Klang und Duft der Seele!
Die fallenden Früchte

Durch das stille Dunkel
schallen Äpfel, die in
Zwischenräumen Von des Weges vollen
Bäumen In die Herbstnacht
niederfallen. Zeit ist’s nun der
letzten Reife. Todes
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Der Nachen

Durch des Flusses stille Räume, Um des
Hügels Schattenbäume Treibt ein Vater
seinen Nachen; Bei der kleinen Kinder
Lachen Schöpft die Mutter aus dem
Flusse Laues Nass; mit
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Geist und Ferne

Durch des Waldes offne Lücken Schauen
blaue Bergesrücken, Kennbar kaum, aus
fernstem Duft. Sind sie Körper? sind
sie Luft? Dorthin träum` ich; sind
einander, Geist
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Hinweisung

Durch die Natur nur hinzugehn, Sich da
um Bilder umzusehn, Scheint euch mein
Sinn allein und Trachten: Darauf jedoch
will niemand achten, Daß doch durch
diesen Bilderkram Des
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Betretenheit

Durch grüne Wipfel floh
Ein schneller Vogel hin.
Ich horcht` ihm lange froh,
Ja, mit beglücktem Sinn.
Nun hat er, möcht` ich klagen,
Mein Glück davongetragen.
Ländliche Gefühle

Durch wie manches „Guten
Abend!“ Bin ich aus dem Dorf
gegangen, Und durch Wohlgeruch, wie
labend! Ward ich im Gefild
empfangen! Wie hat süße
Abendkühle Den Ger
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Der Widerwärtige

Dünkt euch ein Mensch rech
widerwärtig, So seid nicht zank- und
tadelfertig; Dankt Gott für eure
bessre Art! Und da der Mensch durch
Widerwart Vor euch verkürzt scheint
von oben,
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Von nun an

Edler Toter, schönes Haus! Ach, nun
trägt man ihn hinaus, Neben seinem Gut
und Garten, Die nun andrer Pfleger
warten! Welch ein Glück, mit Geist
genossen, All von Stund‘
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Die entlaubte Eiche

Eiche, nach gefallnem Laub Zeigst du
Astwerk ohne Zahl; Deine Laubpracht
ward zum Raub Grimmer Zeit; du stehest
kahl. Doch nun erst in ihrer
Blöße Macht mich staunen deine G
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Das alte Gesicht

Ein alt Gesicht spricht lehrend an.
Man fragt wohl still, was hat der Mann
Jahr aus, Jahr ein erleben müssen,
Um unser Auge so zu grüßen, Daß
es nur zweifelnd auf ihm weilt
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Anklang

Ein Anklang treffe nur das Herz, So
nimmt den Weg es himmelswärts; Klein
Glockenklang ist aufgedrungen, Wie hoch
der Hörer sich geschwungen. Mein
Liebesanruf will allein:
... weiterlesen


Der Berghof

Ein Bauerhof, statt
Ritterschlosses, Schmückt nun des
Berges grünes Haupt, Das statt
verwilderten Gesprosses Des Gartens
junges Hag umlaubt. Haus, Hof hat
hier erwünschte
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Geburtstagsfeier im Sommer

Ein blauer Erntetag erstand Und rief
die Welt zum Fleiß; Uns aber, deine
Kinder, mahnt Er zu der Mutter
Preis. Er brach uns feiertäglich
an Und müßig rasten wir
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Im Talesgrund

Ein Blumental herniedersteigt, Vom
Erlenbach durchschnitten, Von
Eichenwäldern überneigt; Dort bin ich
gerne mitten, Wenn hüben bald Und
drüben bald Bald überall d
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Bei der Annäherung

Ein Dom aus vieler Giebel Rauch Ragt
hochbetürmt hervor, Und durch des
Abends stillen Hauch Erschallt der
Glocken Chor. Wann grüßt sich Ohr und
Auge satt An einer alten deu
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Die Insel der Poesie

Ein Eiland, busch- und blütenvoll, Wo
stets das Lied der Vögel
scholl, Erhebt sich aus dem blauen
Strom. Ob’s wohl allmählig aufwärts
klomm, Ein Sammelberg aus Flusses Sand?
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Die Lichtseite

Ein einsam Wandernder — wie oft Bin
ich es einst gewesen! Ich Hab`
gefürchtet und gehofft — Gewußt
hat es kein Wesen. Auch dies hat eine
Seite Licht. Man mac
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Der traurige Kuckuck

Ein einzeln trauriges Kuku! Durchtönt
die tiefe Wälderruh; Die Luft ist von
Gewittern schwül, Kein Lied beseelt
mich, kein Gefühl! O Kuckuck nimm die
Antwort hin, Dass ich
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Stille! Stille!

Ein Eisvogel, blau, in Wonne, Mustert
Fluss und Abendsonne, Selbst ein
Prachtbild, dort vom Zweig. – Schau,
bewundre, doch schweig! Herz, ein Vogel
sitzt dort still, Der nic
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Der seltene Kuss

Ein Freund – es war der Kerner, Der
Welt war er noch ferner, Einsam sein
Aufenthalt Auf Welzheims weitem Wald,
-- Ist einst mit mir gegangen; Da
küsst‘ er auf die
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Die bewegte Landschaft

Ein gar zu ruhig Schauen Auf weite
Landschaftsauen Könnt` endlich mich
ermatten. Drum Dank dem
Wolkenschatten, Der schnell das Land
verdunkelt, Daß dann es lichter funk
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Die alte Stadt

Ein jedes Tor der alten Stadt Ruft
türmend: schau und merk‘, Was sie
für Kunst und Sitte hat, Am
ehrenfesten Werk! Dazwischen auch die
Mauer spricht, Von Türmen s
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Das Glockenhaus

Ein Kirchturm dort sich hoch
erhebt, Aus dem Geläute schütternd
bebt. Der Durchblick durch das
Glockenhaus Des finstern Turmes führt
hinaus In’s Abendrot, das hold
umringt
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Die Fensterruine

Ein Kreuzstock ragt von Stein Hoch an
der Schlossruin‘ Und Wolken sehn
herein Ernst im Vorüberziehn. Der
Pfeiler in der Luft Steht längst
entfenstert da; De
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Wald und Fluss

Ein Kuckuck ob den Wellen!
Es freut den Waldgesellen,
Dass er mit Berg und Wald
Hier an den Fluss geriet.
Sein Gruß entgegenschallt
Dem neuen Schallgebiet.
Waldfreude

Ein Kukuk aus dem Wald heraus Hat sich
genähert Dorf und Haus; Heut sieht er
sich hier außen um, Doch lobt er nur
sein Wäldertum Und ruft durch Wiesen,
Tal und Feld Sein Wa
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Der ferne Laut

Ein Lenzlaut ferne draußen ruft; Kaum
ist er noch zu kennen, Kaum von der
blau ergross’nen Luft, Kaum mehr vom
Nichts zu trennen! Solch leis Gemisch
von Nichts und Ton
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Sternentrost

Ein Rosenschimmer kämpft im Tal Mit
vorgeschrittnem Dunkelblau. Blickst du
hinunter noch einmal So harrt auf dich
nur düstres Grau. Doch über dir in
Himmelsferne Erglimmt a
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Lichteszauber

Ein Schatten erjagte den grünen
Wald Und dunkelt ihn, färbet ihn ernst
und kalt. Doch sieh, schon ruht die
Sonnenflamme Erneut auf weißem
Birkenstamme! – Ja, girre dort nur,
wil
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Die blaue Luft

Ein Schatten wirft herab sich kalt Von
Felsenzack‘ und
Buchenwald. Dazwischen färbt die
Herbstzeitlosen Der Wies‘ und
Morgenstrahl wie Rosen. Ich bin von
Seligkeit umglänzt,
... weiterlesen


Verschönerung

Ein Schuss gefallen
In Waldeshallen!
Der stille Genuss,
Der lärmende Schuss,
Was schweigt und was tönt,
Wird drinnen verschönt.
Der neckende Baum

Ein schwacher Rest der Regennacht Aus
eines Baumes Sonnenpracht Hat
plötzlich säuselnd mich begossen. Was
sollen diese Sommerpossen? Steht unter
dir, o stiller Baum, Nicht s
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Die Spätjahrssonne

Ein schwacher Schein der
Spätjahrssonne Dringt durch das
Baumgezweig. Ich bringe nicht
Begeistrungswonne. Mit mir von Feld und
Steig, Ich bringe nur
Entsagungsfrieden
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Weiter wandelnd

Ein schwarzer Meiler hier, Dort weiß
im Alprevier Gebirge,
himmelklar, Schneetragend immer
dar! Dann wieder hält der grüne
Tann Den Blick mir in willkommnem Bann.
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Die braune Wiese

Ein Sommerwind durchwebet bang Die
Wiese, braun von Samen. O Zeit, bald
wird es dir zu lang Beim holden
Sommernamen! Das Reich, das du vom
Frühling erbst, Vergibst du bald sc
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Unerreichbar

Ein stilles Uebertragen Des Hauches
der Natur In meines Liedes Klagen,
Ach, gönnte sie es nur! Was sagt
das Wort, das scharfe? Ihm fehlt der
Saite Klang,
... weiterlesen


Ein toter Vogel

Ein toter Vogel! Blumen sehn Mild auf
des Leichnams Vergehn, Sanftherzig
ihrer Würze Duft Vergeugend in die
Totenluft. Wie wenden wir entsetzt
uns ab Von Tod, Verwesu
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Regenverkündigung

Ein Vöglein rufet: schütt! schütt!
schütt! Den Regen kündend. Haus und
Hütt‘ Sind weit entfernt; Allein es
lernt Im Mai so frohen Sinn der
Geist, Dass er auf grünen W
... weiterlesen


Am Gebirgsrande

Ein Waldpfad, steil und schmal, Entlang
den Felsen lief; Auf Küh‘ im grünen
Tal Blickt‘ ich hinunter
tief. Geglocke fern und
klar, Kennbar der Gaisen Sprung,
... weiterlesen


Dorf und Tanne

Ein waldverirrter Tannenbaum Entwuchs
des Dorfes Grunde; Er nimmt sich gern
vom Lebenstraum Der Menschen stille
Kunde. Auch er gibt Kunde Alt und
Jung Vom Wald, vom Le
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Begnügung

Ein Wohnsitz bist du nicht der Engel,
O Welt der Mängel!
Doch Gutes unter Schlimmem finden,
Es warm empfinden,
Ist eines Menschenlebens wert.
Undankbar ist, wer mehr begehrt.
Landmannsmut

Ein Zwiegespräch mit Winzern,
Bauern Hat oft mir wieder Kraft
gegeben, Nach ihrem Vorbild
auszudauern Und mit Vertrauen
fortzuleben. O hielt‘ ich stets doch
an das Gute Im
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Au‘gelände

Eine weite, blaue See, Nussbaumvolle
Wiesenhöh‘, Au’gelände,
Fischerhütten, Wellen, die an’s Ufer
schütten, Weißer Alpen Felsenzinne
– Komm‘ und werd‘ des Zau
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Wart und Pflege

Einen Garten nie besaß ich; Doch, o
Freunde, nie vergaß ich, Daß die
Welt der Garten ist, Der von dem zu
warten ist, Welchen Gott der schönen
Welt Mit zum Gärtner ha
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Malerischer Ausblick

Einen Sack um dich geschlagen, Braunen
Schlapphut auf dem Haupt, Lässt du
deine Ziegen nagen, Kauernd, vom
Gestrüpp umlaubt. Hirtenmädchen, wie
getrost Wehrst du ab des Her
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In einem Kurorte

Einer jugendlichen
Zimmernachbarin. Bald mit dem
schönen Aufenthalt, Mit dem Genuß
von Thal und Wald Hat mir die Zeit auch
hingerafft, Verehrte, deine
Nachbarschaft.
... weiterlesen


In Regenwetter

Eingeregnet hat`s mich Armen In dies
giebelreiche Städtchen; Müßig harr`
ich; zeigt Erbarmen, Ihr, des Ortes
liebe Mädchen! Ach, verschmähet ihr
so lange Meines s
... weiterlesen


Das Jägerhaus

Einsam durch das Berggestein Folgt‘
ich einem gähen Steig; Über mir hing
traut herein Ahorn-, Esch- und
Buchenzweig. Wer die Höhe dort
erreicht Auf dem holden Mü
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Aufrichtung

Einsam ist es um mich her, Meine
Stimmung auch ist schwer, Gleich, als
war` es meine Sache, Daß mein Denken
klar sich mache, Was als Dunkel mich
umgibt Und in`s Herz mir
... weiterlesen


Auf einsiedlerischem Wege

Einsamer Anger, traulich öde, Wo mich
des Flüsschens Buschwerk
schützt, Frei bin ich hier von fremder
Rede, Die meinem Herzen nicht
genützt. Ich schau‘ unweit die
Häus
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Des Vogels Schatten

Einst war mein Blick so
unbeschränkt, Nun ruht er, auf den Weg
gesenkt, Als ob ein trüber Geist ihn
banne Auf dieses Pfades nächste
Spanne. Sonst schwärmt‘ er mit dem
V
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Frühlingswirkung

Emporgereckt zum
Lerchensang, Hinabgebückt zum
Frühlingsflor, Im Streit mit dichter
Zweige Drang, Dann in die Aussicht
tretend vor, Bei jedem Tun und Ruh`n
der Glieder, Geri
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Die Heimkehrenden

Endlich nimmt die Stadt mich auf. Bald
zum Münster geht mein Lauf, Das mich
immer staunen macht Mit des Turmes
alter Pracht. Wasserspeier an ihm
dräun, Adler, Drache
... weiterlesen


Die erreichte Ferne

Entfernten Landes manche Stunden Hat
nun mein Tagmarsch überwunden. Was
wiegt mir vor? Der Ahnung Blau, In dem
mein Morgenblick geschwommen? Was mir
als bunte Abendschau In s
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An die Grille

Erdfarbenes Wesen, kleine Grille, Lass
immer tönen dein Geschrille, Sing
deine Erdenmelodie! Verströmt das Lied
der Nachtigallen, So muss uns bald auch
sie gefallen; Es stil
... weiterlesen


Wunsch

Erlen, Weiden Wehn im Wind, Seufzen,
wie im Ton von Leiden, Langsam bald und
bald geschwind. Könnt‘ ich diese
Töne haschen, Tragen in mein stummes
Herz, In
... weiterlesen


Die Wohlgerüche

Erwacht ist der Gerüche Leben; Es
blühn ja Rosen, Saat und Reben. Nicht
Blüt‘ allein, das Welken auch Des
Heues, wird zum Würzehauch. In Garten,
Weinberg, Gras, Getreid‘
... weiterlesen


Frühlingswehen

Es blüht das Gras, es blühn die
Träume Und Lüfte wehn mir zu, wie
Träume. Was mich berührt so hold und
frisch, Ach, wie verweht es
träumerisch! Ist es — ich
unterscheide kau
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Waldfrage

Es freut mein schüchtern Herz, zu
lauschen Auf dieses Waldes kräftig
Rauschen. Das Rauschen frägt mich bis
in’s Mark: Freund, bleibst du
freigesinnt und stark? Von neuem
... weiterlesen


Vaterländischer Anblick

Es hängt vom Stockbrett manche
Nelk‘ Herunter nach dem
Hausgebälk Und hinterm Birnbaum
schimmert vor Als Fensterschmuck
Levkojenflor. Milchtöpfe liegen nach
der Schnur,
... weiterlesen


Ständerlinge

Es ist der schwäb’sche
Ständerling Ein aller Welt bekanntes
Ding. Denn überall macht Jung und
Alt, Sich kennend und begegnend,
Halt; Man feiert beim Vorübergehn Im
Still
... weiterlesen


Suchen und Finden

Es ist ein schönes Suchen Im Hain
ergrünter Buchen: Es ist ein freudig
Finden Im Dufte blüh`nder Linden,
Wenn sich die Frühlingszeit verflicht
Dir wie von selber zum G
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Das Weinlaub

Es knallt der Schuss, der Schwärmer
pufft Und nichts als Jauchzen trägt
die Luft. Die Zeit erlaubt nicht, still
zu sein; Wir schneiden Trauben, keltern
Wein. Ein Land, das
... weiterlesen


Das gestörte Paar

Es kosten zwei Vöglein am Walde, Dort,
wo er heraustritt zur Halde; Da schritt
ich voran in den Hain Und flog nun das
Eine waldein, Das Andere, ach, mir zum
Graus, Flog fern
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Der Allbelebende

Es lebt zu andrer Leben Speise
Der Wurm allein,
Und doch auf seine Lebensreise
Ward Lust und Pein
Auch ihm vom Schöpfer mitgegeben
Gott wird nicht fertig, zu beleben.
Vater und Sohn

Es mühen Vater, Sohn Im Tagwerk hier
sich ab: Wo, Vater, blieb der
Lohn, Den dir das Schicksal gab? Du
hast an Arbeit schwer Zu tragen schon
geglaubt Und siehs
... weiterlesen


Wind und Wasserfall

Es möchte gern der Wasserfall Die
weite Luft durchrasen; Doch ach, wie
wird sein Zornesschall Auf frischer Tat
zerblasen! Ergrimmt tritt er zum
Abgrund vorn, Wohl sch
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Beklemmung

Es ruht der Weg in tiefer Stille; Die
Luft ist grau, kein Wanderwille Zeigt
heute sich im dunkeln Tal; Der Bach nur
will von seinem Leben In
Sehnsuchtslauten Kunde geben, Ein
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Kind und Greis

Es scheint der Unschuld
Glorie Durch’s goldne
Knabenhaar. Gott gebe, sie
durchschimmerte Es immer sonnig
klar! Wie froh das Kind den Greis
umhüpft Des Silberhaare l
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Naturauffassung

Es träum‘ ein Gott in der Natur, Im
Menschen sei er aufgewacht! So freut
nicht der Erwachte nur, Mich freut auch
seiner träume Pracht. Bei
Sonnenschein und Himmelblau
... weiterlesen


Das alte Handwerk

Fabrike an Fabrike! Vorüber, schaue
Blicke! Das alte Handwerk hält euch
fest. Wie seinen Hammer treffen
lässt Der Schmied da drin, der wackre
Mann! Er heimelt wie ein Freun
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In Waldesdickicht.

