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Gedichte - Karl Simrock

Stiftungslied

(Melodie: Prinz Eugenius der edle Ritter)

Bei der Parole thät er befehlen,
Daß man sollt die Zwölfe zähle
Bei der Uhr um Mitternacht.

Unser Julius ... weiterlesen


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Der Gefangene

(Nach dem Spanischen.)

`Wenn die Lüfte sich erwärmen
In dem schönen Maienmond,
Wenn die Nachtigall der Lerche
Gegensingt im Wechselton,
Die Verliebten ... weiterlesen


Sprüche

1. Es prangt das Meer mit wunderreichen Schätzen;
Zufriedenheit kann dich am Ufer letzen.

2. Die Staude der Geduld ist bittrer Art:
Doch endlich bringt sie Früchte ... weiterlesen


Schweizerreise 1833

1. Warum nit gar?

Du Mädchen bist aus Schwaben
Und hast ein Angesicht
Wie wenig Mädchen haben,
Das mir zur Seele spricht.

Mit holder Lieb und ... weiterlesen


Schweizerreise 1833 - VIII.

8. Auf dem Gotthart

Du habest dir zum Leide,
Zur Lust dich hergewandt,
Der Gotthart ist die Scheide
Von deutsch- und welschem Land.

Willst du ... weiterlesen


Neue Fibelverse

A a  Adler.

Der Adler schwingt sich hoch empor, den Mond zu überfliegen:
Hier unten lauschen wir im Thal und staunen seinen Siegen.
Der nrme Mond erschrickt vor ... weiterlesen


A B C

A B C,
Die Katze lief im Schnee.
Und als sie wieder raus kam,
Da hat sie weiße Stiefel an.
O jemine!
Die Katze lief im Schnee.

A B C,
Die ... weiterlesen


Betrug

Alles liegt und schlummert nun,
Nur die goldnen Sterne,
Die den ganzen Tag sich ruhn,
Wandeln in der Ferne.

Nur in Finsterniss und Nacht
Muß ich einsam ... weiterlesen


Der weinende Trinker

Als Anno eilf gekeltert war,
Schien noch die Sonne hell und klar.

Die Sonne schien so klar und heiß;
Vor seiner Thüre weint` ein Greis,

Hielt in der ... weiterlesen


Baldurs Erlösung

Als Baldur auf den Scheitern lag,
Vor Trauer erblich der lichte Tag.
Da ist von Hermodur dem Helden
Ein herrlicher Ritt zu melden.

Auf Odins Hengste, Sleipnir ... weiterlesen


Der König der stillen Insel

An Chamissos Geburtstage.

Was Hab ich jetzt vernommen?
Ein wunderseltsam Wort
Ist mir ins Ohr gekommen,
Da klingt es fort und fort.
So gern ich immer ... weiterlesen


Goethe

an Herrn Helfer B - r.

Nun ja, Kriegslieder schreiben
Und im Zimmer sitzen bleiben,
Das hätte sich gehört!
Beim Bivouac auf der Erde,
Wenn Nachts man ... weiterlesen


Ständchen

Athme nur leise,
Wenn ich die Kreise
Zieh um dein kleines befriedetes Haus,
Gaukelnde Töne,
Schaukelt die Schöne
Nicht aus dem goldigen Schlummer heraus.
... weiterlesen


Wandeln und Verwandeln

Auf den Fluren will ich wandeln,
Wenn des Schlittens Glöcklein klingt,
Wenn die Blüthe süßer Mandeln
Frohe Lenzeskunde bringt;
Wenn die Vögel Nester bauen,
... weiterlesen


Der Langobarden Ursprung

Auf des Himmels höchster Höhe saß
Gwodan Weit in die weite Welt zu schaun.
Da traten vor ihn die Fürsten der Wandaler,
Ambri und Assi, ihn anzuflehn:

`Wider ... weiterlesen


Das todte Fräulein

Auf hohem Schlohbalkone
Der König Artus stand U
nd sah mit scharfen Blicken
Weit über Meer und Land.

