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Gedichte - Luise Büchner

Am Rheine

Abend sinkt mit seinem Frieden
Auf die Berge, in das Thal -
Holdes Bild! das mir beschieden
Ist, im letzten Tagesstrahl!

An den blauen, duft`gen Höhen
Dehnt sich ... weiterlesen


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Einer Jugendfreundin

Albumblatt.


Die Blume, die aus ihrem stillen Thale
Verpflanzt wird in ein fernes, fremdes Land,
Prangt dort wie hier in holder Anmuth Fülle,
Ist sie gepflegt ... weiterlesen


Die Buche

Allein steht eine Buche
Entfernt vom Waldesplan,
Von Sträuchern nur umgeben
Zu klein, sie zu erstreben,
An die sie sich nicht lehnen kann.

Doch wie sie so ... weiterlesen


An Auguste

Als du gestorben, hab` um`s Haupt ich dir
Den letzten Schmuck gewunden,
Aus Rosen, Myrthen und Cypressengrün
Von meiner Hand gebunden.

Sanft wirst du ruh`n in deiner ... weiterlesen


Ein Felsenherz

Als Moses in der Seele höchstem Zagen,
Um Hülfe flehend, an den Fels geschlagen,
Da fühlte Mitleid selbst mit ihm der Stein;
Er öffnete des Busens starre Rinde,
... weiterlesen


Am Baume

Am Baum` hab` ich gestanden,
Der war so hoffnungsgrün,
Nicht lange mehr kann`s dauern
Und freudig wird er blüh`n.

Ein Zweiglein nur streckt trauernd
Die Arme ... weiterlesen


Charfreitag

Charfreitag ist`s - da trauert
Die ganze Christenheit,
Ich traure mehr als die Andern,
Mein Herz trägt doppelt Leid.

An diesem Tag der Schmerzen
Ein theures Herz ... weiterlesen


Lieder (2)

Das hab` ich nicht gedacht,
Als Blatt und Blüthe sproßten,

Und ich voll Fröhlichkeit:
Daß mich die Sommerzeit

Mein ganzes Glück soll kosten.

... weiterlesen


Eine trübe Stunde

Das hab` ich wohl erfahren
In manchen bitt`ren Jahren,
Es giebt für mich kein Glück!
Wo Andre Rosen brechen,
Mich nur die Dornen stechen:
So will es mein Geschick.
... weiterlesen


Der Sclavin Teppich (2)

Der Morgen graut im heim`schen Abendlande,
Ein Kauffartheischiff naht dem sich`ren Port,
Des Kaffees Frucht von jenes reichen Pflanzers
Plantagen trägt es wohlverwahrt an Bord;
... weiterlesen


Der Sclavin Teppich (1)

Der Morgen graut in jener fernen Zone,
Wo sich um Palmen die Liane schlingt,
Wo in dem Schatten grünender Bananen
Am klaren Quell das schlanke Lama trinkt;
Und aus des ... weiterlesen


Rechtes Streben

Der Schläfer, der im Grase träumend liegt,
Bis hoch am Himmel schon der Sonnenwagen,
Er kann, wenn dann empor sein Auge fliegt,
Des Lichtes helle Klarheit nicht ertragen,
... weiterlesen


Die Glockenstimmen erschallen

Die Glockenstimmen erschallen,
Mild leuchtet der Abendstern,
Und feierlich kündet ihr Hallen
Die Auferstehung des Herrn.

Ihr hellen Osterglocken,
Ich hört` euch schon ... weiterlesen


Lorenzo di Medici (1)

Die niedren Hütten, wie die stolzen Hallen
Firenze`s sind erfüllt von Gram und Schweigen,
Die schönste Jungfrau, edel sonder Gleichen,

Die dort gewohnet, ist dem Tod ... weiterlesen


Wahrhaftigkeit

Dies war mir oft ein Trost im Leben,
Ein Glück, das Keiner rauben wird -
Daß sich noch niemals eine Seele
In meinem Wesen hat geirrt.

