WISSENSWERTES
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Gedichte - Karl Mayer

Die Schifferin

(Am Achensee, im nördlichen Tyrol.)
Wie mir der See entgegenschauert,
Mit seinem klaren Abgrundsblau
Von hohen Alpen still ummauert!
Hier wohnt die Einsamkeit; o ... weiterlesen


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Das Kaiserbild

(Am Ulmer Münstre.)

Drei Säulen und ein spitzes Dach
Sind manch Jahrhundert dein Gemach,
Aus dem du von des Münsters Wand
Herabblickst auf der Menschen Tand.
... weiterlesen


Unweit Werrnwag

(An der Donau.)

O Heiliger von Nepomuk,
Ich sah dich schon auf mancher Bruck‘
Und blieb noch immer bei dir stehn,
Mit dir das Tal hinabzusehn.
Wie hier, ... weiterlesen


Sonnenleben

(Auf dem Dache der Waldburg.)

Wie seid ihr kleinen Tierchen klug,
Ihr Fliegen, Schnacken, Bienen, Hummeln,
Die Sonnenluft zur Höhe trug,
In Schwärmen hier euch ... weiterlesen


Auf dem Lochenstein

(Bei Ballingen.)

Auf im Sonnenregengolde!
Wie im Tal der farbenholde
Irisbogen überlacht
Des Gebirges ernste Pracht!

Doch, o Schönheit kurzer ... weiterlesen


Die Schlössergruppe

(Beim Anblick von Hohentwiel, Hohenkrähen,
Mägdberg, Hohenstauffen *, Hohenstoffeln
und Hohenhöwen.)

Die Gruppe dort betürmter Zacken
Auf Wald- und ... weiterlesen


Der neue Freund

(Meersburg.)

Wir zogen durch den Göttermorgen.
Was dachten wir an deutsche Sorgen?
Und doch – wir waren kaum im Gange,
So folgten wir schon gleichem Drange.
... weiterlesen


Im Donautal

(mit den Schlössern Kallenberg, Brunnen,
Wildenstein, Werrnwag, Hausen und Falkenstein.)

Einst hast du, Strom, dir Bahn erzwungen
Durch dieses wilde Felsenland
... weiterlesen


In Ludwigshafen

(Sernadingen.)

Das Windgeheul, der Wellenbraus,
Die Sorg‘ um Weib und Kind zu Haus,
Sie haben diese lange nacht
Zu Drei’n mich um den Schlaf gebracht.


Bei der Wiederkunft

(Ulm.)

Herzlose Häuser, alte Stadt,
Die einst auch mich beherbergt hat,
Und wo ich mir verhaltner Träne
Nach zwei Gestorbenen mich sehne,

Ihr ... weiterlesen


Der Bergknabe

(Über dem Schussentale.)

Du jodelst hell ins Abendrot,
Bergknabe, dort hinaus,
Als gäb‘ es niemals einen Tod
Für dich und für dein Haus!


Der Ölberg

(Überlingen.)

Größre Liebe gibt es nicht,
Keinen tiefern Schmerz,
Als wenn jeder Schuld Gericht
Auf sich lädt ein Herz.

Alter Bildner, wie ... weiterlesen


Der Brunnenritter

(Überlingen.)

Steinern sahst du, Brunnenritter,
Welcher bei so langem Stehn
Vieles sah vorübergehn,
Auch auf mancher Liebe Flitter;
Weißt es, wie der ... weiterlesen


Das alte Fenster

(Überlingen.)

Welch alte schmucke Steinmetzsitte!
Ein höher Fenster in der Mitte,
Zwei niedrere zu jeder Seite;
Viel graue Häuser zeigten heite
So sein ... weiterlesen


Schmetterlingsart

1.

Falter, dir zum Eigentume
Trägst du nur ein schwaches Leben,
Der Bewegung preisgegeben,
Eine abgetrennte Blume!

2.

Wohl ein zart ... weiterlesen


Kindheitsmahnung

1.

Kindheit macht die Blumenwiese
Sich zum kleinen Paradiese.
Zu der Kindheit Paradiese
Ruft mich heim die Blumenwiese.

2.

Ihr ... weiterlesen


Die Lieblingsdichter

1.

Kommt Einer mir zur Thür` herein,
So prüft mein Aug`: wer mag es seyn?
Gleichgültig nehm` ich den in Acht,
Wenn mir das Herz beim Andern lacht,
... weiterlesen


Herbstfriede

1.

Mild hat der Nebel abgeteilt;
Wenn er als leicht Gewölk hier weilt;
So hat er dort sich weggezogen
Vor dem Azur am Himmelsbogen.
Dass sie so gütlich ... weiterlesen


Ländliche Anmut

1.

Scherzende Mädchen auf Wiesengrund,
Hüpfende Wellchen, kristallgesund,
Waldige Berge, dem Bilde zum Rahmen,
Weißt du was Holderes? nenn` es mit Namen!
... weiterlesen


In den Dörfern

1.

Vergnügt hab‘ ich die Drescher drinnen,
Mit ihnen junge Drescherinnen
Auf mancher Tenne angegrüßt.
Auch dies hat mir den Weg versüßt,
So, dass der ... weiterlesen


Herzenstrost

1.

Ward ein Herze krank und wund,
Kummer deiner Liebe Sold,
Schaue draußen dich gesund!
Glaube, dass im Sonnengold,
In der Landschaft frischen Farben
... weiterlesen


Die Kukuke

1.

Weshalb in vermehrter Hast
Habt ihr Vögel ohne Rast
Am gewohnten Ruf: Kukuk!
Heute selten nur genug?
Denn wohin der Wald mich trug,
Schallt es ... weiterlesen


Das Sprichwort

1.
Sprichwörter mehr oft, als Sentenzen,
Sind geisterfüllte Sprachessenzen.

2.
Es ist kein Sprichwort gut, es sei
Denn etwas Schelmerei dabei.

... weiterlesen


Am Lebensabend

Abends schließen ihre Kelche
Viele Blumen. Fragt ihr, welche?
Kann ich sie so schnell nicht nennen,
Auch kein Vorbild drin erkennen;
Denn mein Geist soll offen stehn,
... weiterlesen


In einem Hohlwege

Abhänge ragen steil und schräg,
Um die sich Wurzeln spannen,
Wohl über meinen Wanderweg
Und drüber sausen Tannen. –
Als sie die Hohle gruben hier,
Fern war ... weiterlesen


Sonnenzauber

Ach Blumengold!
Das Blut mir rollt
Von neuem voller Wonne,
Wenn ich die alte Sonne
Den neuen Schmelz verbreiten seh`.
Der wieder glänzt aus Gras und Klee!


Erdenleid

Ach Erde, hier in deinem Gras
Sie einsam mich dahingestreckt!
Ist’s deine Näh‘? Ich weiß nicht, was
Das ganze Erdenleid mir weckt.
Mein Himmlisches herniedertaut
... weiterlesen


Im Nebel

Ach Nebel, der das Land umgibt,
Durchhaucht von frischem Morgenduft,
Nicht minder bist du mir geliebt,
Als schönen Morgens blaue Luft.
Denn die Natur hat solche Fülle
... weiterlesen


Die eilende Schönheit

Ach! wie kehrt das wilde Hag
Rosen ohne Zahl zu Tag!
Blühend lacht sogar der Fluss
Unter Wasserrosenkuss. –

Morgen sind die Rosen halb
Schon verwelkt und ... weiterlesen


Das hohe Lied

Ach, armer Dichter, dir beschied
Natur wohl dieses, jenes Lied;
Wie macht sein Klang dich froh und reich,
Und wie verrauscht er doch sogleich!

Trittst du heran zum ... weiterlesen


Abschied

Ach, beim Wanderabschied steht
Still beiseit der Tod,
Der den Augenblick erspäht
Und uns Freunden droht,
Dass er fasse eines Han
Und ihn führ‘ in’s dunkle ... weiterlesen


Waldgang im Vorfrühling

Ach, blüht nicht hier die Anemone,
Ob sie auch frischer Schnee umwohne?
Und horch dem Specht, wie froh er schreit!
Er merkt nicht, dass es wieder scheint.
Schon schlägt ... weiterlesen


Bedauerniss

Ach, dass vieler Blumen Namen
Mir so unbekannt!
Viele stehn schon bald in Samen,
Die ich nie genannt,
Und doch möchte‘ ich all der Lust,
Die enthüllt der Erde ... weiterlesen


Bei sonnigem Himmel

Ach, den Fleiß, den immern schwächern,
Tilgst du nächstens ganz;
Himmel, ruhst du auf den Dächern
In so blauem Glanz!

Ja, ich geh`, ein Stubenhasser;
... weiterlesen


Der fehlende Gast

Ach, der Storch blieb Heuer aus
Und vom First des Kirchenbaus
Trauert leer herab sein Nest.
Waren wir doch so gewöhnt
Dessen, der den Lenz verschönt!
Ist der ... weiterlesen


Bachgeleite

Ach, der Wald will sich nicht trennen
Von des Blumenbaches Lauf.
Kann er ganz nicht nach ihm rennen,
Bricht viel junges Volk doch auf,
Esch‘ und Erlen, und begleiten
... weiterlesen


Die fernen Ruheplätze

Ach, des Berges Baumgelände
Böten manchen Ruhesitz,
Wo mir glücklich ferne stände
Menschentorheit, Menschenwitz.

Doch die Blumen droben blühen
Nur für ... weiterlesen


Schicksalsgenossen

Ach, die Schneck‘ in sichrem Haus
Weicht dem Fußtritt doch nicht aus,
Und der Mensch im stolzen Schloss
Ist ihr Missgeschicksgenoss.
Beiden ist verwehrt die Flucht
... weiterlesen


Das hinsterbende Gewitter

Ach, erfrisch von diesem Regen,
Blitz und Donner noch bestaunend,
Der nun hinstirbt, fernher raunend,
Kann ich innern Dank nur hegen!
Das Getreid‘ mit frischem Duft
... weiterlesen


Was ist zu tun?

Ach, es begegnet uns so oft:
Das Glück, von dem es sich gehandelt,
Auf das wir lange schon gehofft,
Wird schnell in Unglück umgewandelt.
Was ist zu thun? geschehn zu ... weiterlesen


Forderung und Leistung

Ach, Leben, Leben,
Wie viel, - wie viel zu viel von mir
Hast du gefordert, wie wenig dir
Hab‘ ich geleistet! Ach, Leben, Leben,
Soll ich die Überforderung dir,
... weiterlesen


Dank dem Leben

Ach, lein Schlummer würde sinken
Auf mein Aug`, es bliebe hell,
Wenn ich ewig müßte trinken
Aus der Schönheit Götterquell!

Selber muß ich widerstreben, ... weiterlesen


Wechsel ohne Ende

Ach, mit welcher süßen Hast
Schon die Rosen sich erschließen,
Wenn mich am Syringenast
Welke Kelche schon verdrießen!

Will uns jede Stunde fast
Schon ... weiterlesen


Beim Wiederfinden

Ach, sieh da, du beblümtes Kraut!
Als Kind hab‘ ich dich oft geschaut.
Du hast geblüht an jenem Quell;
Er schien, wie meine Zukunft hell.

Die Zukunft ward ... weiterlesen


Die Durstlosen

Ach, was zur Labung schmiegt
Sich meiner Zungenqual?
Der Waldbach ist versiegt
Von heißem Sonnenstrahl!
Und ihr seid guter Dinge,
Durstlose Schmetterlinge?


Jung und dankbar bleibend

Ach, wenn so mancher Alte jammert,
Daß Jugend ihn verlassen hat,
An meine Jugend noch geklammert,
Wann fühl` ich doch mich lebensmatt?

Den Arm um ihren Hals ... weiterlesen


Die geschlossenen Blicke

Ach, wie schallt zum Bienenlied,
Das durchsumset Ros‘ und Flieder,
Ferner Silberklang! Wie zieht
Glockenton mein Auge nieder!

Ja, ihr Augen, treugesinnt,
... weiterlesen


Die lebendige Natur

Ach, wie still die Saaten sprießen!
Deren Frucht wir bald genießen!
Jeder Augenblick belebt
Keime, deren Wuchs sich hebt.

Heimlich reifende Gestalten
... weiterlesen


Die getrübte Vorstellung

Ach, wäre recht das Bild mir blieben
Abwesender und toter Lieben,
So hätte einen Halt das Herz.
Doch fehlt dem Bild die Umrissschärfe,
Dem Blick, nach dem ich Blicke ... weiterlesen


Zueignung

Achte niemand dieser Lieder;
Du, Natur, doch flüsterst wieder,
Lies ich eines kaum erklingen,
Sanften Gegenlaut mir zu:
Darum lass mich dir nur singen,
Die mir ... weiterlesen


Der Habicht

All dies Laub- und Blumensprossen
Wird erst innig nachgenossen,
Wenn man still im Walde ruht.
Ja es wird uns dann so gut,
Thiere selbst heranzuziehen,
Die die ... weiterlesen


Sommertrübe

All dies Rieseln, diesen Duft,
Diese tränenlinde Luft,
Das erquickte Wiesenbildnis,
Diese Busch- und Kräuterwildnis
In der frischen Regennässe
Und des Himmels ... weiterlesen


Der Fischende.

Aller Lieb` und Lust ermangelnd,
Saß ich einsam draußen angelnd,
Wo das Bächlein eilt hervor;
Und, mit hingesenktem Blicke,
Denkend an mein Missgeschicke,
... weiterlesen


Ergebung

Aller Millionen Ähren
Lässt die Sichel kein‘ im Feld.
Die Geschlechter kann dies lehren,
Still zu schwinden von der Welt.
Schneide, Zeit, ich sinke mit
Willig ... weiterlesen


Im Spätjahr

Aller Vogelflüge
Leeres Himmelszelt.
Unbespannte Pflüge
Ruhn im Ackerfeld.

Still die Waldung zeiget
Nur entlaubtes Reis
Und das Bächlein ... weiterlesen


Das schöne Land

Alles ist mit Ruh` umfangen,
Wälder, Hügel, Berg und Tal;
Nur noch Herzen müssen bangen,
Wissen noch von Sorgenqual.

Ach! wo sind die schönen Lande,
Die ... weiterlesen


Beim Abschied vom Straßburger Münsterturme

Als hättet ihr euch manch Jahrhundert
An diesem Turme müd gewundert,
So, Krähenscharen, flattert ihr
Mit heis`rem Ruf um seine Zier.

Hat euer Tun nichts ... weiterlesen


Verzichtleistung

Als ich in mein Tal getreten,
Um mich einsam zu ergehn,
Sah ich einen Mann dort wandeln,
Traurig wieder stille stehn.

Und ich selbst stand verweilend,
Und ... weiterlesen


Auf einen Hirtenknaben

Als wie von kecker Alpenhöh`
Johlt hier ein Knabe im Marais.
Mit gutem Grund. Die Heerde traut,
Riedgräser, gleich dem Alpenkraut,
Erfreuen ihn auf reiner Spur
... weiterlesen


Der alte Bote

Alter Bote, du mit weißem Haar,
Nimmst der Botenschaft noch wahr,
Trägst noch immer Mahn- und Liebesbrief
Und Gepäckesbürde beugt dich tief.

Alter Bote, du mit ... weiterlesen


Das alte Kirchlein

Altes Kirchlein, andachtleer
Wardst du, ohne Wiederkehr!
Wo Gebet und Sang geklungen,
Ist Verödung eingedrungen,
Des Altares Pracht verwittert
Und der Beichtstuhl ... weiterlesen


Seufzend im Vorübergehn

Am Baum, in schwüler Mittagszeit,
Entschlief, ein Bild von Dürftigkeit,
Ein bärt`ger Mann; in seiner Hand
Ist eine Scheere ausgespannt.
Die schwarze Schnauz` auf ... weiterlesen


Wandermorgen

Am gluck, gluck, gluck! der Henne
In ihrer Küchlein Zahl
Mein Schritt vorbei nicht renne
Im jungen Morgenstrahl!

Das Haar noch ungeschlichtet,
Sehn Kinder ... weiterlesen


Spiegelung

Am grünen Laubdach ob dem Fluss
Zurückgestrahlte Wellen tanzen,
Wie luftbewegte Büsch‘ und Pflanzen
Der Fluss hinwieder spiegeln muss.

Zum Dank für manchen ... weiterlesen


Die verlorene Gabe

Am Hage blühen Rosen,
Im Grase Skabiosen,
Im Felde roter Klee
Und Blumen voller Sterne,
Gelb leuchtend in die Ferne,
Doch farblos meinem Weh.

Mein ... weiterlesen


Widmung

Am Himmel hängt der Weih
Mit kargem Schwung der Flügel;
Es hängt die Herd‘ am Hügel.
Herz, dir auch steht es frei:
Häng mit im Meer, dem blauen,
Am Schmelze ... weiterlesen


Der überhangende Quell

Am Klippenufer sieht versengt
Vom Brand der Sonne Blum‘ und Kraut;
Doch, wo der Quell dort überhängt,
Wird frisches Grün von ihm betaut. –
So mache mir, o ... weiterlesen


Sorgenbefreiung

An dem kühlen Bächlein sitzt
In der Weiden grünem Schatten,
Der noch kaum auf weiten Matten
Sich mit Wandern abgehitzt.

Sorgen, sagt er, gute Nacht!
Seid ... weiterlesen


Hinter dem Chore

An dem Pfeilerkreis des Chores
Kenn` ich jedes Jahr voll Flores
Einen alten Rosenstock,
Und dahinter aufgerichtet
Hebt sich ein bemosster Block,
Dem ein Grabvers ... weiterlesen


Auf einem Ruheplatze

An der Eich‘ ein Kind sich reibt
Und ein anderes vertreibt
Sich die Mücken mit dem Schweife;
Jenes grast im Sonnenstreife,
Dies in grüner Schattenpracht;
... weiterlesen


Mond und Dorf

An diesem Menschenfeierabend
Gar freundliches Gefallen habend,
An Vesperglock‘ und Kuss und sang,
Setzt hier sich ob des Dorfes Hang
Das Mondlicht fest in guter Ruh
... weiterlesen


Mein Innerstes

An L. U.

Tief in mich, du enges Leben,
Hast du meinen Sinn gepreßt;
Willst die Worte frei nicht geben,
Innen hältst du streng sie fest.

Manchem ... weiterlesen


Dem entfernten Freunde

An Lenau.

Im Deingedenken atm` ich Lebensluft
Und glaube, mit dir über Ferneduft
Und über niedrer Lüste Mischung
Zu ruhn in trauter Herzerfrischung;
Der ... weiterlesen


Die Freunde

An Lenau

Wir gingen Hand in Hand vorüber;
Der Tag war gar ein regentrüber,
Doch amsellaut der feuchte Wald.
Ein Händedruck verriet uns bald,
Dass Ein ... weiterlesen


Der blühende Apfelbaum

Apfelbaum, Blumenbaum!
Andre Bäume mögen rühmen,
Was sie wollen;
So mit vollen
Duft’gen Rosen dich beblümen
Kannst nur du, o Blumenbaum!


Der scheidende Schnee

Armer Schnee, schon ohne Gnade
Weichst du schmelzend, auch im Schatten!
Über meinem Wildnispfade
Hängen bald nur grüne Matten.

Droben hieltst du dich ... weiterlesen


Spatz und Spätzin

Auf dem Dache sitzt der Spatz,
Und die Spätzin sitzt daneben,
Und er spricht zu seinem Schatz:
`Küsse mich, mein holdes Leben!`

Bald nun wird der Kirschbaum ... weiterlesen


Beim Schall der Frühlingspeife.

Aus deiner Gänschen gelber Schar,
Mit jungen Stimmchen, zart und klar,
O Knabe, pfeifst du künstlerstolz,
Dein Lied mir vor aus grünem Holz!
So wohl der kecke Schall ... weiterlesen


Lebensmischung

Aus dem Wasserklar, dem frischen,
Sieht der Mai das Fischlein springen
Und der Vogel nun bei Fischen
Netzt die fluggewohnten Schwingen.

Alles Leben will sich ... weiterlesen


Herbstbilder

Aus den Nebeln Sonnenküsse
Auf den buntverfärbten Baum,
Auf die blau` und goldne Traube,
Halbversteckt im grünem Laube!
Frühling! ach, du hast wohl kaum
Bilder ... weiterlesen


An die Waldvögelein.

Aus den tiefsten Waldesklingen,
Wo ich mich am Astwerk halte
Ob dem Rand der Felsenspalte,
Schallt ein zauberisches Singen.
Einsam dich hinabzuschwingen,
Eiltest ... weiterlesen


Zutunlichkeit

Aus der Wiese zugeschickt,
Die ich liebend überblickt,
Fliegend über Herbstzeitlosen,
Sonnenfäden mich umkosen.

Willst du denn, o Herbstnatur,
Das ... weiterlesen


Im Morgennebel

Aus der Wälder Nebelgrund
Tun sich Kuckucksrufe kund.
Nun wohlan! dem Maienklang
Macht das Nebelmeer nicht bang,
Das die Waldung rings umhüllt,
Doch sich schon ... weiterlesen


Der Waldbrunnen

Aus einer Teichelrinne
Ein Brunn im Walde quillt,
In Rosen mitten inne
Und wie die Rosen wild.
Dort möchte‘ ich, wie die Eichen,
Nicht von der Stelle weichen.


Des Frühlings Durchgang

Aus grüner Lindenangernacht
Trifft dort der Mai ins Fenster sacht
Und durch das Fenster stellt sich klar
Schon gleich ein Gegenfenster dar.
Aus Grün und Abendlicht ... weiterlesen


Der Silbersee

Aus nebelfreiem Sonnenstrahl
Blickt‘ ich hinab in’s Nebeltal.
Wie schmiegt ein sanfter Silbersee,
Sich um die morgengoldne Höh‘!

Doch aus dem See, so gern ... weiterlesen


Nachglanz

Aus seinem Nachglanz lässt sich lesen,
Wie licht der Sonnentag gewesen.
Die nun erstehn in Abendkühle,
Die gottbeseligten Gefühle,
Soll ich den Tiefen ohne Schranken
... weiterlesen


Im Zwielicht

Bald ruht die Nacht auf weitem See.
Wie Feier von der Erde Weh
Ist Abendruhe ausgegossen. —
Die letzte Thrän`, ist sie zerflossen?

Der letzte ... weiterlesen


Unerfreulicher Anblick

Befestigt hängt von roher Hand
Ein Falk‘, am Hoftor ausgespannt.
Die Luft, die diesen Starken trug,
Vermisst mit Wehmut seinen Flug.
Mir scheint es, dass sie Kummer ... weiterlesen


Eindruck der Größe

Bei Tag und Sonnenglanz
Bin ich Bewundrung ganz.
Doch glühn die Sterne neu,
So bin ich nichts, als Scheu.
Sind Gott und Welt so groß,
Wie blieb‘ ich schreckenlos?


Gesetz und Leben

Beiderseits am Wiesenpfade
Sorgen frische Dornenbogen,
Quer durch’s junge Gras gezogen,
Dass der Durchgang dort nicht schade.

Doch wenn ich bei nassem Pfade
... weiterlesen


Die Hummel

Bepelztes Tierchen, dein Gebrumm
Ist guter Ding‘. Im Kopf herum
Geht dir, es sei so gut zu sein,
So warm im Wiesensonnenschein;
Gemächlich, Hummel, sei der Raub
... weiterlesen


Zur Entschuldigung

Berg und Tal kommt nicht zusammen.
Freunde sind nicht zu verdammen,
Wenn sie, regungsvoll geschaffen
Immer wieder auf sich raffen,

Heut zu schütteln dem die ... weiterlesen


Das gewundene Tal

Berg‘ und Wald beschreiben Bogen
Rings um dich, o Wiesental,
Und des Flusses stilles Wogen
Wendet sich unzähligmal.

Immer hinter einer Ecke,
Die den ... weiterlesen


Was ist beglückender?

Beschlossen war Spazierengehn;
Doch lange zweifelnd blieb ich stehn:
Bald mocht` ich nach dem Thalgrund ziehn,
Nun drängt mich`s nach dem Berge hin.
Bald lockte mich ... weiterlesen


Mairegen

Besonnten Perlen hüpft entgegen
Der Teich in Wald und Maienregen;
Die Schönheit selbst hier niedertropft.
O Herz, das mir so freudig klopft,
Der Schönheit hüpf‘ auch ... weiterlesen


Die Mücke am Fenster

Bis zum Taumeln und Verschmachten
Klopft die Mück‘ an’s Fensterlicht!
Trügend Glas empfängt ihr Trachten,
Lichter Spielraum wird ihr nicht.

Spannt sich denn ... weiterlesen


Morgeneindruck

Blank in die Landschaft aufgenommen,
Wie Gottes eigner Hand entglommen,
Glänzt Stadt und Dorf im Frühling her.

Lacht solch ein Bild, so zweifle mehr,
Ob nicht in ... weiterlesen


Die langsame Reife

Blaudunkler als die Lüfte blühn,
Sah`n Nelken aus dem Saatengrün.
Den schönsten Farbengruß enbet
Durchsichtig, feuerpurpurrot,
Der Ackermohn dem Sonnentag
Und ... weiterlesen


Sommerreise

Blaudunkler, als die Lüfte blühn,
sahn Nelken aus dem Saatengrün.
Den schönsten Farbengruß entbot
Durchsichtig, feuerpurpurrot
der Ackermohn dem Sonntag,
und ... weiterlesen


Scheidegruß

Blaulich wirft sich Abendschatten
Durch des Mühltals Tannenmatten;
Doch noch sonnig Vögel schießen
Durch den Schattengrund der Wiesen.
Vögel, tragt im letzten ... weiterlesen


Auf nächtlicher Wanderung.

Blicke mich nur diese Gegend
Fremd und nächtlich an;
Dennoch kann ich Liebe hegend
Und vertrauend nahn.

Bietet doch ihr deutschen Lande
Milden Sinns so ... weiterlesen


Der Habicht

Blickt nur auf Fäng‘ und Schnabel hin,
So kennt ihr schon des Habichts Sinn.
Der Mensch allein,
Von glattem Schein,
Ist sanft von Hand und Angesicht,
Ein ... weiterlesen


Die Blumen

Blumen, eure lieben Augen
Sollten nicht zum Sehen taugen?
Lieblinge des Angesichts,
Schautet ihr vom Maie nichts?

Ihr entzückt Erd‘ und Lüfte
Und ... weiterlesen


Der frohe Ausruf

Blumenwiesen im Gesicht
Und den Wald im Hintergrund,
Schweig‘ ich oder schweig‘ ich nicht? –
Heut‘ entschlüpfte meinem Mund,
Nur ein freudetrunknes Ach!
... weiterlesen


Die Ackerblumen

Blutströpflein und Rittersporn
Sind dem Landmannsaug‘ ein Dorn;
Blaue Nelken im Getreid‘,
Roter Mohn auch tun ihm leid;
Und zumal die gelben Raden
Rechnet er ... weiterlesen


Das Novemberblümchen

Blümchen, buhlst du um ein neues
Lied von mir, novembertreues?
Ach, wo Liebesboden war,
Ist schon Alles unfruchtbar;
Schon mein Herz zu winterkrank,
Schon zu tot ... weiterlesen


Trieb des Wechsels

Blüten flocken auf die Erde.
Federleicht, doch zur Beschwerde
Wurden sie dem grünen Baum
Und die Zeit erharrt er kaum,
Um sie in das Gras zu streun
Und des ... weiterlesen


Das stille Fest

Blätter, grün und rund, wie Tische,
Hell von goldnen Wasserrosen,
Schwimmen auf des Flusses Frische,
Und aus Waldgestein und Moosen
Seh‘ ich, wie zu stillem Feste
... weiterlesen


Auf der Welt

Campanula,
Da nickst du ja
Mir neu der Pflanze Frieden zu,
Den Frieden eurer Wiesenruh`,
Der so von Anmuth ist getränkt,
Daß sich das Herz in ihn versenkt
... weiterlesen


Umherirrend

Das Gebirge, wie ist’s hier
Einsam und verödet!
Rabe, ach, wie oft mit dir
Hab‘ ich schon geredet!

