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Gedichte - Michelangelo

Auf den Tod der Vittoria Colonna

1

Wenn hier mein grober Hammer den und den
härtesten Stein in Menschenhaftes wandelt,
hat er den Schwung von dem, der mit ihm handelt,
und muß mit eines andern ... weiterlesen


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Ach mach mich schauen dich an jedem Orte!

Ach mach mich schauen dich an jedem Orte!
Entflamm ich auch mich hier am Abenteuer,
bei deinem lischt ein Feuer solcher Sorte,
in deinem sei ich, wie ich war, in Feuer.
... weiterlesen


Beim Tode seines Vaters Lodovico Buonarroti,

der kurz nach seinem Sohne, Michelangelos Bruder, starb.


Obwohl mein Herz bedrückt war übers Maß
und ich am Ende meinte, durch mein Schrein
dem Schmerze zu ... weiterlesen


Des Todes sicher, nicht der Stunde, wann

Des Todes sicher, nicht der Stunde, wann.
Das Leben kurz, und wenig komm ich weiter;
den Sinnen zwar scheint diese Wohnung heiter,
der Seele nicht, sie bittet mich: stirb an.
... weiterlesen


Die Erde wartet bald auf das, was hiesig

Die Erde wartet bald auf das, was hiesig,
und Schönheit schwindet, wenn man sie betrachtet,
und der, der liebt, ich sehs, kommt nicht mehr los.
Mit großer Sünde geht die Rache ... weiterlesen


Die Fabeln dieser Welt benahmen mir

Die Fabeln dieser Welt benahmen mir
die Zeit, die da war, Gott ins Aug zu fassen;
der Gnade nicht vergaß ich, nein, mit ihr
hab ich mich, mehr als ohne, gehen lassen.

... weiterlesen


Du weißt, Herr, daß ich weiß, wie sehr du weiß

Du weißt, Herr, daß ich weiß, wie sehr du weißt,
daß ich, um dich zu fühlen, dich erreiche,
und weißt, ich weiß, du weißt, ich bin der Gleiche:
was ists, das uns im ... weiterlesen


Fragment

Ein Riese ist noch, über alles groß,
uns unten hier sehn seine Augen nicht.
Oft stürzt er Städte um mit einem Stqß,
die seine Sohle zudeckt und zerbricht.
Zur Sonne ... weiterlesen


Entgangen, Herr, der Bürde, die mir schwer

Entgangen, Herr, der Bürde, die mir schwer
und unlieb war, getrennt von Erdensachen,
wend ich mich müd zu dir, ein schwacher Nachen
aus Stürmen in das milde ebne Meer.
... weiterlesen


Es schmerzt mich, macht mich trüb, und wiederum

Es schmerzt mich, macht mich trüb, und wiederum
ist es mir lieb, Vergangnes zu bedenken,
mein Herz in Schuld und Sünde zu versenken
verlorner Zeit, unwiederbringlich um.
... weiterlesen


Fort hätt ich müssen, da noch ganz besonnt

Fort hätt ich müssen, da noch ganz besonnt
die Anhöh war von Phöbus` schönen Gluten,
mit seinen Federn hätt ich fortgekonnt,
die Erde lassend, sterbend wie im Guten.
... weiterlesen


Froh waren, traurig und bestürzt zugleich

Froh waren, traurig und bestürzt zugleich,
daß du, nicht sie, den Tod erlitten: jenen,
die auserwählten Geister, der dem Sehnen
der Welt durch Blut erschloß des Himmels ... weiterlesen


Geschiehts, daß oft mein Wünschen mir verspricht

Geschiehts, daß oft mein Wünschen mir verspricht
mehr Jahre noch zu allen meinen Jahren,
das kann beim Tod mir keine Frist ersparen;
nur wo er minder schmerzt, dort eilt er ... weiterlesen


