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Gedichte - Max Haushofer

Der Seuche Nachtfahrt

(Die Cholera im Jahre 1854)

Es war in einer Nacht, mir unvergeßlich,
Als ich auf ödem Steingebirge stand
Und trüb hinuntersah, wie unermeßlich,
Wie ... weiterlesen


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Waldesrauschen

Am stillen Waldsee hab` ich oft gelegen
Da träumt` ich manche Tage, sommerlange,
Und lauschte nach der Fichten Wundersange —
Ihr ahnend Rauschen klang wie reicher Segen.
... weiterlesen


Dam Sebastian

Auf dem Molo von Neapel im Gewande der Galeere
Steht ein Heldenbild gebrochen und zerdrückt die letzte Zähre.

Blauen Wellen, die herüber von der Insel Capri schlagen,
... weiterlesen


Oede See

Blau ist die weite See; die Wellen flimmern
Und tragen Seetang; weiße Möven schweben
Darüber während rings in buntem Leben
Die Muscheln und die Fische tanzend ... weiterlesen


Düstre Landschaft

Bleigran liegt der See und schwer,
Wetter gehen d`rüber;
Und die Berge, schwarz und hehr
Schauen sie herüber.

Nur ein ferner Vogel schreit,
Sonst ist ... weiterlesen


Glockenklang, Sternengang

Breit lag der Nebel auf herbstlicher Au,
Die Aveglocken erklangen;
Hoch droben sind durch`s Dämmergrau
Verschleierte Sterne gegangen.

Es fiel der gelben ... weiterlesen


Die Phönizier

Chios, Berg von Feuerweinen,
Naros mit der Früchte Last,
Lesbos, reich an Edelsteinen,
Paros, marmorner Palast:
Strahlen gold`nen Glückes schmiegen
Sich um ... weiterlesen


Märchen

Das Leben ist ein Märchen,
D`rin ohne Glanz und Kron`
Als Bettler durch die Erde
Hingeht ein Königssohn.

Doch wird durch treue Liebe
Und nach viel argem ... weiterlesen


Im Kreise

Das Mondlicht liegt auf dunkler Fluth,
Die Bäume flüstern leise
Und ferne schimmert durch die Nacht
Das Schneegebirg in wilder Pracht,
Im Kreise, im Kreise.

... weiterlesen


Ein Stein vom Berge

Das öde Hochthal glüht im Sonnenstrahle,
Im Grunde siehst du kahle Fichten ragen,
Wo Felsenhörner Eiseslasten tragen,
Wo weiß der Wildbach schäumt durch Felsportale.
... weiterlesen


Des letzten Inka Todtenklage

Deine Stunde hat geschlagen,
Land von Peru, neige dich!
Was schon durch die dunklen Sagen
Grauvergang`ner Vorzeit schlich,
Wahrheit ist es heut geworden:
Alles ... weiterlesen


Die Goldländer

Den einen Ländern gab zu reichem Leben
Die Schöpfung wald`ge Thäler, Bergaltäre,
Und and`ren hat sie Schollen für die Aehre
Und breite Wogen gold`nen Korns gegeben.
... weiterlesen


Eine Fahrt ins Bergwerk

Der Hammer und Schlägel soll ruhen heut`,
Zur Kirche gehen die Grubenleut`;
`s ist Sonntag, da fährt man nicht in den Berg,
Da hat man Ruh` vor Gnom und Gezwerg.

... weiterlesen


Deutsche Weise

Der König Karl, er saß im Saal`
In seiner Pfalz am Rheine,
In Händen hielt er den Pocal
Mit Rüdesheimer Weine,
Und seine Helden, kühn und hehr,
Die hatten ... weiterlesen


Der König von Schlaraffenland

Der König von Schlaraffenland,
Er saß auf seinem Throne;
Das Scepter sank ihm aus der Hand,
Vom Haupte siel ihm die Krone.