Rabe, Freund dort, rate mir;
Bin ja ein ... weiterlesen


Spiel der Wonne

Das Gewölke und die Sonne
Spielen hier ein Spiel der Wonne
Mit des Sees Grün und Blau;
Rändern ihn dort fern mit Gold,
Allzulicht für lange Schau,
Mildern ihn, ... weiterlesen


Aufbruch

Das Insekt, wie frühlingsfertig,
Golden schillernd, schwebt dahin!
Wer der Lenzeslust gewärtig,
Lichte selbst den trüben Sinn!
Auch die Blütenzeit hat Flügel,
... weiterlesen


Neue Freundschaft

Das Korn gewann schon Sommerart;
Es streift im Feld mir um den Bart,
Ich lass es freundlich walten.
Ja, freuen soll mich Rittersporn
Und Ackermohn und Nelk` im Korn,
... weiterlesen


Die alte Burg

Das Schloß dort über wald`ger Schlucht
Umsonst nach alten Zeiten sucht.
Ich will nicht deren Wiederlehr,
Und dir, o Burg, verzeih` ich`s sehr,
Blickst du nun ... weiterlesen


Winterlied

Das Schneeland und der Himmel weiß,
Der Eichen dürrbelaubtes Reis,
Selbst hier der grüne Tannenwald
Begrüßen mich empfindlich kalt.

Der Hütten Rauch qualmt ... weiterlesen


Herbstruhe

Das Storchennest ist leer des Kunden,
Der schon seit Wochen ist verschwunden.
Man hört den Hanf nun wieder brechen,
Man sieht gefallne Blätter rechen
Und Rinder in das ... weiterlesen


Wandern und Leben

Das Wandem gleicht dem Lebenslauf,
Am Himmel steigen Wollen auf;
Bald sehn wir uns davon durchnäßt.
Ob uns das Leben trocken läßt?
Komm Einer, sey es auch der ... weiterlesen


Bekanntschaften

Dass reisend ich Besuche mache,
Ist keine mir geläuf’ge Sache,
Auch selten, dass ich dafür passe.
Der hat mich tiefer schon berührt,
Zu welchem mich die fremde ... weiterlesen


Der Weltgeist

Dein Sumsen streift mein Ohr vorbei!
Als ob es hohen Inhalts sei,
O Biene, muss ich lauschend stehn;
Von Gott und Welt, Sein und Vergehn
Treibt doch nicht Kunde durch die ... weiterlesen


An ein Mädchen

Dem Frühlingsbild im weiten Land
Eröffnest du das Fensterlein;
Den Sims auch stellt die kleine Hand
Voll Rosen und Gelbveigelein,
Ach, unbewusst der Frühlingszier,
... weiterlesen


Morgenlaufen

Dem Morgen saust entgegen
Der grüne Tannenfirst.
Ob du auf Waldeswegen,
Mein Herze, schweigen wirst?

Entsend‘ auch deine töne,
Wirf sie in Wald und ... weiterlesen


Der Wilderer

Dem Wilderer am Waldestrauf
Geriet ich vor den Flintenlauf.
Da sagt‘ ich ihm vorübertrabend,
Wie ein Kam’rade: Guten Abend! –
Ein flüchtig Wild, ein wildes Lied
... weiterlesen


Am Grabe Ludwig Uhlands,

den 13. November 1862.

Noch war beglänzt vor wenig Tagen
Von goldner Leier Uhlands Haus; *
Sie drückte ihm mit stillem Klagen
Der Vaterstadt Empfindung aus.
... weiterlesen


Die Familie

Den Baum umgibt ein holder Kreis:
Der Landmann will mit Frau und Kindern
Den Durst am Erntekruge lindern;
Die Lippen Aller glühen heiß.

Ihr Eltern, bald im Tod ... weiterlesen


Der Teilnahmslose

Den Käfer stell‘ ich auf die Beine,
Der hilflos auf dem Rücken liegt,
Und der Triumph wird mir, der kleine,
Dass er getrost von dannen fliegt.
Doch, wenn ein Mensch im ... weiterlesen


Der Erwählte

Den still mein Herz erwählt,
Der Gute hat gefehlt.
In Schadenlust geschäftig,
Zeigt mir die Welt es kräftig;
Mein Blick sinkt erdenwärts,
Doch bleibt dem Freund ... weiterlesen


Der Strandläufer

Den Tierchen scheint der Sinn gemeinsam,
Zu meiden heut‘ des Sees Graus.
Strandläufer, du spazierst nur einsam
Und horchst mit mir dem Wellenbraus.
Sei auf des Ufers ... weiterlesen


Abendwanderung

Der Abend legt sich stille
Auf die entlegne Feld
Wo kaum noch eine Grille
Das Ohr geschäftig hält.

Viel tausend Schatten weisen
Tief rings in ... weiterlesen


Morgen!

Der Alpen Ruh, des Seees Ruh,
Im Ulmenkreis die Ruhebank,
Nie theilen sie mir Ruhe zu
Und stimmen mich zu sanftem Dank!
Doch morgen reis` ich und dahin
Ist der ... weiterlesen


Die stille Weide

Der Anger hier im Birkenwald
Ist aller Falter Aufenthalt;
Im Allzeit-Festtagskleide
Erfreun sie sich der Weide.

Die Stille ihrer Weide
Entlockt dem ... weiterlesen


Gottesnähe

Der Atmosphäre blaue Luft
Wird höher oben ew`ge Nacht.
Durchdring` der blauen Lüfte Pracht,
Noch liegst du nicht an Gottes Brust.

Geh` zur Natur, bestürme ... weiterlesen


Genügsamkeit

Der Bildersprache einst beflissen,
Will ich im Alter gern sie missen
Und froh sein, wenn für’s Herz ich habe
Nur noch die reine Redegabe,
Nur noch ein Sterbenswörtchen ... weiterlesen


Aus Payerne im Waadtland

Der blaue Jura blickt herein
Zum offnen Fenster, goldner Schein
Bestrahlt die Bäum` und grüne Flur.
O theure Töchter, spielet nur
Und singet neue Lieder mir
... weiterlesen


Der Zwiespalt

Der Buchen Grün, die Sonnenluft,
Tief himmelblau, des Waldes Duft,
Der Biene Lied, des Vogels Ruf
Sind herrlich noch, wie Gott sie schuf.
Doch ach! erdachte Gottes ... weiterlesen


Das ganze Glück

Der der Gedank ist und die Kraft
Und der im Denken schon erschafft,
O Gott, was ist mein ganzes Glück?
Daß ich mich denk` in dich zurück,
Als ich noch dein Gedanke ... weiterlesen


Der neue Blick

Der Dichter ändert stets die Blicke,
Die er in Welt und Gegend schicke.
Der Mühe überhoben heut‘,
Nimmt er den Herbst, wie er sich beut.
Ein Blick, vor dem das Grün ... weiterlesen


Spätherbstmorgen

Der Dörfchen Morgenräuche
Umklammern das Geländ,
Braun stehen die Geträuche,
Still ruht das Firmament!

Woht tut der Herbsttagsfriede,
Der diese Höh’n ... weiterlesen


Der Sonnentag

Der Eigentümer weilt daheim
Bei Mittagsmahl und Ruhgelag;
Indes der Garten insgeheim
Ergibt sich ganz dem Sonnentag,
Der mit dem Flor in freiem Walten
Lässt ... weiterlesen


Der Eisgang

Der Eisgang ist in vollem Rollen;
Doch was beflattert seine Schollen?
Bachstelzchen setzen sich darauf
Und gleiten hin mit deren Lauf.
Die Flugesfröhlichen begriffen,
... weiterlesen


Zorn und Zank

Der Fehlende weiß dir noch Dank
Für Zorn und Zank.
Sein Fehler wird geschwind zum kleinen,
Vergleicht er deinen.
Dein Schuldner, nach des Zankes Glut,
Bekommt noch gut.


Der Unschlüssige

Der Fluss hat Eile
Indem ich weile
An seinem grünenden Gestad
Und sinne für mein Tun auf Rat,
Sucht schon der Wellen vordrer Teil
In großer Ferne dort sein ... weiterlesen


Der sterbende Freund

Der Freund ist sterbend, wie ich sehe.
Tritt er in Wohlsein nun, in Wehe?
Tritt er hinaus in ödes Nichts? –
Ich wär‘ ein Kind des sel’gen Lichts,
Wenn mich die ... weiterlesen


Das Blütenreis

Der Frühling fast sich selber stört!
Wo er so eben wird gehört
Als Lerche, Quell und Nachtigall,
Lacht dem Aug‘ als Blumenschwall
Und wird als Schlummerluft ... weiterlesen


Drang des Daseins

Der Herbst gestattet keine Weile;
Zu blühn, zu blühen nur in Eile,
Dringt die Zeitlose noch hervor,
Lässt alles grüne Blättertreiben
Im Drang des kurzen Daseins ... weiterlesen


Verschiedne Anlage

Der holden Blumen blickt nicht jede
Mit freiem Haupt in’s Sonnenlicht.
Das blaue Glöcklein ach! wie blöde
Senkt es ins’s Gras sein Angesicht!
Die Blicke muss es ... weiterlesen


Hügel und Landschaft

Der Hügel hier, zur Hälfte Wald,
Zur Hälfte Obsthain, Wies‘ und Feld,
Worin ein Kirchdorf sich gefällt,
Ist so holdseliger Gestalt,
Dass es kein Ausdruck wieder ... weiterlesen


Frühling und Regenluft

Der Kuckuck dennoch heute ruft
Durch all die graue Regenluft,
Und ich desgleichen sage: nein!
Der Lenz liegt nicht im Sonnenschein.
Der Frühling liegt schon im ... weiterlesen


Der beneidete Landmann

Der Landmann kann`s nicht missen,
Er kann nicht anders ruhn:
Am Morgen muß er wissen:
`Was hab` ich heut` zu thun?`

Da gibt ihm täglich Lehre
Die ... weiterlesen


Wald und Höfe

Der Mensch gesteht hier unverhohlen,
Hier wohn‘ er gern. Der Knaben Johlen
Durch Tannenwald
Und Wies‘ erschallt.

Er hat hier seines Bleibens Stätten
... weiterlesen


Großes und Kleines

Der Mensch hat Geist und Armeskraft,
Womit er Höchstes an sich rafft;
So diese stolzgewalt’gen Fichten,
Um sie als Masten aufzurichten.
Da scheint ein Träumer wohl ... weiterlesen


Gefühl des Abstands

Der Mensch sei Gottes Denkgenoss?
Warum will dann im Waldgespross
Kein heilig schöpferisches Leben
Das Herz im Busen mir durchbebeb?
Kommt, messet eures Geistes Macht
... weiterlesen


Das Brücklein

Der Mensch, nachhelfend der Natur,
Wenn nur in ihrem Sinn,
Schafft ihrer grünend freien Flur
Nur reizenden Gewinn.
Wie stimmt zum Erlenbach hier ein
Als Brück‘ ... weiterlesen


An den Mond eines Sommertages

Der Mond, in weißer Scheibe
Den Sommertag durch bleibe
Und find‘, o Nachtgeselle,
Im Lichtblau eine Stelle,
Wie oft ein halbvergessner Traum
Im wachen Geiste findet Raum!


Morgens auf der Wanderung

Der Nebel auf der Wiese dämmert,
Durch den schon süße Sonne dringt.
Die Luft ist fern vom Specht durchhämmert,
Der aus dem Wald herüberklingt.
Ich nenne wenig, o ... weiterlesen


Ungewisser Ausgang

Der Nebel weicht, der Nebel weht,
Die Sonnenscheib‘ erscheint, vergeht.
Es ist am Himmel großer Streit,
Des Ausgang schwer sich prophezeit;
Der Wandrer sich darin ... weiterlesen


Das Feld der Geschichte

Der Pflug hat aufgeschnitten
Das dunkle Ackerfeld.
Ich stehe still inmitten
Und sind` es wohlbestellt.

Es läht mich Früchte ahnen,
Wie sie uns bringt ... weiterlesen


Ablenkung

Der Rosenast wankt hin und wieder,
Durch sanfte Last geneigt,
Weil in die volle Rose nieder
Ein goldner Käfer steigt.

Gern hätt` ich all der Aussicht Zauber
... weiterlesen


Bilderwahl

Der Schwan, der Pfeil, der Jura rennen,
Und wie die Boote sonst sich nennen,
Alltäglich, dampfend, durch den See,
An dem ich gerne schauend steh.
Da will des Wassers ... weiterlesen


Regenlandschaft

Der See erscheinet silberblaulich,
Die Berggeschiebe düster graulich,
Bis in das Weißliche verregnet.
Frischgrüner Baum, sei mir gesegnet;
Es schwimmt der Landschaft ... weiterlesen


Augenweide. Bei Neuchatel

Der See ist wild und schiffeleer,
Ein silbern düstergrünes Meer,
Durchzogen weiß von Wellenschäumen
Die überschlagend stets sich bäumen.

Die Alpenhöhn ... weiterlesen


Der Telegraph

Der Telegraph leis in der Luft
Gleich einer Aeolsharfe ruft.
Ich wußte nicht, daß ihm dies eigen.
Dem Freund des Schönen will er zeigen,
Daß er, der Börse ... weiterlesen


Verdrossenheit

Der Topfen Zahl, die niederwallen,
Kann in die Augen uns nicht fallen.
Wenn Land und Himmel regengrau
Verschwimmt zu Einer düstern Schau.

So will ich mich umsonst ... weiterlesen


Auf einem Glockenturme

Der Türm‘ und Giebel dieser Stadt,
Der Ferne wird mein Blick nicht satt. –
Wie grell nun durch mein Träumen fährt
Der Schlag der Uhr, ein tönend Schwert!

... weiterlesen


Was ists?

Der Wartthurm dort und die Kapelle
Behaupten traut noch ihre Stelle.
Doch fehlt dem Thurme längst der Zweck;
Und der Kapelle? — kommt sie weg,
Was ist`s? vielleicht ... weiterlesen


Der Lustwandler

Der Weg ist geschlängelt,
Durch welchen gegängelt
Die Schritte mir gehn
Und ringsum zu sehn
Ist grünes Gelände;
Wohin ich mich wende,
Lacht ... weiterlesen


Der weiße Mond

Der weiße Mond am Himmel steht,
Dem tageshellen, blauen,
Gleich einem Wölkchen, das vergeht,
Den Maientag zu schauen.

Nicht will das Wölkchen, das vergeht,
... weiterlesen


Die Waldtäler

Der Wind und die Würzen
Waldblumiger Täler
Die Zeit mir verkürzen
Als holde Erzähler,
Wie himmlische Freude
Der Frühling vergeude.


Der zurückgekehrte Storch

Der Winter zögernd schwindet hin;
Nun prangt der Storch dort beim Kamin.
Schon klappert er von stolzer Höh‘
Und steht in seinem Kleid, wie Schnee,
Mit Flügeln, ... weiterlesen


Das Wendtal

Des Angers Mulde trägt verworren
Ein Felsmeer; Birken wehn herein
Und dort von alten Buchenknorren
Zeigt sich umklaftert das Gestein.

Wie seltsam hat in diesem ... weiterlesen


Der Liedertag

Des Dichters Büchlein in der Hand,
Am blumig grünen Wellenrand,
Bei Dichterwort und Flussesrauschen,
Was soll ich? singen oder lauschen?
Und was mir singt, war es ... weiterlesen


Die offenen Fenster

Des Dorfes Fenster stehen auf.
Lenzlüfte nehmen ihren Lauf,
Mit leichtem Rosenduft beschwert,
Bis an der Menschen Tisch und Herd!

Des Frühlings Dasein ist ein ... weiterlesen


Zum Ziele

Des Dorfes Rauch und Sonnenschein
Lädt mich zu Tal so gastlich ein.
Wohl labte drunten mich im Tal
Des Wirtes Trunk, der Wirtin Mahl.

Doch bin ich nicht nach ... weiterlesen


Ruhepunkt

Des Dörfleins Glocke kindlich schellt;
Sanft tönt sie mit aus ferner Welt,
Die in der Unruh dieser Frist
Weit, weit zurückgeblieben ist.
So Manches däucht mir lang ... weiterlesen


Vorbild

Des Froschfangs, wie es scheint, vergaß
Der Storch und stolzes durch das Gras.
Er setzt mit Lust und rotes Bein
Um’s andere bedächlich ein
Und lehrt dich durch sein ... weiterlesen


Über Tag

Des Morgens trägt die große Straße
Des Lands oft meinen frohen Schritt,
Kein Gruß, den ohne Dank ich lasse,
Und Viele geben mir ihn mit.

Ich denke mir der ... weiterlesen


Beim Wiedersehen

Des Pfarrers Glück, des Dorfes Glück,
Ach! waren so aus Einem Stück,
Dass ich es kaum begreifen kann,
Wie ohne jenen werten Mann,
Der tot ist, noch das Dorf besteht,
... weiterlesen


Die wilde Weise

Des Waldes Bäume, die wilden, rauhen
Erregen gern ein unwirtlich Grauen.
Aus euer Anblick, o Birken, hat,
Blickt ihr entgegen so weiß und glatt,
Gar eine höfliche, ... weiterlesen


Während der Überfahrt

Des Weidenlaubes Silberseite
Schwankt hin im Regenwind.
Gewitter stürmt; o Schiffer, leite
Den Nachen doch geschwind!
Jenseits, beim Wirte, lass mich trinken,
... weiterlesen


Winterart

Des Winterschnees weißer Grund
Tut mehr es, als der Frühling kund,
Der alles mengt in seinen Schmelz,
Was uns an Bäumen, an Gehölz
Und an den Gegendbildern allen
... weiterlesen


Bild und Rahmen

Dich umrahmt ein Kranz von Ähren,
Von der Luft gefächelt,
Die die Anmuth noch vermehren,
Welche dich umlächelt.
Liebes Dorf, sie auszudrücken,
— Diese Anmuth, ... weiterlesen


Im Abendlichte

Die Abendsonne sendet schräg
Streiflichter durch’s Gebüsch am Weg,
Die drüben noch am Tann zusammen
Verglühen lassen ihre Flammen.
O reizendes Hinüberblühn
... weiterlesen


See- und Luftzauber

Die Alpenmauern, diese stolzen,
Lichtblaulich ruhn sie dort verschmolzen
In Mittagsglut, nur zarter Duft.
Dies sind die Zauberei’n der Luft,
Die mit des Sees Zaubern ... weiterlesen


Vor dem Walde

Die Amsel hat den dunkeln Wald
Am Tag durchschallt.
Doch draußen dünkt der stille Abend
Ihr süßer labend.

Heraus zum Zitterespensaum
Und letzten Baum
... weiterlesen


Die freie Blüte

Die andern Blumen stehn gedrängt,
Aus denen sich die Wiese mengt.
Ihr Blühn erfolgt, als wie aus Pflicht.
Zeitlosenweise ist dies nicht;
Den Menschen nicht, dem Herbst ... weiterlesen


Die sichelnde Arme

Die Arme sichelt, sammelt ein
Des Futters hier am Blumenrain
Und wird daheim mit frohem Muh
Begrüßt von ihrer kleinen Kuh.

Die Frau ward glücklich, dass sie ... weiterlesen


Ewiger Friede?

Die ganze Luft ein Bienensang!
War je ein Menschenkrieg im Schwang?
Hat je von Not das Land erdröhnt?
Seit wann ist denn die Welt versöhnt?
Stellt sich in diesem ... weiterlesen


Das treue Geleit

Die Glocken sprechen: seid entlassen,
Zieht hin in unsres Klanges Frieden!
Schnell teilst du, Volk, dich in die Gassen,
Aus ernstem Gottesdienst geschieden!

Doch ... weiterlesen


Die alte Mühle

Die graue Mühl ist alterskrank,
Zerfetzt am Giebel, Plank‘ an Plank‘,
Durchlöchert Fensterglas und Dach.
Sie zeigt sich sterbend dort am Bach.

Und ihre ... weiterlesen


In der Fremde

Die Heimat war durch fernen Raum
Und Nacht zu mir gedrungen,
Bis mir der Wächterruf den Traum
So fremd hinweggesungen.

Dann klang aus Bach und Brunnenrohr
... weiterlesen


Zufallswitz

Die Heuschreck‘ hüpft hier von dem Rain
In einer Distel starre Nadel
Zu langsam herber Todespein
Natur, erlaube mir den Tadel:
Du bist notwend’ger Schmerzen Sitz;
... weiterlesen


Die höchste Wohltat

Die höchste Wohltat ist Erlösen,
Gottwürdig, wem vor Allem nötig,
Als dir, dem schwer verstrickten Bösen!
Drum sei dazu, sei nicht erbötig,
Spott‘ oder wehre ... weiterlesen


Mittag kam, die Falterstunde

Die ich gerne mag verbringen
Mit des Waldes Schmetterlingen,
Lauschend stiller Sonnenkunde.

Du nur kennst dann die Gefühle,
Wie ich für die Lebenswärme,
... weiterlesen


Das Schifflein

Die ihr die Luft der Sonne suchtet
Im spiegelklaren Wellennass,
Ihr Vögel, ruht nun eingebuchtet.
Nur ferne draußen ist noch was,
Wo kaum der Abendstrahl verglommen:
... weiterlesen


Der Kirchenweihtanz

Die Kirchweihgeig‘ erscholl;
Der Tanz, von Mutwill voll,
Entwickelte Humor.
Und wer noch nicht verlor
Den Sinn für dich, Natur,
Der lächelt ruhig nur
Und ... weiterlesen


Liebeswärme

Die Lerchen hängen ob der Flur,
Als wenn sie drübre brüten sollten,
Als ob sich alle Blüten nur
Bei ihrem Sang erschießen wollten.
Gesang und Sonne brütet fort
... weiterlesen


Waldlichter

Die Lichter sind Geschosse
Im dichten Sommerwald
Sie zielen, kleine, große,
Aus grünem Hinterhalt.
Dem Waldesdunkel gilt der Zwist,
Das siegreich schon durchbrochen ist.


Abendschwere

Die Luft ist weiß und regungslos;
Der Rauch aus der Kamine Schoß
Hält über jedem Dorfe still,
Von dem er träg nicht lassen will.

O Luft, wie ein Gewölbe ... weiterlesen


Frühlingaufforderung

Die Lüftchen wehn,
Die Quelleil fließen,
Die Stauden stehn
In vollem Sprießen.
Was weht, was sproßt, was fließt,
Es ruft uns zu: genießt
Den jungen ... weiterlesen


Das deutsche Münster

Die Menge in den Gassen
Drängt sich vorbei an mir.
Zu wem Vertrauen fassen
Soll ich im Volke hier?

Wie? nach verwandter Seele
Siehst du dich, Wandrer, ... weiterlesen


Das Alpenglühen

Die Mittelhöh’n, der See, die Matten
Sind schon versenkt in Dämmrungsschatten;
Doch dein Gebirg, erhabne Schweiz,
Ist nun umgossen erst von Reiz.

Ein ... weiterlesen


Sonne und Nebel

Die Morgensonne beutet
Den Nebel reizend aus.
Dort in der Ferne deutet
Sie auf Gebüsch und Haus.
Doch neuer Nebel allerwärts
Verschlingt den holden Morgenscherz.


Der Morgengang

Die Morgensonne ist entglommen,
Landleite mir entgegenkommen
Auf ihrem Weg zur nahen Stadt.
Ihr Morgengrüßen klingt nicht matt;

Denn Lerche, Luft und Sonne ... weiterlesen


Tun und Nichtstun

Die Müßigkeit mit weichen Schwingen
Tanzt vor mir her in Schmetterlingen.
Es sumsen mir beladne Bienen,
Eintragen mög‘ ich frisch mit ihnen.

Bei ... weiterlesen


Naturverschwendung

Die Puppe hier in Einem Schluck
Fährt durch des Vogels Kehle
Und es genügt am kleinsten Zuck
Dass er ihr Leben stehle,

Und wie viel wunderbare Kraft
War ... weiterlesen


Die beiderlei Herzen

Die rechte Fern‘ ist jene blaue,
Die ich von hohem Gipfel schaue,
Wo über Fluss- und Landesstrecken
Die Berg‘ in zartem Duft sich recken.

Die andre Fern‘ ... weiterlesen


Eine Ähnlichkeit

Die reine Sonne im Gesichte
Macht unsre Sehkraft ganz zunichte.
So blendete die volle Wahrheit
Und sanften Schirm erheischt die Klarheit.
Dient uns nicht so die ... weiterlesen


Nahe Hoffnung

Die Schneeflur steht Gebüsches voll,
Das um die weißen Dörfer zweigt
Und schon in braunem Flechtwerk zeigt,
Wie alles bald hier grünen soll.
O Bach, wie wird dir’s ... weiterlesen


Das belebte Bild

Die schwarze Erd‘ ist durchgebrochen
Da, dort aus weißer Landschaft Schnee;
Ein feines Bild, wie stahlgestochen,
Liegt vor mir, Tal und Wald und Höh‘.

... weiterlesen


Wellenlaut

Die Sonne sank und die Libelle
Ist schlafen in das Laub gegangen;
Noch sitz‘ und horch‘ ich, was die Welle
Mit ew’gem Rauschen mag verlangen.
Wie oft mein Herz ... weiterlesen


Der Fremdling

Die Sonne strahlt von Wald und Hügeln;
Dorfgänse fröhlich tauchen, flügeln
Im Flusse dort; das blaue Klar
Durchstreift der Tauben weiße Schar.

Der Tag will ... weiterlesen


Ländliche Einrichtung

Die Uhr ruft Kukuk! von der Wand,
Die Bibel steht am Sims zur Hand,
Herauf zum Fenster Rosen blühen;
Zur Kürzung vieler Sammlermühen
Ist dicht dabei der Bienenstand
... weiterlesen


Fluch des Schönen

Die Vergänglichkeit des Schönen
Zeigt sich mir in diesen Tönen.
Voltsgesang zog vor mir her!
Macht er nicht das Herz mir schwer?

Denn wie schnell hat ... weiterlesen


Bemühte Gegenwart

Die Vögel lockten mich zu Wald
Von deinem Ufer, See;
Doch siehst du, dass ich wieder bald
An deiner Brandung steh‘!

Die Vögel sangen mir zu Haus
Schon ... weiterlesen


Sommerlärm

Die Wachtel schlägt, die Grille
Durchschrillt die Abendstille
Der sommerlichen Saat,
Und, wie sich zugewunken,
Erklagt der Gang der Unken
Dort aus dem Teich am ... weiterlesen


Hausarrest.

Die Wiesenberge sind durchschnitten
Von Pfaden, die zu Gast mich bitten,
Schon lusterweckend abzusehn,
Und wie viel leckrer zu begehn!