Fasst mich ein Furchgefühl, O Wald, in
deinem Kühl, Weil süßes goldnes
Licht Mir Einsamem gebricht? Was sagt
so hehr, so düster Unendliches
Geflüster? Ist
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Am Rand eines Erntefeldes

Feldflasch‘ und Wämser sieh
abseiten, Die Leute selbst im
Erntefeld! So mahnt uns ein Gerät zu
Zeitn, Ein trautes Kleid, das in der
Welt Als Merkmal ist
zurückgeblieben V
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In der Wasserferne

Fern regen schwarze Punkt‘ in
Reih’n Sich auf des Wasser stillen
Spiegeln. Wie Vögel dort des Bads sich
freu’n, Zeigt nun ein aufgerichtet
Flügeln. Ein andrer badet d
... weiterlesen


Abendfeuer

Feuerstämmchen dort und hier Sind im
Feld zu sehn Und Vergnügen macht es
mir, Wie die Räuche wehn. Das
umpflügte Herbstgefild, Berg und Thal
und Wald, Grü
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Morgens ausgehend

Fischreiher auf die Morgenpfeife Sind
dort am Fluss umsonst bedacht, Indes zu
meiner Morgenreise Hat mir Erquickung
schon gelacht. Der Mensch, genießend
nach der Uhr,
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Segensduft

Flachs, Wiesenklee und
Ackerbohnen, Getreid‘ und Reben in
der Blüte! O Land und Luft, wer kann
euch lohnen Für all die Spenden eurer
Güte! O Sommreland, o blaue Luft, Ihr
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An einem Freundestische

Fliegt Red‘ und Gegenrede frisch Von
teuren Menschen um den Tisch, So
denk‘ ich wohl dazwischen bang: Der
Tisch der Liebe steht nicht lang. Der
Tisch des Elternhauses, wo
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Das bleibende Bild

Fluß und Mühle, Morgenschein Und ein
holdes Enkelein, Das vom Arm der Alten
lacht Und dem Wanderer schon weiht
Süße Mädchenfreundlichkeit, Alle
seyd ihr wie gemacht,
... weiterlesen


Die Spinnenwebe

Flößt dir Morgensonnenschein Nicht
die gute Meinung ein: Wo es dir so
Wohl gefällt, Sey die schönste,
beste Welt? Blick umher! gefällt dir
auch Das Geweb` am
... weiterlesen


In nächtlicher Stunde

Frisch bläst ein Postillon zum
Trab Der nachtumgebnen Pferde. Der
Totengräber gräbt ein Grab In
nächtlich tauige Erde. Der Wächter
horch! im Städtchen ruft Mit f
... weiterlesen


Öfters vorkommend

Frisch hat mir manchesmal gedeucht Und
lachend, was ich aufgeschrieben, So
lang des Verses Tinte feucht. Doch ist
es mir lebendig blieben? Ich fühl‘
es manchmal still erschrocken:
... weiterlesen


Der weise Rat

Frischrosig horcht ein deutsches
Mädchen Von seinem Nähzeug, seinem
Rädchen Am Fensterlein aus altem
Haus Zum Nachtigallenlied
heraus. Und dort der greise Turm der
Mauer
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Der Jahrmarkt

Froh gebärdet sich die Welt In des
Städtchens Runde Und der Lärm des
Marktes gellt Schon seit früher
Stunde. Nach dem Jahrmarkt geht es
streng Meines alten Städtc
... weiterlesen


Das verlorene Frühstück

Frühstücken fliegt nach kurzer
Nacht Die Hummel froh zur
Wiesenpracht. O Himmel! Die ist
abgemäht! Und der Verstand ihr stille
steht. Teilnehmend hör‘ ich um und
um Ach!
... weiterlesen


Ungetrübte Lust

Futter- und doch sorgenleer,
Hungernd und doch ohne Weh,
Hüpft ihr Meisen vor mir her
Im besonnten festen Schnee.
Heil euch, denen Gott die Brust
So gewölbt für reine Lust!
Nächtlicher Gruß.

Fülle der Geliebten Zimmer, Sanfter,
goldner Mondenschein, Und mit seinem
blauen Schimmer Sendet, Blumen ihr
hinein Euer nächtlich süßes
Düften! Spend` ihr, teure Nachtig
... weiterlesen


Auf der Eisenbahn

Für diesmal weist mein Reiseplan Mich
in den Zwang der Eisenbahn: Doch
Morgenduft und Morgenthau Erglänzen
so auf weiter Au, Daß Schmelz und
Perlenglanz und Schein In
... weiterlesen


Zur Verständigung

Für meine Dichtung war erlesen Ein
Allgemeines, die Natur: Warum verließ
ich ihre Spur, Sprach oft von mir, von
meinem Wesen? Mein Büchlein ward
dadurch Erzähler
... weiterlesen


Herbstempfindung

Für wen, o Luftblau, du dich
wölbst? Wen feierst du, Natur? dich
selbst? Was ruht für warmes
Lichtgefunkel Dort auf der Waldung
grünem Dunkel? Ist es denn wirklich
Werkta
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Zur Erntezeit

Garbenwagen ziehn herein Bei der
Abendglocken Ton. Bald wird Ruh‘ im
Felde sein, Unter Dach der Arbeit
Lohn. Arbeit[s]lohn, Glockenton, Still‘
und Ruh‘ im
... weiterlesen


Der Blumengarten

Garten drunten an der Mühle, Hell von
Dahlien und bunt, Gern durch Farben
machst du kund Des Besitzers
Lustgefühle. Schön und löblich!
farbreich blicke, Was da sch
... weiterlesen


Innres Genügen

Gedichte, sind sie nicht Wie kleine,
gute Taten? Ich kann der Welt
entraten Für Tat und, für
Gedicht. Wenn dies mir je
gelang, Soll gleich die Welt es
wissen?
... weiterlesen


In einem alten Kirchenchor

Geflüchtet aus des Sommers Hitze Zum
kühlen Schoß des Altertumes, Auf
eines Chorherrn braunem Sitze Dem Werk
erloschnen Bildnerruhmes, Im Anblick
glühend bunter Scheiben,
... weiterlesen


Über dem Donautal

gegen Gundelsingen, Lauingen und
Dillingen Endlose Eb’ne, düster
Blau Den Fluss hin! Doch fern außen
schau Mild schimmern aus dem
Wetterhimmel Ein sonnentweißes
Turmgewi
... weiterlesen


Zur Vesperstunde

Gegrüßt zur Feierstunde Sei mir die
alte Stadt! Nun macht die
Straßenrunde, Was sich gemühet
hat. Der Tag hat sich geneiget, Das
Handwerk Ruhe pflegt; Das K
... weiterlesen


Mittagsduft

Gelagert in uralter Reihe, Umruht vom
blauen Mittagsduft, Wie schimmerst du
mir durch die Luft, Gebirge, Anblick
hoher Weihe! Wie hast entgegen du
geblauet So manchem
... weiterlesen


Das Ernteland

Gelbe Strecken selbst im
Blau Duftumfloss’nen Landes! Selbst
aus Fernen dringt die Schau Vollen
Erntestandes! Warum ich fort, nicht
fort Mit der Lerche dringen
... weiterlesen


In gemischter Gesellschaft

Gelbe Wasserlilien lachen Aus dem Sumpf
am Waldestrauf. Fräulein hat ein
Aug‘ darauf. Was, ihr Herrn, ist da
zu machen? Da ist leider nichts zu
raten, Als galant hinzuwaten
... weiterlesen


Wunsch

Geliebte, ja vom Erdenkleid Bist du
vergeblich nicht befreit, Erhöht in
schönre Welten! Wenn gliederrasch, der
Erd‘ entweckt, In Mailuft glänzet
das Insekt, Was mag für
... weiterlesen


Sicherung

Geranium, Basilikum Steht an des Bauern
Sims herum; Vor seinem Fenster sind
Narzissen Und Tulipanen nicht zu
missen. So bringt er sich in
Sicherheit Des Schönen etwas
... weiterlesen


Der Gartenliebhaber

Gern öffnete sich meine Brust, O
Bürger, deiner Gartenlust! Unwissend
ganz im Baumbeschnitt, Genöss‘ ich
doch sie gerne mit. Du führst bei
heitrem Sonnenstand Am
... weiterlesen


Der einsame Weg

Gerodet hat einst vieler Hand Den Wald,
um Weg hier durchzuschaffen; Doch
sei‘ ich heut‘ hier unverwandt Nur
Leere mir entgegenklaffen. Oft bahn die
Welt nur ihre Straßen,
... weiterlesen


Die Stimmefrohen

Gesang, Gelächter,
Kinderlallen Schallt, wo wir durch die
Gärten wallen. Der Mai hat es im
Brauche so; Er macht die Bien‘ im
Blütental, Den Waldesvogel und
zumal Den gute
... weiterlesen


Die Feierstunde

Gesegnet sei die Feierstunde! Nun geht,
das Pfeifchen in dem Munde, Der Meister
auf und ab am Strand, Des Kindes Fragen
an der Hand. Der Worte weniger
verlierend, Freu
... weiterlesen


Gewöhnung

Gewohnheit, ach, Gewohnheit
nur Durchwürzt und färbt die
Frühlingsflur Und macht sie von
Gesängen laut, Und ich, mit ihrer Lust
vertraut, Komm` als ein
Schmerzentrückter wieder
... weiterlesen


Gewünschter Tausch

Gib, Schiffer, Meeresrauschen Zu hören
mir einmal! Will dir dafür
vertauschen Mein Halmenmeer im
Tal. Im Binnenlande lassen Sollst du
dein Herz in Ruh; Mich s
... weiterlesen


Waldende

Glattes Grün, wie kann es
trösten! Und wie lacht der
Wiesenplan Den von Waldespracht
Erlösten Mit der Ruhe Grüßen
an! Welche ersehntes Augenrasten Nach
des Tages Wonnelas
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Heimkehr vom Grabe

Glocken läuten, Schüler
dehnen Leichgesänge bis zum
Grab; Laute Schollen, leise
Tränen Fallen auf den Sarg
hinab. Nach bestelltem Schmerz
zurücke Kommt der Zug sc
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Nach Sonnenuntergang

Gold ward zum Rot und Violette; Noch
küssen wir an grüner Stätte, Indem
es oben schwärzlich blaut Und neues
Gold aus Sternen taut. Sprich, Liebste,
was wir wünschen sollten,
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Das Hanfspreiten

Grasige Halden! wie zierlich
gereiht Zeigt sich auf ihnen des Hanfes
Gespreit! Sei mir mit Ehren
genannt, Ordnende weibliche
Hand! Holdestes Bild, wie die rüstige
Frau Emsig
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Abendbeleuchtung

Große, blaue Glocken leuchten Noch
zuletzt in Feuerpracht Abendsonnig aus
der feuchen, Krautdurchgrünten
Erlennacht. Schönern Abschied gibt es
nicht, Als ihn nimmt das Sonn
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Glückliche Stunde

Großes, tiefes Himmelblau, Gott und
ich nur auf der Au! Jener still in
tausend Zeichen, Ich in Ehrfurcht ohne
gleichen – Wie verlebt in solchem
Bunde Sich so selig diese St
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Die Liebeskette

Großmutter küsst das Enkelein; Wie
gleichen sie sich, groß und klein! Die
Mutter lehnt dort auch nicht
weit, Zulächelnd und voll
Ähnlichkeit; Natur, es bannt mich an
die Stätte
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Vergessenheit

Grünend Buschwerk, still
entlegen! Furchtlos hier die Vögel
pflegen Ihres Sangs im
Abendlich, Achten froh des Fremden
nicht, Singen auch in seine
Brust Selbstvergessenheit u
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Der bemooste Baum

Grünes Moos, o Baum, du
greiser, Schmiegt sich dir um Stamm und
Reiser. Junges Leben dich umgibt, Den
die ganze Landschaft lieb. Streust du
nur noch wenig Schatten, H
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Die schöne Nacht

Gute Nacht, o Mond und
Fluss! Scheidend, weil ich endlich
muss, Bitt‘ ich Wiese, Hain und
Garten, Eurer Schönheit
abzuwarten; Nächtlich schau’n an
meiner Statt Sich an e
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Waldlabyrinth

Ha! wie rauscht es in den
Föhren, Glüht der Wald in süßen
Tinten! Ach! in solchen
Labyrinthen Würde mich ein Ausweg
stören. Sonnenschein, nicht zur
Entwirrung, Leuchte m
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Grabesklänge

Ha! wie schüttern
Grabesklänge Draußen
mittelalterlich! Bis in düstre
Klostergänge, Immer ferner ziehn sie
mich. Händefaltend, stumm
geworden, Lehnend an der Kre
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Freier Gedankenlauf

Hab‘ ich in Schranken mich zu
halten, Wenn ich dein Los mir will
gestalten Als ein genuss- und
schönheitsvolles? Wenn dir dein
ird’scher Freund, dein Mann, Die
reinste Freude w
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Das Kind im Winde

Halb die Glieder eingezogen, Strebst du
zaghaft durch den Wind? Alle Locken
sind entflogen Deiner Stirne, liebes
Kind, Bis desselben Windes
Streichen Sie dir wirft in
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Hamlet

Hamlet! welch ein Trauerspiel!
Hamlet, eine von den Rollen,
Die im Leben, ach, so viel
Menschenherzen spielen sollen!
Wie so Manchem hat das Leben
Zu viel Handlung aufgegeben!
Die Köhlerei

Harz- und Rußduft, Bienensang, All den
Nadelwald entlang! Häherschrei und
Spechtgehämmer Klingt aus süßem
Waldgedämmer. Bald wie sonnig grünt
das Moos, Bald wie
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Bei der Rückkehr in ein gastliches Haus

Hat die Trist mich lang erfreut Und des
Walds einsame Muße, Ach, so wird der
Wunsch erneut Nach der Augen
Liebesgruße, Der an trautem
Freundestisch Mich erwartet doppelt fri
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Das Kindervolk

Hemdig, Kindlein, oder nackt,
Von nichts Engendemgeplackt,
Scherzt ihr mir in Dorf und Flur
Seliger die Lenznatur.
Liebes Kindervolk vom Land,
Komm und reiche mir die Hand!
Herbstgang

Herbst, in Farben mannigfalt, Mit dir
streif ich durch den Wald! Mein
Gefühl ist auch nicht frei Von der
Farbenmengerei, Welcher Beides, Welt
und Grün, Tod und Leben, g
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Frühlingspflicht

Herz, was sollst du tun und
lassen Dieses Frühlingsglück zu
fassen? Nur die Sorgen sollst du
meiden, Doch der Freuden Andrang
leiden, Von den blütenvollen
Tagen Jede Schmei
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Nachempfindung

Heuschrecken springen durch die
Wiese Und zeigen, wie die Zeit
verfließe, Ein Uhrwerk, das nicht
stille steht, Ein sichtbar Hüpfen der
Sekunden, Auch von der Zeitlos‘ still
empfu
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Stille Bewegung

Heuschrecken, wie sie zahllos springen,
Und welche Schaar von Schmetterlingen!
Wie kreuzt in jenen und in diesen
Sich stilles Leben in den Wiesen!
Das Leben der Natur wird still;
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Sommerausblick

Heut‘ dient zur Augenweide Der Wind
mir im Getreide. Es wogt und schwanket
um mich her Das Korn, ein trocknet,
stummes Meer. Hier sinkt, dort hebt
es sich vom Fall;
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Baumesknarren

Heut‘ im Walde welches Knarren
Alter Tannen?
Wind, von wannen
Lässt du schlimme Botschaft schnarren?
Bang‘ ich doch, wie angesteckt,
Was noch werde ausgeheckt?
Im Einschlummern

Hier am Bächlein im Gehölz Kühlt die
Hummel sich den Pelz; Denn die Blumen,
bunt und weiß, Glühten draußen
sommerheiß. Welch ein schattig
Trinkgemach Beut dies
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Zurückgezogenheit

Hier auf verschwiegner Sorgenflucht, Im
Grund geheimer Waldesschlucht, Erspäh`
ich von der Oberwelt Nichts, was mir in
die Augen fällt, Als Buchen, die dort
sonnengrün Viel
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Warnung

Hier ist Waldverborgenheit Und das
letzte Licht der Schlucht Hat ergriffen
scheue Flucht, Ließ mich stehn in
innrem Streit. Scheidend warnt es: laß
es seyn! Dringe nicht in
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Betrachtung

Hier zur Linken rauscht der Bach, Und
hier recht, noch heute wach, Ragt die
alte Wart` empor, Streben kühne
Trümmer vor. Hochumschlossnes
Tannental, Zeit auf Zeiten
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Nachts in einem Bergschlosse

Hinstarben Ritter und Gesind; Es klagt
der Schuhu, stöhnt der Wind Durch
diese ausgestorbnen Mauern, Im Einklang
mit der Vorzeit Schauern. Der Schuhu
flog vom Fels herzu,
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Trügender Schein

Hinter der entlaubten Buche Steigt der
Vollmond rot heran, Gleich als ob auf
seiner Bahn Er zur Glut sich Reiser
suche. Könnt‘ ich mir die Finger
halten An die Glut
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Die goldene Freiheit

Hinträumen ob dem Lied, dem
holden, Die Abendwölkchen rot und
golden, Das du, o Drossel, vom
Geäst Des höchsten Wipfels schallen
lässt. In Lüften nur und
Baumeskronen Ma
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Beispiel

Hoch sind es in Begeisterung, Dann tut
es mi dem Weibchen jung, Verfolg es in
die Ackerbohnen. Im Himmel und auf
Erden wohnen, Wie’s Lerchlein tut,
mit ganzem Sinn, Nimm es
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Der wilde Birnbaum

Holzbirnen trägt ein alter Baum, Der
sich erhebt am Waldessaum, Ein Luftsitz
für des Forstes Raben, Die oft das
laute Wort hier haben. Gar gern‘ ich
dran vorübergeh‘, O
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Freudenreste

Horch! noch Winters geht im
Schwang Bunter Meisen kurzer Sang, Und
noch grün geblieben fast Nach dem Bach
ein Brombeerast. Purpurfarbne
Rosenfrucht Wiegt noch ihre le
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In Einsamkeit

Horch! was war’s? – ich lief so
weit, Froh zu sein der Einsamkeit.
– War’s Jemand, der Stimme gab?
– Eicheln raschelten herab. Nur
getrost! Kein menschlich Wort
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Frost und Freude

Hüpfst du vor Frost, vor Munterkeit, O
Rabe, vor mir durch den Schnee? Auch
mit entlüpfen Fuß und Zeh Gar leicht
sich in des Frostes Zeit. Ich weiß
nicht, ob sie durch das Feld
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Sonntagspause

Hörst du dort den Betgesang, Heilig
eins mit Orgelklang? Tauben, sonst so
flügelwach, Sonnen sich am nahen
Dach, Gleich als beteten sie
mit. Hemm‘ auch du den Weiterschrit
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Stille Erwartung

Ich bin ein Rätsel selber mir; Doch
einsam wandelnd, folg‘ ich dir, Du
herrlich ruhende Natur! Auch du bist
wohl dir rätselhaft, Doch, wie dies
keine Sorge schafft Dir, de
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Der versäumte Brief

Ich bin zum Freund gekommen: Doch
wünscht` ich fast es nicht, Denn
minder kann mir frommen, Was er zu
flüchtig spricht. War` ich zu Haus
geblieben, So schrieb er
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Veränderung

Ich blick‘ heraus in die Natur Aus
meines Hauses Glück; Sein ruhig Licht
floss auf die Flur, Floss auf die Welt
zurück. Da war die Luft erst
himmelblau Und frisch
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Die zwei Farben

Ich denk‘ an Lieb‘ und Kosen Beim
Rot der Frühlingsrosen, Und bei des
Flachses Bläue An Hauswirtschaft und
Treue. Sie so beisammen hier zu
sehn, Macht, dass ich freundli
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Betroffenheit

Ich feh`s und bin darob erschrocken:
Ringsum mit Weißen Blütenfiocken
Ist schon bestreut der ganze Weg;
Obschon man noch auf Weg und Steg
Sich um das Eine nur bemüht.
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Bedenken

Ich gehe immer noch Und frage oft mich
doch: Nach was denn geht mein Gang? Da
wird mir`s manchmal bang; Denn immer
noch aus jeder Ecke Verhöhnen mich
verschiedne Zwecke,
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Auf ein paar Nachtverse

Ich habe diese lange Nacht Gar viel
gewacht. Die alte Freundin Poesie Trug
aber Mitleid; denn, ach sieh! Ein
Sträußlein Verse legt sie frisch Am
Krankenbett mir auf den Tisc
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Persönlichkeit

Ich lebe, zur Person gestaltet; Doch
Er, der segnend für mich waltet, Soll
Gott Person nicht heißen können. Die
unsre Zeit ihm nicht will
gönnen? In’s Weltenall soll er
zerflie
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Liebhaberei

Ich liebe sehr die reinste Luft; Doch
alter Bibliothekenduft, Verschwistert
mit der Vorzeit Kunst, Dann eines
düstern Kreuzgangs Moder, An alten
Glauben mahnend, oder Ein sum
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Das Stübchen

Ich lobte nur die freie
Flur, Vergäße, Stübchen, dich? Und
wie gespiegelt die Natur In deinen
Fenstern sich? Und wie an deiner
Deck` ein Tanz Still funkelnd sich en
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Die Wirtshäuser

Ich merke, dass als Schilder Statt der
gewohnten Bilder Der Wirte bloße
Namen Bald in die Mode kamen. Doch,
dieser Sitte Tadler, Vermiss‘ ich
Löwen, Adler, Lamm, Oc
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Das gegenwärtige Schöne

Ich müsste Ewigkeiten haben, An allem
Schönen mich zu laben. Was nützte
alles Herzverlangen Auch Schönem,
welches untergangen? Nach Schönem,
welches mir entrückt, Entfer
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Wahrnehmung

Ich nahe, Liebste, dir mir Scheu Aus
meinem tiefen Weh; Im Himmel, ewig hehr
und neu, Umfängt dich heil’ge
Näh‘. Dein Geist, die nahe
Gotteswelt, Wie ziehen sie
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Mitklang

Ich sag‘ es ohne Röte:
Mir fehlt die Dichterflöte.
Doch Eines hat mir bereitet
Natur: mein Herz besaitet
Zum Mitklang, wenn den Strauch
Durchspielt ein Windeshauch.
Tue desgleichen!

