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Gedichte - Lebrecht Dreves


Reiselieder

1. Große Wanderschaft. Nicht auf
träge Muße Ist wem Sinn gestellt,
Ziehn möcht` ich zu Fuße Durch die
ganze Welt; Lenken erst die Schritte
Froh durch d
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Erinnerung an Heidelberg

1. Die Erde hatt` aus Düften
Gewebt ihr Frühlingskleid, Im Wald
und über Klüften Tiefstille
Einsamkeit; Ich lag am steilen Hange
Und lauschend hört` i
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Lieder von Helgoland

1. Die Felseninsel läßt ihr
Haupt Keck aus dem Meere ragen, Doch
peitschen die Wellen es ringsumher, Sie
peitschen und branden und
schlagen. Du kämpfst, du
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Drei Schiffer

1. Es banden drei junge Gesellen
Ihre Nachen los am Strand, Vom Winde
die Segel schwellen, `Ade nun, lieb`
Vaterland!` Es folget seinem Sterne
Ein jeder au
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

1. Herr Gott, gesetzt ist Mein
Hoffen auf dich; O Jesu, du lieber,
Nun rette du mich! Von Ketten
umfangen, Im peinlichen Bangen
Ersehne ich dich;
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Herbst und Grab

1. Herz, wie wird`s freudenleer In
dir und um dich her, Frühling und
Jugendzeit Alles wie weit, wie
weit! Ringsum deckt Reif die Flur;
Könnt` ich
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Abendlieder im Walde

1. Hochaufstreben des Walddoms grüne
Pfeiler, Hespers ewige Lamp` am
Felsaltare Flimmert und die Orgel des
Sturmwind`s braust ihr: Salve
regina. Auf dem Hau
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Lebensnoth

1. Könnt` ich eine Brücke schlagen
Auf in`s ew`ge Morgenroth, Da das
Leben zu ertragen Herber scheinet als
der Tod. Jeder Abend, jeder Morgen
Bringt er n
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Verlorene Liebe

1. O Liebe, Lust und Lieder, Du
schöne goldne Zeit, Wie liegt ihr nun
so weit! Es steigt die Nacht hernieder
Und Alles decket wieder Die alte
Einsamkeit.
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König Enzio

1. Von Bologna`s Thünnen schallen
Feierlich der Glocken Klänge,
Kriegerische Züge wallen Durch des
Volkes bunt` Gedränge. Schön
geschmückt nach Sieger
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Liebesfrühling. Zweiter Traum.

1. Wenn mir dein liebes Auge lacht,
So glänzet mir in lichter Pracht
Der Erde weites Bette, Doch leuchtet
mir sein Schimmer nicht,    
    Glau
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

10. Hehre Flamm`, dem Weltenrunde
Leben spendend, deren Kraft Allem,
was im Meeresgrunde, Auf des
Erdenplans Rotunde Sich bewegt,
Gedeihen schafft, Reger d
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

11. Als die Waffer Gott erstehen
Ließ durch seines Odem`s Wehen,
Nannte er das Fluthgebraus
Maria.  Und wenn die lauen
Wasser meiner Thränen thauen,
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

12. O du heiligste, O du
reineste, Süße Jungfrau
Maria! Mutter, verehrete, Stets
unversehrete, Für uns, für uns o
bitte du. Fromme Thränenf
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

13. Heute sei, o Sonne, heiter Uns
dein Antlitz zugekehrt, Wo die
Führerin der Streiter Heim vom
Kampfplatz siegend fährt; Steige denn
empor, enthebe Dic
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

14. Voller Krieg ist unser Leben,
Von Geschossen rings umgeben Leben
wie im Kriege wir, Ohne Kampf giebt`s
keine Tage, Keine Nächte ohne Klage
Für uns Er
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

15. Gebt, Zions Töchter, ihr Endlich
Erhörung mir? Sehet mich Kranke an,
Sagt dem geliebten Mann: Liebe
verderbe mich, Vor Liebe sterbe
ich. Ob Li
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

16. O selig Volk im Himmelszelt, Du
heil`ge Schaar in jener Welt, Wie sehr
an euch erwiesen hat In Allem sich des
Herren Gnad`; Der Höchste ist`s, der
euch verlei
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

17. Warum, o blinder Menschensinn,
Dich nur in Eitelkeit versenkst du?
Vergessend, was dem Geist Gewinn,
Nicht an die Ewigkeit gedenkst du;
Wohin ach! strebst du,
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

18. Zu meiden ist, zu scheiden ist,
Es fällt der Vorhang nieder, Der
Würfel sinkt, der Tod mir winkt, Das
Leben kehrt nicht wieder; Ade, mein
Thun, mein Hoffen n
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

19. Ruh` von schmerzensreichen Mühen
Aus und heißem Liebesglühen; Der
nach seligem Verein Trug Verlangen,
Ist gegangen Zu des Heilands Wohnung
ein.
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

2. O daß meiner Seele einer Taube
Schwinge wär` verliehn, Daß sie
schnelle könnt` zur Stelle Jener
Kreuzespalme ziehn, Dran wir hangen
sehn mit Bangen
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

3. Der Jungfrau, die erfüllet
Gänzlich vom Himmelschau, Der
gleich von Glanz umhüllet Nie eine
and`re Frau: Ihr bringe Huldigungen
Der Mund und jedes He
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

