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Gedichte - Leon Vandersee


Verklagt mich nicht.

Ach, ihr quält es recht, mein müdes
Herz, lasst doch euer mitleidvolles
Fragen -- unser aller Erde ist der
Schmerz, warum also wollt ihr mich
beklagen? Wohl, das meine ist
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Ich muss leben.

Allerseelen! Durch das
Friedhoftor schritten wir mit Lichtern
und mit Kränzen dort, wo sich im Gras
der Weg verlor, sah am Kreuz ich eine
Inschrift glänzen. Ist sie das? Er
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Und meine Seele schlief.

Als meine Seele schlief – so fest und
tief, dass sie kein Sehnsuchtsklang zum
Leben rief – – – – ––
–– –– –– –– – Doch
als so dunkel über mir dein Auge lach
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Ich bin allein.

Am Himmel glüht der Abendschein in
violetten Tinten – wie Amethysten
leuchten auf im Glas die
Hyazinthen. Ihr Duft hat seltsam
süße Art , - Mich fasst ein heiß
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Dann wirst du kommen.

Auch du bist grausam, blonder Freund –
ich weiß – Nein, geh – du sollst
mir keine Antwort sagen – schweig du
nur weiter – schweig und lächle
leis, einst wirst du tränenvoll dei
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Träume nur --

Blühender Rosen süßduftiger
Hauch, Vogelgezwitscher im
Schlehdornenstrauch, tiefgrüne,
lauschige Einsamkeit und das klopfende
Herz voller Seligkeit – o
Jugendzeit!
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Das Abendrot erlosch.

Das Abendrot erlosch – vom Wasser zog
es kalt zu uns herüber, leis wandt
ich mich zu dir, du sahst so stumm an
mir vorüber. Doch plötzlich traf
dein Blick mich heiß und
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Abschiedsstunde.

Das Mondlicht flimmert auf der
Wasserbahn, kein Laut, kein Hauch des
Lebens in der Runde, langsam und
steuerlos treibt unser Kahn – wie
bitterschwer ist diese Abschiedsstunde .
. .
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Liebeszauber.

Deine süßen Lieder, Kind, haben mich
bezwungen – wie im Traum umwehn mich
lind Glückserinnerungen – Leise
knistern im Kamin dann und wann die
Flammen –
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Lieb ist ein Traum.

Denk nicht so viel an mich – ich kann
nicht schlafen, wenn deine dunkle
Sehnsucht bei mir ist. Lass doch die
Stunde ruhn, da wir uns trafen im
Abendgraun, – ein Tor, der nicht
vergisst!
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Kommst du nicht mit?

Der Regen sprüht auf mein schwarzes
Gewand, ich press auf das fiebernde
Herz die Hand und irr durch die
Straßen mit lautlosem Schritt – aber
die Sehnsucht geht nicht mehr mit,
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Abendsonne.

Der Sonne heißes, verlöschendes
Rot flimmert über die Heide – die
Birken brennen, der Ginster loht, dein
Blondhaar schimmert wie Seide. Du
staunst wie ein Kind in das st
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Antinous.

Die Fackeln lodern vor dem
Säulenhaus, Antinous träumt in die
Nacht hinaus – er träumt von Rosen
und von Ambraduft, da zittert weh ein
Seufzer durch die Luft. Ein leises
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Intermezzo.

Die Geigen jauchzen – „Komm, tanz’
mit mir – Was stehst du so stumm und
starr an der Tür? Schau’ mich an,
mein Freund – ich scherze und
lache, das Leben ist doch eine lustige
S
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Versteckte Pfade.

Die Luft so weich – der alte
Kirschbaum blüht, leis weht der
Frühlingswind um meine Wangen; ein
kleines Liedchen summ ich vor mich
hin, mich überkommts wie traumhaft
Glückverlangen.
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Die Möwen flattern --

Die Möwen flattern - nun kommt meine
Zeit, am Strand liegt mein Schifflein,
zur Abfahrt bereit. Schon blühen am
Himmel die Sterne auf, und golden und
groß steigt der Vollmond herauf.
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Sibirien!

Die Raben krächzen heiser in den
Lüften, mordgierig streifen Wölfe
durch den Schnee – fernher ein
Klirren wie von Eisenketten
– Sibirien, du Land voll Graun und
Weh! B
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Bei Nacht.