Das Leiden eines trocknen ... weiterlesen


Hausarrest

Die Wiesenberge sind durchschnitten
Von Pfaden, die zu Gast mich bitten,
Schon lusterweckend anzusehn,
Und wie viel leckrer zu begehn!

Das Leiden eines trocknen ... weiterlesen


Die schöne Ordnung

Die Wäldern lagern sich schon braun
Entlang den sanften Wiesenau’n,
Wo nicht mehr bunte Blumenpracht,
Doch noch die Zeitlos‘ herbstlich lacht.

Was freut mich ... weiterlesen


Traulichkeit

Die Ähren sind schon traulich;
Denn wenn ich still beschaulich
So durch die Äcker schlendre hin,
So fassen sie mich sanft an’s Kinn;
Auch mir ist dann fürwahr zu ... weiterlesen


Die Klosterglocken

Dies Läuten klang vordem für Nonnen.
Was haben sie, die Welt gewonnen,
Die ihnen spät den Pilgerstab
Nach der entwöhnten Freiheit gab? –

Ein frohes Vöglein, ... weiterlesen


Flüchtiger Reiz

Diese Rosen mahnen heute:
Pflück` uns heute!
Nimm das Heute froh zur Beute!
Denn du wirst schon morgen sehn
Uns vergehn
Und dabei betroffen stehn!


An den Specht

Diesen Morgen, lieber Specht,
Riefst du mir im Walde.
Hast du auch ein Bürgerrecht
An des Dorfes Halde,

Dass du Abends rufst so frisch,
Offnem Fenster ... weiterlesen


Zwischen Wäldern

Dir ruht ein eigenes Metall,
O Kuckuck, m der Kehle!
Drum liebt den Laut, wie Glockenschall,
Die horchsam stille Seele.

Wie der aus heil`ger Kirche dringt
... weiterlesen


Im Dome

Dom und Hymne! Andachtsleute!
Wenn sie Alle stürben heute,
Möchte‘ ich nicht der Richter sein
Ihrer Mängel, groß und klein.
Doch den Gottesgruß Erbarmen
... weiterlesen


Die ruhende Wolke

Donnerwolke, die gegrollt
Und nun ausruht glänzend hold,
Die so abendruhig schweigt,
Sich dem Kuckuck horchend neigt
Über grüner Wälder Kern,
Kaum erst ... weiterlesen


Die Dorfkinder

Dorfkinder, zwischen Hecken
Entflieht ihr mir so schnell.
Wer wollt‘ euch denn erschrecken?
Blickt nicht mein Auge hell?

Ein unnatürlich Wesen
Der ... weiterlesen


Ländliche Langeweile

Dort am Bauernhaus vor Wonne
Gähnt ein Kätzchen in die Sonne!
Mehr, als zwischen städt’schem Tande,
Tat ich’s selbst wohl auf dem Lande;
Doch dies in die Sonne ... weiterlesen


Die Ruhestunde

Dort ein Haus im Sonnenschein
Zieht die grünen Läden ein.
Glücklicher Bewohner du
In des Zimmers kühler Ruh!
Denn vom Sommertag das Beste
Bleibt doch immer die Sieste.


Die drei Sterbenden

Dort in dem Waldtal fiel ein Schuss,
Durch den ein Wild verbluten muss.
Die Echo-Felsen, denen trau
Und lieb der Hirsch ist, schrieen laut;
Auch fand ihr Weheklagen ... weiterlesen


Alpenglühen

Dort in der hintern Alpen Kern,
Dort im Tiroler Lande fern,
Glüht hoch am Schnee das Abendrot,
Das in der Nähe lang ist tot
Und selbst am Säntis schon ergraut.
... weiterlesen


Die neue Ansiedlung

Dort lehnen neue Hütten traut
Sich an den Wald, noch kaum gebaut
Und Wirbeln seh` ich jungen Rauch
Zuerst empor nach Wald und Strauch.

Habt Dank, ihr lieben ... weiterlesen


Das nahende Vergnügen

Dort macht die Sonn` auf Farben Halt,
Die sich, nach unbestimmter Schau,
Zu einer weiblichen Gestalt,
Zum Lichtbild einer schlanken Frau,
Im Waldgang fern ... weiterlesen


Die Ritterschlösser

Dort ob dem Wasserbette
Ragt eine Felsenkette
Aus Tannenwald empor,
Die noch mit Turm und Zinnen
Nicht jedes Schloss, doch drinnen
Die Tapfern längst verlor.
... weiterlesen


Der beneidete Mond

Dort sitzt sie bei der Kerze Licht,
Zum Nähzeug neigt sich ihr Gesicht;
Nun geht sie schlafen stillgemut;
Der Mond am Kammerfenster ruht. –
Er nimmt, der gute Mond, ... weiterlesen


Anmahnung

Dort über dem Zeitlosental
Raucht ein Kamin am Wald.
Was ist es, das mit einemmal
So traulich ihm entwallt?

Mir ist, als steig‘ im Rauch heran
Die traute ... weiterlesen


Der Beneidete

Dort zieht ein ferner Wandrer hin.
Ich wollt`, ich hätte seinen Sinn,
In meinem Kopfe seinen Plan
Und setzte meine Kraft daran:
Die Welt war` lachend von Gesicht
... weiterlesen


Dorf und Feld

Draußen an dem letzten Haus
Blick‘ ich froh in’s Feld hinaus,
Blick‘ ich froh in’s Dorf zurück,
Wählend zwischen Beider Glück,
Und zufrieden ganz gesellt
... weiterlesen


Die drei Freunde

Drei Freunde dort im Schattengang
Verfolgt mein stiller Blick schon lang.
Viel Glück euch liebenden Genossen!
Die Rosen von des Hages Sprossen
Begleiten euch mit süßem ... weiterlesen


Die drei Burgen

Drei Schlösser in Ruinen!
Wie ward wohl zwischen ihnen
Von Fels zu Felsen einst verkehrt?
Hielt eine Burg die andre wert?

Schwang Liebeshand ihr Linnen
Hin ... weiterlesen


Drescher-Rhythmus

Drescher-Rhythmus aus den Scheunen
Tönt mir hinter Busch und Zäunen.
Einfach, klingt er doch auch so
Nicht den Klang von leerem Stroh.

Ja, ich könnt‘ ihn ... weiterlesen


Die Glücklichen

Droben schwebt ein Weihenpaar,
Wiegt sich sanft im blauen Klar.
Ihnen ward ein freudig Los;
Doch auch mir im Gräserschoß.
Beide sehn wir, hell und munter,
Ich ... weiterlesen


Dankesschuld

Du batst um nichts. Doch einen Groschen
Dir, Bild der Armut, bot ich dar;
Da ward dein Auge, halb erloschen,
Vor Dank und Freude wieder klar.

In dein Gebet mich ... weiterlesen


Antwort auf ihre Nachschrift

Du beklagtest des Briefchens Eile,
Dass die Fehler nicht der Feile
Bessrem Fleiß gewichen sind.
Lass dich nur ein Andres lehren:
zwischen schwere goldne Ähren
... weiterlesen


Verwandlung

Du bist nicht mehr das alte Land,
Wo Farb` und Wohllaut war verbannt,
Wie stumm und braun es vor mir lag:
Du huldigst laut dem Frühlingstag!

Nelebt sich deine ... weiterlesen


Der Landmann als Frühlingsmusiker

Du blättelst auf dem jungen Blatt,
Das dir der Lenz gespendet hat.
Recht aus der grünenden Natur
Greifst du dein Lob der Maienflur.
So steh` ich hinter deinem Glück
... weiterlesen


Zu frühe

Du da, meine Augenluft,
Zeitlos‘? – aber im August!
Frühe, warum kommst du schon
Und entziehst dir selbst den Lohn,
Mich zu stimmen wehmutslind
Für des Jahrs ... weiterlesen


An einen Schmetterling

Du drangst mit Lust und Blütendüften,
O Schmetterling, herein zur Stadt,
Unwissend, was dich aus den Lüften
Des Feldes her verschagen hat.
Du weilst an jedem ... weiterlesen


Kleinmut

Du Eichlein und du Buchenbäumlein,
Klein, dünnbestielt, zweiblättrig noch,
Wie wählet ihr ein kleines Räumlein
Dort unter jenem Busche doch!

Wenn ihr nun ... weiterlesen


Zu belauschen

Du forderst, Kukuk, ohne Ruh`
Aufmerksamkeit für dein Kuku!
Ist doch im Wald auch ohne dich
Belauschenswert noch manches Ding;
Schon lange hier umgaukeln mich
Ein ... weiterlesen


Mittagsschläfer

Du fällst auf mich aus einer Rose
Herab im Traume, goldner Käfer,
Und weckst aus süßem Traumgekose
Auch mich, den zweiten Mittagsschläfer.
Doch wohl uns beiden ... weiterlesen


Der gewünschte Leser

Du Gesunder, sei ein Gänger
Selbst durch Berg und Wald und Gegend.
Selber wanderfroh, nicht länger
Immer nur des Lesens pflegend!

Wirst du krank, dann magst du ... weiterlesen


Malerdrang

Du Herde dort im Abendlicht,
Befriedige den Durst noch nicht!
O schlürf am grünen Ufer immer
Aus blauem Flusse goldnen Schimmer!
Ich muss, auch ohne Farbenschalen
... weiterlesen


Unwissenheit

Du irrst hernieder, Fall an Fall,
Mit holdem Murmeln, frischem Schall,
Du trauter Bach, im Überhang
Der Büsche, voller Lebensdrang.
Wohin? wohin?
Ich weiß es ... weiterlesen


Die beiden Glücklichen

Du Knabe ziehst das Tal entlang,
Hell singend, deinen Weg;
Verborgen lausch` ich dir schon lang
In Wald und Buchgeheg.

Der blaue Himmel hier umfasst
Zwei ... weiterlesen


Der wandernde Geselle

Du lachst, o Lenz, zur Welt herein
Mit Luft und Farbenhelle;
Doch singet nur vom `Schätzelein`
Der wandernde Geselle.

Als Frühling fühlt er selber sich,
... weiterlesen


Dorf und Tal.

Du lächelst wieder,
Dir unbewusst,
O Dörfchen nieder
In meine Brust.

Die roten Dächer
Aus grünem Saum,
Des Wehres Fächer
... weiterlesen


Die Nonne – I.

Du Rose meiner Einsamkeit,
Die mir ihr duftig Mitleid weiht,
Auch du, so kerkerlich umschlossen,
Musst hier in Kreuzgangmauern sprossen!

Ein zugemessner Abschnitt ... weiterlesen


An einen Nichtleser meiner Gedichte

Du sagst mit Recht: genug der Plage,
Die ich vom Wetter selber trage.
Der plagte sich noch durch Gedichte,
Die sich befassen immer nur
Mit jedem Wechsel der Natur;
... weiterlesen


Natur und Menschenfleiß

Du schöne Erd‘, in kurzer Frist
Verlass‘ ich deine Auen.
Was kann mir’s frommen, ob du bist
Gleich herrlich stets zu schauen?

Und doch, uneigennützig ... weiterlesen


Der vorausfliegende Falter

Du schöner, bunter Schmetterling,
Auch Menschenglück ist solch ein Ding,
Fliegt uns, Gefild und Busch entlang,
Voraus auf unserm Sommergang;
Wir lassen gern uns ... weiterlesen


Beim Scheiden

Du schönheitsvolles Land,
So soll ich dich verlassen?
Den letzten Baum am Rand
Des Tannentals umfassen?

Das Bergschloss soll mir nicht
Im Sonnenstrahl mehr ... weiterlesen


Rückerinnerungen - I.

Du sprachst nicht lang vor deinem Tod:
„Ich muss euch, fühl‘ ich wohl, verlassen.“
Doch wir, noch minder bang, vergaßen
Voll Hoffnung die gedrohte Not.

Die ... weiterlesen


Bergesstille

Du stiller Berg, hast deine Freude
Gern an das Menschen Wort und Ton.
Du trägst den Schall weit durch die Heide
Als Gruß von deinem liebsten Sohn.
Auch meine Stimme lass ... weiterlesen


An den Ostwind

Du wehst mich, frischer Ostwind, an,
Wie aus der Menschheit schönem Morgen,
Wo ihr die holde Zeit verrann
Noch ohne Tadel, ohne Sorgen.

O wehe nicht so rasch ... weiterlesen


Der schöne Morgen

Du wölbst empor das Himmelblau,
Wirfst hin des Duftes Silbergrau
Und blitzest Strahlen durch den Tau
Der morgengoldnen Wiesenau.
Der Geist, der nichts als Schönheit ... weiterlesen


Das Zanken

Du zürnst und zankst; o wirf mir nicht
Die Rose Wahrheit ins Gesicht,
Die so an mir nur niederfällt!
Dem, der sie sanft entgegenhält,
Nehm‘ ich sie ab in stiller ... weiterlesen


Im Sturme

Durch all dies stürmische Gestöhne
Vernehm` ich ferne Glockentöne.
Vom Winde nicht hierhergeführt,
Hätt` all ihr Laut mich nie berühtr.

O sanft ... weiterlesen


Der goldne Morgen

Durch das Morgengold
Schallt die Glocke hold
Und zum Schneegebirg sich ballt
Leichter Wolken Duftgestalt.
Mit dem goldnen Tun vermähle
Dich, o Klang und Duft der Seele!


Die fallenden Früchte

Durch das stille Dunkel schallen
Äpfel, die in Zwischenräumen
Von des Weges vollen Bäumen
In die Herbstnacht niederfallen.

Zeit ist’s nun der letzten ... weiterlesen


Der Nachen

Durch des Flusses stille Räume,
Um des Hügels Schattenbäume
Treibt ein Vater seinen Nachen;
Bei der kleinen Kinder Lachen
Schöpft die Mutter aus dem Flusse
... weiterlesen


Geist und Ferne

Durch des Waldes offne Lücken
Schauen blaue Bergesrücken,
Kennbar kaum, aus fernstem Duft.
Sind sie Körper? sind sie Luft?

Dorthin träum` ich; sind ... weiterlesen


Hinweisung

Durch die Natur nur hinzugehn,
Sich da um Bilder umzusehn,
Scheint euch mein Sinn allein und Trachten:
Darauf jedoch will niemand achten,
Daß doch durch diesen ... weiterlesen


Betretenheit

Durch grüne Wipfel floh
Ein schneller Vogel hin.
Ich horcht` ihm lange froh,
Ja, mit beglücktem Sinn.
Nun hat er, möcht` ich klagen,
Mein Glück davongetragen.


Ländliche Gefühle

Durch wie manches „Guten Abend!“
Bin ich aus dem Dorf gegangen,
Und durch Wohlgeruch, wie labend!
Ward ich im Gefild empfangen!

Wie hat süße Abendkühle
... weiterlesen


Der Widerwärtige

Dünkt euch ein Mensch rech widerwärtig,
So seid nicht zank- und tadelfertig;
Dankt Gott für eure bessre Art!
Und da der Mensch durch Widerwart
Vor euch verkürzt ... weiterlesen


Von nun an

Edler Toter, schönes Haus!
Ach, nun trägt man ihn hinaus,
Neben seinem Gut und Garten,
Die nun andrer Pfleger warten!
Welch ein Glück, mit Geist genossen,
All ... weiterlesen


Die entlaubte Eiche

Eiche, nach gefallnem Laub
Zeigst du Astwerk ohne Zahl;
Deine Laubpracht ward zum Raub
Grimmer Zeit; du stehest kahl.
Doch nun erst in ihrer Blöße
Macht mich ... weiterlesen


Das alte Gesicht

Ein alt Gesicht spricht lehrend an.
Man fragt wohl still, was hat der Mann
Jahr aus, Jahr ein erleben müssen,
Um unser Auge so zu grüßen,
Daß es nur zweifelnd auf ... weiterlesen


Anklang

Ein Anklang treffe nur das Herz,
So nimmt den Weg es himmelswärts;
Klein Glockenklang ist aufgedrungen,
Wie hoch der Hörer sich geschwungen.

Mein Liebesanruf ... weiterlesen


Der Berghof

Ein Bauerhof, statt Ritterschlosses,
Schmückt nun des Berges grünes Haupt,
Das statt verwilderten Gesprosses
Des Gartens junges Hag umlaubt.

Haus, Hof hat hier ... weiterlesen


Geburtstagsfeier im Sommer

Ein blauer Erntetag erstand
Und rief die Welt zum Fleiß;
Uns aber, deine Kinder, mahnt
Er zu der Mutter Preis.

Er brach uns feiertäglich an
Und müßig ... weiterlesen


Im Talesgrund

Ein Blumental herniedersteigt,
Vom Erlenbach durchschnitten,
Von Eichenwäldern überneigt;
Dort bin ich gerne mitten,
Wenn hüben bald
Und drüben bald
Bald ... weiterlesen


Bei der Annäherung

Ein Dom aus vieler Giebel Rauch
Ragt hochbetürmt hervor,
Und durch des Abends stillen Hauch
Erschallt der Glocken Chor.
Wann grüßt sich Ohr und Auge satt
... weiterlesen


Die Insel der Poesie

Ein Eiland, busch- und blütenvoll,
Wo stets das Lied der Vögel scholl,
Erhebt sich aus dem blauen Strom.
Ob’s wohl allmählig aufwärts klomm,
Ein Sammelberg aus ... weiterlesen


Die Lichtseite

Ein einsam Wandernder — wie oft
Bin ich es einst gewesen!
Ich Hab` gefürchtet und gehofft —
Gewußt hat es kein Wesen.

Auch dies hat eine Seite Licht.
... weiterlesen


Der traurige Kuckuck

Ein einzeln trauriges Kuku!
Durchtönt die tiefe Wälderruh;
Die Luft ist von Gewittern schwül,
Kein Lied beseelt mich, kein Gefühl!
O Kuckuck nimm die Antwort hin,
... weiterlesen


Stille! Stille!

Ein Eisvogel, blau, in Wonne,
Mustert Fluss und Abendsonne,
Selbst ein Prachtbild, dort vom Zweig. –
Schau, bewundre, doch schweig!
Herz, ein Vogel sitzt dort still,
... weiterlesen


Der seltene Kuss

Ein Freund – es war der Kerner,
Der Welt war er noch ferner,
Einsam sein Aufenthalt
Auf Welzheims weitem Wald, --

Ist einst mit mir gegangen;
Da küsst‘ ... weiterlesen


Die bewegte Landschaft

Ein gar zu ruhig Schauen
Auf weite Landschaftsauen
Könnt` endlich mich ermatten.
Drum Dank dem Wolkenschatten,
Der schnell das Land verdunkelt,
Daß dann es ... weiterlesen


Die alte Stadt

Ein jedes Tor der alten Stadt
Ruft türmend: schau und merk‘,
Was sie für Kunst und Sitte hat,
Am ehrenfesten Werk!

Dazwischen auch die Mauer spricht,
... weiterlesen


Das Glockenhaus

Ein Kirchturm dort sich hoch erhebt,
Aus dem Geläute schütternd bebt.
Der Durchblick durch das Glockenhaus
Des finstern Turmes führt hinaus
In’s Abendrot, das hold ... weiterlesen


Die Fensterruine

Ein Kreuzstock ragt von Stein
Hoch an der Schlossruin‘
Und Wolken sehn herein
Ernst im Vorüberziehn.

Der Pfeiler in der Luft
Steht längst entfenstert ... weiterlesen


Wald und Fluss

Ein Kuckuck ob den Wellen!
Es freut den Waldgesellen,
Dass er mit Berg und Wald
Hier an den Fluss geriet.
Sein Gruß entgegenschallt
Dem neuen Schallgebiet.


Waldfreude

Ein Kukuk aus dem Wald heraus
Hat sich genähert Dorf und Haus;
Heut sieht er sich hier außen um,
Doch lobt er nur sein Wäldertum
Und ruft durch Wiesen, Tal und Feld
... weiterlesen


Der ferne Laut

Ein Lenzlaut ferne draußen ruft;
Kaum ist er noch zu kennen,
Kaum von der blau ergross’nen Luft,
Kaum mehr vom Nichts zu trennen!

Solch leis Gemisch von Nichts ... weiterlesen


Sternentrost

Ein Rosenschimmer kämpft im Tal
Mit vorgeschrittnem Dunkelblau.
Blickst du hinunter noch einmal
So harrt auf dich nur düstres Grau.
Doch über dir in Himmelsferne
... weiterlesen


Lichteszauber

Ein Schatten erjagte den grünen Wald
Und dunkelt ihn, färbet ihn ernst und kalt.
Doch sieh, schon ruht die Sonnenflamme
Erneut auf weißem Birkenstamme! –
Ja, girre ... weiterlesen


Die blaue Luft

Ein Schatten wirft herab sich kalt
Von Felsenzack‘ und Buchenwald.
Dazwischen färbt die Herbstzeitlosen
Der Wies‘ und Morgenstrahl wie Rosen.
Ich bin von Seligkeit ... weiterlesen


Verschönerung

Ein Schuss gefallen
In Waldeshallen!
Der stille Genuss,
Der lärmende Schuss,
Was schweigt und was tönt,
Wird drinnen verschönt.


Der neckende Baum

Ein schwacher Rest der Regennacht
Aus eines Baumes Sonnenpracht
Hat plötzlich säuselnd mich begossen.
Was sollen diese Sommerpossen?
Steht unter dir, o stiller Baum,
... weiterlesen


Die Spätjahrssonne

Ein schwacher Schein der Spätjahrssonne
Dringt durch das Baumgezweig.
Ich bringe nicht Begeistrungswonne.
Mit mir von Feld und Steig,

Ich bringe nur ... weiterlesen


Weiter wandelnd

Ein schwarzer Meiler hier,
Dort weiß im Alprevier
Gebirge, himmelklar,
Schneetragend immer dar!

Dann wieder hält der grüne Tann
Den Blick mir in ... weiterlesen


Die braune Wiese

Ein Sommerwind durchwebet bang
Die Wiese, braun von Samen.
O Zeit, bald wird es dir zu lang
Beim holden Sommernamen!
Das Reich, das du vom Frühling erbst,
Vergibst ... weiterlesen


Unerreichbar

Ein stilles Uebertragen
Des Hauches der Natur
In meines Liedes Klagen,
Ach, gönnte sie es nur!

Was sagt das Wort, das scharfe?
Ihm fehlt der Saite ... weiterlesen


Ein toter Vogel

Ein toter Vogel! Blumen sehn
Mild auf des Leichnams Vergehn,
Sanftherzig ihrer Würze Duft
Vergeugend in die Totenluft.

Wie wenden wir entsetzt uns ab
Von ... weiterlesen


Regenverkündigung

Ein Vöglein rufet: schütt! schütt! schütt!
Den Regen kündend. Haus und Hütt‘
Sind weit entfernt;
Allein es lernt
Im Mai so frohen Sinn der Geist,
Dass er ... weiterlesen


Am Gebirgsrande

Ein Waldpfad, steil und schmal,
Entlang den Felsen lief;
Auf Küh‘ im grünen Tal
Blickt‘ ich hinunter tief.

Geglocke fern und klar,
Kennbar der Gaisen ... weiterlesen


Dorf und Tanne

Ein waldverirrter Tannenbaum
Entwuchs des Dorfes Grunde;
Er nimmt sich gern vom Lebenstraum
Der Menschen stille Kunde.

Auch er gibt Kunde Alt und Jung
Vom ... weiterlesen


Begnügung

Ein Wohnsitz bist du nicht der Engel,
O Welt der Mängel!
Doch Gutes unter Schlimmem finden,
Es warm empfinden,
Ist eines Menschenlebens wert.
Undankbar ist, wer mehr begehrt.


Landmannsmut

Ein Zwiegespräch mit Winzern, Bauern
Hat oft mir wieder Kraft gegeben,
Nach ihrem Vorbild auszudauern
Und mit Vertrauen fortzuleben.
O hielt‘ ich stets doch an das ... weiterlesen


Au‘gelände

Eine weite, blaue See,
Nussbaumvolle Wiesenhöh‘,
Au’gelände, Fischerhütten,
Wellen, die an’s Ufer schütten,
Weißer Alpen Felsenzinne –
Komm‘ und ... weiterlesen


Wart und Pflege

Einen Garten nie besaß ich;
Doch, o Freunde, nie vergaß ich,
Daß die Welt der Garten ist,
Der von dem zu warten ist,
Welchen Gott der schönen Welt
Mit zum ... weiterlesen


Malerischer Ausblick

Einen Sack um dich geschlagen,
Braunen Schlapphut auf dem Haupt,
Lässt du deine Ziegen nagen,
Kauernd, vom Gestrüpp umlaubt.
Hirtenmädchen, wie getrost
Wehrst du ... weiterlesen


In einem Kurorte

Einer jugendlichen Zimmernachbarin.

Bald mit dem schönen Aufenthalt,
Mit dem Genuß von Thal und Wald
Hat mir die Zeit auch hingerafft,
Verehrte, deine ... weiterlesen


In Regenwetter

Eingeregnet hat`s mich Armen
In dies giebelreiche Städtchen;
Müßig harr` ich; zeigt Erbarmen,
Ihr, des Ortes liebe Mädchen!

Ach, verschmähet ihr so lange
... weiterlesen


Das Jägerhaus

Einsam durch das Berggestein
Folgt‘ ich einem gähen Steig;
Über mir hing traut herein
Ahorn-, Esch- und Buchenzweig.

Wer die Höhe dort erreicht
Auf dem ... weiterlesen


Aufrichtung

Einsam ist es um mich her,
Meine Stimmung auch ist schwer,
Gleich, als war` es meine Sache,
Daß mein Denken klar sich mache,
Was als Dunkel mich umgibt
Und ... weiterlesen


Auf einsiedlerischem Wege

Einsamer Anger, traulich öde,
Wo mich des Flüsschens Buschwerk schützt,
Frei bin ich hier von fremder Rede,
Die meinem Herzen nicht genützt.

Ich schau‘ ... weiterlesen


Des Vogels Schatten

Einst war mein Blick so unbeschränkt,
Nun ruht er, auf den Weg gesenkt,
Als ob ein trüber Geist ihn banne
Auf dieses Pfades nächste Spanne.

Sonst schwärmt‘ ... weiterlesen


Frühlingswirkung

Emporgereckt zum Lerchensang,
Hinabgebückt zum Frühlingsflor,
Im Streit mit dichter Zweige Drang,
Dann in die Aussicht tretend vor,
Bei jedem Tun und Ruh`n der ... weiterlesen


Die Heimkehrenden

Endlich nimmt die Stadt mich auf.
Bald zum Münster geht mein Lauf,
Das mich immer staunen macht
Mit des Turmes alter Pracht.

Wasserspeier an ihm dräun,
... weiterlesen


Die erreichte Ferne

Entfernten Landes manche Stunden
Hat nun mein Tagmarsch überwunden.
Was wiegt mir vor? Der Ahnung Blau,
In dem mein Morgenblick geschwommen?
Was mir als bunte ... weiterlesen


An die Grille

Erdfarbenes Wesen, kleine Grille,
Lass immer tönen dein Geschrille,
Sing deine Erdenmelodie!
Verströmt das Lied der Nachtigallen,
So muss uns bald auch sie gefallen;
... weiterlesen


Wunsch

Erlen, Weiden
Wehn im Wind,
Seufzen, wie im Ton von Leiden,
Langsam bald und bald geschwind.