4. Was, o Gott, verläßst du deinen
Himmel, dich dem Staub zu einen?
Suchst du Liebe auf der Erde?
Glaubst du, daß dir Ehre werde?
Weder Lieb` dir zu gewähren
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

5. O Himmel, seht erstarrend zu! O
Erdenball, enrröthe du! O Kund`, der
kaum zu trauen! Gott selbst wird durch
Verräther Verdammt als Missethäter,
O Unt
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

6. Bange Herzensklage schalle,
Schalle trauervolles Ach, Fließt,
ihr Thränenbäche, alle, Rufet meine
Seufzer wach! Leib zerfalle! Mund und
Wangen, Meine
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

7. Wie im Herzen reich an Schmerzen
Mocht` die treue Mutter sein, Da sie
hangen steht voll Bangen Ihren Sohn am
Kreuz der Pein! Angst sie fasset, sie
erblas
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

8. Schwindet Nächte, weichet Wolken,
Bange Sterne, geht zur Ruh`,
Jauchze, Himmel, jauchze, Erde,
Jauchze, Unterwelt, auch du,
Jauchze, Aether, Wellen, jauchzet,
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Geistliche Gedichte. Nach dem Lateinischen

9. Es bringt uns viel glücksel`ge
Freud` Zurück des Jahres Kreislauf
heut`, Heut`, wo des heil`gen Geistes
Kraft Kam über Christi
Jüngerschaft. Die Flam
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Abendlied

Abend wieder! dunkle Schatten Schweben
nieder auf die Matten, Rings verstummt
der Vögel Chor; Aus dem tiefen
Schooß der Wellen, Wo sie schliefen,
zieh`n die hellen Ster
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Metaxas

Abends um die elfte Stunde Ruh`n um
des Kammes Flammen Dreizehn Freunde
froh beisammen, Als sich sachte aus
der Runde        
Schleicht Metaxas.
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Mit einem Exemplar Vigilien

All` die längstvergeß`nen Lieder
Einer Zeit voll Schmerz und Glück
Stellen nun auf einmal wieder Sich
erneut vor meinen Blick; Alte Seufzer,
alte Klagen, Alte Lust und
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Als du, o Rosa, zu uns kamst gegangen

Als du, o Rosa, zu uns kamst gegangen,
Sah ich mit Frühlingsgrün den Wald
sich färben, Als woll` er, deine
Gunst sich zu erwerben, Vor dir im
schönsten Schmuck der Blätter prangen.
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Alexander

Als einst Held Alexander Die Welt
erobert hatt` Und nun nach Haus
gekehrt war Und des Eroberns satt,
Erfüllte Todesahnung Den edlen
Fürstensohn, Drum sammelt` e
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Als ich ertönen hört die Sterbeglocke

Als ich ertönen hört` die
Sterbeglocke Und mir es war, als ob
mein bess`rer Theil Zu Grabe geh` und
mit ihm alles Heil Und ich vermeint,
daß jeder Puls mir stocke: Da ba
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Zwei Poeten

Als ich jüngst der Heimath zu Schritt,
ein trauriger Wand`rer, Kam entgegen
ohne Schuh` Mir ein lustiger
andrer. Und obzwar des Baches Well`
Starrte, vom Froste b
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Lied

Als ich zu dir kam Und mit einem Mal
Alle Ruh` mir nahm Deiner Augen
Strahl, War die Brust so weit Und
die Welt so eng`; O du lust-ge Zeit.
Wenn ich an di
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Als sie dich hüllten in die weißen Linnen

Als sie dich hüllten in die weißen
Linnen, Cypreffen flochten in die
blonden Haare, Da sah ich, armes Kind,
an deiner Bahre Von manchem Auge
manche Thräne rinnen. Da da
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Alte Zeit

Alte Zeit, nun so fern, Daß du dahin
bist, bedenk ich, Aber noch immer
versenk` ich In deine Bilder mich
gern, Noch immer träum` ich von
ihnen, Den Stermn, die einst mir ges
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Am Bergeshang, von dunklem Wald umgeben

Am Bergeshang, von dunklem Wald umgeben,
Zeigt sich ein grün Gefild im
Abendroth, Dort ist es still; kein
Schrei der Lebensnoth, Wo Kränze sich
um Todtenmale weben. Nah`
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Lenz und Herbst

An Friedrich Rückert Dir gefällt
der Herbst, der klare, Weil dir selbst
im Kreis der Jahre Schon dein
Lebensherbst genaht; Mir behagt der
Lenz, der frühe, Weil
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Freundesworte

An H. K. Eingehüllt vom Schnee und
Eise, Starrte winterlich die Flur,
Nirgends in dem weiten Kreise Wies
sich eines Lebens Spur, Ausgestorben
schien die Erde,
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Vor Jena

Auf den Bergen die Burgen, Im Thale die
Saale, Die Mädchen im
Städtchen, Einst Alles wie heut`! Ihr
werthen Gefährten, Wo seid ihr zur
Zeit mir, Ihr lieben, gebliebe
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Der Kranke

Auf seinem Bette um Mitternacht Voll
Kummer und Reue ein Kranker wacht, Des
Lebens heit`re Morgenstunden Sind vor
seinem Blick längst entschwunden, Sie
ließen allein ihm den Vorwur
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Abschied von Heidelberg