Die Sehnsucht hat mich das Weinen
gelehrt – Bei Nacht ist sie heimlich
hier eingekehrt, mein armes Herz, o
welch fiebernder Schlag, und klopfte so
ruhig noch heut am Tag.
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Indisches Lied.

Die Skarabäen leuchten auf meiner
Brust – dass du mich liebst, o
Fremdling, ich hab es längst
gewusst. Sansarablüten duften in
meinem Haar – du bist an m
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Du.

Die Wanduhr tickt – im Ofen glühn die
Reiser, Lichtfunken huschen über Tür
und Wände – du träumst im Lehnstuhl
– ich schau weltvergessen auf deine
lieben, kleinen, weißen Hände
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Schau’ her --

Die weißen Blüten waren
aufgeblüht, die ich seit langem treu
und sorgsam pflegte – sie blühten
wohl so licht und wundersam, weil ich
sie heimlich in der Stille hegte. M
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Komm her --

Du Arme, die du so verlassen bist, von
Glück und Freude weltenweit
geschieden, für dich hab’ich daheim
zum heiligen Christ ein
Lichterbäumchen in des Hauses
Frieden. Ein
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Du bist mir gut.

Du bist mir gut, doch du liebst mich
nicht, so kühl und so ruhig bleibt
dein Gesicht, ganz unbewegt – wenn
heiß dich mein brennender Mund
geküsst, ob dann wohl das Herz – ach

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Du bist so weit!

Du bist so weit, daß ich dich nimmer
finde, du bist so fern, daß ich dich
nimmer seh’, bang ruf’ ich deinen
Namen in die Winde, vor lauter
Sehnsucht tut das Herz mir weh.
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Märchen.

Du trugst einen Schmuck so
wunderbar, Leuchtkäfer in deinem
lockigen Haar, die funkelten seltsam in
grünlichem Schein, wie eine Krone aus
Edelgestein – Und du sagtest, du
wolltes
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Du wohnst...

Du wohnst in deinem Schloss am
Meer. Du wohnst in deinem Schloss am
Meer welteinsam und allein – nur
Wogenrauschen um dich her und
Sturmesmelodien! Und manch
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Ein Lied

Duftschwere Rosen blühn in weichem
Haar Und der Syringen zarte
Silbersterne, darunter starren groß
und unverwandt, zwei Sehnsuchtsaugen
suchend in die Ferne. Und eine schla
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Dämmerstunde.

Dunkelt’s allgemach im Zimmer, stirbt
des Tages Licht dahin – kommt die
Stunde, wo ich immer in Gedanken bei
dir bin. Leise, leise und
verstohlen Klopf’ ich, Lie
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Sommernacht.

Durch die laue Sommernacht blasen
Wandermusikanten – fremde Lieder, die
den Schlaf jäh von meiner Wimper
bannten. Kommt ein Heimweh über
mich, fühle mich so glüc
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Lethe.

Ein Ballhaus – die Lichter
flirren, wiegende Weisen erklingen
– horch, wie die Flöten girren, wie
die Geigen jauchzen und singen! Über
weißmarmorne Treppen mit
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Um Ostern war es.

Ein Feiertag – um Ostern war es
– die Welt so jung und
frühlingsschön, Waldmeisterkraut und
Veilchen blühten, es lag ein Duft auf
Tal und Höhn. Du sahst mich an – i
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Mitleid.

Ein Frühlingstag – wir wandern weit
hinaus – in allen Gärten duftet
süß der Flieder, schwer hängt und
voll die Blütenfülle nieder – es
prangt ein Gärtchen fast vor jedem
Haus.
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Plectogyne.

Ein kalter Abend -- durch die öden
Gassen fegt der Novembersturm -- ich
irr allein mit meinem Gram, allein und
glückverlassen und frag mit Tränen:
muss es also sein? Mein
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Armenfriedhof.

Ein stiller Friedhof hinter
Schwarzdornhecken – das moosbedeckte
Heiligenbild von Stein seitlich am Weg
und die verfallnen Gräber sanft
überstrahlt vom Abendsonnenschein.
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Traumstimmung.

Ein süßer Hauch von Reseden irrt durch
mein stilles      
         
         
  Gemach – ich hör‘ dich
noch immer rede
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Pfingstgruß.