`Ihr Tafelrunder, schauet,
Ein Schifflein treibt ... weiterlesen


Bonnas Ehrenpreis

Aus den Faschingsliedern

Wer will dem heitern Ernste wehren,
Wenn er das Lob der Heimat singt?
Von Bonnas Anmuth, Bonnas Ehren
Erschall ein Lied, das würdig ... weiterlesen


Zum neuen Jahre

Begraben ist das alte Jahr,
Es gieng zu seinen Vätern;
Gleich ihnen zählen wir es zwar
Auch zu den Missethätern:
Doch weil man Gutes sprechen soll
Von Todten, ... weiterlesen


Worte des Trostes

Beim Ausbruch der Cholera.
(Melodie: Befiehl du deine Wege.)

Der Feind ist eingedrungen,
Vor dem uns lang gegraut,
Noch starrt auf allen Zungen
Der ... weiterlesen


Sylvesters Kehraus-Lied

Beim Champagner zu singen.

Sie nennen mich Silvester:
Ich habe leine Schwester,
Jedoch der Brüder übermäßig viel:
Drei hundert vier und sechzig,
Und als ... weiterlesen


Tafellied

Bekränzt mit Laub, mit Immergrün und Rosen,
Des theuern Vaters Haupt,
Und daß fortan kein Stürmen und kein Tosen
Ihm seine Zierde raubt!

Ein Sturmwind ... weiterlesen


Blauer Himmel, blaue Wogen...

Blauer Himmel, blaue Wogen,
Rebenhügel um den See,
drüber blauer Berge Bogen,
schimmern weiß im reinen Schnee.

Wie der Kahn uns hebt und wieget,
leichter ... weiterlesen


Die Theilung Deutschlands

Chor der Nachbarn

Uns Nachbarn käm es ungelegen,
Ein einig Deutschland frei und stark:
Ein Jeder stemme sich dagegen,
Ein Jeder zerr ihm an der Mark.
... weiterlesen


Drei Bitten

Da droben unbezwungen
Sah König Gelimer,
Doch engen Kreiß geschlungen
Hat schon der Feind umher:

`Noch einmal möcht ich schauen
Des Lebens vollen ... weiterlesen


Das Gebet

Das Dörfchen lag in Schnee und Eis,
Mild glänzte Sternenschein;
Der Junker rief am Fenster leis:
Süßliebchen, laß mich ein!
Der Junker stand vom Sturm umtobt,
... weiterlesen


Geisterdrang

Das heilige Gefühl der Kraft und Stärke,
Das mir im Busen wogend ebbt und schwillt,
Der Born, dem reiches Leben einst entquillt,
Erwies ich gern schon jetzt durch ... weiterlesen


Der Wolf in der griechischen Schule

Dem jungen Wolf, dem Isegrim,
Ergieng es in der Schule schlimm:
Er sollte Wundarznei studieren,
Die Schafe gründlich zu kurieren;
Denn jetzt verlangt man Wißenschaft,
... weiterlesen


Deutsche Schmach

Den Franzen zu verachten
Geziemt nicht deutschem Mann:
Er hat in zwanzig Schlachten
Uns Mannheit dargethan.
Es fließt in seinen Adern
Auch unser Väter Blut: ... weiterlesen


Am 28. August

Den schönsten Kranz vom Zweige bricht
Die edle Sängerschar,
Daß sie des Meisters Stirn umflicht,
Den dieser Tag gebar:
O hoher Meister auserkannt,
Kein Zweiter ... weiterlesen


Der sterbende Goethe

Der Dichtkunst Morgenröthe,
Ihr letzter Sonnenstral,
Er ist geschieden, Goethe
Verließ der Erde Thal.
Er ist so schön gestorben
Als schön sein Leben war: ... weiterlesen


Ein Bündniss

Der Lieder überdrüßig
War die bedrängte Zeit,
Da blieb mein Spiel nicht müßig,
Doch größerm Sang geweiht.
Von selbst erklingt es heute
Und tönt im ... weiterlesen


Deutschland über Alles

Deutschland, Deutschland über Alles,
Nur für Deutschland in den Streit.
Feinde freun sich unsres Falles,
Sehn sie Fürst und Volk entzweit.
Greift zur Wehr und laut ... weiterlesen


An Emilie K.