Dem König war so müd` im Sinn,
... weiterlesen


Sonntagsfeier

Der Sonntag liegt mit heißer Schwere
Breit auf dem Land`, die Schöpfung ruht
Im hohen Kornfeld nur die Aehre
Singt leise durch die Mittagsgluth;
Fern hangen ... weiterlesen


In stiller Straße

Der Stern entflieht, der Sturmwind pfeift,
Wild braust es draußen im Lande;
Ein Heer von Wetterwolken streift
Am Himmel wie Todtengewande.

Ich geh` durch stille ... weiterlesen


Stolzes Priesterthum

Des Geistes Brandmal an der Stirn zu tragen
Und allem Großen seine Kraft zu weihen,
Allüberall als Freiester der Freien
Das Weltgesetz dem Weltsturm abzufragen;

... weiterlesen


Sonnenwende

Die Abendsonne geht zu Rüste,
Mein Auge hat es oft geseh`n,
Wie sie die Bergesjoche küßte
In wundersel`gem Untergeh`n.

Doch an dem heil`gcn Sonnwendtage
... weiterlesen


Lohengrin

Die Nordsee ruht
In Abendgluth,
Fern schwankt ein Segel auf öder Fluth;
Goldwolken frei
Zieh`n hoch vorbei;
Landeinwärts stiegen der Möven drei.

... weiterlesen


Päpstin Johanna

Die Römer, sie zogen mit Sing und Sang
Die Straßen auf und nieder;
Viel Purpurfahnen, die wehten lang,
Laut schollen die Kirchenlieder.

Papst Johann im Kleide ... weiterlesen


Ein Bild im Abendroth

Die Sonne hinter`m Walde
Verging in lichtem Brand;
Ich schau` von hoher Halde
Hinaus in`s duft`ge Land.

Und wo das Licht vergangen
In fernem ... weiterlesen


Verlorene Tage

Die Sonne schien und die Knospe sprang
Und es rauscht` im grünenden Hage;
Der Schmetterling flog und der Vogel sang —
Es waren verlorene Tage!

Das Herz war so ... weiterlesen


Feiertag der Schöpfung

Die Sonnenstrahlen in träumendem Spiel
Sie liegen im See und flimmern;
Hoch droben singen der Vögel viel,
Die Abendwolken schimmern.

Die Berge steh`n mit ... weiterlesen


Mene telek upharsin

Die Säulen schwanken, die den Weltbau tragen,
Die Sterne ziehen brennend, um im Sturm
Aus ihren Bahnen fortzujagen —
Am Erdball nagt der alte Wurm.

... weiterlesen


Das ächte Lied

Die ächten Lieder, die sind Boten
Aus einer and`ren fremden Welt,
Sind wie die Schatten theurer Todten,
Die fern ein Gott gefangen hält;
Und nur an hohen ... weiterlesen


Der ausgestopfte Colibri

Du kleiner bunter Schwärmer
Im gold`nen Federkleide,
Was hebst du deine Flügel
Sehnsüchtig, in stummem Leide?

In einer and`ren Sonne,
Im Urwald von ... weiterlesen


Laß deinen Schmerz versiegen!

Du stehst vor mir im Dunkel
Mit mildem Angesicht;
In träumendem Gefunkel
Herzittert das Mondenlicht.

Es zittert auf deiner Wange —
Warum ist die so ... weiterlesen


Du welke Blume!

Du welke Blume,
Von Staub bedeckt,
Was hast du alles
In mir erweckt!

O als du blühtest.
Wie war die Zeit
So reich an Himmeln
Voll ... weiterlesen


Dein Auge

Ein Sonnenstrahl, der tief in Felsenspalten
Gefallen, der an den granit`nen Wänden
Hinirrt, um seine Goldgluth auszuspenden
Des Abgrunds ernsten, tranrigen Gestalten;
... weiterlesen


Die Todten wollen tanzen

Ein Spielmann über die Haide ging.
Voll armer Sünder der Galgen hing —
Die Todten, sie wollen tanzen!

Durch Wolken blinkte der Vollmondschein
Herunter auf ... weiterlesen


Die Ringe des Saturn

Ein Stern durchmißt in glühendem Gewande
Einsam des Weltraums nachtumwulkte Gassen;
Zwei breite, lichte Flammengürtel fassen
Ihn ein, von Geisterhand gefügte Bande.
... weiterlesen


Im Abenddämmer

Es dämmert in den Straßen sacht,
Der Lenztag will verrinnen,
Noch liegt des Abends lichte Pracht
Auf Giebeldach und Zinnen.

