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Gedichte - Karl Stelter

Charade

1.

Nach langer Fahrt auf weitem Meer
Wenn ich aus dichtem Nebel tauche,
Pocht manche Brust — sonst freudenleer —
Auf`s neu belebt vom Heimathhauche.
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Charade

1.

Wenn Lerchensang die Luft erfüllt,
Des Thaues Perlen glänzen:
Werd` ich als Kind der Nacht enthüllt,
Umrankt von Blumenkränzen;
Mit mir begann ... weiterlesen


Ein grünes Blatt

Am Tage, wo ich ungekannt Dich,
Blume aller Blumen fand:
Da sproßt` aus meinem Lebensbaum
Ein blatt- und blüthenreicher Traum.

Und um den jungen Stamm ... weiterlesen


Die Geisterbraut

An dem Abend vor der Brautnacht,
Bei des Mondes Hellem Scheine,
Eilte Thyra leichten Schrittes
Zu dem Felsenquell am Haine;

Wo sie nach des Tages Mühen,
... weiterlesen


Meine Braut

Auch ich hatt` einstens eine Braut
Der an der Brust ich lag,
Die meinem Herzen angetraut,
Eh` sie die Treue brach.

Jetzt hab` ich eine andre Braut,
Das ist ... weiterlesen


Begnüge dich

Begnüge dich an dem, was dir beschieden
Und wahre der Zufriedenheit den Sinn,
Dann wahrst du den so theuren Seelenfrieden
Und giebst dich niemals der Enttäuschung hin.
... weiterlesen


Ludwig der Springer

Bei Halle, auf dem Gibichenstein
Das Haupt gestützt in die Hände
Saß Ludwig, grübelnd beim Lampenschein
Wie sein Geschick er wol wende.
Er mochte bedenken die ... weiterlesen


Morgenröthe

Blick` ich von dem Felsenhange
Nach der Morgenröthe Strahlen.
Seh` ich, wie auf ihrer Wange
Glühend sich die Strahlen malen.

Ihre Augen sind die Sonnen,
... weiterlesen


Roßtrappe

Bodo der Böhmenkönig
Hat um das Hühnenkind,
Aus fürstlichem Geschlechte,
Nach seiner Art geminnt.

Rauh war des Starken Weise
Und wild war seine Art, ... weiterlesen


Der Kunstreiter

Da! wär` ich dein Genosse
So sprengt` ich kühn und wild,
Wie du, auf flücht`gem Rosse
Durch Wälder und Gefild.

Dann wollt` ein Roß ich haben
Deß` ... weiterlesen


Zweisilbige Charade

Das Erste sind wir Alle wol am Liebsten,
Sind wir`s, dann ist das Leben auch noch schön,
Dann grünen uns der Hoffnung frische Kränze,
Uns lacht das Glück aus sonnig lichten ... weiterlesen


Ein welkes Blatt

Das war der Tag, an dem ich schied
Als tränenschwer mein Augenlid,
Als stumm ich in Dein Aug` geblickt
Und fortgewankt, vom Schmerz geknickt.

Da fiel von meinem ... weiterlesen


Zauberformel

Daß ich ihm gehöre.
Lieb` in ihm beschwöre:
Flackert hoch ihr Flämmchen,
Hier am Weidenstämmchen.
Wenn der Zweig sich biegt,
Und sich an mich schmiegt:
... weiterlesen


Des Knaben Sehnen

Denk` ich noch des wilden Knaben, dem kein Spiel je zu gewagt,
Der ob seiner tollen Streiche fast allstündlich ward verklagt —
War ein Unheil angerichtet, sicher war er mit dabei,
... weiterlesen


Das verkaufte Kind

Der Gräuel hab` ich viele schon gelesen,
Und bin bei manchen theilnahmlos geblieben,
Noch nimmer ist mir`s so zu Muth gewesen
Als wie bei dem, was jüngst ich fand ... weiterlesen


Die Antwort

Der Knabe frug im Eichenwald:
Was ist`s, das in den Aesten hallt?
Nicht Antwort ist ihm geworden.

