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Gedichte - Max Kalbeck


Ach, du weißt es, kein Verweilen

Ach, du weißt es, kein Verweilen Darf
ein Glück hienieden finden! Mit den
Stunden, die enteilen, Muß es eilen,
muß es schwinden. Grüßt es dich
mit holdem Lächeln,
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An Emanuel Geibel

Am Abend war`s. — In Strömen floß
der Regen, Der Sturm fuhr durch den
aufgeschreckten Hain. Auf einsam
stillen, wild verwachs‘nen
Wegen Schritt ich dem Hause zu,
betrübt, allein.
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Das Letzte

Am Baum seh` ich ein grünes Blatt noch
beben, Ein letztes, das der Frost noch
nickt getroffen; - Ein Windstoß! —
Und zur Erde muß es schweben, - So
sinkt zu Grabe auch mein letztes Hof
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Mein Schicksal

An der Geschlechter ew`gem
Riesenstamme Bin ich, ein grünes
Blatt, hervorgesprossen, In meinen
Adern loht des Geistes Flamme, Der sich
bis in das kleinste Reis
ergossen. Sti
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Das kranke Mädchen

Ans Fenster treibt der Nordwind
Schneeflocken dicht, — Im Stäbchen
drinnen glühet der Lampe trübes
Licht. Am Heerde summt der Kessel. Die
Mutter sitzt und strickt; Im Lehnstuhl
ihr Tö
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Sonnenuntergang

Auf des Berges kahlem Gipfel war es, wo
ich stand, Als am Horizont die Sonne,
still verglühend, schwand. Durch den
grauen Wolkenschleier grüßte ihr
Gesicht, Und sie schied; jed
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Auf die Schwingen deiner Töne

Auf die Schwingen deiner Töne Nimm und
trage du, o Lied In das Reich der
ew`gen Schöne Mein beklommenes
Gemüt! Nebel hier im engen
Thale Düster sich zusammenziehn,
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Zugvögel

Aus dem herbstlichen Land über das
blaue Meer! Fern am blühenden Strand
fröhliche Wiederkehr! — Tönt der
alte Gesang, hebt sich empor die
Brust Mir in sehnender Wanderlust.
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Eine Ruine

Aus der Eisenzeit kühner Machtgewalten
Bist du, alte Veste, noch, ein Rest,
erhalten. Wol erhebst du stolz deine
schlanken Zinnen, Alter Kraft
gemahnend, schroffe Steingestalten;
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Abschied

Bei Tagesgrauen eilt` ich fort, Vier
Rosse vor dem Wagen. Ich hatte wol kein
ernstes Wort Beim Scheiden Wem zu
sagen, Und doch — ich weiß nicht,
wie es kam Ich f
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Berührt mich leise deines Kleides Saum

Berührt mich leise deines Kleides Saum
wieder, Kommt mir der alte, süße
Frühlingstraum wieder. Ich hör` es
leise wie Blätter im Abendwind
säuseln, Ich seh den schlanken, blü
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Unter der Linde

Das ist der blühende Lindenbaum Mit
seiner Schattenkühle! Jahre verrannen
— ich weiß es kaum, Es leben die
alten Gefühle. Und wieder umrauscht
mich das schattige Dach!
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Das ist ein Lärm, ein Schreien, ein Gegacker

Das ist ein Lärm, ein Schreien, ein
Gegacker! Wie toben sie, die dunklen
Welterschrecker Und brüsten sich als
stolze Glaubenswecker Mit ihrer Geister
ärmlichem Geflacker!
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Einem Weltverbesserer

Dein hohes Denken und Streben ist
gut! Jedoch weshalb mit Reden Des
Tadels und Spottes bis aufs Blut Dich
mit den Thoren befehden? Du mußt
dich gewöhnen, mit der Welt
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Unter ihrem Fenster

Der Abend ist dunkel. Unter den
Bäumen, Die vor der Liebsten Hause
stehn, Verweil` ich einsam,
hinaufzusehn, Zu ihr die Seele
hinzuträumen. Die Decke der Stube
ist lichterh
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Der du frei von Schmerz und Trauer...

Der du frei von Schmerz und Trauer In
die Welt gewandert bist, Glaub`, daß
in der Trennung Dauer Nie das Scheiden
sich vergißt. Magst du schön`re
Lande schauen, Üb
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Vorüber!

Der Himmel hatte zu Nacht sich
gehüllt In Wolken, traurig und
dunkel, Ein Streiflein einzig war
lichterfüllt Von Hellem
Sternengefunkel. Du blicktest hoffend
mit frohem Sin
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Einem Freunde

Der Sommernacht, der stillen, vergess`
ich ewig nicht, Da wir zusammen gingen
im milden Mondenlicht! Schweigend lag
der Garten, die Gänge nur
entlang Ertönte der Cicaden leis
zirpender Ge
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Du mir Verlorene, ich denke dein!

