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Gedichte - Manfred Kyber


Vox Suprema

Alles Leben auf aller Erden sucht
durchsonnt der Sonne Gesicht. Alles
Sein, Vergehn und Werden ist vergottet
in Gottes Licht. Auf aller Erden
alles Leben reicht sein L
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Tod

Auf welke Blüten musst du schauen, auf
Blätter, die der Wind verweht. Dem
Tod, dem Tod musst du vertrauen, dem
Einzigen, der dich hier versteht. Er
führt dich ein zu dein
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Befreiung

Den Schmerz bezwinge, der um Formen
trauert, gedenke dessen, was ewig
dauert. Der Glockengießer, der sein
Werk vollbringt, zerstört die Form
– und seine Gloc
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Abendlied

Der Abend kommt, der Tag ist aus, Frau
Sonne geht zur Ruh. Sie geht wohl in
ihr Wolkenhaus und macht die Türe
zu. Dann werden alle angebrannt die
Sternlein in der Nac
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Der Schlaf

Der Schlaf ist heilig. Wenn die Nacht
sich neigt herab mit
ihren sterngeschmückten
Schwingen, löst sich der Geist vom
Leib und steigt empor zur Heimat, die
er nie erreicht,
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Golgatha

Die neunte Stunde hatte geschlagen. Die
Erde bebte, atemberaubt. Da neigte der
Gott, der das Kreuz getragen, Sein
dornengekröntes Haupt. Aus Seiner
Liebe Opferschale, blutete
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Rabenschnabelschnupfen

Die Raben haben Schnabelschnupfen Und
scheinen gar nicht wohl zu sein. In
Tücher mit und ohne Tupfen Verpacken
sie sich sorgsam ein. Die Sache ist
durchaus bedenklich,
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Die Toten

Die Toten starben nicht. Es starb ihr
Kleid. Ihr Leib zerfiel, es lebt ihr
Geist und Wille. Vereinigt sind sie dir
zu jeder Zeit in deiner Seele tiefer
Tempelstille. In dir
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Glockengießer

Du darfst des Lebens bunte
Lichter allein nur deinem Engel
weihn und musst, bist du der Wahrheit
Dichter, des Geistes Glockengießer
sein. Die Formen musst du bau’n
und sc
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Genius Astri

Durch die Kette deiner Leben erdennah
und erdenfern – immer segnend dir zu
Häupten hält dein Engel deinen
Stern. Geh in Grauen, Not und
Schande, wandre aller Hoff
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In Memoriam

Durch die Ketten deines Lebens erdnah
und erdfern, immer dir zu
Häupten, hält ein Engel deinen
Stern. Und befreit die
Todesstunde deines Wesens wahren
Kern he
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Heimat

Ein einsam verschneites Haus, und
über ihm die Sterne – es geht meine
Sehnsucht so gerne noch heute drin ein
und aus. Das Feuer in seinem Herde war
das Licht meiner Kinder
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Der Bruder des Gautama Buddha

Ein Käfer wanderte mühsam im
Sand. Der Pilger Buddhas sah ihm
nach, er schlug das Hakenkreuz mit der
Hand und sprach: Der Erhabene segne
deinen Pfad, “mein kleiner Bruder
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Das andere Ufer

Einmal wird ein Ende aller Irrfahrt
sein. Müdgewordne Hände ziehn die
Segel ein. Leise ruft der
Rufer allen Sturm zur Ruh. Einem
andern Ufer treibt der
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Seefahrt

Es gleitet des Lebens Nachen weglos im
Nebelgrau. Ob wir träumen oder
wachen, keiner weiß es genau. Die
wütende Woge brandet brüllend um Bug
und Kiel. Keine
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Sonnenaufgang

Es kommt eine Stunde, du
Menschenkind, wo all deine Lampen
erloschen sind, wo all deine glutenden
Feuer verglüht, und all deine
duftenden Blumen verblüht, wo, keiner
holden Täusch
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Fangball

Fliegt der Fangball kugelrund immer
unverdrossen. Mädel, treib´s nicht
gar zu bunt mit dem
Spielgenossen. Werfen ihn zu hoch
einmal deine kleinen Hände, ärg
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Maria Magdalena

