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Gedichte - Karl Simrock


Stiftungslied

(Melodie: Prinz Eugenius der edle
Ritter) Bei der Parole thät er
befehlen, Daß man sollt die Zwölfe
zähle Bei der Uhr um
Mitternacht. Unser Julius Eduard
Hitzig
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Der Gefangene

(Nach dem Spanischen.) `Wenn die
Lüfte sich erwärmen In dem schönen
Maienmond, Wenn die Nachtigall der
Lerche Gegensingt im Wechselton, Die
Verliebten alle werben
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Sprüche

1. Es prangt das Meer mit wunderreichen
Schätzen; Zufriedenheit kann dich am
Ufer letzen. 2. Die Staude der Geduld
ist bittrer Art: Doch endlich bringt
sie Früchte süß und zar
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Schweizerreise 1833

1. Warum nit gar? Du Mädchen bist
aus Schwaben Und hast ein
Angesicht Wie wenig Mädchen
haben, Das mir zur Seele
spricht. Mit holder Lieb und
Güte, D
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Schweizerreise 1833 - VIII.

8. Auf dem Gotthart Du habest dir zum
Leide, Zur Lust dich hergewandt, Der
Gotthart ist die Scheide Von deutsch-
und welschem Land. Willst du durch
Nebel wa
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Neue Fibelverse

A a  Adler. Der Adler schwingt
sich hoch empor, den Mond zu
überfliegen: Hier unten lauschen wir
im Thal und staunen seinen Siegen. Der
nrme Mond erschrickt vor ihm und fäl
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A B C

A B C, Die Katze lief im Schnee. Und
als sie wieder raus kam, Da hat sie
weiße Stiefel an. O jemine! Die Katze
lief im Schnee. A B C, Die Katze
lief zur
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Betrug

Alles liegt und schlummert nun, Nur die
goldnen Sterne, Die den ganzen Tag sich
ruhn, Wandeln in der Ferne. Nur in
Finsterniss und Nacht Muß ich einsam
schleichen,
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Der weinende Trinker

Als Anno eilf gekeltert war, Schien
noch die Sonne hell und klar. Die
Sonne schien so klar und heiß; Vor
seiner Thüre weint` ein Greis, Hielt
in der Hand ein Glas
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Baldurs Erlösung

Als Baldur auf den Scheitern lag, Vor
Trauer erblich der lichte Tag. Da ist
von Hermodur dem Helden Ein herrlicher
Ritt zu melden. Auf Odins Hengste,
Sleipnir genannt,
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Der König der stillen Insel

An Chamissos Geburtstage. Was Hab ich
jetzt vernommen? Ein wunderseltsam
Wort Ist mir ins Ohr gekommen, Da
klingt es fort und fort. So gern ich
immer lausche,
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Goethe

an Herrn Helfer B - r. Nun ja,
Kriegslieder schreiben Und im Zimmer
sitzen bleiben, Das hätte sich
gehört! Beim Bivouac auf der Erde,
Wenn Nachts man schon die P
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Ständchen

Athme nur leise, Wenn ich die
Kreise Zieh um dein kleines befriedetes
Haus, Gaukelnde Töne, Schaukelt die
Schöne Nicht aus dem goldigen
Schlummer heraus. Säu
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Wandeln und Verwandeln

Auf den Fluren will ich wandeln, Wenn
des Schlittens Glöcklein klingt, Wenn
die Blüthe süßer Mandeln Frohe
Lenzeskunde bringt; Wenn die Vögel
Nester bauen, Wenn der Rose
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Der Langobarden Ursprung

Auf des Himmels höchster Höhe
saß Gwodan Weit in die weite Welt zu
schaun. Da traten vor ihn die Fürsten
der Wandaler, Ambri und Assi, ihn
anzuflehn: `Wider die Winnile
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Das todte Fräulein

Auf hohem Schlohbalkone Der König
Artus stand U nd sah mit scharfen
Blicken Weit über Meer und
Land. `Ihr Tafelrunder, schauet,
Ein Schifflein treibt heran.
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Bonnas Ehrenpreis