Da frug er an des Baches Rand
Den Bach, wo er die Quelle fand;
... weiterlesen


Zur Ermuntrung

Die Hand an`s Werk, den Tempel
Der Isis aufgebaut —
Der Neubelebung Stempel
Ist Jedem anvertraut! —
Ein Jeder thu` das Seine
In seinem Wirkungskreis,
... weiterlesen


Ein Grab

Die Jungfrau schaukelt
Bei Abendroth,
Auf Meereswellen
In leichtem Boot.

Ihr winkt vom Felsen
Des Knaben Hand,
Die frische Blumen
Ihr ... weiterlesen


An Körner Grabe

Die Sonnenrosse tauchten sich
Schon in des Meeres Wogen,
Und einzeln zeigten Sterne sich
Am hohen Himmelsbogen, —

Da stand ich still an jenem Ort
... weiterlesen


Worte

Die Worte sollen nicht Dornen sein,
Das bange Herz zu verwunden -
Es wird ja doch so selten ein Strauß
Von Rosen dem Leben gebunden.

Und wo so spärlich die Rosen ... weiterlesen


Wie erträumt und wie befunden

Dort in jener Grotte saß
Häufig ich als Knabe,
Und das Buch worin ich las,
War des Onkels Gabe.

Meines Onkels, der den Krieg
Einst mit ausgeschlagen,
... weiterlesen


Die beiden Todten

Drüben in dem dichten Haine
Wo drei Eichen einsam steh`n,
Wo am späten Abend immer
Schauerlich die Lüfte weh`n —
Kannst im Zwielicht eine Jungfrau
Du in ... weiterlesen


Einem Achtzigjährigen

Du kennst die Welt — was hat sie dir gegeben
Seit du als Knabe, Jüngling, Mann und Greis,
Auf deiner vielbewegten Lebensreis`?
Was war der Lohn für unermüdlich‘ ... weiterlesen


Der Zuave

Du sonnverbrannter Krieger
Gelehnt auf dein Gewehr —
Mir scheint, obgleich du Sieger
Daß doch das Herz dir schwer.

Denkst du an die Genossen
Die hier ... weiterlesen


Echo

Echo ruft auf meine Klage:
      trage!
Wenn gebeugt vom Schicksalsschlage
      wage! —
Wage ihm zu wiederstreben;
    ... weiterlesen


Lorbeer und Cypresse

Ein Lorbeerblatt von Goethe`s Sarge,
Von Schillers: ein Cypressenzweig —
Die bracht` ich mit aus jenem Tempel,
Der an Erinnrungen so reich.

Wohl ist die ... weiterlesen


Das einzige Kind

Einz`ge Hoffnung Deiner Lieben
Sinkst auf ewig Du hinab —
Ist denn nichts von Dir geblieben,
Raubt denn Alles dieses Grab? —
Kind, in Deiner Iugendblüthe
... weiterlesen


Die Welt

Es blickt vom Berg` hernieder
Der Jüngling in die Welt,
Und hebt das Auge wieder
Dann zu des Himmels Zelt;
Er sieht das Grün der Fluren,
Der Blumen ... weiterlesen


Licht

Es fiel ein Stern vom Himmelszelt
In unsre dunkle Erdenwelt,
Die nur der Sterne Licht erhellt.

O heller Stern, und folgte Dir
Des ganzen Firmamentes Zier -
... weiterlesen


Unter der Linde

Es fielen falbe Blätter
Vom alten Lindenbaum,
Der Zeuge war von meinem
Entschwund`nen Jugendtraum.