Verrathen manchmal, oft ... weiterlesen


Frühling

Du schöner Frühling, o, wie lieb` ich dich!
Mehr als der Bräutigam die holde Braut;
Er weiß, sie wird ihm einstens angetraut,
Doch ich muß lieben dich mit Furcht und Beben,
... weiterlesen


Vergebens

Du weißt es wohl, ich bin kein starker Geist,
Der frei für sich erschafft ein eig`nes Leben,
Kein mächt`ger Baum, sich selbst genug, der wagt
Sein stolzes Haupt hoch in die Luft ... weiterlesen


An Viele

Eines weiß ich, ob ihr mir auch grollt,
Daß ich stets das Beste nur gewollt!
Sprecht, warum war ich euch denn einst lieb,
Welch ein Reiz war`s, der euch zu mir trieb?
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Die Ehekämpen (1)

Einst zu Turin am Hofe versammelte zum Feste
Der Herzog Karl der Dritte gar viele edle Gäste;
Man trank in vollen Zügen den rothen Veltlinwein
Und rings im Kreise scholl es von ... weiterlesen


Segen der Natur

Es giebt so stille Feierstunden
Der Seele, wo sie Alles trägt,
Wo sie trotz allen ihren Wunden
Des Friedens Athem nur bewegt.

Wie blieb er lange mir so ferne,
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Todte Freundschaft

Es ist vorbei - auch dieser Traum ist aus,
Auch diesen Kelch hat leer das Herz getrunken,
Auch dieser Stern ist in den Staub gesunken -
Hinweg, hinweg - es führt in dieses Haus
... weiterlesen


Frühlingslied

Es kam der Frühling mit Herrschermacht,
Da wollt` ich ein Lied ihm singen;
Er strahlte so hold in lieblichster Pracht -
Wie sollt` es da nicht gelingen?

Ich sah mir ... weiterlesen


Herbstlied

Es liegt der Herbst auf allen Wegen,
In hundert Farben prangt sein Kleid,
Wie seine Trauer, seinen Segen
Er um sich streut zu gleicher Zeit.

Es rauscht der Fuß im ... weiterlesen


Stille Frage

Es quillt des Abendsterns
Geheimnisvoller Schein,
So nah und auch so fern,
Mir in das Herz hinein.

Drin glüht ein andres Licht,
So nah und auch so fern,
... weiterlesen


Zweifel

Es spricht dein Blick, es spricht so manches Wort:
Ich liebe dich! und dennoch treibt mich`s fort.

Du willst nicht lügen, nein, doch was mich quält,
Ist, ob nicht selber ... weiterlesen


Es trat Alltäglichkeit

Es trat Alltäglichkeit
Zur Poesie:
»Gib mir dein buntes Kleid!«
Sprach herrisch sie,
»Gib aus den Locken mir
Den gold`nen Kranz,
Nur die poet`sche Zier
Verleiht ... weiterlesen


Die Ehekämpen (2)

Es war am zwölften Mai
Um funfzehnhundertvier,
Der Herold rief herbei
Die Herrn zu dem Turnier.

Vorm Schlosse zu Turin
Ließ man die Schranke bau`n,
... weiterlesen


Die Ehekämpen (8)

Frisch wie des Gletschers Quelle
Hervorspringt in das Thal,
Entzückt, daß ihre Welle
Begrüßt des Tages Strahl,
Und brausend nun zerschläget
Ihr Bett von ... weiterlesen


Sanfter Trost

Geschieden ist die Sonne,
Kein Blümlein mehr mag blüh`n,
Und nur des Epheus Blätter
Schmückt noch ein sanftes Grün.

Und freudig uns`re Seele
Darauf die ... weiterlesen


Rodomonte

Graf Bojardo ritt zum Jagen
Aber nicht auf Hirsch` und Rehe,
Denn in seinem Innern nagen
Eines Dichters Gram und Wehe.

Er, der kühne Rolandsänger,
Sonst um ... weiterlesen


Höchstes Leid

Hart ist`s an dem Grab zu steh`n
Derer, die du heiß geliebet,
Hart auch, wie am Fels der Zeit
Traum um Traum in Nichts zerstiebet.

Bittrer als des Todes Raub,
... weiterlesen


Erinnerung

Hier will ich sitzen und ruhen
An diesem lieblichen Ort,
Will schweifen lassen das Auge
Ins Weite von Ort zu Ort.

Will stille sitzen und denken
An Alles was ich ... weiterlesen


Bei Ueberreichung einer Turnerfahne

Hoch empor in blaue Lüfte,
Turner, laßt die Fahne wehen,
Hebt sie auf, daß weithin Alle
Ihre hohe Deutung sehen:
Wie ein Adler drauf erhebet
Sich zur Sonne stolz und ... weiterlesen


Hoffe doch nicht

Hoffe doch nicht - du mußt es bezahlen
Mit der Enttäuschung bittersten Qualen,

Wiege dich Hoffnung auch noch so schön,
Tückisch wird sie doch untergeh`n!