Da grüß` ich ein alles liebes ... weiterlesen


Am Nebelberg

Es flimmert im Thal der Mondenschein,
Waldelfen tanzen den flüchtigen Reih`n;
Am Berghang steh`n uralte Wälder
Daraus zieh`n die Nebel über die Felder.

Hoch ... weiterlesen


Die Normannen in Nordamerika

Es fuhr vorbei an Islands Strande
Ein Normannschifflein, schwarz und klein,
Der Seeheld stand im Stahlgewande
Am Bord und sah in`s Meer hinein: —
„Dem Malstrom ... weiterlesen


Weltlenz

Es fährt ein Strahl im Raume hin, im grauen —
Anbetend liegt vor ihm die Welt in Schweigen;
Und feierlicher geht der Sterne Reigen,
Erstarrte Weltsysteme aufzuthauen.
... weiterlesen


Draußen am wilden Meer

Es fährt mit lustigen Wimpeln
Ein Schifflein am Teich umher,
Doch draußen kann es nicht segeln,
Draußen am wilden Meer.

Dein Herz ist Engelsgüte
Und ... weiterlesen


Die Wegweiser des Menschengeschlechtes

Es geht von Geistermenschen eine Sage,
Die einsam durch das Flammenmeer der Zeiten
Erhob`nen Haupts und stolzen Blickes schreiten
Und Antwort geben jeder Schicksalsfrage.
... weiterlesen


Oede Länder

Es gibt am Saum des Erdballs öde Länder,
Wo jach der Weltumsegler Pfad will enden;
`s ist als ob da der Menschheit Marken ständen;
Und sichtbar sind des Erdbau`s ... weiterlesen


Einsames Leid

Es gibt ein Leid im Leben,
Das ist des Namens baar;
Man konnt` ihm seinen geben,
Der nicht zu sonnig war.

`s ist nur den stärksten Seelen
Vom Himmel ... weiterlesen


Milde Tage

Es gibt so manche Tage,
Wo recht mit junger Pracht
Wie eine todte Sage
Vergangnes Glück erwacht;
Da kommt für jede Seele
Ein Frühling wunderbar,
Der weckt ... weiterlesen


Keilschrift

Es liegen unter`m Sterngezelt
Fern auf Chaldäa`s Haide
Die grauen Trümmer einer Welt,
Vom Sturme des Geschick`s zerschellt,
Bedeckt von schwarzem Leide.

... weiterlesen


Ein wilder Tag

Es schlafen drunten tief in Felsenengen
Der Zukunft Kinder, dämmerungumgeben,
Beim Erdmagnet, um den in Sturmesweben
Sich sausend alle Schöpfungswunder drängen.

... weiterlesen


Im Eis des Jenisei

Es schläft ein altes Mammuth
Im Eis des Jenisei,
Schon manch` Jahrtausend sauste
An seinem Pelz vorbei.

Nur kömmt manchmal ein Sommer,
So recht ... weiterlesen


Am Schienengeleise

Es war am Schienengeleise
Bei Sonnenuntergang;
Die Lüfte strichen leise
Den Eisenpfad entlang.

Und an mein Lieb, das süße,
Das ferne, hab` ich ... weiterlesen


Ein Maitag

Es war ein linder Tag im Mai,
Da glitt zum erstenmal
Der Zauberblick an mir vorbei,
Der meinen Frieden stahl.

Und durch die Bäume, goldumlaubt,
Fiel heller ... weiterlesen


König Hakon

Es war eine Schlacht auf blutigem Feld
Geschlagen bei Fyrisvalla
Und König Hakon, der streitbare Held.
Ging heim in`s gold`ne Walhalla;
Die Sonne, sie sank in die Woge so ... weiterlesen


Romanze

Es waren einmal drei Mädchen,
Die liebten einen Mann,
Der aber nahm zum Weibe
Von ihnen keines an.

