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Gedichte - Luise Büchner


Am Rheine

Abend sinkt mit seinem Frieden Auf die
Berge, in das Thal - Holdes Bild! das
mir beschieden Ist, im letzten
Tagesstrahl! An den blauen, duft`gen
Höhen Dehnt sich glühend d
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Einer Jugendfreundin

Albumblatt. Die Blume, die aus ihrem
stillen Thale Verpflanzt wird in ein
fernes, fremdes Land, Prangt dort wie
hier in holder Anmuth Fülle, Ist sie
gepflegt von zarter Li
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Die Buche

Allein steht eine Buche Entfernt vom
Waldesplan, Von Sträuchern nur
umgeben Zu klein, sie zu erstreben, An
die sie sich nicht lehnen kann. Doch
wie sie so alleine Dor
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An Auguste

Als du gestorben, hab` um`s Haupt ich
dir Den letzten Schmuck gewunden, Aus
Rosen, Myrthen und Cypressengrün Von
meiner Hand gebunden. Sanft wirst du
ruh`n in deiner stillen Gruf
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Ein Felsenherz

Als Moses in der Seele höchstem
Zagen, Um Hülfe flehend, an den Fels
geschlagen, Da fühlte Mitleid selbst
mit ihm der Stein; Er öffnete des
Busens starre Rinde, Und segensreich
entst
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Am Baume

Am Baum` hab` ich gestanden, Der war so
hoffnungsgrün, Nicht lange mehr kann`s
dauern Und freudig wird er blüh`n. Ein
Zweiglein nur streckt trauernd Die Arme
nach mir aus,
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Charfreitag

Charfreitag ist`s - da trauert Die ganze
Christenheit, Ich traure mehr als die
Andern, Mein Herz trägt doppelt
Leid. An diesem Tag der Schmerzen Ein
theures Herz mir starb,
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Lieder (2)

Das hab` ich nicht gedacht, Als Blatt
und Blüthe sproßten, Und ich voll
Fröhlichkeit: Daß mich die
Sommerzeit Mein ganzes Glück soll
kosten. Das hab` ich
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Eine trübe Stunde

Das hab` ich wohl erfahren In manchen
bitt`ren Jahren, Es giebt für mich kein
Glück! Wo Andre Rosen brechen, Mich nur
die Dornen stechen: So will es mein
Geschick. N
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Der Sclavin Teppich (2)

Der Morgen graut im heim`schen
Abendlande, Ein Kauffartheischiff naht
dem sich`ren Port, Des Kaffees Frucht
von jenes reichen Pflanzers Plantagen
trägt es wohlverwahrt an Bord; Gepackt
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Der Sclavin Teppich (1)

Der Morgen graut in jener fernen
Zone, Wo sich um Palmen die Liane
schlingt, Wo in dem Schatten grünender
Bananen Am klaren Quell das schlanke
Lama trinkt; Und aus des reichen
Pflanzers
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Rechtes Streben

Der Schläfer, der im Grase träumend
liegt, Bis hoch am Himmel schon der
Sonnenwagen, Er kann, wenn dann empor
sein Auge fliegt, Des Lichtes helle
Klarheit nicht ertragen, Es blendet ih
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Die Glockenstimmen erschallen

Die Glockenstimmen erschallen,Mild
leuchtet der Abendstern,Und feierlich
kündet ihr HallenDie Auferstehung des
Herrn.Ihr hellen Osterglocken,Ich hört`
euch schon manches Ja
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Lorenzo di Medici (1)

Die niedren Hütten, wie die stolzen
Hallen Firenze`s sind erfüllt von Gram
und Schweigen, Die schönste Jungfrau,
edel sonder Gleichen, Die dort
gewohnet, ist dem Tod gefallen,
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Wahrhaftigkeit

Dies war mir oft ein Trost im Leben, Ein
Glück, das Keiner rauben wird - Daß
sich noch niemals eine Seele In meinem
Wesen hat geirrt. Verrathen manchmal,
oft betrogen, Ken
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Frühling

Du schöner Frühling, o, wie lieb` ich
dich! Mehr als der Bräutigam die holde
Braut; Er weiß, sie wird ihm einstens
angetraut, Doch ich muß lieben dich mit
Furcht und Beben, Kaum da,
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Vergebens