Wünsche ... weiterlesen


Einsamkeit

Ich bin allein - wie oft mit kaltem Schauer
Trifft mich dies Wort, mit namenloser Trauer -
Ob sich auch laut das Leben um mich regt;
Allein - mit meinem Streben und Bemühen,
... weiterlesen


Zu einem »Lied ohne Worte«

Ich fleh` zu dir, o, lausche meinen Tönen,
Die sanfte Luft zu deinem Ohre trägt,
Lass` sagen meines Liedes heißes Sehnen,
Was lange schon mein volles Herz bewegt.
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Weiser Vorsatz

Ich will nicht dein gedenken,
Sollst nicht mehr bei mir sein
In allem meinem Denken,
In meinem ganzen Sein.

Die Rose wird gepflücket
Vom Sturm, an einem Tag,
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Treue

Ihr müsst dies Herz nicht schelten,
Das sich so schwer ergibt,
Könnt schneller es gesunden,
Dann hätt es nie geliebt.

Es gliche dann sein Fühlen
Ja nur dem ... weiterlesen


Den Kranken

Im Griechenlande, bei den großen Alten,
Den geistig freien, pries man als beglückt
Den Mann, dem von des Schicksals ernstem Walten
Ein Leid voll Segen ward auf`s Haupt ... weiterlesen


Die Ehekämpen (5)

Im Schatten dieser Bäume,
Auf weichem grünen Gras
Herrn Simon`s schöne Gattin
Mit ihrer Base saß.

Sie hielt ihr junges Kindlein
Fest an der jungen Brust,
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Im schmerzlichsten Gefühle

Im schmerzlichsten Gefühle
Schwankt in mir Sinn und Denken,
Und spottet aller Kühle,
Die sich, wie es auch blutet,
Dies Herz hat zugemuthet.
Wohin soll es sich lenken?
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Jugendträume

Kalt ist, wer nicht Liebe suchet,
Spricht der Menschen große Zahl,
Elend ist, wer nie empfunden
Ihre Lust und ihre Qual!

Und das Letzte was sie sagen,
O, ich ... weiterlesen


Kam die Liebe

Kam die Liebe in mein Herz gezogen,
Kam nicht wie ein heitrer Sommertag,
Kam nicht wie das junge Grün im Walde,
Wie die duftge Blume auf der Halde,
Kam wie Not und bittres ... weiterlesen


Lieder (1)

Kam die Liebe in mein Herz gezogen,
Kam nicht wie ein heitrer Sommertag,
Kam nicht wie das junge Grün im Walde,
Wie die duft`ge Blume auf der Halde,
Kam wie Noth und bitt`res ... weiterlesen


Am See

Leise wie ein Traumgesicht
Hält Erinn`rung mich umfangen,
Leise, wie die Morgenluft
Mir umspielet Stirn und Wangen.

Und der klare, blaue See
Blickt mich an wie ... weiterlesen


Lorenzo di Medici (2)

Lorenzo folgt dem allgemeinen Drange,
Er tritt herein, er schaut die Engelreine,
Rings um sie her kein Auge, das nicht weine -

Da schlägt das Herz im Busen ihm so bange,
... weiterlesen


Die Ehekämpen (4)

Manchen Tag noch zog der wackre Reiter
Durch der Berge Labyrinth,
Bis sie öffnen weiter sich und weiter,
Und als einst die Nacht zerrinnt,

Als die Morgenlüste ... weiterlesen


Die Rosen

n dunkler Gartenlaube ein bleiches Mädchen stand,
Sie hielt zwei duft`ge Rosen in ihrer weißen Hand;
Und in den Kelch der rothen schaut sie mit trübem Schmerz:
So glühte und so ... weiterlesen


Am Grab des Bruders

Nach langem, langem Sehnen
An deinem Grab ich stand,
Nach vielen, bittren Tränen
Sah ich dies Stückchen Land,
Das Alles kalt bedecket,
Woran voll Zärtlichkeit,
... weiterlesen


