A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Nikolaus Lenau

Verschiedene Deutung

1  Sich, wie des Niagara Wellen
Im Donnerfall zu Staub zerschellen,
Und wie sie, sprühend nun zerflogen,
Empfangen goldne Sonnenstrahlen
Und auf den Abgrund ... weiterlesen
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Der Schiffsjunge

1.

Das wilde, schäumende Roß,
Gejagt von der Sporen scharfem Stoß,
Auf krumm gewundener Reiterbahn
Mit seitwärts geneigtem Leibe stürmt:
So fliegt, wie ... weiterlesen Waldlieder

1.

Am Kirchhof dort bin ich gestanden,
Wo unten still das Rätsel modert
Und auf in Grabesrosen lodert;
Es blüht die Welt in Todesbanden.

Dort lächelt ... weiterlesen Waldlieder

1

Am Kirchhof dort bin ich gestanden,
Wo unten still das Rätsel modert
Und auf den Grabesrosen lodert;
Es blüht die Welt in Todesbanden.

Dort ... weiterlesen Der arme Jude

1

Armer Jude, der du wandeln
Mußt von Dorf zu Dorf hausierend,
Schlecht genährt und bitter frierend,
Allwärts rufend: »Nichts zu handeln?«!

... weiterlesen Die Waldkapelle

1

Der dunkle Wald umrauscht den Wiesengrund,
Gar düster liegt der graue Berg dahinter;
Das dürre Laub, der Windhauch gibt es kund,
Geschritten kommt allmählich ... weiterlesen Abendbilder

1

Friedlicher Abend senkt sich aufs Gefilde;
Sanft entschlummert Natur, um ihre Züge
Schwebt der Dämmerung zarte Verhüllung, und sie
  Lächelt, die ... weiterlesen Einsamkeit

1

Hast du schon je doch ganz allein gefunden,
Lieblos und ohne Gott auf einer Heide,
Die Wunden schnöden Mißgeschicks verbunden
Mit stolzer Stille, zornig ... weiterlesen Primula veris

1

Liebliche Blume,
Bist du so früh schon
Wiedergekommen?
Sei mir gegrüßet,
Primula veris!

Leiser denn alle
Blumen der Wiese
... weiterlesen In der Krankheit

1

Nacht umschweigt mein Krankenlager;
An der morschen Diele nur
Reget sich der kleine Nager,
Und es pickt die Pendeluhr,
Die eintönig mich bedeutet,
... weiterlesen Winternacht

1

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!
... weiterlesen Der Indianerzug

1

Wehklage hallt am Susquehannaufer,
Der Wandrer fühlt sie tief sein Herz durchschneiden;
Wer sind die lauten, wildbewegten Rufer?
Indianer sinds, die von der ... weiterlesen Schilflieder

1
Drüben geht die Sonnen scheiden,
Und der müde Tag entschlief.
Niederhangen hier die Weiden
In den Teich,so still, so tief.

Und ich muß mein Liebstes ... weiterlesen Abendbilder

1
Friedlicher Abend senkt sich aufs Gefilde;
Sanft entschlummert Natur, um ihre Züge
Schwebt der Dämmerung zarte Verhüllung, und sie
Lächelt, die holde;

... weiterlesen Lebe hoch! Sofie! Die edle Frau!

26. September 1838

Laßt uns für Sofiens teures Leben
Herz und Glas in alle Höh erheben!
Ihrem Leben segenfeste Dauer!
Jede Freude, jedes schöne Hoffen
... weiterlesen Scherz nach einer zufällig aufgeschlagenen Bibels

Ahimaaz, der Sohn des Zadok, sprach,
Sprach wiederholten Males zu Joab:
»Wie, wenn ich liefe auch dem Chusi nach,
Schnell hinter seiner Ferse Staub im Trab?«
Da sprach ... weiterlesen In der Nacht

Alles schläft, und übers Gefild der Ruhe
Wandelt leisen Schrittes dahin des Lebens
Genius; sanft schimmert vom Weltendom die
Lampe des Mondes.

Sieh! den ernsten ... weiterlesen An die Alpen

Alpen! Alpen! unvergeßlich seid
Meinem Herzen ihr in allen Tagen;
Bergend vor der Welt ein herbes Leid,
Hab ich es zu euch hinaufgetragen.

Für das Unglück steht ... weiterlesen Nie zurück!

Als der Cherub aus dem Paradies
Ihn und seine Klagen streng verwies,
Weinte Adam noch am Gartensaume
Still zurück nach seinem schönen Traume.

Und durch einen ... weiterlesen Inneres Gericht

Als ein strenger Richter und Hinrichter,
Vieler süßen Hoffnungen Vernichter,
Mag auch ihre ganze Sippschaft weinen,
Mußt du einmal in dir selbst erscheinen,
Wenn du ... weiterlesen Heimatklang

Als sie vom Paradiese ward gezwungen,
Kam jeder Seele eine Melodie
Zum Lebewohl süß schmerzlich nachgeklungen,
Darauf umschloß die Erdenhülle sie.
Noch ist dies Lied ... weiterlesen Die Rose der Erinnerung

Als treulos ich das teure Land verließ,
Wo mir, wie nirgend sonst, die Freude blühte,
Mich selbst verstoßend aus dem Paradies
Voll Freundesliebe, holder Frauengüte;
... weiterlesen Der Schifferknecht

Am Boden auf dem Rohrgeflecht,
Vom harten Glück verstoßen,
Da ruht der arme Schifferknecht
Mit seinen müden Rossen.

Er haust bei Tag und Nacht am Strand,
... weiterlesen Faust. Der nächtliche Zug.

Am Himmel schwere dunkle Wolken hangen
Und harrend schon zum Walde niederlauschen.
Tiefnacht; doch weht ein süßes Frühlingsbangen
Im Wald, ein warmes, seelenvolles ... weiterlesen Himmelstrauer

Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,
Die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;
Wie auf dem Lager sich der Seelenkranke,
Wirft sich der Strauch im Winde hin und her.
... weiterlesen Himmelstrauer

Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,
Die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;
Wie auf dem Lager sich der Seelenkranke,
Wirft sich der Strauch im Winde hin und her.

... weiterlesen Der trübe Wandrer

Am Strand des Lebens irr ich, starre düster
Ins Todesmeer, umhüllt von Nebelflor;
Und immer wird der Strand des Lebens wüster,
Und höher schlägt die Flut an ihm empor.
... weiterlesen Meine Braut

An der duftverlornen Grenze
Jener Berge tanzen hold
Abendwolken ihre Tänze,
Leichtgeschürzt im Strahlengold.

Wenn ich nach den lichten Räumen
Jener ... weiterlesen Liebesfeier

An ihren bunten Liedern klettert
Die Lerche selig in die Luft;
Ein Jubelchor von Sängern schmettert
Im Walde, voller Blüt und Duft.

Da sind, so weit die Blicke ... weiterlesen Faust. Der See.

An Klostermauern, alten, einsam düstern,
Ist weit ein stiller See hinausgegossen;
Am Saume Bins` und Weide heimlich flüstern,
Und sanftgewiegte Wasserblumen sprossen.
... weiterlesen Zuflucht

Armes Wild im Waldesgrunde,
Schlägt die Jagd dir eine Wunde,
Flüchtest du zur tiefsten Stelle,
An des Walds geheimste Quelle,
Daß sie dir mit frischer Kühle
... weiterlesen Zuruf an meinen Geist

Auf schwingt der Aar sich über dem Schlachtgefild,
Senkt bald herab sein Aug auf die Leichen, bald,
Zerreißend kühn den Wolkenvorhang,
Blickt er hinauf in die goldne Sonne.
... weiterlesen Mit meinen Gedichten

Baden-Baden, im Sommer 1844

Mich ließ die Gunst des Augenblickes,
Ein flüchtig Lächeln des Geschickes,
Wie bis ins Herz du schön, erkennen;
Leb wohl! ich muß ... weiterlesen Zögerung

Beschritten schon von seinem Reiter,
Rafft auf der Weide noch das Roß
Die letzten Halme, will nicht weiter,
Bis ihm der Sporen scharfer Stoß
Gewaltig in die Seiten ... weiterlesen Die Korybanten

Betäubendes Erzgerassel,
Und sprühendes Feuergeprassel,
Hoch kommen die Dämpfe geschnoben
Vom rollenden Opferherde
Der alten Göttin Erde,
Und ihre Priester – ... weiterlesen Unmögliches

Bevor mein Blick den Zauber noch getrunken,
Der, wie die Farbenpracht am Demant glüht,
Dich tausendfach, doch immer neu, umblüht,
Horcht ich dem Freund, in Ahnungen ... weiterlesen Unmögliches

Bevor mein Blick den Zauber noch getrunken,
Der, wie die Farbenpracht am Demant glüht,
Dich tausendfach, doch immer neu, umblüht,
Horcht ich dem Freund, in Ahnungen versunken.
... weiterlesen Bettlers Klage

Bin einsam, schwach und alt,
Mich hüllen Lumpen ein,
Wie bläst der Wind so kalt,
Geht mir durch Mark und Bein.

Ich bettle vor der Tür,
Und hab ich lang ... weiterlesen Traurige Wege

Bin mit dir im Wald gegangen;
Ach, wie war der Wald so froh!
Alles grün, die Vögel sangen,
Und das scheue Wild entfloh.

Wo die Liebe frei und offen
Rings ... weiterlesen Trauer

Blumen, Vögel, duftend, singend,
Seid doch nicht so ausgelassen,
Ungestüm ans Herz mir dringend;
Laßt allein mich ziehn die Straßen!