Der Tag versinkt. Die Abendglocken
klingen, Und leise rauscht es in den
dunklen Bäumen. Mich führt hinunter
ein gewohntes Träumen Zum Teiche, wo
wir oft zusammengingen. Im Osten w
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O, Wann?

Die lieben Augen sind`s! Die blonden
Härchen! Die vollen Wangen mit den
runden Grübchen! — Du bist mir nah
und doch so fern, o Liebchen, Wir
wandeln einsam, ein getrenntes Pärchen
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Der träumende See

Die Schlucht hinunter lenk` ich meine
Schritte, Dort liegt, vom Gold des
Abends übergossen, Ein tiefer See in
dunkler Felsen Mitte, Ringsum von
steilen Wänden eingeschlossen.
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Auf der Schneekoppe

Die Sonne ist gestiegen Hinab in`s
Nebelmeer, Es weht in kalten
Zügen Der Wind vom Thale her. Laß
sansen den Wind und brausen Durch Nacht
und Nebel dadraus! W
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Ein Sonnenblick

Die Stürme schweigen und die Nebel
weichen, Noch einmal will der Himmel
sonnig blauen; Noch einmal möcht` ich
gläubig aufwärts schauen, Vertrauend
einem freundlich hellen Zeichen.
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Die Tante ärgert sich wieder sehr

Die Tante ärgert sich wieder sehr, daß
heute die Lüfte so rauh sind, Und
Sorgenfalten, tief und schwer, ihr auf
der Stirne zur Schau sind. Nichts ist
ihr gut, und Alles schlecht; ja, k
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Mein erstes Lied

Du fragst, Geliebte: wenn mir der erste
Sang Von meiner liedertönenden Leier
klang?   Wem ich geweiht mein
Lied, mein erstes? —    
Schelmin!  Du selber für dich beg
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Hochzeit

Ein Liebesgeträum` hat die Nacht mich
erfreut, Nun weckt mich der Morgen mit
festlichem Geläut`. Wie freundlich
hell die Sonne durchs Fenster mir
glänzt Zum Bildnis, mit Immergrün und
M
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Eine Liebe

Ein theures Unterpfand ersehnt die
Liebe, Ihr deutungsschwer, ein
vielberedtes Zeichen, Das, sollt` auch
ihrer Sonne Glanz verbleichen, Als
Hoffnungsstern am dunklen Himmel
bliebe.
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Eine rote Wolkenrose

Eine rote Wolkenrose,   Glüht
mein junges Lied, In der Sonne meiner
Liebe   Purpurn
aufgeblüht. Nüchtern blickt der Tag
auf meine   Rose, nebelgra
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Mondnacht

Endlich ist der lärmende Tag
verklungen, Und um Alles hat sich die
Nacht geschlungen, Leise zieht das
glitzernde Sterngewimmel    
        Ueber den
Himmel.
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Es singt so süß die Nachtigall

Es singt so süß die Nachtigall, Wenn
sich der Tag zu Ende neigt, Wenn sich
verloren jeder Schall, Und Alles ruht,
und Alles schweigt. Der Wind kühl
durch die Trauben weht
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Friedhof im Thal

Es war im Lenz. Der Sonnenschein Stahl
sich verlockend zu mir herein In den
engen düsteren Zimmerraum. Es klopft`
an meines Fensters Scheiben Mit
blühenden Zweigen der Apfelbaum,
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Es war in trauter Dämmerstunde

Es war in trauter Dämmerstunde, Du
saßest am Clavier, Mit liebevoll
beredtem Munde Pries ich die Zukunft
dir. Du schwiegst und spieltest.
— Wie ein Säuseln
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Frisch zieht der Abend vom Bergessee

Frisch zieht der Abend vom
Bergessee Durch flüsternde
Tannenwipfel Schimmert der Mond. Aus
blauer Höh` Glänzen die
Bergesgipfel. Nicht hatte die Nacht
den Wandrer geschre
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Mein schönes Vis-à-vis

Gedenkst du mein? Gedenkst du
mein,   Mein schönes Vis-a-vis?
— Da bist du — still! Du bist
allein,   Mein schönes
Vis-à-vis! Mein Herz, mein Herz
pocht st
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Klagen eines Brotpoeten

Gelegenheitspoet! - Ich armer
Skalde! Nicht hab` ich Zeit zu warten,
bis sich melde Die Muse, nein: im
deutschen Dichterwalde Sing` ich, so
oft es mir gebricht an Gelde. Zwar
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Trübe Ahnung

Gelehnt an`s Birkengeländer Schaut`
ich hinunter in`s Thal: Tannen und
Felsenränder Glänzten im
Abendstral. Und horch! Nun mußt` ich
lauschen, Es rief im Grunde
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Wasserfahrt

Gleich einem Silberschwan, zieht langsam
durch die Wellen Ein leichter Segelkahn
mit lustigen Gesellen. Den grünen
Strom entlang ertönen frohe
Weisen; Belebend den Gesang, die vollen
Bech
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Gleich ist‘s, ob nah dem Hafen...