Ich schlummert‘ im Grase; Herauf mir
zur Nase Ragt‘ eine der
duftigsten Blumen am
lustigsten, Schattigsten Ort. Wie
haucht‘ ich in fröhlichen Träumen
den selige
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Bitte an Sie

Ich schreibe Lieder dir hinüber Als
Briefe nach der schönern Welt. Mein
Wandel ist ein gar zu trüber, Wenn mir
das Wort mit dir entfällt. Du
kannst, ich weiß ja, nichts
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Verhalten zur Natur

Ich sehe täglich die Natur. Doch an
beglücktem Tage nur Wirft sie von
ihrem holden Seyn In`s Herz mir einen
Wiederschein. Wer sie besieht mit
Herzensöde, Dem bleibt sie stu
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In der Wildnis

Ich und das Abendsonnenlicht Sind still
hier eingekehrt. Entlegner Wildnis
Angesicht Zu schau`n, ist uns
beschert. Kaum werden wir des Sehens
satt, Wir zögern, still
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Die Weggenossen

Ich ziehe freundlich meine Straße; Wie
unbekümmert ist mein Schritt! Indes
vielleicht in bitterm Hasse Zieht meine
Zukunft feindlich mit. Ich singe
frohe Wanderlieder;
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Die müden Vögel

Ihr müden Vögel flieget husch Vor
mir; o bleibt im Erlenbusch; So schön
ist hier zu bleiben! Der Flimmerschein
der Scheiben Erstarb am Wiesendörfchen
dort; Die Nacht brich
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Abschreckung

Ihr strafet scharf und hart, Ja selber
mit dem Tod. Lasst sehn, was diese
Art Euch für Erfolge
bot! Glücksspiel gefällt dem
Geiz In mancher Menschenbrust; D
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Ein Anblick unserer Tage

Ihr Türme habt, ihr ernsten
Mauern, Jahrhunderte den Fluss
erblickt. Ich seh‘ mich schmerzlichem
Bedauern, Zu welchem Werke man sich
schickt. Zerstörung droht. Es wird
en
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Ich und unser Echo

Ihr wisset, wie wir jedesmal Durchrufen
unser Echothal. Heut ließt ihr mich
verlassen gehn; Doch blieb ich bei dem
Echo stehn, Kam aber mit ihm
überein In Schweigen und in T
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Nach dem Abschied

Im Abschied wird die Lieb` erst
Liebe. Wenn Brust an Brust so ruhen
bliebe, Wie sie sich an einander
preßt, Wo Scheidende sich halten fest:
— Es wäre aller Himmel Glück!
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Widerstand

Im Bache Forellen, Im Busche
Libellen Sind beide geschäftig Und
drehe sich kräftig Entgegen den
Wellen, Den Lüftchen, den
schnellen, Frohsinnig und scherzend,
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Bei Eröffnung des Liederheftes

Im Feld, zufällig eingepresst In’s
Heft, auf eines Liedes Schrift, Die ich
entworfen mit dem Stift, Schläft hier
ein Mückchen, still und fest. Die
Sonnenluft ihm Leben gab,
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Naturstille

Im Gang von Hagebuchen, Von Eichen
überragt, Will ich die Stille
suchen, Von deren Glück man
sagt. Wohl schläft in
Waldeslauben, Im lauten
Gurruku Versteckte
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Waldfriede

Im Kreis von Wald und Binsen Bedeckt
mit Wasserlinsen, Wie ruht der kleine
See! Zu den geheimnsten
Stellen, Umgaukelt von Libellen, Tritt
hier ein badend Reh. O
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Der willkommene Regen

Im Regendufte hingestreut, Manch
Dörfchen nah und fern mich freut. Sie
sind jetzt alle regenfroh; Es regnet
Heu und Frucht und Stroh. Dies hält
auch mich Umgoßnen wacker, O
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Die Bestattung im Sommer

Im Sommer zur Beerdigung Des Freunds
war ich gegangen. Wo blieben da
Begeisterung Für’s Jenseits und
Verlangen? Die Erdenschönheit war zu
groß Und herb schien mir
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Unweit Mühlheim an der Donau

Im Wald hier eine Kirche, schau! Doch
wie der ausgedehnte Bau, So wild
zertrümmert, Mein Herz
bekümmert! Noch ist hier Vogelsang
nicht stumm; Doch nicht mehr soll di
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Immer langsam!

Immer langsam, liebe Schnecke! Hoch die
Augen fühlend recke! Wohl dir, Kind
des Blumentaus: Durch des Grases Glanz
und Düfte Auszufühlen in die
Lüfte, Gilt auch dir für S
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Ausbruch

In aufrührischem Gewimmel, Das auf
einmal droben haust, Hängm nieder
dort vom Himmel Schwarze Wolken, wild
zerzaust. Könnten Wünsche Frieden
stiften, Wünscht`
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Das ferne Wort

In der Kirche Segensort Sind sie jetzt
erbaut vom Wort. Dass der Lehrer schon
es spende, Zeigt des Ferngeläutes
Ende. Einsam von dem Wald
umwürzt, Seh‘ ich mich um
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Der Hohlweg

In einem Hohlweg wandl‘ ich hin Und
jede Umsicht fehlt darin; Doch eine
Lerch‘ in blauer Luft Ob meinem Haupt
herunterruft, Dass droben goldnes
Saatenfeld Auflache nach de
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Die einsame Burg

In einen Winkel wie verkrochen Liegt
manche deutsche Burg, gebrochen, Und
steht noch manche unter Dach In
Waldgewind, am Felsenbach. Hier
trauert so ein herverlornes,
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Wohlgefallen

In ew’ger Unruh‘, einst, wie
jetzt, Rinnt hin der blaue Fluss; Das
Waldgebirg in Ruhe setzt Auf’s stille
Tal den Fuß, Und beiden lächl‘ ich
innig zu, Ein Freund von
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Vorzug

In ferne Höh‘ emporgestiegen Ist
jener Berge Blau; Doch Einer will vor
allen siegen In unumschränkter
Schau. Er ruht als Gipfel über
allen, Zuvor- und nachbesonnt
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Abendfeier

In grünen Bergesgipfeln Auf eine Welt
von Wipfeln, Fern, fern
hinauszusehn, Bis alle
Glorienscheine Der abendgoldnen
Haine In blaue Nacht vergehn, Dies
gibt mir Priest
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Mitgefühl

In kaltem Armutschatten wandern, Tut
weh, wenn man erblickt den Andern Froh
in des Reichtums Sonnenschein. Man
frägt sich: „Muss es denn so
sein? Des Andern Sonne, streifet sie
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Nach verschwundenem Nebel

In Nebel lag der ganze See; Doch
schnell entwich das graue Weh. Die
Wasser wieder farbig blühn Und
Alpenhörner drüber glühn. — Daß
so doch alles Nebelhafte Einst
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Die Rosenhecke

In stolzer Gärten Rosenhagen Kann ich
mich kalt vorübertragen; Doch nimmt
die Rosenheck‘ in Arm Des Landmann
Wiesensiedelei, So schlägt das Herz
mir liebewarm, Die Schrit
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Reine Lust

In wie reiner Daseinslust Schwebt ihr
euren Tanz! Mückchen, tut ihr’s
unbewusst Oder fühlt euch
ganz? Tierchen, ist ein
Daseinsglück Für das Lied zu klein,
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Bittre Lust.

Irrend durch des Waldes Pfade, An des
Baches Felsgestade, Find` und such` ich
kein Geleit. Selbst nicht
Lichtestrahlen dringen, Wo sich Äste
nicht verschlingen, Zu mir in die
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Der geförderte Fußwanderer

Ist bis dorthin zu jenem Stein Mein
Wanderschritt gedrungen, So ist voran,
nicht allzuklein, Ein Fortschritt mir
gelungen. Von jenem Stein an setz‘
ich dann Ein ähn
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Erfüllung

Ist dies der Hoffnung junges Grün, Wo
Blumen aller Enden blühn? Bei
aufgeschlossnen Blütensternen Soll ich
nun erst zu hoffen lernen? Ach! dies
ist mehr, als Hoffnungsglan
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Entzücken

Ist nicht genug des Himmels Pracht Auf
dieses Wassers klarem Spiegel? Der
Alpen milderhabne Macht Im Duftgebiete
der Uferhügel? Bedarf’s noch ferner
Glockenhalle, Dass Aug
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Änderung

Ja, es waren schöne Zeiten, Als es in
des Landes Weiten Ging an`s Pflügen,
Wälderlichten, Häuserbauen,
Turmerrichten. Die Natur, ein wilder
Traum, Gab dem Menschenglücke
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Beweglichkeit.

Ja, sprosst` ich wie ein Baum Im
stillen Waldesraum, Wie wurzelt` ich so
gerne, Uneingedenk der Ferne. Ich
triebe Blatt und Blüten Und würd` in
Freude hüten Den ange
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Der Pfarrhausgarten

Je länger blühn, Je lieber hier Im
ländlich trauten Pfarrhausgarten, Auch
duftverbreitende Gelbveilchen, Und
Apfelbäumchen im Spalier. Schon
sitz‘ ich da ein ganzes Weilchen;
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Immer noch

Jüngst Hab` ich eine Hand gedrückt,
Die ich schon einst in meiner hatte,
Und war die Lieb` auch eine matte,
Die mir dabei im Herzen zückt`; So
war doch die Erinnerung
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Sonnenregen

Kann auch ein Herz gleichgültig seyn
Für Regen bei der Sonne Schein? Das
meinige muß Liebe hegen Für
Saatengrün im Sonnenregen! O
strahlendes Zusammenblühn In süß
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Beim Glockenklang

Kann sein, dass dich die Andacht
reut, Wenn du zergliederst das
Geläut, Weil, was dir sonst das Herz
bezwungen, Nur tönendem Metall
entsprungen. Doch denke, diese Töne
sch
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Die Kartoffeln

Kartoffeln stehen auf dem Tisch; Ihr
Kinder wählt und schälet frisch! Es
fordert des Genusses Kürze, Dass man
zuerst durch Wahl ihn würze Und dass
man habe, nächst dem Wählen,
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Kuckuck und Eichhorn

Kaum kann ein Blick den Kuckuck
haschen, Der neckend durch die Wipfel
schwebt. Dagegen ließ sich
überraschen Das Eichhorn, das dort
lauschend klebt, Bis es den Fremdling
satt betra
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Der Novembertag

Kaum scheint noch grüngelb eine
Weide Da, dort in kargem
Blätterkleide Aus dieses Tags
Novembergrau; Dort recht schon eine
arme Frau Ein Bündel dürres Laub
zusammen; Matt
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Die Knaben

Knaben froh auf Schlitten schießet Den
beschneiten Rain herunter! Eh‘ noch
kurze Zeit verfließet, Ist der Schnee
den Bach hinunter. Doch, was
kümmert’s euch? dieselben
... weiterlesen


Frühlingsregister

Knabenkraut, gefleckt und
hell, Fleisch- und Schmalzblum‘,
Küchenschell‘, Erdrauch, ach, wie
zart und fein, Steinrech und
Waldmeisterlein, Löwenmaul, gelb, rot
und weiß,
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Die blumenlose Zeit

Kornnelken schon und Ackerschnallen War
das Gefilde heimgefallen; Bald war die
Zeitlos‘ an der Reih‘ Und dann das
Blumenreich vorbei. Nun, Jahrszeit,
nach des Himmels Lose
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Namensunglück

Krähwinkel (dort im hintern Amt), So
rein idyllisch anzusehn, Durch die
Komödie verdammt, Als Klatschnest
durch die Zeit zu gehn! Wie ging es,
süßes Dörfchen, zu? Wie üb
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Die Uferwüste

Kräuterwildniß, Baldrian,
Seifenkraut, Resed` und Dill, An`s
Vergangne mahnt ihr still! Was des
Flusses Wuth gethan, Der zerstört des
Landmanns Mühen, Zeigt mir euer
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Das tote Feldhuhn

Körner finden tief im Schnee Für des
Hungers scharfes Weh, Thierchen, war
für dich zu schwer. Ach, da trat ein
Jäger her, Nahm dein Leben sich aufs
Korn, Stillte dein
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Der Lebemann

Las dich doch dem Lebemann, Nie, o
Leben, traurig an! Düstre Leute traun
dir nicht, Selbst, wenn Hoffnung für
dich spricht. Nur der Lebemann, der
Gute, Gibt sich dir mit Kin
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Wanderers Regenlied.

Lass schütten, als sinke Der Himmel
herein! Kein Regen kann löschen, Der
Lieblichen Schein! Es zaubert aus
Tropfen Und Tränen ihr Bild Den
farbigen Bogen
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Mittags

Laub und Schatten, deckt mich
hold! Senget, warme
Mittagsstrahlen! Lasst im Grünen hier
mich zahlen Der Natur den
Schlummersold, Den sie lange schon
gewollt! -- Ach, was war
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Ohneruh

Laubschatten hier und Sonnenschein
Umtanzen froh mich im Verein, Von
holdem Windhauch aufgeweht, Der
schaukelnd auf- und niedergeht, Ein
angenehmes Ohneruh, Dem ich in Ru
... weiterlesen


Beruhigung

Laut hör` ich lachen, höre scherzen,
Mit Heller Stimme, nicht zu ferne.
Mein Trübsinn widerstrebte gerne,
Die Welt ist ihm zu voll von
Schmerzen. Er meint, die Luft sey
... weiterlesen


Der Murtner See

Leb wohl, du silbernster der Seen, Von
deines sanften Vuillys Reben, Vom
mildesten Geländ umgeben! Du siehst
mich ungern von dir gehn. Wo ehmals
stand das Beinerhaus,
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Haltung

Lebe, Mensch, dem Augenblick! Leb`
ihm, doch mit innrer Kraft, Daß nicht
Glück, nicht Mißgeschick Edler
Haltung dich entrafft! — Leben für
ein ew`ges Leben, Wird auc
... weiterlesen


Das Formenjoch

Lebt nicht die Seele doch
Sehr unterm Formenjoch?
Im Enkel noch Gewalt
Übt seines Ahns Gestalt,
Der, von dem Jungen ungekannt,
In ihm sein Bild und Wesen bannt.
Beim Aufstehen

Leh wohl! Du lieber Schatten hast Mit
trauter Kühlung mich erfrischt! Wenn
ich dir danke süße Rast, So bleibt
mein Dank so unverwischt, Dass er noch
immer, immer währt, We
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An die Libelle

Libelle, Jungfrau ohne Tadel, Die das
metallne Blau der Nadel Am
Bachgebüsche heftet an, Was Wunder,
dass dein Tun der Freude, Den Mai zu
schmücken mit Geschmeide, Am jungen
... weiterlesen


In einem Pfarrhause

Liebes dörfliches Geläute, Ost vom
nahen Turm gehört, Gast im Dorfe, bin
ich heute Neu im Pfarrhaus
eingekehrt. Du versetzest mich mit
Schmerzen Heut‘ in künft
... weiterlesen


Aus Stuttgart

Linquenda. Diese Inschrift hat
Ein Haus in Schwabens erster Stadt.
Ach! welche Mahnung liegt im Worte
Horazens über jener Pforte! *

* Horat. Carm. L. 2. O. 14.
An meine Freunde

Ludwig Uhland und Justinius
Kerner. Man sagt uns viel von Amors
Pfeilen Und Mancher hat ihr Werk zu
heilen; Doch auch die Freundschaft kann
uns drängen, Das Herz uns schwell
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Zug und Halt

Luft’ge Bäume beiderseits Stehn am
Uferwege; Stolze Türme sein
bereits Aus dem Buschgehege; Wenn sie
fern zur Stadt mit locken, Macht der
schöne Weg mich stocken U
... weiterlesen


Wunscherfüllung

Längst von Wellen unterwaschen,
Alter Eschenbaum,
Wirst du endlich doch erhaschen
Deines Lebens Traum.
Wo sich längst dein Bild getränkt,
Siehst du liebend dich versenkt!
In nächtlicher Einsamkeit

Macht mich zu des Schreckens Raub Nacht
und Wind im Espenlaub? Plötzlich laut
aufschreiend haben Die von mir
geweckten Raben Durch den Aufruf wild
und fremd Mir des Blutes La
... weiterlesen


Die Pfarrtochter

Mag sich ein Park nach Englands
Weise In Baum- und Wegpartien
verwickeln; Hier freun mich
schnurgerade Gleise Durch Buchsrabatten
und Aurikeln. Da ist verzichtet auf
Ideen;
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Die Felsenwand

Mag sich um diese Felsenwand Bald
stürmisch wolkiges Gewand, Bald warmer
Sonnenschimmer legen, Sie steht in Ruh
der Zeit entgegen Und zeuget hoch und
fest und stet Seit je vo
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Der alte Dichter

Maienwies` und Maienwald
Waren einst mein Aufenthalt;
Doch die alten Leute sterben
Und der Dichtkunst junge Erben
Haben Anderes zu thun,
Als in Wies` und Wald zu ruhn.
Die Lebenskunst

Man frägt: an dieser Erdenstätte
Soll tch den Lebensrest vollbringen?
Vielleicht an einer andern hätte
Mein Werk des Lebens mehr
Gelingen? Doch, Schicksal, zeige dich
d
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Der Blumenrand

Manch bunter
Blumenknaul, Gelblöwenmaul, Ein Trupp
Vergissmeinnicht In blauem Licht, Dann
zwischen grünem
Reis Maiglockenweiß, Bachnelken-Amarant Umblühn
den
... weiterlesen


Unbestand der Empfindung

Manchmal tritt aus seiner Hülle Gott
mit seiner Liebesfülle. Doch Gewölk
ist neu im Kommen, Reiner Blick aufs
neu benommen, Neu verwaist ist unser
Thun. Vater, Gott, w
... weiterlesen


Besänftigung

Mann mit finstrer Ernstesstirn`, O
gestatte mir die Frage: Ob erlittnes
Leid dein Hirn, Ob begangnes dich
plage? Dass du keinem ganz
entrannst, Lag in deinem Menschenl
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Die Gewölke

Masse Wolken ob den Wäldern, Nasse
Pfad in Tahl und Feldern, Alles üppig
somerlich! Üppig traurig bin auch
ich; Hängt doch ach ob meinem
Volke Schwarze, schwere Unglücksw
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Betrachtend

Mehr als der Augen heller Tag Hält ihr
vertiefter Niederschlag Oft den
Betrachter festgebannt. Die Seel` ist
dann in Gottes Hand Still häuslich
wieder eingekehrt, Nach allem
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Epilog

Mein Leben liegt in diesen Versen. Wohl
liegt’s darin in guter Rast. Ein
jeder trägt auf seinen Fersen Sich
selten gern mit fremder Last. – So
schrieb‘ ich denn in Tag hinein?
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Nach langem Leben

Mein Los ist, viel zu überleben, Und,
werd‘ ich einst vorüberschweben, So
sei der Rückblick mir
gepriesen Auf’s Schöne, was mir Gott
gewiesen! Ist dann vorbei der Deutschen
S
... weiterlesen


Naturanschauung

Mir ist das Schauen der Natur Ein
unaufhörlich Staunen nur, Das Blume,
Quell und Wolke frägt, Woher sie Art
und Leben trägt? Von Gott! von Gott!
doch wer ist Gott?
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Bedauern

Mir zum wahren Engel würdest
du, Störte nicht ein Zug mich in der
Ruh, Der aus deinem
Unschuldsangesicht, Knabe, mir von
deinem Vater spricht! Die Besorgnis
raunt darum mir
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Am Sonntagmorgen auf einem Berge!