Dichtersegen

Nichts rührt die Seele an so göttlich schön,
Als sich in einem Andern selbst zu fühlen,
Gedanken, die gestaltlos in uns wühlen,
In edler Form verkörpert vor uns seh`n.
... weiterlesen


Frühlingsgruß

Nur düstre Wolken seh` ich geh`n und kommen,
Und ewig droht der Winter fortzuwähren -
Die Seele war so trüb mir und beklommen,
Ich rief den Frühling, ach! er will nicht ... weiterlesen


Die Zürcher Glocken

O, du wunderbarer grüner
See, im schönen Schweizerland,
Wie so lieblich sich die stolze
Zürich schmiegt an deinen Rand!
Hüben sanfte Rebenhügel
Hingestreut wie ein ... weiterlesen


Liebesklage

O, dürft` er dir`s doch laut gesteh`n,
Wie er dich liebet tief und bang,
Und sollst dies scheue Herz du seh`n
Denn niemals ohne Hehl und Zwang?

So lauscht der ... weiterlesen


Der Liebestempel

O, ihre Liebe war ein stolzer Bau -
Der Freude Flagge weht` auf seinen Zinnen,
Und Kränze, feucht von süßer Thränen Thau,
Sie schmückten ihn von außen und von innen.

... weiterlesen


An Marie

Ob ich dich liebe, wolltest du mich fragen -
Und was ich liebe, will ich treu dir sagen:

Das Blümchen lieb` ich, das die würz`gen Düfte
Ausstreuet in die lauen ... weiterlesen


Duldung

Schwarzes Eisen, kalt und spröde,
Schelten möchte ich dich nicht,
Weil es dir an Lebenswärme
Und an Biegsamkeit gebricht.

Bist du doch in Feuersgluten
Zischend ... weiterlesen


Zu einer goldnen Hochzeit

Schweift der Geist zurück in jene Tage
Alter Zeiten, Schönres er nicht findet,
Als das Schicksal, welches eine Sage
Uns von Philemon und Baucis kündet.

Treuerprobt ... weiterlesen


Die Mondesbrücke

Schweigend ruht des Rheines Spiegel,
Golden schwebt der Mond darüber,
Senket aus den blauen Höhen
Eine Strahlenbrücke nieder.

Und sie taucht die lichten Pfeiler
... weiterlesen


So tief verwundet ist dies Herz

So tief verwundet ist dies Herz -

Es möchte sich in Nacht versenken,
Nicht sehen, hören und nicht denken,

Nur fühlen seinen bitt`ren Schmerz!
So kostet` es ihn bis ... weiterlesen


Guter Rath

Still mußt du werden, pochend Herz,
Still wie der Stern am Himmelszelt,
Wie er, mußt unberührt du steh`n
Vom nicht`gen Treiben dieser Welt.

Still mußt du werden wie ... weiterlesen


Trauer

Traurig, traurig, o das bist du sehr,
Armes Herz, so freudenlos und schwer!
Doch warum, warum darf ich nicht fragen,
Keine Antwort weißt du mir zu sagen.

Weiß der ... weiterlesen


Herbstesschwere

Trüb` die Sonne hinter Wolken steht,
Feucht der Westhauch über Stoppeln weht,
Herbstesöde ruht auf dem Gefild,
Herbstesöde - meiner Seele Bild!

Müßt ihr Fluren ... weiterlesen


Die Ehekämpen (9)

Und wieder wogt`s geschäftig durch die Hallen
Des Schlosses, denn des Hauses Herr ist nah,
Noch einmal fast so fröhlich hört man schallen
Frau Bertha`s helles, frisches Lachen ... weiterlesen


Die Ehekämpen (3)

Unwegsame, rauhe Pfade mußte nun Herr Corsant zieh`n,
Die Gigantenwelt der Alpen thürmt sich furchtbar um ihn hin,
Wo der alte Bergesriese geisterhaft das weiße Haupt
Kühn und ... weiterlesen


Warum o armes Herz

Warum, o armes Herz,
Willst du so tief versenken
Dich in Erinnerungsschmerz,
Und weinend nur gedenken
An Alles, was du je
Geliebet und besessen,
Kannst der Enttäuschung ... weiterlesen


Lieder (4)

Weiche Luft, nach Sonnenbrande
Hältst die Erde du umfangen!
Spielst um sie wie Mutterlächeln,
Kühlest ihre heißen Wangen.

