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Gedichte - Karl Stelter


Charade

1. Nach langer Fahrt auf weitem Meer
Wenn ich aus dichtem Nebel tauche,
Pocht manche Brust — sonst
freudenleer — Auf`s neu belebt vom
Heimathhauche. Und wär`s
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Charade

1. Wenn Lerchensang die Luft
erfüllt, Des Thaues Perlen glänzen:
Werd` ich als Kind der Nacht
enthüllt, Umrankt von Blumenkränzen;
Mit mir begann der erste Tag
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Ein grünes Blatt

Am Tage, wo ich ungekannt Dich, Blume
aller Blumen fand: Da sproßt` aus
meinem Lebensbaum Ein blatt- und
blüthenreicher Traum. Und um den
jungen Stamm sogleich Schla
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Die Geisterbraut

An dem Abend vor der Brautnacht, Bei
des Mondes Hellem Scheine, Eilte Thyra
leichten Schrittes Zu dem Felsenquell
am Haine; Wo sie nach des Tages
Mühen, In der Ta
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Meine Braut

Auch ich hatt` einstens eine Braut Der
an der Brust ich lag, Die meinem Herzen
angetraut, Eh` sie die Treue
brach. Jetzt hab` ich eine andre
Braut, Das ist die Poesie
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Begnüge dich

Begnüge dich an dem, was dir
beschieden Und wahre der Zufriedenheit
den Sinn, Dann wahrst du den so theuren
Seelenfrieden Und giebst dich niemals
der Enttäuschung hin. Dann hast di
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Ludwig der Springer

Bei Halle, auf dem Gibichenstein Das
Haupt gestützt in die Hände Saß
Ludwig, grübelnd beim Lampenschein Wie
sein Geschick er wol wende. Er mochte
bedenken die Frevelthat,
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Morgenröthe

Blick` ich von dem Felsenhange Nach der
Morgenröthe Strahlen. Seh` ich, wie
auf ihrer Wange Glühend sich die
Strahlen malen. Ihre Augen sind die
Sonnen, Deren Morgen
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Roßtrappe

Bodo der Böhmenkönig Hat um das
Hühnenkind, Aus fürstlichem
Geschlechte, Nach seiner Art
geminnt. Rauh war des Starken Weise
Und wild war seine Art, Se
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Der Kunstreiter

Da! wär` ich dein Genosse So sprengt`
ich kühn und wild, Wie du, auf
flücht`gem Rosse Durch Wälder und
Gefild. Dann wollt` ein Roß ich
haben Deß` Farbe müßte s
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Zweisilbige Charade

Das Erste sind wir Alle wol am Liebsten,
Sind wir`s, dann ist das Leben auch
noch schön, Dann grünen uns der
Hoffnung frische Kränze, Uns lacht das
Glück aus sonnig lichten Höh`n.
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Ein welkes Blatt

Das war der Tag, an dem ich schied Als
tränenschwer mein Augenlid, Als stumm
ich in Dein Aug` geblickt Und
fortgewankt, vom Schmerz geknickt. Da
fiel von meinem Lebensbaum
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Zauberformel

Daß ich ihm gehöre. Lieb` in ihm
beschwöre: Flackert hoch ihr
Flämmchen, Hier am
Weidenstämmchen. Wenn der Zweig sich
biegt, Und sich an mich schmiegt: Muß
er mir
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Des Knaben Sehnen

Denk` ich noch des wilden Knaben, dem
kein Spiel je zu gewagt, Der ob seiner
tollen Streiche fast allstündlich ward
verklagt — War ein Unheil
angerichtet, sicher war er mit
dabei, Und vo
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Das verkaufte Kind

Der Gräuel hab` ich viele schon
gelesen, Und bin bei manchen
theilnahmlos geblieben, Noch nimmer
ist mir`s so zu Muth gewesen Als wie
bei dem, was jüngst ich fand
geschrieben.
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Die Antwort

Der Knabe frug im Eichenwald: Was
ist`s, das in den Aesten hallt? Nicht
Antwort ist ihm geworden. Da frug er
an des Baches Rand Den Bach, wo er die
Quelle fand; Nicht
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Zur Ermuntrung

Die Hand an`s Werk, den Tempel Der Isis
aufgebaut — Der Neubelebung
Stempel Ist Jedem anvertraut! — Ein
Jeder thu` das Seine In seinem
Wirkungskreis, Damit das Edle
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Ein Grab