Er war ein hübscher Junge,
Wohl auch ein bischen ... weiterlesen


Das kluge Fräulein

Es wohnt ein Fräulein im Marmorhaus,
Das schaut beim Bogenfenster heraus
Und denkt sich dabei:
Ei ei, ei ei,
Wo bleiben die Grafen, die Freier, so lange?
Dem armen ... weiterlesen


Ein wildes Märchen

Fern aus der Südsee blauen Wellen tauchen
Vereinsamt Inseln auf, weltunbekannt,
Auf denen hohe Feuerberge rauchen,
Vom Scheitel bis zum Fuß verkohlt, verbrannt.
Die ... weiterlesen


Ein stiller Ort

Fern in der Welt, hoch über dem Meer,
Von, gewaltigem Fels getragen,
Da schimmert ein Friedhof weit und hehr,
Um den die Wolken jagen.

Da liegt im Rasen Stein an ... weiterlesen


Fliege hin!

Fliege hin im Abendlicht,
Welkes Blatt vom Baum des Lebens!
Ringe nicht, es ist vergebens,
Um dein Dasein ringe nicht!

Fliege hin! Es geht im Kreise
Ueber ... weiterlesen


Antwort

Ganz leise hab` ich dich gefragt,
Ob du mich lieben wolltest;
Da senktest du das Auge licht
Und wurdest roch und wußtest nicht,
Was du mir sagen solltest.

... weiterlesen


Des Lebens Räthsel

Gerungen hab` ich oft in Folterqualen
Des Geistes, wenn in wildverworr`nem Streben
Ich Wege suchte durch das dunkle Leben,
Das pfadlos liegt und ohne Sonnenstrahlen.
... weiterlesen


Sonnwendfeuer am See

Gespensterwolken hangen
Hoch über die Berge herein
Einsame Sterne bangen
Am Himmel mit fahlem Schein;

Es streckt sich der See ohn` Ende
In stiller ... weiterlesen


Flammende Zeiten

Granitgebirge stehen
Am dunklen Erdenrand;
Des Weltmeers Wogen gehen
Um ihre Riesenwand.

Es stammen heil`ge Feuer
Darauf in lichtem Schein;
... weiterlesen


Wechsel

Hoch droben auf der Kalkgebirge Jochen
Versteinert liegen wundersame Reste
Uralter, unbekannter Meeresgäste,
Und bleiche, tausendjähr`ge Riesenknochen.

... weiterlesen


Am Bergsee

Hoch oben in den Bergen,
Da liegt ein schwarzer See,
Umhaust von Elfen und Zwergen
Und kalt wie Gletscherschnee.

Da Hab` ich oft gesessen
Und um mein Lieb ... weiterlesen


Wellengeschichten

I.

Beim Wogensang in stillem Traume
Saß ich am weißen Ufersand;
Und schaute, wie am Ländersaume
In lichtem Flug die Wolke schwand.

Die Sonne ... weiterlesen


Schönen Dank!

Ich bin nicht viel gewesen: —
Ein jung Studentenblut.
Konnt` nichts als schreiben und lesen,
Doch war sie mir schon gut.

Die alten Weiber alle,
Sie ... weiterlesen


Stumm

Ich habe seit langen Tagen
Bedacht, wenn ich dich sah`,
Was ich dir wollte sagen
Und was dann wohl geschah`

Ich habe sie lang ersonnen,
Die Worte voll Gluth ... weiterlesen


Eitle Sorgen

Ich hab` um dich getrauert
So manchen langen Tag,
Weil mit Granit ummauert
Dein Herz in Schweigen lag.

Ich sah die Sonne scheinen;
O Gott — was gab sie ... weiterlesen


Das waren glückliche Zeiten!

Ich kenn` einen treuen gewaltigen Baum
Mit weiten grünenden Zweigen;
Der schaut über Wald und Bergessaum
In der Wolken luftigen Reigen.

Da sangen hell der ... weiterlesen


Wo komm ich hin?

Ich komme nicht zur Klarheit
Bis ich gestorben bin;
Die alte Wunderbarbeit,
Sie zieht mich immer hin.