Aus des Rheines Spiegelwellen Liegt
ein Schiff, noch festgebannt, Seinen
Kiel, den windesschnellen, Gegen
Norden hingewandt; Schwarzen Rauches
eine Säule Brüllt hervor
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Waldfräulein

Aus des Waldes tiefstem Schooß
Spricht ein Mährchen, süß
versteckt: Im Gemäuer hier, von Moos
Und von Epheu ganz bedeckt, Schläft
an einem stillen Plätzchen Euch e
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Rittersinn

Bei der Sonne letztem Blinken Wandelt
kosend Donna Clara An dem Arm des
schönsten Ritters Durch den
dufterfüllten
Garten. Abendschmetterlinge stiegen
In der Mand
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Da sitz ich nun, umdüstert von den grauen

Da sitz` ich nun, umdüstert von den
grauen, Trübsel`gen, neblichten
Octobertagen, Euch, meine Thränen,
Seufzer, Schmerzen, Klagen, Dem
hanenden Papiere zu vertrauen. Zu
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Frühlingsgruß

Der den Winter hindurch bei der Lampe
Gequalm, Unermüdlich auf Folianten
gebückt, Seine Zeit verbracht, jetzt
grüßt er also      
  Dich, erwachenden Lenz,
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Der Lenz ist hin, der Sommer ist vergangen

Der Lenz ist hin, der Sommer ist
vergangen, Des Herbstes letzte Lieder
sind verklungen, Die Erde hält ein
trüber Flor umschlungen, Grau wie die
Wolken, die am Himmel hangen.
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Rosenlegende

Der Tag ward kurz, die Nacht ward lang`,
Wie war so weh`, wie war so bang`
Dem Röslein auf der Haide! Da kam
die heil`ge Weihnachtszeit Und`s
Röslein verging vor Traurigkeit,
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Der Winter, wenn er kommt, wird überdecken

Der Winter, wenn er kommt, wird
überdecken Mit Schnee den Ort, wo sie
verscharrt dich haben, Daß nicht der
heisre Wehgesang der Raben Im Stande
sei, vom Schlaf dich aufzuschrecken.
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Des Lenzes Sang, des Sommers bunte Weisen

Des Lenzes Sang, des Sommers bunte
Weisen Wie bald sind sie vor deinem Ohr
verklungen, Dir hat die Erd` ein
kurzes Lied gesungen, Dann dich
gebannt aus ihren Zauberkreisen.
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Im Herbst

Die Blätter fallen, Der Herbst ist
da, Wie ist uns Allen Der Winter
nah`! Herz, du wirst älter, Bald
bist du alt, Doch du wirst kälter
Nicht, eh
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Die Tochter zum Geburtstage des Vaters

Die da fortgezogen Von der Kindheit
Au` Dorthin, wo die Wogen Schäumen
dunkelblau, Sehnt vom nord`schen
Strande, Aus dem Nebellande Sich
zurück zum heim`schen Gau.
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Aus den Scheeren

Die das Schiff den Weg sich bahnet
Durch die Felsen, wildverzweiget!
Meer und Tannenwald, umgeben Rings
von tiefer Einsamkeit. Wie an
schön`re Zeiten mahnet, Dies
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Sonntags-Abend

Die Erde, von der Fülle Des
Frühlings ganz beschneit, Deckt eine
Blüthenhülle, Weiß wie ein
Sonntagskleid. Ein heil`ger, ernster
Wille Durch`s All der Schöpf
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Die Leute, welche Rath für Alles wissen

Die Leute, welche Rath für Alles
wissen Und gleich für jedes, auch das
herb`ste Leid Mit ihren matten
Tröstungen bereit, Sind auch mein
Leid zu sänftigen beflissen. Sie
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Valet

Die Scheidestunde hatte angeschlagen,
Spät Abends war ich noch zu dir
gegangen, Des Abschieds herbe Worte
dir zu sagen, Vielleicht den ersten
Kuß auch zu empfangen; Vor`m Thore
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Vier Küsse

Die Schwalben bauen, die Schwalben
ziehn, Die Jahre kommen, die Jahre
fliehn. Es sitzet im Grün ein junges
Weib, Im Arm einen Knaben sie hält,
Der blicket so lächelnd h
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Das Mährlein vom Machandelbaum

Die Stiefmutter hockte am Rocken und
spann, Dem Sohn ihres Mann`s sie
Verderben ersann. Der Knabe sprang
lustig herein zur Thür: `Stiefmutter,
o gieb doch ein Aepfelchen mir!`
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Kalter Mai

Die Welt ist anders, als man meint; O
glaub` nicht, daß es Frühling sei
Weil hell die Sonn` in`s Fenster
scheint, Erlogen ist der ganze
Mai. Die Sonne lockt gedankenlos
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Drüben

Drüben, wo aus grünem Wald Echo
hallt, Wo den Himmel
Buchen Suchen; Wo auf feuchter,
glatter Bahn Zieht der Schwan
Sanftgefurchte, leise Kreise;
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An ein Herz