Du weißt es wohl, ich bin kein starker
Geist, Der frei für sich erschafft ein
eig`nes Leben, Kein mächt`ger Baum,
sich selbst genug, der wagt Sein stolzes
Haupt hoch in die Luft zu heben.
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An Viele

Eines weiß ich, ob ihr mir auch
grollt, Daß ich stets das Beste nur
gewollt! Sprecht, warum war ich euch
denn einst lieb, Welch ein Reiz war`s,
der euch zu mir trieb? Schönheit blieb
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Die Ehekämpen (1)

Einst zu Turin am Hofe versammelte zum
Feste Der Herzog Karl der Dritte gar
viele edle Gäste; Man trank in vollen
Zügen den rothen Veltlinwein Und rings
im Kreise scholl es von lust`gen Neck
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Segen der Natur

Es giebt so stille Feierstunden Der
Seele, wo sie Alles trägt, Wo sie trotz
allen ihren Wunden Des Friedens Athem
nur bewegt. Wie blieb er lange mir so
ferne, Der Ruhe stil
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Todte Freundschaft

Es ist vorbei - auch dieser Traum ist
aus, Auch diesen Kelch hat leer das Herz
getrunken, Auch dieser Stern ist in den
Staub gesunken - Hinweg, hinweg - es
führt in dieses Haus Kein Got
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Frühlingslied

Es kam der Frühling mit
Herrschermacht, Da wollt` ich ein Lied
ihm singen; Er strahlte so hold in
lieblichster Pracht - Wie sollt` es da
nicht gelingen? Ich sah mir die
Blüthenb
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Herbstlied

Es liegt der Herbst auf allen Wegen, In
hundert Farben prangt sein Kleid, Wie
seine Trauer, seinen Segen Er um sich
streut zu gleicher Zeit. Es rauscht der
Fuß im welken Laube,
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Stille Frage

Es quillt des
Abendsterns Geheimnisvoller Schein, So
nah und auch so fern, Mir in das Herz
hinein. Drin glüht ein andres
Licht, So nah und auch so fern, Das Herz
umsc
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Zweifel

Es spricht dein Blick, es spricht so
manches Wort: Ich liebe dich! und
dennoch treibt mich`s fort. Du willst
nicht lügen, nein, doch was mich
quält, Ist, ob nicht selber dir die
Klarh
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Es trat Alltäglichkeit

Es trat AlltäglichkeitZur Poesie:»Gib
mir dein buntes Kleid!«Sprach herrisch
sie,»Gib aus den Locken mirDen gold`nen
Kranz,Nur die poet`sche ZierVerleiht dir
Glanz.
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Die Ehekämpen (2)

Es war am zwölften Mai Um
funfzehnhundertvier, Der Herold rief
herbei Die Herrn zu dem Turnier. Vorm
Schlosse zu Turin Ließ man die Schranke
bau`n, Der ganze Hof ers
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Die Ehekämpen (8)

Frisch wie des Gletschers
Quelle Hervorspringt in das
Thal, Entzückt, daß ihre
Welle Begrüßt des Tages Strahl, Und
brausend nun zerschläget Ihr Bett von
Felsgestein, Nac
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Sanfter Trost

Geschieden ist die Sonne, Kein Blümlein
mehr mag blüh`n, Und nur des Epheus
Blätter Schmückt noch ein sanftes
Grün. Und freudig uns`re Seele Darauf
die Hoffnung baut,
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Rodomonte

Graf Bojardo ritt zum Jagen Aber nicht
auf Hirsch` und Rehe, Denn in seinem
Innern nagen Eines Dichters Gram und
Wehe. Er, der kühne
Rolandsänger, Sonst um Namen nicht ver
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Höchstes Leid

Hart ist`s an dem Grab zu steh`n Derer,
die du heiß geliebet, Hart auch, wie am
Fels der Zeit Traum um Traum in Nichts
zerstiebet. Bittrer als des Todes
Raub, Und was kalt
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Erinnerung

Hier will ich sitzen und ruhen An diesem
lieblichen Ort, Will schweifen lassen
das Auge Ins Weite von Ort zu Ort. Will
stille sitzen und denken An Alles was
ich geliebt,
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Bei Ueberreichung einer Turnerfahne

Hoch empor in blaue Lüfte, Turner,
laßt die Fahne wehen, Hebt sie auf,
daß weithin Alle Ihre hohe Deutung
sehen: Wie ein Adler drauf erhebet Sich
zur Sonne stolz und groß,
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Hoffe doch nicht