Die Jungfrau schaukelt Bei
Abendroth, Auf Meereswellen In
leichtem Boot. Ihr winkt vom
Felsen Des Knaben Hand, Die frische
Blumen Ihr zugesandt.
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An Körner Grabe

Die Sonnenrosse tauchten sich Schon in
des Meeres Wogen, Und einzeln zeigten
Sterne sich Am hohen Himmelsbogen,
— Da stand ich still an jenem Ort
Wo man ihn eins
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Worte

Die Worte sollen nicht Dornen sein, Das
bange Herz zu verwunden - Es wird ja
doch so selten ein Strauß Von Rosen
dem Leben gebunden. Und wo so
spärlich die Rosen blühn,
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Wie erträumt und wie befunden

Dort in jener Grotte saß Häufig ich
als Knabe, Und das Buch worin ich
las, War des Onkels Gabe. Meines
Onkels, der den Krieg Einst mit
ausgeschlagen, Der vom
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Die beiden Todten

Drüben in dem dichten Haine Wo drei
Eichen einsam steh`n, Wo am späten
Abend immer Schauerlich die Lüfte
weh`n — Kannst im Zwielicht eine
Jungfrau Du in tiefer Traue
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Einem Achtzigjährigen

Du kennst die Welt — was hat sie dir
gegeben Seit du als Knabe, Jüngling,
Mann und Greis, Auf deiner vielbewegten
Lebensreis`? Was war der Lohn für
unermüdlich‘ Streben?
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Der Zuave

Du sonnverbrannter Krieger Gelehnt auf
dein Gewehr — Mir scheint, obgleich
du Sieger Daß doch das Herz dir
schwer. Denkst du an die Genossen
Die hier die Kugel
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Echo

Echo ruft auf meine Klage:  
    trage! Wenn gebeugt vom
Schicksalsschlage      
wage! — Wage ihm zu
wiederstreben;      
Stre
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Lorbeer und Cypresse

Ein Lorbeerblatt von Goethe`s Sarge,
Von Schillers: ein Cypressenzweig —
Die bracht` ich mit aus jenem Tempel,
Der an Erinnrungen so reich. Wohl
ist die Fürstengruft ei
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Das einzige Kind

Einz`ge Hoffnung Deiner Lieben Sinkst
auf ewig Du hinab — Ist denn nichts
von Dir geblieben, Raubt denn Alles
dieses Grab? — Kind, in Deiner
Iugendblüthe Knickte Dic
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Die Welt

Es blickt vom Berg` hernieder Der
Jüngling in die Welt, Und hebt das
Auge wieder Dann zu des Himmels
Zelt; Er sieht das Grün der
Fluren, Der Blumen Farbenpracht— Ih
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Licht

Es fiel ein Stern vom Himmelszelt In
unsre dunkle Erdenwelt, Die nur der
Sterne Licht erhellt. O heller Stern,
und folgte Dir Des ganzen Firmamentes
Zier - Wo blieb de
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Unter der Linde

Es fielen falbe Blätter Vom alten
Lindenbaum, Der Zeuge war von meinem
Entschwund`nen Jugendtraum. Ich
saß an seinem Stamme, Wo ich als
Knabe saß, Und d
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Mutter

Es ist kein Wunsch so tränenreich Als
Frauenwunsch nach Mutterwürde; Regt er
sich nur, so trüge gleich Die junge
Frau die schwerste Würde; Ihr steht
der Liebe höchstes Glück
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Abschied

Es war ein Abschied worteleer, Sie
konnten nicht mehr sprechen, Die Augen
naß, das Herz so schwer, Als wollt`s
der Kummer brechen. So standen sie im
herben Leid — E
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Fisch und Vogel

Fischlein oben, Vöglein unten —
Blumen dann noch unter beiden, Die
mit ihren lieben bunten Farben den
Altan bekleiden — Wechselten die
Elemente, Daß der luftgewohnt
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Auf der Eisenbahn

Flieg` ich durch die weite Welt, Oder
fliegt vorüber Mir die Welt jetzt
sonnerhellt, Und dann wieder
trüber? Berg und Thäler, Wald und
Flur Und die grünen Bäume,
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Weltenspiegel

Halt Dir die Pracht der Rosen Als
Weltenspiegel vor, Sieh in dem
fleckenlosen Wie reich ihr
Blüthenflor. Sie hat die Nacht
erschlossen, Ein Tag entblättert
sie, Doch
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Räthsel