Hätt ich geglaubt, es wird, wenn ich sie seh

Hätt ich geglaubt, es wird, wenn ich sie seh,
mir diese Seele gleich zum Neugestalter,
durch die ich, wie in seinem höchsten Alter
der Phönix, brenne und in Flammen steh,
... weiterlesen


Ich leb der Sünde, mir zum Tode leb ich

Ich leb der Sünde, mir zum Tode leb ich.
Der Sünde Leben bin ich, nicht mehr meins.
Der Himmel gibt mein Gut, mein Übel geb ich
mir selbst im Fluch des Ungezügeltseins.
... weiterlesen


Ich weiß in deinem Antlitz zu gewahren

Ich weiß in deinem Antlitz zu gewahren,
was Ausdruck kaum in diesem Leben leidet.
Die Seele, mit dem Fleische noch bekleidet,
ist mehrmals schon damit zu Gott gefahren.
... weiterlesen


Ich wollte wollen, Herr, was ich nicht will

Ich wollte wollen, Herr, was ich nicht will:
vom Feuer trennt das Herz ein Schleier Eises
und dämpft die Glut; der Nachdruck des Beweises
fehlt meiner Feder, und das Blatt hält ... weiterlesen


Kein irdisch Ding ist schlechter und verschmähter

Kein irdisch Ding ist schlechter und verschmähter,
als ich mich fühle ohne dich und bin,
so muß beim starken Drang der schwache Täter
Verzeihung flehn, sein Atem reicht nicht ... weiterlesen


Kein Wunder ists, wenn ich dem Brand zunächst

Kein Wunder ists, wenn ich dem Brand zunächst
in Glut verging, daß, da er einwärts brach
von draußen, wo er war, er innen wächst
und mich verzehrt zu Asche nach und nach.
... weiterlesen


Man hat nicht recht, den Tod als Ärgstes hassend

Man hat nicht recht, den Tod als Ärgstes hassend,
erscheint man nur vorm Thron, der Gnade oben
den letzten Tag als ersten überlassend.

Dorthin vermut ich dich ... weiterlesen


Nicht Sterbliches sahn meine Augen, als

Nicht Sterbliches sahn meine Augen, als
in deinen schönen aufging aller Frieden.
Nein, eine Seele, Bösem abgeschieden,
traf die verwandte, liebend ebenfalls.

... weiterlesen


An Giorgio Vasari

Schon angelangt ist meines Lebens Fahrt
im schlechten Schiff durch Stürme übers Meer
am Hafen aller, wo die Wiederkehr
nicht Einem harte Rechenschaft erspart.

... weiterlesen


So war für solchen Pfeil und kühnen Streich

So war für solchen Pfeil und kühnen Streich
auch gleich die Heilung: mir durchs Herz zu dringen.
Kein andrer als mein Herr kann das vollbringen,
daß Leben zunimmt mit dem Weh ... weiterlesen


So wende wieder mich zu jener Zeit

So wende wieder mich zu jener Zeit,
da blindem Glühn die Zügel Freiheit gaben;
das Antlitz voller Engel-Heiterkeit
gib mir zurück; mit ihm ward viel begraben.

... weiterlesen


Vielleicht, daß ich mitleidig würde allen

Vielleicht, daß ich mitleidig würde allen
und ohne Stütze, sicher meiner Sache,
die Fehler nicht der anderen verlache,
ist meine Seele, die schon stieg, gefallen.

... weiterlesen


Von Sünden voll, mit Jahren überladen

Von Sünden voll, mit Jahren überladen,
verwurzelt in des tristen Brauches Boden,
seh ich mich nahe neben beiden Toden
und nähre doch mein Herz mit giftigem Schaden.

... weiterlesen


Wie trocknes Holz im heißen Feuer brennt

Wie trocknes Holz im heißen Feuer brennt,
verbrenn ich, wenn michs nicht mehr zu dir reißt,
und geb die Seele auf, die andres kennt.

Wenn jemals andrer Schönheit ... weiterlesen



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