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Gedichte - Nikolaus Lenau


Verschiedene Deutung

1  Sich, wie des
Niagara Wellen Im Donnerfall zu Staub
zerschellen, Und wie sie, sprühend nun
zerflogen, Empfangen goldne
Sonnenstrahlen Und auf den Abgrund
lieblich malen

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Der Schiffsjunge

1. Das wilde,
schäumende Roß, Gejagt von der Sporen
scharfem Stoß, Auf krumm gewundener
Reiterbahn Mit seitwärts geneigtem
Leibe stürmt: So fliegt, wie die Flut
s

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Waldlieder

1. Am Kirchhof dort bin
ich gestanden, Wo unten still das
Rätsel modert Und auf in Grabesrosen
lodert; Es blüht die Welt in
Todesbanden. Dort lächelt auf die
Gräb

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Waldlieder

1 Am Kirchhof dort bin
ich gestanden, Wo unten still das
Rätsel modert Und auf den Grabesrosen
lodert; Es blüht die Welt in
Todesbanden. Dort lächelt auf
di

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Der arme Jude

1 Armer Jude, der du
wandeln Mußt von Dorf zu Dorf
hausierend, Schlecht genährt und
bitter frierend, Allwärts rufend:
»Nichts zu handeln?«! Holt die
Seuch

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Die Waldkapelle

1 Der dunkle Wald
umrauscht den Wiesengrund, Gar düster
liegt der graue Berg dahinter; Das
dürre Laub, der Windhauch gibt es
kund, Geschritten kommt allmählich
schon der W

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Abendbilder

1 Friedlicher Abend
senkt sich aufs Gefilde; Sanft
entschlummert Natur, um ihre
Züge Schwebt der Dämmerung zarte
Verhüllung, und sie   Lächelt,
die holde;

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Einsamkeit

1 Hast du schon je
doch ganz allein gefunden, Lieblos und
ohne Gott auf einer Heide, Die Wunden
schnöden Mißgeschicks verbunden Mit
stolzer Stille, zornig dumpfem
Leide?

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Primula veris

1 Liebliche
Blume, Bist du so früh
schon Wiedergekommen? Sei mir
gegrüßet, Primula veris! Leiser
denn alle Blumen der Wiese Hast du
ges

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In der Krankheit

1 Nacht umschweigt
mein Krankenlager; An der morschen
Diele nur Reget sich der kleine
Nager, Und es pickt die Pendeluhr, Die
eintönig mich bedeutet, Wie das
Le

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Winternacht

1 Vor Kälte ist die
Luft erstarrt, Es kracht der Schnee von
meinen Tritten, Es dampft mein Hauch,
es klirrt mein Bart; Nur fort, nur
immer fortgeschritten! Wi

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Der Indianerzug

1 Wehklage hallt am
Susquehannaufer, Der Wandrer fühlt sie
tief sein Herz durchschneiden; Wer sind
die lauten, wildbewegten
Rufer? Indianer sinds, die von der
Heimat scheide

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Schilflieder

1 Drüben geht die Sonnen
scheiden, Und der müde Tag
entschlief. Niederhangen hier die
Weiden In den Teich,so still, so
tief. Und ich muß mein Liebstes
meiden: Quill

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Abendbilder

1 Friedlicher Abend senkt
sich aufs Gefilde; Sanft entschlummert
Natur, um ihre Züge Schwebt der
Dämmerung zarte Verhüllung, und sie
Lächelt, die holde; Lächelt,
ei

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Lebe hoch! Sofie! Die edle Frau!

26. September
1838 Laßt uns für Sofiens teures
Leben Herz und Glas in alle Höh
erheben! Ihrem Leben segenfeste
Dauer! Jede Freude, jedes schöne
Hoffen Soll ihr pü

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Scherz nach einer zufällig aufgeschlagenen Bibels

Ahimaaz, der Sohn des
Zadok, sprach, Sprach wiederholten
Males zu Joab: »Wie, wenn ich liefe
auch dem Chusi nach, Schnell hinter
seiner Ferse Staub im Trab?« Da sprach
Joab: »Gema

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In der Nacht

Alles schläft, und
übers Gefild der Ruhe Wandelt leisen
Schrittes dahin des Lebens Genius;
sanft schimmert vom Weltendom die Lampe
des Mondes. Sieh! den ernsten Zügen
des

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An die Alpen

Alpen! Alpen!
unvergeßlich seid Meinem Herzen ihr in
allen Tagen; Bergend vor der Welt ein
herbes Leid, Hab ich es zu euch
hinaufgetragen. Für das Unglück
steht ein Gnaden

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Nie zurück!

Als der Cherub aus dem
Paradies Ihn und seine Klagen streng
verwies, Weinte Adam noch am
Gartensaume Still zurück nach seinem
schönen Traume. Und durch einen
weichen Morgen

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Inneres Gericht

Als ein strenger Richter
und Hinrichter, Vieler süßen
Hoffnungen Vernichter, Mag auch ihre
ganze Sippschaft weinen, Mußt du
einmal in dir selbst erscheinen, Wenn
du noch gewinnen

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Heimatklang

Als sie vom Paradiese
ward gezwungen, Kam jeder Seele eine
Melodie Zum Lebewohl süß schmerzlich
nachgeklungen, Darauf umschloß die
Erdenhülle sie. Noch ist dies Lied
nicht völli

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Die Rose der Erinnerung

Als treulos ich das teure
Land verließ, Wo mir, wie nirgend
sonst, die Freude blühte, Mich selbst
verstoßend aus dem Paradies Voll
Freundesliebe, holder
Frauengüte; Und a

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Der Schifferknecht

Am Boden auf dem
Rohrgeflecht, Vom harten Glück
verstoßen, Da ruht der arme
Schifferknecht Mit seinen müden
Rossen. Er haust bei Tag und Nacht am
Strand, Der Herd

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Faust. Der nächtliche Zug.

Am Himmel schwere dunkle
Wolken hangen Und harrend schon zum
Walde niederlauschen. Tiefnacht; doch
weht ein süßes Frühlingsbangen Im
Wald, ein warmes, seelenvolles
Rauschen. Die b

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Himmelstrauer

Am Himmelsantlitz wandelt
ein Gedanke, Die düstre Wolke dort, so
bang, so schwer; Wie auf dem Lager sich
der Seelenkranke, Wirft sich der
Strauch im Winde hin und her. Vom
H

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Himmelstrauer

Am Himmelsantlitz wandelt
ein Gedanke, Die düstre Wolke dort, so
bang, so schwer; Wie auf dem Lager sich
der Seelenkranke, Wirft sich der Strauch
im Winde hin und her. Vom Himmel

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Der trübe Wandrer

Am Strand des Lebens irr
ich, starre düster Ins Todesmeer,
umhüllt von Nebelflor; Und immer wird
der Strand des Lebens wüster, Und
höher schlägt die Flut an ihm
empor. O strömt

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Meine Braut

An der duftverlornen
Grenze Jener Berge tanzen
hold Abendwolken ihre
Tänze, Leichtgeschürzt im
Strahlengold. Wenn ich nach den
lichten Räumen Jener Berg’
hinüber

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Liebesfeier

An ihren bunten Liedern
klettert Die Lerche selig in die
Luft; Ein Jubelchor von Sängern
schmettert Im Walde, voller Blüt und
Duft. Da sind, so weit die Blicke
gleiten,

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Faust. Der See.

An Klostermauern, alten,
einsam düstern, Ist weit ein stiller
See hinausgegossen; Am Saume Bins` und
Weide heimlich flüstern, Und
sanftgewiegte Wasserblumen
sprossen. Hell scheint

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Zuflucht

Armes Wild im
Waldesgrunde, Schlägt die Jagd dir
eine Wunde, Flüchtest du zur tiefsten
Stelle, An des Walds geheimste
Quelle, Daß sie dir mit frischer
Kühle Lindernd deine

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Zuruf an meinen Geist

Auf schwingt der Aar sich
über dem Schlachtgefild, Senkt bald
herab sein Aug auf die Leichen,
bald, Zerreißend kühn den
Wolkenvorhang, Blickt er hinauf in die
goldne Sonne.

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Mit meinen Gedichten

Baden-Baden, im Sommer
1844 Mich ließ die Gunst des
Augenblickes, Ein flüchtig Lächeln
des Geschickes, Wie bis ins Herz du
schön, erkennen; Leb wohl! ich muß
von dir mic

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Zögerung

Beschritten schon von
seinem Reiter, Rafft auf der Weide noch
das Roß Die letzten Halme, will nicht
weiter, Bis ihm der Sporen scharfer
Stoß Gewaltig in die Seiten
dringt U

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Die Korybanten

Betäubendes
Erzgerassel, Und sprühendes
Feuergeprassel, Hoch kommen die Dämpfe
geschnoben Vom rollenden
Opferherde Der alten Göttin Erde, Und
ihre Priester – sie toben.

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Unmögliches

Bevor mein Blick den
Zauber noch getrunken, Der, wie die
Farbenpracht am Demant glüht, Dich
tausendfach, doch immer neu,
umblüht, Horcht ich dem Freund, in
Ahnungen versunken. Wir

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Unmögliches

Bevor mein Blick den
Zauber noch getrunken, Der, wie die
Farbenpracht am Demant glüht, Dich
tausendfach, doch immer neu,
umblüht, Horcht ich dem Freund, in
Ahnungen versunken. Wir sehn

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Bettlers Klage

Bin einsam, schwach und
alt, Mich hüllen Lumpen ein, Wie
bläst der Wind so kalt, Geht mir durch
Mark und Bein. Ich bettle vor der
Tür, Und hab ich lang gefleht,

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Traurige Wege

Bin mit dir im Wald
gegangen; Ach, wie war der Wald so
froh! Alles grün, die Vögel
sangen, Und das scheue Wild
entfloh. Wo die Liebe frei und
offen Rings von allen Z

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Trauer

Blumen, Vögel, duftend,
singend, Seid doch nicht so
ausgelassen, Ungestüm ans Herz mir
dringend; Laßt allein mich ziehn die
Straßen! Vieles ist
vorübergangen, Sei

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Die Blumenmalerin

Brach ein Leben bei den
heitern Griechen, Bog der Freund sich
auf den Todessiechen, Aufzuküssen
seinen letzten Hauch. Blumen, nicht im
einsam wilden Grase, Blumen, euch in
der krist

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Dichters Klagelied über das junge Deutschland

Da droben auf jenem
Berge, Da steht ich tausendmal An
meinem Stabe gebogen Und schaue hinab
ins Tal; Folg meiner
Gedankenherde, Mein Herz bewahret mir
sie; Die

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Der Lenz

Da kommt der Lenz, der
schöne Junge, Den alles lieben
muß, Herein mit einem
Freudensprunge Und lächelt seinen
Gruß; Und schickt sich gleich mit
frohem Necken Zu al

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Scheiden

Dahin sind Blüten jetzt
und Nachtigallen, Und durch den kahlen,
sangverlaßnen Strauch Weht nun des
Herbstes einsam kühler Hauch; Mein
Glück ist mit dem Laube
abgefallen!