Aus den Faschingsliedern Wer will dem
heitern Ernste wehren, Wenn er das Lob
der Heimat singt? Von Bonnas Anmuth,
Bonnas Ehren Erschall ein Lied, das
würdig klingt.
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Zum neuen Jahre

Begraben ist das alte Jahr, Es gieng zu
seinen Vätern; Gleich ihnen zählen
wir es zwar Auch zu den
Missethätern: Doch weil man Gutes
sprechen soll Von Todten, wünsch ich o
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Worte des Trostes

Beim Ausbruch der Cholera. (Melodie:
Befiehl du deine Wege.) Der Feind ist
eingedrungen, Vor dem uns lang
gegraut, Noch starrt auf allen Zungen
Der Schreckenstunde
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Sylvesters Kehraus-Lied

Beim Champagner zu singen. Sie nennen
mich Silvester: Ich habe leine
Schwester, Jedoch der Brüder
übermäßig viel: Drei hundert vier
und sechzig, Und als der jüngs
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Tafellied

Bekränzt mit Laub, mit Immergrün und
Rosen, Des theuern Vaters Haupt, Und
daß fortan kein Stürmen und kein Tosen
Ihm seine Zierde raubt! Ein
Sturmwind jüngst gedacht
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Blauer Himmel, blaue Wogen...

Blauer Himmel, blaue Wogen, Rebenhügel
um den See, drüber blauer Berge
Bogen, schimmern weiß im reinen
Schnee. Wie der Kahn uns hebt und
wieget, leichter Nebel stei
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Die Theilung Deutschlands

Chor der Nachbarn Uns Nachbarn käm
es ungelegen, Ein einig Deutschland
frei und stark: Ein Jeder stemme sich
dagegen, Ein Jeder zerr ihm an der
Mark. Geknechtet b
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Drei Bitten

Da droben unbezwungen Sah König
Gelimer, Doch engen Kreiß geschlungen
Hat schon der Feind umher: `Noch
einmal möcht ich schauen Des Lebens
vollen Tag, N
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Das Gebet

Das Dörfchen lag in Schnee und Eis,
Mild glänzte Sternenschein; Der
Junker rief am Fenster leis:
Süßliebchen, laß mich ein! Der
Junker stand vom Sturm umtobt, Der Ju
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Geisterdrang

Das heilige Gefühl der Kraft und
Stärke, Das mir im Busen wogend ebbt
und schwillt, Der Born, dem reiches
Leben einst entquillt, Erwies ich gern
schon jetzt durch Meisterwerke.
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Der Wolf in der griechischen Schule

Dem jungen Wolf, dem Isegrim, Ergieng
es in der Schule schlimm: Er sollte
Wundarznei studieren, Die Schafe
gründlich zu kurieren; Denn jetzt
verlangt man Wißenschaft, Quacks
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Deutsche Schmach

Den Franzen zu verachten Geziemt nicht
deutschem Mann: Er hat in zwanzig
Schlachten Uns Mannheit dargethan.
Es fließt in seinen Adern Auch
unser Väter Blut: Im
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Am 28. August

Den schönsten Kranz vom Zweige
bricht Die edle Sängerschar, Daß sie
des Meisters Stirn umflicht, Den dieser
Tag gebar: O hoher Meister
auserkannt, Kein Zweiter lebt im deut
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Der sterbende Goethe

Der Dichtkunst Morgenröthe, Ihr
letzter Sonnenstral, Er ist
geschieden, Goethe Verließ der Erde
Thal. Er ist so schön gestorben Als
schön sein Leben war: Wer
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Ein Bündniss

Der Lieder überdrüßig War die
bedrängte Zeit, Da blieb mein Spiel
nicht müßig, Doch größerm Sang
geweiht. Von selbst erklingt es heute
Und tönt im Morgenwind
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Deutschland über Alles

Deutschland, Deutschland über Alles,
Nur für Deutschland in den Streit.
Feinde freun sich unsres Falles,
Sehn sie Fürst und Volk entzweit.
Greift zur Wehr und laut erschall es
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An Emilie K.