Du gleichest, kalt geworden Und doch
so leicht erregt, Halb einer Tann` im
Norden, Die spitz`ge Blätter trägt,
Halb einer Palm aus Süden, Die
leicht berührt der Schme
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Drei Freunde

Durch lachende Fluren gingen Drei
Freunde einst selbdritt, Ein Jüngling
und ein Greiser, Einen Mann in ihrer
Mitt`. Der Berge Spitzen glühten
Im gold`nen Abendli
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Näh und Ferne

Ein Edelstein in dunkler Grube Nacht
Und eine Perle auf des Meeres Grunde
Sie träumen, daß, vom Zwange
freigemacht, Sie küßten sich mit
liebevollem Munde. Doch plötzl
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Ein heimlich Flüstern rings in allen Zweigen

Ein heimlich Flüstern rings in allen
Zweigen, In Laub und Ast ein
wunderbares Rauschen, Die Rehe
horchend im Gebüsche lauschen, Die
Bäume sinnend ihre Wipfel neigen. Wo
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Abschied vom Kloster Kremsmünster

Ein Pilger war zu euch gekommen In
seines Herzens Einsamkeit, Ihr habt
ihn gastlich aufgenommen In dieser
heil`gen Weihnachtszeit. Nun zieht er
fort mit frohem Muthe,
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Descendi in hortum

Er. Zum Garten ging ich des Morgens
früh, Zu schauen die Grüne des
Thales, Zu schauen, ob schon die
Granate blüh`, Die Zierde des
ländlichen Mahles; Ich weiß nicht,
woher
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Ein Christabend

Es scheint der Mond, der klare, Die
Mutter sitzt allein; Was spricht für
tiefe Pein Aus ihrem Augenpaare? Am
Markt und vor den Thoren Da singen sie
mit Schall:
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Ave Maria

Es sinket die Sonne Und Alles
verhallt, Von fern` nur herüber
Geläut` noch erschallt, Zu feiern
die Stunde, Wo einstens von fern Zur
Jungfrau getreten D
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Die Trauerweide

Es stehet mit gesenkten Zweigen Die
Trauerweide auf dem Grab, Und ihre
bangen Aeste neigen Wehmüthig sich
zur Erd` herab. Oft regt sich`s
flüsternd in dem Baume
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Es steht ein Wald auf steilem Felsaltar

Es steht ein Wald auf steilem Felsaltar,
Die hohen Tannen, die dort oben
stehen, Von ihrer höhe schweigend
niedersehen Auf einen Weiher, still
und spiegelklar. Doch würd
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Des Knaben Wunderhorn

Es war in einer jener alten
Städte, Drin Thurm an Thurm und Kirch`
an Kirch` sich drängt, Wo einst an
einem Frühlingsabend späte Auf hohem
Roß in`s Thor hineingesprengt Ein Knab
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Weinende Blumen

Es war noch früh am Morgen, Die
Veilchen auf der Au` Sie trugen in den
Aeuglein, Den blauen,
Thränenthau. Da sprach ich: Liebe
Blumen, Was quält euch denn so se
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Lenzkur

Es weiß der Lenz, steigt er zur Erde
nieder, Jedwedes Herz, wie es
gestimmt, zu laben, An Freud` und Leid
vertheilt er seine Gaben; Den
Fröhlichen begrüßen Jubellieder.
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Glockenklänge

Ferne Kirchenglocken läuten Und ihr
Schall erfüllt die Luft; Der so
mächtig zu dir ruft, Was soll dieser
Klang bedeuten? Sind es nicht
gewohnte Töne, Die von d
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Frühlingslied

Frühlingslied eines armen
Exstudenten Ich sitze allein und
verlassen, Die Lampe verdrossen brennt
Und draußen auf der Gassen Pfeift
lustig ein Student. Ic
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Waldandacht

Frühmorgens wenn die Hähne kräh`n,
Eh` noch der Wachtel Ruf erschallt,
Eh` wärmer all` die Lüfte weh`n,
Vom Jagdhornsruf das Echo hallt,
Dann gehet leise nach seiner Weise
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Frühlingslied für Hamburg

Für das Hansa-Album Von Säulen und
Wappenschildern, Zertrümmert und
zerschellt, Im wucherndsten Verwildern
Ein üppig Leichenfeld, Bei
schlechten Ueberresten
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Geh ich vorüber an dem Friedhofshage

Geh` ich vorüber an dem
Friedhofshage, Erfüllt mich immerdar
ein neues Bangen, Und neue Wehmuth,
neues Heimverlangen Ström` ich in
Liedern aus und stiller Klage. O
meine
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Gelöst hat dir der Tod die ehrne Kette

Gelöst hat dir der Tod die ehr`ne
Kette Der Erdenpein, auf daß dich
nicht umschmiege Solch engend Band und
du, wie in der Wiege Als Kind du
schliefst, frei lägst im Erdenbette.
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Geistlich Soldatenherz

Gott geb` dem ein verdorben Jahr, Der
mich zwang zum Studiren, Der mir
beschnitt mein blondes Haar, Das Herz
will mir erfrieren, Mein armes Herz,
so jung, so warm, Mein a
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Frühlings-Melancholie

Grüne Blätter an dem Strauch, Welche
Freude, welche Lust! Ach, ich wollt`,
mir wüchse auch, Grüne Hoffnung in
der Brust. Blaue Berge in der Fern`,
Blauer Himme
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Vor dilecti mei