Ich saß an seinem Stamme,
Wo ich als Knabe saß, ... weiterlesen


Mutter

Es ist kein Wunsch so tränenreich
Als Frauenwunsch nach Mutterwürde;
Regt er sich nur, so trüge gleich
Die junge Frau die schwerste Würde;
Ihr steht der Liebe ... weiterlesen


Abschied

Es war ein Abschied worteleer,
Sie konnten nicht mehr sprechen,
Die Augen naß, das Herz so schwer,
Als wollt`s der Kummer brechen.

So standen sie im herben Leid ... weiterlesen


Fisch und Vogel

Fischlein oben, Vöglein unten —
Blumen dann noch unter beiden,
Die mit ihren lieben bunten
Farben den Altan bekleiden —
Wechselten die Elemente,
Daß der ... weiterlesen


Auf der Eisenbahn

Flieg` ich durch die weite Welt,
Oder fliegt vorüber
Mir die Welt jetzt sonnerhellt,
Und dann wieder trüber?

Berg und Thäler, Wald und Flur
Und die ... weiterlesen


Weltenspiegel

Halt Dir die Pracht der Rosen
Als Weltenspiegel vor,
Sieh in dem fleckenlosen
Wie reich ihr Blüthenflor.
Sie hat die Nacht erschlossen,
Ein Tag entblättert ... weiterlesen


Räthsel

Hat mich die dunkle Nacht
Aus ihrem Schoos gezogen,
Hat freundlich aus den Wogen
Dir oft mein Bild gelacht.

Und doch entstieg` ich nie
Den Wogen und der ... weiterlesen


Weihnachtskantate

Heil der erkornen - wieder gebornen
Irdischen Welt!
Göttlicher Gnade - bahnet die Pfade
Christus, der Held.
Auf ihr Geschlechter - neuer Verfechter
Jesus ... weiterlesen


Vergangen

Heut` — wo noch Jüngling zwar, des Lebens Bilder
Nicht mehr im ros`gen Glanze vor mir steh`n.
Wo hoffend noch, doch ruhiger und milder
Die Blicke in die ferne Zukunft ... weiterlesen


Weihnachtsfest

Hoch auf schneebedecktem Dach,
Hinter matten Scheiben
In dem engen Wohngemach
Herrscht ein fröhlich Treiben.

Armer Leute Kinderschar
Singt die ... weiterlesen


Zwei Schiffe

I.

Azurn, wie des Aethers Bläue, wenn in`s Meer die Wolken sanken,
Glatt und ruhig, wie ein Spiegel längst geordneter Gedanken —
Liegt die See, die anmuthreiche, ... weiterlesen


Glaube Liebe Hoffnung

I.

Drei Sterne schweben in des Aethers
Höhen Die an der Wiege Jedem zugesellt,
Als Mittler dieser und der höhern Welt,
Und die ihm leitend stets zur Seite ... weiterlesen


Buchstaben-Räthsel

I.

Fünf sind der Zeichen, die das Wort dir nennen
Deß Zauberklänge manches Herz gerührt,
Das dir der heißen Leidenschaft Entbrennen
Im Melodienkranz ... weiterlesen


Versöhnung

I.

O laß von Deiner Wimper mich
Die Thränenperle küssen,
Die, wie Du meinst,
Dein Aug` um mich
Hat trauernd weinen müssen.

Ich bin Dir ja ... weiterlesen


Aus der Ferne

Ich denk` an nichts als Dich mein Leben!
Ob wol die Wolken heimwärts zieh`n? —
Ich möchte gern Dir Kunde geben
Durch sie, die unbemerkt entflieh`n.

Ein ... weiterlesen


Allein

Ich geh` allein, wenn die Gedanken
Zu Wesen sich gestalten sollen,
Allein, wenn die Begriffe schwanken
Und sich der Form nicht fügen wollen.
Allein da stört ein fades ... weiterlesen


Im Fieber

Ich lag in Fieberträumen
Auf meines Bettes Pfühl,
In meinen Zimmerräumen
Da war ein bunt` Gewühl;
Da trieben sich Gestalten
Die wunderlichsten um —
... weiterlesen


Räthsel

Ich sah das Erste fallen
Und hört` der Zweiten Ton —
Andächt`ge Christen wallen
Zu Gottes Altar schon.