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Die Albigenser

Das Aug der Liebe weiß
im Freudensaale Durchs Tanzgewühl,
durch die Gestaltenßucht, Den
Liebesblick zu finden, den sie sucht,
Und weidet sich an seinem süßen
Strahle. M

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Ein Epigramm

Das Schwert zu führen,
die verschanzten Sitze Des starken
Feinds mit Pfeilen zu beschießen, An
seinem Fluch zu messen seine Wunde, Ist
meine Lust; und heut in müß`ger
Stunde Freu

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Der Unbeständige

Daß ich dies und das
beginne, Heute grad und morgen
quer, Gegen das, was heut ich
minne, Morgen richte Spieß und
Speer: Sollte das so sehr dich
wundern, Du mein kons

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Das Mondlicht

Dein gedenkend irr ich
einsam Diesen Strom entlang; Könnten
lauschen wir gemeinsam Seinem
Wellenklang! Könnten wir zusammen
schauen In den Mond empor, Der da

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Das Mondlicht

Dein gedenkend, irr ich
einsam Diesen Strom entlang; Könnten
lauschen wir gemeinsam Seinem
Wellenklang! Könnten wir zusammen
schauen In den Mond empor, Der da
drübe

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Dein ist mein Herz

Dein ist mein Herz, mein
Schmerz dein eigen und alle Freuden die
es sprengen; dein ist der Wald, mit
allen Zweigen, den Blüten allen und
Gesängen. Dein ist me

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Meine Rose

Dem holden
Lenzgeschmeide, Der Rose, meiner
Freude, Die schon gebeugt und
blasser Vom heißen Strahl der
Sonnen, Reich’ ich den Becher
Wasser Aus tiefem Bronnen. Du R

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Herbstgefühl (2)

Der Buchenwald ist
herbstlich schon gerötet, So wie ein
Kranker, der sich neigt zum
Sterben, Wenn flüchtig noch sich seine
Wangen färben; Doch Rosen sind`s wobei
kein Lied mehr flötet.

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Der Räuber im Bakony

Der Eichenwald im Winde
rauscht, Im Schatten still der Räuber
lauscht, Ob nicht ein Wagen auf der
Bahn Fern rollt heran. Der Räuber
ist ein Schweinehirt, Die Herde
g

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Mit unaufgeblühten Blumen

Der Frühling ist
gekommen, Er zieht durch sein
Revier, Du hast es nicht vernommen Im
Krankenzimmer hier, Wie er durch
seine Strahlen Den Winter ganz
vertrieb,

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Der Jüngling

Der Jüngling stoßt vom
Strand im leichten Kahne, Die Sehnsucht
hat die Segel ihm gebreitet; Wie rasch
im Phantasienozeane, Von Westen
fortgekost, dahin er gleitet! Schon
weht auf n

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Die Jugendträume

Der Jüngling weilt in
einem Blütengarten Und schaut mit Lust
des Lebens Morgenrot; Auf seinem
Antlitz ruht ein schön Erwarten, Die
Welt ist Himmel ihm, der Mensch ein
Gott.

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Zweifel und Ruhe

Der Mensch auf halbem Weg
entschlief Im Schatten eines alten
Baumes, In Banden eines süßen
Traumes, Schlief manche Wanderstunde,
tief. Das Laub des Baumes rauschte
mild Und

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Seemorgen

Der Morgen frisch, die
Winde gut, Die Sonne glüht so
helle, Und brausend geht es durch die
Flut; Wie wandern wir so
schnelle! Die Wogen stürzen sich
heran; Doch wie

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Seemorgen

Der Morgen frisch, die
Winde gut, Die Sonne glüht so
helle, Und brausend geht es durch die
Flut; Wie wandern wir so schnelle! Die
Wogen stürzen sich heran; Doch wie sie
au

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Der geldgierige Pfaffe

Der Pfaffe weiß mit
Dampf, Gesang und Glocken, Mit
Mummerei, Gebärd und schlauem
Segen Den Pöbel zum Guckkasten
hinzulocken, Worin sich Höll und
Himmel bunt bewegen. Derweil,
ent

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Gewitter

Der Seele klarer Himmel
hängt Voll zürnender Gedanken, Und
mancher laute Seufzer drängt Sich aus
der Brust, der kranken. Unheimlich
blitzt des Auges Stern Und sucht

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Naturbehagen

Der Seerab hat ein gutes
Leben! So überm Wasser
hinzuschweben, Wo lustig plätschern,
zierlich kreisen, Einladend, seine
leckern Speisen. Sein scharfes Auge
weiß auf Strecken

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Bruchstück einer Ode

Der Stadt Getös ward
banges Gemurmel, und Es schlagen
mattern Schlages die Pulse nun Des
vielgeschäftgen Lebens, –
schrecklich Hallt noch im Ohre das
Donnerwort ihr. –

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Traumgewalten

Der Traum war so wild,
der Traum war so schaurig So tief
erschütternd, unendlich traurig. Ich
möchte gerne mir sagen: Daß ich ja
fest geschlafen hab, Daß ich ja nicht
geträumt h

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Ein Heimatbruder!

Der Wandrer, irrend in
der Ferne, Wo fremd das Tier, der Baum,
das Kraut, Wo fremd die Nacht und ihre
Sterne, Wo fremd und tot der
Menschenlaut, Wie fühlt er sich
allein, verstoßen

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Prolog

Der Winter stand ein
eiserner Tyrann, Nie lösend seine
Faust, die festgeballte, Die eisig sich
um Berg’ und Täler krallte; Ihr
Leben lag erstarrt in seinem Bann. Als
frostbedeckt

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An einen Jugendfreund

Des Lebens holder Zauber
ging vorüber. Ich klage, daß die
Jugend mir verloren; Doch eines macht
mir noch die Klage trüber: Die Treue
brach, die du mir einst
geschworen. Nicht mein

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Der gute Gesell

Des Menschengeschlechts
uralter Gefährte, Der nie von seiner
Seite gewichen Seit dem Verluste des
Paradieses, Wo er mitleidig sich
angeschlossen; Der nie wird weichen von
seiner Sei

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Neid der Sehnsucht

Die Bäche rauschen Der
Frühlingssonne, Hell singen die
Vögel, Es lauschen die Blüten, Und
sprachlos ringen Sich Wonnedüfte Aus
ihrem Busen; Und ich muß tra

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Neid der Sehnsucht

Die Bäche rauschen Der
Frühlingssonne, Hell singen die
Vögel, Es lauschen die Blüten, Und
sprachlos ringen Sich Wonnedüfte Aus
ihrem Busen; Und ich muß
trauern,

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Lenz

Die Bäume blühn, Die
Vöglein singen, Die Wiesen
bringen Ihr erstes Grün. Schier
tuts mir leid, Zu treten die Erden Und
ihr zu gefährden Ihr neues Kl

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Verlornes Glück

Die Bäume rauschen hier
noch immer, Doch sind’s dieselben
Blätter nimmer, Wie einst in jener
Sommernacht. Wohin, du rauhes
Erdenwetter, Hast du die damals grünen
Blätter,

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An die Ultraliberalen in Deutschland

Die Deutsche Muse glüht
im Freiheitseifer; Mit vollen Backen
ruft sie zur Verschwörung, Und
bläs’t die Gluth wahnwitziger
Empörung, Vom Mund der Göttin
sprudelt Zornesgeifer. – –

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Charade

Die ersten Silben nennen
dir den Fluß, Nach dessen schönem
Strande Aus fernem, fernem
Lande Ertönen wird mein
sehnsuchtsvoller Gruß. Die dritte
bildet dir dein Haus im Le

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See und Wasserfall

Die Felsen schroff und
wild, Der See, die Waldumnachtung Sind
dir ein stilles Bild Tiefsinniger
Betrachtung. Und dort, mit
Donnerhall Hineilend zwischen
Steinen,

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Unmut

Die Hoffnung, eine arge
Dirne, Verbuhlte mir den
Augenblick, Bestahl mit frecher
Lügenstirne Mein junges Leben um sein
Glück. Nun ists vorüber; in den
Tagen, Als ih

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Jugend und Liebe

Die Jugend folgt, ein
Rosenblatt, den Winden; Wenn, jung
getrennt, sich wiedersehn die
Alten, Sie meinen doch, in ihren
ernsten Falten Den Strahl der süßen
Jugend noch zu finden.

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Faust. Der Mord.

Die königliche
Villa Prinzessin Maria, ihre Zofe,
Faust, später Herzog Hubert
Faust Das Bild ist fertig, und, ich
glaube, Mir ist gelungen zur
Genüge, Zu f

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Veränderte Welt

Die Menschheit ist
dahinter kommen, Trotz aller Gaukelei
der Frommen, Daß mit dem Leben vor dem
Grabe Man endlich Ernst zu machen
habe. Zerbrochen ist des Wahnes
Kette,

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Der feile Dichter

Die Muse muß zur Metze
sich erniedern, Der Dichter sendet sie
zum Mäzenaten, Und, frechgeschürzt,
mit schaugestellten Gliedern, Der
Göttlichkeit vergessend, tief
entraten, Umtanz

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Nächtliche Wanderung

Die Nacht ist finster,
schwül und bang, Der Wind im Walde
tost; Ich wandre fort die Nacht
entlang Und finde keinen Trost. Und
mir zur Seite, engelmild, Und, ach! so
s

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Das Kind geboren, die Mutter tot

Die schöne Mutterliebe
hat dem Leben Ein Opfer hier, ein
blühend Kind gegeben, Vertrauend und
mit innigstem Verlangen, Daß alle
Götter huldvoll es empfangen; Doch als
sie weihend

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Dein Bild

Die Sonne sinkt, die
Berge glühn, Und aus des Abends
Rosen Seh ich so schön dein Bild mir
blühn, So fern dem
Hoffnungslosen. Strahlt Hesperus dann
hell und mild Am

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An die Biologen

Die Wahrheit hat die
Kunde Vom tiefen Lebensgrunde Als
winzgen Zettel In eine Nuß getan Und
warf den Bettel In den Ozean. Das Meer
ist groß, die Nuß ist klein;

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An die Entfernte

Diese Rose pflück ich
hier, In der fremden Ferne; Liebes
Mädchen, dir, ach dir Brächt ich sie
so gerne! Doch bis ich zu dir mag
ziehn Viele weite Meilen, Ist

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An die Entfernte

Diese Rose pflück ich
hier, In der fremden Ferne; Liebes
Mädchen, dir, ach dir Brächt ich sie
so gerne! Doch bis ich zu dir mag
ziehn Viele weite Meilen, Ist die
Ro

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Faust. Der Tanz.