Misston aus des Kirchleins Enge Triffst
wohl dort im Tal mein Ohr; Doch es
schallen die Gesänge Wohllautsvoll zur
Höh` empor. Auf kristallner Lüfte
Leiter Steigen sie verkl
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Augenweh

Mit Augenweh
Durch Sonn‘ und Schnee
Der Landschaft schreit‘ ich fröhlich hin!
Es hat der Blick
Nicht das Geschick,
Den Glanz zu fassen, wie der Sinn.
Der Wartende

Mit deinem Schrei voll Lebenslust Aus
straffer, bunter Federbrust Vertreibst
du, Hahn, ein gutes Teil Von meines
Wartens langer Weil! Und wenn du
deiner Henne lockst,
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Gegendeindruck

Mit manchem Turm, als lichtem
Punkt, Das grünende Gelände
prunkt, Doch Seufzer schatten drüber
her: Das Land ist meiner Lieben
leer; Verstorben sind sie,
weggezogen, Des La
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An Eduard Mörike

Mit meinen Gedichten Ob dir es
ungesehen bliebe, Mein Auge blickt dir
Gegenliebe, Dem Dichter, Spender
süßer Lieder. Auch blicke ich nicht
schüchtern nieder, Entgeg
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Ohne Unterschied

Mit Recht ist dir zur Überlast Der
freche Waldinsektenschwarm; Der
Anspruch, den du draußen hast, Macht
diesem Volke keinen Harm. Durchbrennt
es selbst doch – zürne nur!
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Die Nachteule

Mit silbern monderhellten
Flügeln Fliegt schweigend zwischen
Wald und Hügeln Vor meinem Haupt die
Eule hin. Warum nicht schwirrt dein
Nachtruf heute? So trauernd schiffest
du nach
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Der neue Schmuck

Mit Sommerfäden zu umstricken Sucht
sich das weite Herbstgebild Und
lächelt dann der Freude Blicken Ein
sonnig zartes Glanzgebild. Der
Schönen gleich kannst du nicht enden
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Der Vergessene

Mit vollem recht Der Städter
Geschlecht, Die Welt mich
vergisst. Denn Dorf und Hain Und
blumiger Rain, Ihr Freundlichen,
wisst, Wie ganz im Scherz Und Ernst
nur
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In den Mittagsstunden

Mittag ist es auf dem See; Kaum ein
Fisch hüpft in die Höh‘, Kaum ein
Lüftchen rauscht im Rohr. Dank dem
Glück, das mich erkor, Euer wärmstes
Liebetauschen, See und Him
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Die Falterstunde

Mittag kam, die Falterstunde, Die ich
gern mag verbringen Mit des Waldes
Schmetterlingen, Lauschend stiller
Sonnenkunde. Du nur kennst dann die
Gefühle, Wie ich für
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Der Dinge Lauf

Muntre Fische, habet bang!
Denn schon sonnen Fischernetze
Sich am Buch zu neuem Fang.
Ach! so sind der Welt Gesetze:
Ihr und euer Netz am Fluss
Teilen Einen Sonntagsgruß.
In stiller Luft

Mückchen geigen auf und nieder
Ihre leifen Sommerlieder
Und der Wasserspinnentanz
Kräuselt still des Teiches Glanz.
Amsel, ohne deinen Schlag
Wäre überstill der Tag!
Die Waldmücke

Mückchen, nicht nur schön zu
sein, Ist ein Glück; es auch zu
wissen, Und du denkst es nicht zu
missen; Deines Leibs goldgrünen
Schein Stäubst du ab mit zartem
Fuß, Bis e
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Die entbehrten Tränen

Mühsam steig‘ ich auf An der
Kirchhofmauer; Kreuz und Stein mit
Schauer Misst der Blicke Lauf. Dort
nur Einem Grab Gilt die
Gräberspähe, Das vom Lebensweh
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Rückkunst.

Nach der Heimat fort und fort! Über
goldnen Ähren dort Seh` ich meine
Türme ragen. Herz, du pochst und
machst mich zagen, Ob mir wohl am
trauten Ort Wieder klingt der Liebe
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Der eigene Herd

Nach fühl‘ ich dem
Triumphgefühle Des Landmanns dort auf
grünem Bühle. Die Wohnung droben lieb
er zimmern Und von dem Dach die Namen
schimmern Von Mann und Frau in hellern
Zieg
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Apfelblüte

Nach oben in den blauen Himmel Ragt
deiner Blüten froh Gewimmel, Nach
unten in das Wiesengras. O Apfelbaum,
ich frage, was Wohl lachender
verschönert werde, Die blaue Luft,
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Erinnerung an die Ostsee

Nach sanftem Steigen steh ich oben! Was
ragt denn dort so steil erhoben? Wie
blaut dort fern – doch so gerade?
– Ein lang Gebirg vor meinem
Pfade! Gebirg? die Augen muss
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Nacht und Gebirge

Nacht ward es; Waldgebirge
schwellen Aus tiefem Grund in schwarze
Wellen. O rette, banger Mut, dich
ferne Aus der verfinsterten
Natur, Durch Wolkenlücken, in die
Flur Der tra
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Die Eidechsen

Nah war ich dran, zu
überschau’n Dich, zartes Tierchen,
erdenbraun! Du, grünes, bliebest mir
fast ganz Verborgen in des Grases
Glanz. Ihr sonnt euch hier mit Erd‘
und Pflanzen,
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Triefend

Nassgrün erglänzt vom Regenbad Der
Wald mit allen Bäumen; Feuchtrote
Schnecken ziehn den Pfad Mit minder
trägem Säumen. Mir tropft das Haar
um das Gesicht; Ich we
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Der Ausbruch

Natur, in deinem Kraftgefühl Wird es
dir oft zu schwer, zu schwül, So, dass
dich wohl ein Zorn durchzückt, Wie
dich die eigne Fülle drückt. O
Schrecken, wie die bange Kraft
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Umschlag

Natur, Natur, Vergessenheit Hast du mir
sonst verliehen. Zurück soll ich in
dieser Zeit Nun wieder zu dir
fliehen, Vergessen, dass ich
Deutschlands Flur Als Ein‘ un
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Am Wasserfalle.

Nenn` ich Jubel, nenn` ich Grausen Der
Gewässer Donnern, Brausen? Sturm und
Streit des Wasserfalles, Ihr ersticket
in mir Alles, Atem, Sinn und
Stimmeschall! Eines nu
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An den Leser

Nicht alle fließen sie, die
Tränen Des weichen Dichters, Freund,
zu denen Dein zartes Mitgefühl sich
neigt: Doch ach, es sorgt das arme
Leben, Dass es auch Tränen möge
geben,
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Zur Zeit der Blüten

Nicht das Welken macht dir Angst, Herz!
Es ist ja Alterns Zeit; Nur der Blüten
Herrlichkeit Siehst du still bewegt und
bangst. Da du gern dann wieder
prangst Auch im
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Luftgezitter

Nicht die weiße Wolke nur Schwebet
durch die Himmelsflur; Nicht der
Schmetterling allein Tanzt in Schmelz
und Sonnenschein. Nicht der Vogel
huscht nur quer Durch das
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Leben und Wirklichkeit

Nicht Wesen, nur Erinn’rung,
Traum, Wär‘ ach von dir, mein
Lieb‘, erhalten? Kein Wohnsitz mehr,
kein Wirkungsraum Erblickte mehr dein
Tun und Walten? O nein, du lebst
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Maienglück und Maienwunsch

Nicht, nur hier im Schatten liegen,
Oder durch die Wiesen streichen.
Schwimmen möcht` ich, möchte stiegen
Ach, was möcht` ich nicht erreichen,
Wenn ich nur so wünschen könnt
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Die Dorfglocken

Nicht, wie aus nächstem Dorfe schallt
Dies alte Glockenläuten. Hätt` es
denn sonst so viel Gewalt Und ein so
tief Bedeuten? Warum nicht? ist denn
nicht auch hier
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Waldschatten

Nichts kann die Luft am Grün mir
schärfen, Wie dieses dunkle
Schattenwerfen Vom Wald herab auf Wies`
und Staud`, Auf die die Sonne
niederschaut. Da blüht mir auf mein
ganz Gemüth
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Bestärkung

Nie die Welt so grün doch ward, Eh`
ich recht nur aufgemerkt! Eilen ist
des Frühlings Art Und ich werde drin
bestärkt: Keine Stunde soll`s
verschieben. Wer ihn sehen w
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Windeswirkung

Nie schmiegt der Wind, der
Zeitvertreiber, Die Kleider heute an
die Leiber! Schon bin ich mancher
Wohlgestalt Verlegner Mädchen, junger
Weiber Mit kurzem Blick vorbeigewallt.

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Unter den Tannen.

Niedersink! entfallne Nadeln Leih`n ein
Bett hier, nicht zu tadeln. Denke,
lagernd unter Stichen, Aller Lust, die
dir erblichen! Mische hier dein
innres Brausen In der
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Waldesstille

Nimm mich auf in deinen Frieden, Wiese
duftiger Orchiden, Labyrinthisch
Waldesdüster, Blauen Sees
Rohrgeflüster, Rückt mir aus dem
Herzen weit Mich, mein Selbst, die
Welt,
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Des Sommers Macht

Noch immer hab‘ ich gern
belauscht, Den Sommer, wo ein Wasser
rauscht. Dadurch wird Sommers
Übermacht Auf schönes Ma ß
zurückgebracht. In Wies` und Wald
und wenn
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An einem Spätjahrsmorgen.

Noch klang die Morgenglocke nicht; Noch
nirgend sonst gewahr ich Licht: Nur aus
der Esse sprüht`s in Menge Von Funken,
schallen Hammerklänge. Ja, hämmre,
Meister, rüstig
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Der Schlagschatten

Noch sitz` ich hell im Sonnenlicht:
Doch schwarzen Schattens Bollgewicht
Hat dort sich in die Schlucht gelegt,
Vor dem mein Herz fast Schauer
hegt. Soll abendschön das Be
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Nach dem Scheiden

Noch wirbelt lind Sich nach dem
Wind Das Abschiedstuch de Lieben, Die
dort
zurückgeblieben. Zurückgewandt, Schwenkt
Hut und Hand Ihr Grüße zu. Das
Scheiden
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Das ruhige Bild

Nur Bauernhöf‘ und
Tannenhaine; Manch Trüppchen Vieh
dazwischen schweift; Sonst hat vom
gras’gen Bergesraine Die Schönheit
glättend weggestreift, Was Unruh‘
bräch‘ in di
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Der Sommerschreck

Nur Frohsinn, reines Himmelblau Und
Stille ruhn auf grüner Au. – Was
schlägt auf Einmal mir an’s Ohr? De
Hummel brummt an mir empor. Doch wie,
du derber Sommerschreck, S
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Zuflucht

O Bach, o Bach, So lebenswach, Von
Freudensprudel
überlaut, Durchschießend Stein und
wildes Kraut: In deinen
buschversteckten Schlüften Lass mich
die Angst des Busens lüft
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Bei Payerne

O Bertha, Burgunds Königin! Du
spannst mit volksgemäßem Sinn: Daher
du heut` noch hören kannst Aus deiner
heil`gen Himmelsferne, Wie du in
deiner Stadt Payerne Lob un
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Wiederholter Eindruck

O Deutschland, welch ein süßer
Abend Senkt sich auf deine Schönheit
labend! Mir ist, als müsst‘ ich
singen, Den Stock vor Jubel
schwingen! Doch dein Geschick auch
diese
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Auf einem Frühlingsganze

O Dorf, von jungem Grün umhüllt, Von
Apfelblütenduft erfüllt, Du scheinst
im Mai mir einzig hold. Doch wie die
Landschaft sich entrollt, So scheint
mir’s, dass zu dieser Frist
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Nächtlicher Ausgang.

O du weite, weite Stadt, Die mir keine
Heimat hat! Deiner Türm` und Kirchen
Schwärze Blickt mir fremd und kalt
in`s Herze. Nächtlich schweif` ich
hin und her, So al
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Ein Vorbild

O Erde, aufgepflügt und braun, Wie
läßt du so bereit dich schaun, Des
Guten Samen zu empfangen, Als trügst
du selbst danach Verlangen! Fruchtbare
Erde, mürb und mild,
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An die Einsamkeit

O Freundin Einsamkeit, wie traut War
unterwegs einst deine Rede! Ich liebte
dich, wie eine Braut; Nun scheint mit
dir die Welt mir öde. Wie ich mit dir
das Land durchschlendre,
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Das Liederbuch im Frühlingswinde

O Frühlingswind, du hast
durchwühlt Des Dichters zartbesaitet
Herz. Neugierig, was er wohl
gefühlt Bei deinem schmeichlerischen
Scherz, Durchblätterst du nun Blatt
für Blatt
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Frühlingsübersicht

O fühlet, wie die Freude wächst! Noch
tanzt der Schmetterling, zunächst Den
stillen Blumen, schweigend; Die
Lerch‘ hingegen, steigend, Gewinnt
des Frühlings Übersicht U
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Verlangen

O ginge wieder meine Bahn Durch des
Gebirges Enzian! Kurzstielig schöff‘
und düfteleer Mein Lied in Meng‘
empor wie er, Doch auch vielleicht mit
Farbenkraft, Wie reine B
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Ernste Mahnung

O Glocke, dein ehrwürdig Erz Ist voll
von aller Tode Schmerz, Die dieser
Städter Herz durchbebt Und die ich
selber schon erlebt. Von Sterblichkeit
ein ganzer Sturm Dröhnt m
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Die lauschende Natur

O Glockenlaut im Morgenduft, Wie
dringst du durch den Glanz der
Luft, Durch’s frische Taugefild
heran! Bringt uns der schöne
Sommertag Nur stilles Blau?
Gewitterschlag? Was
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Der Grabstein

O Grabstein voll von Liebesklage, Du
legtest mir an’s Herz die Frage, Wo
die sind, deren trauernd Herz In Verse
hier ergoss den Schmerz? Sie sind
vorbei, vorbei ihr Leid, Si
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An den Herbst

O Herbst, du Zeit der Reife,
Wenn ich das Land durchstreife,
Auf dem im Sonnenschimmer
Dein sanfter Segen ruht,
Wie träumt` ich mich für immer
So mild, so froh, so gut!
Die letzten Kinder

O Herbst, sei nicht so grausam
rau: Denk‘ dieser zarten
Kelchgebilde! Sie rechneten auf deine
Milde, Sind nackt emporgeklommen,
schau! Das Jahr soll, hofften die
Zeitlosen,
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Reisebeginn

O Himmelblau
Und Grün und Au!
O Morgentau!
Nun endlich frei
Von Sorgenblei
Und Müherei,
Schwing‘ ich den Hut,
Durch Wandermut
Verjüngt und gut.
Das laute Lied.

O hätte` ich eines Vogels Kehle, Dass
sie, von Klagen
aufgeschwellt, Verkündete der grünen
Welt, Was mich von innern Schmerzen
quäle! Die Stille sollte dann
vernehmen Ein
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Das lächelnde Kind

O Kind, du lächselst, zaubre mir Doch
keine Miene auf’s Papier; Dann sähst
du wohl in spätern Tagen In diesen
deinen Blick hinein Und dir im Herzen
würd‘ es schlagen:
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O Kinder!

O Kinder! ihr seid große Fragen, An
Zeit und Ewigkeit gestellt, Und ach!
kein Blatt liegt aufgeschlagen, Das Los
eröffnend, das euch fällt! O bleib‘
euch fern, was euch versehrt
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Die treue Sängerin

O Lerche, du hältst aus; Der Landmann
zog nach Haus, Dem du den Tag
durchsungen. Dein Lied, noch
unverklungen, Verschönt nun auch die
Rast, Die nach der Arbeit Last M
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Die Lerche

O Lerche, könnt` ich mit dir
dringen In jenes lichte Blau, So froh
wie du, so innig singen Zur
blütenvollen Au! Vom Sänger wäre
nichts zu schauen, Man horchte sein
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O Licht!