Habe die Stimme des Freundes vernommen,
Siehe, es naht mein Geliebter, ich
seh` Ueber die Berge und Hügel ihn
kommen Eiligen Schritt`s wie ein
flüchtiges Reh; Siehe, da lauscht
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Scharfe Sinne

Hast du darum gegeben Die Sinne mir so
scharf, Natur, daß ich, statt Leben,
Den Tod nur wittern darf? Daß,
wenn mit Balsamdüften Die Rose füllt
die Luft,
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Mitgefühl

Hat der Lenz des Baumes Zweigen
Umgehängt den Blüthenflor,
Grüßt, Theilnahme zu bezeigen,
Jubelnd ihn der Vögel Chor. Doch
wenn rauhe Stürme wehen, Werden Fr
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Reu und Leid

Hat dir der Frühling aufs Neue einmal
Goldene Träume gelogen? Ach, jene
süße, unendliche Qual Siehe! schon
ist sie verflogen. Küsse hast du um
Küsse getauscht,
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Im tiefsten Leide

Herr, wie lange willst du mich
vergessen? Herr, wie lange verbirgst
du dich mir? Sollen denn täglich mein
Herz, meine Seele Fruchtlos sich
sehnen und ängst`gen nach dir?
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Heut könnt ich, ganz umstrickt vom kalten Arme

Heut` könnt` ich, ganz umstrickt vom
kalten Arme Des Gram`s, der Freunde
Wunsch nicht widerstehen, Mich einmal
nur, nur einmal zu ergehen In der
Gesellschaft buntem Maskenschwarme.
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Heut stand am Friedhof ich an jener Eiche

Heut` stand am Friedhof ich an jener
Eiche, An der ich täglich auszuruhn
geschworen, Beschaute still den Ort,
den man erkoren, Hinabzusenken, Rosa,
deine Leiche. Da hört
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Alles vorbei

Hoch überm Walde ziehen die
Wetter, Ziehen nach Süden die
Vögelein schon, Liebchen wie balde
fallen die Blätter, Liebchen wie balde
ist alles entflohn. Kaum hat die
Blüt
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Erinnerungsklänge

Hörst du die Thurmuhr schlagen? Sie
hat denselben Klang, Der einst in
Kindheitstagen In deine Träume
drang. Nichts macht so sehr erbeben
Inmitten Freud` und Leid
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Tanzlied

Hörst du nicht singen sie, fiedeln und
schreien? Willst du nicht springen,
wie ich, in die Reihen? O du mein
Mädchen schön, laß doch dein Rädchen
stehn, Laß doch dein Fädchendrehn
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Ich soll mich fassen, Rosa, soll den Frieden

Ich soll mich fassen, Rosa, soll den
Frieden, Den langentbehrten, wieder
mir erringen, Ich soll mich selber,
soll mein Herz bezwingen Und nicht an
die mehr denken, die verschieden.
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In fremder Stadt

Ich stand am Fenster alleine Und wurde
zu schauen nicht satt; Tief unten im
Mondenscheine Welch eine prächtige
Stadt! Paläste mit Säulenhallen,
Der Kirchen ehrwürdige
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Ich stehe einsam auf der Bergeshalde

Ich stehe einsam auf der Bergeshalde,
In`s herbstlich falbe Land
hinauszusehen, Der Waldstrom rauscht,
die wilden Bäche gehen, Die
Wandervögel ziehen über`m
Walde. Der
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Der Besiegte

Ich war hinausgezogen Aus meines
Vaters Haus, Mit leichtem Pfeil und
Bogen Schaut` ich nach Thaten
aus. Da kam heran das Leben, Ein
Rief mit Schwert und Schild,
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Wunsch

Ich wollt`, es gab` keine Sonne, Dann
braucht` ich nicht zu sehn, Daß doch
sie muß am Abend, Wie Alles,
untergehn. Ich wollt`, es gab` keinen
Sommer, Dann war` m
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Die Marmorbraut

Im dunklen Busch, am Wasserfall, Da
flötet ihr Lied die Nachtigall, Da
duften die Blumen in stiller Pracht In
der schönen, lauen Maiennacht. Am
Wasserfall ein Knabe lieg
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Wasserneck

Im flüsternden Schilfe, im grünen
Versteck Da singet zur Harfe der
Wasserneck, Es tanzen rings um ihn die
Wellen, Es neigen sich lauschend die
Bäume all`, Es schweiget im Hain
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Vorgefühl

Im Sommer hört` ich singen Ein
Vöglein auf dem Ast. Da wollte mir
zerspringen Vor Lust die Seele fast
Im Walde. Jetzt ist es Winter
wieder, Die Fluren st
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In deinem Park, in einem schattgen Grunde

In deinem Park, in einem schatt`gen
Grunde, Wo vor uns lag die kühlste der
Alleen, In der entlang die weißen
Statuen stehen, Wo Sphinxe llegen
rings um die Rotunde: Da sa
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Wiegenlieder für...