Dorfschenke Hochzeit.
Musik und Tanz Mephistopheles als
Jäger (zum Fenster herein) Da drinnen
geht es lustig zu; Da sind wir auch
dabei, Juchhu! (Mit Faust

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Die Felsenplatte

Dort am steilen
Klippenhange, Wo der Wildbach
niederschäumt, Lehnt beim
Sonnenuntergange Einsam still ein Mann
– und träumt. Hingesenkt das
gramesmatte Angesicht,

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Nach Süden

Dort nach Süden zieht
der Regen, Winde brausen
südenwärts, Nach des Donners fernen
Schlägen, Dort nach Süden will mein
Herz. Dort im fernen
Ungarlande Freundlich

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Die Drei

Drei Reiter nach
verlorner Schlacht, Wie reiten sie so
sacht, so sacht! Aus tiefen Wunden
quillt das Blut, Es spürt das Ross die
warme Flut. Vom Sattel tropft das Blut,
vo

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Die drei Zigeuner

Drei Zigeuner fand ich
einmal Liegen an einer Weide, Als mein
Fuhrwerk mit müder Qual Schlich durch
sandige Heide. Hielt der eine für
sich allein In den Händen die

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Die drei Zigeuner

Drei Zigeuner fand ich
einmal Liegen an einer Weide, Als mein
Fuhrwerk mit müder Qual Schlich durch
sandige Heide. Hielt der eine für sich
allein In den Händen die Fiedel

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Schilflieder

Drüben geht die Sonne
scheiden, Und der müde Tag
entschließ. Niederhangen hier die
Weiden In den Teich, so still, so
tief. Und ich muß mein Liebstes
meiden: Quill,

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An einem Baum

Du Baum, so morsch und
lebensarm, So ausgehöhlt, sei mir
gegrüßt; Wie doch dein froher
Bienenschwarm Die Todeswunde dir
versüßt! Sie wandern fort im
raschen Zug,

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Am Grabe eines Ministers

Du fuhrst im goldnen
Glückeswagen Dahin den raschen
Trott, Von keuchenden Lüsten
fortgetragen, Und dünktest dir ein
Gott! Wie flogen des Pöbels
Rabenschwärme Dir

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An die Melancholie

Du geleitest mich durchs
Leben, Sinnende Melancholie! Mag mein
Stern sich strahlend heben, Mag er
sinken – weichest nie! Führst mich
oft in Felsenklüfte, Wo der Ad

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Das Wiedersehen

Du heimatliches Tal, Mir
wird so wohl und wehe, Daß ich dich
nun einmal, Ersehntes!
wiedersehe. Weinberg, sei mir
gegrüßt! Noch grünen deine
Reben, Womit du

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Vorwurf

Du klagst, daß bange
Wehmut dich beschleicht, Weil sich der
Wald entlaubt Und über deinem
Haupt Dahin der Wanderzug der Vögel
streicht. O klage nicht, bist selber
wandelha

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Auf meinen ausgebälgten Geier

Du stehst so still und
ernst, mein ausgebälgter Geier, Ich
bringe dir ein Lied mit meiner ernsten
Leier. Zwar hörst du nichts davon,
dir geht mein Gruß verloren; Doch
Dichter sin

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Ghasel

Du, schöne Stunde, warst
mir hold, so hold, wie keine noch, Ich
seh dein Angesicht erglühn im
Rosenscheine noch; So sah den Engel
Gottes einst mit Wangen freudenrot Im
Paradiese lächelnd

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Nebel

Du, trüber Nebel,
hüllest mir Das Tal mit seinem
Fluß, Den Berg mit seinem
Waldrevier Und jeden
Sonnengruß, Nimm fort in deine graue
Nacht Die Erde weit und breit!

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Nebel

Du, trüber Nebel,
hüllest mir Das Tal mit seinem
Fluß, Den Berg mit seinem
Waldrevier Und jeden Sonnengruß. Nimm
fort in deine graue Nacht Die Erde weit
und breit!

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Der Greis

Durch Blüten winket der
Abendstern, Ein Lüftchen spielt im
Gezweige; Der Greis genießt im Garten
so gern Des Tages süße Neige. Dort
seine Enkel, sie jagen frisch

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Frühlingsblick

Durch den Wald, den
dunkeln, geht Holde
Frühlingsmorgenstunde, Durch den Wald
vom Himmel weht Eine leise
Liebeskunde. Selig lauscht der grüne
Baum, Und er taucht mit

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An Seneca

Durchs enge Tal nachts
irret ein Wanderer; Dumpf braust der
Waldstrom, drängt an die
Klippenwand Den Pfad, der mühsam durch
Gesträuch und Bodentragende Wurzeln
fortkriecht.

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Glauben. Wissen. Handeln

Ein allegorischer
Traum Schon ist der Berge Purpurglut
verglommen, Und zitternd flieht des
Tages letzter Strahl Der Nacht schon
aus dem Wege. Sei willkommen, O
Dunkelheit, im

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Der Laudachsee

Ein Bruchstück Laß
meiner Einsamkeit das Angedenken Der
schönsten Stunden jetzt
vorüberziehn, Die mir das Erdenleben
durfte schenken, Geist der Natur! der
öden Gegenwart

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Faust. Der Morgengang.

Ein hoher Berg, vom
Morgen angeglüht, Der hell und froh
herauf im Osten sprüht; Ein Wandrer
kühn, der dort zum Gipfel strebt, Von
Fels zu Fels im raschen Fluge
schwebt. Was willst

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Weib und Kind

Ein schwüler Sommerabend
wars, ein trüber, Ich ging
fußwandernd im Gebirg allein, Und ich
bedachte mir im Dämmerschein, Was mir
noch kommen soll, was schon
vorüber. Kei

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Der Pechvogel

Ein Stück des Lebens
ward verträumt, Das beste Glück hab
ich versäumt; Die Winde sausen durch
die Stoppeln, Ich möchte meinen
Schritt verdoppeln. Doch sausen sie
mir lan

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Nachhall

Ein Wandrer läßt sein
helles Lied erklingen: Nun schweigt er
still und schwindet in den Föhren; Ich
möchte länger noch ihn singen
hören, Doch tröst ich mich: er kann
nicht ewig singe

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Ahasver, der ewige Jude

Ein Wäldchen rauscht auf
weiter grüner Heide, Hier lebt die
Erde still und arm und trübe; Das
Wäldchen ist ihr einziges
Geschmeide, Daran ihr Herz noch hangen
mag in Liebe, Wie e

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Ahasver, der ewige Jude

Ein Wäldchen rauscht auf
weiter grüner Heide, Hier lebt die Erde
still und arm und trübe; Das Wäldchen
ist ihr einziges Geschmeide, Daran ihr
Herz noch hangen mag in Liebe, Wie eine

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Faust. Der Maler.

Einsam die hohe
Königsvilla stand, Und ragt` ins Meer
vom steilen
Felsenstrand. Zypressenhaine und
Orangenwälder, Die schattend sich an
ihr landeinwärts dehnen, Erwecken oft
dem S

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Faust. Die Reise.

Einsamer Meeresstrand.
Abend Faust und Mephistopheles
Faust In jener Nacht, an jener
stillen Leiche Sprachst du das kecke
Wort, das folgenreiche: »Den
Mensc

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Dahin!

Einst, o nächtlicher
Himmel! blickt ich Selig empor zu dir,
umschlungen Von der Geliebten, und ich
weinte Dank dem ewigen Gott! Und
sie pflückte mit Küssen mir
die

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Vanitas

Eitles Trachten, eitles
Ringen Frißt dein bißchen Leben
auf, Bis die Abendglocken
klingen, Still dann steht der tolle
Lauf. Gastlich bot dir auf der
Reise Die Natur

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Das Dilemma

Er streckt dir sein
Dilemma stracks entgegen; Ists eine
Gabel, logisch mich zu spießen? Sinds
Arme zwei, die Wahrheit einzuschließen?
– So zweifelst du, verschüchtert und
verlegen.

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In das Stammbuch einer Künstlerin

Erinnerung an einen
Spaziergang Nach langem Wege durch
die Sommerschwüle Rauscht` uns ein
Wald entgegen seinen Gruß, Uns
übergoß die Luft mit süßer
Kühle, Die Blätter

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Wanderung im Gebirge

Erinnerung Du warst
mir ein gar trauter, lieber Geselle,
komm, du schöner Tag, Zieh noch einmal
an mir vorüber, Daß ich mich deiner
freuen mag! Aufbruch

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Liebe und Vermählung

Erste Stimme Sieh dort
den Berg mit seinem Wiesenhange, Die
Sonne hat verzehrend ihn
durchglüht, Und Strahl auf Strahl noch
immer niedersprüht; Wie sehnt er nach
der Wolke

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Ein Schmetterling

Es irrt durch schwanke
Wasserhügel Im weiten, windbewegten
Meer Ein Schmetterling mit mattem
Flügel Und todesängstlich hin und
her. Ihn triebs vom trauten
Blütenstrande

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Der Urwald

Es ist ein Land voll
träumerischem Trug, Auf das die
Freiheit im Vorüberflug Bezaubernd
ihren Schatten fallen läßt, Und das
ihn hält in tausend Bildern
fest; Wohin das Unglück

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Ein Herbstabend

Es weht der Wind so
kühl, entlaubend rings die Äste, Er
ruft zum Wald hinein: Gut Nacht, ihr
Erdengäste! Am Hügel strahlt der
Mond, die grauen Wolken jagen Schnell
übers Tal hi

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Der Jäger

Es zwittert schon im
Tale Grau zwischen Tag und Nacht, Doch
sucht mein Dachs noch
immer, Umspürend, flink und
sacht. Der Hund will mir was
liefern Noch heute vors Gew

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Faust. Die Schmiede.