Hat mich die dunkle Nacht Aus ihrem
Schoos gezogen, Hat freundlich aus den
Wogen Dir oft mein Bild
gelacht. Und doch entstieg` ich nie
Den Wogen und der Welle,
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Weihnachtskantate

Heil der erkornen - wieder
gebornen Irdischen Welt! Göttlicher
Gnade - bahnet die Pfade Christus, der
Held. Auf ihr Geschlechter - neuer
Verfechter Jesus erschien! Ein
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Vergangen

Heut` — wo noch Jüngling zwar, des
Lebens Bilder Nicht mehr im ros`gen
Glanze vor mir steh`n. Wo hoffend noch,
doch ruhiger und milder Die Blicke in
die ferne Zukunft schön: Heut
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Weihnachtsfest

Hoch auf schneebedecktem Dach, Hinter
matten Scheiben In dem engen
Wohngemach Herrscht ein fröhlich
Treiben. Armer Leute
Kinderschar Singt die Weihnachtslieder
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Zwei Schiffe

I. Azurn, wie des Aethers Bläue,
wenn in`s Meer die Wolken sanken,
Glatt und ruhig, wie ein Spiegel
längst geordneter Gedanken — Liegt
die See, die anmuthreiche, sicher tragen
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Glaube Liebe Hoffnung

I. Drei Sterne schweben in des
Aethers Höhen Die an der Wiege Jedem
zugesellt, Als Mittler dieser und der
höhern Welt, Und die ihm leitend
stets zur Seite stehen.
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Buchstaben-Räthsel

I. Fünf sind der Zeichen, die das
Wort dir nennen Deß Zauberklänge
manches Herz gerührt, Das dir der
heißen Leidenschaft Entbrennen Im
Melodienkranz vorüberführt.
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Versöhnung

I. O laß von Deiner Wimper mich Die
Thränenperle küssen, Die, wie Du
meinst, Dein Aug` um mich Hat trauernd
weinen müssen. Ich bin Dir ja von
Herzen
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Aus der Ferne

Ich denk` an nichts als Dich mein
Leben! Ob wol die Wolken heimwärts
zieh`n? — Ich möchte gern Dir Kunde
geben Durch sie, die unbemerkt
entflieh`n. Ein leichtes Silberwö
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Allein

Ich geh` allein, wenn die Gedanken Zu
Wesen sich gestalten sollen, Allein,
wenn die Begriffe schwanken Und sich
der Form nicht fügen wollen. Allein da
stört ein fades Plaudern
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Im Fieber

Ich lag in Fieberträumen Auf meines
Bettes Pfühl, In meinen Zimmerräumen
Da war ein bunt` Gewühl; Da trieben
sich Gestalten Die wunderlichsten um
— Die Jung
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Räthsel

Ich sah das Erste fallen Und hört`
der Zweiten Ton — Andächt`ge
Christen wallen Zu Gottes Altar
schon. Es war am frühen Morgen, Es
war ein Feiertag, An
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Einer Braut

Ich sah Dich, wie als Knospe Du Still
unterm Blätterdach verborgen, Wie Du
in ungestörter Ruh Erharrtest der
Entfaltung Morgen. Sah wie die Knospe
nach und nach Dann
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In der Fürstengruft

Ich stieg hinunter in die Fürstengruft,
Drin Reih` an Reih` die schweren
Särge stehen, Ich wollt` nur die, der
Dichterfürsten sehen Und dann zurück,
zur frischen Lebensluft.
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Einsam

Ich wandle einsam meine Lebenswege,
Verkannt von denen, die ich herzlich
liebe; Sie lächeln, wenn beseelt vom
Dichtertriebe, Der Phantasie
Gedankenbilder rege. Und daß s
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Spielmanns Lebenslied - II.

II. Ich war ein Knabe, hub er an —
Es sind jetzt sechzig Jahre — Da
stand bei Vater und Mutter zugleich
Ich an der Todtenbahre. Mein ganzes
Erbtheil tra
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Wanderlieder - III.

III. Ade nun, ich
scheide, Durchziehe die Welt Und lasse
mich nieder, Wo`s recht mir
gefällt. Wo freundliche Augen, Ein
lächelnder Mund Zum Wei
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Spielmanns Lebenslied - III.