Hoffe doch nicht - du mußt es
bezahlenMit der Enttäuschung bittersten
Qualen,Wiege dich Hoffnung auch noch so
schön,Tückisch wird sie doch
untergeh`n!Wünsche auch nicht
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Einsamkeit

Ich bin allein - wie oft mit kaltem
Schauer Trifft mich dies Wort, mit
namenloser Trauer - Ob sich auch laut
das Leben um mich regt; Allein - mit
meinem Streben und Bemühen, Allein - we
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Zu einem »Lied ohne Worte«

Ich fleh` zu dir, o, lausche meinen
Tönen, Die sanfte Luft zu deinem Ohre
trägt, Lass` sagen meines Liedes
heißes Sehnen, Was lange schon mein
volles Herz bewegt. Du lauschst ja auch
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Weiser Vorsatz

Ich will nicht dein gedenken, Sollst
nicht mehr bei mir sein In allem meinem
Denken, In meinem ganzen Sein. Die Rose
wird gepflücket Vom Sturm, an einem
Tag, Den Fels
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Treue

Ihr müsst dies Herz nicht schelten, Das
sich so schwer ergibt, Könnt schneller
es gesunden, Dann hätt es nie
geliebt. Es gliche dann sein Fühlen Ja
nur dem Morgentau,
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Den Kranken

Im Griechenlande, bei den großen
Alten, Den geistig freien, pries man als
beglückt Den Mann, dem von des
Schicksals ernstem Walten Ein Leid voll
Segen ward auf`s Haupt gedrückt. Nicht
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Die Ehekämpen (5)

Im Schatten dieser Bäume, Auf weichem
grünen Gras Herrn Simon`s schöne
Gattin Mit ihrer Base saß. Sie hielt
ihr junges Kindlein Fest an der jungen
Brust, Das dunkl
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Im schmerzlichsten Gefühle

Im schmerzlichsten GefühleSchwankt in
mir Sinn und Denken,Und spottet aller
Kühle,Die sich, wie es auch blutet,Dies
Herz hat zugemuthet.Wohin soll es sich
lenken?Wo ist der
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Jugendträume

Kalt ist, wer nicht Liebe
suchet, Spricht der Menschen große
Zahl, Elend ist, wer nie empfunden Ihre
Lust und ihre Qual! Und das Letzte was
sie sagen, O, ich glaub es ihnen
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Kam die Liebe

Kam die Liebe in mein Herz gezogen, Kam
nicht wie ein heitrer Sommertag, Kam
nicht wie das junge Grün im Walde, Wie
die duftge Blume auf der Halde, Kam wie
Not und bittres Ungemach.
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Lieder (1)

Kam die Liebe in mein Herz gezogen, Kam
nicht wie ein heitrer Sommertag, Kam
nicht wie das junge Grün im Walde, Wie
die duft`ge Blume auf der Halde, Kam wie
Noth und bitt`res Ungemach.
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Am See

Leise wie ein Traumgesicht Hält
Erinn`rung mich umfangen, Leise, wie die
Morgenluft Mir umspielet Stirn und
Wangen. Und der klare, blaue See Blickt
mich an wie Menschenauge
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Lorenzo di Medici (2)

Lorenzo folgt dem allgemeinen Drange, Er
tritt herein, er schaut die
Engelreine, Rings um sie her kein Auge,
das nicht weine - Da schlägt das Herz
im Busen ihm so bange, Und ihm
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Die Ehekämpen (4)

Manchen Tag noch zog der wackre
Reiter Durch der Berge Labyrinth, Bis
sie öffnen weiter sich und weiter, Und
als einst die Nacht zerrinnt, Als die
Morgenlüste frischer schwellen
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Die Rosen

n dunkler Gartenlaube ein bleiches
Mädchen stand, Sie hielt zwei duft`ge
Rosen in ihrer weißen Hand; Und in den
Kelch der rothen schaut sie mit trübem
Schmerz: So glühte und so prangte auc
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Am Grab des Bruders

Nach langem, langem Sehnen An deinem
Grab ich stand, Nach vielen, bittren
Tränen Sah ich dies Stückchen
Land, Das Alles kalt bedecket, Woran
voll Zärtlichkeit, Seit Leben
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Dichtersegen