Die Erfinderin einer Streichriemsverbeßerung)

In tiefer Schmach und Knechtschaft lag gebunden
Der Männer stark bebartetes Geschlecht:
Die Mode schuf ein unnatürlich ... weiterlesen


Leberreime

Die Leber ists, die durstig macht, besonders Recensenten:
Ein Trunk, zu rechter Zeit spendiert, hilft oftmals zu Talenten.

Die Leber wird mit schwarzem Brot, nicht mit Confect ... weiterlesen


Offenbar Geheimnis

Die Lieb ist schwer zu hehlen;
Doch Liebe kund zu thun
Mögt ihr, verliebte Seelen,
Nicht rasten und nicht ruhn.

Ich habs in Sand geschrieben
Wie ich ihr ... weiterlesen


Zu Fasching

Die unserm Fest bis diesen Tag gebrachen,
Holdselge Fraun, ihr aller Freuden Angel!
So fehlt der Fisch des Angelsachsen Angel,
Der Kaiser fehlt dem Kaiserstuhl zu Achen.
... weiterlesen


De die Iudicii Vom Jüngsten Tage

Dies irae, dies illa
solvet saeclum in favilla
teste David cum Sibylla.

Quantus tremor est futurus
quando index est venturus
cuncta stricte discussurus.
... weiterlesen


Drusus Tod

Drusus ließ in Deutschlands Forsten
Goldne Römeradler horsten,
An den Heilgen Göttereichen
Klang die Axt mit freveln Streichen.

Siegend fuhr er durch die ... weiterlesen


Gehäuft und gestrichen

Ein Bauer rief den Teufel an:
Der Teufel der war schlau,
Er war viel schlauer als der Mann,
Doch nicht als seine Frau.

`Was willst du?` frug der böse Feind.
... weiterlesen


Parabel

Ein Knabe, wenn er zur Schule gieng,
Einen Dreier von der Mutter empfieng;
Das war sein freies Eigenthum
Und Niemand durft ihn schelten drum,
Er mocht ihn verzetteln oder ... weiterlesen


Einladung

Ein Wundergarten steht euch aufgefloßen
An Stauden reich, an Blumen und an Blüthen;
Aus tausend Kelchen, so die Bienen hüten,
Sind süße Düfte schmeichlerisch ergoßen.
... weiterlesen


Die Feder

Eine goldne Feder fiel
Aus Gabriels Gefieder:
Der losen Lüfte Spiel
Allmählich sank sie nieder:
Zur Erde leise, leise,
Doch sicher gieng die Reise.
... weiterlesen


An Ludwig Uhland

Einst sangest du, wie Nachtigallen schlagen,
Manch ernstes Wort, manch holde Liebeskunde:
Nun du verstummtest, fragt man nach dem Grunde,
Warum du uns nicht singen willst und ... weiterlesen


Drei Sechs Neun

Endlich ist der Wald durchritten,
Heilger Eichen tiefe Nacht,
Und mein Ross mit raschen Schritten
Hat mich an ein Haus gebracht.

Vor dem Hofthor auf den Steinen ... weiterlesen


Geständnis

Es war doch schön vom Wein zu singen
Und nicht zu wißen wie er schmeckt;
Mir will kein Lied auf ihn gelingen
Seit kaum ein Fläschchen täglich kleckt.

Noch ... weiterlesen


Eim der See

Esthnische Sage.

Um des Eimsees Schilfgestade
Wohnen wilde böse Menschen.
Weh, sie mähen nicht die Wiesen,
Grüne Wiesen, die er wäßert;
Weh, sie ... weiterlesen


Den Herrn Autographensammlern

Ex unque leonem

Zwar, wer des Löwen Tatze sieht,
Der weiß, der Leu ist nah, und flieht;
Doch wenn er sich in Schweigen hüllt,
Sagt Niemand, das war gut ... weiterlesen


Eitler Vorwand

Gar Mancher thut, als schade dir
Der seltnen Schönheit Preis;
Er hofft wohl gar noch Dank dafür,
Daß er zu schweigen weiß.