Vieles ist ... weiterlesen Die Blumenmalerin

Brach ein Leben bei den heitern Griechen,
Bog der Freund sich auf den Todessiechen,
Aufzuküssen seinen letzten Hauch.
Blumen, nicht im einsam wilden Grase,
Blumen, euch ... weiterlesen Dichters Klagelied über das junge Deutschland

Da droben auf jenem Berge,
Da steht ich tausendmal
An meinem Stabe gebogen
Und schaue hinab ins Tal;

Folg meiner Gedankenherde,
Mein Herz bewahret mir ... weiterlesen Der Lenz

Da kommt der Lenz, der schöne Junge,
Den alles lieben muß,
Herein mit einem Freudensprunge
Und lächelt seinen Gruß;

Und schickt sich gleich mit frohem ... weiterlesen Scheiden

Dahin sind Blüten jetzt und Nachtigallen,
Und durch den kahlen, sangverlaßnen Strauch
Weht nun des Herbstes einsam kühler Hauch;
Mein Glück ist mit dem Laube abgefallen!
... weiterlesen Die Albigenser

Das Aug der Liebe weiß im Freudensaale
Durchs Tanzgewühl, durch die Gestaltenßucht,
Den Liebesblick zu finden, den sie sucht,
Und weidet sich an seinem süßen Strahle.
... weiterlesen Ein Epigramm

Das Schwert zu führen, die verschanzten Sitze
Des starken Feinds mit Pfeilen zu beschießen,
An seinem Fluch zu messen seine Wunde,
Ist meine Lust; und heut in müß`ger ... weiterlesen Der Unbeständige

Daß ich dies und das beginne,
Heute grad und morgen quer,
Gegen das, was heut ich minne,
Morgen richte Spieß und Speer:

Sollte das so sehr dich wundern,
... weiterlesen Das Mondlicht

Dein gedenkend irr ich einsam
Diesen Strom entlang;
Könnten lauschen wir gemeinsam
Seinem Wellenklang!

Könnten wir zusammen schauen
In den Mond empor,
... weiterlesen Das Mondlicht

Dein gedenkend, irr ich einsam
Diesen Strom entlang;
Könnten lauschen wir gemeinsam
Seinem Wellenklang!

Könnten wir zusammen schauen
In den Mond empor,
... weiterlesen Dein ist mein Herz

Dein ist mein Herz,
mein Schmerz dein eigen
und alle Freuden die es sprengen;
dein ist der Wald,
mit allen Zweigen,
den Blüten allen und Gesängen.

... weiterlesen Meine Rose

Dem holden Lenzgeschmeide,
Der Rose, meiner Freude,
Die schon gebeugt und blasser
Vom heißen Strahl der Sonnen,
Reich’ ich den Becher Wasser
Aus tiefem ... weiterlesen Herbstgefühl (2)

Der Buchenwald ist herbstlich schon gerötet,
So wie ein Kranker, der sich neigt zum Sterben,
Wenn flüchtig noch sich seine Wangen färben;
Doch Rosen sind`s wobei kein Lied mehr ... weiterlesen Der Räuber im Bakony

Der Eichenwald im Winde rauscht,
Im Schatten still der Räuber lauscht,
Ob nicht ein Wagen auf der Bahn
Fern rollt heran.

Der Räuber ist ein Schweinehirt,
... weiterlesen Mit unaufgeblühten Blumen

Der Frühling ist gekommen,
Er zieht durch sein Revier,
Du hast es nicht vernommen
Im Krankenzimmer hier,

Wie er durch seine Strahlen
Den Winter ganz ... weiterlesen Der Jüngling

Der Jüngling stoßt vom Strand im leichten Kahne,
Die Sehnsucht hat die Segel ihm gebreitet;
Wie rasch im Phantasienozeane,
Von Westen fortgekost, dahin er gleitet!
Schon ... weiterlesen Die Jugendträume

Der Jüngling weilt in einem Blütengarten
Und schaut mit Lust des Lebens Morgenrot;
Auf seinem Antlitz ruht ein schön Erwarten,
Die Welt ist Himmel ihm, der Mensch ein Gott.
... weiterlesen Zweifel und Ruhe

Der Mensch auf halbem Weg entschlief
Im Schatten eines alten Baumes,
In Banden eines süßen Traumes,
Schlief manche Wanderstunde, tief.
Das Laub des Baumes rauschte ... weiterlesen Seemorgen

Der Morgen frisch, die Winde gut,
Die Sonne glüht so helle,
Und brausend geht es durch die Flut;
Wie wandern wir so schnelle!

Die Wogen stürzen sich heran;
... weiterlesen Seemorgen

Der Morgen frisch, die Winde gut,
Die Sonne glüht so helle,
Und brausend geht es durch die Flut;
Wie wandern wir so schnelle!

Die Wogen stürzen sich heran;
Doch ... weiterlesen Der geldgierige Pfaffe

Der Pfaffe weiß mit Dampf, Gesang und Glocken,
Mit Mummerei, Gebärd und schlauem Segen
Den Pöbel zum Guckkasten hinzulocken,
Worin sich Höll und Himmel bunt bewegen.
... weiterlesen Gewitter

Der Seele klarer Himmel hängt
Voll zürnender Gedanken,
Und mancher laute Seufzer drängt
Sich aus der Brust, der kranken.

Unheimlich blitzt des Auges Stern
... weiterlesen Naturbehagen

Der Seerab hat ein gutes Leben!
So überm Wasser hinzuschweben,
Wo lustig plätschern, zierlich kreisen,
Einladend, seine leckern Speisen.
Sein scharfes Auge weiß auf ... weiterlesen Bruchstück einer Ode

Der Stadt Getös ward banges Gemurmel, und
Es schlagen mattern Schlages die Pulse nun
Des vielgeschäftgen Lebens, – schrecklich
Hallt noch im Ohre das Donnerwort ihr. –
... weiterlesen Traumgewalten

Der Traum war so wild, der Traum war so schaurig
So tief erschütternd, unendlich traurig.
Ich möchte gerne mir sagen:
Daß ich ja fest geschlafen hab,
Daß ich ja nicht ... weiterlesen Ein Heimatbruder!

Der Wandrer, irrend in der Ferne,
Wo fremd das Tier, der Baum, das Kraut,
Wo fremd die Nacht und ihre Sterne,
Wo fremd und tot der Menschenlaut,
Wie fühlt er sich allein, ... weiterlesen Prolog

Der Winter stand ein eiserner Tyrann,
Nie lösend seine Faust, die festgeballte,
Die eisig sich um Berg’ und Täler krallte;
Ihr Leben lag erstarrt in seinem Bann.
Als ... weiterlesen An einen Jugendfreund

Des Lebens holder Zauber ging vorüber.
Ich klage, daß die Jugend mir verloren;
Doch eines macht mir noch die Klage trüber:
Die Treue brach, die du mir einst geschworen.
... weiterlesen Der gute Gesell

Des Menschengeschlechts uralter Gefährte,
Der nie von seiner Seite gewichen
Seit dem Verluste des Paradieses,
Wo er mitleidig sich angeschlossen;
Der nie wird weichen von ... weiterlesen Neid der Sehnsucht

Die Bäche rauschen
Der Frühlingssonne,
Hell singen die Vögel,
Es lauschen die Blüten,
Und sprachlos ringen
Sich Wonnedüfte
Aus ihrem Busen;
Und ... weiterlesen Neid der Sehnsucht

Die Bäche rauschen
Der Frühlingssonne,
Hell singen die Vögel,
Es lauschen die Blüten,
Und sprachlos ringen
Sich Wonnedüfte
Aus ihrem Busen;
Und ich muß ... weiterlesen Lenz

Die Bäume blühn,
Die Vöglein singen,
Die Wiesen bringen
Ihr erstes Grün.

Schier tuts mir leid,
Zu treten die Erden
Und ihr zu gefährden
... weiterlesen Verlornes Glück

Die Bäume rauschen hier noch immer,
Doch sind’s dieselben Blätter nimmer,
Wie einst in jener Sommernacht.
Wohin, du rauhes Erdenwetter,
Hast du die damals grünen ... weiterlesen An die Ultraliberalen in Deutschland

Die Deutsche Muse glüht im Freiheitseifer;
Mit vollen Backen ruft sie zur Verschwörung,
Und bläs’t die Gluth wahnwitziger Empörung,
Vom Mund der Göttin sprudelt ... weiterlesen Charade

Die ersten Silben nennen dir den Fluß,
Nach dessen schönem Strande
Aus fernem, fernem Lande
Ertönen wird mein sehnsuchtsvoller Gruß.

Die dritte bildet dir dein ... weiterlesen See und Wasserfall

Die Felsen schroff und wild,
Der See, die Waldumnachtung
Sind dir ein stilles Bild
Tiefsinniger Betrachtung.

Und dort, mit Donnerhall
Hineilend zwischen ... weiterlesen Unmut

Die Hoffnung, eine arge Dirne,
Verbuhlte mir den Augenblick,
Bestahl mit frecher Lügenstirne
Mein junges Leben um sein Glück.

Nun ists vorüber; in den Tagen,
... weiterlesen Jugend und Liebe

Die Jugend folgt, ein Rosenblatt, den Winden;
Wenn, jung getrennt, sich wiedersehn die Alten,
Sie meinen doch, in ihren ernsten Falten
Den Strahl der süßen Jugend noch zu ... weiterlesen Faust. Der Mord.

Die königliche Villa

Prinzessin Maria, ihre Zofe, Faust, später Herzog Hubert

Faust
Das Bild ist fertig, und, ich glaube,
Mir ist gelungen zur ... weiterlesen Veränderte Welt

Die Menschheit ist dahinter kommen,
Trotz aller Gaukelei der Frommen,
Daß mit dem Leben vor dem Grabe
Man endlich Ernst zu machen habe.

Zerbrochen ist des Wahnes ... weiterlesen Der feile Dichter

Die Muse muß zur Metze sich erniedern,
Der Dichter sendet sie zum Mäzenaten,
Und, frechgeschürzt, mit schaugestellten Gliedern,
Der Göttlichkeit vergessend, tief entraten,
... weiterlesen Nächtliche Wanderung

Die Nacht ist finster, schwül und bang,
Der Wind im Walde tost;
Ich wandre fort die Nacht entlang
Und finde keinen Trost.

Und mir zur Seite, engelmild,
... weiterlesen Das Kind geboren, die Mutter tot

Die schöne Mutterliebe hat dem Leben
Ein Opfer hier, ein blühend Kind gegeben,
Vertrauend und mit innigstem Verlangen,
Daß alle Götter huldvoll es empfangen;
Doch als ... weiterlesen Dein Bild

Die Sonne sinkt, die Berge glühn,
Und aus des Abends Rosen
Seh ich so schön dein Bild mir blühn,
So fern dem Hoffnungslosen.

