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Gedichte - Ludwig Thoma


Breslauer Katholikentag

An dem Oderstromgestade Ist der Glaube
neu erstarkt, Denn hier war die
Herbstparade, Scilicet, der
Ochsenmarkt. Alle sind sie
dagewesen, Fern von ihrem
Heimatsort; Ung
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Der Abschied vom Glück

Das Glück, das klopfte bei mir
an, Stand vor der Tür und wollt
herein; Ich hab ihm doch nicht
aufgetan, Da mocht´s nicht länger
draußen sein. Es ging so leise, wie es
kam.
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An die deutschen Arbeiter

Der alte Mann in Rom befiehlt. Wem?
Euch! Was hat er zu befehlen? Gehören
willenlos die Seelen Dem Papste, dass er
mit euch spielt? So überlegt: Was
weiß sie nur. Die ihn
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Der englische Pfaffe

Der englische Pfaffe hat sie in
Pacht, Er hat die Gottseligkeit
verbrieft, Von der sein feistes und
glatt rasiertes, Sein milde lächelndes
Antlitz trieft. Er steht auf der Kanzel
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Der Vesuv

Der Vesuv, indem er speit, mit
nichten Darf man gegen ihn die Klagen
richten, Insofern ja die
Besonderheit Darin liegt, daß er
mitunter speit. Halten Sie den Vorwurf
für ersprie
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Resignation

Es gibt noch Leute, die sich
quälen, Aus denen sich die Frage
ringt: Wie wird der Deutsche nächstens
wählen? Wie wird das, was die Urne
bringt? Die Guten! Wie sie immer
hoffen!
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Hallelujajodler des bayrischen Zentrumsmannes

Forte mit Kopfstimme zu singen Mir han
de mehrer`n, Mir han de
schwerer`n, All`s hat an Zwirn, Bal mir
regier`n. Mir san ma da! Hallelu –
– Ri
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Bekenntnis

Ihr wünschtet heute wohl von dem
Poeten, Dass er nicht still sei, sondern
seine Stimme Vermische mit dem Schall
der Kriegstrompeten Und so wie ihr in
Siegesjubel schwimme. Ich wi
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Oktoberfest 100 Jahre

Lasset uns, ihr edlen Bayern–
Untertanen! Publikum! –,Mit gehobnen
Herzen feiernDieses stolze
saeculum!Hühner-, Gäns- und
Heringsbrater,Heute seid ihr zentenar!Da
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Altbrandenburgisch

Mit Gott — für König — und fürs
Vaterland! Wir kennen die Devise als
geschichtlich Und wissen auch, Dass
Preußens Adelsstand Sich von ihr leiten
lässt, ganz offensichtlich.
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1813

Nun weiß es doch das Volk der
Denker! Der liebe Gott als
Schlachtenlenker Verlor uns Jena.
Später dann War Er`s, der Leipzig uns
gewann. Er will von allen
Weltbezirken Bes
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Regenstimmung

Papa sitzt in der kurzen Hos Mit blau
gefrornem Knie. Gott, ist denn hier auch
gar nischt los? Nicht eine
Skatpartie? Mama hat zehn Pfund
Schwabbelherz Im Mieder eingeschnü
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Bethmann-Hertling

Philiosoph und Staatenlenker Ist ein
jeder. Dieser kantisch Angefüllt und
protestantisch; Wenn man will, ein
tiefer Denker. Weihrauchmuffig
angeschwängert Jener. Von Loyol
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Ehrlicher Protest

Protektion im Diplomaten- Dienste!!
Nein, wer so was sagt. Man betrachte
doch die Taten Der Regierung, vor man
klagt! Freilich sind es nur Barone Oder
Grafen, die man nimmt,
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An die Sittlichkeitskonferenz zu Magdeburg

Seh` ich euch wieder, hochehrwürd`ge
Herren, Nachdem für euch mich etwas
einzusperren In herber Strenge suchten
fromme Schwaben? — Bis jetzt nur
»suchten«, weil sie mich nicht haben.
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Christmette

So wissen wir, dass Jesus Christ In
einem Stall geboren ist Zu Bethlehem bei
kalter Nacht. Kein Reicher hat nicht
aufgemacht. Die lagen all im weichen
Bett. Dass auf der har
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Anbetung der Hirten

Um Bethlehem ging ein kalter Wind, Im
Stall war das arme Christuskind. Es lag
auf zwei Büschel Grummetheu, Ein Ochs
und ein Esel standen dabei. Die Hirten
haben es schon gewisst,
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Silvesternacht

Und nun, wenn alle Uhren schlagen, So
haben wir uns was zu sagen, Was
feierlich und hoffnungsvoll Die ernste
Stunde weihen soll. Zuerst ein Prosit
in der Runde! Ein helles,
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Karneval

Väter, hört mich, Mütter, hört die
Mahnung, Jetzt kommt wieder jene Zeit -
versteht! -, Wo so manche Tugend ohne
Ahnung Der Besitzerin abhanden
geht. Beutesuchend schleicht um
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An die Sittlichkeitsprediger in Köln am Rheine

Warum schimpfen Sie, Herr
Lizentiate, Über die Unmoral in der
Kemenate? Warum erheben Sie ein solches
Geheule, Sie gnadentriefende
Schöpsenkeule? Ezechiel und Jeremiae
Jünger,
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Das Ärgernis

Was ist das doch in diesen Tagen Ein
Summen, Surren, Hasten, Jagen! Am Boden
welch ein froh Gewühl! Ein jeder Käfer
zeigt Gefühl Und muss sein Weibchen
wild umfassen. Die ganze
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Aus Südafrika

Wir hörten schon so manches Stücklein
melden Zum ewigen Ruhme der englischen
Helden. Das beste blieb uns noch
aufgehoben, Wir dürfen sie heute aufs
neue loben. Erbittert nach den empf
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Frühlingsahnen

Wohlig merken unsre Sinne Nun den
Frühling allgemach, Denn es trauft aus
jeder Rinne, Und es tropft von jedem
Dach. Leise regt sich im Theater Dieser
Welt ein Liebeston;
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