Faust reitet hin im
grauen Dämmerschein Auf seinem Rappen,
sinnend und allein. Es zieht der Weg
durch grüne Wogenfelder, Durch
Österreichs erhabne Eichenwälder. Der
Reiter folget

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Faust. Der Sturm.

Faust und Mephistopheles
spazieren auf dem Verdecke
Faust Wir wandeln auf dem
Schifflein hin und her, Das Schifflein
jagt dahin im weiten Meer, Das Meer ist
mit den Winden a

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Faust. Der Besuch.

Faust und sein Famulus
Wagner im anatomischen Theater an einer
Leiche Faust Wenn diese Leiche
lachen könnte, traun! Sie würde
plötzlich ein Gelächter
schlagen, Daß wir

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Faust. Der Jugendfreund.

Fausts Wohnung Graf
Heinrich von Isenburg und Famulus
Wagner, später Faust Wagner Ihr
werdet nimmer ihn erkennen; Verwandelt
ist sein ganzes Wesen, In jedem

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Wunsch

Fort möcht ich
reisen Weit, weit in die See, O meine
Geliebte, Mit dir allein! Die Dränger
und Lauscher Und kalten Störer, Sie
hielt’ uns ferne Der wallende

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Die Seejungfrauen

Freundlich wehn die
Abendwinde, Schimmern Mond und
Sterne; Und das Schiff, so leicht und
linde, Trägt mich nach der
Ferne. Fried und Liebe, hold
verbunden, Schweben a

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An meine Rose

Frohlocke, schöne junge
Rose, Dein Bild wird nicht
verschwinden, Wenn auch die Glut, die
dauerlose, Verweht in
Abendwinden. So süßer Duft, so
helle Flamme Kann nich

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Frühlingsgedränge

Frühlingskinder im
bunten Gedränge, Flatternde Blüten,
duftende Hauche, Schmachtende, jubelnde
Liebesgesänge Stürzen ans Herz mir
aus jedem Strauche. Frühlingskinder
mein Herz

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Einem Autographensammler

Fährtenkundig, kennt der
schlaue Jäger aus der Spur im
Schnee Von dem Hirsche, Wolf und
Reh Die verräterische Klaue. Ja!
das Pedeskript des Wildes Gibt ihm auf
dem

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An meine Gitarre

Gitarre, wie du hängst
so traurig! Die Saiten tönen
nimmermehr, Die längst zerrißnen
wanken schaurig Im Abendwinde hin und
her. Auch deine Saiten sind
zerrissen, E

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Die Marionetten

Grau düstre Felsen sah
ich trotzig ragen Aus eines Tales
stillen Finsternissen, Als wollten
kühn den Himmel sie verjagen, Dem sie
den Schleier vom Gesicht
gerissen. Abgründe, ihre

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Die Sehnsucht

Haben wir auch schön
geträumet Von des Glückes
Zauberlanden, Wo sich ewge
Freudenkränze Um die trunknen Schläfe
wanden; Und wir wachen auf am
Morgen, Kehren zu de

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Der Fingerhut

Hast du noch immer nicht
gefunden den teuren, teuren
Fingerhut, Um den du plötzlich
aufgesprungen Und meinen Armen dich
entrungen? Ich ließ dich fahren mit
verbißner, doch wahrlich nicht

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Wandrer und Wind

Herbstwind, o sei
willkommen! Fünf Tage lag das Meer So
still, so bang beklommen, Kein
Lüftchen zog daher. O Wind, nach
deinem Rauschen Sehnt ich mich auf der
See,

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Faust. Die Warnung.

Herzog Hubert reitet
durch einen Wald zur Villa
Mephistopheles (ihm
entgegenreitend) Ihr reitet recht
behaglich sacht; Nichts kann befeuern
Euren Trott, Nicht
Hahnreischaft,

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Vergangenheit

Hesperus, der blasse
Funken, Blinkt und winkt uns traurig
zu. Wieder ist ein Tag gesunken In die
stille Todesruh; Leichte
Abendwölkchen schweben Hin im sanften
Monden

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Mit Orangen

Hier bring ich süße
Früchte, Die auf gar ferner Au, Dort
unter jenem Himmel Gereift, der ewig
blau. Wenn du sie wirst genießen, So
werden sie dir gern Den freien
Bl

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Zwei Polen

Hippolyt Schon sieben
Jahre treibst du Dies wunderliche
Wandern Von einem Ufersaume Der Welt
dahin zum andern? So lang aus diesem
Schiffe Trat nie dein scheuer

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Zwei Polen

Hippolyt Schon sieben
Jahre treibst du Dies wunderliche
Wandern Von einem Ufersaume Der Welt
dahin zum andern? So lang aus diesem
Schiffe Trat nie dein scheuer
Fuß, De

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An die Hoffnung

Hoffnung! laß allein
mich wallen, Gaukle nicht um meine
Bahn! Deine Sterne sind gefallen, Und
mich täuscht kein holder
Wahn! Dieser streckt nach einer
Krone Seine Ha

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Faust. Die Lektion.

Hofgarten einer Residenz
Des Königs erster Günstling und
Minister, Faust, und Mephistopheles als
Scholast, in einer Allee spazierend
Minister Geehrte Herrn, ich bin
entz

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Asyl

Hohe Klippen,
ringsgeschlossen, Wenig kümmerliche
Föhren, Trübe flüsternde
Genossen, Die hier keinen Vogel
hören; Nichts vom freudigen
Gesange In den schönen Fr

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Herbstklage

Holder Lenz, du bist
dahin! Nirgends, nirgends darfst du
bleiben! Wo ich sah dein frohes
Blühn, Braust des Herbstes banges
Treiben. Wie der Wind so traurig
fuhr Durch

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Herbstklage

Holder Lenz, du bist
dahin! Nirgends, nirgends darfst du
bleiben! Wo ich sah dein frohes
Blühn, Braust des Herbstes banges
Treiben. Wie der Wind so traurig
fuhr Durch die S

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Stille Sicherheit

Horch, wie still es wird
im dunkeln Hain, Mädchen, wir sind
sicher und allein. Still versäuselt
hier am Wiesenhang Schon der
Abendglocke müder Klang. Auf den
Blume

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Kruzifix

Hält der Mensch die
Blicke himmelwärts Und die Arme
liebend ausgebreitet, Um die Welt zu
drücken an sein Herz, Hat er sich zur
Kreuzigung bereitet. Solche Lieb ist
selten

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Am Grabe Höltys

Hölty! dein Freund, der
Frühling, ist gekommen! Klagend irrt
er im Haine, dich zu finden; Doch
umsonst! sein klagender Ruf verhallt
in   Einsamen Schatten! Nimmer
entg

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Lass mich ziehn!

Ich bin kein Freund von
Sterbensehen; Wenn deine Liebe soll
vergehen, So sterbe sie allein; ich
will Mit meiner sein allein und
still. Gedächtnis weiß getreu von
Jahren

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Waldgang

Ich ging an deiner
Seite In einem Buchenhaine; Ein
störendes Geleite Ließ nimmer uns
alleine. Und mußten wir
zurücke Ins Herz die Worte
pressen, Uns sagten

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Der ewige Jude

Ich irrt allein in einem
öden Tale, Von Klippenkalk umstarrt,
von dunklen Föhren; Es war kein Laut
im Hochgebirg zu hören, Stumm rang die
Nacht mit letztem
Sonnenstrahle.

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Ein Rezensent

Ich las in seinem Buche
viel Frivoles, Scheinbar Verständiges
und witzig Hohles, Ich sah ihn seine
Richtermiene schneiden, Ich sah ihn
führen spitzige Lanzetten, Mit ekler
Lust Ska

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Liebesfrühling

Ich sah den Lenz
einmal Erwacht im schönsten Tal; Ich
sah der Liebe Licht Im schönsten
Angesicht. Und wandl ich nun
allein Im Frühling durch den
Hain, Ersche

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Reise-Empfindung

Ich sah in bleicher
Silbertracht Die Birkenstämme
prangen, Als wäre dran aus heller
Nacht Das Mondlicht blieben
hangen; Und in dem zarten
Birkenhain Sah ich ein Häu

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Das Kreuz

Ich seh ein Kreuz dort
ohne Heiland ragen, Als hätte dieses
kalte Herbsteswetter, Das stürmend von
den Bäumen weht die Blätter, Das
Gottesbild vom Stamme
fortgetragen. So

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Der Seelenkranke

Ich trag im Herzen eine
tiefe Wunde Und will sie stumm bis an
mein Ende tragen; Ich fühl ihr rastlos
immer tiefres Nagen, Und wie das Leben
bricht von Stund zu Stunde. Nur
e

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An den Wind

Ich wandre fort ins ferne
Land; Noch einmal blickt’ ich um ,
bewegt, Und sah, wie sie den Mund
geregt Und wie gewinket ihre
Hand. Wohl rief sie noch ein
freundlich Wort

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An den Wind

Ich wandre fort ins ferne
Land; Noch einmal blickt` ich um ,
bewegt, Und sah, wie sie den Mund
geregt Und wie gewinket ihre Hand. Wohl
rief sie noch ein freundlich Wort Mir

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Trutz euch!