Könnt‘ ich diese Töne haschen,
Tragen in mein stummes ... weiterlesen


Die Wohlgerüche

Erwacht ist der Gerüche Leben;
Es blühn ja Rosen, Saat und Reben.
Nicht Blüt‘ allein, das Welken auch
Des Heues, wird zum Würzehauch.
In Garten, Weinberg, Gras, ... weiterlesen


Frühlingswehen

Es blüht das Gras, es blühn die Träume
Und Lüfte wehn mir zu, wie Träume.
Was mich berührt so hold und frisch,
Ach, wie verweht es träumerisch!
Ist es — ich ... weiterlesen


Waldfrage

Es freut mein schüchtern Herz, zu lauschen
Auf dieses Waldes kräftig Rauschen.
Das Rauschen frägt mich bis in’s Mark:
Freund, bleibst du freigesinnt und stark?

... weiterlesen


Vaterländischer Anblick

Es hängt vom Stockbrett manche Nelk‘
Herunter nach dem Hausgebälk
Und hinterm Birnbaum schimmert vor
Als Fensterschmuck Levkojenflor.

Milchtöpfe liegen nach ... weiterlesen


Ständerlinge

Es ist der schwäb’sche Ständerling
Ein aller Welt bekanntes Ding.
Denn überall macht Jung und Alt,
Sich kennend und begegnend, Halt;
Man feiert beim Vorübergehn
... weiterlesen


Suchen und Finden

Es ist ein schönes Suchen
Im Hain ergrünter Buchen:
Es ist ein freudig Finden
Im Dufte blüh`nder Linden,
Wenn sich die Frühlingszeit verflicht
Dir wie von ... weiterlesen


Das Weinlaub

Es knallt der Schuss, der Schwärmer pufft
Und nichts als Jauchzen trägt die Luft.
Die Zeit erlaubt nicht, still zu sein;
Wir schneiden Trauben, keltern Wein.

Ein ... weiterlesen


Das gestörte Paar

Es kosten zwei Vöglein am Walde,
Dort, wo er heraustritt zur Halde;
Da schritt ich voran in den Hain
Und flog nun das Eine waldein,
Das Andere, ach, mir zum Graus,
... weiterlesen


Der Allbelebende

Es lebt zu andrer Leben Speise
Der Wurm allein,
Und doch auf seine Lebensreise
Ward Lust und Pein
Auch ihm vom Schöpfer mitgegeben
Gott wird nicht fertig, zu beleben.


Vater und Sohn

Es mühen Vater, Sohn
Im Tagwerk hier sich ab:
Wo, Vater, blieb der Lohn,
Den dir das Schicksal gab?

Du hast an Arbeit schwer
Zu tragen schon geglaubt
... weiterlesen


Wind und Wasserfall

Es möchte gern der Wasserfall
Die weite Luft durchrasen;
Doch ach, wie wird sein Zornesschall
Auf frischer Tat zerblasen!

Ergrimmt tritt er zum Abgrund vorn,
... weiterlesen


Beklemmung

Es ruht der Weg in tiefer Stille;
Die Luft ist grau, kein Wanderwille
Zeigt heute sich im dunkeln Tal;
Der Bach nur will von seinem Leben
In Sehnsuchtslauten Kunde ... weiterlesen


Kind und Greis

Es scheint der Unschuld Glorie
Durch’s goldne Knabenhaar.
Gott gebe, sie durchschimmerte
Es immer sonnig klar!

Wie froh das Kind den Greis umhüpft
Des ... weiterlesen


Naturauffassung

Es träum‘ ein Gott in der Natur,
Im Menschen sei er aufgewacht!
So freut nicht der Erwachte nur,
Mich freut auch seiner träume Pracht.

Bei Sonnenschein und ... weiterlesen


Das alte Handwerk

Fabrike an Fabrike!
Vorüber, schaue Blicke!
Das alte Handwerk hält euch fest.
Wie seinen Hammer treffen lässt
Der Schmied da drin, der wackre Mann!
Er heimelt ... weiterlesen


In Waldesdickicht.

Fasst mich ein Furchgefühl,
O Wald, in deinem Kühl,
Weil süßes goldnes Licht
Mir Einsamem gebricht?
Was sagt so hehr, so düster
Unendliches Geflüster?
... weiterlesen


Am Rand eines Erntefeldes

Feldflasch‘ und Wämser sieh abseiten,
Die Leute selbst im Erntefeld!
So mahnt uns ein Gerät zu Zeitn,
Ein trautes Kleid, das in der Welt
Als Merkmal ist ... weiterlesen


In der Wasserferne

Fern regen schwarze Punkt‘ in Reih’n
Sich auf des Wasser stillen Spiegeln.
Wie Vögel dort des Bads sich freu’n,
Zeigt nun ein aufgerichtet Flügeln.

Ein ... weiterlesen


Abendfeuer

Feuerstämmchen dort und hier
Sind im Feld zu sehn
Und Vergnügen macht es mir,
Wie die Räuche wehn.

Das umpflügte Herbstgefild,
Berg und Thal und ... weiterlesen


Morgens ausgehend

Fischreiher auf die Morgenpfeife
Sind dort am Fluss umsonst bedacht,
Indes zu meiner Morgenreise
Hat mir Erquickung schon gelacht.

Der Mensch, genießend nach der ... weiterlesen


Segensduft

Flachs, Wiesenklee und Ackerbohnen,
Getreid‘ und Reben in der Blüte!
O Land und Luft, wer kann euch lohnen
Für all die Spenden eurer Güte!
O Sommreland, o blaue ... weiterlesen


An einem Freundestische

Fliegt Red‘ und Gegenrede frisch
Von teuren Menschen um den Tisch,
So denk‘ ich wohl dazwischen bang:
Der Tisch der Liebe steht nicht lang.

Der Tisch des ... weiterlesen


Das bleibende Bild

Fluß und Mühle, Morgenschein
Und ein holdes Enkelein,
Das vom Arm der Alten lacht
Und dem Wanderer schon weiht
Süße Mädchenfreundlichkeit,
Alle seyd ihr ... weiterlesen


Die Spinnenwebe

Flößt dir Morgensonnenschein
Nicht die gute Meinung ein:
Wo es dir so Wohl gefällt,
Sey die schönste, beste Welt?

Blick umher! gefällt dir auch
Das ... weiterlesen


In nächtlicher Stunde

Frisch bläst ein Postillon zum Trab
Der nachtumgebnen Pferde.
Der Totengräber gräbt ein Grab
In nächtlich tauige Erde.

Der Wächter horch! im Städtchen ... weiterlesen


Öfters vorkommend

Frisch hat mir manchesmal gedeucht
Und lachend, was ich aufgeschrieben,
So lang des Verses Tinte feucht.
Doch ist es mir lebendig blieben?
Ich fühl‘ es manchmal still ... weiterlesen


Der weise Rat

Frischrosig horcht ein deutsches Mädchen
Von seinem Nähzeug, seinem Rädchen
Am Fensterlein aus altem Haus
Zum Nachtigallenlied heraus.

Und dort der greise Turm ... weiterlesen


Der Jahrmarkt

Froh gebärdet sich die Welt
In des Städtchens Runde
Und der Lärm des Marktes gellt
Schon seit früher Stunde.

Nach dem Jahrmarkt geht es streng
Meines ... weiterlesen


Das verlorene Frühstück

Frühstücken fliegt nach kurzer Nacht
Die Hummel froh zur Wiesenpracht.
O Himmel! Die ist abgemäht!
Und der Verstand ihr stille steht.
Teilnehmend hör‘ ich um und ... weiterlesen


Ungetrübte Lust

Futter- und doch sorgenleer,
Hungernd und doch ohne Weh,
Hüpft ihr Meisen vor mir her
Im besonnten festen Schnee.
Heil euch, denen Gott die Brust
So gewölbt für reine Lust!


Nächtlicher Gruß.

Fülle der Geliebten Zimmer,
Sanfter, goldner Mondenschein,
Und mit seinem blauen Schimmer
Sendet, Blumen ihr hinein
Euer nächtlich süßes Düften!
Spend` ihr, ... weiterlesen


Auf der Eisenbahn

Für diesmal weist mein Reiseplan
Mich in den Zwang der Eisenbahn:
Doch Morgenduft und Morgenthau
Erglänzen so auf weiter Au,
Daß Schmelz und Perlenglanz und Schein ... weiterlesen


Zur Verständigung

Für meine Dichtung war erlesen
Ein Allgemeines, die Natur:
Warum verließ ich ihre Spur,
Sprach oft von mir, von meinem Wesen?

Mein Büchlein ward dadurch ... weiterlesen


Herbstempfindung

Für wen, o Luftblau, du dich wölbst?
Wen feierst du, Natur? dich selbst?
Was ruht für warmes Lichtgefunkel
Dort auf der Waldung grünem Dunkel?

Ist es denn ... weiterlesen


Zur Erntezeit

Garbenwagen ziehn herein
Bei der Abendglocken Ton.
Bald wird Ruh‘ im Felde sein,
Unter Dach der Arbeit Lohn.

Arbeit[s]lohn,
Glockenton,
Still‘ ... weiterlesen


Der Blumengarten

Garten drunten an der Mühle,
Hell von Dahlien und bunt,
Gern durch Farben machst du kund
Des Besitzers Lustgefühle.

Schön und löblich! farbreich blicke,
... weiterlesen


Innres Genügen

Gedichte, sind sie nicht
Wie kleine, gute Taten?
Ich kann der Welt entraten
Für Tat und, für Gedicht.

Wenn dies mir je gelang,
Soll gleich die Welt es ... weiterlesen


In einem alten Kirchenchor

Geflüchtet aus des Sommers Hitze
Zum kühlen Schoß des Altertumes,
Auf eines Chorherrn braunem Sitze
Dem Werk erloschnen Bildnerruhmes,
Im Anblick glühend bunter ... weiterlesen


Über dem Donautal

gegen Gundelsingen, Lauingen und Dillingen

Endlose Eb’ne, düster Blau
Den Fluss hin! Doch fern außen schau
Mild schimmern aus dem Wetterhimmel
Ein ... weiterlesen


Zur Vesperstunde

Gegrüßt zur Feierstunde
Sei mir die alte Stadt!
Nun macht die Straßenrunde,
Was sich gemühet hat.

Der Tag hat sich geneiget,
Das Handwerk Ruhe ... weiterlesen


Mittagsduft

Gelagert in uralter Reihe,
Umruht vom blauen Mittagsduft,
Wie schimmerst du mir durch die Luft,
Gebirge, Anblick hoher Weihe!

Wie hast entgegen du geblauet
... weiterlesen


Das Ernteland

Gelbe Strecken selbst im Blau
Duftumfloss’nen Landes!
Selbst aus Fernen dringt die Schau
Vollen Erntestandes!

Warum ich fort, nicht fort
Mit der Lerche ... weiterlesen


In gemischter Gesellschaft

Gelbe Wasserlilien lachen
Aus dem Sumpf am Waldestrauf.
Fräulein hat ein Aug‘ darauf.
Was, ihr Herrn, ist da zu machen?
Da ist leider nichts zu raten,
Als galant ... weiterlesen


Wunsch

Geliebte, ja vom Erdenkleid
Bist du vergeblich nicht befreit,
Erhöht in schönre Welten!
Wenn gliederrasch, der Erd‘ entweckt,
In Mailuft glänzet das Insekt,
... weiterlesen


Sicherung

Geranium, Basilikum
Steht an des Bauern Sims herum;
Vor seinem Fenster sind Narzissen
Und Tulipanen nicht zu missen.

So bringt er sich in Sicherheit
Des ... weiterlesen


Der Gartenliebhaber

Gern öffnete sich meine Brust,
O Bürger, deiner Gartenlust!
Unwissend ganz im Baumbeschnitt,
Genöss‘ ich doch sie gerne mit.

Du führst bei heitrem ... weiterlesen


Der einsame Weg

Gerodet hat einst vieler Hand
Den Wald, um Weg hier durchzuschaffen;
Doch sei‘ ich heut‘ hier unverwandt
Nur Leere mir entgegenklaffen.
Oft bahn die Welt nur ihre ... weiterlesen


Die Stimmefrohen

Gesang, Gelächter, Kinderlallen
Schallt, wo wir durch die Gärten wallen.
Der Mai hat es im Brauche so;
Er macht die Bien‘ im Blütental,
Den Waldesvogel und zumal
... weiterlesen


Die Feierstunde

Gesegnet sei die Feierstunde!
Nun geht, das Pfeifchen in dem Munde,
Der Meister auf und ab am Strand,
Des Kindes Fragen an der Hand.

Der Worte weniger ... weiterlesen


Gewöhnung

Gewohnheit, ach, Gewohnheit nur
Durchwürzt und färbt die Frühlingsflur
Und macht sie von Gesängen laut,
Und ich, mit ihrer Lust vertraut,
Komm` als ein ... weiterlesen


Gewünschter Tausch

Gib, Schiffer, Meeresrauschen
Zu hören mir einmal!
Will dir dafür vertauschen
Mein Halmenmeer im Tal.

Im Binnenlande lassen
Sollst du dein Herz in Ruh;
... weiterlesen


Waldende

Glattes Grün, wie kann es trösten!
Und wie lacht der Wiesenplan
Den von Waldespracht Erlösten
Mit der Ruhe Grüßen an!
Welche ersehntes Augenrasten
Nach des ... weiterlesen


Heimkehr vom Grabe

Glocken läuten, Schüler dehnen
Leichgesänge bis zum Grab;
Laute Schollen, leise Tränen
Fallen auf den Sarg hinab.

Nach bestelltem Schmerz zurücke
Kommt ... weiterlesen


Nach Sonnenuntergang

Gold ward zum Rot und Violette;
Noch küssen wir an grüner Stätte,
Indem es oben schwärzlich blaut
Und neues Gold aus Sternen taut.
Sprich, Liebste, was wir wünschen ... weiterlesen


Das Hanfspreiten

Grasige Halden! wie zierlich gereiht
Zeigt sich auf ihnen des Hanfes Gespreit!
Sei mir mit Ehren genannt,
Ordnende weibliche Hand!
Holdestes Bild, wie die rüstige Frau
... weiterlesen


Abendbeleuchtung

Große, blaue Glocken leuchten
Noch zuletzt in Feuerpracht
Abendsonnig aus der feuchen,
Krautdurchgrünten Erlennacht.
Schönern Abschied gibt es nicht,
Als ihn ... weiterlesen


Glückliche Stunde

Großes, tiefes Himmelblau,
Gott und ich nur auf der Au!
Jener still in tausend Zeichen,
Ich in Ehrfurcht ohne gleichen –
Wie verlebt in solchem Bunde
Sich so ... weiterlesen


Die Liebeskette

Großmutter küsst das Enkelein;
Wie gleichen sie sich, groß und klein!
Die Mutter lehnt dort auch nicht weit,
Zulächelnd und voll Ähnlichkeit;
Natur, es bannt mich an ... weiterlesen


Vergessenheit

Grünend Buschwerk, still entlegen!
Furchtlos hier die Vögel pflegen
Ihres Sangs im Abendlich,
Achten froh des Fremden nicht,
Singen auch in seine Brust
... weiterlesen


Der bemooste Baum

Grünes Moos, o Baum, du greiser,
Schmiegt sich dir um Stamm und Reiser.
Junges Leben dich umgibt,
Den die ganze Landschaft lieb.

Streust du nur noch wenig ... weiterlesen


Die schöne Nacht

Gute Nacht, o Mond und Fluss!
Scheidend, weil ich endlich muss,
Bitt‘ ich Wiese, Hain und Garten,
Eurer Schönheit abzuwarten;
Nächtlich schau’n an meiner Statt
... weiterlesen


Waldlabyrinth

Ha! wie rauscht es in den Föhren,
Glüht der Wald in süßen Tinten!
Ach! in solchen Labyrinthen
Würde mich ein Ausweg stören.
Sonnenschein, nicht zur Entwirrung,
... weiterlesen


Grabesklänge

Ha! wie schüttern Grabesklänge
Draußen mittelalterlich!
Bis in düstre Klostergänge,
Immer ferner ziehn sie mich.

Händefaltend, stumm geworden,
Lehnend ... weiterlesen


Freier Gedankenlauf

Hab‘ ich in Schranken mich zu halten,
Wenn ich dein Los mir will gestalten
Als ein genuss- und schönheitsvolles?
Wenn dir dein ird’scher Freund, dein Mann,
Die ... weiterlesen


Das Kind im Winde

Halb die Glieder eingezogen,
Strebst du zaghaft durch den Wind?
Alle Locken sind entflogen
Deiner Stirne, liebes Kind,

Bis desselben Windes Streichen
Sie ... weiterlesen


Hamlet

Hamlet! welch ein Trauerspiel!
Hamlet, eine von den Rollen,
Die im Leben, ach, so viel
Menschenherzen spielen sollen!
Wie so Manchem hat das Leben
Zu viel Handlung aufgegeben!


Die Köhlerei

Harz- und Rußduft, Bienensang,
All den Nadelwald entlang!
Häherschrei und Spechtgehämmer
Klingt aus süßem Waldgedämmer.

Bald wie sonnig grünt das Moos,
... weiterlesen


Bei der Rückkehr in ein gastliches Haus

Hat die Trist mich lang erfreut
Und des Walds einsame Muße,
Ach, so wird der Wunsch erneut
Nach der Augen Liebesgruße,
Der an trautem Freundestisch
Mich erwartet ... weiterlesen


Das Kindervolk

Hemdig, Kindlein, oder nackt,
Von nichts Engendemgeplackt,
Scherzt ihr mir in Dorf und Flur
Seliger die Lenznatur.
Liebes Kindervolk vom Land,
Komm und reiche mir die Hand!


Herbstgang

Herbst, in Farben mannigfalt,
Mit dir streif ich durch den Wald!
Mein Gefühl ist auch nicht frei
Von der Farbenmengerei,
Welcher Beides, Welt und Grün,
Tod ... weiterlesen


Frühlingspflicht

Herz, was sollst du tun und lassen
Dieses Frühlingsglück zu fassen?
Nur die Sorgen sollst du meiden,
Doch der Freuden Andrang leiden,
Von den blütenvollen Tagen
... weiterlesen


Nachempfindung

Heuschrecken springen durch die Wiese
Und zeigen, wie die Zeit verfließe,
Ein Uhrwerk, das nicht stille steht,
Ein sichtbar Hüpfen der Sekunden,
Auch von der Zeitlos‘ ... weiterlesen


Stille Bewegung

Heuschrecken, wie sie zahllos springen,
Und welche Schaar von Schmetterlingen!
Wie kreuzt in jenen und in diesen
Sich stilles Leben in den Wiesen!
Das Leben der Natur ... weiterlesen


Sommerausblick

Heut‘ dient zur Augenweide
Der Wind mir im Getreide.
Es wogt und schwanket um mich her
Das Korn, ein trocknet, stummes Meer.

Hier sinkt, dort hebt es sich vom ... weiterlesen


Baumesknarren

Heut‘ im Walde welches Knarren
Alter Tannen?
Wind, von wannen
Lässt du schlimme Botschaft schnarren?
Bang‘ ich doch, wie angesteckt,
Was noch werde ausgeheckt?


Im Einschlummern

Hier am Bächlein im Gehölz
Kühlt die Hummel sich den Pelz;
Denn die Blumen, bunt und weiß,
Glühten draußen sommerheiß.

Welch ein schattig Trinkgemach
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Zurückgezogenheit

Hier auf verschwiegner Sorgenflucht,
Im Grund geheimer Waldesschlucht,
Erspäh` ich von der Oberwelt
Nichts, was mir in die Augen fällt,
Als Buchen, die dort ... weiterlesen


Warnung

Hier ist Waldverborgenheit
Und das letzte Licht der Schlucht
Hat ergriffen scheue Flucht,
Ließ mich stehn in innrem Streit.
Scheidend warnt es: laß es seyn!
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Betrachtung

Hier zur Linken rauscht der Bach,
Und hier recht, noch heute wach,
Ragt die alte Wart` empor,
Streben kühne Trümmer vor.

Hochumschlossnes Tannental,
Zeit ... weiterlesen


Nachts in einem Bergschlosse

Hinstarben Ritter und Gesind;
Es klagt der Schuhu, stöhnt der Wind
Durch diese ausgestorbnen Mauern,
Im Einklang mit der Vorzeit Schauern.

Der Schuhu flog vom ... weiterlesen


Trügender Schein

Hinter der entlaubten Buche
Steigt der Vollmond rot heran,
Gleich als ob auf seiner Bahn
Er zur Glut sich Reiser suche.

Könnt‘ ich mir die Finger halten
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Die goldene Freiheit

Hinträumen ob dem Lied, dem holden,
Die Abendwölkchen rot und golden,
Das du, o Drossel, vom Geäst
Des höchsten Wipfels schallen lässt.
In Lüften nur und ... weiterlesen


Beispiel

Hoch sind es in Begeisterung,
Dann tut es mi dem Weibchen jung,
Verfolg es in die Ackerbohnen.
Im Himmel und auf Erden wohnen,
Wie’s Lerchlein tut, mit ganzem Sinn,
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Der wilde Birnbaum

Holzbirnen trägt ein alter Baum,
Der sich erhebt am Waldessaum,
Ein Luftsitz für des Forstes Raben,
Die oft das laute Wort hier haben.
Gar gern‘ ich dran ... weiterlesen


Freudenreste

Horch! noch Winters geht im Schwang
Bunter Meisen kurzer Sang,
Und noch grün geblieben fast
Nach dem Bach ein Brombeerast.

Purpurfarbne Rosenfrucht
Wiegt ... weiterlesen


In Einsamkeit

Horch! was war’s? – ich lief so weit,
Froh zu sein der Einsamkeit. –
War’s Jemand, der Stimme gab? –
Eicheln raschelten herab.

Nur getrost! Kein ... weiterlesen


Frost und Freude

Hüpfst du vor Frost, vor Munterkeit,
O Rabe, vor mir durch den Schnee?
Auch mit entlüpfen Fuß und Zeh
Gar leicht sich in des Frostes Zeit.
Ich weiß nicht, ob sie durch ... weiterlesen


Sonntagspause

Hörst du dort den Betgesang,
Heilig eins mit Orgelklang?
Tauben, sonst so flügelwach,
Sonnen sich am nahen Dach,
Gleich als beteten sie mit.
Hemm‘ auch du den ... weiterlesen


Stille Erwartung

Ich bin ein Rätsel selber mir;
Doch einsam wandelnd, folg‘ ich dir,
Du herrlich ruhende Natur!
Auch du bist wohl dir rätselhaft,
Doch, wie dies keine Sorge schafft
... weiterlesen


Der versäumte Brief

Ich bin zum Freund gekommen:
Doch wünscht` ich fast es nicht,
Denn minder kann mir frommen,
Was er zu flüchtig spricht.

War` ich zu Haus geblieben,
... weiterlesen


Veränderung

Ich blick‘ heraus in die Natur
Aus meines Hauses Glück;
Sein ruhig Licht floss auf die Flur,
Floss auf die Welt zurück.

Da war die Luft erst himmelblau
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Die zwei Farben

Ich denk‘ an Lieb‘ und Kosen
Beim Rot der Frühlingsrosen,
Und bei des Flachses Bläue
An Hauswirtschaft und Treue.
Sie so beisammen hier zu sehn,
Macht, dass ... weiterlesen


Betroffenheit

Ich feh`s und bin darob erschrocken:
Ringsum mit Weißen Blütenfiocken
Ist schon bestreut der ganze Weg;
Obschon man noch auf Weg und Steg
Sich um das Eine nur ... weiterlesen


Bedenken

Ich gehe immer noch
Und frage oft mich doch:
Nach was denn geht mein Gang?
Da wird mir`s manchmal bang;
Denn immer noch aus jeder Ecke
Verhöhnen mich verschiedne ... weiterlesen


Auf ein paar Nachtverse

Ich habe diese lange Nacht
Gar viel gewacht.
Die alte Freundin Poesie
Trug aber Mitleid; denn, ach sieh!
Ein Sträußlein Verse legt sie frisch
Am Krankenbett mir ... weiterlesen


Persönlichkeit

Ich lebe, zur Person gestaltet;
Doch Er, der segnend für mich waltet,
Soll Gott Person nicht heißen können.
Die unsre Zeit ihm nicht will gönnen?
In’s Weltenall soll ... weiterlesen


Liebhaberei

Ich liebe sehr die reinste Luft;
Doch alter Bibliothekenduft,
Verschwistert mit der Vorzeit Kunst,
Dann eines düstern Kreuzgangs Moder,
An alten Glauben mahnend, oder
... weiterlesen


Das Stübchen

Ich lobte nur die freie Flur,
Vergäße, Stübchen, dich?
Und wie gespiegelt die Natur
In deinen Fenstern sich?

Und wie an deiner Deck` ein Tanz
Still ... weiterlesen


Die Wirtshäuser

Ich merke, dass als Schilder
Statt der gewohnten Bilder
Der Wirte bloße Namen
Bald in die Mode kamen.
Doch, dieser Sitte Tadler,
Vermiss‘ ich Löwen, Adler,
... weiterlesen


Das gegenwärtige Schöne

Ich müsste Ewigkeiten haben,
An allem Schönen mich zu laben.
Was nützte alles Herzverlangen
Auch Schönem, welches untergangen?
Nach Schönem, welches mir entrückt,
... weiterlesen


Wahrnehmung

Ich nahe, Liebste, dir mir Scheu
Aus meinem tiefen Weh;
Im Himmel, ewig hehr und neu,
Umfängt dich heil’ge Näh‘.

Dein Geist, die nahe Gotteswelt,
Wie ... weiterlesen


Mitklang

Ich sag‘ es ohne Röte:
Mir fehlt die Dichterflöte.
Doch Eines hat mir bereitet
Natur: mein Herz besaitet
Zum Mitklang, wenn den Strauch
Durchspielt ein Windeshauch.


Tue desgleichen!

Ich schlummert‘ im Grase;
Herauf mir zur Nase
Ragt‘ eine der duftigsten
Blumen am lustigsten,
Schattigsten Ort.
Wie haucht‘ ich in fröhlichen
Träumen ... weiterlesen


Bitte an Sie

Ich schreibe Lieder dir hinüber
Als Briefe nach der schönern Welt.
Mein Wandel ist ein gar zu trüber,
Wenn mir das Wort mit dir entfällt.

Du kannst, ich weiß ... weiterlesen


Verhalten zur Natur

Ich sehe täglich die Natur.
Doch an beglücktem Tage nur
Wirft sie von ihrem holden Seyn
In`s Herz mir einen Wiederschein.
Wer sie besieht mit Herzensöde,
Dem ... weiterlesen


In der Wildnis

Ich und das Abendsonnenlicht
Sind still hier eingekehrt.
Entlegner Wildnis Angesicht
Zu schau`n, ist uns beschert.

Kaum werden wir des Sehens satt,
Wir ... weiterlesen


Die Weggenossen

Ich ziehe freundlich meine Straße;
Wie unbekümmert ist mein Schritt!
Indes vielleicht in bitterm Hasse
Zieht meine Zukunft feindlich mit.

Ich singe frohe ... weiterlesen


Die müden Vögel

Ihr müden Vögel flieget husch
Vor mir; o bleibt im Erlenbusch;
So schön ist hier zu bleiben!
Der Flimmerschein der Scheiben
Erstarb am Wiesendörfchen dort;
Die ... weiterlesen


Abschreckung

Ihr strafet scharf und hart,
Ja selber mit dem Tod.
Lasst sehn, was diese Art
Euch für Erfolge bot!