III. Und wieder zog ich durch die
Welt, Mein Brot mir zu ergeigen, Da
kam ich in eine große Stadt, Wieder
bei Tagesneigen. Da hört` ich auf
des Marktes Pl
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Die letzte Wache

Im Dom der Invaliden An seines Kaisers
Grab Geht ernst ein alter Krieger,
Als Wächter auf und ab. Der an den
Pyramiden Mit ihm gefochten hat, Er
hält die
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Aladin

In den Abgrund stürzt die Bosheit Dich
hinab zu deinem Glück, Denn was dir
der Erde Schoos beut, Bringst du ja,
daraus zurück. So wird Jedem, was
beschieden Ihm von einer H
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Der Assassine

In`s Prunkgemach zu Kaiser Friedrich
trat, Als er versammelt seinen hohen
Nach, Ein Greis, geführt von einem
blonden Knaben. Hatt` auch die Zeit
sein lockig` Haar gebleicht, Das Alt
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Wanderlieder - IV.

IV. Frisch auf, es graut der
Morgen! Frisch auf durch Wald und
Feld, Entschlagt euch aller
Sorgen, Ein frühlingsheitrer
Morgen Verjüngt die freie Welt.
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Spielmanns Lebenslied - IV.

IV. Unstät und flüchtig irrt` ich
nun Von einem Ort zum andern, An
keinem ließ der Schmerz mich ruh`n,
Ich mußte weiter wandern. Wie wenn
der Sturm den
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Der kleine Savojarde

Kein Künstler und kein Barde - Ich
sing` von Thür zu Thüre, Ich armer
Savojarde, Ob ich die Herzen
rühre. O hört: in unsern
Bergen Zerfällt des Vaters Hütte,
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Taubstumm

Kind, was siehst Du mich so klagend an,
Hat man Dir vielleicht ein Leid
gethan? — Soll die Thrän` im Auge
wol mich bitten Gut zu machen, was Du
hast erlitten? Legst des
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Das Zigeunermädchen

Königin war meine Mutter Und ein
König war mein Vater; Er ein König
großer Länder, Sie die Königin des
Stammes. Er, `der Schöne` nur
geheißen, Sie ein Edel
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Könnt der muntern Lerche gleich...

Könnt` der muntern Lerche gleich Ich
auf Feldern wohnen, Könnt` wie sie, so
sangesreich, Ich in Lüften
thronen. War` ich, wenn Aurora
lacht, Wohl aus sanftem Schlum
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Grabesblumen

Legt auf das Grab die frischen Kränze
nur, Sind`s doch der Blumen fertiges
Gebilde; Sind sie verwelkt, dann
schmückt es bald die wilde Doch drum
nicht ä`rm`re Flora der Natur.
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Des Knaben Trost

Liebes Schlachtroß meines
Vaters, Treues Thier, ich will dich
pflegen, Du sein einziger
Gefährte Als im Kampfe er
erlegen. Traurig mit gesenktem
Kopfe Scheinst du me
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Tom Pouce

Längst verschollne Märchenzeit Die
dem Grab entstiegen, Willst du der
Vergessenheit Machtgebot bekriegen?
— Stellst du deine Kämpen auf,
Kleine Bergessöhne,
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Kein Trinklied

Man hat mir vorgeworfen: Kein einzig`
Schenkenlied Sei unter meinen Liedern
— Als ob ich diese mied. Ich hab`
sie nicht gemieden, Doch ist mir in den
Sinn Kei
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Ein Königsbegräbniß

Mit Tamtamklang und Tamburingeklirr So
trug die bunte Schaar die Königsleiche,
Vorauf ein roth` Gewand in dem Gewirr
— Gar seltsam blickt das Antlitz
d`raus, das bleiche.
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Ein Feldherr

Mitten in dem Schlachtgetümmel, wo am
wildesten der Kampf, Wo die Gegner kaum
sich kennen in dem dichten
Pulverdampf Hält der Führer, den die
Hitze des Gefechts zu weit
getrieben, Triump
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Kämpfe

Nicht das Geschick ist Schuld an Deinen
Leiden. Es gab Dir Gott ein
überreiches Maaß Von Seelenadel,
Glück und Lebensfreuden, Als er Dich
für die Pilgerfahrt erlas. Er gab Dir
Kr
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Mein Schiff

Nur zu mein Schiff, Kein
Felsenriff Setzt deiner Reise
Schranken! Durchkreuz` die Fluth Mit
frischem Muth, Im Fluge der
Gedanken! Und weht der Wind Nicht
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Apologie des ...