Strahlt Hesperus dann hell und ... weiterlesen An die Biologen

Die Wahrheit hat die Kunde
Vom tiefen Lebensgrunde
Als winzgen Zettel
In eine Nuß getan
Und warf den Bettel
In den Ozean.
Das Meer ist groß, die Nuß ist ... weiterlesen An die Entfernte

Diese Rose pflück ich hier,
In der fremden Ferne;
Liebes Mädchen, dir, ach dir
Brächt ich sie so gerne!

Doch bis ich zu dir mag ziehn
Viele weite ... weiterlesen An die Entfernte

Diese Rose pflück ich hier,
In der fremden Ferne;
Liebes Mädchen, dir, ach dir
Brächt ich sie so gerne!

Doch bis ich zu dir mag ziehn
Viele weite Meilen,
... weiterlesen Faust. Der Tanz.

Dorfschenke
Hochzeit. Musik und Tanz

Mephistopheles als Jäger (zum Fenster herein)
Da drinnen geht es lustig zu;
Da sind wir auch dabei, Juchhu!

... weiterlesen Die Felsenplatte

Dort am steilen Klippenhange,
Wo der Wildbach niederschäumt,
Lehnt beim Sonnenuntergange
Einsam still ein Mann – und träumt.

Hingesenkt das gramesmatte
... weiterlesen Nach Süden

Dort nach Süden zieht der Regen,
Winde brausen südenwärts,
Nach des Donners fernen Schlägen,
Dort nach Süden will mein Herz.

Dort im fernen Ungarlande
... weiterlesen Die Drei

Drei Reiter nach verlorner Schlacht,
Wie reiten sie so sacht, so sacht!

Aus tiefen Wunden quillt das Blut,
Es spürt das Ross die warme Flut.

Vom Sattel tropft ... weiterlesen Die drei Zigeuner

Drei Zigeuner fand ich einmal
Liegen an einer Weide,
Als mein Fuhrwerk mit müder Qual
Schlich durch sandige Heide.

Hielt der eine für sich allein
In den ... weiterlesen Die drei Zigeuner

Drei Zigeuner fand ich einmal
Liegen an einer Weide,
Als mein Fuhrwerk mit müder Qual
Schlich durch sandige Heide.

Hielt der eine für sich allein
In den Händen ... weiterlesen Schilflieder

Drüben geht die Sonne scheiden,
Und der müde Tag entschließ.
Niederhangen hier die Weiden
In den Teich, so still, so tief.

Und ich muß mein Liebstes meiden:
... weiterlesen An einem Baum

Du Baum, so morsch und lebensarm,
So ausgehöhlt, sei mir gegrüßt;
Wie doch dein froher Bienenschwarm
Die Todeswunde dir versüßt!

Sie wandern fort im raschen ... weiterlesen Am Grabe eines Ministers

Du fuhrst im goldnen Glückeswagen
Dahin den raschen Trott,
Von keuchenden Lüsten fortgetragen,
Und dünktest dir ein Gott!

Wie flogen des Pöbels ... weiterlesen An die Melancholie

Du geleitest mich durchs Leben,
Sinnende Melancholie!
Mag mein Stern sich strahlend heben,
Mag er sinken – weichest nie!

Führst mich oft in Felsenklüfte,
... weiterlesen Das Wiedersehen

Du heimatliches Tal,
Mir wird so wohl und wehe,
Daß ich dich nun einmal,
Ersehntes! wiedersehe.

Weinberg, sei mir gegrüßt!
Noch grünen deine Reben,
... weiterlesen Vorwurf

Du klagst, daß bange Wehmut dich beschleicht,
Weil sich der Wald entlaubt
Und über deinem Haupt
Dahin der Wanderzug der Vögel streicht.

O klage nicht, bist ... weiterlesen Auf meinen ausgebälgten Geier

Du stehst so still und ernst, mein ausgebälgter Geier,
Ich bringe dir ein Lied mit meiner ernsten Leier.

Zwar hörst du nichts davon, dir geht mein Gruß verloren;
Doch ... weiterlesen Ghasel

Du, schöne Stunde, warst mir hold, so hold, wie keine noch,
Ich seh dein Angesicht erglühn im Rosenscheine noch;
So sah den Engel Gottes einst mit Wangen freudenrot
... weiterlesen Nebel

Du, trüber Nebel, hüllest mir
Das Tal mit seinem Fluß,
Den Berg mit seinem Waldrevier
Und jeden Sonnengruß,

Nimm fort in deine graue Nacht
Die Erde weit ... weiterlesen Nebel

Du, trüber Nebel, hüllest mir
Das Tal mit seinem Fluß,
Den Berg mit seinem Waldrevier
Und jeden Sonnengruß.

Nimm fort in deine graue Nacht
Die Erde weit und ... weiterlesen Der Greis

Durch Blüten winket der Abendstern,
Ein Lüftchen spielt im Gezweige;
Der Greis genießt im Garten so gern
Des Tages süße Neige.

Dort seine Enkel, sie jagen ... weiterlesen Frühlingsblick

Durch den Wald, den dunkeln, geht
Holde Frühlingsmorgenstunde,
Durch den Wald vom Himmel weht
Eine leise Liebeskunde.

Selig lauscht der grüne Baum,
Und er ... weiterlesen An Seneca

Durchs enge Tal nachts irret ein Wanderer;
Dumpf braust der Waldstrom, drängt an die Klippenwand
Den Pfad, der mühsam durch Gesträuch und
Bodentragende Wurzeln fortkriecht.
... weiterlesen Glauben. Wissen. Handeln

Ein allegorischer Traum

Schon ist der Berge Purpurglut verglommen,
Und zitternd flieht des Tages letzter Strahl
Der Nacht schon aus dem Wege. Sei willkommen,
... weiterlesen Der Laudachsee

Ein Bruchstück

Laß meiner Einsamkeit das Angedenken
Der schönsten Stunden jetzt vorüberziehn,
Die mir das Erdenleben durfte schenken,
Geist der Natur! der ... weiterlesen Faust. Der Morgengang.

Ein hoher Berg, vom Morgen angeglüht,
Der hell und froh herauf im Osten sprüht;
Ein Wandrer kühn, der dort zum Gipfel strebt,
Von Fels zu Fels im raschen Fluge schwebt.
... weiterlesen Weib und Kind

Ein schwüler Sommerabend wars, ein trüber,
Ich ging fußwandernd im Gebirg allein,
Und ich bedachte mir im Dämmerschein,
Was mir noch kommen soll, was schon vorüber.
... weiterlesen Der Pechvogel

Ein Stück des Lebens ward verträumt,
Das beste Glück hab ich versäumt;
Die Winde sausen durch die Stoppeln,
Ich möchte meinen Schritt verdoppeln.

Doch sausen ... weiterlesen Nachhall

Ein Wandrer läßt sein helles Lied erklingen:
Nun schweigt er still und schwindet in den Föhren;
Ich möchte länger noch ihn singen hören,
Doch tröst ich mich: er kann nicht ... weiterlesen Ahasver, der ewige Jude

Ein Wäldchen rauscht auf weiter grüner Heide,
Hier lebt die Erde still und arm und trübe;
Das Wäldchen ist ihr einziges Geschmeide,
Daran ihr Herz noch hangen mag in ... weiterlesen Ahasver, der ewige Jude

Ein Wäldchen rauscht auf weiter grüner Heide,
Hier lebt die Erde still und arm und trübe;
Das Wäldchen ist ihr einziges Geschmeide,
Daran ihr Herz noch hangen mag in Liebe,
... weiterlesen Faust. Der Maler.

Einsam die hohe Königsvilla stand,
Und ragt` ins Meer vom steilen Felsenstrand.
Zypressenhaine und Orangenwälder,
Die schattend sich an ihr landeinwärts dehnen,
... weiterlesen Faust. Die Reise.

Einsamer Meeresstrand. Abend

Faust und Mephistopheles

Faust
In jener Nacht, an jener stillen Leiche
Sprachst du das kecke Wort, das folgenreiche:
... weiterlesen Dahin!

Einst, o nächtlicher Himmel! blickt ich
Selig empor zu dir, umschlungen
Von der Geliebten, und ich weinte
Dank dem ewigen Gott!

Und sie pflückte mit Küssen mir ... weiterlesen Vanitas

Eitles Trachten, eitles Ringen
Frißt dein bißchen Leben auf,
Bis die Abendglocken klingen,
Still dann steht der tolle Lauf.

Gastlich bot dir auf der Reise
... weiterlesen Das Dilemma

Er streckt dir sein Dilemma stracks entgegen;
Ists eine Gabel, logisch mich zu spießen?
Sinds Arme zwei, die Wahrheit einzuschließen? –
So zweifelst du, verschüchtert und ... weiterlesen In das Stammbuch einer Künstlerin

Erinnerung an einen Spaziergang

Nach langem Wege durch die Sommerschwüle
Rauscht` uns ein Wald entgegen seinen Gruß,
Uns übergoß die Luft mit süßer Kühle,
... weiterlesen Wanderung im Gebirge

Erinnerung

Du warst mir ein gar trauter, lieber
Geselle, komm, du schöner Tag,
Zieh noch einmal an mir vorüber,
Daß ich mich deiner freuen mag!

... weiterlesen Liebe und Vermählung

Erste Stimme

Sieh dort den Berg mit seinem Wiesenhange,
Die Sonne hat verzehrend ihn durchglüht,
Und Strahl auf Strahl noch immer niedersprüht;
Wie sehnt er nach ... weiterlesen Ein Schmetterling

Es irrt durch schwanke Wasserhügel
Im weiten, windbewegten Meer
Ein Schmetterling mit mattem Flügel
Und todesängstlich hin und her.

Ihn triebs vom trauten ... weiterlesen Der Urwald

Es ist ein Land voll träumerischem Trug,
Auf das die Freiheit im Vorüberflug
Bezaubernd ihren Schatten fallen läßt,
Und das ihn hält in tausend Bildern fest;
Wohin ... weiterlesen Ein Herbstabend

Es weht der Wind so kühl, entlaubend rings die Äste,
Er ruft zum Wald hinein: Gut Nacht, ihr Erdengäste!