Die Erfinderin einer
Streichriemsverbeßerung) In tiefer
Schmach und Knechtschaft lag
gebunden Der Männer stark bebartetes
Geschlecht: Die Mode schuf ein
unnatürlich Recht
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Leberreime

Die Leber ists, die durstig macht,
besonders Recensenten: Ein Trunk, zu
rechter Zeit spendiert, hilft oftmals zu
Talenten. Die Leber wird mit
schwarzem Brot, nicht mit Confect
gegeßen:
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Offenbar Geheimnis

Die Lieb ist schwer zu hehlen; Doch
Liebe kund zu thun Mögt ihr,
verliebte Seelen, Nicht rasten und
nicht ruhn. Ich habs in Sand
geschrieben Wie ich ihr eigen bin,
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Zu Fasching

Die unserm Fest bis diesen Tag
gebrachen, Holdselge Fraun, ihr aller
Freuden Angel! So fehlt der Fisch des
Angelsachsen Angel, Der Kaiser fehlt
dem Kaiserstuhl zu Achen. Die
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De die Iudicii Vom Jüngsten Tage

Dies irae, dies illa solvet saeclum in
favilla teste David cum
Sibylla. Quantus tremor est
futurus quando index est
venturus cuncta stricte discussurus.
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Drusus Tod

Drusus ließ in Deutschlands Forsten
Goldne Römeradler horsten, An den
Heilgen Göttereichen Klang die Axt
mit freveln Streichen. Siegend fuhr
er durch die Lande,
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Gehäuft und gestrichen

Ein Bauer rief den Teufel an: Der
Teufel der war schlau, Er war viel
schlauer als der Mann, Doch nicht als
seine Frau. `Was willst du?` frug der
böse Feind. `Ach,` sa
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Parabel

Ein Knabe, wenn er zur Schule
gieng, Einen Dreier von der Mutter
empfieng; Das war sein freies
Eigenthum Und Niemand durft ihn
schelten drum, Er mocht ihn verzetteln
oder vernaschen,
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Einladung

Ein Wundergarten steht euch
aufgefloßen An Stauden reich, an
Blumen und an Blüthen; Aus tausend
Kelchen, so die Bienen hüten, Sind
süße Düfte schmeichlerisch
ergoßen.
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Die Feder

Eine goldne Feder fiel Aus Gabriels
Gefieder: Der losen Lüfte Spiel
Allmählich sank sie nieder: Zur
Erde leise, leise, Doch sicher gieng
die Reise. Am Be
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An Ludwig Uhland

Einst sangest du, wie Nachtigallen
schlagen, Manch ernstes Wort, manch
holde Liebeskunde: Nun du verstummtest,
fragt man nach dem Grunde, Warum du uns
nicht singen willst und sagen.
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Drei Sechs Neun

Endlich ist der Wald durchritten,
Heilger Eichen tiefe Nacht, Und mein
Ross mit raschen Schritten Hat mich an
ein Haus gebracht. Vor dem Hofthor
auf den Steinen Si
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Geständnis

Es war doch schön vom Wein zu
singen Und nicht zu wißen wie er
schmeckt; Mir will kein Lied auf ihn
gelingen Seit kaum ein Fläschchen
täglich kleckt. Noch schöner war es
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Eim der See

Esthnische Sage. Um des Eimsees
Schilfgestade Wohnen wilde böse
Menschen. Weh, sie mähen nicht die
Wiesen, Grüne Wiesen, die er
wäßert; Weh, sie säen nicht d
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Den Herrn Autographensammlern

Ex unque leonem Zwar, wer des Löwen
Tatze sieht, Der weiß, der Leu ist
nah, und flieht; Doch wenn er sich in
Schweigen hüllt, Sagt Niemand, das
war gut gebrüllt:
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Eitler Vorwand