Es war am frühen Morgen,
Es war ein ... weiterlesen


Einer Braut

Ich sah Dich, wie als Knospe
Du Still unterm Blätterdach verborgen,
Wie Du in ungestörter Ruh
Erharrtest der Entfaltung Morgen.

Sah wie die Knospe nach und ... weiterlesen


In der Fürstengruft

Ich stieg hinunter in die Fürstengruft,
Drin Reih` an Reih` die schweren Särge stehen,
Ich wollt` nur die, der Dichterfürsten sehen
Und dann zurück, zur frischen ... weiterlesen


Einsam

Ich wandle einsam meine Lebenswege,
Verkannt von denen, die ich herzlich liebe;
Sie lächeln, wenn beseelt vom Dichtertriebe,
Der Phantasie Gedankenbilder rege.

... weiterlesen


Spielmanns Lebenslied - II.

II.

Ich war ein Knabe, hub er an —
Es sind jetzt sechzig Jahre —
Da stand bei Vater und Mutter zugleich
Ich an der Todtenbahre.

Mein ganzes ... weiterlesen


Wanderlieder - III.

III.

Ade nun, ich scheide,
Durchziehe die Welt
Und lasse mich nieder,
Wo`s recht mir gefällt.

Wo freundliche Augen,
Ein lächelnder Mund
... weiterlesen


Spielmanns Lebenslied - III.

III.

Und wieder zog ich durch die Welt,
Mein Brot mir zu ergeigen,
Da kam ich in eine große Stadt,
Wieder bei Tagesneigen.

Da hört` ich auf des ... weiterlesen


Die letzte Wache

Im Dom der Invaliden
An seines Kaisers Grab
Geht ernst ein alter Krieger,
Als Wächter auf und ab.

Der an den Pyramiden
Mit ihm gefochten hat,
... weiterlesen


Aladin

In den Abgrund stürzt die Bosheit
Dich hinab zu deinem Glück,
Denn was dir der Erde Schoos beut,
Bringst du ja, daraus zurück.
So wird Jedem, was beschieden
Ihm ... weiterlesen


Der Assassine

In`s Prunkgemach zu Kaiser Friedrich trat,
Als er versammelt seinen hohen Nach,
Ein Greis, geführt von einem blonden Knaben.
Hatt` auch die Zeit sein lockig` Haar gebleicht,
... weiterlesen


Wanderlieder - IV.

IV.

Frisch auf, es graut der Morgen!
Frisch auf durch Wald und Feld,
Entschlagt euch aller Sorgen,
Ein frühlingsheitrer Morgen
Verjüngt die freie Welt.
... weiterlesen


Spielmanns Lebenslied - IV.

IV.

Unstät und flüchtig irrt` ich nun
Von einem Ort zum andern,
An keinem ließ der Schmerz mich ruh`n,
Ich mußte weiter wandern.

Wie wenn der ... weiterlesen


Der kleine Savojarde

Kein Künstler und kein Barde -
Ich sing` von Thür zu Thüre,
Ich armer Savojarde,
Ob ich die Herzen rühre.

O hört: in unsern Bergen
Zerfällt des Vaters ... weiterlesen


Taubstumm

Kind, was siehst Du mich so klagend an,
Hat man Dir vielleicht ein Leid gethan? —
Soll die Thrän` im Auge wol mich bitten
Gut zu machen, was Du hast erlitten?

... weiterlesen


Das Zigeunermädchen

Königin war meine Mutter
Und ein König war mein Vater;
Er ein König großer Länder,
Sie die Königin des Stammes.