Glücksspiel gefällt dem Geiz
In mancher ... weiterlesen


Ein Anblick unserer Tage

Ihr Türme habt, ihr ernsten Mauern,
Jahrhunderte den Fluss erblickt.
Ich seh‘ mich schmerzlichem Bedauern,
Zu welchem Werke man sich schickt.

Zerstörung droht. ... weiterlesen


Ich und unser Echo

Ihr wisset, wie wir jedesmal
Durchrufen unser Echothal.
Heut ließt ihr mich verlassen gehn;
Doch blieb ich bei dem Echo stehn,
Kam aber mit ihm überein
... weiterlesen


Nach dem Abschied

Im Abschied wird die Lieb` erst Liebe.
Wenn Brust an Brust so ruhen bliebe,
Wie sie sich an einander preßt,
Wo Scheidende sich halten fest: —
Es wäre aller Himmel ... weiterlesen


Widerstand

Im Bache Forellen,
Im Busche Libellen
Sind beide geschäftig
Und drehe sich kräftig
Entgegen den Wellen,
Den Lüftchen, den schnellen,
Frohsinnig und ... weiterlesen


Bei Eröffnung des Liederheftes

Im Feld, zufällig eingepresst
In’s Heft, auf eines Liedes Schrift,
Die ich entworfen mit dem Stift,
Schläft hier ein Mückchen, still und fest.
Die Sonnenluft ihm ... weiterlesen


Naturstille

Im Gang von Hagebuchen,
Von Eichen überragt,
Will ich die Stille suchen,
Von deren Glück man sagt.

Wohl schläft in Waldeslauben,
Im lauten Gurruku
... weiterlesen


Waldfriede

Im Kreis von Wald und Binsen
Bedeckt mit Wasserlinsen,
Wie ruht der kleine See!
Zu den geheimnsten Stellen,
Umgaukelt von Libellen,
Tritt hier ein badend Reh.
... weiterlesen


Der willkommene Regen

Im Regendufte hingestreut,
Manch Dörfchen nah und fern mich freut.
Sie sind jetzt alle regenfroh;
Es regnet Heu und Frucht und Stroh.
Dies hält auch mich Umgoßnen ... weiterlesen


Die Bestattung im Sommer

Im Sommer zur Beerdigung
Des Freunds war ich gegangen.
Wo blieben da Begeisterung
Für’s Jenseits und Verlangen?

Die Erdenschönheit war zu groß
Und herb ... weiterlesen


Unweit Mühlheim an der Donau

Im Wald hier eine Kirche, schau!
Doch wie der ausgedehnte Bau,
So wild zertrümmert,
Mein Herz bekümmert!

Noch ist hier Vogelsang nicht stumm;
Doch nicht ... weiterlesen


Immer langsam!

Immer langsam, liebe Schnecke!
Hoch die Augen fühlend recke!
Wohl dir, Kind des Blumentaus:
Durch des Grases Glanz und Düfte
Auszufühlen in die Lüfte,
Gilt auch ... weiterlesen


Ausbruch

In aufrührischem Gewimmel,
Das auf einmal droben haust,
Hängm nieder dort vom Himmel
Schwarze Wolken, wild zerzaust.

Könnten Wünsche Frieden stiften,
... weiterlesen


Das ferne Wort

In der Kirche Segensort
Sind sie jetzt erbaut vom Wort.
Dass der Lehrer schon es spende,
Zeigt des Ferngeläutes Ende.

Einsam von dem Wald umwürzt,
Seh‘ ... weiterlesen


Der Hohlweg

In einem Hohlweg wandl‘ ich hin
Und jede Umsicht fehlt darin;
Doch eine Lerch‘ in blauer Luft
Ob meinem Haupt herunterruft,
Dass droben goldnes Saatenfeld
... weiterlesen


Die einsame Burg

In einen Winkel wie verkrochen
Liegt manche deutsche Burg, gebrochen,
Und steht noch manche unter Dach
In Waldgewind, am Felsenbach.

Hier trauert so ein ... weiterlesen


Wohlgefallen

In ew’ger Unruh‘, einst, wie jetzt,
Rinnt hin der blaue Fluss;
Das Waldgebirg in Ruhe setzt
Auf’s stille Tal den Fuß,
Und beiden lächl‘ ich innig zu,
Ein ... weiterlesen


Vorzug

In ferne Höh‘ emporgestiegen
Ist jener Berge Blau;
Doch Einer will vor allen siegen
In unumschränkter Schau.

Er ruht als Gipfel über allen,
Zuvor- und ... weiterlesen


Abendfeier

In grünen Bergesgipfeln
Auf eine Welt von Wipfeln,
Fern, fern hinauszusehn,
Bis alle Glorienscheine
Der abendgoldnen Haine
In blaue Nacht vergehn,
Dies gibt ... weiterlesen


Mitgefühl

In kaltem Armutschatten wandern,
Tut weh, wenn man erblickt den Andern
Froh in des Reichtums Sonnenschein.
Man frägt sich: „Muss es denn so sein?
Des Andern Sonne, ... weiterlesen


Nach verschwundenem Nebel

In Nebel lag der ganze See;
Doch schnell entwich das graue Weh.
Die Wasser wieder farbig blühn
Und Alpenhörner drüber glühn. —
Daß so doch alles Nebelhafte
... weiterlesen


Die Rosenhecke

In stolzer Gärten Rosenhagen
Kann ich mich kalt vorübertragen;
Doch nimmt die Rosenheck‘ in Arm
Des Landmann Wiesensiedelei,
So schlägt das Herz mir liebewarm,
... weiterlesen


Reine Lust

In wie reiner Daseinslust
Schwebt ihr euren Tanz!
Mückchen, tut ihr’s unbewusst
Oder fühlt euch ganz?

Tierchen, ist ein Daseinsglück
Für das Lied zu ... weiterlesen


Bittre Lust.

Irrend durch des Waldes Pfade,
An des Baches Felsgestade,
Find` und such` ich kein Geleit.
Selbst nicht Lichtestrahlen dringen,
Wo sich Äste nicht verschlingen,
... weiterlesen


Der geförderte Fußwanderer

Ist bis dorthin zu jenem Stein
Mein Wanderschritt gedrungen,
So ist voran, nicht allzuklein,
Ein Fortschritt mir gelungen.

Von jenem Stein an setz‘ ich dann
... weiterlesen


Erfüllung

Ist dies der Hoffnung junges Grün,
Wo Blumen aller Enden blühn?
Bei aufgeschlossnen Blütensternen
Soll ich nun erst zu hoffen lernen?

Ach! dies ist mehr, als ... weiterlesen


Entzücken

Ist nicht genug des Himmels Pracht
Auf dieses Wassers klarem Spiegel?
Der Alpen milderhabne Macht
Im Duftgebiete der Uferhügel?
Bedarf’s noch ferner Glockenhalle,
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Änderung

Ja, es waren schöne Zeiten,
Als es in des Landes Weiten
Ging an`s Pflügen, Wälderlichten,
Häuserbauen, Turmerrichten.
Die Natur, ein wilder Traum,
Gab dem ... weiterlesen


Beweglichkeit.

Ja, sprosst` ich wie ein Baum
Im stillen Waldesraum,
Wie wurzelt` ich so gerne,
Uneingedenk der Ferne.
Ich triebe Blatt und Blüten
Und würd` in Freude hüten
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Der Pfarrhausgarten

Je länger blühn, Je lieber hier
Im ländlich trauten Pfarrhausgarten,
Auch duftverbreitende Gelbveilchen,
Und Apfelbäumchen im Spalier.
Schon sitz‘ ich da ein ganzes ... weiterlesen


Immer noch

Jüngst Hab` ich eine Hand gedrückt,
Die ich schon einst in meiner hatte,
Und war die Lieb` auch eine matte,
Die mir dabei im Herzen zückt`;
So war doch die ... weiterlesen


Sonnenregen

Kann auch ein Herz gleichgültig seyn
Für Regen bei der Sonne Schein?
Das meinige muß Liebe hegen
Für Saatengrün im Sonnenregen!
O strahlendes Zusammenblühn
... weiterlesen


Beim Glockenklang

Kann sein, dass dich die Andacht reut,
Wenn du zergliederst das Geläut,
Weil, was dir sonst das Herz bezwungen,
Nur tönendem Metall entsprungen.

Doch denke, ... weiterlesen


Die Kartoffeln

Kartoffeln stehen auf dem Tisch;
Ihr Kinder wählt und schälet frisch!
Es fordert des Genusses Kürze,
Dass man zuerst durch Wahl ihn würze
Und dass man habe, nächst ... weiterlesen


Kuckuck und Eichhorn

Kaum kann ein Blick den Kuckuck haschen,
Der neckend durch die Wipfel schwebt.
Dagegen ließ sich überraschen
Das Eichhorn, das dort lauschend klebt,
Bis es den Fremdling ... weiterlesen


Der Novembertag

Kaum scheint noch grüngelb eine Weide
Da, dort in kargem Blätterkleide
Aus dieses Tags Novembergrau;
Dort recht schon eine arme Frau
Ein Bündel dürres Laub ... weiterlesen


Die Knaben

Knaben froh auf Schlitten schießet
Den beschneiten Rain herunter!
Eh‘ noch kurze Zeit verfließet,
Ist der Schnee den Bach hinunter.

Doch, was kümmert’s ... weiterlesen


Frühlingsregister

Knabenkraut, gefleckt und hell,
Fleisch- und Schmalzblum‘, Küchenschell‘,
Erdrauch, ach, wie zart und fein,
Steinrech und Waldmeisterlein,
Löwenmaul, gelb, rot und ... weiterlesen


Die blumenlose Zeit

Kornnelken schon und Ackerschnallen
War das Gefilde heimgefallen;
Bald war die Zeitlos‘ an der Reih‘
Und dann das Blumenreich vorbei.
Nun, Jahrszeit, nach des Himmels ... weiterlesen


Namensunglück

Krähwinkel (dort im hintern Amt),
So rein idyllisch anzusehn,
Durch die Komödie verdammt,
Als Klatschnest durch die Zeit zu gehn!
Wie ging es, süßes Dörfchen, zu?
... weiterlesen


Die Uferwüste

Kräuterwildniß, Baldrian,
Seifenkraut, Resed` und Dill,
An`s Vergangne mahnt ihr still!
Was des Flusses Wuth gethan,
Der zerstört des Landmanns Mühen,
... weiterlesen


Das tote Feldhuhn

Körner finden tief im Schnee
Für des Hungers scharfes Weh,
Thierchen, war für dich zu schwer.
Ach, da trat ein Jäger her,
Nahm dein Leben sich aufs Korn,
... weiterlesen


Der Lebemann

Las dich doch dem Lebemann,
Nie, o Leben, traurig an!
Düstre Leute traun dir nicht,
Selbst, wenn Hoffnung für dich spricht.
Nur der Lebemann, der Gute,
Gibt sich ... weiterlesen


Wanderers Regenlied.

Lass schütten, als sinke
Der Himmel herein!
Kein Regen kann löschen,
Der Lieblichen Schein!

Es zaubert aus Tropfen
Und Tränen ihr Bild
Den ... weiterlesen


Mittags

Laub und Schatten, deckt mich hold!
Senget, warme Mittagsstrahlen!
Lasst im Grünen hier mich zahlen
Der Natur den Schlummersold,
Den sie lange schon gewollt! --
... weiterlesen


Ohneruh

Laubschatten hier und Sonnenschein
Umtanzen froh mich im Verein,
Von holdem Windhauch aufgeweht,
Der schaukelnd auf- und niedergeht,
Ein angenehmes Ohneruh,
... weiterlesen


Beruhigung

Laut hör` ich lachen, höre scherzen,
Mit Heller Stimme, nicht zu ferne.
Mein Trübsinn widerstrebte gerne,
Die Welt ist ihm zu voll von Schmerzen.

Er meint, ... weiterlesen


Der Murtner See

Leb wohl, du silbernster der Seen,
Von deines sanften Vuillys Reben,
Vom mildesten Geländ umgeben!
Du siehst mich ungern von dir gehn.

Wo ehmals stand das ... weiterlesen


Haltung

Lebe, Mensch, dem Augenblick!
Leb` ihm, doch mit innrer Kraft,
Daß nicht Glück, nicht Mißgeschick
Edler Haltung dich entrafft! —
Leben für ein ew`ges Leben,
... weiterlesen


Das Formenjoch

Lebt nicht die Seele doch
Sehr unterm Formenjoch?
Im Enkel noch Gewalt
Übt seines Ahns Gestalt,
Der, von dem Jungen ungekannt,
In ihm sein Bild und Wesen bannt.


Beim Aufstehen

Leh wohl! Du lieber Schatten hast
Mit trauter Kühlung mich erfrischt!
Wenn ich dir danke süße Rast,
So bleibt mein Dank so unverwischt,
Dass er noch immer, immer ... weiterlesen


An die Libelle

Libelle, Jungfrau ohne Tadel,
Die das metallne Blau der Nadel
Am Bachgebüsche heftet an,
Was Wunder, dass dein Tun der Freude,
Den Mai zu schmücken mit Geschmeide,
... weiterlesen


In einem Pfarrhause

Liebes dörfliches Geläute,
Ost vom nahen Turm gehört,
Gast im Dorfe, bin ich heute
Neu im Pfarrhaus eingekehrt.

Du versetzest mich mit Schmerzen
Heut‘ ... weiterlesen


Aus Stuttgart

Linquenda. Diese Inschrift hat
Ein Haus in Schwabens erster Stadt.
Ach! welche Mahnung liegt im Worte
Horazens über jener Pforte! *

* Horat. Carm. L. 2. O. 14.


An meine Freunde

Ludwig Uhland und Justinius Kerner.

Man sagt uns viel von Amors Pfeilen
Und Mancher hat ihr Werk zu heilen;
Doch auch die Freundschaft kann uns drängen,
Das Herz ... weiterlesen


Zug und Halt

Luft’ge Bäume beiderseits
Stehn am Uferwege;
Stolze Türme sein bereits
Aus dem Buschgehege;
Wenn sie fern zur Stadt mit locken,
Macht der schöne Weg mich ... weiterlesen


Wunscherfüllung

Längst von Wellen unterwaschen,
Alter Eschenbaum,
Wirst du endlich doch erhaschen
Deines Lebens Traum.
Wo sich längst dein Bild getränkt,
Siehst du liebend dich versenkt!


In nächtlicher Einsamkeit

Macht mich zu des Schreckens Raub
Nacht und Wind im Espenlaub?
Plötzlich laut aufschreiend haben
Die von mir geweckten Raben
Durch den Aufruf wild und fremd
Mir ... weiterlesen


Die Pfarrtochter

Mag sich ein Park nach Englands Weise
In Baum- und Wegpartien verwickeln;
Hier freun mich schnurgerade Gleise
Durch Buchsrabatten und Aurikeln.

Da ist verzichtet ... weiterlesen


Die Felsenwand

Mag sich um diese Felsenwand
Bald stürmisch wolkiges Gewand,
Bald warmer Sonnenschimmer legen,
Sie steht in Ruh der Zeit entgegen
Und zeuget hoch und fest und stet
... weiterlesen


Der alte Dichter

Maienwies` und Maienwald
Waren einst mein Aufenthalt;
Doch die alten Leute sterben
Und der Dichtkunst junge Erben
Haben Anderes zu thun,
Als in Wies` und Wald zu ruhn.


Die Lebenskunst

Man frägt: an dieser Erdenstätte
Soll tch den Lebensrest vollbringen?
Vielleicht an einer andern hätte
Mein Werk des Lebens mehr Gelingen?

Doch, Schicksal, ... weiterlesen


Der Blumenrand

Manch bunter Blumenknaul,
Gelblöwenmaul,
Ein Trupp Vergissmeinnicht
In blauem Licht,
Dann zwischen grünem Reis
Maiglockenweiß,
Bachnelken-Amarant
... weiterlesen


Unbestand der Empfindung

Manchmal tritt aus seiner Hülle
Gott mit seiner Liebesfülle.
Doch Gewölk ist neu im Kommen,
Reiner Blick aufs neu benommen,
Neu verwaist ist unser Thun.
... weiterlesen


Besänftigung

Mann mit finstrer Ernstesstirn`,
O gestatte mir die Frage:
Ob erlittnes Leid dein Hirn,
Ob begangnes dich plage?

Dass du keinem ganz entrannst,
Lag in ... weiterlesen


Die Gewölke

Masse Wolken ob den Wäldern,
Nasse Pfad in Tahl und Feldern,
Alles üppig somerlich!
Üppig traurig bin auch ich;
Hängt doch ach ob meinem Volke
Schwarze, schwere ... weiterlesen


Betrachtend

Mehr als der Augen heller Tag
Hält ihr vertiefter Niederschlag
Oft den Betrachter festgebannt.
Die Seel` ist dann in Gottes Hand
Still häuslich wieder eingekehrt,
... weiterlesen


Epilog

Mein Leben liegt in diesen Versen.
Wohl liegt’s darin in guter Rast.
Ein jeder trägt auf seinen Fersen
Sich selten gern mit fremder Last. –
So schrieb‘ ich denn in ... weiterlesen


Nach langem Leben

Mein Los ist, viel zu überleben,
Und, werd‘ ich einst vorüberschweben,
So sei der Rückblick mir gepriesen
Auf’s Schöne, was mir Gott gewiesen!
Ist dann vorbei der ... weiterlesen


Naturanschauung

Mir ist das Schauen der Natur
Ein unaufhörlich Staunen nur,
Das Blume, Quell und Wolke frägt,
Woher sie Art und Leben trägt?

Von Gott! von Gott! doch wer ist ... weiterlesen


Bedauern

Mir zum wahren Engel würdest du,
Störte nicht ein Zug mich in der Ruh,
Der aus deinem Unschuldsangesicht,
Knabe, mir von deinem Vater spricht!

Die Besorgnis ... weiterlesen


Am Sonntagmorgen auf einem Berge!

Misston aus des Kirchleins Enge
Triffst wohl dort im Tal mein Ohr;
Doch es schallen die Gesänge
Wohllautsvoll zur Höh` empor.
Auf kristallner Lüfte Leiter
... weiterlesen


Augenweh

Mit Augenweh
Durch Sonn‘ und Schnee
Der Landschaft schreit‘ ich fröhlich hin!
Es hat der Blick
Nicht das Geschick,
Den Glanz zu fassen, wie der Sinn.


Der Wartende

Mit deinem Schrei voll Lebenslust
Aus straffer, bunter Federbrust
Vertreibst du, Hahn, ein gutes Teil
Von meines Wartens langer Weil!

Und wenn du deiner Henne ... weiterlesen


Gegendeindruck

Mit manchem Turm, als lichtem Punkt,
Das grünende Gelände prunkt,
Doch Seufzer schatten drüber her:
Das Land ist meiner Lieben leer;
Verstorben sind sie, weggezogen,
... weiterlesen


An Eduard Mörike

Mit meinen Gedichten

Ob dir es ungesehen bliebe,
Mein Auge blickt dir Gegenliebe,
Dem Dichter, Spender süßer Lieder.
Auch blicke ich nicht schüchtern nieder,
... weiterlesen


Ohne Unterschied

Mit Recht ist dir zur Überlast
Der freche Waldinsektenschwarm;
Der Anspruch, den du draußen hast,
Macht diesem Volke keinen Harm.

Durchbrennt es selbst doch – ... weiterlesen


Die Nachteule

Mit silbern monderhellten Flügeln
Fliegt schweigend zwischen Wald und Hügeln
Vor meinem Haupt die Eule hin.
Warum nicht schwirrt dein Nachtruf heute?
So trauernd ... weiterlesen


Der neue Schmuck

Mit Sommerfäden zu umstricken
Sucht sich das weite Herbstgebild
Und lächelt dann der Freude Blicken
Ein sonnig zartes Glanzgebild.

Der Schönen gleich kannst du ... weiterlesen


Der Vergessene

Mit vollem recht
Der Städter Geschlecht,
Die Welt mich vergisst.
Denn Dorf und Hain
Und blumiger Rain,
Ihr Freundlichen, wisst,
Wie ganz im Scherz
... weiterlesen


In den Mittagsstunden

Mittag ist es auf dem See;
Kaum ein Fisch hüpft in die Höh‘,
Kaum ein Lüftchen rauscht im Rohr.
Dank dem Glück, das mich erkor,
Euer wärmstes Liebetauschen,
... weiterlesen


Die Falterstunde

Mittag kam, die Falterstunde,
Die ich gern mag verbringen
Mit des Waldes Schmetterlingen,
Lauschend stiller Sonnenkunde.

Du nur kennst dann die Gefühle,
... weiterlesen


Der Dinge Lauf

Muntre Fische, habet bang!
Denn schon sonnen Fischernetze
Sich am Buch zu neuem Fang.
Ach! so sind der Welt Gesetze:
Ihr und euer Netz am Fluss
Teilen Einen Sonntagsgruß.


In stiller Luft

Mückchen geigen auf und nieder
Ihre leifen Sommerlieder
Und der Wasserspinnentanz
Kräuselt still des Teiches Glanz.
Amsel, ohne deinen Schlag
Wäre überstill der Tag!


Die Waldmücke

Mückchen, nicht nur schön zu sein,
Ist ein Glück; es auch zu wissen,
Und du denkst es nicht zu missen;
Deines Leibs goldgrünen Schein
Stäubst du ab mit zartem ... weiterlesen


Die entbehrten Tränen

Mühsam steig‘ ich auf
An der Kirchhofmauer;
Kreuz und Stein mit Schauer
Misst der Blicke Lauf.

Dort nur Einem Grab
Gilt die Gräberspähe,
Das ... weiterlesen


Rückkunst.

Nach der Heimat fort und fort!
Über goldnen Ähren dort
Seh` ich meine Türme ragen.
Herz, du pochst und machst mich zagen,
Ob mir wohl am trauten Ort
Wieder ... weiterlesen


Der eigene Herd

Nach fühl‘ ich dem Triumphgefühle
Des Landmanns dort auf grünem Bühle.
Die Wohnung droben lieb er zimmern
Und von dem Dach die Namen schimmern
Von Mann und Frau in ... weiterlesen


Apfelblüte

Nach oben in den blauen Himmel
Ragt deiner Blüten froh Gewimmel,
Nach unten in das Wiesengras.
O Apfelbaum, ich frage, was
Wohl lachender verschönert werde,
Die ... weiterlesen


Erinnerung an die Ostsee

Nach sanftem Steigen steh ich oben!
Was ragt denn dort so steil erhoben?
Wie blaut dort fern – doch so gerade? –
Ein lang Gebirg vor meinem Pfade!

Gebirg? die ... weiterlesen


Nacht und Gebirge

Nacht ward es; Waldgebirge schwellen
Aus tiefem Grund in schwarze Wellen.
O rette, banger Mut, dich ferne
Aus der verfinsterten Natur,
Durch Wolkenlücken, in die Flur
... weiterlesen


Die Eidechsen

Nah war ich dran, zu überschau’n
Dich, zartes Tierchen, erdenbraun!
Du, grünes, bliebest mir fast ganz
Verborgen in des Grases Glanz.
Ihr sonnt euch hier mit Erd‘ ... weiterlesen


Triefend

Nassgrün erglänzt vom Regenbad
Der Wald mit allen Bäumen;
Feuchtrote Schnecken ziehn den Pfad
Mit minder trägem Säumen.

Mir tropft das Haar um das Gesicht;
... weiterlesen


Der Ausbruch

Natur, in deinem Kraftgefühl
Wird es dir oft zu schwer, zu schwül,
So, dass dich wohl ein Zorn durchzückt,
Wie dich die eigne Fülle drückt.
O Schrecken, wie die bange ... weiterlesen


Umschlag

Natur, Natur, Vergessenheit
Hast du mir sonst verliehen.
Zurück soll ich in dieser Zeit
Nun wieder zu dir fliehen,

Vergessen, dass ich Deutschlands Flur
... weiterlesen


Am Wasserfalle.

Nenn` ich Jubel, nenn` ich Grausen
Der Gewässer Donnern, Brausen?
Sturm und Streit des Wasserfalles,
Ihr ersticket in mir Alles,
Atem, Sinn und Stimmeschall!

... weiterlesen


An den Leser

Nicht alle fließen sie, die Tränen
Des weichen Dichters, Freund, zu denen
Dein zartes Mitgefühl sich neigt:
Doch ach, es sorgt das arme Leben,
Dass es auch Tränen ... weiterlesen


Zur Zeit der Blüten

Nicht das Welken macht dir Angst,
Herz! Es ist ja Alterns Zeit;
Nur der Blüten Herrlichkeit
Siehst du still bewegt und bangst.

Da du gern dann wieder prangst
... weiterlesen


Luftgezitter

Nicht die weiße Wolke nur
Schwebet durch die Himmelsflur;
Nicht der Schmetterling allein
Tanzt in Schmelz und Sonnenschein.

Nicht der Vogel huscht nur quer
... weiterlesen


Leben und Wirklichkeit

Nicht Wesen, nur Erinn’rung, Traum,
Wär‘ ach von dir, mein Lieb‘, erhalten?
Kein Wohnsitz mehr, kein Wirkungsraum
Erblickte mehr dein Tun und Walten?

... weiterlesen


Maienglück und Maienwunsch

Nicht, nur hier im Schatten liegen,
Oder durch die Wiesen streichen.
Schwimmen möcht` ich, möchte stiegen
Ach, was möcht` ich nicht erreichen,
Wenn ich nur so ... weiterlesen


Die Dorfglocken

Nicht, wie aus nächstem Dorfe schallt
Dies alte Glockenläuten.
Hätt` es denn sonst so viel Gewalt
Und ein so tief Bedeuten?

Warum nicht? ist denn nicht auch ... weiterlesen


Waldschatten

Nichts kann die Luft am Grün mir schärfen,
Wie dieses dunkle Schattenwerfen
Vom Wald herab auf Wies` und Staud`,
Auf die die Sonne niederschaut.
Da blüht mir auf mein ... weiterlesen


Bestärkung

Nie die Welt so grün doch ward,
Eh` ich recht nur aufgemerkt!
Eilen ist des Frühlings Art
Und ich werde drin bestärkt:
Keine Stunde soll`s verschieben.
Wer ... weiterlesen


Windeswirkung

Nie schmiegt der Wind, der Zeitvertreiber,
Die Kleider heute an die Leiber!
Schon bin ich mancher Wohlgestalt
Verlegner Mädchen, junger Weiber
Mit kurzem Blick ... weiterlesen


Unter den Tannen.

Niedersink! entfallne Nadeln
Leih`n ein Bett hier, nicht zu tadeln.
Denke, lagernd unter Stichen,
Aller Lust, die dir erblichen!

Mische hier dein innres Brausen
... weiterlesen


Waldesstille

Nimm mich auf in deinen Frieden,
Wiese duftiger Orchiden,
Labyrinthisch Waldesdüster,
Blauen Sees Rohrgeflüster,
Rückt mir aus dem Herzen weit
Mich, mein Selbst, ... weiterlesen


Des Sommers Macht

Noch immer hab‘ ich gern belauscht,
Den Sommer, wo ein Wasser rauscht.
Dadurch wird Sommers Übermacht
Auf schönes Ma ß zurückgebracht.