In dem warmen Zimmer Bei der Lampe
lind Bis zum Morgenschimmer Schlummre
sanft, mein Kind; Laß dich`s nicht
erschrecken, Wie an allen Ecken Um die
Giebel saust der Win
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Ego dormio, sed cor meum vigilat

In der Nacht ich ruhig schlief, Nur
mein Herz, das treue, wachte, Als es
klopfte sachte, sachte Und mein Freund
mir also rief: `Ich, mein Täubchen,
meine Braut, B
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König Agentur

In des Schlosses dunklen Hallen
Trauert König Agantur, Ach, von
seines Armes Stärke Blieb ihm die
Erinn`rung nur. Krankheit nagt an
seinem Körper, Welcher sonst
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Doppelter Frühling

Ist der Frühling erwacht In der
Waldeinsamkeit, Gute Nacht, gute Nacht
Dann Kummer und Leid! Wenn voll
Blüthen der Baum Und das Herz voller
Blüth, Welch
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Der treue Wächter

Lautlos war die Nacht und leise,
Wächter auf der Zinne stand,
Singend seine Abendweise Nieder von
des Schlosses Rand: `Auf! es naht die
Zeit der Minne, Denn verwiegen is
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Der Wandermüde

Leise rauscht es in den Bäumen In des
Waldes Einsamkeit, Wo die wilden
Bäche gehen Und verworren wie in
Träumen Reden von der alten Zeit,
Dort mögt` ich noch einmal s
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Elma

Lieb Elma war zur Herbsteszeit Das
schönste Mädchen am See, Es warben
viel Knaben wol um die Maid, Doch Elma
freit Nicht einen der Knaben am
See, Da trau`rten die Armen und
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Fortis est ut mors dilectio

Liebe mich, wie ich dich liebe, Liebe
mich so treu und warm, Halte mich an
deinem Herzen, Halte mich in deinem
Arm. Denn die Lieb` ist stark und
mächtig, Stark un
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Läßt einst der Frühling, mich aufs Neu zu wecke

Läßt einst der Frühling, mich auf`s
Neu` zu wecken, Auch tausend Blüthen
auf mich niederfallen Und tausend
Lieder mir entgegenschallen Aus
tausend Lauben, tausend Rosenhecken:
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Lebensbild

m Frühling, wenn die Welt, so weit
Mit Blüthenschnee ringsum beschneit,
Uns anlacht wie ein rosger Traum Und
man sie sieht vor Blumen kaum: Da
zieht durch`s junge Menschenherz
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Manch Muttergottesbild in deutschen Gauen

Manch` Muttergottesbild in deutschen
Gauen Hast du gesehn, das still am Wege
stand, Doch stets bekränzet war von
frommer Hand Mit Blumen oder Federn
von den Frauen. Der La
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In lectulo meo

Mein Lager hatt` bei Nacht der Freund
verlassen, Da stand ich auf und ging
aus meinem Haus, Weil fest
entschlossen ich, trotz Nacht und Graus,
Zu suchen ihn, bis ich ihn thät
erfassen.
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Der Gestorbene

Mir träumt`, ich lag im Schatten In
Waldeseinsamkeit, Zwei friedliche
Bäume hatten Mit Blüthen mich
beschneit. Die Quellen stürzten
rauschend Hervor aus seligs
... weiterlesen


Wie Musikanten

Morgens, wenn die Wälder noch ringsum
schweigen, Nur die Lerchen schmetternd
zum Himmel steigen, Kommen wir
Spielleut` durch die Aehrenwogen
Jubelnd gezogen. Lagern uns,
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Die Heimkehr

Müde kehrt ein Wanderer zurück Zu
der Heimath stillem Liebesglück, Doch
bevor er tritt in Liebchens Haus,
Sucht für sie er einen
Blumenstrauß. Und des Gärtners
Frau,
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Der neunte Becher

Neun Bursche[n] saßen am Weihnachtstag
Zusammen beim fröhlichen Mahle, Sie
waren lustig beim Gelag Und leerten
die Pokale; Das Trinkgeschirr war neu
wie keins Und blank
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Die wilde Jagd

Nun führen die Sterne Herauf ihren
Reigen, Die Wälder schon schweigen
Und nirgends ein Laut; Wohl schaute
ich gerne Hier unter dm Bäumen Was
leis wie in Träum
... weiterlesen


Maria Lichtmeß

O du Tag, von Gott gegeben, Wie ich
keinen noch gesehn, Wie kein zweiter
je im Leben Wird an mir vorübergehn,
Wie erfüllst mit stiller Lust Du
die tiefbewegte Brust.
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Im Winter

O geliebte Sonne du! Willst du einmal
nicht mit Liebe Einen Blick wir werfen
zu Für das Herz, das allzu
trübe? Willst du, Lebensweckerin,
Einen Blick nicht leise
... weiterlesen


Auszug

O gieb mir deine Hallen, Geliebter
Eichenwald, Bis wieder Schlossen
fallen, Zum Sommeraufenthalt. Noch
lann sich nicht gewöhnen An`s
Lebensjoch dies Herz,
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An eine Rose

O wie unerwartet hier Auf entlaubten
Wegen Blühst du, süße Rose, mir
Düftereich entgegen. Und dazu
blickst du mich an, Als wollt st du
mich fragen: `Wi
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In das Album einer Dame in Wien

Oft klingt durch uns`re Brust (Was mag
es nur bedeuten?) Ein ahnungsvoller
Klang Gleich fernem Glockenläuten;
Wohl Mancher hat den Ton Tief
innerlich vernommen,
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Bitte