O lieb` so lang` Du lieben kannst, O
lieb` so lang Du lieben magst. Die
Stunde kommt, die Stunde kommt, Wo Du
an Gräbern stehst und klagst.
Freiligrath. O
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Die schöne Hirtin

O schöne Hirtin weide Auf
buntbeblümter Flur, Im
Schönheitsprachtgeschmeide O schöne
Hirtin weide Dazu im weißen
Kleide, Die muntre Heerde nur. Blick
von d
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Rückkehr

O traute Waldeseinsamkeit, Du einz`ger
Ort der treu geblieben! — So seh` ich
dich nach Jahreszeit` Im Heimathland,
das mich vertrieben — Das ich
gefloh`n, weil meinen Träumen
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Standhaft

Ob der Sturmwind mich umsaust Und mein
flatternd` Haar zerzaust, Ob des Lebens
Wogen branden, Hoff` ich doch mein
Schiff zu landen. Wird auch stumpf
sein scharfer Kiel
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Mein Streben

Ob ich gestrebt nach meinem Ideale, Ob
ich gewagt, was fester Wille kann, Den
Kampf bestand, der sich darum entspann
- O, davon zeugen abertausend
Maale! Ich hab` mich nie begnügt a
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Mein Streben

Ob ich gestrebt nach meinem Ideale, Ob
ich gewagt, was fester Wille kann, Den
Kampfbestand, der sich darum entspann
- O davon zeugen abertausend
Maale? Ich hab` mich nie begn
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Am Lebensabend

Ob ich, wenn ich einst als Greis Noch
ein Erdenwandrer, Wie der Winter, kalt
und weiß, An Gefühl ein Andrer
— Ob die Sehnsucht dann
gestillt, Ausgelöscht die Glut
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Feiertag

Sabbatliche Stille, Alles pflegt der
Ruh`, Pochend Herz, nun ruhe, Ruh auch
du! Laß die
Leidenschaften Schweigen auch
einmal, Flieh, was um den Frieden
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Wahnsinn

Sie hat sich`s in den Kopf gesetzt,
Daß Schuld sie an des Vaters Tod,
Daß sie das Messer ihm gewetzt, Mit
dem sein Ende er gebot. — Das trug
sie lang mit sich herum B
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Untreue

Sie rief zu Zeugen Tag und Nacht Und
Sonne, Mond und Sterne: Wie nimmer sie
daran gedacht, Das sich die Lieb`
entferne. Ja freilich, dachte sie
nicht d`ran, Das ist vo
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Eine barmherzige Schwester

Sie trugen die stille Nonne Aus
stiller Zelle fort — Nun hat die
Stille gefunden Noch stilleren
Ruheort. Sie haben sie sanft gebettet
In einem weißen Sarg,
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Abendroth

Sieh das goldne Abendroth Wie`s den
Berg umsäumt — Bote ist`s der
stillen Nacht, Wo das Herze
träumt. Nach dem Abendroth
erscheint Gleich der Abendstern —
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Der Geiger

Sind das der Heimath Klänge, Was so
die Brust durchbebt, Wenn ans der
bunten Menge Ein Flüstern sich
erhebt! — Ein Flüstern und ein
Raunen Das geht von Mund zu Mund,
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Ein Morgenlied

Sitzt ein Vöglein auf dem Zweig Singt
sein zwitschernd Lied, Das aus goldner
Töne Reich Ihm ein Gott
beschied. Singt es wenn der Morgen
graut Bis der Abend sinkt,
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Feenmährchen

Sommerlüfte, Blüthendüfte Wiegen an
der Quelle ein; Mir zu Füßen hört`
ich`s grüßen Mußte wol die Welle
sein. Heimlich Flüstern unterm
düstern, Dunkelgr
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Eitle Sorge

Sprecht nicht: `o laß` das Dichten,
Du siehst so blaß und krank` —
Ich weiß für diese Sorgen Euch nie
und nimmer Dank. Was in der Brust
geborgen Das geht in Liedern
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Ein Wächter

Steht allein die Tanne, Auf der
Bergeshöh`, Scheint mir`s daß als
Wächter In das Land sie seh`. Daß
mit ihrem Rauschen Sie dem Himmel
sagt: Wo die Unschuld
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Wenn die Schwalben heimwärts ziehn

Stimmst Du deiner Harfe Saiten Daß sie
Deinen Sang begleiten: `Wenn die
Schwalben heimwärts ziehn` Fühlst Du,
daß des Dichters Worte Oeffnen jene
Zauberpforte, Wo auf Blum
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Zwei Meere