Denn singen könnt er, ohne ... weiterlesen


Die halbe Flasche

Geschlagen war die blutge Schlacht,
Den Walplatz räumte Schwedens Macht,
Die Dänen freuen sich des Sieges.
Doch sind der Opfer viel des Krieges,
Beisammen liegen Freund ... weiterlesen


Neueste Kunsttheorie

Gieng ein Blinder einmal mit seinem Genoßen dem Tauben
Ins Theater, es ward Figaro eben gespielt.
Als nun das Glöckchen erscholl und der Vorhang rauschend emporflog,
Spähte ... weiterlesen


Die geheilte Wunde

Glossierender Sonettenkranz.

Motto:
Liebe laßt uns liebend loben.
Jede Form sie kommt von oben.
Goethe


1. Er an Sie.

Kennst ... weiterlesen


Distichen

Guter Rath.

Hüte dich vor dem Extrem; doch mehr als vor beiden Extremen
Nimm, ich rathe dir gut, dich vor den Mitten in Acht.

Noch beßerer.

Soll ... weiterlesen


Drei Propheten

I.

Deutsches Volk, nun kannst du lachen,
Frankreich will dich glücklich machen,
Dich und dein verwaistes Land.
Sieh, es bat den Halbunmündigen
... weiterlesen


Archipoetische Versuche

I.

Drunter geht es in der Welt, drunter und auch drüber,
Predger in der Wüste viel, aber wenig Ueber.
Auch die deutsche Bundesnacht wird tagtäglich trüber,
... weiterlesen


An Ludwig Börne

I.

Du haßest Alles, was romantisch ist,
Und weil ich dir auch ferner gern missfiele, *
Und für romantisch gelten Klingreimspiele,
So werd ich dir zu Liebe ... weiterlesen


Mit einem Kranz

I.

Kränze hab ich viel geflochten
Blüth an Blüthe, Stern an Stern,
Stäts in Blumen sprechen mochten
Dichter und Verliebte gern.

Doch nicht ... weiterlesen


Vielliebchen

I.

Wenn der Duft der Mandelbäume
Durch die Frühlingslüfte zieht,
Dann erklingen alle Träume
In ein selig Minnelied.

Denn die Lieb ist ... weiterlesen


Das Scepter Karls des Großen

Ihr Brüder, die des Weines
Erhabnem Geist vertraut
Im Golde seines Scheines
Der Zukunft Wunder schaut:
Die Zeiten und die Reben,
Sie schenken hohen Muth:
... weiterlesen


Für deutsche Treue

Ihr feurig edeln Geister,
Die ihr die Welt erbaut,
Und dreister schon und dreister
Auf eure Werke schaut,
Die alle Schranken sprenget
Und ebnet Berg und Thal, ... weiterlesen


Das Stelldichein

Im Garten durchs Gegitter
Wer schlüpft im Mondenschein?
Die Dame heißt den Ritter
Mit Huld willkommen sein.

Es singen Nachtigallen
Ein Lied, das ... weiterlesen


Einem würdigen Priester

Im Namen einer Freundin.

1.

Beneiden mocht ich nimmer
Die reich an Gütern sind:
Oft macht der eitle Schimmer
Für Gottes Güte blind;
... weiterlesen


Der neue Odysseus

Kam ich Wanderer gezogen
In das schöne Heimatland
Ueber mancher Brücke Bogen,
Ueber Berg und Felsenrand.

Und schon aus dem Mund der Leute
Trifft ... weiterlesen


Jakobs Leiter

Laßt jeden Schleier sinken,
Der noch den Sinn umzieht,
Und säumet nicht zu trinken
Bevor der Geist entflieht.
Die Becher rasch gehoben,
Getrunken Zug auf Zug:
... weiterlesen


Der Unverwundbare

Locken sind geliebte Schlangen:
Mancher wird des Sinns beraubt,
Wenn sie ringelnd niederhangen
Von des lieben Mädchens Haupt.