Oft wenn des Lebens Magen mich
gedrückt, So sucht` und fand ich
Trost im grünen Hain, Wenn dort ich
wandelte still und allein. Schien ich
mir aller Sorg` und Angst entrückt.
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Kurze Hoffnung

Oft wenn schon im Leben ganz Aller
Muth mir will entgleiten, So verlockt
zu neuem Streiten Mich ein frischer
Hoffnungsglanz, Und mir ist, als ob
sich reih`ten In den alle
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Die Erscheinung

Prangend noch im Jugendkranze,
Streifte durch Gebirg und Feld,
Folgend einem düstern Drange,
Milton oft, der Dichterheld. Denn
im dunklen Erlenschatten Und am blu
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Ein Anderes

Rühret die Geigen, schlinget den
Reigen, Tanzet hinaus in das
nächtliche Schweigen, Seht, wie
die  hellen Sterne den Wellen
Freundlich die blitzenden Äugelein
zeigen.
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Sereginta sunt reginae

Salomo hat sechszig Königinnen Und
von Weibem nennt er achtzig seine;
Mädchen ohne Zahl! allein gewinnen
Unter ihnen könnt` mein Herz nur
Eine; Glücklichste sie der Gebäreri
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Vigilien

Schließe fromm die Augenlider,
Schöne Welt mit deinem Harm,
Freundlich steigt die Nacht hernieder,
Ruhe sanft in ihrem Arm, Ruhe, bis
der neue Morgen Dich erweckt zu ne
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Ritter Tannhäuser

Sei du auf welschem Grunde, Deutsches
Herz, auf deiner Hut, Da ritt in
später Stunde Tannhäuser, der Ritter
gut; Er ritt, versunken in Träumen,
Dacht` wohl an Deutschl
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Nach neun Jahren

Seit bleich im Lebensmai Tod küßte
deine Wangen, Neun Herbste sind vorbei
Seitdem an mir gegangen; Neun
Herbste erst! und schon Hat in des
Lebens Wogen Vergesse
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Ein Bitt

Sie saßen, wie sie`s liebten, ihrer
Dreie An einem Winterabende beisammen,
Erwärmend sich an des Kamines
Flammen, Geschichten sich erzahlend
nach der Reihe. Der Zweite h
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Untreue

So könnt ihr denn schauen, Ihr Augen,
ihr blauen, Nicht mehr in die meinen?
Mir ist`s, wie zum Weinen, Euch will
ich`s vertrauen: Mein Herz ist voll
Noth, Betrü
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Altdeutsche Soldatenweisen

Soldaten brauchen in der Welt Nur gute
Kameraden Und einen Feind auf freiem
Feld, Wann die Drommeten laden. Auf
Erden giebt`s nicht schön`re Lust,
Als so, dem Freund zur
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Soll ich auf eines Menschen Treue bauen

Soll ich auf eines Menschen Treue bauen,
So muß ich erst ihm in die Augen
sehen; O wie viel Schönes läßt sich
da erspähen, In Sonderheit bei
Mädchen oder Frauen. Doc
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Veni de Libanon, sponsa mea

Soll ich, Braut, den Libanon erklimmen?
Soll ich zu Amana`s Höhen eilen?
Oder von des Hermon`s Gipfel blicken,
Wo die Löwen und die Parder
weilen? Für dich wag` ich All
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Die Harfnerin

Sonntagsfrühe, tiefe Ruh`, Wald und
Feld verlassen; Warum störst den
Frieden du Auf den stillen
Gassen? Wohin eilt dein flücht`ger
Sinn, Armes, irres Wesen?
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Kindersinn

Steht der Winter vor der Thür,
Streuend Reif, und Schnee nicht
minder, Sehnen sich die frohen Kinder
Nach des Sommers Blumenzier. Aber
bringt die Frühlingszeit S
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Sonst und jetzt

Stumm dir genüber saß ich. Nun ist
es grad ein Jahr, Und alle Welt
vergaß ich Ob deinem Augenpaar, Ich
kannte kein Verlangen, Als nur die
süße Lust, An deine
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Nächtlicher Einlaß

Stumm liegt, in Schatten eingehüllt,
die Welt, Nur leuchtend steht, vom
Mondenstrahl erhellt, Sanct Justi
friedliches Asyl im Thale, Da klopft
es an zu wiederholtem Male Und poc
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Alles vorbei

Ueber`s Feld nun, das kahle, der
Herbstwind pfeift, Das gelbe Blatt er
vom Baume streift, Das gelbe Blatt
durch die Lüfte fliegt, Die Blume
verdorrt auf dem Grase liegt.
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Um Mitternacht

Um Mittemacht auf meinem Zimmer Hab`
ich beacht`t Drei wache hämm`rer, die
da ruhten nimmer. Der eine, nur vor
meinem Bette Die Taschenuhr, Wollt`
laufen mit der Zeit
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Nachtlied

Und wenn du kommst gegangen, Du
große, stille Nacht, Uns Alle zu
umfangen, Gottlob! dann ist`s
vollbracht. Dann deckst du uns so
sacht` zu Mit deinem Sternenschei
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An Magdalena

Unsern vom Paradiese Liegt eine Wiese
grün, Auf dieser grünen Wiese Viel
weiße Lilien blüh`n. Und mit den
weißen Blüthen Spielt eine
Kinderschaar Und
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Liebesfrühling. Erster Traum.