Gar Mancher thut, als schade dir Der
seltnen Schönheit Preis; Er hofft wohl
gar noch Dank dafür, Daß er zu
schweigen weiß. Denn singen könnt
er, ohne Scherz, Ein
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Die halbe Flasche

Geschlagen war die blutge Schlacht, Den
Walplatz räumte Schwedens Macht, Die
Dänen freuen sich des Sieges. Doch
sind der Opfer viel des
Krieges, Beisammen liegen Freund und
Feind,
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Neueste Kunsttheorie

Gieng ein Blinder einmal mit seinem
Genoßen dem Tauben Ins Theater, es
ward Figaro eben gespielt. Als nun das
Glöckchen erscholl und der Vorhang
rauschend emporflog, Spähte mein
Tauber
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Die geheilte Wunde

Glossierender
Sonettenkranz. Motto: Liebe laßt
uns liebend loben. Jede Form sie kommt
von oben. Goethe 1. Er an
Sie. Kennst du den Sch
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Distichen

Guter Rath. Hüte dich vor dem
Extrem; doch mehr als vor beiden
Extremen Nimm, ich rathe dir gut, dich
vor den Mitten in Acht. Noch
beßerer. Soll man erfahr
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Drei Propheten

I. Deutsches Volk, nun kannst du
lachen, Frankreich will dich
glücklich machen, Dich und dein
verwaistes Land. Sieh, es bat den
Halbunmündigen Völkerfrühling z
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Archipoetische Versuche

I. Drunter geht es in der Welt,
drunter und auch drüber, Predger in
der Wüste viel, aber wenig Ueber.
Auch die deutsche Bundesnacht wird
tagtäglich trüber, Was Levita
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An Ludwig Börne

I. Du haßest Alles, was romantisch
ist, Und weil ich dir auch ferner gern
missfiele, * Und für romantisch gelten
Klingreimspiele, So werd ich dir zu
Liebe Sonettist.
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Mit einem Kranz

I. Kränze hab ich viel geflochten
Blüth an Blüthe, Stern an Stern,
Stäts in Blumen sprechen mochten
Dichter und Verliebte gern. Doch
nicht Blumen, wie i
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Vielliebchen

I. Wenn der Duft der Mandelbäume
Durch die Frühlingslüfte zieht,
Dann erklingen alle Träume In ein
selig Minnelied. Denn die Lieb ist
auferstanden
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Das Scepter Karls des Großen

Ihr Brüder, die des Weines Erhabnem
Geist vertraut Im Golde seines
Scheines Der Zukunft Wunder schaut:
Die Zeiten und die Reben, Sie
schenken hohen Muth: Hört,
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Für deutsche Treue

Ihr feurig edeln Geister, Die ihr die
Welt erbaut, Und dreister schon und
dreister Auf eure Werke schaut, Die
alle Schranken sprenget Und ebnet Berg
und Thal, Her
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Das Stelldichein

Im Garten durchs Gegitter Wer
schlüpft im Mondenschein? Die Dame
heißt den Ritter Mit Huld willkommen
sein. Es singen Nachtigallen Ein
Lied, das Sehnsucht haucht
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Einem würdigen Priester

Im Namen einer
Freundin. 1. Beneiden mocht ich
nimmer Die reich an Gütern sind:
Oft macht der eitle Schimmer Für
Gottes Güte blind; Doch heute mu
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Der neue Odysseus

Kam ich Wanderer gezogen In das
schöne Heimatland Ueber mancher
Brücke Bogen, Ueber Berg und
Felsenrand. Und schon aus dem Mund
der Leute Trifft bekannter Ton me
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Jakobs Leiter

Laßt jeden Schleier sinken, Der noch
den Sinn umzieht, Und säumet nicht zu
trinken Bevor der Geist entflieht. Die
Becher rasch gehoben, Getrunken Zug auf
Zug: Und wie
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Der Unverwundbare