Erfüllt hat sich der Erde schönster
Traum, in Maienpracht steht wieder
Busch und Baum – der Flieder blüht
– von fern tönt Glockenklang und der
Gemeinde frommer Festgesang.
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In der Nacht.

Es ist in der Nacht – da komm ich zu
dir, in der großen Nacht meines
Lebens: Auch du bist allein, mach auf
deine Tür – Ich rufe und flehe
vergebens. Nun geh ich zurück
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Das Märchen vom Glück.

Es rinnt ein Duft durch die träumenden
Lande, es klingt ein Lied durch die
dämmernde Flur, aus blauen Fernen ein
Wundersingen – Du Mädchenblüte, was
sinnst du nur? Der
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Alte Weise.

Es war eine alte, schwermütige
Weise, es war ein kleines, todtrauriges
Lied – sing’ es noch einmal, so
süß und leise wie damals im Mai, als
ich von dir schied. Du saß
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Das hat meinen Gang so müde gemacht.

Es wird nun Herbst – und die große
Stadt ist ein rotes, wogendes
Freudenmeer – Riefst du mich, lass
– lass ab von mir, dein Sinn ist
heiß – – und mein Herz ist leer.
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Das alte Lied.

Feuerblumen blühn in meiner
Kammer, du, der Blonde hat sie mir
gebracht, weißt du nicht – der mit
den Saphiraugen, der so keck mich
gestern angelacht. Sahst du nicht die

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Leuchtende Augen.

Fragt mich Liebling eines
Tages. „Warum, liebes
Mütterlein, schaust du gar so oft und
lange in die Augen mir
hinein?“ „Weil ein Licht darinnen
leuchtet,“ Gab
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Aus alten Tagen.

Großmütterchen, liebes, erzähl‘ mir
doch, wie war es, als ihr euch
fandet, du und Großväterchen – war
es im Mai, als ihr fürs Leben euch
bandet? Blühte der Flieder
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Komm in die Sonne.

Hab mich nun doch in dein Herz
gestohlen, musst mich nun küssen in
jeder Nacht – an deinen Wimpern
hängen die Tränen, aber dein Mund hat
so selig gelacht. Komm in die So
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Juni.

Hörst du den Pirol? Die Linden
blühn, o Tage, so tief und golden
– an den Wegen Lichtnelken und
Rosmarin und schwankende
Blütendolden. Blaue Glyzinien, ein
leuchtendes M
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Laß mich --

Ich bin wohl zu lange einsam
gewesen, nun mag ich nicht mehr unter
Menschen gehn, ihr Lachen verwirrt
mich, fremd ist mir ihr Wesen, ich kann
ihre Sprache nicht mehr verstehn.
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Und ruft nun immer.

Ich geh mit den Andern – es muss ja so
sein, nur meine Seele, die wandert
allein, geht eigne Wege, von früh bis
spät, meine suchende Seele, die keiner
versteht. Einst tra
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Nicht fragen.

Ich lese die Worte, die er mir
schrieb: „ O du – wie du schön
bist – Dein Haar glänzt so
golden, ich reich die den Lorbeer und
blühende Dolden, ich kränze dein
Haupt mit br
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Ich bin das Licht!

Ihr, die ihr betend an des Altars
Stufen zum Kreuzesbild empor die Hände
hebt, zu jener Gottheit, die ihr selbst
errichtet, die nicht in euch und eurer
Seele lebt -- ihr, di
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Nach Jahren.

Im Liederbuch fand heut ich eine
Blüte, die du mir einst vor langer
Zeit gepflückt – wie war es doch? .
. . still fing ich an zu lesen ein
kleines Lied, das damals uns entzückt .
. .
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Kindertränen.

Im stillen Winkel auf der
Bodentreppe hab ich in hellem Jammer
einst gesessen und heiß geweint um ein
verlornes Spielzeug – doch bald
darauf den Kummer schon vergessen. Ic
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Meine Träume sind schuld.

Im öden, farblosen Einerlei rinnen die
Stunden, die Tage vorbei, – nur
manchmal geht mir ein Traum durch den
Sinn und zeigt mir, wie namenlos elend
ich bin! Mit Au
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In seinen Augen.

In seinen Augen war ein fremder Schein
-- weil er ein Dichter war, blieb er
allein und irrte einsam durch das
Menschenland, darin er nie die
Schwesterseele fand. Die Seele, d
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Santa Maria.