Süß mit solchen Schlangen ... weiterlesen


Der junge Veteran

Lustig tanzen, fröhlich singen
Hört ich in des Schenken Haus,
Lüstets mich hineinzuspringen:
Kam vor Tag nicht mehr hinaus.
Wär wohl länger noch geblieben;
... weiterlesen


Im Dustern

Mein guter Freund erboste sich,
Es sei kein Reim auf Kloster:
Daß er ihn nicht zur Stelle fand,
Ward ich noch viel erboster;
Und das ist gar kein junger Reim,
... weiterlesen


Die hübsche Heilerin

Mir will ein hübsches Mädchen
Nicht wieder aus dem Sinn:
Sie heißt im ganzen Städtchen
Die schöne Heilerin.

Die Seile, die sie windet,
Bestricken ... weiterlesen


Der Fischer

Mit dem Netz und mit der Angel
That ich manchen guten Fang,
Lebte glücklich ohne Mangel,
Da mir jeder Zug gelang.
Hätt ich nur die kleinste Hütte!
Oft vom ... weiterlesen


Die Miseräbelchen

Moselländische Volkslegende.

Als noch mit seiner Jünger Schar
Unser Herr Christus auf Erden war,
Wollts ihnen, das ist weltbekannt,
Oft missbehagen im gelobten ... weiterlesen


Die Befreiung

Mädchen.

Des Geliebten Spur zu finden,
Den des Kerkers Nacht bedeckt,
Sing ich, wo ein Thurm den Winden
Kühn das Haupt entgegenstreckt.
Keine Antwort ... weiterlesen


Zwist und Sühne

Mädchen.

Schnür den Bündel denn zum Wandern,
Schaue nicht nach mir zurück:
In den Armen eines Andern
Find ich bald ein schöner Glück.
Mancher ist ... weiterlesen


Tod der Poesie

Nach langem Leiden war gestorben
Die Himmelstochter Poesie.
Nie hat ihr Priester viel erworben,
Gewiss, am Hunger starb auch sie.

Und prächtig will man sie ... weiterlesen


Gottesthränen

Noch schwebte keine Wolke
Am heitern Himmel hin,
Vom Karren sprach zum Volke
Die arme Sünderin:

`Ob mich der Schein nur richte,
Ich will gerichtet sein,
... weiterlesen


Das Sonett

O denket nicht so niedrig von Sonetten,
Sonettisch nennend alles Hochgeschraubte,
Woran umsonst sich Hirn und Herz zerklaubte,
Die gern an Schönem sich geweidet hätten.
... weiterlesen


Oronomossan

Oronomossan, lautet nicht
Der Name stolz und prächtig?
Oronomossan ist ein Wicht
Nur spannenlang, doch mächtig
In Sachsenland, im Scheibenberge,
Wo er die Krone ... weiterlesen


Genesis

Schenkt uns nur vom Besten ein,
Alten oder neuen,
Und der Weisheit Edelstein
Soll uns bald erfreuen.
Nehmt den hohen Spruch in Acht,
Den er eingegeben:
Gott ... weiterlesen


Erneuter Schmerz

Schritt an Schritt nur frisch gereihet
Durch der Felder junges Grün:
Alles blüht und lacht und maiet,
Jede Rose will erglühn,
Jede Knospe will zerspringen
Seit ... weiterlesen


Kölner Dombau

Seh ich immer noch erhoben
Auf dem Dom den alten Krahn,
Denk ich, daß das Werk verschoben,
Bis die rechten Meister nahn.
M. v. Schenkendorf.


... weiterlesen


Der Kuckuck

Seit ich dein Bild gesehn,
Drin alle Süße wohnt,
Muß ich durch Wälder gehn,
Worin der Kuckuck thront.