Locken sind geliebte Schlangen: Mancher
wird des Sinns beraubt, Wenn sie
ringelnd niederhangen Von des lieben
Mädchens Haupt. Süß mit solchen
Schlangen spielen, Doc
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Der junge Veteran

Lustig tanzen, fröhlich singen Hört
ich in des Schenken Haus, Lüstets
mich hineinzuspringen: Kam vor Tag
nicht mehr hinaus. Wär wohl länger
noch geblieben; Solche Fr
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Im Dustern

Mein guter Freund erboste sich, Es sei
kein Reim auf Kloster: Daß er ihn
nicht zur Stelle fand, Ward ich noch
viel erboster; Und das ist gar kein
junger Reim, Es ist schon ei
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Die hübsche Heilerin

Mir will ein hübsches Mädchen Nicht
wieder aus dem Sinn: Sie heißt im
ganzen Städtchen Die schöne
Heilerin. Die Seile, die sie windet,
Bestricken Herz und Han
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Der Fischer

Mit dem Netz und mit der Angel That
ich manchen guten Fang, Lebte
glücklich ohne Mangel, Da mir jeder
Zug gelang. Hätt ich nur die kleinste
Hütte! Oft vom Regen allzun
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Die Miseräbelchen

Moselländische Volkslegende. Als
noch mit seiner Jünger Schar Unser
Herr Christus auf Erden war, Wollts
ihnen, das ist weltbekannt, Oft
missbehagen im gelobten Land,
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Die Befreiung

Mädchen. Des Geliebten Spur zu
finden, Den des Kerkers Nacht bedeckt,
Sing ich, wo ein Thurm den Winden
Kühn das Haupt entgegenstreckt.
Keine Antwort tönt herni
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Zwist und Sühne

Mädchen. Schnür den Bündel denn
zum Wandern, Schaue nicht nach mir
zurück: In den Armen eines Andern
Find ich bald ein schöner Glück.
Mancher ist mir still e
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Tod der Poesie

Nach langem Leiden war gestorben Die
Himmelstochter Poesie. Nie hat ihr
Priester viel erworben, Gewiss, am
Hunger starb auch sie. Und prächtig
will man sie begraben
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Gottesthränen

Noch schwebte keine Wolke Am heitern
Himmel hin, Vom Karren sprach zum
Volke Die arme Sünderin: `Ob mich
der Schein nur richte, Ich will
gerichtet sein, Des Le
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Das Sonett

O denket nicht so niedrig von
Sonetten, Sonettisch nennend alles
Hochgeschraubte, Woran umsonst sich
Hirn und Herz zerklaubte, Die gern an
Schönem sich geweidet hätten. Es
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Oronomossan

Oronomossan, lautet nicht Der Name
stolz und prächtig? Oronomossan ist
ein Wicht Nur spannenlang, doch
mächtig In Sachsenland, im
Scheibenberge, Wo er die Krone trägt
der Z
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Genesis

Schenkt uns nur vom Besten ein, Alten
oder neuen, Und der Weisheit
Edelstein Soll uns bald
erfreuen. Nehmt den hohen Spruch in
Acht, Den er eingegeben: Gott hat
nichts
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Erneuter Schmerz

Schritt an Schritt nur frisch
gereihet Durch der Felder junges
Grün: Alles blüht und lacht und
maiet, Jede Rose will erglühn, Jede
Knospe will zerspringen Seit des
Frühlin
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Kölner Dombau

Seh ich immer noch erhoben Auf dem Dom
den alten Krahn, Denk ich, daß das
Werk verschoben, Bis die rechten
Meister nahn. M. v.
Schenkendorf. 1840.
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Der Kuckuck

Seit ich dein Bild gesehn, Drin alle
Süße wohnt, Muß ich durch Wälder
gehn, Worin der Kuckuck thront. Den
seltsamen Kumpan Hab ich mir
auserwählt, Der Haid
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Veränderung