In Wies` und Wald und ... weiterlesen


An einem Spätjahrsmorgen.

Noch klang die Morgenglocke nicht;
Noch nirgend sonst gewahr ich Licht:
Nur aus der Esse sprüht`s in Menge
Von Funken, schallen Hammerklänge.

Ja, hämmre, ... weiterlesen


Der Schlagschatten

Noch sitz` ich hell im Sonnenlicht:
Doch schwarzen Schattens Bollgewicht
Hat dort sich in die Schlucht gelegt,
Vor dem mein Herz fast Schauer hegt.

Soll ... weiterlesen


Nach dem Scheiden

Noch wirbelt lind
Sich nach dem Wind
Das Abschiedstuch de Lieben,
Die dort zurückgeblieben.

Zurückgewandt,
Schwenkt Hut und Hand
Ihr Grüße zu. ... weiterlesen


Das ruhige Bild

Nur Bauernhöf‘ und Tannenhaine;
Manch Trüppchen Vieh dazwischen schweift;
Sonst hat vom gras’gen Bergesraine
Die Schönheit glättend weggestreift,
Was Unruh‘ ... weiterlesen


Der Sommerschreck

Nur Frohsinn, reines Himmelblau
Und Stille ruhn auf grüner Au. –
Was schlägt auf Einmal mir an’s Ohr?
De Hummel brummt an mir empor.
Doch wie, du derber ... weiterlesen


Zuflucht

O Bach, o Bach,
So lebenswach,
Von Freudensprudel überlaut,
Durchschießend Stein und wildes Kraut:
In deinen buschversteckten Schlüften
Lass mich die Angst des ... weiterlesen


Bei Payerne

O Bertha, Burgunds Königin!
Du spannst mit volksgemäßem Sinn:
Daher du heut` noch hören kannst
Aus deiner heil`gen Himmelsferne,
Wie du in deiner Stadt Payerne
... weiterlesen


Wiederholter Eindruck

O Deutschland, welch ein süßer Abend
Senkt sich auf deine Schönheit labend!
Mir ist, als müsst‘ ich singen,
Den Stock vor Jubel schwingen!

Doch dein Geschick ... weiterlesen


Auf einem Frühlingsganze

O Dorf, von jungem Grün umhüllt,
Von Apfelblütenduft erfüllt,
Du scheinst im Mai mir einzig hold.
Doch wie die Landschaft sich entrollt,
So scheint mir’s, dass zu ... weiterlesen


Nächtlicher Ausgang.

O du weite, weite Stadt,
Die mir keine Heimat hat!
Deiner Türm` und Kirchen Schwärze
Blickt mir fremd und kalt in`s Herze.

Nächtlich schweif` ich hin und ... weiterlesen


Ein Vorbild

O Erde, aufgepflügt und braun,
Wie läßt du so bereit dich schaun,
Des Guten Samen zu empfangen,
Als trügst du selbst danach Verlangen!
Fruchtbare Erde, mürb und ... weiterlesen


An die Einsamkeit

O Freundin Einsamkeit, wie traut
War unterwegs einst deine Rede!
Ich liebte dich, wie eine Braut;
Nun scheint mit dir die Welt mir öde.
Wie ich mit dir das Land ... weiterlesen


Das Liederbuch im Frühlingswinde

O Frühlingswind, du hast durchwühlt
Des Dichters zartbesaitet Herz.
Neugierig, was er wohl gefühlt
Bei deinem schmeichlerischen Scherz,
Durchblätterst du nun Blatt ... weiterlesen


Frühlingsübersicht

O fühlet, wie die Freude wächst!
Noch tanzt der Schmetterling, zunächst
Den stillen Blumen, schweigend;
Die Lerch‘ hingegen, steigend,
Gewinnt des Frühlings ... weiterlesen


Verlangen

O ginge wieder meine Bahn
Durch des Gebirges Enzian!
Kurzstielig schöff‘ und düfteleer
Mein Lied in Meng‘ empor wie er,
Doch auch vielleicht mit Farbenkraft,
... weiterlesen


Ernste Mahnung

O Glocke, dein ehrwürdig Erz
Ist voll von aller Tode Schmerz,
Die dieser Städter Herz durchbebt
Und die ich selber schon erlebt.
Von Sterblichkeit ein ganzer Sturm
... weiterlesen


Die lauschende Natur

O Glockenlaut im Morgenduft,
Wie dringst du durch den Glanz der Luft,
Durch’s frische Taugefild heran!
Bringt uns der schöne Sommertag
Nur stilles Blau? ... weiterlesen


Der Grabstein

O Grabstein voll von Liebesklage,
Du legtest mir an’s Herz die Frage,
Wo die sind, deren trauernd Herz
In Verse hier ergoss den Schmerz?
Sie sind vorbei, vorbei ihr ... weiterlesen


An den Herbst

O Herbst, du Zeit der Reife,
Wenn ich das Land durchstreife,
Auf dem im Sonnenschimmer
Dein sanfter Segen ruht,
Wie träumt` ich mich für immer
So mild, so froh, so gut!


Die letzten Kinder

O Herbst, sei nicht so grausam rau:
Denk‘ dieser zarten Kelchgebilde!
Sie rechneten auf deine Milde,
Sind nackt emporgeklommen, schau!
Das Jahr soll, hofften die ... weiterlesen


Reisebeginn

O Himmelblau
Und Grün und Au!
O Morgentau!
Nun endlich frei
Von Sorgenblei
Und Müherei,
Schwing‘ ich den Hut,
Durch Wandermut
Verjüngt und gut.


Das laute Lied.

O hätte` ich eines Vogels Kehle,
Dass sie, von Klagen aufgeschwellt,
Verkündete der grünen Welt,
Was mich von innern Schmerzen quäle!
Die Stille sollte dann ... weiterlesen


Das lächelnde Kind

O Kind, du lächselst, zaubre mir
Doch keine Miene auf’s Papier;
Dann sähst du wohl in spätern Tagen
In diesen deinen Blick hinein
Und dir im Herzen würd‘ es ... weiterlesen


O Kinder!

O Kinder! ihr seid große Fragen,
An Zeit und Ewigkeit gestellt,
Und ach! kein Blatt liegt aufgeschlagen,
Das Los eröffnend, das euch fällt!
O bleib‘ euch fern, was ... weiterlesen


Die treue Sängerin

O Lerche, du hältst aus;
Der Landmann zog nach Haus,
Dem du den Tag durchsungen.
Dein Lied, noch unverklungen,
Verschönt nun auch die Rast,
Die nach der Arbeit ... weiterlesen


Die Lerche

O Lerche, könnt` ich mit dir dringen
In jenes lichte Blau,
So froh wie du, so innig singen
Zur blütenvollen Au!

Vom Sänger wäre nichts zu schauen,
Man ... weiterlesen


O Licht!

O Licht, nicht überschütte
Die ganze Landschaft heut`!
Sonst lob` ich Haus und Hütte,
Wo sich mir Schatten beut.
Dem Licht mein Herz entgegeneilt,
Das mit ... weiterlesen


Waldabend

O liebe Blumen, stellet ein,
Den Glanz im Abendlicht!
Ihr Blätter, mit dem Abendschein
Schmückt euch so lachend nicht!
Wo fände Raum die Menschenbrust,
... weiterlesen


Maienweinen

O Mai, du kommst geweint!
Ward dir ein Wunsch verneint?
Ward dir ein Wunsch gestillt?
Dass süßer Dank die quillt?

Was deuten dieses Regens Tränen?
... weiterlesen


An den Mond

O Mond, du bist ein Bot‘,
Jahr aus, Jahr ein beladen
Auf deinen Himmelspfaden
Mit unsrer Erdennot!

Viel Seufzer trägst du fort,
Bestellst sie droben ... weiterlesen


An eine Mutter

O Mutter, du hast schön geliebt;
Dies zeigt dein frischer Töchterkranz.
Die Schönheit welket und zerstiebt,
Erlöschen will dein eigner Glanz;

Doch nicht nur ... weiterlesen


Die Mühle

O Mühle dort im Blumenthal,
So gerne wandl` ich noch einmal
Wo eine Mühl` in Wiesen steht
Und rasch ihr Rad am Bache dreht.

Denkt mir vielleicht der alte Sinn ... weiterlesen


Die Natur im Herbste

O Natur, von deinem Segen
Räumt die Hand das weite Feld.
Schon nicht mehr auf allen Wegen
Wird das Herz davon geschwellt.

Spende, spende deine Gaben,
... weiterlesen


Der Falter

O Schmetterling, vorüberjag‘
Durch diese Landschaft, diesen Tag!
Kaum merk‘ ich in dem reichen Bild
Dein wechselnd Nahen und Entschweben,
Und doch mein Staunen dir ... weiterlesen


Blumenflucht

O schnelles Vermissen!
Dass Tulpen, Syringen,
Jazinthen, Narzissen
Den Mai nicht verbringen
Im grünenden Garten,
Mit ihnen zu welken,
Nicht Rosen ... weiterlesen


Der gefangene Uhu

O Schuhu, der im hohlen Kalke
Hoch in des Berges Fels gehaust;
Dem kühnen Menschen, diesem Schalke,
Hat’s vor dem Abgrund nicht gegraust.

Er hat dich frechen ... weiterlesen


An die Schönheit

O Schönheut, die dies Farrenkraut
Und nun beim Ausblick aus dem Wald
Das blaue Ferngebirg gebaut
Und die den süßen Duftgehalt
In’s Maienglöckchen hier gelegt,
... weiterlesen


Lob des Sommers

O Sommer, du bist so durchdrungen
Von Fülle, Kraft und, süßer Macht,
Daß es noch keinem Mund gelungen.
Zu schildern deine Segenspracht!

Den besten Ausdruck ... weiterlesen


O Sommerzeit!

O Sommerzeit, ich will ja nicht,
Dass du im Fliehen stehen bleibest;
Doch, was mir fast das Herze bricht,
Ist, dass du mich vorübertreibest;

Dass ich nicht stehen ... weiterlesen


Sommerhitze

O Sonn‘, o Wald, wie sprüht ihr Hitze!
Wie treibt es, dass er öfter sitze,
Nach mattem Flug den Schmetterling,
Dem Ruhe sonst ein fremdes Ding.

Der Schatten, ... weiterlesen


Verödung

O Stadt voll Lebens einst,
Wenn du dein Los beweint,
Ich traure gerne mit!
Gedräng` in deinen Gasen
Hätt` einst kaum durchgelassen
Den nun umgrasten Schritt.


Würdiger Anblick

O Storch, dein Philosophenschnabel
Dient doch nicht zur Begriffesgabel
Dir steifbebeinten Forschungsmann!
Gewürm ist`s was er dir gewann:
Doch gibt er dir der ... weiterlesen


An ein Städtchen

O Städtchen drüben überm Fluß,
Auf deinen trauten Glockengruß
Antwort` ich dir mit Wanderlust,
Antwort` ich dir aus deutscher Brust!

Ich denke immer ... weiterlesen


Aussöhnung

O Tag, nun bin ich ganz versöhnt!
Kapell‘ und Fels im Feuerglanz!
Wer hätt‘ im Regen dies gewähnt?
und ist die Glut erloschen ganz,
So will nun ob dem ... weiterlesen


Lebenserfahrung

O Tod und Schicksal! Freudenarm
Habt ihr mich oft gemacht,
Bis Leben und Geschick mich warm
Von neuem angelacht.

Der Himmel selbst es so beschied:
Entflieht ... weiterlesen


Das bereitwillige Opfer

O treue Muttererde,
Dass ich ein Bessrer werdem
Soll ich verlassen dich;
Ich soll, ich muss mich retten
Aus all den Liebesketten,
Womit du fesselst mich.

... weiterlesen


Selbstgefälligkeit

O Vöglein, wie hast
Du gezwitschert vom Ast!
Nun tret‘ ich herzu
Und du schweigest im Nu.

Fragzeichen nun ganz
Von dem Schnabel zum Schwanz,
... weiterlesen


In der Morgenfrühe

O Wandrer, schau
Im Wiesentau,
Am überbüschten Bache hin
Den lichten Morgennebel ziehn!

Doch, kaum gegrüßt,
Schon aufgeküsst,
Hat der Beglückte ... weiterlesen


Der Spiegel

O Wasser, dichterisches Naß,
Wie spiegelst du ohn` Unterlaß
Die Schöpfung um dein Ufer her!
Des Dichters Geist, was will er mehr,
Als daß die Welt ihm ... weiterlesen


Genossenschaft

O Wasserglanz in Weidenschatten,
O sanftgeschwellte Ufermatten,
Lasst eine Stunde hier mich weilen,
Mein Leben mit dem euren teilen!
Die duft’ge Ferne sieht darein
... weiterlesen


Durchwandel

O weiße Wolken ob grünem Wald,
Durch welchen Kuckuck und Amsel schallt,
Ihr ziehet langsam nur drüber hin
Und teilt des Wanderers stillen Sinn,
Der langsam, langsam nur ... weiterlesen


Der Feldsegen

O welch ein hoher Feldersegen!
Genug, um ganz mich einzuhegen,
Wenn so ich wandle durch’s Getreid‘.
Man sieht mir nichts von Leib und Kleid;

Nur meinen Hut ... weiterlesen


Stilles Leben

O welch ein laubig Waldesdunkel,
Mild angesonnt vom Wiesenplan!
O welche stille Wandelbahn
Für dieses Schmetterlingsgefunkel!
Da schwebt es her, da schwebt es hin
... weiterlesen


Wind und Zeit

O Wind, nicht nur von dir umweht,
Ich bin es von der Zeit!
Was hälfe, wenn im Flug sie geht,
Mir aller Widerstreit?

Jedoch, was klag` ich, Zeit und Wind,
... weiterlesen


Der Wintertag

O Wintertag, wie farblos klar
Zeigst du mir jedes Ding so wahr,
Die Luft, den Busch, das Tal, den Berg,
Wie reiner Denker Geisteswerk
Mir jeglichen Begriff erhellt,
... weiterlesen


Wer weiß?

O Zeit, mir zugezählt,
Ich fühl` es nur zu sehr,
Von Tag zu Tage quält
Mich deine Kürze mehr.

Vor mir stehn Welt und Gott;
Kunst lockt mich und ... weiterlesen


Gesichtseindruck

O, Mensch, dir war nicht sanft gebettet;
Doch hast ein Antlitz zu gerettet
Aus deines Lebens Wüstenei’n,
Dem ich nicht möchte abhold sein.
Von mir wird dir nicht ... weiterlesen


An die Natur.

Oft ach! Fruchtlos dien‘ ich nur
Schnödem Menschenvolk; schon lange
Ward ich fremd dir, o Natur,
Und es wird mir ernsthaft bange,
Ob ich fürder bin der Deine.
... weiterlesen


Der Überbürdete

Oft fehlt dem armen Menschenkinde
Ein scheinbar unbedeutend Glück.
Ein Zweiglein schwankt im Frühlingswinde,
Ich schau nach ihm mit Harm zurück.

Um was jetzt ... weiterlesen


Schreckenserneuerung

Oft konnt‘ ich neu mich freuen lernen
An Wiesen, voll von goldnen Sternen,
Von blauen Glocken, rotem Klee;
Beim friedlichen Gesang der Grillen,
Im Hauch der Sommerlüfte ... weiterlesen


Anklänge.

Oft wie ein Wohllaut hör‘ ich’s gleiten
Durch des Himmels blaue Weiten;
Wie von ferne hör‘ ich Klänge
Heilig holder Festgesänge.

Doch das Wort ... weiterlesen


Hoffnung

Ostwind, Herbstesheiterkeit
Gibt im Feld mir das Geleit.
Laut gefreut hab‘ ich mich oft,
Doch wie heute nie gehofft.
Treues Blau und sanftes Grün,
All mein ... weiterlesen


Die Palmkätzchen

Palmkätzchen, süßes Kinderglück!
Als Gerte bracht‘ ich oft zurück
Euch von des Wiesenbaches Rand.
Ihr tatet wohl dem Strich der Hand,
Zum Sehen sanft, zum Fühlen ... weiterlesen


Gegendpreis

Preist eure Gegend meinethalb!
Ich sehe, wenn ich steige, bald
Den Schwarzwald und die Schwabenalb,
Im Fernduft Frankens Odenwald.
Ich denk‘ herum auf ihren Höh’n
... weiterlesen


Meine Gegend

Preist eure Gegend meinethalb!
Ich sehe, wenn ich steige, bald
Den Schwarzwald und die Schwabenalp,
Im Fernduft Frankens Odenwald.
Ich denk herum auf ihren Höhn
... weiterlesen


Das blühende Mohnfeld

Purpurn, weiß und rosenrot
Als Gesellschaft mir sich bot
Eines Mohnfeldes bunte Schar,
Die des Hügels Zierde war.

Weit durch’s grüne Landschaftsbild
... weiterlesen


Bewunderung

Ranunkelgold, Vergissmeinnicht
Mir sanftem, edlem Blau,
Des Morgentaus Juwelenlicht
Schmückt dieses Baches Au. --
Mag ich, von süßem Schimmer trunken,
Schon ... weiterlesen


Der Spaziergänger

Recht Sonntagsfreude spüren
Mag nur der Handwerksmann.
Die Seinigen spazieren
In Feld und Flur zu führen,
Ach, sieh, wie liegt’s dem Wackern an!

... weiterlesen


Die Ruine

Regenflor um deine düstern Zinnen,
Liebst du, nassgrau ganz dich einzuspinnen,
Alte Burg! Was war dein Daseinszweck,
Wo du trotzest dort am Felseneck?

Ach, wie ... weiterlesen


Wetterzweifel

Regenwolken schwer und ziehend,
Blaue Durchsicht, oft entfliehend
Hinter schnellen, finstern Dunst,
Schwarze Drohung, lichte Gunst
Wechseln heut am Himmel oben,
... weiterlesen


An einen Alten

Rosen wohl in schönern Tagen
Hast du hinterm Ohr getragen,
Mancher Dirn‘ im Wanderleben
Auch wohl einen Kuss gegeben,
Treu dem Satz: Was sollte wehren
Einen ... weiterlesen


Das versammelte Glück

Rosen, Freund, aus grünem Schatten
Bieten Schönheit uns und Duft
Und der Lufthauch labt den Matten,
Der erstiegen Berg und Kluft.

Mein erglänzt; ist denn ... weiterlesen


Die Stoppelblümchen

Rote, blaue, lila Sternchen,
Aus den kleinsten Samenkernchen
Spät im Ackerfeld geborne,
Unter Stoppeln wie verlorne,
Ackerblumen, winzig klein,
Der ... weiterlesen


An eine Ruhebank

Ruhebank! für meine Schritte
Könnt ich füglich dich entbehren;
Dennoch Hab` ich eine Bitte
Und du wirst sie mir gewähren.

In des Gehens rüst`gem Drangs
... weiterlesen


Sonntags

Ruinen blicken sonnenwarm
Aus Morgennebeln her;
Es schwebt ein froher Rabenschwarm
Durch`s blaue Lüftemeer.

Am freisten schwebt der Menschengeist
... weiterlesen


Das alte Kloster

Rundbogenstyl ist noch zu sehn
Am Klosterturme. Bleibe stehn
Und bau‘ des Christentumes Glück
In jene Vorzeit dir zurück,
Wo in Germaniens wildem Wald
Zuerst ... weiterlesen


Der stille Streit

Sanft wechseln manch geheimes Wort
Der Dörfer ferne Kirchenglocken;
Ich horche drauf am Blumenbord,
Beim Fallen süßer Blütenflocken.
So spielt um mich in stillem ... weiterlesen


An ein Landmädchen

Schaden Sommerflecken, Kind,
Deren viele an dir sind,
Deinem Reiz wohl unanwendlich? –
Herzgewinnend, lieb und ländlich
Zeugen sie nur von der Wonne
Eines Lebens ... weiterlesen


Das Kindheitsland

Scheint dir ein Ort zu öd und leer,
So nah‘ dich ihm von ferne her
Und lass dir, wie beim Wiedersehn,
Als traute Heimat ihn erstehn.

Denk dir: es sind die ... weiterlesen


Felsengegend

Schlag, ihr Berge, tiefen Schatten,
Schäume, Fluss, durch Wald und Matten!
Krümme dich nach kurzen Strecken
Zwischen schroffen Felsenecken!
Tos`, in Klippen ... weiterlesen


Überfließende Liebe

Schmetterling und Blumenlichter
Färben Busch und Wiese bunt
Und nur fröhliche Gesichter
Geben sich im Dorfe kund.

O Gesichter, seid dem Frohen
Alle ... weiterlesen


Schneegestöber

Schnee am Himmelszelt,
Schnee im weiten Feld!
Kraft erneuter Windesstöße
Deckt er jede Waldesblöße.

Des Gebirges Joch
Überklimm‘ ich doch
Und ... weiterlesen


Wanderklage.

Schnell von hinnen!
Ruh` gewinnen
Darf ich nicht in Stadt und Land!
Der Erkennung
Beut die Trennung
Traurig schon die Abschiedshand.

Heimisch ... weiterlesen


Vorteil

Schon auf morgen dengeln heute
Spät im Dorf noch Ackerleute;
Sensen machen sie noch scharf.
Ich, der Mann der Feder, darf
Auf der Abendbank hier sitzen,
Ohne sie ... weiterlesen


Der Kirschenbaum

Schon Finger und Daume
Von ragender Leiter
Sich nahten dem Baume
Voll Kirschen, die heiter,
Unendlich an Zahl,
Anlachen das Tal.

Die Amsel im ... weiterlesen


An die Reben.

Schon lacht die Flur im Blumenkleide,
Die Waldung prangt in jungem Grün,
Nur ihr verschiebt die Lenzesfreude,
O Reben, zögert, mitzublühn.

Doch schön! wann ... weiterlesen


Der Lichtblick

Schon war zum Fall die Träne reif,
Von trüber Stund‘ erpresst;
Nun hält ein schneller Sonnenstreif
Sie als Entzücken fest.

Neufarbig blüht, o ... weiterlesen


Der Kirchhof

Schwarz- und goldbekreuzter Acker,
Hochgelegen, heiter, wacker
Blickst du in den See hinaus,
Fern, bis zu den Alpenbergen,
Gleich, als wäre nicht zu Haus
Finstre ... weiterlesen


Beruhigung

Schwarzer Wetterwolken schwere Masse
Hängt mit lautem Donner ob der Straße;
Blitz nur und weiße Birken leuchten
Aus der Waldnacht mir hervor, der feuchten.

... weiterlesen


Im Seeland

Schweizerland, wohin ich seh`,
Ist es schön, auch im `Marais`!
Fern hinaus begegnen mir
Zwar nur falbe Gräser hier;
Doch dies Land kann es nicht lassen,
Sich ... weiterlesen


Mond und Blütenduft

Schwerer Käfer wild Geschwärm
Und im Flussbad Knabenlärm!
Doch der Mond, dort aufgestiegen,
Macht demnächst die Stille siegen;
Nur sein Licht und Blütendüfte
... weiterlesen


Altweibermäre

Schwäbisch-Haller Anblick

Drei alte Weiblein dort im Strahl
Der Sonne sitzen am Spital;
Drei alte Wappen ausgehau’n
Sind je ob ihrem Kopf zu schau’n,
... weiterlesen


Heimkehr

Schäkern hör‘ ich durch die Wiesen
Und die Mühle klappert schon.
Einsamkeit recht zu genießen,
Floh ich lang der Menschen Ton;
Doch nun wie ein Liebesbote
... weiterlesen


Das Nägelein

Schön hinterm Nelkenbret heraus
Sah’s Mädchen aus dem Bauernhaus
Und ich mit wahrem Bettlersinn
Warf ihr vom Weg die Worte hin:

„Ein fremder Wandrer bitte ... weiterlesen


Im Heraustreten

Schön ist das Leben, ruft der Hahn,
Den Satz vertretend, laut mich an.
Ist es nicht so? frägt mich die Taube
Dort bei der Rosenlaube stiller
Und dreht des Halses bunten ... weiterlesen


Brandung

See, des Mittags warst du still;
Was nun wohl dein Branden will?
Lag vom Strahl der Mittagssonne
Still gefesselt deine Wonne,
Die beim Nahen freier Nacht
... weiterlesen


Einfaches Treiben

Sei reich und schleppe dich
Mit Allerweltsanliegen;
Sei arm und dürfe dich
Nur der Natur anschmiegen;
So bürgt die Armut dir
Für mehr der Lebensfreuden,
... weiterlesen


Virtuosität

Sei Virtuos!
Ein selig Los!
Doc dass ein Paganini zeige
Im Lande sich zu jeder Geige,
Verlangt die Kunst des Klanges nicht,
Und zu der Pracht
Gestirnter ... weiterlesen


Die stillen Grüße

Seid auf dem Weg mir Unterhalter,
Ihr bunten Blumen, Sommerfalter,
Gesellen meiner Einsamkeit!
Ihr bietet freundlich mir die Zeit.

Wie Viele euch vorübergehn,
... weiterlesen


Seidelbast

Seidelbast betäubt das Haupt,
Blühend, eh‘ der Wald belaubt,
Mir zum Wunder. Welche Kraft
Muss es sein, die sich entrafft
Winterlichen Bodens Gruft,
Noch im ... weiterlesen


Der freundliche Vogel

Seinen Sitz ein Vogel hat
Dort unweit der Ruhestatt,
So ein kleiner Menschenfreund,
Der es gut mit ihnen meint.

Eine Dirn‘ hier hat vom Feld
Ihre Graslast ... weiterlesen


Zerstreuung

Seit Geißblatt und Jasmin
Sich um die Laube ziehn
Und draußen Rosen blühn
In frischem Grasesgrün;
Seit all der würz’ge Duft
Durchdrang die Sonnenluft,
... weiterlesen


Auf dem Kirchhofe

Sie sind gestorben alle wacker,
Die hier uns nennt der Gottesacker.
Da ist zu finden Keiner mehr,
Dem noch das Sterben würde schwer.

Ihr Ende haben sie ... weiterlesen


Die Art der Natur

Sieh, da ein Brennnesselbusch!
Wer ihn anrührt, ach, wie husch!
Fährt er mit der Hand zurück!
Nicht nur schmeichelnd und empfindsam
Ist ja die Natur zum Glück,
... weiterlesen


An die politischen Dichter

Singt fort für Mündigkeit und Ehre,
Für Einheit deutscher Nation!
Und fordert auf zu gleicher Wehre,
Und Fehde jeden deutschen Ton!

Ihr habet Recht; das Wort ... weiterlesen


Der vergessene Streit

So altkatholisch klingt ihr Glocken
Und so voll Überredungskunst,
Dass ich empfinde halb erschrocken
Für Eine Kirche, neue Gunst.

Ihr schallt, ihr schallt mir ... weiterlesen


Des Wandrers Reue

So hab` ich nun mich eingesetzt
In des Eilwagens Kasten,
Doch mein Gefühl damit verletzt;
Ich kann darin nicht rasten.

Der Wachtelschlag, der Wachtelschlag
... weiterlesen


Die jammernde Herde

So jammernd, Schaf- und Lämmerherde,
Blökt dein Geschrei; trägt denn die Erde
Dir Gras und Blumen nicht in Menge? –
Wie? grämt die Tierheit dich, die enge?
Scheint ... weiterlesen


Aufblick

So jung empfind‘ ich noch
Und wurde doch ein Greis,
Schon halb im Altersjoch,
So wenig reif und weis‘!