Ihr kriegt mich nicht nieder,
Ohnmächtige Tröpfe!
Ich komme wieder und wieder,
Und meine steigenden Lieder
Wachsen begrabend euch über die Köpfe.
Trinksprüche

Ihr stoßet an, die
Gläser klingen, Ihr lasset leben
manchen Mann; Und morgen schon denkt
keiner dran, Ihm eine Freud ins Herz zu
bringen. Ich hör ein Pereat! euch
brüllen

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Marie und Wilhelm

Im Abendschein am Fenster
saß Allein mit ihrem Harme Marie, das
Antlitz welk und blaß Gesenkt auf ihre
Arme. So saß das Mädchen still und
sann, Sann nach den alten

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Nüchterner Blick

Im Grund begraben wird
hier, dort gefunden Vergangner Pflanzen
steingewordne Spur, Gebein von Tierart,
die vorlängst entschwunden, Die
abgelegten Kleider der Natur. Und wollt
ihr da

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Heloise

Im Klostergarten steht
ein steinern Bild, Ein Kruzifix so
ernst, versöhnungsmild. Oft in der
Nacht, der ungestörten, späten, Geht
Schwester Heloise hin, zu beten. Auch
heute kniet

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Der Polenflüchtling

Im quellenarmen
Wüstenland Arabischer Nomaden Irrt,
ohne Ziel und Vaterland, Auf
windverwehten Pfaden Ein Polenheld und
grollet still, Daß noch sein Herz
nicht brechen will.

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Die Poesie und ihre Störer

Im tiefen Walde ging die
Poesie Die Pfade heilger
Abgeschiedenheit, Da bricht ein lauter
Schwarm herein und schreit Der
Selbstversunknen zu: `Was suchst du
hie? Laß doch die Blumen blü

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Waldestrost

Im Walde schleicht ein
alter Mann, Allein mit seinem Leid, Er
ist so ärmlich angetan Mit einem
Lodenkleid. Er blickt so traurig um
sich her, An seinen Stab
gelehnt;

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Mischka an der Theiss

In dem Lande der
Magyaren, Wo der Bodrog klare
Wellen Mit der Tissa grünen,
klaren, Freudig rauschend sich
gesellen, Wo auf sonnenfrohen
Hängen Die Tokayertraube lacht:

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Einem Dichter

In diesen Herzen wogt die
Liebe, In jenen drüben kocht die
Galle, Dein Feuer brachte sie doch
alle In Wallung; gut, wenn es so
bliebe! Doch gehst entgegen du dem
Leide, Wo al

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Welke Rose

In einem Buche
blätternd, fand Ich eine Rose welk,
zerdrückt, Und weiß auch nicht mehr,
wessen Hand Sie einst für mich
gepflückt. Ach, mehr und mehr im
Abendhauch

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Faust. Die Verschreibung.

In eines Urwalds nie
durchdrungner Nacht Saß Faust auf
einem Stamm, bemoost,
vermodert; Wildhastig gräbt sein
Geist, der Wahrheit fodert, Im
labyrinthischen Gedankenschacht. Das
Au

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Warnung im Traume

In üppig lauter
Residenz Verschwelgt mit reicher
Habe Ein Jüngling seinen
Lebenslenz; Die Eltern ruhn im
Grabe. Die Mutter lag am
Sterbepfühl Mit matten
Herzensschl

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Form

Ist die Form auch
festgeschlossen, Immer noch ists kein
Gedicht, Wenn um den Gedanken
nicht Stetig sich das Wort
gegossen. Werfen noch die Worte
Falten, Kein lebendger

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In der Wüste

Ists nicht eitel und
vergebens, Lieben Freunde, saget
an! Durch den Wüstensand des
Lebens Sich zu wühlen eine
Bahn? Streut auch unser Fuß im
Staube Spuren aus von s

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Der Baum der Erinnerung

Ja, du bist es,
blütenreicher Baum, das ist dein
süßer Hauch! Ich auch bins, nur etwas
bleicher, Etwas trauriger wohl
auch. Hinter deinen
Blütenzweigen Tönte Nach

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Ohne Wunsch

Ja, mich rührt dein
Angesicht Und dein Herz, das
liebevolle, Aber, Mädchen, glaube
nicht, Daß ich dich besitzen
wolle. Kamst mir durch die Seele
wie Ein süßholdes

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Blumengruß

Jener Abend war
entschwunden; Doch mit jedem
Morgenlichte Fand Johannes im
Gefängnis Frische Blumen, süße
Früchte. Sind es Früchte nicht von
Bäumen, Die er sah a

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Der Ring

Jubelnd ist der Tag
erschienen, Schwingt den Goldpokal der
Sonne, Gießt auf Berg und Tal
berauschend Nieder seine
Strahlenwonne. In den Lüften
aufzutauchen Darf kein

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Auf eine goldene Hochzeit

Kennt ihr sie nicht, des
Nordens alte Sage: Von jenem Wunder an
der Grönlandsküste, Vom Lenz, den
rings umstarrt die bleiche Wüste, Des
eisgen Todes niegelöste
Klage? Dur

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Faust. Der Abschied.

Kirchhof. Mondnacht
Faust (am Grabe seiner Mutter) Eh`
das ersehnte Meer Mich grenzenlos
umtrauert, Der Wolken trübes Heer Auf
mich herunterschauert, Und Stü

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Niagara

Klar und wie die Jugend
heiter, Und wie murmelnd süßen
Traum, Zieht der Niagara weiter An des
Urwalds grünem Saum; Zieht dahin im
sanften Flusse, Daß er noch des
W

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Faust. Fausts Tod.

Klippenstrand. Nacht.
Fortwährender Sturm Faust (auf
einem Felsen sitzend) Der starke Görg
hat meiner Nacht Auch keinen Funken
Trost gebracht. Nach dem, was er so
kalt ent

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An einem Grabe

Kühl herbstlicher Abend,
es weht der Wind, Am Grabe der Mutter
weint das Kind, Die Freunde, Verwandten
umdrängen dicht Den Prediger, der so
rührend spricht. Er gedenkt, wie fromm

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An einem Grabe

Kühl herbstlicher Abend,
es weht der Wind, Am Grabe der Mutter
weint das Kind, Die Freunde, Verwandten
umdrängen dicht Den Prediger, der so
rührend spricht. Er gedenkt, wie fromm
die

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Der Unentbehrliche

Könnt ich tausendfach
mich teilen, Schnell mit allen Winden
eilen, Überall zugleich zu
walten, Wo`s die Welt gilt zu
gestalten! Würden nicht durch meine
Kräfte Rasch gedei

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Faust. Der Teufel.

Landstraße,
Mephistopheles (allein, und dem
forteilenden Faust von ferne
nachschreitend) Am Menschen ist`s
ein mir beliebter Zug, Daß, wenn`s
Geschick ihm eine Wunde
schlug, Wenn

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Abmahnung

Laßt ab, laßt ab,
bauwütig rauhe Leute, Und störet mir
die liebe Stelle nimmer, Wo spielend
sich des Städtchens Jugend freute In
seines Glückes flüchtgem
Morgenschimmer.

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Warnung und Wunsch

Lebe nicht so schnell und
stürmisch; Sieh den holden Frühling
prangen, Höre seine Wonnelieder; Ach,
wie bleich sind deine Wangen! Welkt
die Rose, kehrt sie wieder;

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Lebewohl an Eugenie

Lebewohl! ach, jene
Abendstunde Und mein Glück ist schnell
verrauscht, Wie das holde Wort aus
deinem Munde, Dem mein zitternd Herz
gelauscht; Wie der Wellen dunkle
Sprachen,

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Das tote Glück

Leis umtauscht von
Himmelsquellen, Süße Sehnsucht in der
Brust, Saß ich einst die
mondeshellen Nächte da in stiller
Lust. Jene Zeit wird nicht mehr
kommen; Himmels

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Sehnsucht nach Vergessen

Lethe! brich die Fesseln
des Ufers, gieße Aus der Schattenwelt
mir herüber deine Welle, daß den
Wunden der bangen Seel ich  
Trinke Genesung. Frühling kommt mit
Duft

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Sehnsucht nach Vergessen

Lethe! brich die Fesseln
des Ufers, gieße Aus der Schattenwelt
mir herüber deine Welle, daß den
Wunden der bangen Seel ich
Trinke Genesung. Frühling kommt mit
Duft und

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An den Frühling 1838

Lieber Frühling, sage
mir, Denn du bist Prophet, Ob man auf
dem Wege hier Einst zum Heile
geht? Mitten durch den grünen
Hain, Ungestümer Hast, Frißt die
Eis

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Der Postillion

Lieblich war die
Maiennacht, Silberwölklein flogen, Ob
der holden Frühlingspracht Freudig
hingezogen. Schlummernd lagen Wies
und Hain, Jeder Pfad
verlassen; N

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Der Postillion

Lieblich war die
Maiennacht, Silberwölklein flogen, Ob
der holden Frühlingspracht Freudig
hingezogen. Schlummernd lagen Wies` und
Hain, Jeder Pfad
verlassen; Niemand

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Abschied

Lied eines
Auswandernden Sei mir zum letztenmal
gegrüßt, Mein Vaterland, das, feige
dumm, Die Ferse dem Despoten
küßt Und seinem Wink gehorchet
stumm. Wohl

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Abschied

Lied eines
Auswandernden Sei mir zum letztenmal
gegrüßt, Mein Vaterland, das, feige
dumm, Die Ferse dem Despoten küßt Und
seinem Wink gehorchet stumm. Wohl
schlie

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Stumme Liebe

Ließe doch ein hold
Geschick Mich in deinen
Zaubernähen, Mich in deinem
Wonneblick Still verglühen und
vergehen, Wie das fromme
Lampenlicht Sterbend glüht in
stumm

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Die Wurmlinger Kapelle

Luftig, wie ein leichter
Kahn, Auf des Hügels grüner
Welle Schwebt sie lächelnd
himmelan, Dort die friedliche
Kapelle. Einst bei
Sonnenuntergang Schritt ich durch
d

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Der Unhold

Lächelnd lehnt er am
Weidenstumpen, Zwerghaft, bucklig,
uralt, in Lumpen. Seine abendbesonnte
Herde Freut sich brüllend der üppigen
Erde. Schauen sonst Tiere mit dunklem
Leid

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Faust. Der Traum.