Am Hügel strahlt der Mond, die grauen Wolken jagen
Schnell ... weiterlesen Der Jäger

Es zwittert schon im Tale
Grau zwischen Tag und Nacht,
Doch sucht mein Dachs noch immer,
Umspürend, flink und sacht.

Der Hund will mir was liefern
Noch ... weiterlesen Faust. Die Schmiede.

Faust reitet hin im grauen Dämmerschein
Auf seinem Rappen, sinnend und allein.
Es zieht der Weg durch grüne Wogenfelder,
Durch Österreichs erhabne Eichenwälder.
Der ... weiterlesen Faust. Der Sturm.

Faust und Mephistopheles spazieren auf dem Verdecke

Faust
Wir wandeln auf dem Schifflein hin und her,
Das Schifflein jagt dahin im weiten Meer,
Das Meer ist mit ... weiterlesen Faust. Der Besuch.

Faust und sein Famulus Wagner im anatomischen Theater an einer Leiche

Faust
Wenn diese Leiche lachen könnte, traun!
Sie würde plötzlich ein Gelächter schlagen,
... weiterlesen Faust. Der Jugendfreund.

Fausts Wohnung

Graf Heinrich von Isenburg und Famulus Wagner, später Faust

Wagner
Ihr werdet nimmer ihn erkennen;
Verwandelt ist sein ganzes Wesen,
... weiterlesen Wunsch

Fort möcht ich reisen
Weit, weit in die See,
O meine Geliebte,
Mit dir allein!
Die Dränger und Lauscher
Und kalten Störer,
Sie hielt’ uns ferne
... weiterlesen Die Seejungfrauen

Freundlich wehn die Abendwinde,
Schimmern Mond und Sterne;
Und das Schiff, so leicht und linde,
Trägt mich nach der Ferne.

Fried und Liebe, hold verbunden,
... weiterlesen An meine Rose

Frohlocke, schöne junge Rose,
Dein Bild wird nicht verschwinden,
Wenn auch die Glut, die dauerlose,
Verweht in Abendwinden.

So süßer Duft, so helle Flamme
... weiterlesen Frühlingsgedränge

Frühlingskinder im bunten Gedränge,
Flatternde Blüten, duftende Hauche,
Schmachtende, jubelnde Liebesgesänge
Stürzen ans Herz mir aus jedem Strauche.
Frühlingskinder ... weiterlesen Einem Autographensammler

Fährtenkundig, kennt der schlaue
Jäger aus der Spur im Schnee
Von dem Hirsche, Wolf und Reh
Die verräterische Klaue.

Ja! das Pedeskript des Wildes
Gibt ... weiterlesen An meine Gitarre

Gitarre, wie du hängst so traurig!
Die Saiten tönen nimmermehr,
Die längst zerrißnen wanken schaurig
Im Abendwinde hin und her.

Auch deine Saiten sind ... weiterlesen Die Marionetten

Grau düstre Felsen sah ich trotzig ragen
Aus eines Tales stillen Finsternissen,
Als wollten kühn den Himmel sie verjagen,
Dem sie den Schleier vom Gesicht gerissen.
... weiterlesen Die Sehnsucht

Haben wir auch schön geträumet
Von des Glückes Zauberlanden,
Wo sich ewge Freudenkränze
Um die trunknen Schläfe wanden;

Und wir wachen auf am Morgen,
... weiterlesen Der Fingerhut

Hast du noch immer nicht gefunden den teuren, teuren Fingerhut,
Um den du plötzlich aufgesprungen
Und meinen Armen dich entrungen?
Ich ließ dich fahren mit verbißner, doch ... weiterlesen Wandrer und Wind

Herbstwind, o sei willkommen!
Fünf Tage lag das Meer
So still, so bang beklommen,
Kein Lüftchen zog daher.

O Wind, nach deinem Rauschen
Sehnt ich mich auf ... weiterlesen Faust. Die Warnung.

Herzog Hubert reitet durch einen Wald zur Villa

Mephistopheles (ihm entgegenreitend)
Ihr reitet recht behaglich sacht;
Nichts kann befeuern Euren Trott,
Nicht ... weiterlesen Vergangenheit

Hesperus, der blasse Funken,
Blinkt und winkt uns traurig zu.
Wieder ist ein Tag gesunken
In die stille Todesruh;

Leichte Abendwölkchen schweben
Hin im ... weiterlesen Mit Orangen

Hier bring ich süße Früchte,
Die auf gar ferner Au,
Dort unter jenem Himmel
Gereift, der ewig blau.
Wenn du sie wirst genießen,
So werden sie dir gern
... weiterlesen Zwei Polen

Hippolyt

Schon sieben Jahre treibst du
Dies wunderliche Wandern
Von einem Ufersaume
Der Welt dahin zum andern?
So lang aus diesem Schiffe
Trat nie ... weiterlesen Zwei Polen

Hippolyt
Schon sieben Jahre treibst du
Dies wunderliche Wandern
Von einem Ufersaume
Der Welt dahin zum andern?
So lang aus diesem Schiffe
Trat nie dein scheuer ... weiterlesen An die Hoffnung

Hoffnung! laß allein mich wallen,
Gaukle nicht um meine Bahn!
Deine Sterne sind gefallen,
Und mich täuscht kein holder Wahn!

Dieser streckt nach einer Krone
... weiterlesen Faust. Die Lektion.

Hofgarten einer Residenz

Des Königs erster Günstling und Minister, Faust, und Mephistopheles als Scholast, in einer Allee spazierend

Minister
Geehrte Herrn, ... weiterlesen Asyl

Hohe Klippen, ringsgeschlossen,
Wenig kümmerliche Föhren,
Trübe flüsternde Genossen,
Die hier keinen Vogel hören;

Nichts vom freudigen Gesange
In den ... weiterlesen Herbstklage

Holder Lenz, du bist dahin!
Nirgends, nirgends darfst du bleiben!
Wo ich sah dein frohes Blühn,
Braust des Herbstes banges Treiben.

Wie der Wind so traurig ... weiterlesen Herbstklage

Holder Lenz, du bist dahin!
Nirgends, nirgends darfst du bleiben!
Wo ich sah dein frohes Blühn,
Braust des Herbstes banges Treiben.

Wie der Wind so traurig fuhr
... weiterlesen Stille Sicherheit

Horch, wie still es wird im dunkeln Hain,
Mädchen, wir sind sicher und allein.

Still versäuselt hier am Wiesenhang
Schon der Abendglocke müder Klang.

... weiterlesen Kruzifix

Hält der Mensch die Blicke himmelwärts
Und die Arme liebend ausgebreitet,
Um die Welt zu drücken an sein Herz,
Hat er sich zur Kreuzigung bereitet.

Solche Lieb ... weiterlesen Am Grabe Höltys

Hölty! dein Freund, der Frühling, ist gekommen!
Klagend irrt er im Haine, dich zu finden;
Doch umsonst! sein klagender Ruf verhallt in
  Einsamen Schatten!

... weiterlesen Lass mich ziehn!

Ich bin kein Freund von Sterbensehen;
Wenn deine Liebe soll vergehen,
So sterbe sie allein; ich will
Mit meiner sein allein und still.

Gedächtnis weiß getreu von ... weiterlesen Waldgang

Ich ging an deiner Seite
In einem Buchenhaine;
Ein störendes Geleite
Ließ nimmer uns alleine.

Und mußten wir zurücke
Ins Herz die Worte pressen,
... weiterlesen Der ewige Jude

Ich irrt allein in einem öden Tale,
Von Klippenkalk umstarrt, von dunklen Föhren;
Es war kein Laut im Hochgebirg zu hören,
Stumm rang die Nacht mit letztem Sonnenstrahle.
... weiterlesen Ein Rezensent

Ich las in seinem Buche viel Frivoles,
Scheinbar Verständiges und witzig Hohles,
Ich sah ihn seine Richtermiene schneiden,
Ich sah ihn führen spitzige Lanzetten,
Mit ... weiterlesen Liebesfrühling

Ich sah den Lenz einmal
Erwacht im schönsten Tal;
Ich sah der Liebe Licht
Im schönsten Angesicht.

Und wandl ich nun allein
Im Frühling durch den Hain,
... weiterlesen Reise-Empfindung

Ich sah in bleicher Silbertracht
Die Birkenstämme prangen,
Als wäre dran aus heller Nacht
Das Mondlicht blieben hangen;

Und in dem zarten Birkenhain
Sah ... weiterlesen Das Kreuz

Ich seh ein Kreuz dort ohne Heiland ragen,
Als hätte dieses kalte Herbsteswetter,
Das stürmend von den Bäumen weht die Blätter,
Das Gottesbild vom Stamme fortgetragen.
... weiterlesen Der Seelenkranke

Ich trag im Herzen eine tiefe Wunde
Und will sie stumm bis an mein Ende tragen;
Ich fühl ihr rastlos immer tiefres Nagen,
Und wie das Leben bricht von Stund zu Stunde.
... weiterlesen An den Wind

Ich wandre fort ins ferne Land;
Noch einmal blickt’ ich um , bewegt,
Und sah, wie sie den Mund geregt
Und wie gewinket ihre Hand.

Wohl rief sie noch ein ... weiterlesen An den Wind

Ich wandre fort ins ferne Land;
Noch einmal blickt` ich um , bewegt,
Und sah, wie sie den Mund geregt
Und wie gewinket ihre Hand.

Wohl rief sie noch ein freundlich ... weiterlesen Trutz euch!

Ihr kriegt mich nicht nieder,
Ohnmächtige Tröpfe!
Ich komme wieder und wieder,
Und meine steigenden Lieder
Wachsen begrabend euch über die Köpfe. Trinksprüche

Ihr stoßet an, die Gläser klingen,
Ihr lasset leben manchen Mann;
Und morgen schon denkt keiner dran,
Ihm eine Freud ins Herz zu bringen.