Sie hat die Stadt verlaßen: Die engen
dumpfen Gaßen Wie sind sie öd und
leer! Aufs Land ist sie gezogen, Und
alle Freuden flogen Sogleich mit ihr
hieher. Wie
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An den Mond

Silbermond mit bleichen
Strahlen pflegst du Wald und Feld zu
malen, gibst den Bergen, gibst den
Talen der Empfindung Seufzer
ein. Sei Vertrauter meiner
Schmerzen, Seg
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St. Thomas

St. Thomas kam gen India, Des Königs
Boten fand er da: Erbauen wollte der
ein Haus Und sandte seine Diener
aus, Ob sie im Abendreiche fänden Die
Meister, die zu baun verstä
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St. Materns Erweckung

Starb Matern der Segenslehrer, Der
Kölns erster Bischof war: Um den
eifrigen Bekehrer Weint der Gläubgen
schwache Schar; Wer soll nun das Werk
vollenden, Des er mit gew
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Mit einem Holzschnitt

Staubmäntel, sprecht, was neigt ihr
euch so? Sie zünden sich an den
Cigaro. Wer hat denn Feuer und Wem
gebrichts? Darüber sagt der
Holzschnitt nichts. Es ist wohl
sicherlich, ich
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Vermächtnis

Und als mein Mädchen zu sterben
kam, Da lachten die Engelein
droben; Die Lilien senkten vor Schmerz
und Gram Die Kronen aus Schimmer
gewoben. `Geliebte, und wenn du nun
sche
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Mit Liebchen

Und kommt der Abend lind und warm, Thun
wir nach altem Brauch: Sin Jeder nimmt
sein Lieb an Arm Und meines nehm ich
auch. Durch laute Stadt und grünes
Feld Laß uns zusammen
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Die Eingeschneiten

Und wenn wir hier verschneien, Der
Unfall ist nicht groß, So sitzen wir
zu zweien Dem Glücke recht im
Schoß. So darf uns Niemand
stören, Du falsche Welt, ade!
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Zum Abschied

Uns ist ein Stern im Osten
aufgegangen, Dem jeder Blick von Weitem
schon gewogen; Doch als uns näher
seine Stralen flogen, Da staunten wir
ob seines Lichtes Prangen. Der sch
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Legende

Von den Aposteln ist bekannt, Wie sie
der Heiland ausgesandt In alle Welt,
sie zu bekehren Vom Trug und Graus der
Teufelslehren. Sie zogen lange hin und
her Durch alle Länder
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Der Rekrut aus Philippsburg

Vor Philippsburg der Franzmann lag, Die
Reichsarmee darinnen, Die Feinde
meinten Tag für Tag Die Festung zu
gewinnen. Viel Bomben flogen hin und
her, Und platzten sie, so kra
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Für Uhlands Denkmal

Was schreiben, theurer Schatte, Wir
auf dein Mal von Erz? „Seht an den
Mann: er hatte Für unser Volk ein
Herz.` Daß sich sein Reich
erneure Wollt er es stark un
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Der arme Leonhard

Welcher Jüngling rein und unbefleckt
ist Und dazu so unerschrocknen
Herzens, Daß er dreimal küsst die
Schlangenjungfrau, Ob zwei schwarze
Höllenhunde bellen: Den erwarten in
dem
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Auf die starke Stimme einer Sängerin

Wenn deiner Stimme Ton erklingt
metallen, Daß alle Hörer seiner
Fülle staunen, So ist es nicht ein
Lispeln, Wispern, Raunen, Kein
Taubengirren, Flüstern, süßes
Lallen.
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Die frommen Kinder

Wenn länger sich der Berge Schatten
strecken Und von der Esche, von dem
blühnden Flieder Der Nachtigallen
schwärmerische Lieder Mir in der Brust
der Liebe Funken wecken, D
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Die Eichensaat

Wie waren die Mönche zu Dünwald so
klug! Sie suchten in den Briefen und
fanden genug: In alter Pergamente
gebräunter Schrift Lasen sie von
mancher blökenden Trift. Sie ze
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Die Eichensaat

