A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Max Dauthendey


Vision

! Stöhnendes Graugelb. Aber das
Stöhnen nur im Blick. Lautlos sonst und
mit unterdrücktem Atem. ! Und ein
Blau, Ein Blau, aus dem ganz zarte
silberne Glocken spiele singen,
... weiterlesen

Anzeigen



Des großen Krieges Not

1914-1918 Der Abendhimmel bräunt
sich still entzündet, Das Meer wird
blasser und von Dunkelheit
umzäunt. Und alte Bäume, in den
Kronen breit gerundet, Die wurzeln an
dem
... weiterlesen


Schwarz

Abgestürzt. Die
Spätnachmittagssonne in der
Hauptstraße von Partenkirchen. Die
Häuser gelb vom Licht gestreift. Das
Schweigen schwemmt die Straße
hinunter. Beim Bader vor der
... weiterlesen


Wenn wir lieben

Ach, gibt es ein göttlicher Weh als die
Liebe, Gibt es ein köstlicher Glück
als ihr Leid, Streift sie auch nur mit
dem Finger Dein Kleid Mitten im
sinnlosen Straßengetriebe!
... weiterlesen


Küßte ich zur Nacht

Ach, wie fröhlich und gesund Mich die
Liebe macht! Bin der beste Mensch am
Tag, Küßte ich zur Nacht. Arbeit
tut von selber gehn, Jeder Schritt ist
Dank, Rede
... weiterlesen


Küßte ich zur Nacht

Ach, wie fröhlich und gesund Mich die
Liebe macht! Bin der beste Mensch am
Tag, Küßte ich zur Nacht. Arbeit tut
von selber gehn, Jeder Schritt ist
Dank, Reden, die
... weiterlesen


Geliebte

Aller Oktobertage Schar, des Monats, der
einst Dein Gebärer war, Ist golden wie
Dein seidengoldnes Wunderhaar, Ist wie
Dein Auge aller Wirklichkeiten
bar. Dein Blick, der stets durch siebe
... weiterlesen


Alles wird wertlos

Als ich Abschied nahm von deinem
Mund, Hielt mich noch dein Haar wie
Arme fest; Ich ward stumm von der
Stille jener Stund, Und von deiner
Träne blind, Die mich nicht mehr
verläßt.
... weiterlesen


Als siehst Du in ein Buch hinein

Als siehst Du in ein Buch hinein, Und
des blassen Papieres heller
Schein Liegt Dir im Gesicht, und bleich
wie Stein Wird Deine Stirn von des
Buches Licht. So gehst Du im Herbst den
W
... weiterlesen


Lange Nebel, dahinter die Glocken läuten

Als will im Herbst der Himmel sich
häuten, Schleift jeder Morgen die
Nebel nach, Lange Nebel, dahinter die
Glocken läuten; Die Welt wohnt unter
grauem Dach. Die Nebel sich über di
... weiterlesen


Herbstwind

Als will man dem Herbstwind die Liebste
einmauern, Hör` ich ihn klagen mit
halblautem Trauern, Als hat er die Wege
hin zu ihr verloren Und bettelt
verrannt vor verschlossenen Ohren.
... weiterlesen


Unsterblich sind nicht nur die Sorgen

Am Barbaratag im dürrsten Hag, Langsam
der Saft wieder steigen mag, Glück
schwebt schon draußen in kahlen
Zweigen, Hebt leise an Leises zu
geigen: Jetzt tut dir noch jede
... weiterlesen


In Würmern zerfressen

An allen Bäumen die Blätter Stehen
von Würmern zerfressen, Dein Auge hat
mich vergessen, Mir ist weh wie den
Bäumen geschehen. Dürr wie die
Rippen der Blätter Se
... weiterlesen


An meinem Fenster in kahler Nacht

An meinem Fenster in kahler Nacht Hat
weiß wie ein Kätzchen der Mond
gewacht. Der Mond und mein Herz sie
flackerten nur Und folgten still einer
glimmernden Spur. Ha
... weiterlesen


Augustmond im Weinberg

Angustmond durch den Weinberg
streicht Und hat den Reben die Brust
gereicht. Er, der hinter Verliebten
schleicht, Will Räusche Verliebter den
Trauben geben; Wo zwei ein volles Glas
... weiterlesen


Auf meinem Schatten kühl ich saß

Auf meinem Schatten kühl ich saß Und
legte mein Gebein ins Gras, Mein Auge
stieg zum Grün und Blauen Und tat aus
Wolken Häuser bauen. Und Menschen
setzte ich hinein, Schri
... weiterlesen


Reif

Auf schwarzen Auen Kalte grünblanke
Mondrosen. Scharf kristallene
Sternblüten, Und senken weißen
klingenden Samen In die weißen
singenden Winde. Streng keimen marm
... weiterlesen


Goldene Tränen

Aus der Asche gestürzter
Jahre Tränen, die einst unser Glück
geweint Goldene Tränen
... 1 Weißt du noch damals? Ein
Wintertag. Schnee gelb geborsten um Bau
... weiterlesen


Messina im Mörser

Aus meinen Gedanken der Groll nur schwer
flieht, Seht, die Erde geriet ins
Wanken, die uns tragen soll. Ihre
Steine wurden lebendig, wie wilde
Pferde, und toll, Daß die Welt ihre
Gräber w
... weiterlesen


Muß bald wirklich, bald unwirklich sein

Beschwörst Du die Blätter der
Bäume? Sie fallen rot vor Deinen
Fuß. Gabst Du ihnen die Farb` Deiner
Träume, Daß es Feuer vom Baum regnen
muß? Der Himmel selbst will si
... weiterlesen


Totes Feuer

Blaß schweigt der Mohn. Noch ein
fernes Schwingenrauschen, Hohle Stille
dann... Und die leeren Kelche
lauschen. Klaffend geöffnet Hungernde
Grüfte. Steine klagen.
... weiterlesen


Kuckuckruf

Braune Blätter spülen auf dem
Schlamme. Aus den
Schattenschluchten Mondnachtaugen einer
Hindin. Scharlach, schwül, von kalten
Schwämmen. Zwischen schwarzen
Wurzeldämmen E
... weiterlesen


Kuckuckruf

Braune Blätter spülen auf dem
Schlamme. Aus den
Schattenschluchten Mondnachtaugen einer
Hindin. Scharlach, schwül, von kalten
Schwämmen. Zwischen schwarzen
Wurzeldämmen Eine b
... weiterlesen


Erster November

Da draußen ist frühe Nebelnacht, Die
hat den Tag um Stunden bestohlen, Hat
aus den Fenstern Laternen gemacht. Ich
möchte mir den Mond herholen, Daß ich
einen hätt`, der ewig lac
... weiterlesen


Die Nebelkuh

Da draußen zieht weiß die
Nebelkuh, Lautlos führt sie einer auf
filzenem Schuh. Sie brüllt, wenn sie
am Fluß hingeht, Ihre weiße Haut sich
gewaltig bläht. Es wird von Nebelkü
... weiterlesen


Mein Herz fährt auf, das dort im Monde saß

Das Gras ist feucht, der Mond hängt
angebrochen, Und sengend drängt er
durch den Lindenbaum, Bleibt auf den
Blättern schwer und schlafend
liegen, Daß sich die Zweige unterm
Monde biegen
... weiterlesen


Die Nelken glühen auf allen Altanen

Das Laub gibt sich dem Abend hin, Nur
Wolken prunkend ans Fenster ziehn, Die
sind so feurig anzuschauen Wie
kleiderlose schöne Frauen. Wie Frauen,
die nach Freiern fahnen, Se
... weiterlesen


Das Laub, das im Sommer so rauschend sang

Das Laub, das im Sommer so rauschend
sang, Das Laub ist von den Bäumen
gestiegen. Voll stiller Blätter, gelb
und braun, Liegen noch stiller die
stillen Wege. Wie Duft von tausen
... weiterlesen


Das Nebelschwein

Das Nebelschwein rennt im Wald und
sucht, Es riecht der Wald nach der
Eichel Frucht. Die starken Eichen stehn
braun und versinkend, Es hat der Tod
den Wald verflucht. Das Sch
... weiterlesen


Ein Klumpen Eis

Das verschnörkelte eiserne Tor am
Park Steht voll geschmiedeter Rosen
schwarz und stark. Sie sind die
einzigen Blüten bei
Winterbäumen, Kahles Astholz starrt zu
den Wolkenräumen.
... weiterlesen


Indes die Sonne verrinnt wie ein vergossener Tropf

Das Waldtal in Purpur und Ocker
prunkt, Wie eines Malers verwegene
Palette; Bergfernen in Indigo
getunkt, Silberfelder voll Disteln und
Klette. Die Mückenschar spielt, als
gäb`s ke
... weiterlesen


Von dir lachen noch meine Träume

Dein Leib ist reich gewirkt wie ein Feld
voll Honig und königlicher Blumen Und
kommt weich und heimlich wie der Mond in
mein Bett. Von dir lachen noch meine
Träume und bewachen dich.
... weiterlesen


Und die Welt ward mein eigen

Deine Augen verschweigen nichts
mehr, Und die Welt ward mein eigen. Mit
roter Geigen Genuß spielen die Tage uns
auf, Die vielen Lieder sind Blumen vor
unserm Fuß. Die Liebe steht wie e
... weiterlesen


An deinen Lippen

Deine Küsse halten mich glühend
wach, Sie gehen wie feurige Sterne ums
Dach. Au deinen Lippen wird`s Blut
mir rot, Mein Herz springt ins Feuer,
mein Auge loht. Dein
... weiterlesen


Feuerzeichen im Abend

Der Abend schaut über die
Fensterkanten Durch herbstliche
Laubberge, die braungebrannten. Ich
sehe Wolken ihre Lichtersprache
schreiben Über den Bergen, die ewig
unbeweglich bleiben.
... weiterlesen


Keine Dunkelheit trägt dich aus meinem Aug`

Der Abend trägt die Dinge fort, Damit
die Herzen näher zueinander
rücken. Noch die Nacht hat einen
glühenden Faden, der uns
leuchtet, Keine Dunkelheit trägt dich
aus meinem Aug`.
... weiterlesen


Drinnen im Strauß

Der Abendhimmel leuchtet wie ein
Blumenstrauß, Wie rosige Wicken und
rosa Klee sehen die Wolken aus. Den
Strauß umschließen die grünen Bäume
und Wiesen, Und leicht schwebt über
der go
... weiterlesen


Drinnen im Strauß

Der Abendhimmel leuchtet wie ein
Blumenstrauß, Wie rosige Wicken und
rosa Klee sehen die Wolken aus. Den
Strauß umschließen die grünen Bäume
und Wiesen, Und leicht schwebt über der
goldn
... weiterlesen