Matrosen singen hell ihr
Abendlied, Das kaum noch von der
Sängerlippe schied, Schon ohne
Widerhall im Meere schwindet, Wo
Menschenstimme keinen Anklang
findet; Im Meer, das fremd un

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Der offene Schrank

Mein liebes Mütterlein
war verreist, Und kehrte nicht heim,
und lag in der Grube: Da war ich allein
und recht verwaist, Und traurig trat
ich in ihre Stube. Ihr Schrank
stand

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Mein Türkenkopf

Mein Pfeifchen traut, mir
ist dein Rauch, Voll duftender
Narkose, Noch lieber als der süße
Hauch Der aufgeblühten Rose. Und
hält die Rose Streit mit dir, Von
beide

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Mein Türkenkopf

Mein Pfeifchen traut, mir
ist dein Rauch, Voll duftender
Narkose, Noch lieber als der süße
Hauch Der aufgeblühten Rose. Und hält
die Rose Streit mit dir, Von beiden
sch

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Zeiger

Meiner Schwester liebe
Sprossen, Ha, wie seid ihr
aufgeschossen, Seit ich über Berg und
Tal Von euch schied das letzte Mal! Da
ihr wachset und euch
dehnet, Sonnenzeiger unsre

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Das Waldgespräch

Mephistopheles Hörst
du im Wald des Herbstes
Räuberpfiff, Mein Freund, und hörst
du rauschen seinen Griff? O schade,
daß der Lenz nicht hundertmal Mehr
grünes Laub getri

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Faust. Das Waldgespräch.

Mephistopheles Hörst du
im Wald des Herbstes Räuberpfiff, Mein
Freund, und hörst du rauschen seinen
Griff? O schade, daß der Lenz nicht
hundertmal Mehr grünes Laub getrieben
hat

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Die Gewitternacht

Mit dem Grafen
Konopacki, Seinem Freunde
treubewähret, Spricht Johannes
angelegen, Als der Abend
wiederkehret. Eben hat der Graf des
Trostes Mildberedtes Wort
geendet

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Auf eine holländische Landschaft

Müde schleichen hier die
Bäche, Nicht ein Lüftchen hörst du
wallen, Die entfärbten Blätter
fallen Still zu Grund, vor
Alterschwäche. Krähen, kaum die
Schwingen regend

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Das Blockhaus

Müdgeritten auf langer
Tagesreise Durch die hohen Wälder der
Republik, Führte zu einem Gastwirt
mein Geschick; Der empfing mich kalt,
auf freundliche Weise, Sprach gelassen,
mit u

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Herbstgefühl

Mürrisch braust der
Eichenwald, Aller Himmel ist
umzogen, Und dem Wandrer, rauh und
kalt, Kommt der Herbstwind
nachgeflogen. Wie der Wind zu
Herbsteszeit Mordend hins

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Herbstgefühl

Mürrisch braust der
Eichenwald, Aller Himmel ist
umzogen, Und dem Wandrer, rauh und
kalt, Kommt der Herbstwind
nachgeflogen. Wie der Wind zu
Herbsteszeit Mordend hinsaust i

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Die drei Indianer

Mächtig zürnt der
Himmel im Gewitter, Schmettert manche
Rieseneich in Splitter, Übertönt des
Niagara Stimme, Und mit seiner Blitze
Flammenruten Peitscht er schneller die
beschäu

... weiterlesen


Die drei Indianer

Mächtig zürnt der
Himmel im Gewitter, Schmettert manche
Rieseneich in Splitter, Übertönt des
Niagara Stimme, Und mit seiner Blitze
Flammenruten Peitscht er schneller die
beschäumten

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Sommerfäden

Mädchen, sieh, am
Wiesenhange, Wo wir oft gewandelt
sind, Sommerfäden, leichte,
lange, Gaukeln hin im
Abendwind. Deine Worte, laut und
munter Flattern in die kühle

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Kompetenz

Männer, welche eine Höh
erklommen, Sind als Richter wert uns
und willkommen; Ist es nicht die Höhe
des Gesanges, Seis die Höhe doch des
Forscherganges. Solchen steht es an,
ein W

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An eine Witwe

Nach einem heftigen
Gewitter Wandl ich allein im tiefen
Haine Und blicke durch das nasse
Gitter Der Blätter auf zum
Sternenscheine. Die sturmesmüden
Bäume schweigen;

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Der Raubschütz

Nach einer Sage Der
alte Müller Jakob sitzt Allein beim
Glase Wein. Schwarzmitternacht, nur
manchmal blitzt Ein Wetterstrahl
herein. Das Mühlrad saust, es braust
der

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Der traurige Mönch

Nach einer Sage In
Schweden steht ein grauer
Turm, Herbergend Eulen, Aare; Gespielt
mit Regen, Blitz und Sturm Hat er
neunhundert Jahre; Was je von Menschen
hauste drin,

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Anna

Nach einer schwedischen
Sage 1 Anna steht in sich
versunken, Blicket in den See
hinein, Weidet, eigner Schönheit
trunken, Sich an ihrem
Widerschein.

... weiterlesen


Anna

Nach einer schwedischen
Sage 1 Anna steht in sich
versunken, Blicket in den See
hinein, Weidet, eigner Schönheit
trunken, Sich an ihrem Widerschein. Sie
beginn

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Die Botschaft

Nach Saint-Germain zum
Verkaufe Trägt ein Häuflein
Bauersleute, Was der Herbst mit vollen
Händen Ihm auf Flur und Garten
streute. Neben schwer beladnem
Wagen Läßt

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Unberufen

Nicht ein jeder wagt zu
richten Meister, so in Farben
dichten, Noch des Meisters Flug in
Tönen Schnell zu tadeln, flink zu
krönen; Denn mit Farben und
Gestalten Weiß der La

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Der Kranke im Garten

Noch eine Nachtigall, so
spät? Schon sind die Blüten längst
verweht, Der Sommer reift die Felder
schon, Und noch ein Frühlingston?
O Lenz, ward es dir
offenbar, D

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An einen Dichter

Nur wer sich mit eignen
Kräften Durch das Dickicht einen Pfad
schafft, Kann den Kranz sich dauernd
heften; Kunst ist keine
Kameradschaft. Düngst du deinen Ruhm
in Scherben

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Traum

Nächtlich hatt ich einen
Traum, Liebe Mutter, einen guten, Ob
wir unter einem Baum, Wanderungsmüde,
beide ruhten. In den Schoß zu
süßer Ruh Legt ich dir mein
Haup

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Frage

O Menschenherz, was ist dein Glück?
Ein rätselhaft geborner,
Und, kaum gegrüßt, verlorner,
Unwiederholter Augenblick!
Der Salzburger Kirchhof

O schöner Ort, den Toten
auserkoren Zur Ruhestätte für die
müden Glieder! Hier singt der
Frühling Auferstehungslieder, Vom
treuen Sonnenblick
zurückbeschworen. Wenn all

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Meine Furcht

O stürzt, ihr
Wolkenbrüche, Zum Abgrund nur
hinab! O reißt, ihr
Sturmesflüche, Die Wälder in ihr
Grab! O flammt, ihr Blitzesgluten, O
rase, Donnerklang! Ihr könnt

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O wärst du mein!

O wärst du mein, es
wär’ ein schönres Leben; so aber
ist’s Entsagen nur und Trauern, nur
ein verlornes Grollen und Bedauern. Ich
kann es meinem Schicksal nicht
vergeben.

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Der Indifferentist

Ob du, ein Sokrates, den
Schierlingsbecher Aufs Wohl des
Vaterlandes lächelnd trinkst; Ob du,
ein schnöder, teuflischer
Verbrecher, Vom Henkerbeil getroffen,
fluchend sinkst;

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Aus!

Ob jeder Freude seh ich
schweben Den Geier bald, der sie
bedroht; Was ich geliebt, gesucht im
Leben, Es ist verloren oder
tot. Fort riß der Tod in seinem
Grimme Von

... weiterlesen


Aus!

Ob jeder Freude seh ich
schweben Den Geier bald, der sie
bedroht; Was ich geliebt, gesucht im
Leben, Es ist verloren oder tot. Fort
riß der Tod in seinem Grimme Von meinem

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Herbst

Rings ein Verstummen, ein
Entfärben: Wie sanft den Wald die
Lüfte streicheln, Sein welkes Laub ihm
abzuschmeicheln; Ich liebe dieses milde
Sterben. Von hinnen geht die
stil

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Herbst

Rings ein Verstummen, ein
Entfärben: Wie sanft den Wald die
Lüfte streicheln, Sein welkes Laub ihm
abzuschmeicheln; Ich liebe dieses milde
Sterben. Von hinnen geht die stille
Re

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Die Werbung

Rings im Kreise lauscht
die Menge Bärtiger Magyaren froh; Aus
dem Kreise rauschen Klänge: Was
ergreifen die mich so?
– Tiefgebräunt vom
Sonnenbrande, Rotgeglüht von
Wein

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Robert und der Invalide

Robert Siehst unser
Hüttlein du im Abend schimmern? – Es
lacht hinaus ins öde Heideland, Als
wohnt’ in ihm das Glück, das uns
entschwand, Und nicht ein finstres Paar
v

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Rezept

Rp. Von diesem
romantischen Unsinn alle Stund 2
Eßlöffel voll Gleichwie des
Frühlings Sonnenblick Den Busen der
Natur durchglüht, Dem neues Leben nun
entblüht, So traf a

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Einem Freunde ins Stammbuch

Rüstig wandelst du fort
die Alpenpfade der Edlen, Wo die
reinere Luft Busen und Stirne dir
kühlt; Pflückest vom Feisengeklipp,
vom schmalen Rande des
Abgrunds Duftende Blumen und
schling

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Faust. Das Lied.

Saal im königlichen
Palaste Der König, die Königin und
die Großen des Reiches sitzen an der
Hochzeitstafel. Allgemeines Vivatrufen
und Anklingen mit den Pokalen Der
Ministerg

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Blick in den Strom

Sahst du ein Glück
vorübergehn, Das nie sich
wiederfindet, Ists gut in einen Strom
zu sehn, Wo alles wogt und
schwindet. O! starre nur hinein,
hinein, Du wirst es le

... weiterlesen


Blick in den Strom

Sahst du ein Glück
vorübergehn, Das nie sich
wiederfindet, Ists gut in einen Strom zu
sehn, Wo alles wogt und schwindet. O!
starre nur hinein, hinein, Du wirst es
leichter

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Schade!

Schade, daß des Kreuzes
Zeichen, Das auf Golgatha
gestanden Zur Erlösung aus den
Banden, Nun dem Zensor dient zum
Streichen! Das Symbol ward uns
verkehrt, Höhnend s

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Der Selbstmord

Scheitert unsre Brust an
Klippen, Hingeschellt von
Sturmeswut; Trinkt mit aufgerißnen
Lippen Unsre Wunde
Schmerzensflut; Schöpft das Herz
dann hastig bange Aus der B

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Faust. Görg.