O Licht, nicht überschütte Die ganze
Landschaft heut`! Sonst lob` ich Haus
und Hütte, Wo sich mir Schatten beut.
Dem Licht mein Herz entgegeneilt,
Das mit dem Schatten
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Waldabend

O liebe Blumen, stellet ein, Den Glanz
im Abendlicht! Ihr Blätter, mit dem
Abendschein Schmückt euch so lachend
nicht! Wo fände Raum die
Menschenbrust, Zu spiegeln Waldesab
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Maienweinen

O Mai, du kommst geweint! Ward dir ein
Wunsch verneint? Ward dir ein Wunsch
gestillt? Dass süßer Dank die
quillt? Was deuten dieses Regens
Tränen? Erfülltes oder n
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An den Mond

O Mond, du bist ein Bot‘, Jahr aus,
Jahr ein beladen Auf deinen
Himmelspfaden Mit unsrer
Erdennot! Viel Seufzer trägst du
fort, Bestellst sie droben munter;
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An eine Mutter

O Mutter, du hast schön geliebt; Dies
zeigt dein frischer Töchterkranz. Die
Schönheit welket und
zerstiebt, Erlöschen will dein eigner
Glanz; Doch nicht nur die Erinnerun
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Die Mühle

O Mühle dort im Blumenthal, So gerne
wandl` ich noch einmal Wo eine Mühl`
in Wiesen steht Und rasch ihr Rad am
Bache dreht. Denkt mir vielleicht der
alte Sinn An
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Die Natur im Herbste

O Natur, von deinem Segen Räumt die
Hand das weite Feld. Schon nicht mehr
auf allen Wegen Wird das Herz davon
geschwellt. Spende, spende deine
Gaben, Gute Mutter,
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Der Falter

O Schmetterling, vorüberjag‘ Durch
diese Landschaft, diesen Tag! Kaum
merk‘ ich in dem reichen Bild Dein
wechselnd Nahen und Entschweben, Und
doch mein Staunen dir auch gilt,
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Blumenflucht

O schnelles Vermissen! Dass Tulpen,
Syringen, Jazinthen, Narzissen Den Mai
nicht verbringen Im grünenden
Garten, Mit ihnen zu welken, Nicht
Rosen erwarten Und L
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Der gefangene Uhu

O Schuhu, der im hohlen Kalke Hoch in
des Berges Fels gehaust; Dem kühnen
Menschen, diesem Schalke, Hat’s vor
dem Abgrund nicht gegraust. Er hat
dich frechen Muts entrisse
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An die Schönheit

O Schönheut, die dies Farrenkraut Und
nun beim Ausblick aus dem Wald Das
blaue Ferngebirg gebaut Und die den
süßen Duftgehalt In’s
Maienglöckchen hier gelegt, Die in der
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Lob des Sommers

O Sommer, du bist so durchdrungen Von
Fülle, Kraft und, süßer Macht, Daß
es noch keinem Mund gelungen. Zu
schildern deine Segenspracht! Den
besten Ausdruck dir gegeben
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O Sommerzeit!

O Sommerzeit, ich will ja nicht, Dass
du im Fliehen stehen bleibest; Doch,
was mir fast das Herze bricht, Ist,
dass du mich vorübertreibest; Dass
ich nicht stehen bleiben so
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Sommerhitze

O Sonn‘, o Wald, wie sprüht ihr
Hitze! Wie treibt es, dass er öfter
sitze, Nach mattem Flug den
Schmetterling, Dem Ruhe sonst ein
fremdes Ding. Der Schatten, überall
ent
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Verödung

O Stadt voll Lebens einst,
Wenn du dein Los beweint,
Ich traure gerne mit!
Gedräng` in deinen Gasen
Hätt` einst kaum durchgelassen
Den nun umgrasten Schritt.
Würdiger Anblick

O Storch, dein Philosophenschnabel
Dient doch nicht zur Begriffesgabel
Dir steifbebeinten Forschungsmann!
Gewürm ist`s was er dir gewann:
Doch gibt er dir der Weisheit Air;
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An ein Städtchen

O Städtchen drüben überm Fluß, Auf
deinen trauten Glockengruß Antwort`
ich dir mit Wanderlust, Antwort` ich
dir aus deutscher Brust! Ich denke
immer hoffnungsvoll,
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Aussöhnung

O Tag, nun bin ich ganz
versöhnt! Kapell‘ und Fels im
Feuerglanz! Wer hätt‘ im Regen dies
gewähnt? und ist die Glut erloschen
ganz, So will nun ob dem
Weißlichgrün De
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Lebenserfahrung

O Tod und Schicksal! Freudenarm Habt
ihr mich oft gemacht, Bis Leben und
Geschick mich warm Von neuem
angelacht. Der Himmel selbst es so
beschied: Entflieht das eine G
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Das bereitwillige Opfer

O treue Muttererde, Dass ich ein
Bessrer werdem Soll ich verlassen
dich; Ich soll, ich muss mich
retten Aus all den Liebesketten, Womit
du fesselst mich. Du tre
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Selbstgefälligkeit

O Vöglein, wie hast Du gezwitschert
vom Ast! Nun tret‘ ich herzu Und du
schweigest im Nu. Fragzeichen nun
ganz Von dem Schnabel zum
Schwanz, Besiehst du mich
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In der Morgenfrühe

O Wandrer, schau Im Wiesentau, Am
überbüschten Bache hin Den lichten
Morgennebel ziehn! Doch, kaum
gegrüßt, Schon aufgeküsst, Hat der
Beglückte nun gewäh
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Der Spiegel

O Wasser, dichterisches Naß, Wie
spiegelst du ohn` Unterlaß Die
Schöpfung um dein Ufer her! Des
Dichters Geist, was will er mehr, Als
daß die Welt ihm wiederglänze A
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Genossenschaft

O Wasserglanz in Weidenschatten, O
sanftgeschwellte Ufermatten, Lasst eine
Stunde hier mich weilen, Mein Leben mit
dem euren teilen! Die duft’ge Ferne
sieht darein Und will
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Durchwandel

O weiße Wolken ob grünem Wald, Durch
welchen Kuckuck und Amsel schallt, Ihr
ziehet langsam nur drüber hin Und
teilt des Wanderers stillen Sinn, Der
langsam, langsam nur immer durc
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Der Feldsegen

O welch ein hoher Feldersegen! Genug,
um ganz mich einzuhegen, Wenn so ich
wandle durch’s Getreid‘. Man sieht
mir nichts von Leib und Kleid; Nur
meinen Hut noch sieht man
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Stilles Leben

O welch ein laubig Waldesdunkel, Mild
angesonnt vom Wiesenplan! O welche
stille Wandelbahn Für dieses
Schmetterlingsgefunkel! Da schwebt es
her, da schwebt es hin In Frühlin
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Wind und Zeit

O Wind, nicht nur von dir umweht, Ich
bin es von der Zeit! Was hälfe, wenn
im Flug sie geht, Mir aller
Widerstreit? Jedoch, was klag` ich,
Zeit und Wind, Wenn all
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Der Wintertag

O Wintertag, wie farblos klar Zeigst du
mir jedes Ding so wahr, Die Luft, den
Busch, das Tal, den Berg, Wie reiner
Denker Geisteswerk Mir jeglichen
Begriff erhellt, Der auftau
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Wer weiß?

O Zeit, mir zugezählt, Ich fühl` es
nur zu sehr, Von Tag zu Tage quält
Mich deine Kürze mehr. Vor mir
stehn Welt und Gott; Kunst lockt mich
und Natur:
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Gesichtseindruck

O, Mensch, dir war nicht sanft
gebettet; Doch hast ein Antlitz zu
gerettet Aus deines Lebens
Wüstenei’n, Dem ich nicht möchte
abhold sein. Von mir wird dir nicht
widerstrebt,
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An die Natur.

Oft ach! Fruchtlos dien‘ ich
nur Schnödem Menschenvolk; schon
lange Ward ich fremd dir, o Natur, Und
es wird mir ernsthaft bange, Ob ich
fürder bin der Deine. Bin
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Der Überbürdete

Oft fehlt dem armen Menschenkinde Ein
scheinbar unbedeutend Glück. Ein
Zweiglein schwankt im
Frühlingswinde, Ich schau nach ihm mit
Harm zurück. Um was jetzt alle Wesen
bu
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Schreckenserneuerung

Oft konnt‘ ich neu mich freuen
lernen An Wiesen, voll von goldnen
Sternen, Von blauen Glocken, rotem
Klee; Beim friedlichen Gesang der
Grillen, Im Hauch der Sommerlüfte
stillen
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Anklänge.

Oft wie ein Wohllaut hör‘ ich’s
gleiten Durch des Himmels blaue
Weiten; Wie von ferne hör‘ ich
Klänge Heilig holder
Festgesänge. Doch das Wort
vorüberrauscht,
... weiterlesen


Hoffnung

Ostwind, Herbstesheiterkeit Gibt im
Feld mir das Geleit. Laut gefreut
hab‘ ich mich oft, Doch wie heute nie
gehofft. Treues Blau und sanftes
Grün, All mein Glück wird wied
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Die Palmkätzchen

Palmkätzchen, süßes
Kinderglück! Als Gerte bracht‘ ich
oft zurück Euch von des Wiesenbaches
Rand. Ihr tatet wohl dem Strich der
Hand, Zum Sehen sanft, zum Fühlen
weich,
... weiterlesen


Gegendpreis

Preist eure Gegend meinethalb! Ich
sehe, wenn ich steige, bald Den
Schwarzwald und die Schwabenalb, Im
Fernduft Frankens Odenwald. Ich denk‘
herum auf ihren Höh’n Und fü
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Meine Gegend

Preist eure Gegend meinethalb! Ich
sehe, wenn ich steige, bald Den
Schwarzwald und die Schwabenalp, Im
Fernduft Frankens Odenwald. Ich denk
herum auf ihren Höhn Und fühle de
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Das blühende Mohnfeld

Purpurn, weiß und rosenrot Als
Gesellschaft mir sich bot Eines
Mohnfeldes bunte Schar, Die des Hügels
Zierde war. Weit durch’s grüne
Landschaftsbild War vom Sonnt
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Bewunderung

Ranunkelgold, Vergissmeinnicht Mir
sanftem, edlem Blau, Des Morgentaus
Juwelenlicht Schmückt dieses Baches
Au. -- Mag ich, von süßem Schimmer
trunken, Schon lange stehen, s
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Der Spaziergänger

Recht Sonntagsfreude spüren Mag nur
der Handwerksmann. Die Seinigen
spazieren In Feld und Flur zu
führen, Ach, sieh, wie liegt’s dem
Wackern an! In dumpfen Werksta
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Die Ruine

Regenflor um deine düstern
Zinnen, Liebst du, nassgrau ganz dich
einzuspinnen, Alte Burg! Was war dein
Daseinszweck, Wo du trotzest dort am
Felseneck? Ach, wie traurig blick
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Wetterzweifel

Regenwolken schwer und ziehend, Blaue
Durchsicht, oft entfliehend Hinter
schnellen, finstern Dunst, Schwarze
Drohung, lichte Gunst Wechseln heut am
Himmel oben, Halten Blick u
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An einen Alten

Rosen wohl in schönern Tagen Hast du
hinterm Ohr getragen, Mancher Dirn‘
im Wanderleben Auch wohl einen Kuss
gegeben, Treu dem Satz: Was sollte
wehren Einen Jugendkuss in E
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Das versammelte Glück

Rosen, Freund, aus grünem
Schatten Bieten Schönheit uns und
Duft Und der Lufthauch labt den
Matten, Der erstiegen Berg und
Kluft. Mein erglänzt; ist denn
versammelt
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Die Stoppelblümchen

Rote, blaue, lila Sternchen, Aus den
kleinsten Samenkernchen Spät im
Ackerfeld geborne, Unter Stoppeln wie
verlorne, Ackerblumen, winzig
klein, Der Dreifarbenveilchen kleinst
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An eine Ruhebank

Ruhebank! für meine Schritte Könnt
ich füglich dich entbehren; Dennoch
Hab` ich eine Bitte Und du wirst sie
mir gewähren. In des Gehens
rüst`gem Drangs Find`
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Sonntags

Ruinen blicken sonnenwarm Aus
Morgennebeln her; Es schwebt ein froher
Rabenschwarm Durch`s blaue
Lüftemeer. Am freisten schwebt der
Menschengeist Im unbegrenzten Raum
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Das alte Kloster

Rundbogenstyl ist noch zu sehn Am
Klosterturme. Bleibe stehn Und bau‘
des Christentumes Glück In jene
Vorzeit dir zurück, Wo in Germaniens
wildem Wald Zuerst der Lichtung
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Der stille Streit

Sanft wechseln manch geheimes Wort Der
Dörfer ferne Kirchenglocken; Ich
horche drauf am Blumenbord, Beim Fallen
süßer Blütenflocken. So spielt um
mich in stillem Streit Ve
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An ein Landmädchen

Schaden Sommerflecken, Kind, Deren
viele an dir sind, Deinem Reiz wohl
unanwendlich? – Herzgewinnend, lieb
und ländlich Zeugen sie nur von der
Wonne Eines Lebens in der Son
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Das Kindheitsland

Scheint dir ein Ort zu öd und leer, So
nah‘ dich ihm von ferne her Und lass
dir, wie beim Wiedersehn, Als traute
Heimat ihn erstehn. Denk dir: es sind
die Fluren dies,
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Felsengegend

Schlag, ihr Berge, tiefen
Schatten, Schäume, Fluss, durch Wald
und Matten! Krümme dich nach kurzen
Strecken Zwischen schroffen
Felsenecken! Tos`, in Klippen
eingezwängt, Un
... weiterlesen


Überfließende Liebe

Schmetterling und Blumenlichter Färben
Busch und Wiese bunt Und nur fröhliche
Gesichter Geben sich im Dorfe
kund. O Gesichter, seid dem
Frohen Alle brüderlich gegr
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Schneegestöber

Schnee am Himmelszelt, Schnee im weiten
Feld! Kraft erneuter
Windesstöße Deckt er jede
Waldesblöße. Des Gebirges
Joch Überklimm‘ ich doch Und den
Schneew
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Wanderklage.

Schnell von hinnen! Ruh` gewinnen Darf
ich nicht in Stadt und Land! Der
Erkennung Beut die Trennung Traurig
schon die Abschiedshand. Heimisch
weilen, Mit
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Vorteil

Schon auf morgen dengeln heute Spät im
Dorf noch Ackerleute; Sensen machen sie
noch scharf. Ich, der Mann der Feder,
darf Auf der Abendbank hier
sitzen, Ohne sie voraus zu sp
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Der Kirschenbaum

Schon Finger und Daume Von ragender
Leiter Sich nahten dem Baume Voll
Kirschen, die heiter, Unendlich an
Zahl, Anlachen das Tal. Die Amsel im
Walde Und i
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An die Reben.

Schon lacht die Flur im
Blumenkleide, Die Waldung prangt in
jungem Grün, Nur ihr verschiebt die
Lenzesfreude, O Reben, zögert,
mitzublühn. Doch schön! wann
ernster schon
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Der Lichtblick

Schon war zum Fall die Träne reif, Von
trüber Stund‘ erpresst; Nun hält
ein schneller Sonnenstreif Sie als
Entzücken fest. Neufarbig blüht, o
Wiesengrund, Dein
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Der Kirchhof

Schwarz- und goldbekreuzter
Acker, Hochgelegen, heiter,
wacker Blickst du in den See
hinaus, Fern, bis zu den
Alpenbergen, Gleich, als wäre nicht zu
Haus Finstre Ruh‘ in de
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Beruhigung

Schwarzer Wetterwolken schwere
Masse Hängt mit lautem Donner ob der
Straße; Blitz nur und weiße Birken
leuchten Aus der Waldnacht mir hervor,
der feuchten. Vieles fehlt de
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Im Seeland

Schweizerland, wohin ich seh`, Ist es
schön, auch im `Marais`! Fern hinaus
begegnen mir Zwar nur falbe Gräser
hier; Doch dies Land kann es nicht
lassen, Sich mit Hügel
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Mond und Blütenduft

Schwerer Käfer wild Geschwärm Und im
Flussbad Knabenlärm! Doch der Mond,
dort aufgestiegen, Macht demnächst die
Stille siegen; Nur sein Licht und
Blütendüfte Teilen dann
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Altweibermäre

Schwäbisch-Haller Anblick Drei alte
Weiblein dort im Strahl Der Sonne
sitzen am Spital; Drei alte Wappen
ausgehau’n Sind je ob ihrem Kopf zu
schau’n, Als wenn sie
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Heimkehr

Schäkern hör‘ ich durch die
Wiesen Und die Mühle klappert
schon. Einsamkeit recht zu
genießen, Floh ich lang der Menschen
Ton; Doch nun wie ein
Liebesbote Klingt er mir
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Das Nägelein

Schön hinterm Nelkenbret
heraus Sah’s Mädchen aus dem
Bauernhaus Und ich mit wahrem
Bettlersinn Warf ihr vom Weg die Worte
hin: „Ein fremder Wandrer bitte
fein,
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Im Heraustreten

Schön ist das Leben, ruft der
Hahn, Den Satz vertretend, laut mich
an. Ist es nicht so? frägt mich die
Taube Dort bei der Rosenlaube
stiller Und dreht des Halses bunten
Schiller
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Brandung

See, des Mittags warst du still; Was
nun wohl dein Branden will? Lag vom
Strahl der Mittagssonne Still gefesselt
deine Wonne, Die beim Nahen freier
Nacht Losgebunden nun erwac
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Einfaches Treiben

Sei reich und schleppe dich Mit
Allerweltsanliegen; Sei arm und dürfe
dich Nur der Natur anschmiegen; So
bürgt die Armut dir Für mehr der
Lebensfreuden, Als Reichtum
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Virtuosität

Sei Virtuos! Ein selig Los! Doc dass
ein Paganini zeige Im Lande sich zu
jeder Geige, Verlangt die Kunst des
Klanges nicht, Und zu der
Pracht Gestirnter Nacht Ge
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Die stillen Grüße

Seid auf dem Weg mir Unterhalter, Ihr
bunten Blumen, Sommerfalter, Gesellen
meiner Einsamkeit! Ihr bietet
freundlich mir die Zeit. Wie Viele
euch vorübergehn, Selbst
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Seidelbast

Seidelbast betäubt das
Haupt, Blühend, eh‘ der Wald
belaubt, Mir zum Wunder. Welche
Kraft Muss es sein, die sich
entrafft Winterlichen Bodens
Gruft, Noch im Schnee, zu Far
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Der freundliche Vogel

Seinen Sitz ein Vogel hat Dort unweit
der Ruhestatt, So ein kleiner
Menschenfreund, Der es gut mit ihnen
meint. Eine Dirn‘ hier hat vom
Feld Ihre Graslast abgestellt
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Zerstreuung

Seit Geißblatt und Jasmin Sich um die
Laube ziehn Und draußen Rosen
blühn In frischem Grasesgrün; Seit
all der würz’ge Duft Durchdrang die
Sonnenluft, Tu
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Auf dem Kirchhofe

Sie sind gestorben alle wacker, Die
hier uns nennt der Gottesacker. Da ist
zu finden Keiner mehr, Dem noch das
Sterben würde schwer. Ihr Ende haben
sie gefunden,
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Die Art der Natur

Sieh, da ein Brennnesselbusch! Wer ihn
anrührt, ach, wie husch! Fährt er mit
der Hand zurück! Nicht nur
schmeichelnd und empfindsam Ist ja die
Natur zum Glück, Die nichts
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An die politischen Dichter