Ich hör ein Pereat! ... weiterlesen Marie und Wilhelm

Im Abendschein am Fenster saß
Allein mit ihrem Harme
Marie, das Antlitz welk und blaß
Gesenkt auf ihre Arme.

So saß das Mädchen still und sann,
Sann ... weiterlesen Nüchterner Blick

Im Grund begraben wird hier, dort gefunden
Vergangner Pflanzen steingewordne Spur,
Gebein von Tierart, die vorlängst entschwunden,
Die abgelegten Kleider der Natur.
Und ... weiterlesen Heloise

Im Klostergarten steht ein steinern Bild,
Ein Kruzifix so ernst, versöhnungsmild.
Oft in der Nacht, der ungestörten, späten,
Geht Schwester Heloise hin, zu beten.
Auch ... weiterlesen Der Polenflüchtling

Im quellenarmen Wüstenland
Arabischer Nomaden
Irrt, ohne Ziel und Vaterland,
Auf windverwehten Pfaden
Ein Polenheld und grollet still,
Daß noch sein Herz nicht ... weiterlesen Die Poesie und ihre Störer

Im tiefen Walde ging die Poesie
Die Pfade heilger Abgeschiedenheit,
Da bricht ein lauter Schwarm herein und schreit
Der Selbstversunknen zu: `Was suchst du hie?
Laß doch die ... weiterlesen Waldestrost

Im Walde schleicht ein alter Mann,
Allein mit seinem Leid,
Er ist so ärmlich angetan
Mit einem Lodenkleid.

Er blickt so traurig um sich her,
An seinen Stab ... weiterlesen Mischka an der Theiss

In dem Lande der Magyaren,
Wo der Bodrog klare Wellen
Mit der Tissa grünen, klaren,
Freudig rauschend sich gesellen,
Wo auf sonnenfrohen Hängen
Die Tokayertraube ... weiterlesen Einem Dichter

In diesen Herzen wogt die Liebe,
In jenen drüben kocht die Galle,
Dein Feuer brachte sie doch alle
In Wallung; gut, wenn es so bliebe!
Doch gehst entgegen du dem ... weiterlesen Welke Rose

In einem Buche blätternd, fand
Ich eine Rose welk, zerdrückt,
Und weiß auch nicht mehr, wessen Hand
Sie einst für mich gepflückt.

Ach, mehr und mehr im ... weiterlesen Faust. Die Verschreibung.

In eines Urwalds nie durchdrungner Nacht
Saß Faust auf einem Stamm, bemoost, vermodert;
Wildhastig gräbt sein Geist, der Wahrheit fodert,
Im labyrinthischen Gedankenschacht.
... weiterlesen Warnung im Traume

In üppig lauter Residenz
Verschwelgt mit reicher Habe
Ein Jüngling seinen Lebenslenz;
Die Eltern ruhn im Grabe.

Die Mutter lag am Sterbepfühl
Mit matten ... weiterlesen Form

Ist die Form auch festgeschlossen,
Immer noch ists kein Gedicht,
Wenn um den Gedanken nicht
Stetig sich das Wort gegossen.

Werfen noch die Worte Falten,
... weiterlesen In der Wüste

Ists nicht eitel und vergebens,
Lieben Freunde, saget an!
Durch den Wüstensand des Lebens
Sich zu wühlen eine Bahn?

Streut auch unser Fuß im Staube
... weiterlesen Der Baum der Erinnerung

Ja, du bist es, blütenreicher
Baum, das ist dein süßer Hauch!
Ich auch bins, nur etwas bleicher,
Etwas trauriger wohl auch.

Hinter deinen Blütenzweigen
... weiterlesen Ohne Wunsch

Ja, mich rührt dein Angesicht
Und dein Herz, das liebevolle,
Aber, Mädchen, glaube nicht,
Daß ich dich besitzen wolle.

Kamst mir durch die Seele wie
Ein ... weiterlesen Blumengruß

Jener Abend war entschwunden;
Doch mit jedem Morgenlichte
Fand Johannes im Gefängnis
Frische Blumen, süße Früchte.

Sind es Früchte nicht von Bäumen,
... weiterlesen Der Ring

Jubelnd ist der Tag erschienen,
Schwingt den Goldpokal der Sonne,
Gießt auf Berg und Tal berauschend
Nieder seine Strahlenwonne.

In den Lüften aufzutauchen
... weiterlesen Auf eine goldene Hochzeit

Kennt ihr sie nicht, des Nordens alte Sage:
Von jenem Wunder an der Grönlandsküste,
Vom Lenz, den rings umstarrt die bleiche Wüste,
Des eisgen Todes niegelöste Klage?
... weiterlesen Faust. Der Abschied.

Kirchhof. Mondnacht

Faust (am Grabe seiner Mutter)
Eh` das ersehnte Meer
Mich grenzenlos umtrauert,
Der Wolken trübes Heer
Auf mich herunterschauert,
... weiterlesen Niagara

Klar und wie die Jugend heiter,
Und wie murmelnd süßen Traum,
Zieht der Niagara weiter
An des Urwalds grünem Saum;

Zieht dahin im sanften Flusse,
Daß er ... weiterlesen Faust. Fausts Tod.

Klippenstrand. Nacht. Fortwährender Sturm

Faust (auf einem Felsen sitzend)
Der starke Görg hat meiner Nacht
Auch keinen Funken Trost gebracht.
Nach dem, was er ... weiterlesen An einem Grabe

Kühl herbstlicher Abend, es weht der Wind,
Am Grabe der Mutter weint das Kind,
Die Freunde, Verwandten umdrängen dicht
Den Prediger, der so rührend spricht.
Er gedenkt, ... weiterlesen An einem Grabe

Kühl herbstlicher Abend, es weht der Wind,
Am Grabe der Mutter weint das Kind,
Die Freunde, Verwandten umdrängen dicht
Den Prediger, der so rührend spricht.
Er gedenkt, wie ... weiterlesen Der Unentbehrliche

Könnt ich tausendfach mich teilen,
Schnell mit allen Winden eilen,
Überall zugleich zu walten,
Wo`s die Welt gilt zu gestalten!
Würden nicht durch meine Kräfte
... weiterlesen Faust. Der Teufel.

Landstraße, Mephistopheles (allein, und dem forteilenden Faust von ferne nachschreitend)

Am Menschen ist`s ein mir beliebter Zug,
Daß, wenn`s Geschick ihm eine Wunde ... weiterlesen Abmahnung

Laßt ab, laßt ab, bauwütig rauhe Leute,
Und störet mir die liebe Stelle nimmer,
Wo spielend sich des Städtchens Jugend freute
In seines Glückes flüchtgem ... weiterlesen Warnung und Wunsch

Lebe nicht so schnell und stürmisch;
Sieh den holden Frühling prangen,
Höre seine Wonnelieder;
Ach, wie bleich sind deine Wangen!

Welkt die Rose, kehrt sie ... weiterlesen Lebewohl an Eugenie

Lebewohl! ach, jene Abendstunde
Und mein Glück ist schnell verrauscht,
Wie das holde Wort aus deinem Munde,
Dem mein zitternd Herz gelauscht;
Wie der Wellen dunkle ... weiterlesen Das tote Glück

Leis umtauscht von Himmelsquellen,
Süße Sehnsucht in der Brust,
Saß ich einst die mondeshellen
Nächte da in stiller Lust.

Jene Zeit wird nicht mehr kommen;
... weiterlesen Sehnsucht nach Vergessen

Lethe! brich die Fesseln des Ufers, gieße
Aus der Schattenwelt mir herüber deine
Welle, daß den Wunden der bangen Seel ich
  Trinke Genesung.

Frühling ... weiterlesen Sehnsucht nach Vergessen

Lethe! brich die Fesseln des Ufers, gieße
Aus der Schattenwelt mir herüber deine
Welle, daß den Wunden der bangen Seel ich
Trinke Genesung.

Frühling kommt ... weiterlesen An den Frühling 1838

Lieber Frühling, sage mir,
Denn du bist Prophet,
Ob man auf dem Wege hier
Einst zum Heile geht?

Mitten durch den grünen Hain,
Ungestümer Hast,
... weiterlesen Der Postillion

Lieblich war die Maiennacht,
Silberwölklein flogen,
Ob der holden Frühlingspracht
Freudig hingezogen.

Schlummernd lagen Wies und Hain,
Jeder Pfad ... weiterlesen Der Postillion

Lieblich war die Maiennacht,
Silberwölklein flogen,
Ob der holden Frühlingspracht
Freudig hingezogen.

Schlummernd lagen Wies` und Hain,
Jeder Pfad verlassen;
... weiterlesen Abschied

Lied eines Auswandernden

Sei mir zum letztenmal gegrüßt,
Mein Vaterland, das, feige dumm,
Die Ferse dem Despoten küßt
Und seinem Wink gehorchet stumm.
... weiterlesen Abschied

Lied eines Auswandernden

Sei mir zum letztenmal gegrüßt,
Mein Vaterland, das, feige dumm,
Die Ferse dem Despoten küßt
Und seinem Wink gehorchet stumm.

... weiterlesen Stumme Liebe

Ließe doch ein hold Geschick
Mich in deinen Zaubernähen,
Mich in deinem Wonneblick
Still verglühen und vergehen,

Wie das fromme Lampenlicht
Sterbend ... weiterlesen Die Wurmlinger Kapelle

Luftig, wie ein leichter Kahn,
Auf des Hügels grüner Welle
Schwebt sie lächelnd himmelan,
Dort die friedliche Kapelle.

Einst bei Sonnenuntergang
Schritt ... weiterlesen Der Unhold

Lächelnd lehnt er am Weidenstumpen,
Zwerghaft, bucklig, uralt, in Lumpen.
Seine abendbesonnte Herde
Freut sich brüllend der üppigen Erde.
Schauen sonst Tiere mit ... weiterlesen Faust. Der Traum.

Matrosen singen hell ihr Abendlied,
Das kaum noch von der Sängerlippe schied,
Schon ohne Widerhall im Meere schwindet,
Wo Menschenstimme keinen Anklang findet;
Im Meer, ... weiterlesen Der offene Schrank

Mein liebes Mütterlein war verreist,
Und kehrte nicht heim, und lag in der Grube:
Da war ich allein und recht verwaist,
Und traurig trat ich in ihre Stube.

