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Gedichte - Michelangelo


Auf den Tod der Vittoria Colonna

1 Wenn hier mein grober Hammer den
und den härtesten Stein in
Menschenhaftes wandelt, hat er den
Schwung von dem, der mit ihm
handelt, und muß mit eines andern
Schritten ge
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Ach mach mich schauen dich an jedem Orte!

Ach mach mich schauen dich an jedem
Orte! Entflamm ich auch mich hier am
Abenteuer, bei deinem lischt ein Feuer
solcher Sorte, in deinem sei ich, wie
ich war, in Feuer. Dich
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Beim Tode seines Vaters Lodovico Buonarroti,

der kurz nach seinem Sohne,
Michelangelos Bruder, starb. Obwohl
mein Herz bedrückt war übers Maß und
ich am Ende meinte, durch mein
Schrein dem Schmerze zu entgehn, der m
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Des Todes sicher, nicht der Stunde, wann

Des Todes sicher, nicht der Stunde,
wann. Das Leben kurz, und wenig komm
ich weiter; den Sinnen zwar scheint
diese Wohnung heiter, der Seele nicht,
sie bittet mich: stirb an.
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Die Erde wartet bald auf das, was hiesig

Die Erde wartet bald auf das, was
hiesig, und Schönheit schwindet, wenn
man sie betrachtet, und der, der liebt,
ich sehs, kommt nicht mehr los. Mit
großer Sünde geht die Rache riesig;
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Die Fabeln dieser Welt benahmen mir

Die Fabeln dieser Welt benahmen mir die
Zeit, die da war, Gott ins Aug zu
fassen; der Gnade nicht vergaß ich,
nein, mit ihr hab ich mich, mehr als
ohne, gehen lassen. Was an
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Du weißt, Herr, daß ich weiß, wie sehr du weiß

Du weißt, Herr, daß ich weiß, wie
sehr du weißt, daß ich, um dich zu
fühlen, dich erreiche, und weißt, ich
weiß, du weißt, ich bin der
Gleiche: was ists, das uns im Gruße
zögern
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Fragment

Ein Riese ist noch, über alles
groß, uns unten hier sehn seine Augen
nicht. Oft stürzt er Städte um mit
einem Stqß, die seine Sohle zudeckt
und zerbricht. Zur Sonne läßt er se
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Entgangen, Herr, der Bürde, die mir schwer

Entgangen, Herr, der Bürde, die mir
schwer und unlieb war, getrennt von
Erdensachen, wend ich mich müd zu dir,
ein schwacher Nachen aus Stürmen in
das milde ebne Meer. Die
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Es schmerzt mich, macht mich trüb, und wiederum

Es schmerzt mich, macht mich trüb, und
wiederum ist es mir lieb, Vergangnes zu
bedenken, mein Herz in Schuld und
Sünde zu versenken verlorner Zeit,
unwiederbringlich um. Li
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Fort hätt ich müssen, da noch ganz besonnt

Fort hätt ich müssen, da noch ganz
besonnt die Anhöh war von Phöbus`
schönen Gluten, mit seinen Federn
hätt ich fortgekonnt, die Erde
lassend, sterbend wie im Guten. Nu
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Froh waren, traurig und bestürzt zugleich

Froh waren, traurig und bestürzt
zugleich, daß du, nicht sie, den Tod
erlitten: jenen, die auserwählten
Geister, der dem Sehnen der Welt durch
Blut erschloß des Himmels Reich
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Geschiehts, daß oft mein Wünschen mir verspricht

Geschiehts, daß oft mein Wünschen mir
verspricht mehr Jahre noch zu allen
meinen Jahren, das kann beim Tod mir
keine Frist ersparen; nur wo er minder
schmerzt, dort eilt er nicht.
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Hätt ich geglaubt, es wird, wenn ich sie seh

Hätt ich geglaubt, es wird, wenn ich
sie seh, mir diese Seele gleich zum
Neugestalter, durch die ich, wie in
seinem höchsten Alter der Phönix,
brenne und in Flammen steh,
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Ich leb der Sünde, mir zum Tode leb ich

Ich leb der Sünde, mir zum Tode leb
ich. Der Sünde Leben bin ich, nicht
mehr meins. Der Himmel gibt mein Gut,
mein Übel geb ich mir selbst im Fluch
des Ungezügeltseins. M
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Ich weiß in deinem Antlitz zu gewahren

Ich weiß in deinem Antlitz zu
gewahren, was Ausdruck kaum in diesem
Leben leidet. Die Seele, mit dem
Fleische noch bekleidet, ist mehrmals
schon damit zu Gott gefahren. Und
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Ich wollte wollen, Herr, was ich nicht will

Ich wollte wollen, Herr, was ich nicht
will: vom Feuer trennt das Herz ein
Schleier Eises und dämpft die Glut;
der Nachdruck des Beweises fehlt meiner
Feder, und das Blatt hält still.
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Kein irdisch Ding ist schlechter und verschmähter

Kein irdisch Ding ist schlechter und
verschmähter, als ich mich fühle ohne
dich und bin, so muß beim starken
Drang der schwache Täter Verzeihung
flehn, sein Atem reicht nicht hin.
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Kein Wunder ists, wenn ich dem Brand zunächst

Kein Wunder ists, wenn ich dem Brand
zunächst in Glut verging, daß, da er
einwärts brach von draußen, wo er
war, er innen wächst und mich verzehrt
zu Asche nach und nach.
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Man hat nicht recht, den Tod als Ärgstes hassend

Man hat nicht recht, den Tod als
Ärgstes hassend, erscheint man nur
vorm Thron, der Gnade oben den letzten
Tag als ersten überlassend. Dorthin
vermut ich dich hinweggehoben
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Nicht Sterbliches sahn meine Augen, als

Nicht Sterbliches sahn meine Augen,
als in deinen schönen aufging aller
Frieden. Nein, eine Seele, Bösem
abgeschieden, traf die verwandte,
liebend ebenfalls. Wär sie nicht
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An Giorgio Vasari

Schon angelangt ist meines Lebens
Fahrt im schlechten Schiff durch
Stürme übers Meer am Hafen aller, wo
die Wiederkehr nicht Einem harte
Rechenschaft erspart. Da seh ich nu
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So war für solchen Pfeil und kühnen Streich

So war für solchen Pfeil und kühnen
Streich auch gleich die Heilung: mir
durchs Herz zu dringen. Kein andrer als
mein Herr kann das vollbringen, daß
Leben zunimmt mit dem Weh zugleich.
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So wende wieder mich zu jener Zeit

So wende wieder mich zu jener Zeit, da
blindem Glühn die Zügel Freiheit
gaben; das Antlitz voller
Engel-Heiterkeit gib mir zurück; mit
ihm ward viel begraben. Und Schritte
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Vielleicht, daß ich mitleidig würde allen

Vielleicht, daß ich mitleidig würde
allen und ohne Stütze, sicher meiner
Sache, die Fehler nicht der anderen
verlache, ist meine Seele, die schon
stieg, gefallen. Doch wü
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Von Sünden voll, mit Jahren überladen

Von Sünden voll, mit Jahren
überladen, verwurzelt in des tristen
Brauches Boden, seh ich mich nahe neben
beiden Toden und nähre doch mein Herz
mit giftigem Schaden. Eigene
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Wie trocknes Holz im heißen Feuer brennt

Wie trocknes Holz im heißen Feuer
brennt, verbrenn ich, wenn michs nicht
mehr zu dir reißt, und geb die Seele
auf, die andres kennt. Wenn jemals
andrer Schönheit Liebesgeist
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