Mit Gewitterfurcht in den Rippen

Der Berg ist vom Gewitter umlauert, der
Fluß steht fest wie angemauert. Fluß
und Abend und Berg erwarten den
flatternden Ritter, Den ersten
Frühlingsblitz, von dem der Efeu im
Garten Im Vor
... weiterlesen


Der ewige Wanderer, der Wind

Der ewige Wanderer, der Wind, Kam
hochgeschossen mit großen
Schritten, Hat die Bäume unbeirrt
umhalst, Die verwirrt geworden
sind; Sie haben verdrossen Mit
Holzarmen nach ih
... weiterlesen


Die Schlafende unterm Nußbaum

Der grüne Nußbaum, mit den grünen
Nüssen, Steht ausgebreitet in dem
Sommerraum, Mit seinen Blätterschirmen
rund geweitet, Die lautlos Deinen
Schlaf behüten müssen. Und nur der
... weiterlesen


Das heilige Feuer

Der Himmel blau von einem rauschenden
Blau, ein schwellender Afford. Eine
Wiese, wie grünes dunkles Glas, ein
gestautes Grün. Ein Altar in der
Mitte, graublauer Stein, rund. Eine
Flamme golddü
... weiterlesen


Herbstmond

Der kürbisgelbe Mond auf seinem
Geistergang Schwebt überm Bergabhang
und lebt Im Abendlicht schon hell der
Nacht voraus. Er fliegt mit mir am
Bahngeleis entlang Und liegt im Himmel
... weiterlesen


Die Herzensfrau

Der Mittag liegt mit mir im Gras, Die
Wolken ziehn tiefblaue Straß, Die Welt
ist grün und weiß und blau, Zu mir
setzt sich die Herzensfrau. `Rot,`
spricht sie, `ist die ganze Welt
... weiterlesen


Die Herzensfrau

Der Mittag liegt mit mir im Gras, Die
Wolken ziehn tiefblaue Straß, Die Welt
ist grün und weiß und blau, Zu mir
setzt sich die Herzensfrau. `Rot,`
spricht sie, `ist die ganze Welt,
... weiterlesen


Nacht um Nacht

Der Mond zieht hinterm Schiff
einher, Er wird des Abends Herr im
Meer, Begleitet Nacht um Nacht die
Fahrt. Ich hab’ ihm forschend
nachgestarrt, Ich fragte ihn: „Wohin
so
... weiterlesen


Der Morgen ging in roten Bergen auf

Der Morgen ging in roten Bergen
auf, Die Erde fing in tiefer Kohle
Feuer. Es brannte noch des Tales dunkle
Sohle Rot, als ermannte sich das
älteste Gemäuer. Und keiner diese
Wege m
... weiterlesen


Gartenwelt

Der offene Mohn erhellt die Gartenwelt
verwundert, Die Morgensonne fällt
durch feuerrote Kressenblüten, Und
Schmetterlinge, all die hundert weißen,
stummen, Auf heiße Blumen hingestellt
... weiterlesen


Phallus

Der Riese Zeit und das Mannweib
Leben Trafen sich heiß in der
Juninacht. Sie legten sich nieder am
Berg in die Reben, Hoch auf dem Berg
standen die Sterne, Hoch über den
Sternen ra
... weiterlesen


Phallus

Der Riese Zeit und das Mannweib
Leben Trafen sich heiß in der
Juninacht. Sie legten sich nieder am
Berg in die Reben, Hoch auf dem Berg
standen die Sterne, Hoch über den
Sternen rausch
... weiterlesen


Vorm Springbrunnenstrahl

Der Sommer brennt nicht mehr auf meine
Haut, Ich habe viel zu lang in die
Ferne geschaut, Daß mich das nächste
Gartenbeet nicht mehr kennt, Und mich
der alte Buxbaum schon Fremdling nennt
... weiterlesen


Fledermäuse

Der Sommerabend mit Hell und
Dunkel, Mit Wolken wie ein geflecktes
Fell Und seinem unklaren
Gemunkel Steht wie auf Zehen auf einer
Stell. Schnell über die Köpfe der
Bäume
... weiterlesen


Du bist mehr als ein Frühling

Der süße Flieder steht nur einmal im
Jahr auf dem Baum, Deine Brüste blühen
mir jahraus, jahrein, du bist mehr als
ein Frühling. Meine Wünsche glänzten
wie die Sprossen der Kastanie,
... weiterlesen


Wem ein Seufzer fiel in den Schoß

Der Tag legt endlich die Krone ab, Groß
und mächtig wächst jeder
Baum; Sehnsucht tritt an der Wipfel
Saum, Und Seufzer fallen von Wolken
herab. Die Blätter hängen wie Stein
bei Stei
... weiterlesen


Mond überm Eis

Der Wintermond, der übers Flußbett
scheint, Hat sich aufs Eis gelegt, wie
auf ein Brett, Wie eine goldne Säge,
die dort sägt. Der graue Fluß stand
Tag und Nacht schon still,
... weiterlesen


Des Abends die Schwalben

Des Abends die Schwalben am Himmel
hinschießen, Sie müssen zur Nachtzeit
den Mond aufschließen. Sie eilen
hinauf ans kalkweiße Tor Und heben den
pfeifenden Riegel empor.
... weiterlesen


Des hab’ ich mich noch nie bedankt

Des hab` ich mich noch nie
bedankt, Daß deine Hände nach mir
langen Und deine Lippen mich
empfangen, Daß in den Hügeln deiner
Brüste Ich mir fürs Leben Sehnsucht
küsste,
... weiterlesen


Die Amseln haben Sonne getrunken

Die Amseln haben Sonne getrunken, Aus
allen Gärten strahlen die Lieder, In
allen Herzen nisten die Amseln, Und
alle Herzen werden zu Gärten Und
blühen wieder. Nun w
... weiterlesen


Die Bachwelle

Die Bachwelle schlüpft am Waldpfad
hin, Das Wasser will Kreise um
Wandernde ziehn. Durchsichtig sind
des Wasser Falten Und wollen wie ich
ein Bild festhalten. Es bli
... weiterlesen


Die blaue Kornblum wohnt versteckt

Die blaue Kornblum wohnt versteckt, So
hab ich meinen Schatz entdeckt. Sie
kann nicht meinen Händen wehren, Wiegt
sie wie`s Sommerfeld die Ähren, Die
Ähren sind jetzt körnerschwe
... weiterlesen


Du nahmst mir die Augen aus dem Kopf

Die blauen Fenster des Sommers stehen um
dich Und ein unerschütterlicher Himmel
dahinter. Du teilst Freude aus, wie nur
die schwerwiegende Sonne Freude
austeilt. Meine Tage fielen in das bede
... weiterlesen


Dezembernacht

Die Dezembernacht geht warm ins
Land, Wetterleuchten flackt in stummer
Ferne. Und die dunkelglatte
Himmelswand, Überblinkt von Stichen
starker Sterne. Dort das gelbe
Lämple
... weiterlesen


Dezembernacht

Die Dezembernacht geht warm ins
Land, Wetterleuchten flackt in stummer
Ferne. Und die dunkelglatte
Himmelswand, Überblinkt von Stichen
starker Sterne. Dort das gelbe
Lämplein le
... weiterlesen


Weihnachten

Die eisige Straße mit
Schienengeleisen, Die Häusermasse in
steinernen Reih`n, Der Schnee in
Haufen, geisterweißen, Und der Tag,
der blasse, mit kurzem Schein. Der
Kirchtü
... weiterlesen


Die Feder, die dies niederschreibt

Die Feder, die dies niederschreibt, Von
der nur diese Zeile bleibt, Die Feder,
dieses Stückchen Stahl, Fühlt meines
Fingers Freud und Qual. Mein Finger
sich nicht danklos m
... weiterlesen


Wir gehen wie zur Frühlingsstunde

Die gelbe Sonnenblumenschar schaut über
lange Zäune, Und letzter Scharlachmohn
beleuchtet rot die Ackerbräune. Unter
den Bäumen bei der nassen
Straß` Liegen die Zwetschgen blau im
grü
... weiterlesen


Die gelb und roten Dahlien spiegeln sich

Die gelb` und roten Dahlien spiegeln
sich Im flachen Wasser, das im
Parkgrün glänzt; Die Luft ist wie das
Wasser unbewegt. Die Seele allen
Bäumen längst entwich, Sie steh
... weiterlesen


Die junge Königin

Die junge Königin Betrachtet ihre
gleißen Schuh. Sie geht mit Unruh
durch die Säle, Mit weißen Wangen den
langen Tag, Und nichts vermag sie zu
versöhnen. Ihr Leben schein
... weiterlesen


Enttäuschung

Die junge Rose war erwacht In
Sehnsuchtschwüler Mondennacht. `Bist
du die Sonne! Du blaues Licht?` — Sie
preßt voll Wonne ihr
Blütengesicht, Bebend in wogenden
Qualen, In
... weiterlesen


Glühwurm im Gras

Die Juninacht, sie hat`s
entzündet, Und wie ein Blick, der dich
ergründet, So liegt ein kleines Licht
im Gras, Als flog es dir vom Herzen
fort, Ein Liebeswort, das ungesprochen
... weiterlesen


Schlossherrin

Die Maske der Sonne zog über durchlohte
Ähren, Wurde eine blutrote Nelke über
dem Walde Und flog entgegen ihrem
abendlichen Tode. Dämmerung riß den
Tag ein über der Halde, Nur
... weiterlesen


Im Mondschloss

Die Mondnacht war wie ein goldenes
Schloss gemacht, Schwebend über der
Zeit, mit offenen Toren himmelweit, Mit
Silbersaal an Saal gereiht, Mit
betreßten Schatten, die waren die
Diener und
... weiterlesen


Herbstnachmittag

Die Nachmittagsonne muß golden
verstauben Ums Glas einer Schale voll
weingelber Trauben, Voll rotblauer
Zwetschgen und Nüssen holzbraunen; Der
Goldstaub spielt drüber mit tanzenden
Laune
... weiterlesen


Das Dunkel griff uns um den Leib

Die Nacht am Fuß des Berges
stand, Jed’ Blatt ward eine dunkle
Hand, Der Weg uns unter den Füßen
schwand. Auf Moos und Wurzeln klang
hohl der Tritt, Und hinter und ginge
... weiterlesen


Die Mondscheinrune

Die Nacht öffnet ihr Tor, Du kannst in
den Himmel gehen, Wo Wege voll
silberner Leuchter stehen; So weit die
Augen sich dehnen Kannst Du Dich nach
Ewigkeit sehnen, - Kommt de
... weiterlesen