Er, `der Schöne` nur geheißen,
... weiterlesen


Könnt der muntern Lerche gleich...

Könnt` der muntern Lerche gleich
Ich auf Feldern wohnen,
Könnt` wie sie, so sangesreich,
Ich in Lüften thronen.

War` ich, wenn Aurora lacht,
Wohl aus ... weiterlesen


Grabesblumen

Legt auf das Grab die frischen Kränze nur,
Sind`s doch der Blumen fertiges Gebilde;
Sind sie verwelkt, dann schmückt es bald die wilde
Doch drum nicht ä`rm`re Flora der ... weiterlesen


Des Knaben Trost

Liebes Schlachtroß meines Vaters,
Treues Thier, ich will dich pflegen,
Du sein einziger Gefährte
Als im Kampfe er erlegen.

Traurig mit gesenktem Kopfe
... weiterlesen


Tom Pouce

Längst verschollne Märchenzeit
Die dem Grab entstiegen,
Willst du der Vergessenheit
Machtgebot bekriegen? —
Stellst du deine Kämpen auf,
Kleine ... weiterlesen


Kein Trinklied

Man hat mir vorgeworfen:
Kein einzig` Schenkenlied
Sei unter meinen Liedern —
Als ob ich diese mied.

Ich hab` sie nicht gemieden,
Doch ist mir in den ... weiterlesen


Ein Königsbegräbniß

Mit Tamtamklang und Tamburingeklirr
So trug die bunte Schaar die Königsleiche,
Vorauf ein roth` Gewand in dem Gewirr —
Gar seltsam blickt das Antlitz d`raus, das bleiche.
... weiterlesen


Ein Feldherr

Mitten in dem Schlachtgetümmel, wo am wildesten der Kampf,
Wo die Gegner kaum sich kennen in dem dichten Pulverdampf
Hält der Führer, den die Hitze des Gefechts zu weit getrieben,
... weiterlesen


Kämpfe

Nicht das Geschick ist Schuld an Deinen Leiden.
Es gab Dir Gott ein überreiches Maaß
Von Seelenadel, Glück und Lebensfreuden,
Als er Dich für die Pilgerfahrt erlas.
... weiterlesen


Mein Schiff

Nur zu mein Schiff,
Kein Felsenriff
Setzt deiner Reise Schranken!
Durchkreuz` die Fluth
Mit frischem Muth,
Im Fluge der Gedanken!

Und weht der ... weiterlesen


Apologie des ...

O lieb` so lang` Du lieben kannst,
O lieb` so lang Du lieben magst.
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo Du an Gräbern stehst und klagst.
Freiligrath.

... weiterlesen


Die schöne Hirtin

O schöne Hirtin weide
Auf buntbeblümter Flur,
Im Schönheitsprachtgeschmeide
O schöne Hirtin weide
Dazu im weißen Kleide,
Die muntre Heerde nur.

... weiterlesen


Rückkehr

O traute Waldeseinsamkeit,
Du einz`ger Ort der treu geblieben! —
So seh` ich dich nach Jahreszeit`
Im Heimathland, das mich vertrieben —
Das ich gefloh`n, weil meinen ... weiterlesen


Standhaft

Ob der Sturmwind mich umsaust
Und mein flatternd` Haar zerzaust,
Ob des Lebens Wogen branden,
Hoff` ich doch mein Schiff zu landen.

Wird auch stumpf sein scharfer ... weiterlesen


Mein Streben

Ob ich gestrebt nach meinem Ideale,
Ob ich gewagt, was fester Wille kann,
Den Kampf bestand, der sich darum entspann -
O, davon zeugen abertausend Maale!
Ich hab` mich nie ... weiterlesen


Mein Streben

Ob ich gestrebt nach meinem Ideale,
Ob ich gewagt, was fester Wille kann,
Den Kampfbestand, der sich darum entspann -
O davon zeugen abertausend Maale?