Weiche Luft, bei deinem Hauche
... weiterlesen


Die Ehekämpen (7)

Welch heitres Leben wogte auf dem Schlosse
Am andern Tag, ergötzlich war`s zu schau`n;
Von allen Seiten kamen hoch zu Rosse
Herbei die Ritter und die Edelfrau`n.
Der Herr von ... weiterlesen


Wenn der ein Dichter ist

Wenn der ein Dichter ist,
Dem, wenn der Mai erblühet,
Die Seele in der Brust
In Sehnsucht fast verglühet,
Der seine holde Pracht,
Den Jubel in den Hainen
Nur leis ... weiterlesen


Lieder (3)

Wenn diese Stirne trüb der Gram umdüstert,
Und unter Thränen nur die Stimme flüstert,
Wer fragt darnach?
Wer fragt darnach, warum dem bleichen Munde
Kein Lächeln mehr ... weiterlesen


Vittoria Colonna

Wenn Neid das Zeichen nicht gemeiner Seelen,
Vor allen Frauen müßt` ich dich beneiden!

Du lebtest in des Geistes heil`gen Zeiten,
Da Poesie und Kunst sich neu ... weiterlesen


Ein Traum

Wenn oft ich einsam saß und allein,
Dann wiegte der lieblichste Traum mich ein,
Sein weicher Arm mich liebend umschlang,
Sein Mund die süßesten Lieder sang.

Er legt` ... weiterlesen


Schönes Bild

Wie bist du schön, o Rose,
Und hold in deiner Pracht,
Vom ersten Sonnenstrahle
Geküsst nach tauger Nacht;
Von Tränen übergossen
Dein leuchtend Angesicht,
... weiterlesen


Ein Liebesbote

Wie du fliegst auf meine Hand,
Bunter Schmetterling,
Bist du wohl ein Gruß von ihr,
Eh sie weiter ging?

Süßer Gruß, und doch so herb,
Dass es überquillt,
... weiterlesen


Sonette (1)

Wie oft gedenkt mein Herz der schönen Sage
Von Phaëthon?s Schwestern, welche - voll Erbarmen
Mit der Verzweiflung und dem Schmerz der Armen -
Der Götter Einer schuf zum Baum der ... weiterlesen


Willst ruhig du durch`s Leben geh`n

Willst ruhig du durch`s Leben geh`n -
So frage nie, was es dir nahm,
Wie oft der Tod dir nahe kam,
Wie oft dich Täuschung überkommen.
Du warst ein frischer, junger Baum,
... weiterlesen


Sonette (2)

Wollt` ich vom Herzen fort den Felsen rollen,
Sein tiefgeheimstes Inn`re mir erschließen,
Zum Stein erstarren müßt` ich dann vor diesen
Medusen, die es schmerzlich wild ... weiterlesen


Das Kind an der Quelle

Zu einem Bilde.


Schon sinkt die Sonne hinter dem Haag,
Wo nur mein Mütterlein bleiben mag?
Sie ging in die große Stadt hinein
Und wollte zurück vor Abend ... weiterlesen


Petrarch und Tasso

Zu Laura`s Preise schlug Petrarch die Leier,
Und all sein Denken war nur eine Feier
Für sie, der seine ganze Seele lebt;
Doch strebt` er nie nach irdischem Besitze,
Sie war ... weiterlesen


Schiller

Zum 10. November 1859.


»Das Höchste, was uns kann der Dichter geben,
Das ist sein Selbst - sein Wesen nur allein!
Vor denen, welche mit und nach ihm leben,
... weiterlesen


Der erste Minnesänger

`Blanka, Blanka von Kastilien,
Herrscherin ob Frankreichs Lilien,
Rein wie sie und kalt wie Schnee!
Streng und ernst siehst du mein Minnen,
Keinen Blick selbst kann ... weiterlesen


Armins Klage

`Wissen willst du, was ich leise seufze,
Warum Trauer meine Stirn umhüllt?
Nicht gering, o Cormar, ist mein Kummer,
Meine Kinder ruhn in Todesschlummer
Und von Schmerz ist ... weiterlesen


Die Ehekämpen (6)

»Zu leben und zu sterben am reichsten Glücke arm!«
Es füllt Jolanthens Seele dies Wort mit stillem Harm,
Es tönet in ihr weiter, wie eine Harfe bebet
Noch lange, wenn schon ... weiterlesen



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Gedichte vom Autor Luise Büchner

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