Mondaufgang

Die Nachtstunde wurde vom Mond
erlöst. Der entstieg mit offenem
Munde Dem finstern Tal und der finstern
Bergrunde Und glich einem Staunenden
über einem geheimnisvollen Funde. Sein

... weiterlesen


Die Bäume ersticken

Die Nebel wollen die Bäume
ersticken, Die Nebel, die sich gleich
Stricken rollen. Der Ahorn steht gelb
mit sterbenden Blicken Bei den Nebeln,
die ihn erwürgen sollen. Die Sonne hä
... weiterlesen


Seit mir Süßeres geschehn

Die Rosenhimbeer sitzt im Tann, Sieht
zuckrig alle Leute an, Doch seit mir
Süßeres geschehn, Laß ich die Beer
den andern stehn. Wie`s zähe Harz
aus Rinden tropft,
... weiterlesen


Weil’s Frühling ist, Frau Dauthendey

Die Schmetterlinge saßen gut Frau
Dauthendey am Frühlingshut, Und jeder
sprach: `Ich bin so frei, Weil`s
Frühling ist, Frau
Dauthendey.` Maikäfer saßen mehr
abwärts
... weiterlesen


Die Schwalben schossen vorüber tief dir zu Füße

Die Schwalben schossen vorüber tief dir
zu Füßen, Als sei ihr Flug ihr
Zeichen tief dich zu grüßen. Oft
dünkten die Vögel am Himmel mich mehr
klug Wie mancher, den ich nach Wegen
der
... weiterlesen


Die Sehnsucht peitscht

Die Sehnsucht peitscht mit scharfem
Dorn, Sie reitet mich wild Und gibt
mir den Sporn, Und ob mein Herz
streitet, Sie macht mir die Hände zu
Hufen aus Horn Und rennt mit mir
... weiterlesen


A Vespero

Die Sonne fällt zur Erde. Gellend
zerspringt ihr Licht. Dicht vor dem
blauen Tempel rollt sie nieder. Die
berstenden Strahlen jagen durch den
Tempelhain. Das Laub fliegt in
braunroten Fetzen, ge
... weiterlesen


Die Sterne

Die Sterne leben heute Nacht, Als sind
sie eben zur Welt gebracht; Als bieten
sich alle dem Leben an, Wie Kind und
Weib und ein jeder Mann. Sie stehen in
silbernen Gehäusen,
... weiterlesen


Herbstbacchanal

Die stolze Fülle verstümmelt,
gebrochen. Die reiche Erde
verknöchert, bestaubt. Fäule kommt
auf trägem Leib gekrochen Und reckt
voll Gier das graue Moderhaupt. Doch
trotzig str
... weiterlesen


Septemberabend

Die Stoppeln glitzern wie von scharfem
Sommerschweiße, Und eingedrückt, hin
durch die Abendfelder, winden sich
Geleise Von Rädern, welche längst
schon ihren Weg gemacht. Die Welt liegt

... weiterlesen


Flug der Vögel

Die Vögel verkörpern der Seele
Traum, Sie werfen sich frisch hinein in
den Raum, Sie folgen der Lust,
unirdisch zu sein, Und sind doch nur
Erde, wie ein geworfener Stein. Aber
sie
... weiterlesen


Der Welt Gesicht sind aller Welt Gesichter

Die Welt hat kein Gesicht von greifbarer
Gestalt. Vor einem Kind malt sie sich
stolz und wie ein Held, Vor einem
Greise ohne Durst, wie tausendjährig
Holz so alt, Den Dummen quält die Wel
... weiterlesen


Die Wolken standen wie Versteinerungen

Die Wolken standen wie
Versteinerungen, Als war der Herbst
jetzt auch in sie gedrungen, Sie
hielten sich nicht lebend mehr
umschlungen. Sonst schwammen sie wie
Vögel freigelassen.
... weiterlesen


Der Regen schlägt das Haus mit Ruten

Draußen die Regenwolken, die schwimmend
großen, Sind wie die Fische mit grauen
Flossen, Die Wasser aus den Kiemen
stoßen. Der Regen schlägt das Haus
mit Ruten, Laute Wasserflu
... weiterlesen


Heut abend

Droben am Berglein im Kirschenland Heut
abend ich mit meinem Vielliebchen
stand, Wo sie manch Schlüsselblümlein
fand. Sie winkte an des Bergleins
Rand Den Wolken zu mit glückliche
... weiterlesen


Drunten am Berg, vor meinen Beinen

Drunten am Berg, vor meinen
Beinen, Liegt die kleine Stadt, gewebt
aus Steinen; Keine Stadt einen Anfang
noch Ende hat. Es quillt aus ihr der
Drang der Zeit, Und der überspringt
die
... weiterlesen


Im Buchenwald

Du gehst tief auf dem goldenen Grunde
der Seen. Lautlos steigen in Strahlen
graue Korallen, Fließen Phosphorfeuer
von grünen Kristallen, Sinken Perlen
auf den braunwelken Grund. Dr
... weiterlesen


Im Buchenwald

Du gehst tief auf dem goldenen Grunde
der Seen. Lautlos steigen in Strahlen
graue Korallen, Fließen Phosphorfeuer
von grünen Kristallen, Sinken Perlen
auf den braunwelken Grund.
... weiterlesen


Rote Rosen

Du hast Deine Hand noch nicht auf die
Türklinke gelegt, Als Dir durchs
Türbrett der Rosen Brand schon
entgegenschlägt. Die Rosen sind Deinem
Herzen näher als manches Wort, Sie
geben ihr
... weiterlesen


Herdrune

Du kniest am Herd, die Flamme
schießt, Du bist nicht Fleisch, Du
bist nicht Erd`. Die Flamme bäumt
sich, wie Dein Pferd. Bist nicht bloß
Licht, bist nicht bloß Schein, Du bist
di
... weiterlesen


Du und ich

Du und ich! Wunschlose Seligkeit Strömt
deine Nähe über mich. Der Alltag wird
zur Sonntagszeit, Unsterblich schlingt
das Leben sich Um uns. Und
Menschengöttlichkeit Fühl
... weiterlesen


Weiter fällt mir mein Traum nicht ein

Du warst mir nah in meinem Traum, Deine
Stirn war weißer als dein Kleid. Ein
Kuß allein hatte zwischen uns
Raum, Mein Herz fand kaum zum Schlagen
Zeit. Ein Blick in deinen
... weiterlesen


Meerwassergeruch

Ein Blau aus fliehenden
Wäldern Sengend, nachtheiß. In
hohler Weite schneidend weiß. Sand bis
zum Erdrand. Wolkenschatten in
schwarzbleichem Zug, Stumme Geier in
lohendem F
... weiterlesen


Das Dunkel geht nicht aus den Dingen heraus

Ein früher Abend schleicht im Haus
herum, Er löscht die Farbe deiner
Wangen aus Und hängt dir seine Blässe
um. Maibäume stehen im Regen
gebückt, Die Berge dampfend voll
... weiterlesen


Der Liebsten Mund ist’s Reiseziel

Ein funkelnd Bächlein schiebt durchs
Tal, Und leise Melodie es gibt, Mir
scheint, daß es das Wandern
liebt. Die Tanne aufgepflanzt
dransteht, Ihr Wipfel gern im Himmel
tanz
... weiterlesen


Ein paar Raben schweben zur Stadt herein

Ein gilbernder Weinberg steht vor der
Tür, Ein paar Raben schweben zur Stadt
herein; Wolken und Berge sind draußen
allein. Wie schwarze Lettern ich die
Raben spür`, Die dunkel dem
... weiterlesen


Ein kahler Stein auf des Baches Grund

Ein kahler Stein, nackt wie ein
Knochen, Liegt grinsend auf des Baches
Grund, Die Wasser ziehn
unnterbrochen, Bereden ihn mit
schnellem Mund. Er wird zum Antlitz
blaß und düster,
... weiterlesen


Stein fliegt zu Stein, und Berg zu Berg im Singen

Ein Springbrunn spielte in dem Garten,
der verschwiegen, Und lernte sich im
heißen Mittag fliegen. Sein
Plätschern und sein Tun, in das die
Rosen starrten, Benarrten meine
Schritte, und i
... weiterlesen


Ein Herz, das in Liebe zu Deinem Herzen hält

Ein Stückchen sinkender Mond schaut
über den Ackerrand, Als vergräbt den
Mond eine unsichtbare Hand. Weit ins
Land hängt Stern bei Stern in der
Luft, Und sie alle sinken bald wie der
Mo
... weiterlesen


Ein Herz, das in Liebe zu deinem Herzen hält

Ein Stückchen sinkender Mond Schaut
über den Ackerrand, Als vergräbt den
Mond Eine unsichtbare Hand. Weit ins
Land Hängt Stern bei Stern in der
Luft, Und sie alle s
... weiterlesen


Der letzte Rest

Eine leere Fahnenstange Sieht zum
Regengrau hinauf, Dran zog ich als
Trauerwimpel Gern mein nasses Sacktuch
auf. Wie `ne Henne gackst die
Seele, Laut ausstoßend Schre
... weiterlesen


Abend (2)

Eine leere Fahnenstange Sieht zum
Regengrau hinauf; Dran zög ich als
Trauerwimpel Gern mein nasses Sacktuch
auf. Wie`ne Henne gackst die
Seele Lautausstoßend Schrei um Schre
... weiterlesen


Worte sterben, wenn die Träne spricht

Eine Träne, wenn gequält aus dem Auge
kroch, Wenn sie fällt, schlägt ein
Loch in die Welt. Wenn die Träne sich
bewegt, trägt sie Last; Berge rollen
bei der schweren Träne Hast.
... weiterlesen


Einst zerschlug mich die Einsamkeit

Einst zerschlug mich die Einsamkeit wie
dumm Holz Scheit um Scheit, Unter
deiner Hand wurden die Wunden ein
Traum, Im gesunden Baum singen mit
jungem Flaum deine Vögel. Dein Herz
h
... weiterlesen


Einst zerschlug mich die Einsamkeit

Einst zerschlug mich die Einsamkeit wie
dumm Holz Scheit um Scheit, Unter deiner
Hand wurden die Wunden ein Traum, Im
gesunden Baum singen mit jungem Flaum
deine Vögel. Dein Herz hat d
... weiterlesen


Sieben Gespenster und die Zeit

Es gehen die Uhren ihren Weg ohne
Spuren. Da hocken sie oben in ihren
Türmen bei Sonne und Stürmen Und
kauen immer die Stundenbrocken, Und
haben immer bis Mitternacht Und nicht
wei
... weiterlesen