Nichts rührt die Seele an so göttlich
schön, Als sich in einem Andern selbst
zu fühlen, Gedanken, die gestaltlos in
uns wühlen, In edler Form verkörpert
vor uns seh`n. Den D
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Frühlingsgruß

Nur düstre Wolken seh` ich geh`n und
kommen, Und ewig droht der Winter
fortzuwähren - Die Seele war so trüb
mir und beklommen, Ich rief den
Frühling, ach! er will nicht
kommen, Sie u
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Die Zürcher Glocken

O, du wunderbarer grüner See, im
schönen Schweizerland, Wie so lieblich
sich die stolze Zürich schmiegt an
deinen Rand! Hüben sanfte
Rebenhügel Hingestreut wie ein Idyll,
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Liebesklage

O, dürft` er dir`s doch laut
gesteh`n, Wie er dich liebet tief und
bang, Und sollst dies scheue Herz du
seh`n Denn niemals ohne Hehl und
Zwang? So lauscht der Alpenrose Gluth
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Der Liebestempel

O, ihre Liebe war ein stolzer Bau - Der
Freude Flagge weht` auf seinen
Zinnen, Und Kränze, feucht von süßer
Thränen Thau, Sie schmückten ihn von
außen und von innen. Vertrau
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An Marie

Ob ich dich liebe, wolltest du mich
fragen - Und was ich liebe, will ich
treu dir sagen: Das Blümchen lieb`
ich, das die würz`gen Düfte Ausstreuet
in die lauen Frühlingslüfte,
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Duldung

Schwarzes Eisen, kalt und
spröde, Schelten möchte ich dich
nicht, Weil es dir an Lebenswärme Und
an Biegsamkeit gebricht. Bist du doch
in Feuersgluten Zischend einst empo
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Zu einer goldnen Hochzeit

Schweift der Geist zurück in jene
Tage Alter Zeiten, Schönres er nicht
findet, Als das Schicksal, welches eine
Sage Uns von Philemon und Baucis
kündet. Treuerprobt im Glücke u
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Die Mondesbrücke

Schweigend ruht des Rheines
Spiegel, Golden schwebt der Mond
darüber, Senket aus den blauen
Höhen Eine Strahlenbrücke nieder. Und
sie taucht die lichten Pfeiler In die ti
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So tief verwundet ist dies Herz

So tief verwundet ist dies Herz -Es
möchte sich in Nacht versenken,Nicht
sehen, hören und nicht denken,Nur
fühlen seinen bitt`ren Schmerz!So
kostet` es ihn bis zum Grund,
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Guter Rath

Still mußt du werden, pochend
Herz, Still wie der Stern am
Himmelszelt, Wie er, mußt unberührt du
steh`n Vom nicht`gen Treiben dieser
Welt. Still mußt du werden wie der
Fels,
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Trauer

Traurig, traurig, o das bist du
sehr, Armes Herz, so freudenlos und
schwer! Doch warum, warum darf ich nicht
fragen, Keine Antwort weißt du mir zu
sagen. Weiß der Himmel, warum
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Herbstesschwere

Trüb` die Sonne hinter Wolken
steht, Feucht der Westhauch über
Stoppeln weht, Herbstesöde ruht auf dem
Gefild, Herbstesöde - meiner Seele
Bild! Müßt ihr Fluren auch entlaube
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Die Ehekämpen (9)

Und wieder wogt`s geschäftig durch die
Hallen Des Schlosses, denn des Hauses
Herr ist nah, Noch einmal fast so
fröhlich hört man schallen Frau
Bertha`s helles, frisches Lachen da.
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Die Ehekämpen (3)

Unwegsame, rauhe Pfade mußte nun Herr
Corsant zieh`n, Die Gigantenwelt der
Alpen thürmt sich furchtbar um ihn
hin, Wo der alte Bergesriese geisterhaft
das weiße Haupt Kühn und trotzig bis
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Warum o armes Herz

Warum, o armes Herz,Willst du so tief
versenkenDich in Erinnerungsschmerz,Und
weinend nur gedenkenAn Alles, was du
jeGeliebet und besessen,Kannst der
Enttäuschung WehD
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Lieder (4)

Weiche Luft, nach Sonnenbrande Hältst
die Erde du umfangen! Spielst um sie wie
Mutterlächeln, Kühlest ihre heißen
Wangen. Weiche Luft, bei deinem
Hauche Athmet Alles neu
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Die Ehekämpen (7)