Zu jung in jenem Sinn,
Wie Erdenjugend denkt,
... weiterlesen


Am Ziele

So manches Rettungsunterpfand,
Der eichne Tisch, die Bank der Wand,
Der Kerze Licht,
Bei Speis‘ und Wein,
Auf freundlich wirtschaftlichem Gesicht
Der trauten ... weiterlesen


Wasserglanz

So schön du überwölbst
Den Glanz des Baches selbst,
O blütentragendes Gebüsch,
Die ganze Seele wird nur frisch,
Der Zauber wird nur voll und ganz,
Senkt ... weiterlesen


Zuflucht im Kummer

Soll ich innre Trauer hegen,
O so laßt den Gram mich pflegen,
Wo die Bäume laublos ftehn
Und mich rauhe Wind` umwehn.

Dann wird sanfter mir zu Muthe,
... weiterlesen


Am Luftweg

Soll mein Blick am Himmel weilen,
In dem endlos tiefen Blau?
Soll er froh hinuntereilen
Mit dem Bächlein durch die Au?

Soll er Wies` und Busch unfangen
Und ... weiterlesen


Zur Beherzigung

Sollt` ich einmal verloren gehn
Und Treue wollte nach mir sehn,
So lasse sie von Stadt und Welt,
Wo`s frischen Herzen nicht gefällt!

Sie dring` in grüne Wildnis ... weiterlesen


Die Winterrosen

Sollt‘ ohne Rosen der Winter sein?
Die Mädchen schaun ja wie Rosen drein.
Aus Kirchenstühlen, vom Markt empor
Und Gassen blüht uns ihr Rosenflor.
Anstatt ... weiterlesen


Sommersäuseln

Sommersäuseln, ach, wie bald
Wirst du Herbstgesaus‘ und kalt!
Doch, für jetzt und guter Dinge,
Folg‘ ich deinem Schmetterlinge,
Der in sanfter Luft vergisst,
... weiterlesen


Aprilschauer

Sonne schien so frühlingslinde,
Doch, als ob ich nichts empfinde,
Ließ sie unentzückt den Kalten.
Mag denn nun Aprilenschauer,
Der dort hängt auf schwarzer Lauer,
... weiterlesen


Der Regenbogen

Sonnengrün blinkt das Gebüsch
Und das Turmdach rot und frisch.
Strahlen dingen, neu erweckte,
Durch die blaue Regenschwärze,
Wie wenn selig Lust mit Schmerze
... weiterlesen


Zum Schillerfeste

Sonst weiht der Alte sich Erinnerungen,
Nicht dem Geräusch belebter Gegenwart.
Erinnrung noch hat eben mich bezwungen,
Wie Schillers Tod der Welt zum Schrecken ward.
Wie ... weiterlesen


Sonst!

Sonst wohl in frohern Lenzestagen
Euch Vöglein selber konnt` ich sagen
Vom Sinn, der eurem Lied entquoll.
Euch, Frühlingssänger, lasst nun fragen,
Was wohl mein Lied ... weiterlesen


Die Sperlinge

Sperlinge, wie seid ihr niedlich!
Schaden habt ihr viel getan,
Aber hüpft so seelenfriedlich,
Gaukelt noch um Gunst uns an,
Ob nicht Mutwill, Gier und Minne
Uns ... weiterlesen


Die Ufertreppe

Staffeln führen hier hinunter,
Wo die Gießerin sonst munter
Aus dem See die Kanne füllt.

Doch nun auf und nieder brüllt
Hohe Brandung und es zischt
Auf ... weiterlesen


Der willkommene Leser

Statt Jenes, dem ein Lied ist leer,
Wird wohl ein Leser auch gefunden,
Der noch hineinempfindet mehr,
Als selbst der Dichtende empfunden.
Dem schönen Geist bin ich ... weiterlesen


Das gestörte Eden

Steinbrecher, Holzacker
Entpochen euch wacker
Mit Axt und mit Schlegel
Dem Glauben, o Vögel,
Als ihr im Wald
Ein Eden durchschallt!

Doch ist ja euch ... weiterlesen


Der Übergang

Steine sind im Fluss gelegt,
Die als Steg mir dienen;
Ob und wie mich jeder trägt,
Prüfen meine Mienen.

So durch’s Leben meinen Gang
Find‘ ich mir ... weiterlesen


Eintönigkeit

Stets ein lieblich Einerlei
Singst du, Vöglein, frank und frei;
Tadle niemand deine Weise,
Rosen nur von seinem Reise
Kann der Rosenstock verleihn;
Ruhig lässt er ... weiterlesen


Im Hochwald

Stets wird der Wald gedrängter,
Das Herz dadurch beengter.
Verwund`rung hat mich hingerafft
All dieser hohen Pflanzenkraft.
Mach` mich zu einem dieser Stämme,
... weiterlesen


Der Gefällige.

Still schweift` ich im Gefild;
Doch, lästiger Gefährte,
Du kamst mir auf die Fährte,
Der Jäger seinem Wild.

Was hilft die innre Luft?
Durch des ... weiterlesen


Gefühl des Kontrasts

Stille ruht auf deiner Flur!
Wünsch` ich Stille, o Nawr,
Wenn das Herz sich will gefallen
Täglich noch im Überwallen?

Wohl empfindet sich die Last;
... weiterlesen


Stille, Bach!

Stille, Bach, mit deinem Rauschen
Klang die Stimme nicht der Lieben?
Und du hinderst mich, zu lauschen. --
Ach! die Luft hat Scherz getrieben!
Rauscht, ihr Wasser, ... weiterlesen


Einsamkeit mit Unterschied

Stille, einsame Natur
Lieb` ich in der wilden Flur,
Wenn mein Herz das Schweigen bricht,
Lebhaft mit sich selber spricht.

Hat das Herz sich nichts zu sagen,
... weiterlesen


Die Felsecke

Stillumwohnte Tannenwiesen
Und des Baches rauschend Fließen,
Sanftes Bild und süßer Ton,
Eurem heimlischen Beglücken
Soll mich dieser Fels entrücken.
Nun. Noch ... weiterlesen


Vogelfreude

Stoßvögel treiben Spott und Tand
An himmelsteiler Felsenwand
Dort ob dem See mit Graus und Wind
Und dieser bläst fürwahr nicht lind.
Braungelbe Schwingen blicken ... weiterlesen


Verkümmerung

Sturmregen warf zu Landmanns Leid
Danieder grünendes Getreid‘.
So hingedrückt von Fürstenzorn
Trägt manches Volk verkümmert Korn;
Es strotzte, wenn es aufrecht ... weiterlesen


Sommergefühle

Störche auf dem Kirchendach,
Tauben auf der Mühle!
Rosen, Lilien, blüht gemach!
Sommrige Gefühle,
Eilet nicht aus meinem Sinn,
Aus der Welt so schnell dahin!


Sommerfrage

Störche, glänzend schwarz` und weiße,
Schreiten durch den blauen Tag;
Zahllos, nach der Lust Geheiße,
Winken Rosen uns vom Hag.
Bilderglanz, Gesang und Düfte
... weiterlesen


Sommerempfindung

Sumsen und Flimmer
Füllet den Himmel;
Fliegengewimmel
Tanzes im Schimmer.
Waldiges Dunkel
Schwimmt in Gefunkel.
Glühendes Weben
Zittert durch’s ... weiterlesen


Mein Schiffchen

Sängerschiff, an deinen Borden
Segeln Hohe nur gesellt;
Nur aus kleinem Nachen fällt
Ruderschlag mir in Akkorden.

Segler, dir auf deinem Gleise
Folgt ... weiterlesen


Sommerblumen

Tausend Blumen in dem Busen
Trag ich heimlich still,
Die das Lied der holden Musen
Nich beschwatzen will.

Saatengold mit blauen Nelken,
Purpurmohn ... weiterlesen


Mitleidsliebe

Thier` und Pflanzen, arme Wesen,
Denen der Gedanke fehlt!
Nur der Mensch ist auserlesen
Und durch Geisteskraft beseelt.

Wie aus eignem Glück vertrieben,
... weiterlesen


Regentagsabend

Tief durch der Tannen Sausen
Des Sees Grün und Brausen
Und jenseits bei dem Waldesschloss
Des Abendstrahles Goldgeschoss,
Noch kaum so schwarz verschleiert—
Wohl ... weiterlesen


In Ludwig Uhlands Stammbuch.

Tief in mich, du enges Leben,
Hast du meinen Sinn gepresst,
Willst die Worte frei nicht geben,
Bannst im Innern sie mir fest.

Manchem kann ich mich ergießen
... weiterlesen


Hinabschauend

Tiefer Tannenwiesengrund,
Grüne fort, so still, gesund!
Dir und deinem Silberbach
Blickt mein Herz gar heimlich nach.
Wenn`s ein Waldesvogel wär`,
Schwebt` es ... weiterlesen


Im Wandern

till ist`s genug in der Natur,
Von einem Laute leine Spur!
Und doch es sollte mir zum  Frommen
Ein Wahrheitslaut entgegenkommen.

Wohl horcht der Mensch ... weiterlesen


Bachesrauschen.

Trifft sich`s, lieblichster der Bäche
Dass ich abermals dich spreche
Hier auf grüner Wiesenflur?
Und es gilt dein liebes Rauschen
Wieder, wie mein Redetauschen,
... weiterlesen


Die stillen Fragen

Umschlossen ruht ein Rasengarten,
Grün von gesunkner Gräber Moos;
Man blickt von Zinn` und Mauerscharten
In des bebuschten Tales Schoß.

Und unten brausen ... weiterlesen


Ohrenzweifel

Umsummt hier, frag` ich lange schon,
Mich Bienenlust bei Honigseimen?
Entschallt ein leiser Orgelton
Der Kirch` in jenen Blütenbäumen?
Was auch das zarte Brausen sei,
... weiterlesen


Der glücke Schmerz

Unsel’ger, hast du noch ein Herz,
Dein Leiden daran auszuweinen,
So wird als Frühlingsdrang dein Schmerz,
Als warme Wolke dir erscheinen,
Die niedertaut in’s Grün ... weiterlesen


Am Fenster

Unter weitem Strohhutschutz
Und in leichtem Frühlingskleide
Gießen meine Jüngsten beide,
Strengem Sonnenstrahl zum Trutz,
Mit den lieben, runden Händchen
... weiterlesen


Die Schwalbe

Unterm Fenster liegend
Träum‘ ich mich zu Wald,
Wenn vorüberfliegend
Vogeljubel schallt.

Gern wir Menschenkinder
Flögen mit hinaus;
Doch um so ... weiterlesen


Seegrund

Unter’s Fenster schlägt der See,
Funkelt mir die Augen weh.
Strahlen tief hinunterschwanken,
Wo am Seegrund Kräuter wanken.

Doch, wie macht‘ ich staunend ... weiterlesen


Vergissmeinnicht

Vergissmeinnicht am Waldesdach!
Ich stehe still, ich sinne nach:
Schon brach mir ach! so manches Herz,
So manches weilt mir fernewärts.
Für welches Herz nun zu mir ... weiterlesen


Strafjustiz

Verirrung ist vom Lebensweg
Beim Menschen das Verbrechen.
Zurück zum rechten Weg und Steg
Soll die Justiz ihn sprechen.

Doch, wenn sie mit dem Richtschwert nur
... weiterlesen


Naturleben

Verschlungnes Thier- und Pflanzenleben!
Es schreit der Frosch, von Schilf umgeben;
Es singt ein ganzer Fröschechor:
Ein ganzes Röhricht wuchs empor.
Ich einsam ... weiterlesen


Not der Kreatur

Verwundet kannst du nicht entfliehn.
Fühlhörner, Augen, lebenskräftig,
Die vordern Füße noch geschäftig,
Kannst du dich nicht der Not entziehn.

Nimm, armer ... weiterlesen


Angelegenheit

Verzeichung, wenn du mich, Verklärte,
Unedlen Herzen jemals sandst,
Ich je den Schatz von Glück nicht ehrte,
Mit dem du mir von hinnen schwandst! –

Es wäre ... weiterlesen


Spät im Walde

Vom Abend schattiger getuscht,
Vom Stoß der Lüfte schnell durchbuscht,
Freund Wald, in all mein Herzvertraun
Mengst du denn wirklich leises Graun? --
So führt die ... weiterlesen


Das schönste Bild

Vom See in’s nussumlaubte Stübchen,
O Wirtin mit dem holden Bübchen,
Folg‘ ich und sehe, freudewarm,
Mich wärmer noch am schönsten Bilde,
Das die Natur verleiht, ... weiterlesen


Ergebnis

Von den Herzen euch gerissen,
Menschen, seht ihr wieder Einen!
Wieder einen Treuen missen
Sollt ihr, die sein Grab umweinen!

Immer neuer Tode Schmerzen
... weiterlesen


Grußeswirkung

Von fernem Peitschenklange schallt
Der einsam lang durchschrittne Wald.
In Hoffnung nahender Gesichter
Wird schnell der Mut des Wandrers lichter
Und allen ... weiterlesen


Die kleine Schafherde

Von Schäflein eine kleine Zahl
Kam mir vorbei am Eichenanger;
Sie standen stille allzumal,
Als läg‘ ich für sie hier am Pranger.

Wie sich der Fremdling her ... weiterlesen


Hilfeleistung

Von Waldgras einen schweren Bund
Hatt’ ich ihr aufgelüpft;
Sie dankte mir mit Aug‘ und Mund
Und ist dem Wald entschlüpft.

Ihr Haupt belud ich ... weiterlesen


Buchan,

vordem am Federsee

Nach allen Seiten eine Stunde
War ausgespannt hier in die Runde
Ein stiller See vor dieser Zeit.
Sanft hat es einst auch mich erfreut,
... weiterlesen


Vorüber

Vorüber, Donner, Sturm und Blitz!
Es sonnt am Himmel wieder Friede!
Der Vogel aus umgrüntem Sitz
Verkündigt ihn in frohem Liede,
Uns freut nun nicht Düftenaschung
... weiterlesen


Die Wintergäste

Vögelchen, ihr bettelt sittig
Vor den schneeumhäuften Scheiben:
Da, da habt ihr! Doch nun bitt` ich,
Überlasst mich meinem Treiben!
Tragt mir die Gedankenreihen,
... weiterlesen


Die holde Last

Vögelein, nicht Baum und Wald
Suchst du dir zum Aufenthalt.
Blumenstengel geben Rast
Deinen zarten Füßen;
Eine gern getragne Last
Wiegen dich die süßen.


Anhänglichkeit

Vöglein, wenn ich Flügel hätte,
Blieb ich dann an dieser Stätte?
Heimlich ist sie mir und treu,
Aber nie dem Auge neu.

Vöglein, ob ich Flügel hätte,
... weiterlesen


Nichts als Schönheit

Wahr ist`s, daß ein blauer Tag
Allzuschön mir dünken mag,
Um ihm Ausdruck zu verleih;
Schweigend muß ich Dank ihm weihn.

Doch nun Wind und Regenfall
... weiterlesen


Waldland

Wald um das ganze Tal herum,
An Halden und auf Gipfeln
Anhaltenderes Wäldertum,
Nicht Haine nur im Schnipfeln –
Wie zeigt hier, waldbeglückt, mein Mut
Die ... weiterlesen


Wald und Amsel

Waldamsel, deut‘ es mir doch an,
Wo kommt es her,
Dass mich der grüne Wald so sehr
Bezaubern kann?

Wie klingt die Antwort voll und rund!
Ich weiß es ... weiterlesen


Ernst der Natur

Waldbäume starren, ein ernstes Geschlecht,
Die Luft darüber ist finster und grau.
Gern wüsst‘ ich, wem ich mich anvertrau‘,
Was ist es, das den Mut mir schwächt?
... weiterlesen


Das feste Herz

Waldeinsam bin ich; einsam war
Auch der einst, welcher scharf und klar
Den Namen seines Mädchens mitten
In’s Glatt der Buche eingeschnitten.

Mein Herz ist ... weiterlesen


Waldeinsamkeit

Waldeinsamkeit,
Ich bin bereit,
Bei deinem wilden Vogelrufe
Hinabzusteigen eine Stufe
In’s Leben grünender Natur.
Lass mich’s mitleben heute nur
Recht ... weiterlesen


Frucht und Blume

Waldesblumen sah ich stehn,
Herrlich, labend zum Ergreifen;
Doch ihr Leben sollt‘ erst reifen
Und nicht unverhüllt vergehn.

Farbe strahlen, Düfte streun
... weiterlesen


Das Nachttal

Waldeskuppen, schwarz und rund,
Schließen einen engen Bund
Um des tiefen Tales Lichter,
Die dort einzeln und hier dichter
Aus des Städtchens dunkler Nacht,
... weiterlesen


Wahrnehmung

Waldgräser schmiegen sich dem Wind
Gar leis‘ und lind;
Das Waldlaubmit erhobnem Rauschen
Gibt mehr zu lauschen.

Im brausenden Entgegenstreben,
... weiterlesen


Auf dem Waldgebirge

Waldhöhen auf und Gipfel an!
Nicht lichtet sich ein Blick:
Lacht Sonne doch die Landschaft an,
Als wie mit goldnem Glück.

Doch glänzt, ihr Städt` und Dörfer, ... weiterlesen


Das besonnte Kloster

Waldkloster in des Tales Mitte,
Kaum tat ich steigend noch drei Schritte,
So glänzt von dir nur noch ein Rest
Hellsonnig durch das Waldgeäst.
Nun hast du für mich ... weiterlesen


Die rechte Mitte

Waldung rechts und Wald zur Linken.
Wälder gradaus, die mir winken!
Von des Waldes Da und Dort
Spricht zugleich des Kuckucks Wort.
Wo ist da die rechte Mitte,
... weiterlesen


Die beneidete Arbeit

Waldwiesentau in leichten Schobern
Liegt dort am Waldtrauf hin;
Der Mähder, mehr noch zu erobern,
Greift an mit frischem Sinn.

Froh muss sein Herz dem Wackern ... weiterlesen


Aufruf.

Wanderer! Im Tal voll Blüte
Stehst du still mit reger Liebe.
Ist denn nichts, das zum Gemüte
Des Begegnenden dich triebe?

Lichte Landschaft muss dir taugen,
... weiterlesen


Die flinke Dirne

Wann bei der Heumad Sonnenbrand
Der flinken Dirne milde Hand
Das Blumengras zerstreuet,
Das man zuvor geheuet,
So freut die sanfte Hand mich doch
Für’s Gras in ... weiterlesen


Überwältigung

Wann einst ich auferstehen werde
Und mir das Leben dieser Erde
Nach all den Rätseln auf sich klärt,
Wird mich die Lösung froh umbrausen,
Wie hier des Sturmes hehres ... weiterlesen


In einer Mondnacht.

Wann hoch aus mildern Bläuen
Das volle Mondlicht winkt,
Im Tal, um Bergesreihen
Ein goldnes Meer erblinkt;

Wann über mir die Sterne
Gedämpften Strahles ... weiterlesen


Das fliegende Licht

Was fliegst du, jagender Sonnenschein,
Dort tief in das grünende Land hinein?
Schwarz ist ja der Himmel, die Erde, der Sinn;
Du seliger Lichtblick, was willst du darin?
... weiterlesen


Dankessehnsucht

Was fühlt mein Herz? – es fühlt nur Dank
Für Gaben und Geschicke.
Ein Herz ist oft von Liebe krank,
Lechzt nach geliebtem Blicke;

O quälte mich die ... weiterlesen


Der Urwald

Was für ein Anblick mir sich bot
Im Urwald hier! Die Tannen tot,
Das starke, riesige Geschlecht
Erstickt von wildem Moosgeflecht
Und selbst die Moose meist erstorben,
... weiterlesen


Das Petrefakt

Was gelebt hat, einst verwest,
Wenn es nicht, wie durch Erhaschung
Fremder Stoff durch Überraschung
Und Verhüllung zaubert fest.

Leben einst, nun Petrefakt,
... weiterlesen


Die freie Flur

Was hat mein Herz mit ihr gemein,
Dass es in freier Flur will sein
Und dass es gar so viel entbehrt,
Wenn es nicht still mit ihr verkehrt? –
Wenn hier nicht, trifft es ... weiterlesen


In später Lebenszeit

Was ist das Gute, das ich lebte?
Und wo das Ganze, fest Erstrebte?
Muß nicht die Frage mich erschrecken,
Wenn ich nur Stückwerk kann entdecken?

Nur dies kann ... weiterlesen


Die sichere Antwort

Was ist die Welt? wie ward die Welt?
Ist Einer Gott im Himmelszelt?
Ist Gott das All?
Gott überall? —
Ward Antwort uns im Schooß der Zeit?
Gibt Ruhe die ... weiterlesen


Allgemeiner Eindruck

Was Jeder denkt an diesem Tag,
Gewiß, es ist von Einem Schlag:
Durch Himmelblau und Wiesenmaden
Zieht sich zu dieser Jahresfrist
Alleinzig der Gedankenfaden,
... weiterlesen


Selbstermahnung

Was kann manch abgeschlossnes Ich
Vor Gott am Ende gelten?
Mit welchem Rechte sieht es sich
Ein Mitglied hehrer Welten? --
Die Frag` ist gut; doch frag` auch dich,
... weiterlesen


Herzendwidmung

Was nimmt mir so den stillen Sinn
Von einem Tag zum andern hin?
Ein Liederdienst, wie Minnesang!
Doch geht kein Hang
Und Minnen nur
Auf dich, Natur!


Abgeschiedenheit

Was seh` ich, ob dem Felsengrund,
Gibt dort sich eine Wohnung kund! --
Wer mochte so in Einsamkeiten
Der Wildnis sich ein Dach bereiten?
Gefiel dem finstern ... weiterlesen


Unter einer alten Linde

Was seufzt die Dryas dieser Linde
Zum Glockenklang im Frühlingswinde?
Sie sinnt zurück. Einst hat zu deuten
Sie nicht gewusst das erste Läuten.

Da hing man an, ... weiterlesen


Der Zusammenlaut

Was Stimme hat, das stimmt sie an
An diesem Frühlingstag.
Die Lerche singt sich himmelan
Aus frohem Wachtelschlag.

Und Nachts! Wie kurze Zeit nur schläft
... weiterlesen


Das Schneckenhaus

Was stößt dein Fuß hier vor sich hin?
Was schätzet so gering dein Sinn? –
Ein leeres Schneckenhaus im Gras!
Und doch – ein Lusthaus war auch das,
Als es noch ... weiterlesen


Kurzweil oder Langeweile?

Was verleiht ihr mir zum Lohne,
Kurzweil oder Langeweile,
Wenn ich waldbeschattet teile
Eure Freuden, Papillone,
Wie im Wiesensonnenscheine
Ihr euch jaget, große, ... weiterlesen


Der Raben Wehgeschrei

Was weckt den Wehschrei? was verdross
Euch Raben? hab‘ ich es gefunden?
Gefällt, ein wahrer Waldkoloss,
Liegt hier ein Eichbaum, abgeschunden,
Sein Riesenastwerk ohne ... weiterlesen


Bei regnerischem Wetter

Weichen Regens Wollen betten
Sich um des Gebirges Ketten
Und der See ist matt gestreift,
Den mein Auge lang durchschweift.
Bis vermehrte, größre Tropfen
... weiterlesen


Weide

Weiden lasst mich! weiden heißt:
Stille, dem entbundnen Geist
Sich dem freien Lüsteleben
Und der Blumenwelt ergeben.

Wenn ein Wild wir weiden sehn,
... weiterlesen


Vergessene Schönheit

Weihrauch mir entgegenführen
Hehrer Kirche offne Türen
Und der Orgelpsalm erschallt.
mit der süßesten Gewalt,

Mit der Kindheit Glaubenssonne,
Fasst ... weiterlesen


Siegeshoffnung

Weih’n Deutschlands Kirchenglocken alle
In Einer Stund‘, in Einem Schalle
Bald nun die deutsche Freiheit ein
Und wird das Volk durchdrungen sein
Vom Vollgefühl ... weiterlesen


Der weinerliche Tag

Weinerlich aus Lämmermund,
Regenlustig gibt sich kund
Heut` der Frühling. Lass ihn weinen!
Veilchen blühn an allen Rainen
Könnt` ich unter ihren Düften
Auch ... weiterlesen


Kindesleid

Weinst Du? – Weine, kleines Kind,
In den Lenz hinaus geschwind!
Schöne Kunst, sich auszuweinen,
Herz und Augen neu zu klären
Für der Sonne süßes Scheinen!
... weiterlesen


Stilles Grauen

Weit nieder steigt das Hüttendach.
Wie blinkt die Ampel drin so schwach!
Und was erhellt ihr matter Schimmer?
Nenn‘ ich es noch mit Fug ein Zimmer?

In dieser ... weiterlesen


Vorempfindung

Weißgedeckte Güterwagen
Seh` ich fern durch. Bäume ragen;
Fuhrnannsblusen, Hund und Pferde
Heben ab sich von der Erde
Und der Anblick freut mein Herz.
Nicht ... weiterlesen


Der Sommerwanderer

Weiß‘ und rote kleine Winden,
Die gedrängt am Rand sich finden
Meiner sonnenheißen Bahn,
Lächeln, wie verwandt, mich an,
Dass ich mich, wie einst, noch immer,
... weiterlesen


Schmetterlingsweihe

Welch bunte Falterweide,
Auf dieses Gipfels Heide.
Gilt etwa ihr Bemühn
Bergblümchen, die hier blühn?

Nicht Blümchen gilt ihr Schweben
Und keinem ... weiterlesen


Schwüle

Welch ein Gewölke von Staub
Seh‘ ich, beschattet von Laub,
Drüben die Straße umruhn!
Traben die Pferde vorbei,
Decket doch Schlummer, wie Blei,
Kutscher und ... weiterlesen


Der schöne Tag

Welch ein Menschenfreund, o Tag!
Erzeigst du dich voll Huld!
Wenn heute noch wer trauern mag,
Es ist nicht deine Schuld.

Am Himmel ungetrübtes Blau,
Auf ... weiterlesen


Im Gebüsche

Welch ein reizend Buchgehege,
Lacht uns, Liebste, hier am Wege,
Wo wir ganz uns nach Verlangen
Liebreich sehen eingefangen!
ja, hier winkt uns Kusses Glück.
Wie? ... weiterlesen


Frühlingszweifel.

Welch ein selig Schimmern, Tönen,
Die uns wald und Flur verschönen
In des Frühlings lindem Strahl?
Darf dich hier ein Gram beschleichen?
Findest du auch nur ein ... weiterlesen


Auf einer Ruheband

Welch ein süßer Stundenraub!
Schatten spielen mir von Laub,
Windgefächelt, auf der Bank.
Wie mein Herz hier Ruhe trank
Bei dem Spiel von Frühlingswinden
... weiterlesen


Auf Hoheneuffen

Welch erhabne Mauerzinnen!
Und auf welchem festen Grund!
Doch von außen und von innen
Alles in Zerfall und wund!

Dach und Fach in Schutt zerschlagen,
... weiterlesen


Jugendlust

Welch nächtlich Singen dort am Fluss!
Bei aller Rosen Dufterguss,
In nassem Blau und Mondenschimmer
Labt mit den Freunden sich ein Schwimmer.