Den seltsamen Kumpan
Hab ich mir auserwählt,
... weiterlesen


Veränderung

Sie hat die Stadt verlaßen:
Die engen dumpfen Gaßen
Wie sind sie öd und leer!
Aufs Land ist sie gezogen,
Und alle Freuden flogen
Sogleich mit ihr hieher.
... weiterlesen


An den Mond

Silbermond mit bleichen Strahlen
pflegst du Wald und Feld zu malen,
gibst den Bergen, gibst den Talen
der Empfindung Seufzer ein.

Sei Vertrauter meiner ... weiterlesen


St. Thomas

St. Thomas kam gen India,
Des Königs Boten fand er da:
Erbauen wollte der ein Haus
Und sandte seine Diener aus,
Ob sie im Abendreiche fänden
Die Meister, die zu ... weiterlesen


St. Materns Erweckung

Starb Matern der Segenslehrer,
Der Kölns erster Bischof war:
Um den eifrigen Bekehrer
Weint der Gläubgen schwache Schar;
Wer soll nun das Werk vollenden,
Des ... weiterlesen


Mit einem Holzschnitt

Staubmäntel, sprecht, was neigt ihr euch so?
Sie zünden sich an den Cigaro.
Wer hat denn Feuer und Wem gebrichts?
Darüber sagt der Holzschnitt nichts.
Es ist wohl ... weiterlesen


Vermächtnis

Und als mein Mädchen zu sterben kam,
Da lachten die Engelein droben;
Die Lilien senkten vor Schmerz und Gram
Die Kronen aus Schimmer gewoben.

`Geliebte, und wenn ... weiterlesen


Mit Liebchen

Und kommt der Abend lind und warm,
Thun wir nach altem Brauch:
Sin Jeder nimmt sein Lieb an Arm
Und meines nehm ich auch.
Durch laute Stadt und grünes Feld
Laß ... weiterlesen


Die Eingeschneiten

Und wenn wir hier verschneien,
Der Unfall ist nicht groß,
So sitzen wir zu zweien
Dem Glücke recht im Schoß.

So darf uns Niemand stören,
Du falsche ... weiterlesen


Zum Abschied

Uns ist ein Stern im Osten aufgegangen,
Dem jeder Blick von Weitem schon gewogen;
Doch als uns näher seine Stralen flogen,
Da staunten wir ob seines Lichtes Prangen.

... weiterlesen


Legende

Von den Aposteln ist bekannt,
Wie sie der Heiland ausgesandt
In alle Welt, sie zu bekehren
Vom Trug und Graus der Teufelslehren.
Sie zogen lange hin und her
Durch ... weiterlesen


Der Rekrut aus Philippsburg

Vor Philippsburg der Franzmann lag,
Die Reichsarmee darinnen,
Die Feinde meinten Tag für Tag
Die Festung zu gewinnen.
Viel Bomben flogen hin und her,
Und platzten ... weiterlesen


Für Uhlands Denkmal

Was schreiben, theurer Schatte,
Wir auf dein Mal von Erz?
„Seht an den Mann: er hatte
Für unser Volk ein Herz.`

Daß sich sein Reich erneure
Wollt er ... weiterlesen


Der arme Leonhard

Welcher Jüngling rein und unbefleckt ist
Und dazu so unerschrocknen Herzens,
Daß er dreimal küsst die Schlangenjungfrau,
Ob zwei schwarze Höllenhunde bellen:
Den ... weiterlesen


Auf die starke Stimme einer Sängerin

Wenn deiner Stimme Ton erklingt metallen,
Daß alle Hörer seiner Fülle staunen,
So ist es nicht ein Lispeln, Wispern, Raunen,
Kein Taubengirren, Flüstern, süßes Lallen.
... weiterlesen


Die frommen Kinder

Wenn länger sich der Berge Schatten strecken
Und von der Esche, von dem blühnden Flieder
Der Nachtigallen schwärmerische Lieder
Mir in der Brust der Liebe Funken wecken,
... weiterlesen


Die Eichensaat

Wie waren die Mönche zu Dünwald so klug!
Sie suchten in den Briefen und fanden genug:
In alter Pergamente gebräunter Schrift
Lasen sie von mancher blökenden Trift.