In tiefem Schweigen liegt das Gotteshaus
– durch bunte Scheiben flimmern
Sonnenlichter und auf dem Altar die
geweihten Kerzen . . . ich seh es gern,
wenn windbewegt die Flamme ein
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Arbeit!

Komm, ernste Freundin, meine
Trösterin, du Segenshort in ruhelosen
Tagen, ersehnte Zuflucht,
Allerbarmerin, hilf mir des Lebens
Bürde weiter tragen. Leid drückt
mein Herz!
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Lass deine Saiten klingen!

Komm, nimm die Laute zur Hand, lass
deine Saiten klingen, trag‘ mich auf
Traumesschwingen in ein seliges
Land. Alles, was ich geliebt
hab‘, was ich im Leben verlor
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Auf Lenzespfaden.

Komm, wir wollen in die Felder
gehen, dorthin, wo die
Himmelsschlüssel stehn, wo Maßlieb,
Vierklee und wilde Nelken morgens
aufblühn – und zur Nacht
verwelken, wo wir lauter Lic
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Nicht.

Küsse nicht mehr meine Lippen, wecke
nicht verborgne Glut, lass den
Sehnsuchtsfunken schlafen, der in
meiner Seele ruht. Küsse nicht mehr
meine Lippen, lass, o lass
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Lasst nicht den Tag vorübergehn.

Lasst nicht den Tag vorübergehn, komm,
komm zum Waldesgrund – dort wird dein
dunkler Gram verwehn, dein krankes Herz
gesund. O, lass die Sonne nicht
verglühn, die
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O rede weiter.

Leg deine weiche Hand auf meine
Augen, schließ mir die tränenfeuchten
Wimpern zu und lass mich deiner lieben
Stimme lauschen, die Stimme, weißt du,
bringt mein Leid zur Ruh.
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Sommernacht. II

Leis verrinnt des Tages goldner Schein
– in den Erlenzweigen klingt ein
Rauschen süß und heimlich wie ein
Liebeslied, komm, mein blonder
Liebling, lass uns lauschen. Horc
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Um die Dämmerstunde.

Leise sinken weiche
Dämmerschleier, tief im Walde träumt
der stille Weiher, lautlos streicht mit
scheuem Silberflügel eine Taube über
seinen Spiegel – leicht im Windhauch
schwa
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Sommerabend.

Leise sinkt der Sommerabend nieder, See
und Himmel strahlt in sanfter
Glut, Mondnymphäen neigen ihre
Kelche Träumerisch in die kristallne
Flut. Und ich träume mit den wei
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Auf der Flucht.

Leise, leise, mein Liebster, dass uns
die Mutter nicht hört – die alte
Frau würde jammern, wüsst sie, wie du
mich betört. Leise, leise, mein
Liebster, dein Brude
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Ein Traum.

Mich hat um Mitternacht ein schlimmer
Traum geweckt, aus wirrem Schlummer
mich jählings emporgeschreckt. Mein
Herz schlägt unruhvoll und meine
Wangen glühn;
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Heimweh.

Mir ist das Herz so schwer, so schwer
– Wenn ich doch wieder zu Hause
wär, daheim, wo am Strande der Ginster
blüht und die Wellen rauschen ihr
ewiges Lied, wo über die b
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Morgen.

Mohnumkränzter – schließe meine
Augen, neige dich voll Mitleid zu mir
nieder – zeig mir Bilder aus
vergangnen Tagen, gib im Traum mein
blondes Glück mir wieder. Weiche
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Dann bete du.

Mutter, falte deine frommen Hände
– bete, Mutter, aber weine
nicht; wenn der ruhelose Tag zu
Ende, geh ich Frieden suchen,
Heimatlich. Ist der Weg, der führt
durch Nacht
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Daheim.

Mütterchen – ich bin so müd, so müd
– – Mutter – geh nicht von mir
diese Nacht, deine Nähe lindert meine
Leiden – bleibe bei mir, bis der Tag
erwacht. Heimlich
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Noch bin ich jung.

Noch bin ich jung – noch will ich
leben! Mein Herz hat Heimweh nach dem
Glück, ach, einmal noch die Flügel
heben und in die schöne Welt
zurück! Da draußen lacht der Le
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Noch klingt über blühende Gärten.