Wintersonne

Es geht ein Licht vom Himmel wie
Rosenmilch. Geht durch die leeren Bäume
über den Schnee, über das Schilfdach
einer Hütte, über einen kauernden
blauen Mann und eine gelbe ziehende
Herde. Der
... weiterlesen


Eine Schmerzstimmung

Es ist eine starre frostige
Ebene, Tiefes graues Gewölk, Lautlose
Schwarze Vögel In flachem Flug. Und
zwischen dem Himmel Und zwischen dem
Erdrand Ein blasser hilflos
... weiterlesen


Es kamen die Nachtfröste die Bäume zu morden

Es kamen die Nachtfröste die Bäume zu
morden, Rot stehen die Bäume im
Herbsttag drin, Als sind sie Fleisch
und Blut geworden Und fallen mit
blutendem Leibe hin. Sie alle v
... weiterlesen


Die Stunden

Es kommen die Stunden und schlagen
Wunden Und reichen den Weinkrug in
vollen Runden Und schleichen ums Haus,
tragen Menschen heraus, Verjagen die
Fliegen, müssen Kindlein wiegen, Fa
... weiterlesen


Die Toten tranken die Welt mir leer

Es lag der Abendwind auf der Lauer, Es
stieg der Mond auf die Gartenmauer, Nur
ein paar Blätter im Baum waren
wach, Und die gespenstige Fahne hing
schaukelnd am Dach. Der Himmel war
... weiterlesen


Die Stunde stirbt wie in dem Wind die Frucht

Es rollen die Äpfel Dir vor die Füße
am Weg, Augustwind bläst mit vollen,
warmen Backen, Die Ähren stehen
struppig, gelb und träg, Und Wolken
wandern, wie Berge mit gläsernen
Zacken.
... weiterlesen


Holzflöße

Es sind Holzflöße den Fluß
herabgekommen, Die sind über die
Spiegelbilder der Ufer geschwommen. Es
sind tote Wälder, die den Fluß
hinabgleiten, Schiffshölzer, die bald
in die Salzmee
... weiterlesen


Es sind nicht die Wunden, die uns müde machen

Es sind nicht die Wunden, die uns müde
machen, Nicht der Jahre Meilen, die Du
abgefunden, Nicht Vergangenheit,
darinnen unser Lachen, Feierlichkeit
und die Taten hingeschwunden. Es
... weiterlesen


Es war einmal ein Tag, wo der Boden nicht brannte

Es war einmal ein Tag, wo der Boden
nicht brannte, Wo ich Dich Sorglose als
Sorgloser grüßte, Wo ich Dich
Namenlose zum letzten Mal nannte, Und
dieser Tag geht jetzt niemals zur
Rüste.
... weiterlesen


Paradies

Es wirft sich an’s Herz, auf
rauschenden schweren Flügelschlag eine
ernste Amethystbläue. Eine Strahlung
verborgener heiliger Quellen und aus
glühenden Laubgrotten. Aus dem Ge
... weiterlesen


Sommernacht

Es zieht uns durch die Sommernacht, Wo
der Mond, wie ein weißer Hirsch,
entflieht Durch grüner Wolken
fliegende Matten, Und sein
Silberschatten im Fluß aufsieht. Es
zieht uns durc
... weiterlesen


Erster Schnee

Fern, irgendwo im Himmelblau, Ein
sonderzartes Land. Die Heiden
weiß, Besprossen lilaklare
Primelbtüten. Blüten groß, offen
erschlossen, Augen, weite Augen, die an
Tränen
... weiterlesen


Erster Schnee

Fern, irgendwo im Himmelblau, Ein
sonderzartes Land. Die Heiden
weiß, Besprossen lilaklare
Primelblüten. Blüten groß, offen
erschlossen, Augen, weite Augen, die an
Tränen saug
... weiterlesen


Amselsang

Fliehende Kühle von jungen
Syringen, Dämmernde Grotten
cyanenblau, Wasser in klingenden
Bogen, Wogen, Auf phosphornen
Schwingen, Sehnende Wogen. Purpurne
Inseln in sc
... weiterlesen


Amselsang

Fliehende kühle von jungen
syringen, Dämmernde grotten
cyanenblau, Wasser in klingenden bogen
- Wogen - Auf fosfornen
Schwingen Sehnende wogen. Purpurne
inseln in sc
... weiterlesen


Auf grünem Rasen

Frühsonne geht im Blauen, wie eine
goldene Fee, Will über die Schultern
der Bäume schauen. Die Schmetterlinge
jagen sich über Baum und Klee, Und
Wolken lassen sich tragen Hin üb
... weiterlesen


Auf grünem Rasen

Frühsonne geht im Blauen, wie eine
goldne Fee, Will über die Schultern
der Bäume schauen. Die Schmetterlinge
jagen sich über Baum und Klee, Und
Wolken lassen sich tragen Hin übe
... weiterlesen


Reliquien

Gedichte I Auf deinem Haupt
schmolz eine goldenrote Krone, Davon
glüht nun dein Haar so goldenrot und
stolz. Aus deinen Augen zieht das
stille herbe Lied Der
... weiterlesen


Vollmond

Gelbes Eis Und grüne Nebel. Kranke
Kallablüten leuchten. Von den bleichen
Bechern rinnet Goldnes Öl in sanften
Strömen. Warmer Moder, Nackte
Schädel.
... weiterlesen


Vollmond

Gelbes Eis Und grüne Nebel. Kranke
Kallablüten leuchten. Von den bleichen
Bechern rinnet Goldnes Öl in sanften
Strömen. Warmer Moder, Nackte
Schädel.
... weiterlesen


Morgenröte

Geliebte, Auf kupfernen
Wegstreifen Kam heute der Morgen
gezogen. Du sahst seine Pferde
ausgreifen, Die rot der Sonne
vorflogen Mit scharlachnen Mähnen und
Schweifen.
... weiterlesen


Die grüne Stube

Gern ich ein Julifeld mir küre Als
grüne Stube ohne Türe. Bin Hausherr
dort, bin nicht allein, Es ziehen
tausend Mieter ein: Die Himmel, die
wie`s Feuer summt, Die Grille,
... weiterlesen


Sternschnuppe

Golddurchbrannt, meergrün der Himmel.
Tiefgestrecktüber nächtig efeugrünen
Wassern. Dunkel auf rasender blanker
Strömung treiben blattleer
kristallgrüne Bäume. Blasse bange
... weiterlesen


Herbst des Blinden

Grau das Weinlaub. Bleich, goldbleich
Platanen. Sagt ihr nicht, so matt
duftet der Herbst? Grau das Blatt,
das meine Wange streifte, Grau? Es
brennt in Kälte.
... weiterlesen


November

Grau verwirrt der leere Wald. Mit
tausend blauglühenden
Ätheraugen, Hoch durch schwarzen
Fichtenbehang, Irren Heere blauer
gigantischer Blüten. Von fremden
Dolden,
... weiterlesen


In der Frühe

Große weiße Malvenblüten,
frischbetaute, Sah ich in der Frühe,
da das Taglicht graute, In dem Garten,
und es schliefen noch die Laute. Jede
runde Blüte leuchtete und brachte Hel
... weiterlesen


Herbstflammen

Hell brennen die Wälder. Braun
versengt sprühen die Eichen. Weiche
Buchenkronen glühen, Jagen auf in
sonnengelbem Schaum. Rot
Pilze, Gifttrunken. Grün zucke
... weiterlesen


Herbstraben

Herbstraben sammeln sich in den
Bäumen, Als ob schwarze Lappen die
Äste säumen. Herbstraben bellen, die
Äcker schallen, Die Raben schwarz aus
den Baumkronen fallen. Sie jagen wie
... weiterlesen


Herbstsonne ist kalt gestiegen

Herbstsonne ist kalt gestiegen, Hat
einen blauen Morgen gekräftigt, Die
Straße ist von Menschen
beschäftigt, Häusersteine und
Pflaster voll Tagernst liegen. Nur der
Staub darf fl
... weiterlesen


Des Sommers singende Häuser vergehen

Herbstwinde wehen durch das
Gelände, Die Hände der Bäume werden
so schwach. Wir sehen den gleitenden
Blättern nach, Des Sommers singende
Häuser vergehen, Wir schauen durch
falle
... weiterlesen


Heut jagt der Wind

Heut jagt der Wind dem Baum durch die
Mähnen, Er lacht, daß es hallt, lacht
mit glänzenden Zähnen, Bläst die
Sonn` an, daß ihr das Feuer
aufwallt. Zwar lahm stehen überall
welkende B
... weiterlesen


Und der Regen fällt

Heut, ums Haus herauf, Geht die Sonn`
nicht auf. Regen auf den Steinen, Ihre
Bäcklein weinen. Berglein und die
Hecken Voller Tränen stecken. Kein
Ding hält am Ort,
... weiterlesen


Johanni

Himmel, Erde schaffenstrunken. Noch die
Nächte schlürfen lechzend Des
erschöpften Tages Helle, Bleiches
Dunkel atmet Funken, Und das Spätlicht
schleppt sich ächzend Durch
... weiterlesen


Und einmal steht das Herz am Wege still

Häuser und Mauern, welche die Menschen
überdauern, Bäume und Hecken, die
sich über viele Menschenalter
strecken, Dunkel und Sternenheer, in
unendlich geduldiger Wiederkehr, Kamen
mir au
... weiterlesen


Deine Hände

Ich fühle Deine Hände im Haus, Sie
gehen wie Blut durch alle Wände Und
teilen ihre Wärme aus. Sie bereiten
mitten im Alltagslärme Mir täglich
einen Hochzeitsschmaus,
... weiterlesen


Ich grübe mir gern in die Stille ein Grab

Ich fühle mich tot, als wär ich
erfroren, Als hätt sich die Welt zu
sterben verschworen. Ich grübe mir
gern in die Stille ein Grab Und warte
begraben deine Wiederkehr ab.
... weiterlesen


Die Stadt stand steinern um mich hoch

Ich ging so hin in den dunkelnden
Tag Und zählte Stein bei
Pflasterstein. Nicht mal mein Schatten
zur Seit` mir lag, Die Leere war groß
und Leere macht klein. Die Stadt sta
... weiterlesen


Der Regen scheint besessen

Ich hör` den Regen dreschen Und übers
Pflaster fegen. Der Regen scheint
besessen Und will die Welt
auffressen. Ich muss mich näher
legen Ins Bett zu meiner Frauen.
... weiterlesen


Der Regen scheint besessen

Ich hör’ den Regen dreschen Und
übers Pflaster fegen. Der Regen
scheint besessen Und will die Welt
auffressen. Ich muß mich näher
legen Ins Bett zu meiner Frauen
... weiterlesen