Gleich ist`s, ob nah dein Hafen durch
die Brandung Das Schiff begraben wird
mit seiner Sendung, Ob auf dem hohen
Meer, — des Schicksals Wendung Hat so
und so vereitelt seine Landung. —
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Zur Silber-Hochzeitsfeier eines Industriellen

Gleich schnellen Schwalben eilen von nah
und fern Zum frohen Fest Dir herzliche
Grüße zu;   Auch mein
bescheidnes Liedchen heiße  
    Gastlich willkommen in
deinem
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Draußen

Goldne Morgensonnenstralen lockten mich
hinaus ins Weite, Wiesenbach,
gesprächig munter, sprang als Führer
mir zur Seite; Führte mich die alte
Straße zu den schattig breiten
Linden, Lie
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Am Flusse

Im Nebelgrau die Sonne schwand. Am
Flusse steh ich. Die Wellen Schwanken
träge zum Ufersand, Sie schwellen und
zerschellen. So kommen im ewigen
Einerlei Langsam heran
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Nächtliches Wandern

Im Walde wandr` ich einsam. Wie ist so
kühl die Nacht! Die Wipfel
träumender Tannen Schwanken und
rauschen sacht. Tief schlafen die
riesigen Berge In Nebeldecken g
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Ein Tag aus Clärchens Leben

Im Zimmer die schlagende Wanduhr töut
vernehmlich die siebente Stunde. Schön
Clärchen fährt aus dem Schlaf empor
und schaut sich um in der Runde: Wo ist
Er denn? Wo?— Sie richtet sich auf in
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Weltlicher Rosenkranz

Immer deinen Mund bewahren sollst du,
wenn er spricht: Was ihm einmal ist
entfahren, kehret rückwärts
nicht! Auf ein leeres Worteprunken
lege nie Gewicht: Gleißend reden die
Hall
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Ins Schlechte, das dich will besiegen

Ins Schlechte, das dich will
besiegen, Magst du dich immerhin
verrennen, Doch laß die Thoren und die
Fliegen Die Flügel sich daran
verbrennen. Ein Adler, dessen
Flügelschl
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Zum Abschied

Ist es möglich? kann´s
geschehen? Liebe Seele, sag doch:
nein! Jeder Schritt, den wir noch
gehen, Soll ein Schritt zur Trennung
sein? Hoffe nur, tu´ab dein
Grämen,
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Im Walde

Könnt` ich hier am Waldessaum Immer
doch verweilen! Dieser Hütte stillen
Raum Mit der Liebe
theilen! Friedlich sich ein blauer
Rauch Aus dem Schlote kräuselt,
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Dein Stern

langsam die Sonne sinkt Düster in`s
Dunkel, Sehnend hinüber winkt
Sternengefunkel. Wirst dann im
Dämmerschein Milde gedenken mein,
Steht in der Fern` Der l
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Letztes Glück

Leblos gleitet Blatt um Blatt Still und
traurig von den Bäumen; Seines Hoffens
nimmer satt, Lebt das Herz in
Frühlingsträumen. Noch verweilt ein
Sonnenblick Bei den
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Maienblühn und Sommersgrün

Maienblühn und Sommersgrün sind
dahingegangen, Blieb im Traum ein Blatt
am Baum welk und zitternd hangen. Nebel
steigt, die Sonne weicht, und der Tag
wird trüber, Kaum ein Stral irrt noc
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Zu einem Bilde

Mehr als schwache Aehnlichkeit Wird der
Künstler nie erreichen! Also darf das
Urbild stets Nur sich selber gleichen?
— Wäre auch die ganze
Kunst Nichts als eine sc
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An K. Laßwitz

Mein Schicksal preisend denk` ich an die
Zeit, Die Zeit in der sich uns`re
Herzen fanden, Es hat doch Niemand mich
in Lust und Leid So ganz wie du, mein
lieber Freund, verstanden!
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Mein Sonntag!