Schenke am Meeresstrand
Faust, Mephistopheles, Görg,
Michel, Kurt, Hans und andere Matrosen,
Dirnen, Spielleute u.a. Kurt Das
Schiff ist hin, doch nur mit
Maus, De

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Mein Herz

Schlaflose Nacht, der
Regen rauscht, Sehr wach ist mir das
Herz und lauscht Zurück bald nach
vergangnen Zeiten, Bald horcht es, wie
die künftgen schreiten. O Herz, dein
Lau

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Schlaflose Nacht

Schlaflose Nacht, du bist
allein die Zeit Der ungestörten
Einsamkeit! Denn seine Herde treibt der
laute Tag In unsern grünenden
Gedankenhag, Die schönsten Blüten
werden abgefress

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Der selige Abend

Schnell versammelt um die
Felsen Haben Wolken sich und Winde, Um
den neuen Gast zu grüßen, Seines
Kummers Spielgesinde. Ausgeloschen
ist das Mondlicht Und der Sterne

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Zu spät!

Schon hat der Lenz
verblüht und ausgesungen; Die holden
Träume, seligen Gefühle Erstarben in
der bangen Sommerschwüle, Mit der das
Tatenleben angedrungen. »Das Roß
gesp

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Mit einem Edelmardermuff

Schöne Frau! die ich
verehre, Wenn ich ein Naturgeist
wäre, Würd ich heut zur
Weihnachtsspende Für die
vielgelobten Kunst- und
fleißerprobten Blumenschöpferischen
Hände

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Die Sennin

Schöne Sennin, noch
einmal Singe deinen Ruf ins Tal, Daß
die frohe Felsensprache Deinem hellen
Ruf erwache. Horch, o Mädchen, wie
dein Sang In die Brust den Bergen

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Bestattung

Schöner Jüngling, bist
als Held gefallen; Sieg und Ruhm in
deiner letzten Stunde Fächeln dir die
heiße Todeswunde, Draus die Seele muß
von hinnen wallen. An den
Schulter

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Auf einen Professor Philosophiae

Seht ihr den Mann mit
stäubender Perücke? Wie sprudelt ihm
die hochgelahrte Kehle! Seht, an der
morschen Syllogismenkrücke Hinkt Gott
in seine Welt; die Menschenseele Ist
ewig, de

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Abendheimkehr

Sein Bündel Holz am
Rücken bringt Der Arme
heimgetragen; Der frohe Knecht die
Geißel schwingt Am erntevollen
Wagen. Die milchbeladne Herde
wiegt Sich in die trauten

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Der fromme Pilger

Selig wandelt dort ein
Ritter Durch Jerusalems
Gefilde; Weinend trat er auf den
Boden, Wo einst wallte Jesus
Christus, Und die Lippen senkt er
küssend Auf den Grund, der Ihn

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Erinnerung

Selige Stunde! Da mir
meine Bertha Mächtig ergriffen von der
Liebe Sehnen An den bewegten, ihr
allein geweihten Busen
gesunken. Nächtliche Stille lag auf
Flur und Hain, es

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Der Schmerz

Sie ließ sich
überraschen Von diesem
Trauerwort, Und ihre Tränen
waschen Die rote Schminke fort. Das
Leben täuscht uns lange, Du zeigst der
Schminke bar Des

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Kommen und Scheiden

So oft sie kam, erschien
mir die Gestalt So lieblich, wie das
erste Grün im Wald. Und was sie
sprach, drang mir zum Herzen ein Süß,
wie des Frühlings erstes Lied im
Hain.

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Der kriegslustige Waffenschmied

Spritze Funken,
Säbelklinge, Werde meinen
Hammerschlägen Hart, geschmeidig,
scharf, du Degen, Daß dich froh der
Reiter schwinge! Schwert, wie dir
mein Hammerschwingen

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An die medisierenden Damen

Sproßt ihr wie des
Frühlings junge Triebe, Ahmt die Wange
seiner Rosen Glut, Soll das Herz auch
ahmen seine Liebe, Wie das Herz des
Frühlings – mild und gut. Medisiert
das Blü

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Das Posthorn

Still ist schon das ganze
Dorf, Alles schlafen gangen, Auch die
Vöglein im Gezweig, Die so lieblich
sangen. Dort in seiner
Einsamkeit Kommt der Mond nun
wieder,

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Meeresstille

Stille! – Jedes
Lüftchen schweiget, Jede Welle sank in
Ruh, Und die matte Sonne neiget Sich
dem Untergange zu. Ob die Wolke ihn
belüde Allzutrübe,
allzuschwer,

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Stimme des Windes Stimme des Regens Stimme der Glo

Stimme des Windes In
Schlummer ist der dunkle Wald
gesunken, Zu träge ist die Luft, ein
Blatt zu neigen, Den Blütenduft zu
tragen, und es schweigen Im Laub die
Vögel und i

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König und Dichter

Stolz flammt ein König
dort auf erhabnem Thron, Befehl den
Völkern winkt in die Fernen er, Denn
scheu vor ihm zurück stets
weiter Weichen die Grenzen des Reichs,
und weiter.

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Zweierlei Vögel

Strichvogel
Reflexion, Zugvogel Poesie, Singt
jeder andern Ton Und andre
Melodie. Strichvogel hüpft und
pfeift Und pickt von Ast zu Ast, Und
höchstens einmal

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Sturmesmythe

Stumm und regungslos in
sich verschlossen Ruht die tiefe See
dahingegossen, Sendet ihren Gruß dem
Strande nicht; Ihre Wellenpulse sind
versunken, Ungespüret glühn die
Abendfunken,

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Das Ideal

Tief in des Waldes
heiligen Schatten saß Ich, und der
Stimme, welche zu edleren Gedanken
lädt im Laubgesäusel, Horchte die
Seele mit leisrem Ohre. Und es
ergriff mich schn

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Der nächtliche Gang

Tiefe Nacht; – der
stille Vollmond Hebt sich jenseits von
den Auen, Und die Wellen der
Durance Sind ein Silberstrom zu
schauen. Flüchtig eilen sie
vorüber An den m

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Faust. Der Abendgang.

Tiefschweigend ruhn die
Alpenwiesenhänge, Die Blume schließt
den Tau in ihren Schoß, Und freut sich
still an ihrem Frühlingslos; Die
Vögel sinnen schweigend auf
Gesänge. Fern u

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Beethovens Büste

Traurig kehrt ich eines
Abends In mein einsam düstres
Zimmer, Überraschend drin
entgegen Blinkte mir ein
Freudenschimmer. Mit dem sichern
Blick der Liebe Hatt ein Fr

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Herbstentschluß

Trübe Wolken,
Herbstesluft, Einsam wandl ich meine
Straßen, Welkes Laub, kein Vogel ruft
– Ach, wie stille! wie
verlassen! Todeskühl der Winter
naht; Wo sind, Wä

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Herbstentschluß

Trübe Wolken,
Herbstesluft, Einsam wandl` ich meine
Straßen, Welkes Laub, kein Vogel ruft
- Ach, wie stille! wie
verlassen! Todeskühl der Winter
naht; Wo sind, Wälder, e

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Die Tränen

Tränen, euch, ihr
trauten, lieben, Bring ich diesen
Dankgesang! Seid ja auch nicht
ausgeblieben, Wenn mein Herz im Liede
klang; Schlichet die bekannten
Gleise Still h

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An einen Tyrannen

Tyrann! des Blutes,
welches in Schlachten du Vergossen
kalt, das rauschte vom Henkerbeil, Das,
deinen Qualen zu entrinnen, Strömte
dein Sklave mit eigner Hand hin: Des
Blute

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Mein Stern

Um meine wunde Brust
geschlagen Den Mantel der
Melancholei, Flog ich, vom Lebenssturm
getragen, An dir, du Herrliche,
vorbei. Vom Himmel deiner Augen
stiegen Wie Engel

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An die Ersehnte

Umsonst! du bist auf
immer mir verloren! Laut rufend in den
dunkeln Wald des Lebens, Hat ohne Rast
die Sehnsucht dich beschworen; Ihr Ruf
durchklang die Einsamkeit
vergebens.

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Scheu

Unglück hat sein Herz
gespalten, Laßt den stillen Mann
allein; Wie sich nicht genaht die
Alten Einem blitzgetroffnen
Hain. Stört mit Worten nicht des
Streitrs, Nic

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An einen Langweiligen

Unnahbar sind die
Mächte, unbezwingbar, Die dir getreu,
gleich Sklaven, schwerbejochten, An
deine Ferse, deinen Wink geflochten,
Zu mächtig schier, als daß sie mir
besingbar. Mei

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Begräbnis einer alten Bettlerin

Vier Männer dort, in
schwarzem Kleid, Die tragen auf der
Bahre, Lastträger, ohne Lust und
Leid, Des Todes kalte Ware. Sie
eilen mit dem toten Leib Hinaus zum Ort
der

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Vergänglichkeit

Vom Berge schaut hinaus
ins tiefe Schweigen Der mondbeseelten
schönen Sommernacht Die Burgruine; und
in Tannenzweigen Hinseufzt ein
Lüftchen, das allein bewacht Die
trümmervolle E

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Vision

Vom Himmel strahlt der
Mond so klar, Greif aus, o Rappe,
greif! Im Winde fliegt des Reiters
Haar, Des Rosses Mahn und Schweif.
Auf seinem Hut der Reiter
trägt Gemsba

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Mischka an der Marosch

Von der Theiß, der
klaren, fischereichen, Ist der Geiger
Mischka hingezogen, Wo der Marosch
barsche Wogen Brausend durch
beschäumte Klippen streichen. Der
Zigeuner wandert,

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Winternacht

Vor Kälte ist die Luft
erstarrt, Es kracht der Schnee von
meinen Tritten, Es dampft mein Hauch, er
klirrt mein Bart: Nur fort, nur immer
fortgeschritten! Wie feierlich die
Gegend

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Frühlings Tod

Warum, o Lüfte,
flüstert ihr so bang? Durch alle Haine
weht die Trauerkunde, Und störrisch
klagt der trüben Welle Gang: Das ist
des holden Frühlings
Todesstunde! Der Him

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Irrtum

Was Ihr Bild nennt
unverständig, Ist nur Gleichnis, kalt
und hohl, Wo der Geist nicht ein
Symbol Mit der Sprache zeugt
lebendig. Und das Ringlein
Salomonis, Das die D