Um mondscheinerleuchteten Abend Da
stand ich auf waldiger Höh` — Tief
unter mir rauschten die Fluthen Der
grollenden, schäumenden See. Und
über dem Haupte hoch oben,
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Genesung

Und als den süßen Blüthenduft Auf`s
Neue trank die wunde Brust, Da hat die
linde Maienluft Erneut die frische
Lebenslust, Da linderte der Sonne
Strahl Den langgefühlten, h
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Wiedersehn

Und als ich Dir in`s Auge sah, Wie lag
in diesem Auge da Ein unvergänglich
Lieben! — Es lag darin die
Zaubermacht, Die einst in meines
Herzens Nacht Dein holdes Bild geschr
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Erwachen

Und wieder stahl ein Sonnenblick Sich
durch das Grün der Bäume, Und wieder
fiel ein Schein von Glück Bei Nacht in
meine Träume. Das war nachdem den
Winter ich Verb
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Eine Mühle

Unten die heimlichen Stübchen,
Drinnen die Müllerin haust, Drüber
die kecken Gesellen, Wie sie der
Sturmwind umsaust. Flatternd die
Haare im Winde, Trotzten sie
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Wanderlieder - V.

V. Wandersmann, die Sonne
sinkt; Sieh der letzte Strahl, Der vom
Berge scheidend blinkt, Grüßt dich
noch einmal. Ladet dich zur Ruhe ein
— Ruh` auch
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Verzweifle nie!

Verzweifle nicht, es leuchtet noch ein
Stern, Der aus dem Dunkel Dich vermag
zu führen; Es klammert sich das Herz
ja doch so gern An`s kleinste Reis, die
Hoffnung aufzuspüren. Und
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Spielmanns Lebenslied - VI.

VI. Ich folgte, als ob meinen letzten
Gang Ich endlich angetreten, War
doch das Leben mir zu lang, Das Andre
länger erflehten. Zur Stadt hinaus
bis vor das
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Wanderlieder - VI.

VI. Wie pfeift der Ost, wie knarrt
der Schnee Beim Sonnenblitz auf weißen
Auen — Ob heut` ich auf die Wandrung
geh`, Des Winters Pracht mir zu
beschauen? Wo
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Spielmanns Lebenslied - VII.

VII. Am Strande lag ein leichtes Boot
Drin harrten zwei stumme Gesellen,
Die ruderten schnell, als ich zur
Stell`, Im Fluge durch die
Wellen. Der Küste nac
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Wanderlieder - VII.

VII. Wenn die Kinder sind im
Dunkeln Wild beklommen ihr Gemüth,
Und um ihre Angst zu bannen Singen
sie ein lautes Lied. (Heinrich
Heine) Wenn
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Heinrich der Löwe

Von leichtem, morschem Boot getragen,
Irrt, von des Sturmes Macht
verschlagen, Der Rettung und der
Hülfe bar — Der tapfre Heinrich auf
den Wogen. In keinem Land, das er
durchz
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Die Kunstreiterin

Was sinnst du, schlanke Donna Auf
deinem stolzen Pferd — So stolz,
daß einer Colonna Der edle Rappe
werth! — Wie lehnst du auf dem
Sattel Dein Köpfchen in die Hand
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Palindrom

Wenn des Gefühls gesteigerte Extase
Den Ausdruck sucht, das höchste Wort
ersinnt, Dann braucht mich wol ein
Bräut`gam mit Emphase, Er nennt`s die
Braut, die Mutter wol ihr Kind.
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Ein Todter

Wie mahnt mich dieser alte Mann An
jenen einst gefund`nen Todten — O
daß ich seiner mich entsann Des
bettelarmen Unglücksboten`. — Es
war einst um die Märzeszeit
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Logogryph

Wie oft erwünscht, so oft auch
unwillkommen, Bin ich doch meistens
nur zu Nutz und Frommen Und drum vom
Landmann nach Gebühr verehrt; Ein
luftig` Kind des wildbewegten Meeres E
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Nach Süden!

Zeig` mir dein dunkelbraunes Auge, Laß
drin mich seh`n des Südens
Glut, Vielleicht daß für dein Land
ich tauge Mit meinem siedendheißen
Blut! Pas` ich doch nicht zum kal
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Der Bardenstein

`Ei Jungfrau schlank, ei Jungfrau
schön, Willst du mich zum Gemahl? —
Ich geb` mich dir zu eigen Mit
Gütern sonder Zahl. Da sollst du
meine Herrin sein In Wald
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