Singt fort für Mündigkeit und
Ehre, Für Einheit deutscher
Nation! Und fordert auf zu gleicher
Wehre, Und Fehde jeden deutschen
Ton! Ihr habet Recht; das Wort wird
Tat,
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Der vergessene Streit

So altkatholisch klingt ihr Glocken Und
so voll Überredungskunst, Dass ich
empfinde halb erschrocken Für Eine
Kirche, neue Gunst. Ihr schallt, ihr
schallt mir nichts als Fr
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Des Wandrers Reue

So hab` ich nun mich eingesetzt In des
Eilwagens Kasten, Doch mein Gefühl
damit verletzt; Ich kann darin nicht
rasten. Der Wachtelschlag, der
Wachtelschlag In Nacht u
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Die jammernde Herde

So jammernd, Schaf- und
Lämmerherde, Blökt dein Geschrei;
trägt denn die Erde Dir Gras und
Blumen nicht in Menge? – Wie? grämt
die Tierheit dich, die enge? Scheint
dir der Hirt
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Aufblick

So jung empfind‘ ich noch Und wurde
doch ein Greis, Schon halb im
Altersjoch, So wenig reif und
weis‘! Zu jung in jenem Sinn, Wie
Erdenjugend denkt, Auf ewi
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Am Ziele

So manches Rettungsunterpfand, Der
eichne Tisch, die Bank der Wand, Der
Kerze Licht, Bei Speis‘ und
Wein, Auf freundlich wirtschaftlichem
Gesicht Der trauten Helle Wiedersch
... weiterlesen


Wasserglanz

So schön du überwölbst Den Glanz
des Baches selbst, O blütentragendes
Gebüsch, Die ganze Seele wird nur
frisch, Der Zauber wird nur voll und
ganz, Senkt sich mein Au
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Zuflucht im Kummer

Soll ich innre Trauer hegen, O so laßt
den Gram mich pflegen, Wo die Bäume
laublos ftehn Und mich rauhe Wind`
umwehn. Dann wird sanfter mir zu
Muthe, Gleich, als wen
... weiterlesen


Am Luftweg

Soll mein Blick am Himmel weilen, In
dem endlos tiefen Blau? Soll er froh
hinuntereilen Mit dem Bächlein durch
die Au? Soll er Wies` und Busch
unfangen Und der süße
... weiterlesen


Zur Beherzigung

Sollt` ich einmal verloren gehn Und
Treue wollte nach mir sehn, So lasse
sie von Stadt und Welt, Wo`s frischen
Herzen nicht gefällt! Sie dring` in
grüne Wildnis ein
... weiterlesen


Die Winterrosen

Sollt‘ ohne Rosen der Winter
sein? Die Mädchen schaun ja wie Rosen
drein. Aus Kirchenstühlen, vom Markt
empor Und Gassen blüht uns ihr
Rosenflor. Anstatt umschlingender
Knospenh
... weiterlesen


Sommersäuseln

Sommersäuseln, ach, wie bald Wirst du
Herbstgesaus‘ und kalt! Doch, für
jetzt und guter Dinge, Folg‘ ich
deinem Schmetterlinge, Der in sanfter
Luft vergisst, Wie so nah
... weiterlesen


Aprilschauer

Sonne schien so frühlingslinde, Doch,
als ob ich nichts empfinde, Ließ sie
unentzückt den Kalten. Mag denn nun
Aprilenschauer, Der dort hängt auf
schwarzer Lauer, Den Vers
... weiterlesen


Der Regenbogen

Sonnengrün blinkt das Gebüsch Und das
Turmdach rot und frisch. Strahlen
dingen, neu erweckte, Durch die blaue
Regenschwärze, Wie wenn selig Lust mit
Schmerze Oder Leid mit
... weiterlesen


Zum Schillerfeste

Sonst weiht der Alte sich
Erinnerungen, Nicht dem Geräusch
belebter Gegenwart. Erinnrung noch hat
eben mich bezwungen, Wie Schillers Tod
der Welt zum Schrecken ward. Wie war
des Jü
... weiterlesen


Sonst!

Sonst wohl in frohern Lenzestagen Euch
Vöglein selber konnt` ich sagen Vom
Sinn, der eurem Lied entquoll. Euch,
Frühlingssänger, lasst nun
fragen, Was wohl mein Lied aus
schönern
... weiterlesen


Die Sperlinge

Sperlinge, wie seid ihr
niedlich! Schaden habt ihr viel
getan, Aber hüpft so
seelenfriedlich, Gaukelt noch um Gunst
uns an, Ob nicht Mutwill, Gier und
Minne Uns durch Zierlic
... weiterlesen


Die Ufertreppe

Staffeln führen hier hinunter, Wo die
Gießerin sonst munter Aus dem See die
Kanne füllt. Doch nun auf und nieder
brüllt Hohe Brandung und es
zischt Auf und aber nu
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Der willkommene Leser

Statt Jenes, dem ein Lied ist
leer, Wird wohl ein Leser auch
gefunden, Der noch hineinempfindet
mehr, Als selbst der Dichtende
empfunden. Dem schönen Geist bin ich
verpflichtet,
... weiterlesen


Das gestörte Eden

Steinbrecher, Holzacker Entpochen euch
wacker Mit Axt und mit Schlegel Dem
Glauben, o Vögel, Als ihr im Wald Ein
Eden durchschallt! Doch ist ja euch
Lieben
... weiterlesen


Der Übergang

Steine sind im Fluss gelegt, Die als
Steg mir dienen; Ob und wie mich jeder
trägt, Prüfen meine Mienen. So
durch’s Leben meinen Gang Find‘ ich
mir bereitet;
... weiterlesen


Eintönigkeit

Stets ein lieblich Einerlei Singst du,
Vöglein, frank und frei; Tadle niemand
deine Weise, Rosen nur von seinem
Reise Kann der Rosenstock
verleihn; Ruhig lässt er Andres bl
... weiterlesen


Im Hochwald

Stets wird der Wald gedrängter, Das
Herz dadurch beengter. Verwund`rung
hat mich hingerafft All dieser hohen
Pflanzenkraft. Mach` mich zu einem
dieser Stämme, Natur, da
... weiterlesen


Der Gefällige.

Still schweift` ich im Gefild; Doch,
lästiger Gefährte, Du kamst mir auf
die Fährte, Der Jäger seinem
Wild. Was hilft die innre
Luft? Durch des Verfolgers Nähe
... weiterlesen


Gefühl des Kontrasts

Stille ruht auf deiner Flur! Wünsch`
ich Stille, o Nawr, Wenn das Herz sich
will gefallen Täglich noch im
Überwallen? Wohl empfindet sich die
Last; Alles um mic
... weiterlesen


Stille, Bach!

Stille, Bach, mit deinem Rauschen Klang
die Stimme nicht der Lieben? Und du
hinderst mich, zu lauschen. -- Ach! die
Luft hat Scherz getrieben! Rauscht, ihr
Wasser, ungestört!
... weiterlesen


Einsamkeit mit Unterschied

Stille, einsame Natur Lieb` ich in der
wilden Flur, Wenn mein Herz das
Schweigen bricht, Lebhaft mit sich
selber spricht. Hat das Herz sich
nichts zu sagen, Fühlt
... weiterlesen


Die Felsecke

Stillumwohnte Tannenwiesen Und des
Baches rauschend Fließen, Sanftes Bild
und süßer Ton, Eurem heimlischen
Beglücken Soll mich dieser Fels
entrücken. Nun. Noch eins! - ih
... weiterlesen


Vogelfreude

Stoßvögel treiben Spott und Tand An
himmelsteiler Felsenwand Dort ob dem
See mit Graus und Wind Und dieser
bläst fürwahr nicht lind. Braungelbe
Schwingen blicken her Aus d
... weiterlesen


Verkümmerung

Sturmregen warf zu Landmanns
Leid Danieder grünendes
Getreid‘. So hingedrückt von
Fürstenzorn Trägt manches Volk
verkümmert Korn; Es strotzte, wenn es
aufrecht wäre, V
... weiterlesen


Sommergefühle

Störche auf dem Kirchendach,
Tauben auf der Mühle!
Rosen, Lilien, blüht gemach!
Sommrige Gefühle,
Eilet nicht aus meinem Sinn,
Aus der Welt so schnell dahin!
Sommerfrage

Störche, glänzend schwarz` und
weiße, Schreiten durch den blauen
Tag; Zahllos, nach der Lust
Geheiße, Winken Rosen uns vom
Hag. Bilderglanz, Gesang und
Düfte Teilen sich
... weiterlesen


Sommerempfindung

Sumsen und Flimmer Füllet den
Himmel; Fliegengewimmel Tanzes im
Schimmer. Waldiges Dunkel Schwimmt in
Gefunkel. Glühendes Weben Zittert
durch’s Leben.
... weiterlesen


Mein Schiffchen

Sängerschiff, an deinen Borden Segeln
Hohe nur gesellt; Nur aus kleinem
Nachen fällt Ruderschlag mir in
Akkorden. Segler, dir auf deinem
Gleise Folgt nicht meines Sc
... weiterlesen


Sommerblumen

Tausend Blumen in dem Busen Trag ich
heimlich still, Die das Lied der holden
Musen Nich beschwatzen
will. Saatengold mit blauen
Nelken, Purpurmohn beblümt, Ble
... weiterlesen


Mitleidsliebe

Thier` und Pflanzen, arme Wesen, Denen
der Gedanke fehlt! Nur der Mensch ist
auserlesen Und durch Geisteskraft
beseelt. Wie aus eignem Glück
vertrieben, Fühl` ic
... weiterlesen


Regentagsabend

Tief durch der Tannen Sausen Des Sees
Grün und Brausen Und jenseits bei dem
Waldesschloss Des Abendstrahles
Goldgeschoss, Noch kaum so schwarz
verschleiert— Wohl mir! der R
... weiterlesen


In Ludwig Uhlands Stammbuch.

Tief in mich, du enges Leben, Hast du
meinen Sinn gepresst, Willst die Worte
frei nicht geben, Bannst im Innern sie
mir fest. Manchem kann ich mich
ergießen Ohne Sche
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Hinabschauend

Tiefer Tannenwiesengrund, Grüne fort,
so still, gesund! Dir und deinem
Silberbach Blickt mein Herz gar
heimlich nach. Wenn`s ein Waldesvogel
wär`, Schwebt` es hier nur hin u
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Im Wandern

till ist`s genug in der Natur, Von
einem Laute leine Spur! Und doch es
sollte mir zum  Frommen Ein
Wahrheitslaut entgegenkommen. Wohl
horcht der Mensch nach ihrem Ton
... weiterlesen


Bachesrauschen.

Trifft sich`s, lieblichster der
Bäche Dass ich abermals dich
spreche Hier auf grüner
Wiesenflur? Und es gilt dein liebes
Rauschen Wieder, wie mein
Redetauschen, Unsrer heili
... weiterlesen


Die stillen Fragen

Umschlossen ruht ein Rasengarten, Grün
von gesunkner Gräber Moos; Man blickt
von Zinn` und Mauerscharten In des
bebuschten Tales Schoß. Und unten
brausen Wehreswellen,
... weiterlesen


Ohrenzweifel

Umsummt hier, frag` ich lange
schon, Mich Bienenlust bei
Honigseimen? Entschallt ein leiser
Orgelton Der Kirch` in jenen
Blütenbäumen? Was auch das zarte
Brausen sei, Ein he
... weiterlesen


Der glücke Schmerz

Unsel’ger, hast du noch ein
Herz, Dein Leiden daran
auszuweinen, So wird als
Frühlingsdrang dein Schmerz, Als warme
Wolke dir erscheinen, Die niedertaut
in’s Grün der Au’n;
... weiterlesen


Am Fenster

Unter weitem Strohhutschutz Und in
leichtem Frühlingskleide Gießen meine
Jüngsten beide, Strengem Sonnenstrahl
zum Trutz, Mit den lieben, runden
Händchen Drunten ihre Blum
... weiterlesen


Die Schwalbe

Unterm Fenster liegend Träum‘ ich
mich zu Wald, Wenn
vorüberfliegend Vogeljubel
schallt. Gern wir
Menschenkinder Flögen mit
hinaus; Doch um so geschwinder
... weiterlesen


Seegrund

Unter’s Fenster schlägt der
See, Funkelt mir die Augen
weh. Strahlen tief
hinunterschwanken, Wo am Seegrund
Kräuter wanken. Doch, wie macht‘
ich staunend Halt Hi
... weiterlesen


Vergissmeinnicht

Vergissmeinnicht am Waldesdach! Ich
stehe still, ich sinne nach: Schon
brach mir ach! so manches Herz, So
manches weilt mir fernewärts. Für
welches Herz nun zu mir spricht D
... weiterlesen


Strafjustiz

Verirrung ist vom Lebensweg Beim
Menschen das Verbrechen. Zurück zum
rechten Weg und Steg Soll die Justiz
ihn sprechen. Doch, wenn sie mit dem
Richtschwert nur Den M
... weiterlesen


Naturleben

Verschlungnes Thier- und Pflanzenleben!
Es schreit der Frosch, von Schilf
umgeben; Es singt ein ganzer
Fröschechor: Ein ganzes Röhricht
wuchs empor. Ich einsam menschliche
Natu
... weiterlesen


Not der Kreatur

Verwundet kannst du nicht
entfliehn. Fühlhörner, Augen,
lebenskräftig, Die vordern Füße noch
geschäftig, Kannst du dich nicht der
Not entziehn. Nimm, armer Käfer,
nimm
... weiterlesen


Angelegenheit

Verzeichung, wenn du mich,
Verklärte, Unedlen Herzen jemals
sandst, Ich je den Schatz von Glück
nicht ehrte, Mit dem du mir von hinnen
schwandst! – Es wäre deiner Ruh‘
... weiterlesen


Spät im Walde

Vom Abend schattiger getuscht, Vom
Stoß der Lüfte schnell
durchbuscht, Freund Wald, in all mein
Herzvertraun Mengst du denn wirklich
leises Graun? -- So führt die
Freundschaft zur
... weiterlesen


Das schönste Bild

Vom See in’s nussumlaubte
Stübchen, O Wirtin mit dem holden
Bübchen, Folg‘ ich und sehe,
freudewarm, Mich wärmer noch am
schönsten Bilde, Das die Natur
verleiht, die milde,
... weiterlesen


Ergebnis

Von den Herzen euch gerissen, Menschen,
seht ihr wieder Einen! Wieder einen
Treuen missen Sollt ihr, die sein Grab
umweinen! Immer neuer Tode
Schmerzen Fordern endlich
... weiterlesen


Grußeswirkung

Von fernem Peitschenklange schallt Der
einsam lang durchschrittne Wald. In
Hoffnung nahender Gesichter Wird
schnell der Mut des Wandrers
lichter Und allen Wegesüberdruss Bezw
... weiterlesen


Die kleine Schafherde

Von Schäflein eine kleine Zahl Kam mir
vorbei am Eichenanger; Sie standen
stille allzumal, Als läg‘ ich für
sie hier am Pranger. Wie sich der
Fremdling her verlorn
... weiterlesen


Hilfeleistung

Von Waldgras einen schweren
Bund Hatt’ ich ihr aufgelüpft; Sie
dankte mir mit Aug‘ und Mund Und ist
dem Wald entschlüpft. Ihr Haupt
belud ich düsteschwer, Sie m
... weiterlesen


Buchan,

vordem am Federsee Nach allen Seiten
eine Stunde War ausgespannt hier in die
Runde Ein stiller See vor dieser
Zeit. Sanft hat es einst auch mich
erfreut, Wie S
... weiterlesen


Vorüber

Vorüber, Donner, Sturm und Blitz! Es
sonnt am Himmel wieder Friede! Der
Vogel aus umgrüntem Sitz Verkündigt
ihn in frohem Liede, Uns freut nun
nicht Düftenaschung In abgek
... weiterlesen


Die Wintergäste

Vögelchen, ihr bettelt sittig Vor den
schneeumhäuften Scheiben: Da, da habt
ihr! Doch nun bitt` ich, Überlasst
mich meinem Treiben! Tragt mir die
Gedankenreihen, Kaum in Wi
... weiterlesen


Die holde Last

Vögelein, nicht Baum und Wald
Suchst du dir zum Aufenthalt.
Blumenstengel geben Rast
Deinen zarten Füßen;
Eine gern getragne Last
Wiegen dich die süßen.
Anhänglichkeit

Vöglein, wenn ich Flügel
hätte, Blieb ich dann an dieser
Stätte? Heimlich ist sie mir und
treu, Aber nie dem Auge
neu. Vöglein, ob ich Flügel
hätte, Hing‘ ich
... weiterlesen


Nichts als Schönheit

Wahr ist`s, daß ein blauer Tag
Allzuschön mir dünken mag, Um ihm
Ausdruck zu verleih; Schweigend muß
ich Dank ihm weihn. Doch nun Wind und
Regenfall Auf des Wa
... weiterlesen


Waldland

Wald um das ganze Tal herum, An Halden
und auf Gipfeln Anhaltenderes
Wäldertum, Nicht Haine nur im
Schnipfeln – Wie zeigt hier,
waldbeglückt, mein Mut Die Abkunst aus
germ
... weiterlesen


Wald und Amsel

Waldamsel, deut‘ es mir doch an, Wo
kommt es her, Dass mich der grüne Wald
so sehr Bezaubern kann? Wie klingt
die Antwort voll und rund! Ich weiß es
schon,
... weiterlesen


Ernst der Natur

Waldbäume starren, ein ernstes
Geschlecht, Die Luft darüber ist
finster und grau. Gern wüsst‘ ich,
wem ich mich anvertrau‘, Was ist es,
das den Mut mir schwächt? Natur, für
... weiterlesen


Das feste Herz

Waldeinsam bin ich; einsam war Auch der
einst, welcher scharf und klar Den
Namen seines Mädchens mitten In’s
Glatt der Buche eingeschnitten. Mein
Herz ist ruhig; war auch
... weiterlesen


Waldeinsamkeit

Waldeinsamkeit, Ich bin bereit, Bei
deinem wilden Vogelrufe Hinabzusteigen
eine Stufe In’s Leben grünender
Natur. Lass mich’s mitleben heute
nur Recht unzerstreut,
... weiterlesen


Frucht und Blume

Waldesblumen sah ich stehn, Herrlich,
labend zum Ergreifen; Doch ihr Leben
sollt‘ erst reifen Und nicht
unverhüllt vergehn. Farbe strahlen,
Düfte streun Will die B
... weiterlesen


Das Nachttal

Waldeskuppen, schwarz und
rund, Schließen einen engen Bund Um
des tiefen Tales Lichter, Die dort
einzeln und hier dichter Aus des
Städtchens dunkler Nacht, Eifernd mit
der S
... weiterlesen


Wahrnehmung

Waldgräser schmiegen sich dem Wind Gar
leis‘ und lind; Das Waldlaubmit
erhobnem Rauschen Gibt mehr zu
lauschen. Im brausenden
Entgegenstreben, Im Gräserbeben,
... weiterlesen


Auf dem Waldgebirge

Waldhöhen auf und Gipfel an! Nicht
lichtet sich ein Blick: Lacht Sonne
doch die Landschaft an, Als wie mit
goldnem Glück. Doch glänzt, ihr
Städt` und Dörfer, nur
... weiterlesen


Das besonnte Kloster

Waldkloster in des Tales Mitte, Kaum
tat ich steigend noch drei Schritte, So
glänzt von dir nur noch ein
Rest Hellsonnig durch das
Waldgeäst. Nun hast du für mich
ausgestrahlt,
... weiterlesen


Die rechte Mitte

Waldung rechts und Wald zur Linken.
Wälder gradaus, die mir winken! Von
des Waldes Da und Dort Spricht
zugleich des Kuckucks Wort. Wo ist da
die rechte Mitte, Daß sie su
... weiterlesen


Die beneidete Arbeit

Waldwiesentau in leichten
Schobern Liegt dort am Waldtrauf
hin; Der Mähder, mehr noch zu
erobern, Greift an mit frischem
Sinn. Froh muss sein Herz dem Wackern
klopfen,
... weiterlesen


Aufruf.