Ich küsse die Luft

Ich küsse die Luft, Ich umarme die
Wärme der Nächte. Mir ist, es müsse
von meinem Harme, meinem Sehnen Aus der
Leere dein Auge aufsprießen, Zu mir
fließen dein blauender Blick.
... weiterlesen


Ich küsse die Luft

Ich küsse die Luft, Ich umarme die
Wärme der Nächte. Mir ist, es müsse
von meinem Harme, meinem Sehnen Aus der
Leere dein Auge aufsprießen, Zu mir
fließen dein blauender Blick.
... weiterlesen


Möchte rollend das Blut aller Verliebten sein

Ich möchte mir Freuden wie aus roten
Steinbrüchen brechen, Möchte Brücken
schlagen tief in die Wolken
hinein; Möchte mit Bergen sprechen wie
Glocken in hohen Türmen, Wie
Laubbäume ra
... weiterlesen


Ich möcht’ wie ein Baum mich am Weg aufpflanzen

Ich möcht’ wie ein Baum mich am Weg
aufpflanzen Mit jedem Blatt in der
Liebeslust tanzen. Ich möchte mir
Flügel schaffen wie Finken Und in der
Liedluft hinfliegend versinken. Ei
... weiterlesen


Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter

Ich setze mich hin unter nächstbesten
Busch Und sing’ s Blau mir vom Himmel
herunter; Nur ein Lied färbt die
Grauseele bunter. Aus dem Grautag, in
welchen die Sorge öd weint, Wi
... weiterlesen


Deine Locken

Ich wühlte gern hitzig in deinem
Haar, Sage mir: reden die Locken
wahr? Die Locken werfen sich voll und
rund Wie tolle Bäche an meinen
Mund. Hub jeder Lockenleib wild sich
... weiterlesen


Sehnsucht

Ihre Arme umschlingen den
Mondenschein Und ringen nach den
Sternen, Die Augen wühlen sich in die
Nacht, in kalte leblose Fernen. Und es
umkrallt die bettelnde Hand Den tauben
... weiterlesen


Sehnsucht

Ihre Arme umschlingen den
Mondenschein Und ringen nach den
Sternen, Die Augen wühlen sich in die
Nacht, In kalte leblose Fernen. Und es
umkrallt die bettelnde Hand Den tauben
Stei
... weiterlesen


Bali-Tempel

Im alten Tempelhof, der grau ist und
verlassen, Da blühn allein vielarmig
Frangipanibäume Und halten ihre
Blüten hoch, die weltentrückten,
blassen, Und opfern ihre scharfen
Düfte, ihre
... weiterlesen


Bali-Tempel

Im alten Tempelhof, der grau ist und
verlassen, Da blühn allein vielarmig
Frangipanibäume Und halten ihre Blüten
hoch, die weltentrückten, blassen, Und
opfern ihre scharfen Düfte, ihre ga
... weiterlesen


Eine kleine Maskenwelt

Im bescheidenen Gras lebt eine kleine
Maskenwelt mit Behagen, Marienkäfer,
die auf den Flügeldecken Malereien wie
bunte Gesichter tragen, Kleine Käfer,
die sich auf die höchsten Gräser
wagen,
... weiterlesen


Du läßt mein Herz nicht schläfrig werden

Im Garten hängen die Weinblätter
krebsrot von den Lauben, Und Nebel, die
nicht weiterziehen, machen glauben, Die
Herbstwelt ist ein Wasserkasten, darin
gelbe und rote Goldfische tasten. D
... weiterlesen


Im Grund deiner Augen

Im Grund deiner Augen steht meine Welt
auf dem Kopf, Dort lächle ich meinen
Feinden zu und küsse dem Tod die
Finger. Klopfe an mit dem warmen Hammer
in deiner Brust, Es ist ein Schatz
... weiterlesen


Das Zimmer im Schweigen

Im Ofen sonst, heimlich verstohlen, Lag
lachend die Glut auf dem Rost; Rot
scheinen auch heut dort die
Kohlen, Doch es brennt mich das Feuer
wie Frost. Das Fleisch liegt sich
... weiterlesen


Es atmet dort jemand

Im Tann, wo Ast bei Ast sich
spreizt, Da ist es heiß, wie
eingeheizt. Die Sonne brütend um
Wurzeln kriecht, Der Wald dumpf wie ein
Holzstall riecht. Es atmet dort jemand
mit schwü
... weiterlesen


Luft wächst

Im tiefen Blauen hocken Wolken mit
weißen Fließen, Die Sonne sitzt am
Wocken, Lust wächst auf allen
Wiesen. Der Roggen reicht uns schon ans
Herz, Und Salbei duftet himmelw
... weiterlesen


Faun

Im Walde Faun, Tief im Grase. Die
Ohren gereckt, mit schuuppernder
Nase, Horcht über die Halme zur
sinkenden Sonne. Und die Affenstirne in
Falten geschoben, Und zitternd die
... weiterlesen


Faun

Im Walde Faun, Tief im Grase. Die Ohren
gereckt, mit schnuppernder Nase, Horcht
über die Halme zur sinkenden
Sonne. Und die Affenstirne in Falten
geschoben, Und zitternd di
... weiterlesen


Im Schloßgarten

In des Schlosses Garten bei den grünen
Gängen, Wo die Weiden rieselnd überm
Teiche hängen, In dem gläsernen und
alten Wasserreiche Ziehen Schwäne
durch den Spiegel lange Falten.
... weiterlesen


Die Geburt des Genies

In Felsen kauert die Seele. Sie lauscht
ihrem Atem, Und atmet ihre
Gedanken. Aber die Ruhe allein gibt ihr
nicht die Kraft, Sie saugt ihre Kraft
aus der Erschöpfung, Aus dem
... weiterlesen


Die Geburt des Genies

In Felsen kauert die Seele. Sie lauscht
ihrem Atem, Und atmet ihre
Gedanken. Aber die Ruhe allein gibt ihr
nicht die Kraft, Sie saugt ihre Kraft
aus der Erschöpfung, Aus dem Vert
... weiterlesen


Und über den Steinen stolzieren die Raben

In grasgrünen Hainen ist Rauschen und
Greinen, Der Wind geht als Dichter im
Feld singend um, Und nur`s Erdland
liegt todstill und stumm. Der Himmel
ist rauschend ein hellblauer Fluß,
... weiterlesen


Die Leiern der Wollust

In kleinen Cafés, hinter farbigen
Scheiben, ist ein Treiben von
Kastagnetten
undTamburinengeklingel Und vom
Getingel der Silber- und
Glasperlenketten an fetten, üppigen
Frauen, D
... weiterlesen


Frühling

In tauiger Nacktheit eine junge Wiese,
dünne silberne Stämme nackt, kühle
Blütenblässe in der Luft. Ein
rothaariges Mädchen nackt bis zu den
Hüften. Nur um die Füße ein Gewand
blaugrau a
... weiterlesen


Spuren des Mondes

ir gehen den Spuren des Mondes
nach, Unsere Schatten zeichnen sich nur
schwach, Sind wie dunkle Geister, die
uns begleiten, Die auf den Fersen uns
folgen zu allen Zeiten. Ein Baum st
... weiterlesen


Liebste

Jeden Deiner Schritte möchte ich
besingen. Meine Lieder nehmen immer
wieder Dich in ihre Mitte, Möchten,
wie Dein Blut, Dich rot
durchdringen. Heilig sind mir die
Sekunden und kur
... weiterlesen


Sommerelegie

Jeder kommt einmal zu der Erde Rand, Wo
das Land aufhört, Wirklichkeit und
Zahl, Zur Versenkung, drinnen Jahr um
Jahr verschwand; Wo kein Wegmal und
auch keine Wahl Zwischen Nacht u
... weiterlesen


Der Regen im Blattwerk

Jed` Blatt schaut noch zum Himmel
hinauf, Jedes Blatt fing heute den
Himmel auf. Während der Regen im
Blattwerk wühlte, Lag ich im Himmel,
der selig kühlte, Hielt in der Hand
eine
... weiterlesen


Jetzt ist es Herbst,

Jetzt ist es Herbst, Die Welt ward
weit, Die Berge öffnen ihre Arme Und
reichen dir Unendlichkeit. Kein
Wunsch, kein Wuchs ist mehr im
Laub, Die Bäume sehen in den S
... weiterlesen


Wird die Welt ein altes Wrack

Jetzt kommt der Herbst mit langem
Bein Und zieht die Wolken an der
Lein, Er stampft die grünen Lauben
ein, Mein Schatz, der schließt die
Fensterlein. Schatz, wird die Welt ein
a
... weiterlesen


Jetzt sind die gelben Blätter gezählt

Jetzt sind die gelben Blätter
gezählt Am Ahorn, an Birken und
Buchen. Die Sonne ist hinter Nebel
gestellt Und läßt sich tagelang
suchen. Vielleicht sind auch mal die
Tage
... weiterlesen


Alleingelassen bei Erinnerungen

Jetzt sitzt der weiße Schlaf vor allen
Wintertüren, Die Fenster sind gleich
blassen Eierschalen, Dahinter leben
Straßen voll Gespenster Und Stimmen,
die uns ferne Menschen malen.
... weiterlesen


Und weil ich’s keinem Menschen sag’

Kam mit der Sonn` am Spätmittag Zu
einem wilden Rosenhag, Dort hielt manch
Vöglein weiche Klag, Ein Himmel, der
die Lieder mag, Auch über allen
Gräsern lag. Doch Sehnsucht
... weiterlesen


Auferstehung

Karfreitag. Es drängt in den
Straßen in die Kirchen. An den
Eingängen quetscht sich ein Wurm
Menschen hinein, ein anderer spult
heraus. Drinnen Schweigen. In flachen
Teppichen s
... weiterlesen


Oben am Berg

Kein Baum glänzte am Abend mehr, alle
Blätter löschten aus, Ein paar
Stimmen im Felde gingen nebenher,
sprachen vom Wetter und zogen nach
Haus. Oben am Berg, auf einem offenen
Acker, frisch gep
... weiterlesen


Oben am Berg

Kein Baum glänzte im Abend mehr, alle
Blätter löschten aus. Ein paar
Stimmen im Feld gingen nebenher,
sprachen vom Wetter und zogen nach
Haus. Oben am Berg, auf einem offenen
Acker frisch gepfl
... weiterlesen


Komm heim

Komm heim, komm heim, ich kann’s nicht
erwarten, Schon schließt der Abend die
Blumen im Garten, Schon wird der Boden
zu Füßen mir rot, Die letzte Flamme
der Sonne verloht. Die B
... weiterlesen