Ihr ... weiterlesen Mein Türkenkopf

Mein Pfeifchen traut, mir ist dein Rauch,
Voll duftender Narkose,
Noch lieber als der süße Hauch
Der aufgeblühten Rose.

Und hält die Rose Streit mit dir,
... weiterlesen Mein Türkenkopf

Mein Pfeifchen traut, mir ist dein Rauch,
Voll duftender Narkose,
Noch lieber als der süße Hauch
Der aufgeblühten Rose.

Und hält die Rose Streit mit dir,
... weiterlesen Zeiger

Meiner Schwester liebe Sprossen,
Ha, wie seid ihr aufgeschossen,
Seit ich über Berg und Tal
Von euch schied das letzte Mal!
Da ihr wachset und euch dehnet,
... weiterlesen Das Waldgespräch

Mephistopheles

Hörst du im Wald des Herbstes Räuberpfiff,
Mein Freund, und hörst du rauschen seinen Griff?
O schade, daß der Lenz nicht hundertmal
Mehr grünes ... weiterlesen Faust. Das Waldgespräch.

Mephistopheles
Hörst du im Wald des Herbstes Räuberpfiff,
Mein Freund, und hörst du rauschen seinen Griff?
O schade, daß der Lenz nicht hundertmal
Mehr grünes Laub ... weiterlesen Die Gewitternacht

Mit dem Grafen Konopacki,
Seinem Freunde treubewähret,
Spricht Johannes angelegen,
Als der Abend wiederkehret.

Eben hat der Graf des Trostes
Mildberedtes ... weiterlesen Auf eine holländische Landschaft

Müde schleichen hier die Bäche,
Nicht ein Lüftchen hörst du wallen,
Die entfärbten Blätter fallen
Still zu Grund, vor Alterschwäche.

Krähen, kaum die ... weiterlesen Das Blockhaus

Müdgeritten auf langer Tagesreise
Durch die hohen Wälder der Republik,
Führte zu einem Gastwirt mein Geschick;
Der empfing mich kalt, auf freundliche Weise,
Sprach ... weiterlesen Herbstgefühl

Mürrisch braust der Eichenwald,
Aller Himmel ist umzogen,
Und dem Wandrer, rauh und kalt,
Kommt der Herbstwind nachgeflogen.

Wie der Wind zu Herbsteszeit
... weiterlesen Herbstgefühl

Mürrisch braust der Eichenwald,
Aller Himmel ist umzogen,
Und dem Wandrer, rauh und kalt,
Kommt der Herbstwind nachgeflogen.

Wie der Wind zu Herbsteszeit
Mordend ... weiterlesen Die drei Indianer

Mächtig zürnt der Himmel im Gewitter,
Schmettert manche Rieseneich in Splitter,
Übertönt des Niagara Stimme,
Und mit seiner Blitze Flammenruten
Peitscht er schneller ... weiterlesen Die drei Indianer

Mächtig zürnt der Himmel im Gewitter,
Schmettert manche Rieseneich in Splitter,
Übertönt des Niagara Stimme,
Und mit seiner Blitze Flammenruten
Peitscht er schneller die ... weiterlesen Sommerfäden

Mädchen, sieh, am Wiesenhange,
Wo wir oft gewandelt sind,
Sommerfäden, leichte, lange,
Gaukeln hin im Abendwind.

Deine Worte, laut und munter
Flattern in ... weiterlesen Kompetenz

Männer, welche eine Höh erklommen,
Sind als Richter wert uns und willkommen;
Ist es nicht die Höhe des Gesanges,
Seis die Höhe doch des Forscherganges.
Solchen steht ... weiterlesen An eine Witwe

Nach einem heftigen Gewitter
Wandl ich allein im tiefen Haine
Und blicke durch das nasse Gitter
Der Blätter auf zum Sternenscheine.

Die sturmesmüden Bäume ... weiterlesen Der Raubschütz

Nach einer Sage

Der alte Müller Jakob sitzt
Allein beim Glase Wein.
Schwarzmitternacht, nur manchmal blitzt
Ein Wetterstrahl herein.
Das Mühlrad saust, es ... weiterlesen Der traurige Mönch

Nach einer Sage
In Schweden steht ein grauer Turm,
Herbergend Eulen, Aare;
Gespielt mit Regen, Blitz und Sturm
Hat er neunhundert Jahre;
Was je von Menschen hauste ... weiterlesen Anna

Nach einer schwedischen Sage

1

Anna steht in sich versunken,
Blicket in den See hinein,
Weidet, eigner Schönheit trunken,
Sich an ihrem ... weiterlesen Anna

Nach einer schwedischen Sage

1
Anna steht in sich versunken,
Blicket in den See hinein,
Weidet, eigner Schönheit trunken,
Sich an ihrem Widerschein.

... weiterlesen Die Botschaft

Nach Saint-Germain zum Verkaufe
Trägt ein Häuflein Bauersleute,
Was der Herbst mit vollen Händen
Ihm auf Flur und Garten streute.

Neben schwer beladnem Wagen
... weiterlesen Unberufen

Nicht ein jeder wagt zu richten
Meister, so in Farben dichten,
Noch des Meisters Flug in Tönen
Schnell zu tadeln, flink zu krönen;
Denn mit Farben und Gestalten
... weiterlesen Der Kranke im Garten

Noch eine Nachtigall, so spät?
Schon sind die Blüten längst verweht,
Der Sommer reift die Felder schon,
Und noch ein Frühlingston?

O Lenz, ward es dir ... weiterlesen An einen Dichter

Nur wer sich mit eignen Kräften
Durch das Dickicht einen Pfad schafft,
Kann den Kranz sich dauernd heften;
Kunst ist keine Kameradschaft.

Düngst du deinen Ruhm ... weiterlesen Traum

Nächtlich hatt ich einen Traum,
Liebe Mutter, einen guten,
Ob wir unter einem Baum,
Wanderungsmüde, beide ruhten.

In den Schoß zu süßer Ruh
Legt ich ... weiterlesen Frage

O Menschenherz, was ist dein Glück?
Ein rätselhaft geborner,
Und, kaum gegrüßt, verlorner,
Unwiederholter Augenblick! Der Salzburger Kirchhof

O schöner Ort, den Toten auserkoren
Zur Ruhestätte für die müden Glieder!
Hier singt der Frühling Auferstehungslieder,
Vom treuen Sonnenblick zurückbeschworen.

... weiterlesen Meine Furcht

O stürzt, ihr Wolkenbrüche,
Zum Abgrund nur hinab!
O reißt, ihr Sturmesflüche,
Die Wälder in ihr Grab!
O flammt, ihr Blitzesgluten,
O rase, Donnerklang!
... weiterlesen O wärst du mein!

O wärst du mein, es wär’ ein schönres Leben;
so aber ist’s Entsagen nur und Trauern,
nur ein verlornes Grollen und Bedauern.
Ich kann es meinem Schicksal nicht ... weiterlesen Der Indifferentist

Ob du, ein Sokrates, den Schierlingsbecher
Aufs Wohl des Vaterlandes lächelnd trinkst;
Ob du, ein schnöder, teuflischer Verbrecher,
Vom Henkerbeil getroffen, fluchend ... weiterlesen Aus!

Ob jeder Freude seh ich schweben
Den Geier bald, der sie bedroht;
Was ich geliebt, gesucht im Leben,
Es ist verloren oder tot.

Fort riß der Tod in seinem ... weiterlesen Aus!

Ob jeder Freude seh ich schweben
Den Geier bald, der sie bedroht;
Was ich geliebt, gesucht im Leben,
Es ist verloren oder tot.

Fort riß der Tod in seinem Grimme
... weiterlesen Herbst

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen ... weiterlesen Herbst

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht ... weiterlesen Die Werbung

Rings im Kreise lauscht die Menge
Bärtiger Magyaren froh;
Aus dem Kreise rauschen Klänge:
Was ergreifen die mich so? –
Tiefgebräunt vom Sonnenbrande,
... weiterlesen Robert und der Invalide

Robert

Siehst unser Hüttlein du im Abend schimmern? –
Es lacht hinaus ins öde Heideland,
Als wohnt’ in ihm das Glück, das uns entschwand,
Und nicht ein ... weiterlesen Rezept

Rp. Von diesem romantischen Unsinn alle Stund 2 Eßlöffel voll

Gleichwie des Frühlings Sonnenblick
Den Busen der Natur durchglüht,
Dem neues Leben nun entblüht,
... weiterlesen Einem Freunde ins Stammbuch

Rüstig wandelst du fort die Alpenpfade der Edlen,
Wo die reinere Luft Busen und Stirne dir kühlt;
Pflückest vom Feisengeklipp, vom schmalen Rande des Abgrunds
Duftende Blumen ... weiterlesen Faust. Das Lied.

Saal im königlichen Palaste

Der König, die Königin und die Großen des Reiches sitzen an der Hochzeitstafel. Allgemeines Vivatrufen und Anklingen mit den Pokalen

... weiterlesen Blick in den Strom

Sahst du ein Glück vorübergehn,
Das nie sich wiederfindet,
Ists gut in einen Strom zu sehn,
Wo alles wogt und schwindet.

O! starre nur hinein, hinein,
... weiterlesen Blick in den Strom

Sahst du ein Glück vorübergehn,
Das nie sich wiederfindet,
Ists gut in einen Strom zu sehn,
Wo alles wogt und schwindet.

O! starre nur hinein, hinein,
Du wirst ... weiterlesen Schade!

Schade, daß des Kreuzes Zeichen,
Das auf Golgatha gestanden
Zur Erlösung aus den Banden,
Nun dem Zensor dient zum Streichen!

Das Symbol ward uns verkehrt,
... weiterlesen Der Selbstmord

Scheitert unsre Brust an Klippen,
Hingeschellt von Sturmeswut;
Trinkt mit aufgerißnen Lippen
Unsre Wunde Schmerzensflut;

Schöpft das Herz dann hastig bange
... weiterlesen Faust. Görg.