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Einem Knaben

Was trauerst du, mein
schöner Junge? Du Armer, sprich, was
weinst du so? Daß treulos dir im
raschen Schwünge Dein liebes Vögelein
entfloh? Du blickest bald in deiner
Trau

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Der Gefangene

Was trug er auch sein
Haupt so frei, so stolz! Wollt edler
sich als seine Treiber fühlen! `Der
Hirsch` von Schleifer. Der Frühling
ist zu Berg und Tal
gekommen, Sei

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Bitte

Weil auf mir, du dunkles
Auge, Übe deine ganze Macht, Ernste,
milde, träumerische, Unergründlich
süße Nacht! Nimm mit deinem
Zauberdunkel Diese Welt von hinnen
mi

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Einem kritischen Nachtarbeiter

Weil ein Wort der
Diätetik Besser noch mir mag
gelingen, Als ein Wort dir der
Ästhetik, Will ich einen Rat dir
bringen. Hast du auf des Tages
Bahnen Müd gelaufen de

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Bitte

Weil` auf mir, du dunkles
Auge, Uebe deine ganze Macht, Ernste,
milde, träumerische, Unergründlich
süße Nacht! Nimm mit deinem
Zauberdunkel Diese Welt von hinnen
mir,

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Cisteron

Welche Freude fühlt der
Wandrer, Zieht er so im
Frühlingsstrahle Durch die schönen,
liedervollen, Wonnigen
Provencertale! Heißer glüht der
Kuß der Sonne Auf den

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Glückwunsch

welchen Nickolaus
Nimbsch seiner Schätzbarsten Mutter zu
dem Neuen Jahre Gewidmet hat Anno
1814. Itzt näherte sich uns das neue
Jahr, In welchen ich meinen Dank bring
dar,

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An einen Tadler

Wenn gegen falschen
Schmerz du dich ereiferst Und
Tränenkünstelei, so hast du
recht; Doch hast du was von einem
Henkersknecht, Wenn du mit Spott den
wahren Schmerz begeiferst.

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Protest

Wenn ich verachte
heimliches Verschwören, Und wenn ich
hasse Meuchelmörderhand, Wenn in des
Volkserretters Ruhmgewand Verhüllte
Schufte meinen Groll empören, Reih
ich das

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Protest

Wenn ich verachte
heimliches Verschwören, Und wenn ich
hasse Meuchelmörderhand, Wenn in des
Volkserretters Ruhmgewand Verhüllte
Schufte meinen Groll empören, Reih ich
das Kön

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Zweifelnder Wunsch

Wenn Worte dir vom
Rosenmunde wehen, Bist du so schön!
– gesenkten Angesichts Und still,
bist du so schön! – was soll ich
flehen: O rede mir!? o sage
nichts!? Drum laß

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An den Tod

Wenns mir einst im Herzen
modert, Wenn der Dichtkunst kühne
Flammen Und der Liebe Brand
verlodert, Tod, dann brich den Leib
zusammen! Brich ihn schnell, nicht
langsam wühle

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Musa teleologica

Wie das Ding die Flügel
tummelt Und im Wind gewaltig
rummelt, Obs zu Himmel wollte
fliegen Und im Flug den Aar
besiegen. Und die träge
Rinderherde, Schauend solche F

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Schiller

Wie das Schlachtroß
proprio Marte Plötzlich tanzt und
feurig springt, Wenn ihm die Trompete
klingt, Und davoneilt zur
Standarte; Wie sichs stellt in Reih
und Glied U

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An ein schönes Mädchen

Wie die Ros in deinem
Haare, Mädchen, bist du bald
verblüht; Schönes Mädchen, o
bewahre Vor dem Welken dein
Gemüt! Mädchen, wenn dein Herbst
gekommen Und das gan

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Wandel der Sehnsucht

Wie doch dünkte mir die
Fahrt so lang, O wie sehnt ich mich
zurück so bang Aus der weiten, fremden
Meereswüste Nach der lieben, fernen
Heimatküste. Endlich winkte das
ers

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An mein Vaterland

Wie fern, wie fern, o
Vaterland, Bist du mir nun
zurück! Dein liebes Angesicht
verschwand Mir, wie mein
Jugendglück! Ich steh allein und
denk an dich, Ich schau ins

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Frage nicht

Wie sehr ich dein, soll
ich dir sagen? Ich weiß es nicht und
will nicht fragen; Mein Herz behalte
seine Kunde, Wie tief es dein im
Grunde. O still! ich möchte sonst
erschrecken,

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Faust. Maria.

Wie Silberglocken am
Marienfeste Versenden ihren reinen,
hellen Klang, Durch Stadt und Flur und
stillen Waldeshang Weithin geführt vom
sanftbewegten Weste: So drang der Ruf
zur Fern

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Am Bette eines Kindes

Wiege sie sanft, o
Schlaf, die holde Kleine. Durch die
zarte Verhüllung deines
Schleiers Lächelt sie: so lächelt die
Rose still durch  
Abendgedüfte. Wiege sie sanft

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Faust. Das arme Pfäfflein.

Wie`s Völklein in der
Stube Die tollsten Tänze springt, Und
in die Luft der Bube Zuhöchst die
Dirne schwingt, Verstummt die Geig`,
verschwunden Der fremde
Weidgesell,

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Einsamkeit

Wild verwachsne dunkle
Fichten, Leise klagt die Quelle
fort; Herz, das ist der rechte Ort Für
dein schmerzliches Verzichten! Grauer
Vogel in den Zweigen! Einsam deine
Klage

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Guter Rat

Willst du richten Unser
Dichten, Obs geflattert Und
geschnattert, Obs geschwungen Und
gesungen, Birg doch
klüglich Unverzüglich Deinen
Ungeschmack,

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Studentenreise

Wir hatten im Sacke nur
wenig Geld, Doch lachend wogte das
goldene Feld In lustigen
Sommerwinden, Das übrige würde sich
finden. Die Rößlein schlichen den
lahmsten Trab,

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Am Rhein

Wir reisten zusammen mit
andern Zu Schiff hinunter den
Rhein, Es war ein seliges
Wandern; Doch waren wir selten
allein. Sie traten heran, zu
lauschen, Du ließest nur

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Reiterlied

Wir streifen durchs Leben
im schnellen Zug, Ohne Rast wie die
stürmische Welle; Wir haschen die
Frucht im Vorüberflug Und schlummern
nicht ein an der Quelle; Wir pflücken
die Rose

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Der Maskenball

Wirres
Durcheinanderwallen In den lichten
Säulenhallen. Der Trommeten hell
Gedröhne Und der Geigen tolle
Lieder Stürzen vom Gerüste
nieder Als ein Wildbach froher
Töne;

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Leichte Trübung

Woher dies plötzliche
Verstummen? Und diese Wolken
kummerschwer, Die mir dein Angesicht
vermummen, Das erst so froh gestrahlt,
woher? `Siehst du den blauen Berg
dort ragen,

... weiterlesen


Leichte Trübung

Woher dies plötzliche
Verstummen? Und diese Wolken
kummerschwer, Die mir dein Angesicht
vermummen, Das erst so froh gestrahlt,
woher? `Siehst du den blauen Berg dort
ragen,

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An die Wolke

Zieh nicht so schnell
vorüber An dieser stillen Heide, Zieh
nicht so scheu vorüber An meinem
tiefen Leide, Du Wolke in der
Höh, Steh still bei meinem Weh! O

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Die Heimkehr

Zu Paris am
Königsschlosse, Das der Prinz nunmehr
bezogen, Harrt der Wagen lange
Reihe, Drängen sich des Volkes
Wogen. Auf der kunstgeschmückten
Treppe Stehn die k

... weiterlesen


Die nächtliche Fahrt

Zu öd und traurig selbst
den Heidewinden Sind diese winterlichen
Einsamkeiten, Nur Schnee und Schnee
ringsaus in alle Weiten, Nur stiller,
keuscher, kalter Tod zu
finden. Hi

... weiterlesen


In der Schenke

Zum Jahrestag der
unglücklichen Polenrevolution Unsre
Gläser klingen hell, Freudig singen
unsre Lieder; Draußen schlägt der
Nachtgesell Sturm sein brausendes
Gefieder,

... weiterlesen


Die Zweifler

Zwei Freunde traten
schweigend ein In einem blütenvollen
Hain. Die Sonne ließ den Strahl im
Neigen Erzittern auf den
Erlenzweigen, Und Leben, Lieben
überall Schien schwelle

... weiterlesen


Doppelheimweh

Zwiefaches Heimweh hält
das Herz befangen, Wenn wir am Rand des
steilen Abgrunds stehn Und in die
Grabesnacht hinuntersehn, Mit trüben
Augen, todeshohlen Wangen. Das
Erdenh

... weiterlesen


Doppelheimweh

Zwiefaches Heimweh hält
das Herz befangen, Wenn wir am Rand des
steilen Abgrunds stehn Und in die
Grabesnacht hinuntersehn, Mit trüben
Augen, todeshohlen Wangen. Das
Erdenheimwe

... weiterlesen


Trias Harmonica

[Drei Seelen hab ich
offenbar, Denn eine kann drei Dinge
nicht Zugleich vollbringen, wie
sogar Der weise Psychologe
spricht. Die eine hängt voll
Liebesglut An schön

... weiterlesen


Gutenberg

`Schon weht es kühler
auf Erden; Es möchte Abend werden, Es
möchte werden Nacht, Bevor durchrungen
die Schlacht, Der Menschheit altes
Gefecht Um Freiheit, Licht und
Recht.

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Eitel nichts!

’s ist eitel nichts,
wohin mein Aug ich hefte! Das Leben ist
ein vielbesagtes Wandern, Ein wüstes
Jagen ists von dem zum andern, Und
unterwegs verlieren wir die
Kräfte. Ja, könn

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Der alte Marko

»Klara, lebst du?« ruft
Johannes Bang mit lautem
Herzenspochen; Klara liegt am
Kerkerlager, Eine Lilie
sturmgebrochen. Stumm, mit
trostberaubter Miene, Steht des

... weiterlesen


Einst und jetzt

»Möchte wieder in die
Gegend, Wo ich einst so selig war, Wo
ich lebte, wo ich träumte Meiner
Jugend schönstes Jahr!« Also sehnt
ich in der Ferne Nach der Heimat
m

... weiterlesen

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