Mir ist, als läuteten Glocken den
Sonntag wieder ein — Ich lausche
süß erschrocken: Wird es dein Sonntag
sein? Mir ist, als läuteten Glocken
den Sonntag wieder ein! — So klangen
vie
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Auf dem Wasser

Mit dem Mond, dem hellen, Auf der
Wasserbahn Gleite durch die
Wellen, Gleite hin, mein Kahn! Froh
zum Ruderschlage Töne mein
Gesang, Und die Nachtluft trage
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Morgen

Mit weichen Schlummerfäden spann die
Nacht Den Traum auf kurze Zeit um meine
Sorgen, Kaum dämmert wieder der
verhaßte Morgen, So bin ich auch um
meine Ruh gebracht. Vor me
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Trennung

Nicht dem Verlassenen ferner
erreichbar, Schwang sich in andere
Sphären das Glück, Ließ nur
erleuchtetes Sehnen zurück, Einem
Gestirne am Himmel vergleichbar; Aber
dem Ei
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Dein Bild

Nicht länger sollt` ich leben Allein
mit meinem Weh, Du hast es mir
gegeben, Daß ich dich immer seh`, Und
wenn auch nur im Bilde, Es ist doch
dein Gesicht, Das schaut
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Nicht viel vermocht ich dir zu sagen

Nicht viel vermocht ich dir zu
sagen, Und auch das Wen`ge nur
versteckt, Wenn du die Augen
aufgeschlagen, Hast du mich immer tief
erschreckt. Du weißt es nicht,
indeß zum S
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Ihr Schatten

Nächtens zog mich`s durch die Gassen zu
dem alten, lieben Platz: Dort das Haus
und die vier Fenster! Deine Fenster,
süßer Schatz! Gab dir wol so
manchen Abend das Geleite bis ans Haus!
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Tagebuchblätter

O rede, wenn`s die Zeit
vergönnt, Sprich, was das Herz dir
räth! Dir Stunde sticht, — die Reue
rennt Ihr nach — und kommt zu
spät! Kurt Laßwitz O, laß dein Gr
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Den Jungen

Sag Schmeicheleien allen alten
Katzen, Die durst`gen Ohren angenehm zu
letzen, Gehorche ihren Winken wie
Gesetzen, Und lecke zärtlich herzhaft
ihre Tatzen! Ergeben leide, we
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Schritt ich einsam heut den Gang

Schritt ich einsam heut den Gang längs
des Wassers hin, War mir um das Herz so
bang, und so trüb zu Sinn; Doch ein
Tönen wunderbar klang in mir und
rief Wieder wach, was manches
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Zwei Gräber

Sie liebten sich und mußten, ach, sich
meiden! Im Traum nur durften sie
einander sehen, Im Traum sich ihre
Liebe eingestehen, Denn eine weite
Kluft lag zwischen beiden. Da k
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Den Poeten

Sieh der Poeten mächtiges
Geschwader! Hei! Alles greift nach
seiner Autorfeder! Apoll bewohnt
Comptoire wie Katheder, Es wird gereimt
vom König bis zum Bader. In tausend
Ae
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Nachtwandler

Stören nicht den leisen
Schlummer Deß, den lind ein Traum
umfangen! Laß ihm seinen süßen
Kummer! Ihm sein schmerzliches
Verlangen! Sorgen und Gefahren
drohen, Abe
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Trüben Sinnes und verdrossen

Trüben Sinnes und verdrossen Gingst du
still im Walde hin, - Da, von Felsen
fast verschlossen, Trafst du auf ein
Fleckchen Grün. Riesenhafte, dunkle
Föhren Hielten
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Neues Begegnen

Und wieder kommst du lächelnd mir
entgegen! Ein gütig Schicksal scheint
uns wohl zu wollen, Daß wir einander
nicht verlieren sollen Auf dieses
Lebens vielverschlung`nen Wegen.
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Nacht

Unheimlich bebt das Licht, fast
ausgebrannt, Sein Schein zuckt über
das Papier, sein trüber, Ans Pult
sitz` ich noch immer festgebannt, Schon
lange ging die Mitternacht vorüber.
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Vertrauten Freunden hab ich

Vertrauten Freunden hab` ich All` meine
Noth geklagt, Erfahrene Vettern und
Basen Bescheiden um Rath
gefragt. Sie haben bedenkliche
Mienen Und dumme Gesichter gemacht,
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Einkehr

Vom Berge hinab in`s Gesenke Tief durch
den schattigen Hain — Da grüßt
eine schmucke Schenke:    
Herein! Gemessen und kurz ist die
Spanne Der Zeit zu
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Gewissen Dichtern