Schenke am Meeresstrand

Faust, Mephistopheles, Görg, Michel, Kurt, Hans und andere Matrosen, Dirnen, Spielleute u.a.

Kurt
Das Schiff ist hin, doch nur mit ... weiterlesen Mein Herz

Schlaflose Nacht, der Regen rauscht,
Sehr wach ist mir das Herz und lauscht
Zurück bald nach vergangnen Zeiten,
Bald horcht es, wie die künftgen schreiten.

... weiterlesen Schlaflose Nacht

Schlaflose Nacht, du bist allein die Zeit
Der ungestörten Einsamkeit!
Denn seine Herde treibt der laute Tag
In unsern grünenden Gedankenhag,
Die schönsten Blüten ... weiterlesen Der selige Abend

Schnell versammelt um die Felsen
Haben Wolken sich und Winde,
Um den neuen Gast zu grüßen,
Seines Kummers Spielgesinde.

Ausgeloschen ist das Mondlicht
Und ... weiterlesen Zu spät!

Schon hat der Lenz verblüht und ausgesungen;
Die holden Träume, seligen Gefühle
Erstarben in der bangen Sommerschwüle,
Mit der das Tatenleben angedrungen.

... weiterlesen Mit einem Edelmardermuff

Schöne Frau! die ich verehre,
Wenn ich ein Naturgeist wäre,
Würd ich heut zur Weihnachtsspende
Für die vielgelobten
Kunst- und fleißerprobten
Blumenschöpferischen ... weiterlesen Die Sennin

Schöne Sennin, noch einmal
Singe deinen Ruf ins Tal,
Daß die frohe Felsensprache
Deinem hellen Ruf erwache.

Horch, o Mädchen, wie dein Sang
In die Brust ... weiterlesen Bestattung

Schöner Jüngling, bist als Held gefallen;
Sieg und Ruhm in deiner letzten Stunde
Fächeln dir die heiße Todeswunde,
Draus die Seele muß von hinnen wallen.

... weiterlesen Auf einen Professor Philosophiae

Seht ihr den Mann mit stäubender Perücke?
Wie sprudelt ihm die hochgelahrte Kehle!
Seht, an der morschen Syllogismenkrücke
Hinkt Gott in seine Welt; die Menschenseele
... weiterlesen Abendheimkehr

Sein Bündel Holz am Rücken bringt
Der Arme heimgetragen;
Der frohe Knecht die Geißel schwingt
Am erntevollen Wagen.

Die milchbeladne Herde wiegt
Sich in ... weiterlesen Der fromme Pilger

Selig wandelt dort ein Ritter
Durch Jerusalems Gefilde;
Weinend trat er auf den Boden,
Wo einst wallte Jesus Christus,
Und die Lippen senkt er küssend
Auf den ... weiterlesen Erinnerung

Selige Stunde! Da mir meine Bertha
Mächtig ergriffen von der Liebe Sehnen
An den bewegten, ihr allein geweihten
Busen gesunken.

Nächtliche Stille lag auf Flur ... weiterlesen Der Schmerz

Sie ließ sich überraschen
Von diesem Trauerwort,
Und ihre Tränen waschen
Die rote Schminke fort.

Das Leben täuscht uns lange,
Du zeigst der Schminke ... weiterlesen Kommen und Scheiden

So oft sie kam, erschien mir die Gestalt
So lieblich, wie das erste Grün im Wald.

Und was sie sprach, drang mir zum Herzen ein
Süß, wie des Frühlings erstes Lied im ... weiterlesen Der kriegslustige Waffenschmied

Spritze Funken, Säbelklinge,
Werde meinen Hammerschlägen
Hart, geschmeidig, scharf, du Degen,
Daß dich froh der Reiter schwinge!

Schwert, wie dir mein ... weiterlesen An die medisierenden Damen

Sproßt ihr wie des Frühlings junge Triebe,
Ahmt die Wange seiner Rosen Glut,
Soll das Herz auch ahmen seine Liebe,
Wie das Herz des Frühlings – mild und gut.
... weiterlesen Das Posthorn

Still ist schon das ganze Dorf,
Alles schlafen gangen,
Auch die Vöglein im Gezweig,
Die so lieblich sangen.

Dort in seiner Einsamkeit
Kommt der Mond nun ... weiterlesen Meeresstille

Stille! – Jedes Lüftchen schweiget,
Jede Welle sank in Ruh,
Und die matte Sonne neiget
Sich dem Untergange zu.

Ob die Wolke ihn belüde
Allzutrübe, ... weiterlesen Stimme des Windes Stimme des Regens Stimme der Glo

Stimme des Windes

In Schlummer ist der dunkle Wald gesunken,
Zu träge ist die Luft, ein Blatt zu neigen,
Den Blütenduft zu tragen, und es schweigen
Im Laub die ... weiterlesen König und Dichter

Stolz flammt ein König dort auf erhabnem Thron,
Befehl den Völkern winkt in die Fernen er,
Denn scheu vor ihm zurück stets weiter
Weichen die Grenzen des Reichs, und ... weiterlesen Zweierlei Vögel

Strichvogel Reflexion,
Zugvogel Poesie,
Singt jeder andern Ton
Und andre Melodie.

Strichvogel hüpft und pfeift
Und pickt von Ast zu Ast,
Und ... weiterlesen Sturmesmythe

Stumm und regungslos in sich verschlossen
Ruht die tiefe See dahingegossen,
Sendet ihren Gruß dem Strande nicht;
Ihre Wellenpulse sind versunken,
Ungespüret glühn die ... weiterlesen Das Ideal

Tief in des Waldes heiligen Schatten saß
Ich, und der Stimme, welche zu edleren
Gedanken lädt im Laubgesäusel,
Horchte die Seele mit leisrem Ohre.

Und es ... weiterlesen Der nächtliche Gang

Tiefe Nacht; – der stille Vollmond
Hebt sich jenseits von den Auen,
Und die Wellen der Durance
Sind ein Silberstrom zu schauen.

Flüchtig eilen sie vorüber
... weiterlesen Faust. Der Abendgang.

Tiefschweigend ruhn die Alpenwiesenhänge,
Die Blume schließt den Tau in ihren Schoß,
Und freut sich still an ihrem Frühlingslos;
Die Vögel sinnen schweigend auf Gesänge.
... weiterlesen Beethovens Büste

Traurig kehrt ich eines Abends
In mein einsam düstres Zimmer,
Überraschend drin entgegen
Blinkte mir ein Freudenschimmer.

Mit dem sichern Blick der Liebe
... weiterlesen Herbstentschluß

Trübe Wolken, Herbstesluft,
Einsam wandl ich meine Straßen,
Welkes Laub, kein Vogel ruft –
Ach, wie stille! wie verlassen!

Todeskühl der Winter naht;
... weiterlesen Herbstentschluß

Trübe Wolken, Herbstesluft,
Einsam wandl` ich meine Straßen,
Welkes Laub, kein Vogel ruft -
Ach, wie stille! wie verlassen!

Todeskühl der Winter naht;
Wo sind, ... weiterlesen Die Tränen

Tränen, euch, ihr trauten, lieben,
Bring ich diesen Dankgesang!
Seid ja auch nicht ausgeblieben,
Wenn mein Herz im Liede klang;

Schlichet die bekannten Gleise
... weiterlesen An einen Tyrannen

Tyrann! des Blutes, welches in Schlachten du
Vergossen kalt, das rauschte vom Henkerbeil,
Das, deinen Qualen zu entrinnen,
Strömte dein Sklave mit eigner Hand hin:

... weiterlesen Mein Stern

Um meine wunde Brust geschlagen
Den Mantel der Melancholei,
Flog ich, vom Lebenssturm getragen,
An dir, du Herrliche, vorbei.

Vom Himmel deiner Augen stiegen
... weiterlesen An die Ersehnte

Umsonst! du bist auf immer mir verloren!
Laut rufend in den dunkeln Wald des Lebens,
Hat ohne Rast die Sehnsucht dich beschworen;
Ihr Ruf durchklang die Einsamkeit vergebens.
... weiterlesen Scheu

Unglück hat sein Herz gespalten,
Laßt den stillen Mann allein;
Wie sich nicht genaht die Alten
Einem blitzgetroffnen Hain.

Stört mit Worten nicht des ... weiterlesen An einen Langweiligen

Unnahbar sind die Mächte, unbezwingbar,
Die dir getreu, gleich Sklaven, schwerbejochten,
An deine Ferse, deinen Wink geflochten,
Zu mächtig schier, als daß sie mir ... weiterlesen Begräbnis einer alten Bettlerin

Vier Männer dort, in schwarzem Kleid,
Die tragen auf der Bahre,
Lastträger, ohne Lust und Leid,
Des Todes kalte Ware.

Sie eilen mit dem toten Leib
Hinaus ... weiterlesen Vergänglichkeit

Vom Berge schaut hinaus ins tiefe Schweigen
Der mondbeseelten schönen Sommernacht
Die Burgruine; und in Tannenzweigen
Hinseufzt ein Lüftchen, das allein bewacht
Die ... weiterlesen Vision

Vom Himmel strahlt der Mond so klar,
Greif aus, o Rappe, greif!
Im Winde fliegt des Reiters Haar,
Des Rosses Mahn und Schweif.

Auf seinem Hut der Reiter trägt
... weiterlesen Mischka an der Marosch

Von der Theiß, der klaren, fischereichen,
Ist der Geiger Mischka hingezogen,
Wo der Marosch barsche Wogen
Brausend durch beschäumte Klippen streichen.

Der ... weiterlesen Winternacht

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, er klirrt mein Bart:
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

Wie feierlich ... weiterlesen Frühlings Tod

Warum, o Lüfte, flüstert ihr so bang?
Durch alle Haine weht die Trauerkunde,
Und störrisch klagt der trüben Welle Gang:
Das ist des holden Frühlings Todesstunde!

... weiterlesen Irrtum

Was Ihr Bild nennt unverständig,
Ist nur Gleichnis, kalt und hohl,
Wo der Geist nicht ein Symbol
Mit der Sprache zeugt lebendig.