Wie waren die Mönche zu Dünwald so
klug! Sie suchten in den Briefen und
fanden genug: In alter Pergamente
gebräunter Schrift Lasen sie von
mancher blökenden Trift. Sie ze
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Die hoffenden Thoren

Wir Alle sind hoffende Thoren
hienieden, Noch Keiner hat thörichte
Hoffnung gemieden: Doch ein Pärchen
gedieh im hesperischen Land Vor Andern
`die hoffenden Thoren` genannt.
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Goethe und der Patriotismus

Wir sind dem alten Goethe gram, Daß
ers Gewehr nicht auf den Buckel
nahm Und unter die Franzosen
schoß Tyrtäisch singend hoch vom
Ross: „Er hätte sollen, schwere
Noth! E
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Xenien,

zahme und wilde. Ballet. Seht, die
Beinchen schwingen sie Wie die
Perpendikel: Für verlebte Phantasie
Treffliches Vehikel! Opern.
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Der Schelm von Bergen

Zu Frankfurt auf dem Römer war heute
Königswahl, und abends drehn
Vermummte sich bei der Fackeln Strahl:
Der König ist gekoren, des Reiches
Not beschworen; ihr Masken, schwing
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Des Kaisers Bart

Zu Frankfurt vor der Kaiserwahl, Da
sitzen und berathen Des Landes Weisen
allzumal Aus drei und dreißig
Staaten. Und Mancher kraut sich
hinterm Ohr Und weiß nicht was e
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Wer ist reicher?

Zu Schwedt am Martinsabend, Da fuhr ein
Bauer trabend Die Schatzung vor das
Schloß. Der Markgraf sah nicht
sauer! `Laßt ihn herein, der
Bauer Sei meines Mals Genoß.
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An Wilhelm Grimm

Zum 24. Februar 1854. Wir`schulden
gleich der Brüder edelm Bunde: Doch
huldigen wir heute mehr dem Einen Und
stehlen gern uns in den Kreiß
der Seinen Ihm Heil zu wünschen
... weiterlesen


Seligkeit im Schmerz

Zwischen Leiden, zwischen
Sorgen Fließt das Leben selig
hin: Heute Schmerzen, Leiden
morgen, Ist ein jeder Tag
Gewinn. Süße Tröstung von den
Wangen In der Thräne
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Nornengast

`Das lange lag vergehen In meiner
Harfe Bauch, Verglühe, Wachs:
indessen Verglüht mein Leben auch.
Vier Menschenalter dehnet Es sich,
ins fünfte fast; Nach Asg
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Saladins Rath

`Du hältst mich sanft
gefangen, Grohmüthger Saladin, Weit
über mein Verlangen Ist mir Gemach
verliehn: Der Heimat muß ich
darben, Sonst nennt` ich mich
beglückt, D
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Kheingauer Maigeläute

`Du läufst nur in die Schenke Und
willst schon wieder fort? Sieh dich
doch um, ich denke Dieß ist ein
hübscher Ort.` Mir will er nicht
behagen, Muß gleich mich weiter
... weiterlesen


Friedrich der Siegreiche

`Friedrich, auf! Die Felder
rauchen, Volle Scheuern glüh`n im
Brand, Auf! Des Armes zu
gebrauchen, Siegreich bist du ja
genannt. Württemberg und Baden
sengen, Metz u
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König Robert

`Götter sind mit uns im Bunde,
Sieglos weicht die Uebermacht, Fragt
nicht mehr nach meiner Wunde, Denkt
der Glorie dieser Schlacht. Sei mir
Helm und Schild beronnen Mit
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Freiheit und Gesetz

„Die goldne Freiheit schwand: Wohin
ist sie geflohn? Verließ sie unser
Land Und zog im Zorn davon?` Sie
wieder einzubringen Und war es mit
Gewalt, Mit Netzen u
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