Von Euch fühlt sich manch Herz berührt
sympathisch, Und in Gesellschaft, wo
man höchst ästhetisch Allwöchentlich
zusammentrifft am Theetisch, Spricht
man von Eurem Genius extatisch.
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Für ein Dintenfaß mit gesticktem Deckel

von freundlicher Hand. Daß ich dich
im Liede grüße, magst du freundlich
mir verzeihen, Sann ich doch, wie wol
am Besten dein Geschenk sei einzuweihen!
— Wie ich`s wußte, sann
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Stumme Liebe

Von Liebe war dein Herz erfüllt
—     Du wolltest
schweigen, Doch sprach dein Blick so
treu und mild:     Ich bin
dein eigen! Nicht Worte durften dem G
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Schlummerlied

Von Westen weht ein friedlicher Wind
— Schlafe, mein Kind! Schlafe, mein
Kind! Das ganze Land, einmütig und
brav, Schlaft einen tiefen, gefunden
Schlaf. Gebete und fromme
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Die zerfallene Kirche

Was weiß die Welt von deiner geheimen
Pracht, Zerfallne Kirche, tief in des
Waldes Nacht? Entzückt sah ich dich
vor mir liegen, Als ich hinunter in`s
Thal gestiegen. And
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Einem anonymen Kritiker

Welch ein unbedachtes Stolpern! Hop,
Hop, Hop — Herr Ritter, ei, Ziehst
mit Versen, welche holpern, Ins
poetische Turnei ? Willst du
kritisirend streiten Auf dem Kam
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Meiner Mutter

Wenn meiner Sehnsucht letzter Traum
zerstoben, Und wenn die Treue brach,
was sie versprochen; Wenn meines
Geistes Schwingen selbst gebrochen, Die
mich so oft dem Dunkel schon enthoben;
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Willkommen war ich stets in Eurer Runde

Willkommen war ich stets in Eurer Runde,
Ihr, meine gleichgesinnten, theuern
Bruder, Wann freier Sinn mit Poesie im
Bunde Sich fröhlich ließ bei vollen
Gläsern nieder! Was Ihr ge
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Einer Frühverblichenen

Wo im grünen Wiesenthal Birken
trauernd stehn, Dorten, ach, zum
letzten Mal Hab` ich dich
gesehn! Dunkel glühend sprach zu
mir Deiner Augen Braun: Hab` ein s
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Wol sind deine hellen Saiten

Wol sind deine hellen Saiten Allesammt
zerrissen, Und von Klängen alter
Zeiten Willst du nicht mehr
wissen; Arme, ausgesungne
Leier, Dennoch sei geduldig, Mein
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Im Mai

Wüßtest Worte du zu geben Diesem
wunderbaren Leben! Nicht in Formen will
sich`s passen, Kaum vermag`s der Geist
zu fassen. Welch ein neues reges
Sprießen, Keimen, W
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An Ferdinand Hiller

Zeitig ist der Herbst Nun
hereingekommen, Hat den
Blumenschmuck Von der Welt
genommen. Keine blieb zurück Von
den Rosen allen, Auch das Laubgrün
ist Ue
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Prolog

zum Geburtastage Sr. Majestät des
Königs auf der Bühne des Breslauer
Stadttheaters gesprochen den 20. März
1869. Der Wirklichkeit ihr Recht!
— Kanonen künden U
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An Robert Weigelt

Zum Geburtstage 1870. Könnt` ich
Dich am heutigen Tage grüßen, Ewig
reinen grajischen Hauch erathmend, Daß
ein Lied im sapphischen Geist von
meiner       &
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Leb wohl, leb wohl, mein holdes Thal!

Zum letzten Mal sei mir gegrüßt, Zum
letzten Mal, mein holdes Thal! Mit
kühler Ruh bei heißem Stral Hast du
die Tage mir versüßt; Du gabst mir
Kraft: bei dir gelang Wol
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Zum letzten Mal

Zum letzten Mal Am Abend, bevor Die
Sonne versinkt im Nebelflor, Blickt
noch ein leuchtender Stral Aus
dämmerndem Gran empor Und läßt in
flammenden Gluten Die Berges
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Zum trüben Fenster blickt ich sehnend oft

Zum trüben Fenster blickt ich sehnend
oft, Wenn seine todten Blumen an die
Scheiben Der Winter hauchte, und im
Hageltreiben Hab` ich mit Ungeduld den
Lenz erhofft. Ruft er d
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Junge Liebe

Zwei Knospen sind am Strauche In einer
warmen Nacht, Geküßt vom
Frühlingshauche, Zum Blühen
aufgewacht. Doch ach! zu ihrem
Leide Kam bald ein kalter Hauch ...
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