Ich sehe Geister schwanken,
Wo andren keine sind -,
... weiterlesen


Milder Trost

Ich möcht` mein bleiches Angesicht
Hinlegen in deinen Schooß;
Da sä`h`st du doch den Kummer nicht,
Den Kummer um mein Loos.

Mit Thränen netzt` ich dein ... weiterlesen


Hohe Liebe

Ich will in deiner Seele Grund
Mehr als ein Herrgott sein!
Sollst keinen sonst erkennen
Und keinen Namen nennen,
Als meinen ganz allein!

Die Sterne, die ... weiterlesen


Verschollenheit

Ich wollt` ich wär` verschollen
So ein Jahrhundert lang;
Vorüber ließ ich rollen
Der Zeiten Sturm und Drang.

An sonnigem Waldesende,
Da saß` ich wohl in ... weiterlesen


Sterne - Menschen

In hochgezog`nen Flammenbahnen schweifen
Seit grauer Urzeit alle die Planeten,
Um tönend einen Herrscher anzubeten,
Den ihr granit`nes Herz nie kann begreifen.

... weiterlesen


Eigene Wege

Jedes liebt in and`rer Weise,
Jedes Lied hat eig`nen Klang,
Jeder Stern hat seine Gleise,
Jedes Ding hat seinen Gang.

Darum will ich nimmer grollen,
Wenn ... weiterlesen


Am Altare

Jüngst sah ich dich im Traume geh`n
Mit Nonnen zum Altare;
Ich sah sie betend um dich steh`n,
Sie schnitten dir ab die Haare.

Und als die dunkle Locke fiel,
... weiterlesen


Kein Wort mehr!

Kein Wort mehr will ich sagen
Von dem, was mich bewegt,
Will alles stille tragen,
Was du mir auferlegt.

Kein Wort mehr will ich sagen,
Wie mir`s im Herzen ... weiterlesen


Aladins Wunderlampe

Kennt ihr sie nicht, die alte Zaubermähre,
Die alle Palmen Syriens erzählend
Ihr lauscht der Araber bei den Cameelen,
Der Abendländer, lehnend am Gewehre;
Ihr ... weiterlesen


Heinrich des Dritten Ende

Legt mir Schwert und Schild zur Seite,
Meine gute blanke Wehr,
Die ich trug in manchem Streite
Für des deutschen Reiches Ehr`!
Nimmer sollen sie erklingen,
Denn ... weiterlesen


Meine Sonnenwende

Leuchtend einst in hehrer Klarheit
Sah ich eine Sonne geh`n,
Bilder ew`ger Wunderbarheit
Sah ich schimmernd mich umsteh`n;
Gold`ne Blüthen sah ich hangen
Aus dem ... weiterlesen


Brief

Lieber Freund im Aetherlande,
Als du auf Gespenstersocken
Neulich an mein Bett geschlichen,
Bin ich fürchterlich erschrocken.

Aber harmlos war dein Kommen:
... weiterlesen


Einsames Leben

Mir ist zu Muthe, wie dem letzten Stern,
Der an der Markscheid ew`gen Dunkels stehen
Und Wache halten muß und still sich drehen
Um seinen eigenen verkohlten Kern.

... weiterlesen


Aus jeder Blume

Mir ist, als schaute dein Auge
Aus jeder Blume zu mir,
Als sänge Wind und Wellenzug
Ein leises Lied von dir.

Es mahnt mich jede Stunde
An süß vergang`ne ... weiterlesen


Heliogabalus

Mit seinen Senatoren saß beim festlich reichen Mahl
Bassianus Heliogabalus zu Rom im Kaisersaal.

Er sprach, indem er reichbekränzt den gold`nen Becher hob:
„Man ... weiterlesen


Des Himmels Wille

Nicht stahl ich dein Herz wie ein Dieb in der Nacht,
Dein Herz, das milde, das reine!
Es folgte dem eignen innersten Drang
Der Liebe, die es gehegt so lang;
Freiwillig ... weiterlesen


Leb wohl!

Sie sind wohl über dich gekommen,
Als du betrübt warst und allein.
Und haben dir den Muth genommen,
Zu lieben und geliebt zu sein!