Noch klingt über blühende
Gärten Helljubelnder Lerchenschlag
– ich wollt, er wär erst
vorüber, der leuchtende
Frühlingstag. Ich mag von dem Singen
nichts hören,
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Sommerzauber.

Nun trag‘ ich wieder mein weißes
Gewand – wie träumend geh‘ ich
durchs Sommerland, die alten Pfade,
versteckt und grün, von Schlehdorn
umwuchert und wildem Jasmin. E
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Herzblut.

O diese Augen – wenn ihr Blick nicht
wäre, der träumeweite, tiefe,
dunkelschwere – und dieses
Göttermundes süßer Zug, ich liebe
ihn und lieb ihn nie genug! Das sind
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Sei gut.

O gib mir Lethe, sieh, ich muss sonst
sterben, ich bin so müde – – doch
ich geh nicht fort, bringst du mir
heimlich her den Trank Vergessen –
– die Quelle rinnt – ich weiß, du
k
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Sehnsucht.

O meiner Heimat goldne Einsamkeit, du
Jugendeiland, grün und still und
weit, darin die Märchen meiner
Kindheit gehen – einmal nur möchte
ich dich noch wiedersehn! Einmal
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Blühendes Leben.

Quellfrisches Leben in lichten
Gewändern, sommerlich prangendes
Wiesengrün – hoch in den Lüften
Lerchengezwitscher, rings an den Wegen
ein buntes Blühn. Junge Augen, di
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Dein ist der Kranz.

Reiß mir das Tollkraut aus den blonden
Haaren, ich will die Rosen wieder, die
ich trug, die weißen Rosen, die so
duftig waren, eh deine Hand sie
mitleidlos zerschlug. Graus
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In verschwiegnen Taxusgängen.

Schleppenrauschen –
Fächerschwirren in verschwiegnen
Taxusgängen – über Myrten und
Magnolien schwebt ein Hauch von
Geigenklängen . . . Zwei verträumte
Augen schweife
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Das ist der Rätselblick.

Schneekühl ihr Antlitz – nur die
Augen brennen wie Flammen in dem
bleichen Sphinxgesicht – an diesen
Augen müsst ihr sie erkennen, das ist
der Rätselblick, der mich zerbricht.
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Dein Glück.

Seltsame Rätsel birgt dein Blick, dein
dunkler, schwermutvoller, in deinen
Augen liegt vom Glück ein Schein, ein
irrer, toller – der blitzt und
sp[r]üht wie der Rubin
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Sie ging so stumm.

Sie ging so stumm ihren Weg dahin –
einen Leidenszug auf dem blassen
Gesicht, in ihren schwermütigen Augen
glomm zuweilen ein seltsam flimmerndes
Licht. Sie war so weiß
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Im Mondlicht.

Siehst du die Schatten? Die Nacht bricht
an – über die Mauer schaut ein
Gesicht – Liebster, wer ist das?“
„Der Nebelmann, will mit dir tanzen
im Mondenlicht! Bist ja
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Gondoliere.

Singe mir, Prediletto, singe mir heut
das Lied, das mir so süß und
leise oft durch die Seele zieht. Hast
es dereinst gesungen, Frühling lag
über der Welt, Sonnensch
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Vergessen.

So gib mir doch das Kraut Vergessenheit
– Ah, siehst du, das – wächst
nicht in deinem Garten – Da blüht
nur Tollkraut – irre Seligkeit
– Und ich will Blüten, die im Leid
erstar
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So jung und toll.

So jung und toll hast du mich einst
geliebt, so sinnbetörend klang dein
leises Lachen – ich wusste nichts,
ich träumte nichts als dich und
fürchtet nur eines: das Erwachen!
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So wird es sein.

So wird es sein – ein stilles
Hüttchen, mein, fernab der Welt, im
Schatten grüne Linden – und in dem
Hüttchen traut ein Kämmerlein, die
Fenster dicht umrankt mit Wein und
Winden.
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Spricht Einer von Liebe.

Spricht Einer von Lieb ihr und
Liebesglück – „Nein, nein –“
fast angstvoll weicht sie zurück; so
tief ist erblasst das junge
Gesicht: „Lass mich, o lass mich –
ich liebe dich
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Juninacht.