Und das Ringlein Salomonis,
... weiterlesen Einem Knaben

Was trauerst du, mein schöner Junge?
Du Armer, sprich, was weinst du so?
Daß treulos dir im raschen Schwünge
Dein liebes Vögelein entfloh?

Du blickest bald in ... weiterlesen Der Gefangene

Was trug er auch sein Haupt so frei, so stolz!
Wollt edler sich als seine Treiber fühlen!

`Der Hirsch` von Schleifer.

Der Frühling ist zu Berg und Tal ... weiterlesen Bitte

Weil auf mir, du dunkles Auge,
Übe deine ganze Macht,
Ernste, milde, träumerische,
Unergründlich süße Nacht!

Nimm mit deinem Zauberdunkel
Diese Welt ... weiterlesen Einem kritischen Nachtarbeiter

Weil ein Wort der Diätetik
Besser noch mir mag gelingen,
Als ein Wort dir der Ästhetik,
Will ich einen Rat dir bringen.

Hast du auf des Tages Bahnen
Müd ... weiterlesen Bitte

Weil` auf mir, du dunkles Auge,
Uebe deine ganze Macht,
Ernste, milde, träumerische,
Unergründlich süße Nacht!

Nimm mit deinem Zauberdunkel
Diese Welt von ... weiterlesen Cisteron

Welche Freude fühlt der Wandrer,
Zieht er so im Frühlingsstrahle
Durch die schönen, liedervollen,
Wonnigen Provencertale!

Heißer glüht der Kuß der Sonne
... weiterlesen Glückwunsch

welchen Nickolaus Nimbsch
seiner Schätzbarsten Mutter zu dem
Neuen Jahre Gewidmet hat Anno 1814.

Itzt näherte sich uns das neue Jahr,
In welchen ich meinen Dank ... weiterlesen An einen Tadler

Wenn gegen falschen Schmerz du dich ereiferst
Und Tränenkünstelei, so hast du recht;
Doch hast du was von einem Henkersknecht,
Wenn du mit Spott den wahren Schmerz ... weiterlesen Protest

Wenn ich verachte heimliches Verschwören,
Und wenn ich hasse Meuchelmörderhand,
Wenn in des Volkserretters Ruhmgewand
Verhüllte Schufte meinen Groll empören,

... weiterlesen Protest

Wenn ich verachte heimliches Verschwören,
Und wenn ich hasse Meuchelmörderhand,
Wenn in des Volkserretters Ruhmgewand
Verhüllte Schufte meinen Groll empören,

Reih ... weiterlesen Zweifelnder Wunsch

Wenn Worte dir vom Rosenmunde wehen,
Bist du so schön! – gesenkten Angesichts
Und still, bist du so schön! – was soll ich flehen:
O rede mir!? o sage nichts!?

... weiterlesen An den Tod

Wenns mir einst im Herzen modert,
Wenn der Dichtkunst kühne Flammen
Und der Liebe Brand verlodert,
Tod, dann brich den Leib zusammen!

Brich ihn schnell, nicht ... weiterlesen Musa teleologica

Wie das Ding die Flügel tummelt
Und im Wind gewaltig rummelt,
Obs zu Himmel wollte fliegen
Und im Flug den Aar besiegen.

Und die träge Rinderherde,
... weiterlesen Schiller

Wie das Schlachtroß proprio Marte
Plötzlich tanzt und feurig springt,
Wenn ihm die Trompete klingt,
Und davoneilt zur Standarte;

Wie sichs stellt in Reih und ... weiterlesen An ein schönes Mädchen

Wie die Ros in deinem Haare,
Mädchen, bist du bald verblüht;
Schönes Mädchen, o bewahre
Vor dem Welken dein Gemüt!

Mädchen, wenn dein Herbst gekommen
... weiterlesen Wandel der Sehnsucht

Wie doch dünkte mir die Fahrt so lang,
O wie sehnt ich mich zurück so bang
Aus der weiten, fremden Meereswüste
Nach der lieben, fernen Heimatküste.

Endlich ... weiterlesen An mein Vaterland

Wie fern, wie fern, o Vaterland,
Bist du mir nun zurück!
Dein liebes Angesicht verschwand
Mir, wie mein Jugendglück!

Ich steh allein und denk an dich,
Ich ... weiterlesen Frage nicht

Wie sehr ich dein, soll ich dir sagen?
Ich weiß es nicht und will nicht fragen;
Mein Herz behalte seine Kunde,
Wie tief es dein im Grunde.
O still! ich möchte sonst ... weiterlesen Faust. Maria.

Wie Silberglocken am Marienfeste
Versenden ihren reinen, hellen Klang,
Durch Stadt und Flur und stillen Waldeshang
Weithin geführt vom sanftbewegten Weste:
So drang der ... weiterlesen Am Bette eines Kindes

Wiege sie sanft, o Schlaf, die holde Kleine.
Durch die zarte Verhüllung deines Schleiers
Lächelt sie: so lächelt die Rose still durch
  Abendgedüfte.

... weiterlesen Faust. Das arme Pfäfflein.

Wie`s Völklein in der Stube
Die tollsten Tänze springt,
Und in die Luft der Bube
Zuhöchst die Dirne schwingt,
Verstummt die Geig`, verschwunden
Der fremde ... weiterlesen Einsamkeit

Wild verwachsne dunkle Fichten,
Leise klagt die Quelle fort;
Herz, das ist der rechte Ort
Für dein schmerzliches Verzichten!

Grauer Vogel in den Zweigen!
Einsam ... weiterlesen Guter Rat

Willst du richten
Unser Dichten,
Obs geflattert
Und geschnattert,
Obs geschwungen
Und gesungen,
Birg doch klüglich
Unverzüglich
Deinen ... weiterlesen Studentenreise

Wir hatten im Sacke nur wenig Geld,
Doch lachend wogte das goldene Feld
In lustigen Sommerwinden,
Das übrige würde sich finden.

Die Rößlein schlichen den ... weiterlesen Am Rhein

Wir reisten zusammen mit andern
Zu Schiff hinunter den Rhein,
Es war ein seliges Wandern;
Doch waren wir selten allein.

Sie traten heran, zu lauschen,
... weiterlesen Reiterlied

Wir streifen durchs Leben im schnellen Zug,
Ohne Rast wie die stürmische Welle;
Wir haschen die Frucht im Vorüberflug
Und schlummern nicht ein an der Quelle;
Wir ... weiterlesen Der Maskenball

Wirres Durcheinanderwallen
In den lichten Säulenhallen.
Der Trommeten hell Gedröhne
Und der Geigen tolle Lieder
Stürzen vom Gerüste nieder
Als ein Wildbach ... weiterlesen Leichte Trübung

Woher dies plötzliche Verstummen?
Und diese Wolken kummerschwer,
Die mir dein Angesicht vermummen,
Das erst so froh gestrahlt, woher?

`Siehst du den blauen Berg ... weiterlesen Leichte Trübung

Woher dies plötzliche Verstummen?
Und diese Wolken kummerschwer,
Die mir dein Angesicht vermummen,
Das erst so froh gestrahlt, woher?

`Siehst du den blauen Berg dort ... weiterlesen An die Wolke

Zieh nicht so schnell vorüber
An dieser stillen Heide,
Zieh nicht so scheu vorüber
An meinem tiefen Leide,
Du Wolke in der Höh,
Steh still bei meinem Weh!
... weiterlesen Die Heimkehr

Zu Paris am Königsschlosse,
Das der Prinz nunmehr bezogen,
Harrt der Wagen lange Reihe,
Drängen sich des Volkes Wogen.

Auf der kunstgeschmückten Treppe
... weiterlesen Die nächtliche Fahrt

Zu öd und traurig selbst den Heidewinden
Sind diese winterlichen Einsamkeiten,
Nur Schnee und Schnee ringsaus in alle Weiten,
Nur stiller, keuscher, kalter Tod zu finden.
... weiterlesen In der Schenke

Zum Jahrestag der unglücklichen Polenrevolution

Unsre Gläser klingen hell,
Freudig singen unsre Lieder;
Draußen schlägt der Nachtgesell
Sturm sein brausendes ... weiterlesen Die Zweifler

Zwei Freunde traten schweigend ein
In einem blütenvollen Hain.
Die Sonne ließ den Strahl im Neigen
Erzittern auf den Erlenzweigen,
Und Leben, Lieben überall
... weiterlesen Doppelheimweh

Zwiefaches Heimweh hält das Herz befangen,
Wenn wir am Rand des steilen Abgrunds stehn
Und in die Grabesnacht hinuntersehn,
Mit trüben Augen, todeshohlen Wangen.

... weiterlesen Doppelheimweh

Zwiefaches Heimweh hält das Herz befangen,
Wenn wir am Rand des steilen Abgrunds stehn
Und in die Grabesnacht hinuntersehn,
Mit trüben Augen, todeshohlen Wangen.

... weiterlesen Trias Harmonica

[Drei Seelen hab ich offenbar,
Denn eine kann drei Dinge nicht
Zugleich vollbringen, wie sogar
Der weise Psychologe spricht.

Die eine hängt voll Liebesglut
... weiterlesen Gutenberg

`Schon weht es kühler auf Erden;
Es möchte Abend werden,
Es möchte werden Nacht,
Bevor durchrungen die Schlacht,
Der Menschheit altes Gefecht
Um Freiheit, Licht ... weiterlesen Eitel nichts!

’s ist eitel nichts, wohin mein Aug ich hefte!
Das Leben ist ein vielbesagtes Wandern,
Ein wüstes Jagen ists von dem zum andern,
Und unterwegs verlieren wir die Kräfte.
... weiterlesen Der alte Marko

»Klara, lebst du?« ruft Johannes
Bang mit lautem Herzenspochen;
Klara liegt am Kerkerlager,
Eine Lilie sturmgebrochen.

Stumm, mit trostberaubter Miene,
... weiterlesen Einst und jetzt

»Möchte wieder in die Gegend,
Wo ich einst so selig war,
Wo ich lebte, wo ich träumte
Meiner Jugend schönstes Jahr!«

Also sehnt ich in der Ferne
Nach ... weiterlesen

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