Ich hab` ... weiterlesen


Am Lebensabend

Ob ich, wenn ich einst als Greis
Noch ein Erdenwandrer,
Wie der Winter, kalt und weiß,
An Gefühl ein Andrer —

Ob die Sehnsucht dann gestillt,
... weiterlesen


Feiertag

Sabbatliche Stille,
Alles pflegt der Ruh`,
Pochend Herz, nun ruhe,
Ruh auch du!

Laß die Leidenschaften
Schweigen auch einmal,
Flieh, was um den ... weiterlesen


Wahnsinn

Sie hat sich`s in den Kopf gesetzt,
Daß Schuld sie an des Vaters Tod,
Daß sie das Messer ihm gewetzt,
Mit dem sein Ende er gebot. —
Das trug sie lang mit sich ... weiterlesen


Untreue

Sie rief zu Zeugen Tag und Nacht
Und Sonne, Mond und Sterne:
Wie nimmer sie daran gedacht,
Das sich die Lieb` entferne.

Ja freilich, dachte sie nicht d`ran,
... weiterlesen


Eine barmherzige Schwester

Sie trugen die stille Nonne
Aus stiller Zelle fort —
Nun hat die Stille gefunden
Noch stilleren Ruheort.

Sie haben sie sanft gebettet
In einem weißen ... weiterlesen


Abendroth

Sieh das goldne Abendroth
Wie`s den Berg umsäumt —
Bote ist`s der stillen Nacht,
Wo das Herze träumt.

Nach dem Abendroth erscheint
Gleich der Abendstern ... weiterlesen


Der Geiger

Sind das der Heimath Klänge,
Was so die Brust durchbebt,
Wenn ans der bunten Menge
Ein Flüstern sich erhebt! —
Ein Flüstern und ein Raunen
Das geht von ... weiterlesen


Ein Morgenlied

Sitzt ein Vöglein auf dem Zweig
Singt sein zwitschernd Lied,
Das aus goldner Töne Reich
Ihm ein Gott beschied.

Singt es wenn der Morgen graut
Bis der ... weiterlesen


Feenmährchen

Sommerlüfte, Blüthendüfte
Wiegen an der Quelle ein;
Mir zu Füßen hört` ich`s grüßen
Mußte wol die Welle sein.

Heimlich Flüstern unterm düstern,
... weiterlesen


Eitle Sorge

Sprecht nicht: `o laß` das Dichten,
Du siehst so blaß und krank` —
Ich weiß für diese Sorgen
Euch nie und nimmer Dank.
Was in der Brust geborgen
Das geht ... weiterlesen


Ein Wächter

Steht allein die Tanne,
Auf der Bergeshöh`,
Scheint mir`s daß als Wächter
In das Land sie seh`.

Daß mit ihrem Rauschen
Sie dem Himmel sagt:
... weiterlesen


Wenn die Schwalben heimwärts ziehn

Stimmst Du deiner Harfe Saiten
Daß sie Deinen Sang begleiten:
`Wenn die Schwalben heimwärts ziehn`
Fühlst Du, daß des Dichters Worte
Oeffnen jene Zauberpforte,
... weiterlesen


Zwei Meere

Um mondscheinerleuchteten Abend
Da stand ich auf waldiger Höh` —
Tief unter mir rauschten die Fluthen
Der grollenden, schäumenden See.

Und über dem Haupte ... weiterlesen


Genesung

Und als den süßen Blüthenduft
Auf`s Neue trank die wunde Brust,
Da hat die linde Maienluft
Erneut die frische Lebenslust,
Da linderte der Sonne Strahl
Den ... weiterlesen


Wiedersehn

Und als ich Dir in`s Auge sah,
Wie lag in diesem Auge da
Ein unvergänglich Lieben! —
Es lag darin die Zaubermacht,
Die einst in meines Herzens Nacht
Dein holdes ... weiterlesen


Erwachen

Und wieder stahl ein Sonnenblick
Sich durch das Grün der Bäume,
Und wieder fiel ein Schein von Glück
Bei Nacht in meine Träume.