... weiterlesen


Die Eichensaat

Wie waren die Mönche zu Dünwald so klug!
Sie suchten in den Briefen und fanden genug:
In alter Pergamente gebräunter Schrift
Lasen sie von mancher blökenden Trift.

... weiterlesen


Die hoffenden Thoren

Wir Alle sind hoffende Thoren hienieden,
Noch Keiner hat thörichte Hoffnung gemieden:
Doch ein Pärchen gedieh im hesperischen Land
Vor Andern `die hoffenden Thoren` genannt.
... weiterlesen


Goethe und der Patriotismus

Wir sind dem alten Goethe gram,
Daß ers Gewehr nicht auf den Buckel nahm
Und unter die Franzosen schoß
Tyrtäisch singend hoch vom Ross:
„Er hätte sollen, schwere ... weiterlesen


Xenien,

zahme und wilde.

Ballet.

Seht, die Beinchen schwingen sie
Wie die Perpendikel:
Für verlebte Phantasie
Treffliches Vehikel!

... weiterlesen


Der Schelm von Bergen

Zu Frankfurt auf dem Römer war heute Königswahl,
und abends drehn Vermummte sich bei der Fackeln Strahl:
Der König ist gekoren,
des Reiches Not beschworen;
ihr ... weiterlesen


Des Kaisers Bart

Zu Frankfurt vor der Kaiserwahl,
Da sitzen und berathen
Des Landes Weisen allzumal
Aus drei und dreißig Staaten.
Und Mancher kraut sich hinterm Ohr
Und weiß ... weiterlesen


Wer ist reicher?

Zu Schwedt am Martinsabend,
Da fuhr ein Bauer trabend
Die Schatzung vor das Schloß.
Der Markgraf sah nicht sauer!
`Laßt ihn herein, der Bauer
Sei meines Mals ... weiterlesen


An Wilhelm Grimm

Zum 24. Februar 1854.

Wir`schulden gleich der Brüder edelm Bunde:
Doch huldigen wir heute mehr dem Einen
Und stehlen gern uns in den Kreiß der
Seinen Ihm Heil zu ... weiterlesen


Seligkeit im Schmerz

Zwischen Leiden, zwischen Sorgen
Fließt das Leben selig hin:
Heute Schmerzen, Leiden morgen,
Ist ein jeder Tag Gewinn.

Süße Tröstung von den Wangen
... weiterlesen


Nornengast

`Das lange lag vergehen
In meiner Harfe Bauch,
Verglühe, Wachs: indessen
Verglüht mein Leben auch.
Vier Menschenalter dehnet
Es sich, ins fünfte fast;
... weiterlesen


Saladins Rath

`Du hältst mich sanft gefangen,
Grohmüthger Saladin,
Weit über mein Verlangen
Ist mir Gemach verliehn:
Der Heimat muß ich darben,
Sonst nennt` ich mich ... weiterlesen


Kheingauer Maigeläute

`Du läufst nur in die Schenke
Und willst schon wieder fort?
Sieh dich doch um, ich denke
Dieß ist ein hübscher Ort.`
Mir will er nicht behagen,
Muß gleich ... weiterlesen


Friedrich der Siegreiche

`Friedrich, auf! Die Felder rauchen,
Volle Scheuern glüh`n im Brand,
Auf! Des Armes zu gebrauchen,
Siegreich bist du ja genannt.

Württemberg und Baden sengen,
... weiterlesen


König Robert

`Götter sind mit uns im Bunde,
Sieglos weicht die Uebermacht,
Fragt nicht mehr nach meiner Wunde,
Denkt der Glorie dieser Schlacht.
Sei mir Helm und Schild beronnen ... weiterlesen


Freiheit und Gesetz

„Die goldne Freiheit schwand:
Wohin ist sie geflohn?
Verließ sie unser Land
Und zog im Zorn davon?`
Sie wieder einzubringen
Und war es mit Gewalt,
... weiterlesen



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Gedichte vom Autor Karl Simrock

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