Wanderer! Im Tal voll Blüte Stehst du
still mit reger Liebe. Ist denn nichts,
das zum Gemüte Des Begegnenden dich
triebe? Lichte Landschaft muss dir
taugen, Deine Fr
... weiterlesen


Die flinke Dirne

Wann bei der Heumad Sonnenbrand Der
flinken Dirne milde Hand Das Blumengras
zerstreuet, Das man zuvor geheuet, So
freut die sanfte Hand mich
doch Für’s Gras in seinem Sterb
... weiterlesen


Überwältigung

Wann einst ich auferstehen werde Und
mir das Leben dieser Erde Nach all den
Rätseln auf sich klärt, Wird mich die
Lösung froh umbrausen, Wie hier des
Sturmes hehres Sausen,
... weiterlesen


In einer Mondnacht.

Wann hoch aus mildern Bläuen Das volle
Mondlicht winkt, Im Tal, um
Bergesreihen Ein goldnes Meer
erblinkt; Wann über mir die
Sterne Gedämpften Strahles ziehn,
... weiterlesen


Das fliegende Licht

Was fliegst du, jagender
Sonnenschein, Dort tief in das
grünende Land hinein? Schwarz ist ja
der Himmel, die Erde, der Sinn; Du
seliger Lichtblick, was willst du
darin? Du hast wohl
... weiterlesen


Dankessehnsucht

Was fühlt mein Herz? – es fühlt nur
Dank Für Gaben und Geschicke. Ein
Herz ist oft von Liebe krank, Lechzt
nach geliebtem Blicke; O quälte mich
die Dankbarkeit,
... weiterlesen


Der Urwald

Was für ein Anblick mir sich bot Im
Urwald hier! Die Tannen tot, Das
starke, riesige Geschlecht Erstickt von
wildem Moosgeflecht Und selbst die
Moose meist erstorben, Die die
... weiterlesen


Das Petrefakt

Was gelebt hat, einst verwest, Wenn es
nicht, wie durch Erhaschung Fremder
Stoff durch Überraschung Und
Verhüllung zaubert fest. Leben
einst, nun Petrefakt, Wie, von
... weiterlesen


Die freie Flur

Was hat mein Herz mit ihr gemein, Dass
es in freier Flur will sein Und dass es
gar so viel entbehrt, Wenn es nicht
still mit ihr verkehrt? – Wenn hier
nicht, trifft es anderswo
... weiterlesen


In später Lebenszeit

Was ist das Gute, das ich lebte? Und
wo das Ganze, fest Erstrebte? Muß
nicht die Frage mich erschrecken, Wenn
ich nur Stückwerk kann
entdecken? Nur dies kann mich das Le
... weiterlesen


Die sichere Antwort

Was ist die Welt? wie ward die
Welt? Ist Einer Gott im
Himmelszelt? Ist Gott das All? Gott
überall? — Ward Antwort uns im
Schooß der Zeit? Gibt Ruhe die
Unendlichkeit? —
... weiterlesen


Allgemeiner Eindruck

Was Jeder denkt an diesem Tag, Gewiß,
es ist von Einem Schlag: Durch
Himmelblau und Wiesenmaden Zieht sich
zu dieser Jahresfrist Alleinzig der
Gedankenfaden, Wie jetzt d
... weiterlesen


Selbstermahnung

Was kann manch abgeschlossnes Ich Vor
Gott am Ende gelten? Mit welchem Rechte
sieht es sich Ein Mitglied hehrer
Welten? -- Die Frag` ist gut; doch
frag` auch dich, Eh` du will
... weiterlesen


Herzendwidmung

Was nimmt mir so den stillen Sinn
Von einem Tag zum andern hin?
Ein Liederdienst, wie Minnesang!
Doch geht kein Hang
Und Minnen nur
Auf dich, Natur!
Abgeschiedenheit

Was seh` ich, ob dem Felsengrund, Gibt
dort sich eine Wohnung kund! -- Wer
mochte so in Einsamkeiten Der Wildnis
sich ein Dach bereiten? Gefiel dem
finstern Menschenhass So wa
... weiterlesen


Unter einer alten Linde

Was seufzt die Dryas dieser Linde Zum
Glockenklang im Frühlingswinde? Sie
sinnt zurück. Einst hat zu deuten Sie
nicht gewusst das erste Läuten. Da
hing man an, trotz ihres
... weiterlesen


Der Zusammenlaut

Was Stimme hat, das stimmt sie an An
diesem Frühlingstag. Die Lerche singt
sich himmelan Aus frohem
Wachtelschlag. Und Nachts! Wie kurze
Zeit nur schläft Der Kuckuck
... weiterlesen


Das Schneckenhaus

Was stößt dein Fuß hier vor sich
hin? Was schätzet so gering dein Sinn?
– Ein leeres Schneckenhaus im
Gras! Und doch – ein Lusthaus war
auch das, Als es noch wandelt‘ in de
... weiterlesen


Kurzweil oder Langeweile?

Was verleiht ihr mir zum
Lohne, Kurzweil oder Langeweile, Wenn
ich waldbeschattet teile Eure Freuden,
Papillone, Wie im
Wiesensonnenscheine Ihr euch jaget,
große, kleine?
... weiterlesen


Der Raben Wehgeschrei

Was weckt den Wehschrei? was
verdross Euch Raben? hab‘ ich es
gefunden? Gefällt, ein wahrer
Waldkoloss, Liegt hier ein Eichbaum,
abgeschunden, Sein Riesenastwerk ohne
Rinde,
... weiterlesen


Bei regnerischem Wetter

Weichen Regens Wollen betten Sich um
des Gebirges Ketten Und der See ist
matt gestreift, Den mein Auge lang
durchschweift. Bis vermehrte, größre
Tropfen Zu gebieterisch
... weiterlesen


Weide

Weiden lasst mich! weiden
heißt: Stille, dem entbundnen
Geist Sich dem freien Lüsteleben Und
der Blumenwelt ergeben. Wenn ein Wild
wir weiden sehn, Bleiben wir belau
... weiterlesen


Vergessene Schönheit

Weihrauch mir entgegenführen Hehrer
Kirche offne Türen Und der Orgelpsalm
erschallt. mit der süßesten
Gewalt, Mit der Kindheit
Glaubenssonne, Fasst mich, wärmt mi
... weiterlesen


Siegeshoffnung

Weih’n Deutschlands Kirchenglocken
alle In Einer Stund‘, in Einem
Schalle Bald nun die deutsche Freiheit
ein Und wird das Volk durchdrungen
sein Vom Vollgefühl befreiter Kraft,
... weiterlesen


Der weinerliche Tag

Weinerlich aus Lämmermund, Regenlustig
gibt sich kund Heut` der Frühling.
Lass ihn weinen! Veilchen blühn an
allen Rainen Könnt` ich unter ihren
Düften Auch des Herzens S
... weiterlesen


Kindesleid

Weinst Du? – Weine, kleines Kind, In
den Lenz hinaus geschwind! Schöne
Kunst, sich auszuweinen, Herz und Augen
neu zu klären Für der Sonne süßes
Scheinen! Ach! du wirst
... weiterlesen


Stilles Grauen

Weit nieder steigt das Hüttendach. Wie
blinkt die Ampel drin so schwach! Und
was erhellt ihr matter
Schimmer? Nenn‘ ich es noch mit Fug
ein Zimmer? In dieser Höhle trübe
... weiterlesen


Vorempfindung

Weißgedeckte Güterwagen Seh` ich
fern durch. Bäume ragen;
Fuhrnannsblusen, Hund und Pferde
Heben ab sich von der Erde Und der
Anblick freut mein Herz. Nicht erwäg`
ich
... weiterlesen


Der Sommerwanderer

Weiß‘ und rote kleine Winden, Die
gedrängt am Rand sich finden Meiner
sonnenheißen Bahn, Lächeln, wie
verwandt, mich an, Dass ich mich, wie
einst, noch immer, Umtreib‘
... weiterlesen


Schmetterlingsweihe

Welch bunte Falterweide, Auf dieses
Gipfels Heide. Gilt etwa ihr Bemühn
Bergblümchen, die hier
blühn? Nicht Blümchen gilt ihr
Schweben Und keinem Ruheleben.
... weiterlesen


Schwüle

Welch ein Gewölke von Staub Seh‘
ich, beschattet von Laub, Drüben die
Straße umruhn! Traben die Pferde
vorbei, Decket doch Schlummer, wie
Blei, Kutscher und Reisende nun.
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Der schöne Tag

Welch ein Menschenfreund, o
Tag! Erzeigst du dich voll Huld! Wenn
heute noch wer trauern mag, Es ist
nicht deine Schuld. Am Himmel
ungetrübtes Blau, Auf Erden Blumens
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Im Gebüsche

Welch ein reizend Buchgehege, Lacht
uns, Liebste, hier am Wege, Wo wir ganz
uns nach Verlangen Liebreich sehen
eingefangen! ja, hier winkt uns Kusses
Glück. Wie? nich hielten
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Frühlingszweifel.

Welch ein selig Schimmern, Tönen, Die
uns wald und Flur verschönen In des
Frühlings lindem Strahl? Darf dich
hier ein Gram beschleichen? Findest du
auch nur ein Zeichen Irg
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Auf einer Ruheband

Welch ein süßer Stundenraub!
Schatten spielen mir von Laub,
Windgefächelt, auf der Bank. Wie
mein Herz hier Ruhe trank Bei dem
Spiel von Frühlingswinden Mit des
Schat
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Auf Hoheneuffen

Welch erhabne Mauerzinnen! Und auf
welchem festen Grund! Doch von außen
und von innen Alles in Zerfall und
wund! Dach und Fach in Schutt
zerschlagen, Keller aufge
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Jugendlust

Welch nächtlich Singen dort am
Fluss! Bei aller Rosen Dufterguss, In
nassem Blau und Mondenschimmer Labt mit
den Freunden sich ein Schwimmer. Dem
Jüngling wird es freudeban
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Das unbewohnte Schloss

Welch stolzer, mächtiger Koloss! Wer
zählt die Fenster hier im
Schloss! Sind sie des Nachts erleuchtet
wohl? – Sie bleiben finster, öd und
hohl! – Wenn Armut solche Schlösser
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Auf Waldeshöhen

Welch wilde, menschenferne
Schlucht! Ein Bach kommt her auf seiner
Flicht Und dienet murmelnd mir als
Leiter; Auf nassen Steinen klimm` ich
weiter. Wohl mir nun oben! Lieber
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Landesfülle

Welche Füll‘ an’s Herz mir
legen Weingebirge, halb verhüllt Von
des Nebels feuchtem Segen, Und das Tal,
getreiderfüllt! Dank den Bergen und
den Bäumen Unser He
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Weg der Gedanken

Welches Regen, welches Streben Treibt
sein unermüdet Spiel! Wind und Schiff
und Vogel schweben Und der Wandrer eilt
zum Ziel. Um beglückte, sichre
Reise Fleht man sc
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Volksbildung

Welch‘ schöner Schloss- und
Kirchenbau Im Stil erneuter Kunst! o
schau! Doch Genien und Karyatiden Ward
hier ein herbes Los
beschieden: Zerschlagen Hände,
Brüst‘ und Rasen!
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Die Kinder des Lichts

Wenn alle Blumen aufgericht`, Mit
unverwandtem Angesicht, Die roten,
gelben, blauen, In`s Lich der Sonne
schauen, So gönne Kindern reinen
Lichts Ihr Glück und fühle: dir ge
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Dank der Mutter Natur

Wenn auch zum Ohr kein Lüftchen trug
Ein Wort, Natur, aus deinem Mund:
Doch ist dein stiller Sinn genug Und
thut als Frage mir sich kund. Du,
gute Mutter, mein` ich, frag
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Frühling und Kindheit

Wenn Blüten jung dem Busch
entschlpfen Und Lämmer um die Mütter
hüpfen, Der Gänschen gelbes
Flaumenkleid Noch zum Gefieder nicht
gedeiht; Wenn Veilchendüft‘ in
Kinder
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Der feste Bund

Wenn Brust der Brust sich bot In einer
innern Not, Wenn Tränen tief von
innen Von Männeraugen rinnen, Wenn
sich die Freunde so vereint, Dann ist
die Freundschaft festgeweint
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Waldrufe

Wenn der Kuckuck nicht riefe Und die
Amsel dazu, So glaub‘ ich, es
schliefe Manch Blümchen in
Ruh. Weil der Kuckuck euch
wecket Und die Amsel euch ruft, Maig
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Der wahre Mai

Wenn die Springen welken, So kommen
duft`ge Nellen Und Rosen süß
herangeblüht. Doch schon zerstreut ist
mein Gemüth: Denn der voll blaum
Holders hing, Der rechte Mai, ach!
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Hinausgerissen

Wenn du, von der Sonn` erweckt, Wie
ein Pfeil die Luft durchpfeifst Und, o
schwebendes Insekt, Derb wir an die
Schläfe streifst, Stößt ein Heimweh
mich auch weit In de
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Der große Trost

Wenn etwa unsern innern Sinn Getanes
Unrecht still beschwert, Liegt nicht
ein weiter Trost darin, Dass unser
Treiben doch nicht mehrt, Nicht mindert
Gottes Herrlichkeit, Dass
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Ins Ferne?

Wenn hier dich im walde Und drüben im
Garten An dörflicher Halde Maiblumen
erwarten, Syringen und Sterne, Was
treibst du in’s Ferne? O schlürf‘
erst die Düfte
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Entsagung

Wenn ich der Blüten Füll erschau; Der
Lichtgewölke stolzen Bau, Des Stromes
silberblaue Wellen Und sanfter Wiesen
Wonnestellen Nebst all der Wälder
grünem Prangen, So fas
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Unmöglichkeit

Wenn ich dich wusste ausgegangen Zur
Kirch‘, in einen Frauenkranz, So war
mein Herz voll von Verlangen, Ich
fühlte mich verlassen ganz, Mich und
die lieben Kinder alle.
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Einseitige Liebe

Wenn ich liebend mich versenke In das
weite Schöpfungsall, Forschend, ob
einst meiner denke Jener ferne
Glockenschall, Den ich so voll Andacht
hörte, Und die bunte Blumenau,
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Froher Klang

Wenn ich so den Wald
durchklimme, Dringt mir mehr, als
Vogelsänge Oder andre
Frühlingsklänge, Eine helle
Menschenstimme, Die vom fremden
Dämmergeist Der Natur empor mich r
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Wiedersehn

Wenn ich zur bessern Welt gelangte, Die
mir von tausend Wundern prangte,
— Ich wanderte durch sie von Ort zu
Ort, Doch nirgend, nirgend, Liebste,
fand` ich dort Den holden Anblick
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Der Vielgegrüßte

Wenn ich, ein alter Wandrer, walle, So
grüßen mich so freundlich alle! Woher
wohl diese Sympathie Der guten Leute?
Denken sie: Der kennt wohl auch des
Lebens Noch; Der hat n
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Gunst der Zukunft

Wenn mein Herz hat
ausgeschlagen, Sollen zu verwandten
Seelen Winde meine Lieder
tragen. Nimmer soll sich`s dann
verhehlen, Ob sich milder
Freundessinn Zu dem Toten wendet hin
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Der Veränderte

Wenn mich die Waldung rings
umfängt, Um die das braune Herbstlaub
hängt, Ach, ist es da noch jenes
Wandern Bei Amsellied und
Kuckuckswort? Bin ich’s noch selbst?
wie einen Andern
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Gewissheit

Wenn schweigend ich an deiner Seite, O
Freund, durch diesen Frühling
schreite, So wissen`s beide, du, wie
er: Mein Herz ist doch nicht
wonneleer. In Lenz und Freundschaft
tief gebor
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Abspannung

Wenn schwer auf mir das Leben liegt,
In Hoffnungen mich nichts mehr wiegt,
Da klingt mir auch die Antwort hohl,
Die sonst Natur mir gönnte wohl; Es
ist nicht mehr der Lüfte Weh
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Ein Lied des Dankes

Wenn tief ich in die Uhlands-Fichte Den
Sinn vom Boden aufwärts richte, Preis`
ich den Wuchs, den reinen, kühnen, Das
Rauschen, Düften, Immergrünen? Und
wälzt dort Lenau
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Frühlingsbürde

Wer denkt des Winters nicht: Im
Frühling wird dir`s leicht? Doch wo
ist ein Gewicht, Das dem der Wonne
gleicht? Macht mir der Lenz nicht
bang, Mit seinem Freudendrang?
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Maienheimat

Wer eine liebe Heimat hat, Dem ist das
Heimgehn wert; Doch jetzt, des Feldes
nimmersatt, Fühl‘ ich mich ganz
verkehrt. Mein Sinn im Maie bleibt
dabei, Dass meine Heimat dra
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Bitte an die Wolken

Werdet nicht zu Wolken, Wölkchen! Denn
für heute zieht ein Völkchen Froher
Leut‘ in Berg und Tal, Die ein Dach
verschmähn zu suchen, Aber unterm
Grün der Buchen Gerne s
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Auf eine Aprilwanderung

Wetteifer ist nun rings im Feld. Kaum
geht das Landvolk mehr nach Haus, Eh`
dort es jeden Fleck bestellt, Und
grünes Wachsthum dringt heraus Schon
neben all den fleiß`gen Händen.
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Die verschiedenen Lichter

Wie allerliebst das kleine Licht Aus
Rebenranken strahlt! Wie klar der Mond
durch Bäume bricht, Die Hütte
blaulich malt! Du Mondenglanz, du
Menschenlicht In rötlich
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Veränderter Anblick

Wie bewegten Qualm Zeigt mir Busch und
Halm! Wilder Windhauch überfährt
Alles, was dem Sommer werth. Wie,
du lichtes Sommerthal, Fällst du
anders auf einmal,
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Reiselust.