Sie sprachen viel und sprachen ... weiterlesen


Was sie gesagt

Sie wußte nicht, was sie sagen sollt`
Und hat doch so bitter geklagt;
Als ihr vom Auge die Thräne rollt`,
Da wüßt` ich, was sie gesagt.

Sie schaute mich an — ... weiterlesen


Flammenliebe

Siehst du sie durch den Eichwald fliegen,
Frau Allgund, weit voran dem Troß?
Siehst du den schlanken Leib sich wiegen
So herrlich auf dem weißen Roß?
Es stäuben ... weiterlesen


Mein altes Schiff

So haben sie dich denn zerschlagen,
Zersplittert diesen schlanken Bau,
Der oft iu lichten Sommertagen
So fröhlich schwamm im Wogenblau?
Gebrochen diese starken ... weiterlesen


Das Scheiden

So schwer ist nichts als Scheiden,
Es thut nichts mehr so leid,
Als ein Treuliebchen meiden
Für alle alle Zeit.
Kein Beten ruft vergang`nes Glück,
Vergangene ... weiterlesen


Die Träume lügen

Sonst, wenn dunkle Geisterstimmen
Nächtens mir an`s Ohr geschlagen,
Glaubt` ich wohl, es würde Wahrheit,
Was die Träume vorhersagen.

Doch seit jüngst mir ... weiterlesen


Zaroaster

Tausend Naphtaquellen springen
Rings um Caspis graues Meer,
Hohe Flammensäulen schwingen
Sich auf Thürmen hin und her,
Flammenwolken sprüh`n die Steine
... weiterlesen


Ein verschollenes Volk

Tief in des Mondgebirges Felsenthälern,
Da lebt ein weißes Völkcken, fremd an Sitten,
Stillstehend bei des Zeitgeistes Riesenschritten,
Doch fern auch von der Menschheit ... weiterlesen


Eingesunkene Luftschlösser

Um geborst`ne Marmorhallen
Leuchtet Abendsonnenschein
Und die welken Blätter fallen
In das schlummernde Gestein,
Bilder schauen aus den Wänden
Von Jahrtausenden ... weiterlesen


Treue Wacht

Viel alte Tannen ragen
An deinem Haus entlang;
Draus schallt in Frühlingstagen
Goldheller Vogelsang.

Die starken Wurzeln strecken
Sie unter dein Gemach;
... weiterlesen


Was die Erde trägt

Viel trägt die Erde! Himalaya`s Kette,
Wie mag sie drücken auf des Weltbau`s Bogen!
Gewichtig sind auch aller Flüsse Wogen
Und schwer der Ocean in seinem Bette!

... weiterlesen


Frühlingspaffen

Viel vom Lenze hört` ich sagen
Und von seiner linden Pracht
Und von wunderlieben Tagen,
Tagen ohne Frost und Nacht;
Dumme kleine Schmetterlinge
Schütteln ab den ... weiterlesen


Zweiundzwanzig Jahre

Vom Flore der Vergessenheit umzogen
Erblick` ich manchmal eine alte Zeit;
Da rauscht ein breiter See mit grünen Wogen,
Gewalt`ge Berge glänzen drüber weit;
Da war ... weiterlesen


Ein Fleckchen grüner Erde

Von allem Erdenraume
Ein Fleckchen grün und klein,
Das fällt im Lebenstraume
Mir immer wieder ein.

Halb liegt es am Ufersande,
Halb in des Waldes Huth
... weiterlesen


Der Golfstrom

Von der Antillen schimmernden Gestaden
Geht eine Straße bis zu Erin`s Strande,
Die ewig rauscht; sie führt nicht über Lande,
Sie dehnt sich auf der Wogen Schanmcascaden.
... weiterlesen


Seelenwanderung

Vor Jahren war mir schon vergönnt, zu weilen
Auf and`rem Stern, wie eine lichte Sage
Schrieb ich Erinnerungen jener Tage
In meiner Seele Grund mit Flammenzeilen.

... weiterlesen


Am Neujahrsmorgen

Was blitzt durch Wolkenflor
Wie Hoffnungszittern?
Es hebt sich leuchtend empor
Aus Nebelgittern.