Das war nachdem den Winter ... weiterlesen


Eine Mühle

Unten die heimlichen Stübchen,
Drinnen die Müllerin haust,
Drüber die kecken Gesellen,
Wie sie der Sturmwind umsaust.

Flatternd die Haare im Winde,
... weiterlesen


Wanderlieder - V.

V.

Wandersmann, die Sonne sinkt;
Sieh der letzte Strahl,
Der vom Berge scheidend blinkt,
Grüßt dich noch einmal.

Ladet dich zur Ruhe ein —
... weiterlesen


Verzweifle nie!

Verzweifle nicht, es leuchtet noch ein Stern,
Der aus dem Dunkel Dich vermag zu führen;
Es klammert sich das Herz ja doch so gern
An`s kleinste Reis, die Hoffnung ... weiterlesen


Spielmanns Lebenslied - VI.

VI.

Ich folgte, als ob meinen letzten Gang
Ich endlich angetreten,
War doch das Leben mir zu lang,
Das Andre länger erflehten.

Zur Stadt hinaus ... weiterlesen


Wanderlieder - VI.

VI.

Wie pfeift der Ost, wie knarrt der Schnee
Beim Sonnenblitz auf weißen Auen —
Ob heut` ich auf die Wandrung geh`,
Des Winters Pracht mir zu beschauen?
... weiterlesen


Spielmanns Lebenslied - VII.

VII.

Am Strande lag ein leichtes Boot
Drin harrten zwei stumme Gesellen,
Die ruderten schnell, als ich zur Stell`,
Im Fluge durch die Wellen.

Der ... weiterlesen


Wanderlieder - VII.

VII.

Wenn die Kinder sind im Dunkeln
Wild beklommen ihr Gemüth,
Und um ihre Angst zu bannen
Singen sie ein lautes Lied.
(Heinrich Heine)

... weiterlesen


Heinrich der Löwe

Von leichtem, morschem Boot getragen,
Irrt, von des Sturmes Macht verschlagen,
Der Rettung und der Hülfe bar —
Der tapfre Heinrich auf den Wogen.
In keinem Land, ... weiterlesen


Die Kunstreiterin

Was sinnst du, schlanke Donna
Auf deinem stolzen Pferd —
So stolz, daß einer Colonna
Der edle Rappe werth! —
Wie lehnst du auf dem Sattel
Dein Köpfchen ... weiterlesen


Palindrom

Wenn des Gefühls gesteigerte Extase
Den Ausdruck sucht, das höchste Wort ersinnt,
Dann braucht mich wol ein Bräut`gam mit Emphase,
Er nennt`s die Braut, die Mutter wol ihr ... weiterlesen


Ein Todter

Wie mahnt mich dieser alte Mann
An jenen einst gefund`nen Todten —
O daß ich seiner mich entsann
Des bettelarmen Unglücksboten`. —

Es war einst um die ... weiterlesen


Logogryph

Wie oft erwünscht, so oft auch unwillkommen,
Bin ich doch meistens nur zu Nutz und Frommen
Und drum vom Landmann nach Gebühr verehrt;
Ein luftig` Kind des wildbewegten ... weiterlesen


Nach Süden!

Zeig` mir dein dunkelbraunes Auge,
Laß drin mich seh`n des Südens Glut,
Vielleicht daß für dein Land ich tauge
Mit meinem siedendheißen Blut!

Pas` ich doch ... weiterlesen


Der Bardenstein

`Ei Jungfrau schlank, ei Jungfrau schön,
Willst du mich zum Gemahl? —
Ich geb` mich dir zu eigen
Mit Gütern sonder Zahl.

Da sollst du meine Herrin sein
... weiterlesen



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Gedichte vom Autor Karl Stelter

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