Abenddunkel im Tann

Kommt`s Abenddunkel in den Tann, Dann
jede Tanne spuken kann. Am Tag da
sangen goldene Ammern Drin in den
finstern Nadelkammern. Und als ob man
getanzt da hätte, So ist am Bo
... weiterlesen


Immer neue Küsse gib

Küß mich auf den Mund, mein
Lieb, Immer neue Küste gib. Welkt am
Weinstock Blatt um Blatt, Man den Most
im Keller hat. Ach, das Leben ist
versüßt Dem, der sich du
... weiterlesen


Immer neue Küsse gib

Küß mich auf den Mund, mein
Lieb, Immer neue Küsse gib. Welkt am
Weinstock Blatt um Blatt, Man den Most
im Keller hat. Ach, das Leben ist
versüßt Dem, der sich durchs L
... weiterlesen


Blütenleben

Lauer Schatten. Ein blühender
Birnbaum auf altem müden Gemäuer.
Bronzefarbenes Moos quillt über die
Kanten und Risse. Ringsum Gras,
junggrün und durchsichtig. Es neigt
sich le
... weiterlesen


Maimond

Maimond schwebt über dem Fluß Und
liegt mir glatt vor dem Fuß. Das
Wasser rückt nicht, von der Stelle Und
lugt nur hinauf in die Helle. Ich
schau übers Flußbett hinübe
... weiterlesen


Manch Tag, der ist wies Leben lang

Manch Tag, der ist wie`s Leben
lang, Wenn`s Schätzlein
fehlt. Taumelst wie ein Falter den Weg
entlang, Fühlst dich kahl wie der
Baum, Den der Wind abschält. Ein Span
steckt
... weiterlesen


Die Untergangsstunde der ’Titanic’

Mein Hund, mein Freund, der mir zu
Füßen kauert, Stößt mit der
Schnauze an mein Knie. Er fragt: `Herr,
sprich, warum dein Menschenblut
erschauert! Die Stille um dich
stundenlang schon k
... weiterlesen


Die Untergangsstunde der Titanic

Mein Hund, mein Freund, der mir zu
Füßen kauert, Stößt mit der Schnauze
an mein Knie. Er fragt: `Herr, sprich,
warum dein Menschenblut erschauert! Die
Stille um dich stundenlang schon klag
... weiterlesen


Mein Stuhl steht im Himmel

Mein Stuhl steht im Himmel, wenn ich an
dich denke. Sitze bei mir und lege
deinen Schmuck in mein Herz, Du sollst
in meinen Augen dich beschauen, wie
schön du bist. Dein Lächeln hat H
... weiterlesen


Als mein Schatz gegangen

Mein Zimmer hat nur Wände, Und Fenster
hat es keine, Denn als mein Schatz
gegangen, Saß ich mit nassen
Wangen, Fand, daß die Sonne
blende. Ich schickte meine Hände
... weiterlesen


Sie hat Rosen angezündet

Meine Liebste ist mit Lächeln Durch
die Dornen hingegangen, Und an allen
wilden Dornen Hat ein Blühen
angefangen. Sie hat Rosen
angezündet, Eine blieb am Rock mir
hangen,
... weiterlesen


Alle handeln wie die Herzen müssen

Meine Ohren horchen in die Nacht, Wie
der Regen seinen Tanzschritt
macht. Ruhe, eine der uralten
Ammen, Singt ihr Lied mit Dunkelheit
zusammen, Und der Regen tanzt auf
flinken Füße
... weiterlesen


Blanke Nächte

Melodien eines
Mondsüchtigen Werdender
Mond 1 Die hohen Pappeln starren
eisendunkel. Schwarzblaue Steine
glimmen im grauen Wiesentau. Bleich
fließt d
... weiterlesen


Blanke Nächte

Melodien eines
Mondsüchtigen Werdender Mond 1 Die
hohen Pappeln starren
eisendunkel. Schwarzblaue Steine glimmen
im grauen Wiesentau. Bleich fließt di
... weiterlesen


Mit den Armen nackt wie ihr Gewissen

Mit den Armen nackt, wie ihr
Gewissen, Liegt die Liebste in den
Kissen, in den weißen. Frühling hat
die Fenster aufgerissen, Sonne rollt
den Leib den frühlingsheißen. Mit der
Lus
... weiterlesen


Mit den Armen nackt wie ihr Gewissen

Mit den Armen nackt, wie ihr
Gewissen, Liegt die Liebste in den
Kissen, in den weißen. Frühling hat
die Fenster aufgerissen, Sonne rollt den
Leib den frühlingsheißen. Mit der Lust
vo
... weiterlesen


Mondmusikanten

Mit Flöte und der Violin’ Javanen,
zwei, die Landstraß’ ziehn. Sie
feiern so die helle Nacht. Musik am
grauen Weg erwacht. Hörst nicht der
nackten Füße Schritt, -
... weiterlesen


Mondschein liegt tief in das Haus herein

Mondschein liegt tief in das Haus
herein Wie Milch, die über die Dielen
lief. Vor der offenen Tür sitzt Garten
und Hain Voll Schattenköpfe, die
keiner rief. Und Wolken kle
... weiterlesen


Windenblüten

Morgens stehn der Windenblüten Feine
Tüten an dem Rain, Sind wie Augen voll
von Frische Am grasgrünen
Lebenstische. Abends liegen sie
daneben, Gar nichts kann sie m
... weiterlesen


Nenn mich deine Wiesen

Möchte deinen Leib Keinen Garten
nennen, Wo sich Blum’ und Mensch Nur
vom Sehen kennen. Möchte deinen
Leib Nennen meine Wiesen, Wo
Heilwurzeln würzig Und La
... weiterlesen


In der Fremde

Möchte heute ohne Ende Schluchzen in
die beiden Hände. Bin so müde von den
Leiden, Möchte mich in Frohheit
kleiden. Doch das Warten, dieses
Weh, Liegt mir in dem Blut wie
... weiterlesen


Für dich

Möcht` mich als Staub vor die Füße
dir legen, Will dich bewegen wie die
Winde das Laub, Wollt` Küsse dir
geben, soviel Tropfen im Regen, Liebe
ist blind, doch du Geliebte bist taub.
... weiterlesen


Nacht bläst die sieben Farben aus

Nacht bläst die sieben Farben alle
aus. Schwarz liegt der Klee, das Korn,
das Gras, Schwarz liegt der Rosengarten
bei dem Haus. Die Schar der Äpfel, die
im Baum rot saß, Ist wie a
... weiterlesen


Nachtfalter

Nachtfalter kommen verloren, Wie
Gedanken aus dem Dunkel geboren. Sie
müssen dem Tag aus dem Weg gehen Und
kommen zum Finster, um hellzusehen. Und
in die Nachtstille versunken
... weiterlesen


Nachtfalter

Nachtfalter kommen verloren Wie Gedanken
aus dem Dunkel geboren, Sie müssen dem
Tag aus dem Wege gehen Und kommen zum
Fenster um hellzusehen. Und in die
Nachstille versunken, Flat
... weiterlesen


Nachtschnee

Nachtwelt hängt dort in weißen
Uferstücken, Gerade fort ziehn
Brücken übers junge Eis, Sind off`ner
Wasserstellen dunkle lange Lücken, Wie
viele Ellen Schrift von Schwarz auf
Weiß.
... weiterlesen


Die Liebe kennt das Wörtlein „sterben“ kaum

Nachtwinde umschauern die Fenster Und
dicken Mauern des Hauses. Waldgipfel
kauern drunten im Düstern. Im Loch der
Nacht lauern Wie eines Raubtiers
Nüstern – Todesgedanken.
... weiterlesen


Unsere Toten

Nebel filtert um die Felderrunden, um
die brachen, Und von Nebeln wird das
Fenster grau umwunden. Die sonst nur in
unsern Träumen nachts am Bett
erwachen, Unsere Toten, die des Hauses
Ausw
... weiterlesen


Himmelfahrtstag

Niemals ich je in einen andern Himmel
mag Als den, in dem ich immer selig
lag, In deinem Arm, wo alle Erde
still Zu deinen Füßen lehnt und
nichts mehr will. Dein Haar mit seiner
wo
... weiterlesen


Kein Tag hat Anfang mehr noch Ende

Nun löst ein blauer Tag den andern
ab, Sie kommen wie Hochzeitslader den
Berg herab Mit Heckenrosen am Hut und
feuervergoldetem Stab. Die Sonne
fährt als Prunkkarosse hin,
... weiterlesen


Kein Tag hat Anfang mehr noch Ende

Nun löst ein blauer Tag den andern
ab, Sie kommen wie Hochzeitslader den
Berg herab Mit Heckenrosen am Hut und
feuervergoldetem Stab. Die Sonne fährt
als Prunkkarosse hin, Statt
... weiterlesen


Vergänglichkeit

Nun spinnen sich die Tage ein, Nicht
einer will mehr freundlich sein, Sie
müssen sich alle besinnen Auf eine
Hand voll Sonnenschein Und gehen
dürftig von hinnen, Wie Wasser
... weiterlesen


Weinlese

Nun will ich jeder gern bücken, Man
trägt jetzt Butten am Rücken, Drinnen
die Trauben sich drücken. Nun
schlürfe nur Süßigkeit, Und mache
den Rücken recht breit,
... weiterlesen


Weinlese

Nun will sich jeder gern bücken, Man
trägt jetzt Butten am Rücken, Drinnen
die Trauben sich drücken. Nun
schlürfe nur Süßigkeit, Und mache den
Rücken recht breit, Un
... weiterlesen


Schneelicht

Nur der Schnee gibt mir jetzt
Licht. Wenn ich auf den Boden
schau, Scheint er schief mir ins
Gesicht. Tag um Tag auf Schnee ich
bau, Ein Tag nach dem andern
sticht. Tag für T
... weiterlesen


O Grille, sing

O Grille, sing, Die Nacht ist
lang. Ich weiß nicht, ob ich leben
darf Bis an das End von deinem
Sang. Die Fenster stehen
aufgemacht. Ich weiß nicht, ob ich
schauen d
... weiterlesen


Der rote Vogel und der Vogel Nacht

O, Geliebte, der Vogel Nacht wird schon
flügge, Er nimmt Dich und mich in
seine griffigen Klauen, Er trinkt den
Fluß leer und bricht ab die
Brücke Und stößt das Auge aus allen
Männern
... weiterlesen


O, Grille sing

O, Grille sing, Die Nacht ist
lang. Ich weiß nicht, ob ich leben
darf, Bis an das End` von Deinem
Sang. Die Fenster stehen
aufgemacht. Ich weiß nicht, ob ich
schauen
... weiterlesen