Welch heitres Leben wogte auf dem
Schlosse Am andern Tag, ergötzlich
war`s zu schau`n; Von allen Seiten kamen
hoch zu Rosse Herbei die Ritter und die
Edelfrau`n. Der Herr von Greyerz st
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Wenn der ein Dichter ist

Wenn der ein Dichter ist,Dem, wenn der
Mai erblühet,Die Seele in der BrustIn
Sehnsucht fast verglühet,Der seine
holde Pracht,Den Jubel in den HainenNur
leis erwiedern kann
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Lieder (3)

Wenn diese Stirne trüb der Gram
umdüstert, Und unter Thränen nur die
Stimme flüstert, Wer fragt darnach? Wer
fragt darnach, warum dem bleichen
Munde Kein Lächeln mehr entlockt die f
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Vittoria Colonna

Wenn Neid das Zeichen nicht gemeiner
Seelen, Vor allen Frauen müßt` ich
dich beneiden! Du lebtest in des
Geistes heil`gen Zeiten, Da Poesie und
Kunst sich neu vermählen;
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Ein Traum

Wenn oft ich einsam saß und
allein, Dann wiegte der lieblichste
Traum mich ein, Sein weicher Arm mich
liebend umschlang, Sein Mund die
süßesten Lieder sang. Er legt` auf`s
Herz
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Schönes Bild

Wie bist du schön, o Rose, Und hold in
deiner Pracht, Vom ersten
Sonnenstrahle Geküsst nach tauger
Nacht; Von Tränen übergossen Dein
leuchtend Angesicht, Stehst lächelnd
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Ein Liebesbote

Wie du fliegst auf meine Hand, Bunter
Schmetterling, Bist du wohl ein Gruß
von ihr, Eh sie weiter ging? Süßer
Gruß, und doch so herb, Dass es
überquillt, Dieses A
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Sonette (1)

Wie oft gedenkt mein Herz der schönen
SageVon Phaëthon?s Schwestern, welche -
voll ErbarmenMit der Verzweiflung und
dem Schmerz der Armen -Der Götter Einer
schuf zum Baum der Klage,Zu
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Willst ruhig du durch`s Leben geh`n

Willst ruhig du durch`s Leben geh`n -So
frage nie, was es dir nahm,Wie oft der
Tod dir nahe kam,Wie oft dich Täuschung
überkommen.Du warst ein frischer,
junger Baum,Die Zeit ging
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Sonette (2)

Wollt` ich vom Herzen fort den Felsen
rollen, Sein tiefgeheimstes Inn`re mir
erschließen, Zum Stein erstarren
müßt` ich dann vor diesen Medusen, die
es schmerzlich wild umgrollen. Hä
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Das Kind an der Quelle

Zu einem Bilde. Schon sinkt die Sonne
hinter dem Haag, Wo nur mein Mütterlein
bleiben mag? Sie ging in die große
Stadt hinein Und wollte zurück vor
Abend sein, Doc
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Petrarch und Tasso

Zu Laura`s Preise schlug Petrarch die
Leier, Und all sein Denken war nur eine
Feier Für sie, der seine ganze Seele
lebt; Doch strebt` er nie nach irdischem
Besitze, Sie war die Göttin
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Schiller

Zum 10. November 1859. »Das Höchste,
was uns kann der Dichter geben, Das ist
sein Selbst - sein Wesen nur allein! Vor
denen, welche mit und nach ihm
leben, Sei dieses wü
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Der erste Minnesänger

`Blanka, Blanka von
Kastilien, Herrscherin ob Frankreichs
Lilien, Rein wie sie und kalt wie
Schnee! Streng und ernst siehst du mein
Minnen, Keinen Blick selbst kann
gewinnen Meiner
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Armins Klage

`Wissen willst du, was ich leise
seufze, Warum Trauer meine Stirn
umhüllt? Nicht gering, o Cormar, ist
mein Kummer, Meine Kinder ruhn in
Todesschlummer Und von Schmerz ist meine
Brust e
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Die Ehekämpen (6)

»Zu leben und zu sterben am reichsten
Glücke arm!« Es füllt Jolanthens
Seele dies Wort mit stillem Harm, Es
tönet in ihr weiter, wie eine Harfe
bebet Noch lange, wenn schon ferne die
Hand
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