Ein mächtiger Odemzug
Hallt her im Blauen —
... weiterlesen


Ein Wort

Was brauch` ich mehr zu fragen,
Ob ich dein Herz gerührt?
Hochauf seh` ich sie schlagen,
Die Gluth, die ich geschürt.

Ein Wort hab` ich gesprochen;
Ich ... weiterlesen


Was dich mir gar so lieblich macht

Was dich mir gar so lieblich macht,
Das ist die milde Güte,
Die stets aus deinen Lippen lacht
Und wohnt in deinem Gemüthe.

Dein Leben ist ein heilig Lied
... weiterlesen


Getrost

Wenn auch gleich mit jedem Tage
Eine Hoffnung muß vergeh`n:
Herz, behalte deine Klage,
Lerne lieben und versteh`n!

Magst du schlafen oder wachen:
Immer ... weiterlesen


An eines Jahrtausends Ende

Wenn ein Jahrtausend zitternd ist verklungen,
Dann reckt der Weltgeist die verschlafnen Glieder
Und wirft als Staub aus seinem Goldgefieder
Verschollene dämmernde ... weiterlesen


Heimkehr

Wenn einem Menschen gute Geister zeigen
Den ew`gen Wechselgang im Strom der Zeiten,
Dann hört er, wie in unbegriff`nen Weiten
Um`s Urlicht donnert der Gestirne Reigen.
... weiterlesen


Wies möglich war?

Wenn ich vor Zeiten
Mit dir ging
Und deine zarte
Gestalt umfing;
Wenn unter Bäumen
Ich bei dir saß
Und alles And`re
Drob vergaß:
Da dacht` ... weiterlesen


Demuth

Wer läßt die Wimper sinken
Als wär` zu hell das Licht?
Die Sonnenstrahlen blinken
In`s Auge der Demuth nicht!

`s ist, wie sie kam, verschwunden
Ein ... weiterlesen


Alexander Severus

Wieder stand im Römerreiche
Leer der Thron für einen Tag,
Während Heliogabal`ö Leiche
Noch am Palatinns lag.
Tief in feines Herzens Grunde
Saß der ... weiterlesen


Am achtzehnten Geburtstag

Wir gingen durch die stille Nacht
Dahin in seligen Träumen;
Im Aether entglommen die Sterne sacht;
Es rauscht` in den hohen Bäumen.

Mir war, als hätt` ich in ... weiterlesen


Beim Wandern

Wärst du beim hellen Sonnenschein
Gegangen in die Welt hinein
Zu wandern:
Sie hätte wohl ihr Glück und Gold
Auch deinen Augen aufgerollt
Wie andern!

... weiterlesen


Brautnacht in See

Zerkrachend sank der letzte Mast, hinsaust das Schiff iu wildem Flug;
Zermalmend stürmen, schaumesweiß, die Wogenriesen an den Bug;
Im Blitzesscheine scharf und schwarz auftaucht ein ... weiterlesen


Der Thurm von Eddystone

Zu Eddystone im Leuchtthurm sitzt Heinrich Winstanley
Und schaut mit trübem Muthe hinaus in die wilde See.

Zu Eddystone, da brüllen die Wogen, da heult der
Sturm, Da ... weiterlesen


Kadmeische Saat

`s ist eine neue Saat von Drachenzähnen
In meines Herzens Tiefen jüngst entsprossen;
In Stahl gekleidete Gedanken schossen
Daraus mit wildem Blick und Eisensehnen.
... weiterlesen


Nach der Ballnacht

`s war eine Nacht, beim Licht von tausend Kerzen
Durch schwärmt im Säulensaal; Musik erklang,
Die tief im jungen freudetrunk`nen Herzen
Ein Echo fand, melodisch, ernst und ... weiterlesen


Das Christenthum im Walde

„Schlagt die Teufelseichen nieder
Mit dem gottgeweihten Beil!
Laßt erschallen fromme Lieder
Zu der arg Bethörten Heil!
Bauet eure Friedenstempel
Mitten in ... weiterlesen



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