Unten am Quelle blühet die helle
Sinnige Blume der Liebe im Thal,
Oben die blaue himmlische Aue Heget
den Stem mit dem güldenen
Strahl. Blumen und Sinne Sterne sich
gern
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Aus der Zeit

Verklungen ist vor ihren Ohren, O
Herr, das sehnsuchtsvolle Lied, Das zu
dem Land, das uns geboren, Uns mahnend
stets hinüberzieht; So taumeln, wie
verirrte Kinder, Im f
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Was ists?

Was auch dir zum Ruhme, O Schönheit,
erdacht, Was bist du? Eine Blume,
Verblüht über Nacht. Und,
Dichter, was mächtig Die Brust dir
durchglüht? Ach, e
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Das Mühlrad

Was hör` ich im Kopf Da drinnen sich
regen Mit mächtigen Schlägen Wie
Rädergeklopf? Was mag das bedeuten?
Faß glaub` ich (wie dumm!) Es geht
mir ein Mühlrad
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Weißt du noch, Rosa, wie wir einst im Kahne

Weißt du noch, Rosa, wie wir einst im
Kahne Auf deinem See still bei einander
ruhten, Wie rings die Fische spielten
auf den Fluthen, Die weiße Schwänin
zog mit ihrem Schwane.
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Auf abendlicher Wanderung

Welch` ein Bild ! Ein blüh`nder Baum,
Rings mit Epheu dicht umlegt, Dran
ein Haus, dess enger Raum Wohl der
Freuden viele hegt, Denn ein Weib
sitzt unter`m Laub Und auf
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Weltkampf

Welch` thörichtes Sehnen Nach tausend
Dingen, Welch` Irren und Wähnen,
Welch` rastloses Ringen Zwischen
Freud` und Beben Bist du, o
Leben! Das ist ein Le
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Epilog

Wenn im Winter Blumenkränze Auf dem
Fensterglas, dem kalten, Sich aus
klarem Eis gestalten, Ist`s ein Traum
nur noch vom Lenze, Doch des Traumes
bunte Kinder Schön sind
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Billet

Wer du noch jüngst in stiller Nacht des
Haines, Auf grüner Au`, wo
Felsenbäche schäumen, Das Leben
liebtest liebend zu verträumen Beim
Saitenspiel, beim Hochgenuß des Weines.
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Fragment eines Lehrgedichtes

Wer nach des Tages lautem
Marktgedräng`, Nach Müh` und Arbeit
und der Sorgen Meng`, Wenn dämmernd
sich der Abend niedersenkt, Nicht Gott
und sich und seiner Seele denkt, Wer a
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Bei gleicher Veranlassung

Wir Alle kämpfen, singen Und auch ich
hab` gerungen, Aus Nacht und
Dämmerungen Allmählig durchzudringen
Zum wahren Licht, allein Noch ist
mir`s nicht gelungen,
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Auferstehung

Wird mich getödtet haben Die Welt mit
ihrem Leid, Soll man mich hier
begraben Tief in die Einsamkeit.
Zieht dann auf seiner Reise Der Lenz
durch`s weite Land, Po
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Zerstört wies heut ein Traum mir, kaum zu schilde

Zerstört wies heut` ein Traum mir, kaum
zu schildern, Dein väterliches Schloß
mit hohen Warten, Daneben lag der
einst so reiche Garten, Unkenntlich
nun vor wucherndem Verwildern.
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Abgrund des Lebens

Zieht ein Wanderer am hellen Morgen In
die heitre Ferne, ohne Sorgen Läßt
zurück er seines Vaters Haus, Tausend
Segenswünsche ihn begleiten, Doch er
hört sie nicht, die sch
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Die Zigeuner

Zigeunergelage, Zigeunergetrieb, Des
Nachts bei Nebel und Wind! Du
schwarzbraunes Mädel, wie hab` ich dich
lieb, Wie lieb` ich dich,
schwarzbraunes Kind! Meine Schütter
bed
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Zum Friedhof tragen Todte sie in Menge

Zum Friedhof tragen Todte sie in Menge,
Wie nie zuvor, in dieses Herbstes
Tagen, Fast stündlich ziehen
schwarzverhang`ne Schragen An mir
vorüber durch des Volks Gedränge.
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Kurfürst Joachim

Zur Jagd ritt Kurfürst Joachim Da
sprach sein treues Weib zu ihm: `Ich
bitt` dich, lieber Gatte mein, Stell`
heut` das Jagdvergnugen ein. Es hat
ein Traum verkünd
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Ein König

`Sich` den Alten,` spricht der Knabe,
`Der dort schleicht im schlechten
Kleid; Mutter hast du keine Gabe
Für den armen Mann
bereit?` ``Kindchen.` spricht der
blasse Schle
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Wer will, so war des Herbstes Wort erklungen

`Wer will,` so war des Herbstes Wort
erklungen. `Die letzte, schönste
meiner Blumen erben?` Da trat ich vor,
dock auch, mir zum Verderben, Der Tod,
der rief: `Wohlan, das Schwert geschw
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