Tage, wie Blätter still

Oft halten sich Tage wie Blätter
still, Der Himmel regnen nur regnen
will. Als wären die Häuser ganz
menschenleer, Es gehen die Menschen wie
Schemen umher, Und einem Verliebten tr
... weiterlesen


Ich spüre Dich im Dunkel nah

Ohne Schatten läßt uns die mondleere
Nacht. Ich spüre Dich im Dunkel nah
und habe Acht Auf Deine Augen und
Lippen, die mir tags zugelacht. Beim
Haus riecht die Nachtluft nach Tra
... weiterlesen


Die Welle

Pfauengrüne Gluten in der Luft. Über
dem Meere Heliotropdüfte. Kochender
Atem stockt. Die Wasser stauen sich. In
der brünstigen zyanenblauen Dämmerung
eine Frau, mit feuchtem Leib
aufgestiegen, ein zaudern
... weiterlesen


Geist der Zauberei

Sage mir, wie Du auch heißt, täglich
Wunder, Ob nicht Geist der Zauberei
jeden Ackerweg umkreist. Im geperlten
grünen Hafer sitzt der Mohn rot und
dreist, Brennt am hellen Tag, w
... weiterlesen


Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett

Sanft legte dich die Liebe auf mein
Bett In deinem schönsten Kleid aus
Scham und Blöße, Und draußen kam die
Nacht auf atemlosen Schnee, Und auch
Gottvater kam in atemloser Größe.
... weiterlesen


Schatten der Schmetterlinge

Schatten der Schmetterlinge spielen am
Fenster vorbei. Groß sind selbst die
kleinsten Dinge, Löst Du sie vom
Alltag frei. Auch der Rost an der
Messerklinge Und der kleinen fliegend
... weiterlesen


Doppelleben

Schattenkühl ein Prunksaal in einem
dänischen Herrenhof. Das Goldbraun
der Ledertapete. Stumpfes Gelb, Grün.
Nordische Arabesken. In schleppenden
WellenÄste, Ringe, Eichenblätter,
Schlangen.
... weiterlesen


Schimäre

Schimäre ritt im Sturm heut an das
Haus; Sie kam auf einem wilden
Rasselwurm, Der preßte einer ganzen
Landschaft Die fromme Sommerseele
aus. Als sie durch die geschloßnen
Türen u
... weiterlesen


Regenduft

Schreie. Ein Pfau. Gelb Schwankt das
Rohr. Glimmendes Schweigen von faulem
Holz. Flüstergrün der
Mimosen. Schlummerndes Gold nackter
Rosen Auf braunem Moor.
... weiterlesen


Sündflut

Schwarz eine Riesengrotte. Tief
zerklüftet. Fleisch- rot der Himmel
durch einen klaffenden weiten
Riß. Draußen Schwarzes Flutmeer,
gewälzt, weit zum
roten Horizont. Auf s
... weiterlesen


Wolkenschatten

Schwarz schleichen Efeuwellen Über
Goldlackranken. Im Glimmersande
rauchen Violenschwüle
Quellen. Aschenfalter wehen und
tauchen Durch den klingenden Äther.
... weiterlesen


Wolkenschatten

Schwarz schleichen Efeuwellen Über
Goldlackranken. Im Glimmersande
rauchen Violenschwüle
Quellen. Aschenfalter wehen und
tauchen Durch den klingenden
Äther. Die Ges
... weiterlesen


Abend

Schwarze Moose. Erdgeruch in lauen
Flocken. Schmale dünne
Silberblüten Und Gesang von bleichen
Glocken. Welke Feuer löschen
leise. Nur ein Atmen warmer
Flut. Blühen
... weiterlesen


Abend

Schwarze Moose. Erdgeruch in lauen
Flocken. Schmale dünne
Silberblüten Und Gesang von bleichen
Glocken. Welke Feuer löschen
leise. Nur ein Atmen warmer Flut. Blühe
... weiterlesen


Drei Blitze

Schweißtücher der Schnitterinnen in
tiefen Ährenbetten, Das laute Raufen
der Sensen in fetten Feldern
drinnen, Das Klirren von Deichselketten
und kurzes Pferdeschnaufen, Und bei den
blit
... weiterlesen


Morgenduft

Schwergebogen nasse Äste, Trübe
Aprikosenblüten. Unter tiefen Wolken
schleichen Feuchte Wege. Aschenweiche
tiefe Wälder, Kahle perlenmatte
Fjorde, Kaltes Schilf. Au
... weiterlesen


Große Stille

Schwindelnde Nebel räuchern das
Tal, Luftwelt bauscht sich grau und
kahl. Weder Laub noch Wiese rauscht
- Große Stille, dumpf und
taub. Wolk` um Wolke ihren feuchten
Platz
... weiterlesen


Keine Arbeit jetzt mein Herz mehr tut

Seit Du bei mir in den Armen, Dicht mit
Deinem Mund am Herzen, mir
gelegen, Lebe ich von Deinem Atem,
Deinem warmen, Lasse mich von Deinem
Blut bewegen. Keine Arbeit jetzt mein
Herz
... weiterlesen


Keine Arbeit jetzt mein Herz mehr tut

Seit du bei mir in den Armen Dicht mit
deinem Mund am Herzen mir gelegen, Lebe
ich von deinem Atem, deinem
warmen, Lasse mich von deinem Blut
bewegen. Keine Arbeit jetzt mein Herz
me
... weiterlesen


Im Spiegelglas

Sie hält den Spiegel, Daß ihr Gesicht
zum Glas hinfällt. Und ihre gehobene
Hand Stellt Kämme ins Haar. Das Haar
bebt gewellt. Wenn sie den Arm zum
Kopf hochhebt,
... weiterlesen


Die schönen Frauen

Sie sind so schön, die schönen
Frauen, Wenn die Augen zitternd
schauen Und der Sehnsucht gleitende
Schlösser bauen. Doch nie sind sie
schöner, die schönen Frauen, Als we
... weiterlesen


Die Flucht nach ägypten

Sie ziehen über eine graue Wiese durch
matte Frühnebel an blassen
Blütenbüschen vorbei. Eine Frau mit
goldnem Schein überm Haupt auf einem
Esel. Nur noch der Kopf des Esels geht
über den Halmen. Ihr nach,
... weiterlesen


Sind zwei getrennt

Sieh droben den Mond zwischen Türmen
hängen, Er konnte die Nacht aus dem
Himmel verdrängen. Er hängt wie der
Schein alles Sehnenden oben, Wie Helle,
die Sich voll Hoffnung gehoben.
... weiterlesen


Dein wandernd Haus

Sieh hinaus, wohin wandert Dein
Haus? An den Fenstern zieht der Wolken
verflüchtend Gewimmel, Als wandert
Dein Haus vorbei am beweglichen
Himmel; Als wandert Dein Haus
querfeldein in die g
... weiterlesen


Schatten am Herzen

So bin ich denn hin in die Welt
gegangen, In den Herbst, wo die Winde
sich Blätter fangen, Und langen
Nächten entgegen. Doch immer sah ich
auf allen Wegen Ein Weib mit Blicken,
mit
... weiterlesen


Bleibt die Geliebteste zu lang aus

So viele Haare, So viele Gedanken Sich
sonst um meinen Schädel ranken. Doch
heut nach meiner Gedankenzahl Bin ich
am Schädel ratzekahl. Die Sehnsucht
hat mir ohn` Gewissen
... weiterlesen


Lieb’ kennt keine Jahreszeit

Sommer, der so fröhlich war, Er
entläßt der Vögel Schar, Tausend
Stare weiter ziehn, Tausend Lieder
jetzt entfliehn. Auf der Wiese, die
verblüht, Noch der Himmel
... weiterlesen


Atemloser August

Sommermonde machen Stroh aus Erde, Die
Kastanienblätter wurden ungeheuer von
Gebärde, Und die kühnen Bäume stehen
nicht mehr auf dem Boden, Drehen sich
in Lüften her gleich den grünen
... weiterlesen


Nachtstürme reiten die Bäume krumm

Statt der Blumen und Blätter, die sich
sonst regen, Steht Reisigholz stumm auf
allen Wegen. Am Himmel gehen Nebel und
Nässe um, Und Nachtstürme reiten die
Bäume krumm. Ic
... weiterlesen


Der Wind im Kleefeld

Steht die Liebste an der Mauer, Sieht
zum weichen Kleefeld hin, Sieht den
Wind im Acker streichen, Furchen durch
die Gräser ziehn. Denkt: so
schneiden die Gedanken St
... weiterlesen


Es kommen die Sterne im Finstern zusammen

Steht eine Wolke am Himmel wie ein
rotseidener Schuh, Geht die Sonne zur
Ruh überm Häusergewimmel, Bleibt in
der Luft eine Lücke, und unten im
Fluß, Wird die Wolke dann grau, wie
ein al
... weiterlesen


Chorgesang

Stimmblumen eine tauhelle Wiese voll.
Und der Frühhauch treibt sie in gelben
Scharen zusammen. Ein See, grün und
violett, und das silberne Herzpochen der
Wellen. Auf einer Klippe ein Weib.
Stei
... weiterlesen


Vision

Stöhnendes Graugelb. Aber das Stöhnen
nur im Blick. Lautlos sonst und mit
unterdrücktem Atem. Und ein
Blau, Ein Blau, aus dem ganz zarte
silberne Glockenspiele singen,
... weiterlesen


Ultra Violett

Ultra Violett, das Einsame, sprach zu
mir: Noch lebe ich unsichtbar. Aber
ihr könnt mich alle
empfinden. Versucht es mich zu
erkennen. Ich will euch neue
Sonnen, Neue
... weiterlesen


Die Ferne und die Nähe ward ein Ort

Und Dich und mich, uns trug die Flamme
fort, Die Ferne und die Nähe ward ein
Ort. Wir Menschen wachsen mit den
Bäumen auf Und werden wie die Bäume
einst zum Scheiterhauf. Es zünd
... weiterlesen


Und Nächte werden aus allen Tagen

Und Nächte werden aus allen
Tagen, Dann endet keine Straße
mehr, Und wie die Gespinste aus grauen
Sagen Hängen die Nebel die kreuz und
quer. Ich suche die Nähe und suche
... weiterlesen


Unsere Augen so leer

Unsere Augen so leer, Unsere Küsse so
welk, Wir weinen und schweigen, Unsere
Herzen schlagen nicht mehr. Die
Schwalben sammeln sich draußen am
Meer, Die Schwalben scheiden
... weiterlesen


Kommst wie stolze Mittagswärme

Unten bei dem Zaun, wo die letzten
Äpfel noch am Zwergbaum sitzen, Seh
ich Deinen blonden Kopf zwischen Feld
und Garten blitzen. Steigst den Berg
herauf, leuchtest auf wie die
Sonnenblume warm un
... weiterlesen