Dem Jüngling wird ... weiterlesen


Das unbewohnte Schloss

Welch stolzer, mächtiger Koloss!
Wer zählt die Fenster hier im Schloss!
Sind sie des Nachts erleuchtet wohl? –
Sie bleiben finster, öd und hohl! –
Wenn Armut solche ... weiterlesen


Auf Waldeshöhen

Welch wilde, menschenferne Schlucht!
Ein Bach kommt her auf seiner Flicht
Und dienet murmelnd mir als Leiter;
Auf nassen Steinen klimm` ich weiter.

Wohl mir nun ... weiterlesen


Landesfülle

Welche Füll‘ an’s Herz mir legen
Weingebirge, halb verhüllt
Von des Nebels feuchtem Segen,
Und das Tal, getreiderfüllt!

Dank den Bergen und den Bäumen
... weiterlesen


Weg der Gedanken

Welches Regen, welches Streben
Treibt sein unermüdet Spiel!
Wind und Schiff und Vogel schweben
Und der Wandrer eilt zum Ziel.

Um beglückte, sichre Reise
... weiterlesen


Volksbildung

Welch‘ schöner Schloss- und Kirchenbau
Im Stil erneuter Kunst! o schau!
Doch Genien und Karyatiden
Ward hier ein herbes Los beschieden:
Zerschlagen Hände, Brüst‘ ... weiterlesen


Die Kinder des Lichts

Wenn alle Blumen aufgericht`,
Mit unverwandtem Angesicht,
Die roten, gelben, blauen,
In`s Lich der Sonne schauen,
So gönne Kindern reinen Lichts
Ihr Glück und ... weiterlesen


Dank der Mutter Natur

Wenn auch zum Ohr kein Lüftchen trug
Ein Wort, Natur, aus deinem Mund:
Doch ist dein stiller Sinn genug
Und thut als Frage mir sich kund.

Du, gute Mutter, ... weiterlesen


Frühling und Kindheit

Wenn Blüten jung dem Busch entschlpfen
Und Lämmer um die Mütter hüpfen,
Der Gänschen gelbes Flaumenkleid
Noch zum Gefieder nicht gedeiht;

Wenn ... weiterlesen


Der feste Bund

Wenn Brust der Brust sich bot
In einer innern Not,
Wenn Tränen tief von innen
Von Männeraugen rinnen,
Wenn sich die Freunde so vereint,
Dann ist die Freundschaft ... weiterlesen


Waldrufe

Wenn der Kuckuck nicht riefe
Und die Amsel dazu,
So glaub‘ ich, es schliefe
Manch Blümchen in Ruh.

Weil der Kuckuck euch wecket
Und die Amsel euch ... weiterlesen


Der wahre Mai

Wenn die Springen welken,
So kommen duft`ge Nellen
Und Rosen süß herangeblüht.
Doch schon zerstreut ist mein Gemüth:
Denn der voll blaum Holders hing,
Der ... weiterlesen


Hinausgerissen

Wenn du, von der Sonn` erweckt,
Wie ein Pfeil die Luft durchpfeifst
Und, o schwebendes Insekt,
Derb wir an die Schläfe streifst,
Stößt ein Heimweh mich auch weit ... weiterlesen


Der große Trost

Wenn etwa unsern innern Sinn
Getanes Unrecht still beschwert,
Liegt nicht ein weiter Trost darin,
Dass unser Treiben doch nicht mehrt,
Nicht mindert Gottes ... weiterlesen


Ins Ferne?

Wenn hier dich im walde
Und drüben im Garten
An dörflicher Halde
Maiblumen erwarten,
Syringen und Sterne,
Was treibst du in’s Ferne?
O schlürf‘ erst ... weiterlesen


Entsagung

Wenn ich der Blüten Füll erschau;
Der Lichtgewölke stolzen Bau,
Des Stromes silberblaue Wellen
Und sanfter Wiesen Wonnestellen
Nebst all der Wälder grünem Prangen,
... weiterlesen


Unmöglichkeit

Wenn ich dich wusste ausgegangen
Zur Kirch‘, in einen Frauenkranz,
So war mein Herz voll von Verlangen,
Ich fühlte mich verlassen ganz,

Mich und die lieben ... weiterlesen


Einseitige Liebe

Wenn ich liebend mich versenke
In das weite Schöpfungsall,
Forschend, ob einst meiner denke
Jener ferne Glockenschall,
Den ich so voll Andacht hörte,
Und die ... weiterlesen


Froher Klang

Wenn ich so den Wald durchklimme,
Dringt mir mehr, als Vogelsänge
Oder andre Frühlingsklänge,
Eine helle Menschenstimme,
Die vom fremden Dämmergeist
Der Natur ... weiterlesen


Wiedersehn

Wenn ich zur bessern Welt gelangte,
Die mir von tausend Wundern prangte, —
Ich wanderte durch sie von Ort zu Ort,
Doch nirgend, nirgend, Liebste, fand` ich dort
Den ... weiterlesen


Der Vielgegrüßte

Wenn ich, ein alter Wandrer, walle,
So grüßen mich so freundlich alle!
Woher wohl diese Sympathie
Der guten Leute? Denken sie:
Der kennt wohl auch des Lebens Noch;
... weiterlesen


Gunst der Zukunft

Wenn mein Herz hat ausgeschlagen,
Sollen zu verwandten Seelen
Winde meine Lieder tragen.
Nimmer soll sich`s dann verhehlen,
Ob sich milder Freundessinn
Zu dem Toten ... weiterlesen


Der Veränderte

Wenn mich die Waldung rings umfängt,
Um die das braune Herbstlaub hängt,
Ach, ist es da noch jenes Wandern
Bei Amsellied und Kuckuckswort?
Bin ich’s noch selbst? wie ... weiterlesen


Gewissheit

Wenn schweigend ich an deiner Seite,
O Freund, durch diesen Frühling schreite,
So wissen`s beide, du, wie er:
Mein Herz ist doch nicht wonneleer.
In Lenz und Freundschaft ... weiterlesen


Abspannung

Wenn schwer auf mir das Leben liegt,
In Hoffnungen mich nichts mehr wiegt,
Da klingt mir auch die Antwort hohl,
Die sonst Natur mir gönnte wohl;
Es ist nicht mehr der ... weiterlesen


Ein Lied des Dankes

Wenn tief ich in die Uhlands-Fichte
Den Sinn vom Boden aufwärts richte,
Preis` ich den Wuchs, den reinen, kühnen,
Das Rauschen, Düften, Immergrünen?

Und wälzt ... weiterlesen


Frühlingsbürde

Wer denkt des Winters nicht:
Im Frühling wird dir`s leicht?
Doch wo ist ein Gewicht,
Das dem der Wonne gleicht?
Macht mir der Lenz nicht bang,
Mit seinem ... weiterlesen


Maienheimat

Wer eine liebe Heimat hat,
Dem ist das Heimgehn wert;
Doch jetzt, des Feldes nimmersatt,
Fühl‘ ich mich ganz verkehrt.
Mein Sinn im Maie bleibt dabei,
Dass meine ... weiterlesen


Bitte an die Wolken

Werdet nicht zu Wolken, Wölkchen!
Denn für heute zieht ein Völkchen
Froher Leut‘ in Berg und Tal,
Die ein Dach verschmähn zu suchen,
Aber unterm Grün der Buchen
... weiterlesen


Auf eine Aprilwanderung

Wetteifer ist nun rings im Feld.
Kaum geht das Landvolk mehr nach Haus,
Eh` dort es jeden Fleck bestellt,
Und grünes Wachsthum dringt heraus
Schon neben all den ... weiterlesen


Die verschiedenen Lichter

Wie allerliebst das kleine Licht
Aus Rebenranken strahlt!
Wie klar der Mond durch Bäume bricht,
Die Hütte blaulich malt!

Du Mondenglanz, du Menschenlicht
... weiterlesen


Veränderter Anblick

Wie bewegten Qualm
Zeigt mir Busch und Halm!
Wilder Windhauch überfährt
Alles, was dem Sommer werth.

Wie, du lichtes Sommerthal,
Fällst du anders auf ... weiterlesen


Reiselust.

Wie blaulich, wie wonnig
Erquickend und sonnig
Lacht Himmel und Land!
Wie hält das Entfalten
Soe neuer Gestalten
Die Seele gespannt!

O Heimat, ... weiterlesen


Auf der Felshöhe

Wie blickt der Fluss so strahlend
Aus Berg und Wald herauf!
Wie gerne zeigt` ich malend
Dir seinen Schlangenlauf!

Doch die Gedankenmenge,
Gedacht ob diesem ... weiterlesen


Am grünen Ufer

Wie breite Kräuterblätter!
Wie zartes Weidenlaub!
O Fluss! o Frühlingswetter!
O süßer Stundenraub!
Natur, ist stiller Liebeshang
Für deine Bilder Müßiggang?


Aufspielung

Wie bunt gepresster Zitz
Scheint mancher Liederwitz,
Zerrbilder, Modelblüten,
Schon recht für’s Ladenhüten,
Auch nicht vergleichbar nur
Mit Blumen der Natur.


Sonnenglanz

Wie das Bächlein die Steine durchrauschet!
Oft schon hab‘ ich den Platz hier getauschet,
Immer vertreibst du mich Sonne,
Herrin der Wonne!

Jagst den Schatten ... weiterlesen


Die Nonne – II.

Wie diese Hallen mir und Mauern
Bei jedem Schritt entgegenschauern!
Fort rauscht der Klosterbrunn in’s Becken,
Um endlos meine Qual zu wecken.

Wie ich den Tod ... weiterlesen


In den Wiesen

Wie dort im Gras sich Kinder mühen,
Beschwert von Blumenbüscheln glühen!
Ach! Kinder seh` ich immer gerne,
Zumal so warm hervorgehoben,
Wie hier, von einer lichten ... weiterlesen


Herbeilassung

Wie du liefst, bis du mich Alten
Schnellen Schrittes holtest ein!
Lieber Landmann, unterhalten
Vom Erreichten willst du sein

Und da folgt nun Frag‘ auf Frage
... weiterlesen


Verirrung

Wie feucht ward’s schon im Abendwald,
Wie düster! Kein Gesang erschallt;
Nur wild noch eine Taube girrt:
O Wanderer, du bist verirrt!

Auch staunt die Birke ... weiterlesen


An die Luft

Wie find‘ ich dich so hold bedacht,
O blaue Lenzluft, abzuschütteln
Durch sanftes Laub- und Ästerütteln
Die Tropfen einer Regennacht!
O rüttle goldne Luft nicht ... weiterlesen


Heimatgefühl

Wie flattert purpurnes Gefieder,
Wie gleitet hin der Schlane Pracht!
Wie jagt sich schäckernd auf und nieder
Das Affenvolk in Waldesnacht!

Wie in der Palmen ... weiterlesen


Auf dem Gebirge.

Wie frei ist`s mir um Herz und Kopf
In dieser hohen Himmelsnähe,
Wo kaum ein niedrer Tannenschopf
In`s Öde vorragt, das ich sehe,
Mich Quellen, leise murmelnd, laben
... weiterlesen


Das Entgegengehen

Wie freut uns das Entgegengehn
Beim Selbergehn und Kommensehn!
Begegnung durch des Zufalls Spiel
Ist oft uns lieber, als das Ziel.

Doch seine Lieben sich ... weiterlesen


Bei Sonnenuntergang

Wie goldne Wärme liegt im Feld,
Das lichter Abendstrahl erhellt:
Wie fasst mich im Gebüsche kühl
Hier noch ein süßes Wohlgefühl!
Schön Dank das ganze Land noch ... weiterlesen


Feldschrecken

Wie Has‘ und Lerche sich erschreckten,
Zu Flug und Seitensprung sich weckten,
Dies hab‘ ich heut‘ mit angesehn
Und musst‘ in Ährengrün und Hecken
Ob diesem ... weiterlesen


Ergebniß

Wie ich nun auch verflochten bin
Nach meinem ganzen Wesen
Zu Gut und Schlimm: ich nehm` es hin
Mit Dank und bin erlesen,
Viel doch zu fühlen in der Welt,
Was ... weiterlesen


Sommerglanz

Wie ist die Sommerflut so ganz
Getaucht in reinen Sonnenglanz!
Der Mücke Kopf ist augenvoll,
Dass jedes Strahlen sammeln soll.
Für mich im Einem Augenpaar
Ist ... weiterlesen


Unter Fremden

Wie ist mir das Wort gehemmt,
Sind die Menschen mir so fremd!
Andre Sprache fernt mich ihnen,
Doch der Blumenbach, die Bienen
Und die trauten Vögel fragen:
Alter ... weiterlesen


Kein Ausweg

Wie kommt es, daß wir unsre Klagen
So gern in Waldesdickicht tragen?
Den Ausweg scheint`s für Gram und Leiden
Im Waldgewirr uns abzuschneiden.
Kein Ausweg! dies gefällt ... weiterlesen


Der Häher

Wie kreischt der Häher!
Nicht allzuschön!
Doch tret` ich näher:
Hat das Getön`
Mich nicht geweckt zur süßen Schau
Vom wunderschönsten Flügelblau?
Das ... weiterlesen


Mitgefühl

Wie liegt der prächt`ge Eichbaum hier.
Vom Beile jüngst geschlagen!
Wie gern er lebte, konnt` er dir,
Stumm, wie er war, nicht sagen.

Ich nur muß überall ... weiterlesen


Vergessensein

Wie mancher Geber starb,
Eh` man ihn dankbar pries;
Nicht immer Dank erwarb,
Was Andern er erwies.

Es that ihm freilich leid;
Vergefsensein macht arm.
... weiterlesen


Wild und mild

Wie mild und wild! die Apfelbäume
Des Dorfs bei düstrem Fels und Wald!
Raubvögelschrei die blauen Räume
Mit frohem Lerchensang durchschallt.

Am Wasserfall, der ... weiterlesen


Waldwohlgeruch

Wie Patscholi riecht`s hier im Wald,
Ein Duft von schmeichelnder Gewalt,
Der sonst von einem Putztisch kommt
Und holdem Damenschmucke frommt,
Hier aber, wenn ich recht ... weiterlesen


Wiederglanz

Wie ruh‘ ich still im Tannenhain!
Die Sonne sucht sich Wiederschein,
Wo niemand es wohl meint.
Ha, wie sie funkelnd scheint
Hoch an dem grünen Zapfen dort,
Der ... weiterlesen


Das Hüttenpförtlein

Wie schlingen zierlicher Gestalt
Um’s Dörflein einen Kranz von Wald
Die heimatlichen Zwetschgenbäume,
Wohin ich mich so gerne träume!
Welschlands Olivenhaine ... weiterlesen


Die Abendglocken

Wie schwammen die Augen in frischem Glück
Und hallt` es dem Ohre so friedlich zurück!
Die Abendglocken erhoben ihr Lied,
Das der Himmel mir so zu verstehen beschied:

... weiterlesen


Weg und Ziel

Wie schönes Los mir heute fiel!
Indes die Lerch‘ am Himmel hängt
Und Hasen, von mir aufgesprengt,
Das weite Saatgefild durchjagen,
Darf ich zum Freund auf’s Land ... weiterlesen


Wald und Wiese

Wie sind wir beide, Wald und Wiese,
Zu so vertrautem Grün gesellt!
Wie froh ich schattig sie umschließe,
Wie leicht und sanft ihr Plan sich schwellt!

Ach! so in ... weiterlesen


Die kurze Gunst

Wie steht der Dichter so allein
Mit seiner Lieblingskunst!
`Laß deiner Lieder wenig seyn!`
So räth ihm selbst die Gunst.

Statt daß er jedes sieht begrüßt ... weiterlesen


Das stille Plätzchen

Wie still ist’s hier! ach ich erschrecke,
Wenn ich nur denke, dass ein Schall
Mich aus dem Schweigen ringsum wecke.
Und wär‘ es eines Blättchens Fall,
Es könnte ... weiterlesen


Bei unruhigem See

Wie stürmt der See! Die Wäscherin
Schafft im Geschäume mitteninn,
Das, wie es ankämpft, wie es spritzt,
Dem hübschen Weibchen gerne nützt.

Der Schaum ... weiterlesen


Waldheimlichkeit

Wie stöhnt die Nachtigall im Dunkeln,
Wie äugelt das Vergissmeinnicht!
Und wie zum Tag hervor mit Funkeln
Die bunte Falterherde bricht!

O Wald, in deinen ... weiterlesen


Das Insekt

Wie viel, wie mehr ich doch umfasse!
Dein Dasein treibt auf kurzer Straße.
Ich seh‘, Insekt, dich blindlings ziehn.
Kurzsichtiges, wo strebst du hin?

„In’s ... weiterlesen


Apathie

Wie wird der Gang durch’s Leben
Uns manchmal doch so schwer!
Doch, kann das Herz noch streben,
So klag‘ es nicht zu sehr!

Wenn aber Wunsch und Streben
... weiterlesen


Das Blumenbrett

Wie wohl dir deine Luft gerät,
Levkojen, Nelken auf dem Brett,
Selbst balsamlose Balsaminen
Durch Farbenherrlichkeit dir dienen.

O Landmann, sieh hier einen ... weiterlesen


Schwermut

Wie zieht der Regen grau dahin
In des Gebirgs Grund!
Wie starrt mich an ein fremder Sinn
Aus aller Klüfte Schlund!

Ausweinet euch, ihr Wolken, dort
... weiterlesen


An den Kuckuck

Wieder ohne Rast und Ruh`
Rufst du drüben dein Kuku!
Wie so kräftig ziehest du
Mich hinaus mit diesen Klängen,
Die zum grünen Wald mich drängen!

... weiterlesen


Das Himmelsmeer

Wieder schwand die Zeit mir ganz!
Kommt durch grüner Wipfel Sprossen
Ewigkeit mir zugeflossen
Dort als blauer Himmelsglanz? --

Ach! nur stets des Durstes mehr
... weiterlesen


Schwankendes Sehnen

Wiesen hab` ich, Berg und Wald,
Wasser, Reben, Ackerfiur,
Alles reich an Wohlgestalt:
Doch es ist die Heimath nur
Und mein Herz ist nur auf Reisen,
Um dann jene, ... weiterlesen


Das laute Gemälde

Wiesen in des Morgens Weihe,
Wald gelehnt an ihren Plan,
Weiße Dörfer nach der Reihe
Grüßen frischbetagt mich an.

Zum Gemälde wird mir Alles,
... weiterlesen


Windestosen

Wind, dein Zausen,
Wald, dein Saufen
Stellst du heut‘ einmal nicht ein.
Nun, so zauset,
Saust und brauset,
Gute Laune singt darein!


Windeswehen

Wind, woher auf deiner Reise?
Kostest du des Mädchens Wange?
Machte dem beklemmten Greise
Dein zu frisches Grüßen bange?

Hast du Botschaft treuer Worte
... weiterlesen


Winterrührung

Winterrührung
Auf die weisbeeisten Bäume
Trifft durch blaue Himmelsräume
Goldner Sonntagssonnenstrahl,
Betgeläute füllt das Tal.

Wirke, holde ... weiterlesen


Die Unterhaltung

Wir waren voll von Anekdoten,
Die Unterhaltung stockte nicht.
Und doch — sie zählte zu den todten.
Wer nicht aus eigner Seele spricht.
Der unterhält uns nur mit ... weiterlesen


Männliche Gesinnung

Wirf dein Leben in den Wind,
Wenn dein Grundsatz dann gewinnt!
Statt den Grundsatz aufzugeben,
Gib noch eher auf dein Leben!
Dir am Grabe sagt man dann,
Und nur ... weiterlesen


In den Wind hinaus

Wo beginnst, wo hörst du auf,
Wind, in deinem schnellen Lauf?
Ohne Ziel und Ursprungsstätte,
Bist du nur ein Glied der Ketten
Die sich schon seit ew`ger Zeit
... weiterlesen


In der Ferne

Wo blieb der Lüfte klares Blau?
Nur grau in Grau
Und braun in Braun
Lässt Land und Himmel sich erschaun.

Wo blieb der rosenhelle Mut,
Womit ich Hut
... weiterlesen


Dank dem Kuckuck

Wo doch, Kuckuck, wo im Forst
Magst du seßhaft seyn?
Nach dem waldgeheimsten Horst
Spornst du mich hinein!

Hier aus jenem Schopf nun dort
Ruft dein ... weiterlesen


Waldnachbarschaft

Wo Hahn und Amsel früh sich wecken
Und, springend aus der Schule Hast,
Die Knaben laut den Kuckuck necken,
Der ihre Lernbegier entrafft,
Da hab‘ ich gerne mein ... weiterlesen


Trost eines Freundes der Natur und der alten Zeit

Wo jetzt die letzten Segel schwellen,
Teilt bald der Dampfer nur die Wellen.
Auf vielbereisten Alpenstegen
Herrscht künftig nur verlassnes Schweigen.

Ein Trost ... weiterlesen


Schläfrigkeit

Woher auf meine Rast
Sich senkt so schnelle Last?
Das Gras durchschweigen Falter,
Durchsumset Bienenpsalter.

Die Lust ist licht; es streicht
Der Hauch des ... weiterlesen


Waldeseindruck

Wohl bleibt der edle Wald mir fremd:
Mein Alltagsleben wird gehemmt,
Sobald ich ihn betrete nur.
Ich bin da ganz auf andrer Spur.
Wenn Gott durch Menschen schaffen ... weiterlesen


Bei blauer Luft

Wohl gerne hinunter
Lustwandl` ich, wo bunter
Die Wiese schon mait
Und Vogelgesang mich aus Blüten erfreut.

Doch haben sich oben
Goldwölkchen gewoben,
... weiterlesen


Das mitleidige Herz

Wohl Hab` ich ein mitleidig Herz,
So sehr, daß oft der eigne Schmerz
Mich wie ein fremder übernimmt
Und eine Thrän` im Aug` mir schwimmt,
Daß von dem mir gegönntm ... weiterlesen


Antwort auf eine Rezension

Wohl meint der gute Rezensent,
Ich habe bloß für ihn geschrieben,
Und sein gerechter Zorn entbrennt,
Dass ich nich bin zu Haus geblieben.

Ich konnte wissen, dass ... weiterlesen


Aus der früheren Zeit des Jahres 1848

Wohl war uns Deutschland ganz entrückt;
In Herrenländer war’s zerstückt;
Vom Rat der Völker war’s verbannt.
Wo war des Deutschen Vaterland?

Doch wenn mein ... weiterlesen


Ebenmaß

Wohl wäre hier im Tale Raum
An Berges-, Wald- und Bachessaum,
Zu diesen Wohnungen, den schlichten,
Noch manch ein Häuschen hinzudichten.

Doch nein! ich bin voll ... weiterlesen


Des Dichters Traum

Wollt‘ jedem Dichter Gott einräumen,
Dass ihm erfülle sich sein Träumen,
Ach! was gewänne  m e i n e  Brust,
Die jetzt nur träumet Frühlingslust?

... weiterlesen


Der zögernde Hase

Wunderbar
Still und klar
Fesselt goldner Abendschein
Jeden Blick an Wies‘ und Hain.

Selbst der Hase,
Der dem Grase
Eben vor mir ist entronnen,
... weiterlesen


Herbstklage

Wäldergruppen allerseits
Gelben herbstlich falb bereits
Um die braunen Stoppelfelder.
Doch durchklage nicht die Wälder,
Lied der Wehmut! Schon ein Weih‘
Füllt ... weiterlesen


Voraussicht

Zartumwollte Samen stiegen
Rings hier um die Rasenbant.
Wenn auch einer niedersank,
Läßt die Luft Wohl kaum ihn liegen.
Wurzel fassen soll er nicht;
Neu ... weiterlesen


Zeitlosenblühn

Zeitlosenblühn
Aus Angergrün!
Doch drüber nichts, als Regenluft
Und an den Bergen feuchter Duft!

Zeitlosenblühn
Aus glattem Grün!
Doch ... weiterlesen


Die getötete Taube

Zerfiedert, ausgebrochen
Ruhn hier die Flügelknochen
Von einer blut’gen Taube,
Des wilden Stößers Raube.
Vom Los, das ird’schen Dingen fiel,
Wie sagt der ... weiterlesen


Einhalt

Ziehet nicht so schnell dahin,
Feuerkäfer, eure Straße,
Weil ich in getrübtem Sinn
Diesmal nicht so schnell erfasse,
Neu befreundet, all die alten,
Trauten Lenz- ... weiterlesen


Auf ein Mädchen

Zu ihr zieht die Lieblichkeit
Reiner Herzensinnigkeit,
Wie die kleinen, weißen Glocken
Mich zum Maienwalde locken
Wo sie in beglückte Lüfte
Senden der Erfrischung Düfte.


Schöne Sitte

Zu Korb im Remstal ist es Sitte,
Zu pflanzen in der Reben Mitte
Viel weiße Lilien sittsamlich.
Ein schöner Takt der braven Leute:
Der Wein soll, wenn ich richtig ... weiterlesen


Rückerinnerungen - II.

Zum Fenster liest du noch dich führen
Am Abend, eh‘ dich rief der Tod;
Denn immer war dein Herz zu rühren
Von Landschaft, Lenz und Abendrot.

Da streifte, teure ... weiterlesen


Die lächelnden Fräulein

Zum Lächeln öffnen noch den Mund
Drei Königsfräulein aus Burgund
Zu Worms im Dom an grauer Wand,
Als wäre die Geschichte Tand,
Das Los, das Stadt und Reich erfuhr,
... weiterlesen


Begegnung

Zusammen liefen ich und er,
Ein Wandersmann, weiß nicht, woher?
Wohl eine gute Wegesstreck`,
Durch offnes Thal, durch Waldversteck.

Wir haben sonst uns nie ... weiterlesen


Die Ruhebank.

Zwei Linden, eine Ruhebank
Stehn dort auf grüner Höh`
Und diesen süßen Ort verdank`
Ich all mein Herzensweh.

Noch glaubt` ich hold sie angelehnt
... weiterlesen


Im Nachblicken

Zwei Reiter traben durch das Tal,
Auf welchem glüht der Mittagsstrahl.
Mein Auge folgt durch’s gelbe Korn.
Treibt jenen nicht der Liebe Sporn?
Und zeigt nicht der, was ... weiterlesen


Die Äolsharfe

Äolsharfe, ach, wie du
Weg mit klagst des Herzens Ruh!
Stöhnen will es mit dir, weinen,
Zittern, Lust und Wehmut einen;

Bald verhauchen still und lind
... weiterlesen


Liebesgruß

`Ach hin ist hin und tod ist tod!`
Wo steht dies doch geschrieben?
Das Lied, das solchen Gruß entbot,
Ist mir vergessen blieben.
Ach, tot ist tot und hin ist hin!
... weiterlesen


Alte Liebe

`Alte Liebe rostet nicht.`
Dieses Sprüchlein hat am Stahl
Meines Sinnes manchesmal
Sich bewährt in blankem Licht.. —
Fragt ihr wohl mit wie viel Frauen
... weiterlesen


Vorrecht

`Sieh am Berg der Wohnung Schimmer
Unter jenes Wäldchens Hut;
Hinter jenre Scheiben Flimmer
Wird bei Gluten dir es gut.`

Nein, o nein, es sucht die Weite,
... weiterlesen


Das alte Lied

„Wie groß ist es Allmächt’gen Gute!
Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt?“
Ein altes Lied, doch im Gemüte
Noch immer wärmend nachgespürt!

Die ... weiterlesen



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