Wie blaulich, wie wonnig Erquickend und
sonnig Lacht Himmel und Land! Wie
hält das Entfalten Soe neuer
Gestalten Die Seele gespannt! O
Heimat, verzeihe,
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Auf der Felshöhe

Wie blickt der Fluss so strahlend Aus
Berg und Wald herauf! Wie gerne zeigt`
ich malend Dir seinen
Schlangenlauf! Doch die
Gedankenmenge, Gedacht ob diesem Grund,
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Am grünen Ufer

Wie breite Kräuterblätter!
Wie zartes Weidenlaub!
O Fluss! o Frühlingswetter!
O süßer Stundenraub!
Natur, ist stiller Liebeshang
Für deine Bilder Müßiggang?
Aufspielung

Wie bunt gepresster Zitz
Scheint mancher Liederwitz,
Zerrbilder, Modelblüten,
Schon recht für’s Ladenhüten,
Auch nicht vergleichbar nur
Mit Blumen der Natur.
Sonnenglanz

Wie das Bächlein die Steine
durchrauschet! Oft schon hab‘ ich den
Platz hier getauschet, Immer vertreibst
du mich Sonne, Herrin der
Wonne! Jagst den Schatten hinweg aus
de
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Die Nonne – II.

Wie diese Hallen mir und Mauern Bei
jedem Schritt entgegenschauern! Fort
rauscht der Klosterbrunn in’s
Becken, Um endlos meine Qual zu
wecken. Wie ich den Tod dem Röschen
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In den Wiesen

Wie dort im Gras sich Kinder
mühen, Beschwert von Blumenbüscheln
glühen! Ach! Kinder seh` ich immer
gerne, Zumal so warm
hervorgehoben, Wie hier, von einer
lichten Ferne Un
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Herbeilassung

Wie du liefst, bis du mich
Alten Schnellen Schrittes holtest
ein! Lieber Landmann, unterhalten Vom
Erreichten willst du sein Und da
folgt nun Frag‘ auf Frage Um’s
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Verirrung

Wie feucht ward’s schon im
Abendwald, Wie düster! Kein Gesang
erschallt; Nur wild noch eine Taube
girrt: O Wanderer, du bist
verirrt! Auch staunt die Birke weiß
dort drin
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An die Luft

Wie find‘ ich dich so hold bedacht, O
blaue Lenzluft, abzuschütteln Durch
sanftes Laub- und Ästerütteln Die
Tropfen einer Regennacht! O rüttle
goldne Luft nicht nur An d
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Heimatgefühl

Wie flattert purpurnes Gefieder, Wie
gleitet hin der Schlane Pracht! Wie
jagt sich schäckernd auf und
nieder Das Affenvolk in
Waldesnacht! Wie in der Palmen
stolzes Prangen
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Auf dem Gebirge.

Wie frei ist`s mir um Herz und Kopf In
dieser hohen Himmelsnähe, Wo kaum ein
niedrer Tannenschopf In`s Öde vorragt,
das ich sehe, Mich Quellen, leise
murmelnd, laben Und Her
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Das Entgegengehen

Wie freut uns das Entgegengehn Beim
Selbergehn und Kommensehn! Begegnung
durch des Zufalls Spiel Ist oft uns
lieber, als das Ziel. Doch seine
Lieben sich bestellen Auf
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Bei Sonnenuntergang

Wie goldne Wärme liegt im Feld, Das
lichter Abendstrahl erhellt: Wie fasst
mich im Gebüsche kühl Hier noch ein
süßes Wohlgefühl! Schön Dank das
ganze Land noch sagt Dem
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Feldschrecken

Wie Has‘ und Lerche sich
erschreckten, Zu Flug und Seitensprung
sich weckten, Dies hab‘ ich heut‘
mit angesehn Und musst‘ in
Ährengrün und Hecken Ob diesem
panischen Erschr
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Ergebniß

Wie ich nun auch verflochten bin Nach
meinem ganzen Wesen Zu Gut und Schlimm:
ich nehm` es hin Mit Dank und bin
erlesen, Viel doch zu fühlen in der
Welt, Was Manchem sie verb
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Sommerglanz

Wie ist die Sommerflut so ganz Getaucht
in reinen Sonnenglanz! Der Mücke Kopf
ist augenvoll, Dass jedes Strahlen
sammeln soll. Für mich im Einem
Augenpaar Ist fast die Welt
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Unter Fremden

Wie ist mir das Wort gehemmt, Sind die
Menschen mir so fremd! Andre Sprache
fernt mich ihnen, Doch der Blumenbach,
die Bienen Und die trauten Vögel
fragen: Alter Freund, was
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Kein Ausweg

Wie kommt es, daß wir unsre Klagen So
gern in Waldesdickicht tragen? Den
Ausweg scheint`s für Gram und
Leiden Im Waldgewirr uns
abzuschneiden. Kein Ausweg! dies
gefällt der Klage,
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Der Häher

Wie kreischt der Häher! Nicht
allzuschön! Doch tret` ich
näher: Hat das Getön` Mich nicht
geweckt zur süßen Schau Vom
wunderschönsten Flügelblau? Das Ohr
lässt
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Mitgefühl

Wie liegt der prächt`ge Eichbaum hier.
Vom Beile jüngst geschlagen! Wie
gern er lebte, konnt` er dir, Stumm,
wie er war, nicht sagen. Ich nur muß
überall den Pfad,
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Vergessensein

Wie mancher Geber starb, Eh` man ihn
dankbar pries; Nicht immer Dank
erwarb, Was Andern er erwies. Es
that ihm freilich leid; Vergefsensein
macht arm. Doch legt
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Wild und mild

Wie mild und wild! die Apfelbäume Des
Dorfs bei düstrem Fels und
Wald! Raubvögelschrei die blauen
Räume Mit frohem Lerchensang
durchschallt. Am Wasserfall, der
tosend rau
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Waldwohlgeruch

Wie Patscholi riecht`s hier im Wald,
Ein Duft von schmeichelnder Gewalt,
Der sonst von einem Putztisch kommt
Und holdem Damenschmucke frommt,
Hier aber, wenn ich recht versteh`,
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Wiederglanz

Wie ruh‘ ich still im Tannenhain! Die
Sonne sucht sich Wiederschein, Wo
niemand es wohl meint. Ha, wie sie
funkelnd scheint Hoch an dem grünen
Zapfen dort, Der still herabh
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Das Hüttenpförtlein

Wie schlingen zierlicher Gestalt Um’s
Dörflein einen Kranz von Wald Die
heimatlichen Zwetschgenbäume, Wohin
ich mich so gerne träume! Welschlands
Olivenhaine selber Sind
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Die Abendglocken

Wie schwammen die Augen in frischem
Glück Und hallt` es dem Ohre so
friedlich zurück! Die Abendglocken
erhoben ihr Lied, Das der Himmel mir so
zu verstehen beschied: Wohl b
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Weg und Ziel

Wie schönes Los mir heute fiel! Indes
die Lerch‘ am Himmel hängt Und
Hasen, von mir aufgesprengt, Das weite
Saatgefild durchjagen, Darf ich zum
Freund auf’s Land mich tragen,
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Wald und Wiese

Wie sind wir beide, Wald und Wiese, Zu
so vertrautem Grün gesellt! Wie froh
ich schattig sie umschließe, Wie
leicht und sanft ihr Plan sich
schwellt! Ach! so in unserm Eins
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Die kurze Gunst

Wie steht der Dichter so allein Mit
seiner Lieblingskunst! `Laß deiner
Lieder wenig seyn!` So räth ihm selbst
die Gunst. Statt daß er jedes sieht
begrüßt Mit t
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Das stille Plätzchen

Wie still ist’s hier! ach ich
erschrecke, Wenn ich nur denke, dass
ein Schall Mich aus dem Schweigen
ringsum wecke. Und wär‘ es eines
Blättchens Fall, Es könnte irren hier
der
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Bei unruhigem See

Wie stürmt der See! Die Wäscherin
Schafft im Geschäume mitteninn,
Das, wie es ankämpft, wie es spritzt,
Dem hübschen Weibchen gerne
nützt. Der Schaum nimmt sie wie l
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Waldheimlichkeit

Wie stöhnt die Nachtigall im
Dunkeln, Wie äugelt das
Vergissmeinnicht! Und wie zum Tag
hervor mit Funkeln Die bunte
Falterherde bricht! O Wald, in deinen
Buschverstecken
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Das Insekt

Wie viel, wie mehr ich doch
umfasse! Dein Dasein treibt auf kurzer
Straße. Ich seh‘, Insekt, dich
blindlings ziehn. Kurzsichtiges, wo
strebst du hin? „In’s All zurück
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Apathie

Wie wird der Gang durch’s Leben Uns
manchmal doch so schwer! Doch, kann das
Herz noch streben, So klag‘ es nicht
zu sehr! Wenn aber Wunsch und
Streben Zuletzt auch
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Das Blumenbrett

Wie wohl dir deine Luft
gerät, Levkojen, Nelken auf dem
Brett, Selbst balsamlose
Balsaminen Durch Farbenherrlichkeit dir
dienen. O Landmann, sieh hier einen
Mann, Den
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Schwermut

Wie zieht der Regen grau dahin In des
Gebirgs Grund! Wie starrt mich an ein
fremder Sinn Aus aller Klüfte
Schlund! Ausweinet euch, ihr Wolken,
dort In Kluft und Felse
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An den Kuckuck

Wieder ohne Rast und Ruh` Rufst du
drüben dein Kuku! Wie so kräftig
ziehest du Mich hinaus mit diesen
Klängen, Die zum grünen Wald mich
drängen! Welchen Sinn ich
... weiterlesen


Das Himmelsmeer

Wieder schwand die Zeit mir ganz! Kommt
durch grüner Wipfel Sprossen Ewigkeit
mir zugeflossen Dort als blauer
Himmelsglanz? -- Ach! nur stets des
Durstes mehr Fühl`
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Schwankendes Sehnen

Wiesen hab` ich, Berg und Wald, Wasser,
Reben, Ackerfiur, Alles reich an
Wohlgestalt: Doch es ist die Heimath
nur Und mein Herz ist nur auf
Reisen, Um dann jene, deren Bild
... weiterlesen


Das laute Gemälde

Wiesen in des Morgens Weihe, Wald
gelehnt an ihren Plan, Weiße Dörfer
nach der Reihe Grüßen frischbetagt
mich an. Zum Gemälde wird mir
Alles, Hingezaubert vor das
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Windestosen

Wind, dein Zausen,
Wald, dein Saufen
Stellst du heut‘ einmal nicht ein.
Nun, so zauset,
Saust und brauset,
Gute Laune singt darein!
Windeswehen

Wind, woher auf deiner Reise? Kostest
du des Mädchens Wange? Machte dem
beklemmten Greise Dein zu frisches
Grüßen bange? Hast du Botschaft
treuer Worte Von der Sehn
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Winterrührung

Winterrührung Auf die weisbeeisten
Bäume Trifft durch blaue
Himmelsräume Goldner
Sonntagssonnenstrahl, Betgeläute
füllt das Tal. Wirke, holde
Gottessonne!
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Die Unterhaltung

Wir waren voll von Anekdoten, Die
Unterhaltung stockte nicht. Und doch
— sie zählte zu den todten. Wer
nicht aus eigner Seele spricht. Der
unterhält uns nur mit Schatten,
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Männliche Gesinnung

Wirf dein Leben in den Wind, Wenn dein
Grundsatz dann gewinnt! Statt den
Grundsatz aufzugeben, Gib noch eher auf
dein Leben! Dir am Grabe sagt man
dann, Und nur dann: hier lie
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In den Wind hinaus

Wo beginnst, wo hörst du auf, Wind,
in deinem schnellen Lauf? Ohne Ziel
und Ursprungsstätte, Bist du nur ein
Glied der Ketten Die sich schon seit
ew`ger Zeit Streckt du
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In der Ferne

Wo blieb der Lüfte klares Blau? Nur
grau in Grau Und braun in Braun Lässt
Land und Himmel sich erschaun. Wo
blieb der rosenhelle Mut, Womit ich
Hut Und Stock
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Dank dem Kuckuck

Wo doch, Kuckuck, wo im Forst Magst du
seßhaft seyn? Nach dem waldgeheimsten
Horst Spornst du mich hinein! Hier
aus jenem Schopf nun dort Ruft dein
Muthwill` mir
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Waldnachbarschaft

Wo Hahn und Amsel früh sich
wecken Und, springend aus der Schule
Hast, Die Knaben laut den Kuckuck
necken, Der ihre Lernbegier
entrafft, Da hab‘ ich gerne mein
Quartier In
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Trost eines Freundes der Natur und der alten Zeit

Wo jetzt die letzten Segel
schwellen, Teilt bald der Dampfer nur
die Wellen. Auf vielbereisten
Alpenstegen Herrscht künftig nur
verlassnes Schweigen. Ein Trost nur!
Daran kn
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Schläfrigkeit

Woher auf meine Rast Sich senkt so
schnelle Last? Das Gras durchschweigen
Falter, Durchsumset
Bienenpsalter. Die Lust ist licht; es
streicht Der Hauch des Windes leich
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Waldeseindruck

Wohl bleibt der edle Wald mir fremd:
Mein Alltagsleben wird gehemmt,
Sobald ich ihn betrete nur. Ich bin
da ganz auf andrer Spur. Wenn Gott
durch Menschen schaffen will I
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Bei blauer Luft

Wohl gerne hinunter Lustwandl` ich, wo
bunter Die Wiese schon mait Und
Vogelgesang mich aus Blüten
erfreut. Doch haben sich
oben Goldwölkchen gewoben, So schw
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Das mitleidige Herz

Wohl Hab` ich ein mitleidig Herz, So
sehr, daß oft der eigne Schmerz Mich
wie ein fremder übernimmt Und eine
Thrän` im Aug` mir schwimmt, Daß von
dem mir gegönntm Glück
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Antwort auf eine Rezension

Wohl meint der gute Rezensent, Ich habe
bloß für ihn geschrieben, Und sein
gerechter Zorn entbrennt, Dass ich nich
bin zu Haus geblieben. Ich konnte
wissen, dass der Mann
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Aus der früheren Zeit des Jahres 1848

Wohl war uns Deutschland ganz
entrückt; In Herrenländer war’s
zerstückt; Vom Rat der Völker war’s
verbannt. Wo war des Deutschen
Vaterland? Doch wenn mein Schritt, o
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Ebenmaß

Wohl wäre hier im Tale Raum An
Berges-, Wald- und Bachessaum, Zu
diesen Wohnungen, den schlichten, Noch
manch ein Häuschen
hinzudichten. Doch nein! ich bin voll
Eifersucht
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Des Dichters Traum

Wollt‘ jedem Dichter Gott
einräumen, Dass ihm erfülle sich sein
Träumen, Ach! was gewänne  m e i
n e  Brust, Die jetzt nur träumet
Frühlingslust? Ich käme
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Der zögernde Hase

Wunderbar Still und klar Fesselt
goldner Abendschein Jeden Blick an
Wies‘ und Hain. Selbst der
Hase, Der dem Grase Eben vor mir ist
entronnen, Hat sich
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Herbstklage

Wäldergruppen allerseits Gelben
herbstlich falb bereits Um die braunen
Stoppelfelder. Doch durchklage nicht
die Wälder, Lied der Wehmut! Schon ein
Weih‘ Füllt die Luft mi
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Voraussicht

Zartumwollte Samen stiegen Rings hier
um die Rasenbant. Wenn auch einer
niedersank, Läßt die Luft Wohl kaum
ihn liegen. Wurzel fassen soll er
nicht; Neu entschwebt der l
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Zeitlosenblühn

Zeitlosenblühn Aus Angergrün! Doch
drüber nichts, als Regenluft Und an
den Bergen feuchter
Duft! Zeitlosenblühn Aus glattem
Grün! Doch abgestorben Lieb‘
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Die getötete Taube

Zerfiedert, ausgebrochen Ruhn hier die
Flügelknochen Von einer blut’gen
Taube, Des wilden Stößers Raube. Vom
Los, das ird’schen Dingen fiel, Wie
sagt der Anblick uns so
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Einhalt

Ziehet nicht so schnell
dahin, Feuerkäfer, eure Straße, Weil
ich in getrübtem Sinn Diesmal nicht so
schnell erfasse, Neu befreundet, all
die alten, Trauten Lenz- und Glanzg
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Auf ein Mädchen

Zu ihr zieht die Lieblichkeit
Reiner Herzensinnigkeit,
Wie die kleinen, weißen Glocken
Mich zum Maienwalde locken
Wo sie in beglückte Lüfte
Senden der Erfrischung Düfte.
Schöne Sitte

Zu Korb im Remstal ist es Sitte, Zu
pflanzen in der Reben Mitte Viel weiße
Lilien sittsamlich. Ein schöner Takt
der braven Leute: Der Wein soll, wenn
ich richtig deute, Nie
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Rückerinnerungen - II.

Zum Fenster liest du noch dich
führen Am Abend, eh‘ dich rief der
Tod; Denn immer war dein Herz zu
rühren Von Landschaft, Lenz und
Abendrot. Da streifte, teure
Sterbenskr
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Die lächelnden Fräulein

Zum Lächeln öffnen noch den Mund Drei
Königsfräulein aus Burgund Zu Worms
im Dom an grauer Wand, Als wäre die
Geschichte Tand, Das Los, das Stadt und
Reich erfuhr, Dahing
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Begegnung

Zusammen liefen ich und er, Ein
Wandersmann, weiß nicht, woher? Wohl
eine gute Wegesstreck`, Durch offnes
Thal, durch Waldversteck. Wir haben
sonst uns nie geschaut,
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Die Ruhebank.

Zwei Linden, eine Ruhebank Stehn dort
auf grüner Höh` Und diesen süßen
Ort verdank` Ich all mein
Herzensweh. Noch glaubt` ich hold sie
angelehnt Im Sonnenhute dort
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Im Nachblicken

Zwei Reiter traben durch das Tal, Auf
welchem glüht der Mittagsstrahl. Mein
Auge folgt durch’s gelbe Korn. Treibt
jenen nicht der Liebe Sporn? Und zeigt
nicht der, was Freundschaf
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Die Äolsharfe

Äolsharfe, ach, wie du Weg mit klagst
des Herzens Ruh! Stöhnen will es mit
dir, weinen, Zittern, Lust und Wehmut
einen; Bald verhauchen still und
lind Alle Schmerzen
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Liebesgruß

`Ach hin ist hin und tod ist tod!` Wo
steht dies doch geschrieben? Das Lied,
das solchen Gruß entbot, Ist mir
vergessen blieben. Ach, tot ist tot und
hin ist hin! Der Gruß k
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Alte Liebe

`Alte Liebe rostet nicht.` Dieses
Sprüchlein hat am Stahl Meines Sinnes
manchesmal Sich bewährt in blankem
Licht.. — Fragt ihr wohl mit wie
viel Frauen Stand der Mann
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Vorrecht

`Sieh am Berg der Wohnung
Schimmer Unter jenes Wäldchens
Hut; Hinter jenre Scheiben
Flimmer Wird bei Gluten dir es
gut.` Nein, o nein, es sucht die
Weite, Flieht die
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Das alte Lied

„Wie groß ist es Allmächt’gen
Gute! Ist der ein Mensch, den sie nicht
rührt?“ Ein altes Lied, doch im
Gemüte Noch immer wärmend
nachgespürt! Die Morgenbienen lang
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