Süß duftet im Garten der bleiche
Jasmin, Leuchtkäfer umschwirren das
lockende Grün: „Komm, wandle mit mir
durch die schweigende Nacht und löscht
die Glut, die du lächeln entfacht.
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Amulett.

Ueber ihr loses lockiges Haar huscht
kosend ein blasser Mondenstreif, matt
blinkt an ihrem Handgelenk der schmale,
silberne Reif . . . Sie trägt ihn
immer – es hängt dara
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Mendacium.

Um meine Stirn schmiegt sich ein
Kranz kühlweißer  Balsaminen
– auf meiner Brust wiegt sich voll
Glanz ein Kreuz aus Blutrubinen. Bin
träumerisch und kühl und wei
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Heimat.

Umblüht von samtenen Rosen – an
Nizzas sonnigem Strand, träum ich von
meinem fernen nordischen
Heimatland. Dort rieseln die Flocken
nieder, weiß schimmernd steht
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Notturno.

Und immer die dunkle Stimme, die mich
allnächtlich ruft – und immer der
sterbenssüße, schwüle Jonquillenduft
. . . Immer das müde Lächeln, das
mir die Seele st
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Ich weiß –

Und ob du am Tag auch gescherzt und
gelacht – ich weiß es ja doch, du
weinst in der Nacht! Wenn alle Lichter
erloschen sind, dann schluchzt dein
Herz wie ein krankes Kind.
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Heimat. (II)

Und wieder geh’ ich den Weg
entlang, vorbei an den
Dorfplatzlinden, dort liegt das
Häuschen am Schienenstrang – umrankt
von Weinlaub und Winden. Ganz einsam
liegt es –
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Ein Traum. II

Von deinem Angesicht verstoßen, aus
deiner lichten Näh‘ verbannt, ist
all mein Denken, all mein
Sehnen vergangenen Tagen
zugewandt. Still in Erinnerung
versunken,
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Trag mich hinüber.

Weg mit dem Becher – ist er noch nicht
leer? Verfluchtes Dasein! Nein, ich
will nicht mehr. Füll meinen Kelch
hohnlächelnd bis zum Rand – ich
schlag ihn dir in Scherben aus der Hand.
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Damals.

Weißt du es noch? Ich hab es einst
gesungen, ein kleines Lied, süß und
von Tränen schwer -- es war dir damals
tief ins Herz gedrungen, seltsam, nicht
wahr -- ich find das Lied nicht meh
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Schwestern.

Weißt Du wohl noch – im vorigen
Jahr, wie waren wir glücklich, wir
beide, wir trugen rote Rosen im
Haar und lichte Gewänder von
Seide. Dein Auge blickt wie damals so
kla
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Du bist es.

Wer steht auf der Schwelle –
goldhaarumlockt? Du bist es, du? –
Mein Herzschlag stock – was willst
du? Geh weg – mich berückst du
nicht, ich kenne dich, falsches
Madonnengesicht!
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Schmetterling.

Wie hast du, Bild des blühenden
Lebens, dich in mein trauriges Dunkel
verirrt – kommst wie ein Falter,
lockend und schimmernd, in meine
düstre Zelle geschwirrt. Suchst du
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Brautschleier.

Wie träumend schwanken die
schlanken Sonnenblumen am Tor
– verblühte Clematis ranken sich an
der Mauer empor. blassgelbe Dahlien
nicken müde über den Zaun –
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Heilige Nacht.

Wieder flammen durch die Nacht helle
Christbaumkerzen, und ein Kinderheimweh
zieht in die Menschenherzen. Alte,
liebe, fromme Lieder Klingen nah und
weit, leise
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Allerseelen.

Über die bräunlichen
Ackerschollen streicht müd und schwer
der Novemberwind, reglos und schwarz
stehn die trauervollen Weiden am Weg
– und der Regen rinnt. Rieselt und
r
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Seltsam.

Zuweilen kommt durch die Julinacht ein
schwüler Dufthauch gezogen – er
rinnt aus den Rosen, entsteigt dem
Jasmis in schweren, betäubenden
Wogen. Zuweilen entströmt deine
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Und wenn ein Glöcklein erklingt.

‘S ist Dämmerzeit – ich will dir
was erzählen: Es war einmal – ein
schönes Königskind mit süßem
Antlitz, silberblonden Haaren und
Augen, die wir Meeresleuchten sind.
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