Ihr Herren und Frauen auf hohlem
Thron, nicht ihr seid die Nächsten zum
Gottessohn. Vergeßt nicht, wer euch
zuerst gebracht die Kunde vom Wunder
der Osternacht. Gehabt euch beschei
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Salome

Im Königssaale bei Fackelschein tanzt
der Herodias Töchterlein. An den
gleitenden Gliedern Geschmeide
klirrt, ihre Augen locken, ihr Lachen
girrt. Sie tanzt, dass sie allen den
Ate
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Ewigkeit

Immer wieder und wieder steigst du
hernieder in der Erde wechselnden
Schoß, bis du gelernt im Licht zu
lesen, dass dein Leben und Sterben eins
gewesen und alle Zeiten zeitenl
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Vox Coelesta

Laßt euch helfen, laßt euch halten
- aufwärts zieht der Engel
Heer, vielgestaltige
Gestalten, Mächte, Throne und Gewalten
- aufwärts zum kristallnen
Meer. Aller M
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Zwischen den Zeilen des Lebens

Nicht die Dinge, die kommen und
eilen, die Lust und Leid deiner Seele
teilen, sind deines Lebens wahrer
Kern. Er ruht ungreifbar - sinnenfern
- zwischen des Lebens Zeilen. Tau
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Vox Humana

Nieder stieg ich zu vergessen, was ich
einst im Licht besaß und doch nie
bewußt besessen, weil ich es noch nie
vergaß. Durch Vergeß’nes muß ich
dringen, selber
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Meditation II

Nimm einen Sonnenblumenkern und
pflanze ihn in der Erde
Mutterschoß und warte andachtsvoll: er
ringt sich los, ein kleiner Stiel reckt
sich im Sonnenglanze er wächst, wird
stark un
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Ad Astra

Nimm mich auf in deine Einheit, aller
Leben einiges All, bade rein mich in
der Reinheit deines Meeres von
Kristall. Gib mir jenen Trank zu
trinken, der Vergessenheit v
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Initiation I

Schau an die Säulen, die gen Himmel
ragen, die Tore, die der Isis Namen
tragen, schau an - vielleicht zum
letzten Mal. Noch ruht in deiner Hand
die Wahl. Steigst du als Siege
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Hellas

Und Orpheus starb. Des Waldes Tiere
weinen. Die Leier, der sie lauschen,
sie ist stumm. Die Nacht brach ein und
ihre Sterne scheinen auf eines toten
Gottes Heiligtum. Mein H
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Sankt Michael

Und wieder ersäuft sich in Tränen und
Blut die Menschheit in der eigenen
Flut. Und wieder treibt sie der Hochmut
zu Hauf und sie richten den Turm zu
Babel auf. Sie schleppen Stein
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Initiation II

Vertrau dem Licht in dir, dem Gott in
deinem Sein, dann gehst du stark und
rein den Gang durch Grab und Grauen
bis zum Ende und Tod und Leben reichen
sich die Hände.
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Bergfahrt

Weinend sank ins Grab der Zeiten ferner
Täler Lust und Weh. Bergwärts in den
ewigen Schnee führt der Weg der
Einsamkeiten. Eine steingewordne
Sage ruhn die Gipfel r
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Rosenkreuz

Wenn du den Weg der Wege, Wandrer, zu
wandern gewillt – ein Kreuz mit
sieben Rosen ist deiner Wanderung
Bild. Dein Kreuz, an das du
geheftet, muss mit dir verbrenne
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Meditation

Wer mit den Augen der Andacht
geschaut, wie die Seele der
Erde Kristalle baut, wer die
Flamme im keimenden Kern gesehn, im
Leben den Tod, Geburt im Vergehn –
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Rosenblut

Wie rot und rein die Rose ruht in ihrer
Blätter Schoß und gießt ihr blühend
Rosenblut ins Licht, begierdenlos
- eins mit dem Weltenwillen - also
werde die Seele auf der Wa
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Porzellan

Zwei dicke Chinesen aus Porzellan, Mit
langen Chinesenzöpfen, Die stehn und
sehn sich traurig an Und wackeln mit
den Köpfen. Die kleine Tänzerin
nebendran, Die lieb
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