Wie bräutliche Hecken im Frühling

Von deinem Leib haben die Maienglocken
ihren keuschen Geruch, Die Nachtigallen
hast du heiß gemacht, Ihr Gesang malt
dein Bild. Deine Lippen sind wie
Kleeblüten klein und süß an mei
... weiterlesen


Alle blauen Fenster lassen Lieder ein

Vorfrühling, in Deinem ersten
Sonnenschein Sehen tote Dichter durch
die Fenster froh herein. Alle blauen
Fenster lassen Lieder ein, Sehen nicht
auf Wolken und auf Schneegespenster;
... weiterlesen


Jasmin

Wachsbleich fließt die
Sommernacht. Auf erddunkeln faulen
Lachen Bleisüß rosigblaue
Irishäute. Wetterleuchten,
Schwefelgrün, in Splittern. Eine
weiße dünne Schlange sticht
... weiterlesen


Die Spiegel

Warum werden Spiegel im Alter
matt? Weil jeder maßlos genossen
hat. Denn sind sie glücklich, die
schönen Frauen, Tun sie geschwind zu
dem Spiegel schauen. Und mußten zarte
Frauen
... weiterlesen


Die Spiegel

Warum werden Spiegel im Alter matt? Weil
jeder maßlos genossen hat. Denn sind
sie glücklich, die schönen Frauen, Tun
sie geschwind zu dem Spiegel
schauen. Und mussten zarte Frauen mal
... weiterlesen


Glück

Was suchst du? Warte und wache so laut
du kannst. Wache und horche. Das
Glück, das berauschende, wonnezitternde
Glück, Es kommt nie. Es ist. Es
umarmt dich jäh, Aus
... weiterlesen


Rosenduft

Weinrot brennen
Gewitterwinde. Purpurblau der
Seerand. Hyazinthentief die ferne
Küste. Ein Regenbogen
veilchenschwül Schmilzt durch
weihrauchblaue Abendwolken. Im Ta
... weiterlesen


Faulbaumduft

Weiß der Park, ein
Korallenhain. Eisfäden schneiden den
See. Grün gleißen Pfauen im
Sternenschein Auf ätherblauem
Schnee. Scharfblanke
Höhlen, Goldätzend in Helle.
... weiterlesen


Wen köstlich liebt ein schönes Weib

Wen köstlich liebt ein schönes
Weib, Dem hängt sie ihre Schönheit
an, Die Luft wird wonnig um den
Mann, Aufrecht und stolz auch blüht
sein Leib. Denn über seine Schulte
... weiterlesen


Wenn doch die Gedanken mir die Liebste brächten

Wenn doch die Gedanken Mir die Liebste
brächten! Dann wärs nicht am
Tage Dunkler als in Nächten. Schnee
liegt in den Wolken, Kahl Holz in dem
Garten, Als ob
... weiterlesen


Wenn ich jetzt an die Wiesen denk

Wenn ich jetzt an die Wiesen
denk, Scheint jede Feldblum ein
Geschenk. Die Blumensträuße in dem
Gras Sind nicht bloß für die Kühe
Fraß, Sind nicht nur Dung für alte
Erde;
... weiterlesen


Würzburgerisch

Wenn ich mich an dei` Bäckle
streich, Und deine feine Tätzle
küss`, So ist kei Fleckle mehr so
weich Wie `s Plätzle bei meim
Frätzle. Und hinterm Hemd dei
Brüstle, no,
... weiterlesen


Wie Tote liegen aufgebahrt im Tag die Tage

Wenn mal der Spiegel, der Dich täglich
zeigt, Von früh bis abend in die Leere
schweigt, Und alle Fenster ohne Dich
ans Licht hintreten, Und Deine Schritte
mir im Ohr verwehten, Und
... weiterlesen


Wer ist in das Haus weh gekommen

Wer ist in das Haus weh gekommen, In
allen Ecken es weint? Jemand hat mein
Bett mir genommen Und hat meine Kissen
versteint. Jemand geht um mich
immer Viel schleichend
... weiterlesen


Trennen ist ein Sterben

Wie der Tag sich windet Und kein Ende
findet! Die Minuten stehen, Müssen
rückwärts sehen. Seit der
Morgenstunde, Die mit starrem
Munde Dich zum Abschied weck
... weiterlesen


Die Jahre

Wie die fortgeworfenen Schalen von
Nüssen, Wertlos und einsam, machen die
Zahlen, Die von allen Jahren den
Menschen bleiben müssen. In alten
Blicken, den stillen und kahlen, Liegen
... weiterlesen


Im Paradies

Wie weißes Eisen glüht die Sonnenluft.
Jeder Atemzug ein Schluck qualmendes
Blut. Der stumme Mann hält seinen
Hut in der Hand. Die Straße hinauf.
Immer im Schatten. Den schmalsten
Schattenran
... weiterlesen


Tragödie des Sonnenuntergangs

Wie wenn ein Klöppel am Metall tönend
zerbricht, Ist in dem Abendlicht ein
schmerzlich großer Schall. Als ob sich
Einer mit dem flinken Stahl
ersticht, Hörst Du beim stumpfen
Sonnensink
... weiterlesen


Fern her übt noch eine Flöte

Wieder ging die Sonne aus, Ging wie
jedes Blutes Röte. Sterne suchen
überm Haus, Fern her übt noch eine
Flöte. Auskriecht eine Sehnsucht
leis, Die den Weg für Lust und N
... weiterlesen


Weltspuk

Wir erstiegen, im Abenddunkel, Steinwege
nach Westen, Sahen den Himmel wie einen
Spiegelsaal liegen, Und die Sterne
erschienen im grünlichen
Quecksilbergefunkel, Wie ein Gewimmel
metallisc
... weiterlesen


Dort wucherte Mohn

Wir gingen in helle Kornfelder
hinein. Dort wucherte Mohn rotfleckig
am Rain, Fein klingen dort Ähren dem
Ohr Melodein Und wiegen die Köpfe
leise und träge, Und heiße Dinge
liege
... weiterlesen


Der Wachtelruf

Wir gingen sacht dem Abend nach, Der
Himmel war ein goldnes Dach, Der Tann
voll dunkler Kammern stand, Und wie ein
Bett das Ährenland. Ein Lockruf tat
ans Ohr mir gehen, And
... weiterlesen


Der Wachtelruf

Wir gingen sacht dem Abend nach, Der
Himmel war ein goldnes Dach, Der Tann
voll dunkler Kammern stand, Und wie ein
Bett das Ährenland. Ein Lockruf tat ans
Ohr mir gehen, Andächti
... weiterlesen


Im nebelnden Abend

Wir saßen im nebelnden Abend Auf der
Bergbank über der Stadt, Und unsere
Gedanken vergaßen Den Tag, der noch
eben versank. Sternlos stand der
Himmel, wie ohne Dank, Nur im
... weiterlesen


Wohltuend ist der graue Tag

Wohltuend ist der graue Tag, Welcher
ruhend in die Sommerwochen fällt, Wenn
sich die Wolke, unterm
Stundenschlag, Arm in Arm zur Wolke
hält. Kühle streicht um meinen
Hals,
... weiterlesen


Ein Märchen

Wollt ihr ein Märchen erlauschen? Ein
Märchen? — Ich weiß eines. O So
wunderbar fein, so zart. Wollt’
ich’s in Laute, in Töne
gestalten, Wäre jeder Laut, jeder Ton
... weiterlesen


Ein Märchen

Wollt ihr ein Märchen erlauschen? Ein
Märchen? - Ich weiß eines. O so
wunderbar fein, so zart. Wollt` ich`s in
Laute, in Töne gestalten, Wäre jeder
Laut, jeder Ton zu lauttö
... weiterlesen


Du und ich

Wunschlose Seligkeit Strömt deine
Nähe über mich. Der Alltag wird zur
Sonntagszeit, Unsterblich schlingt das
Leben sich Um uns. Und
Menschengöttlichkeit Fühl` ich bei
dir
... weiterlesen


Tauben und Sonne

Über den Dorfdächern lebt nur der
Rauch gekräuselt, Und ein Windzug in
einer herbstlichen Baumkrone
säuselt, Wenn eine Taubenschar mit
rauschendem Flug An die blendende
Nachmittagluft a
... weiterlesen


Leben heißt Sehnsucht verehren

Über den leeren mächtigen
Bäumen Hängen die schmächtigen
Sterne, Umdrängen den Mond im
Kreise. Sehnsüchte leben auch in den
prächtigen Himmelsräumen, Und auch
Gestirne komme
... weiterlesen


Zinkfarbene Nebel über der Stadt

Zinkfarbene Nebel über der Stadt, Und
bleiern die Bäume, metallen die
Wege; Der Wolkenhimmel wie Blech so
platt, Wie aus wirrem Draht sind die
kahlen Gehege. Verrostet rollt sich d
... weiterlesen


Zu Hause

Zu Hause schmolz der Schnee vom
Dach, Und munter sprudelt schon der
Bach Er ward mit Leib und Seele
wach! Leicht hüpft er wie das
Nachbarskind, Und beide singen in den
Wind.
... weiterlesen


Du leuchtest mehr als die Zwölfuhrsonne

Zum Zwölfuhrschlag im Herbsttag stand
die Sonne blaß und schief. Aber,
Geliebte, Dein Auge, das über das
braune Kartoffelfeld lief, Fand noch
letzte Mohnblumen rote und Kornblumen
blau,
... weiterlesen


Zwei lila Primeln

Zwei lila Primeln stehn auf der
Fensterbank Und blühen, als haben zwei
Menschen verliebt denselben
Gedank`. Vor den Wolken draußen, die
hochgeschwungen, Stehen die
Blumenbündel dunkel ge
... weiterlesen


Zwei schwarze Raben

Zwei schwarze Raben streichen Geduckt
am Acker hin, Ihr Flug ist wie voll
Zeichen Und voll geheimen Sinn, Als
wollten Dämonen entweichen. Die
Himmel plötzlich klopfe
... weiterlesen


Zwei schwarze Raben

Zwei schwarze Raben streichen Geduckt am
Acker hin, Ihr Flug ist wie voll
Zeichen Und voll geheimen Sinn, Als
wollten Dämonen entweichen. Die Himmel
plötzlich klopfen
... weiterlesen


Laßt schönstes Wetter zu mir kommen!

`Laßt schönstes Wetter zu mir
kommen!` Sprach heute früh Frau
Dauthendey, Den Sonnenschirm hat sie
genommen, Da ward der blau`ste Tag im
Mai. `All die Verliebten sind gela
... weiterlesen