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Gedichte - Otto Erich Hartleben


Jessica - 6. Aus einem Briefe

... und das üppige Haar und mehr denn
alles deine nächtigen Augen, die
saugenden Sterne ... Wahrlich
Jessica, ich bin noch nie so kindisch
stolz gewesen, als da ich dir, du
wunderv
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Lili - I.

1 ... Als ich dann wieder in die
Heimath kam – im Frühling wars, die
Hyacinthen blühten – da war sie tot,
von fremden, kalten
Menschen hinausgetragen in ein kahles
Grab. –
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Cirruswolken – I.

1 Am Sommerabend, im trocknenden
Heu, an des Berges duftigem
Wiesenhang liegt still ein Kind und
schaut hinauf mit märchenträumenden
Augen: Weiche Wolkenflöckchen,
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Das Confirmationskleid – I.

1 In Nordberlin, im Hinterhaus, vier
Treppen, wohnt ein Student. Er war
nicht reich; doch arm, blutarm war
seine Wirthin, eine Wittwe. Die sass in
ihrem düsteren Hinterstübchen,
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Sappho

1 Ja, es gleicht den Göttern der Mann,
der flüsternd nah dir sitzt in
heimlicher Sommerlaube. Näher rückt
er – inniger fleht er – und du
– lächelst verlangend!
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Lore - I.

1 Stahlblauer Aether trage meine
Schwingen, goldrothe Sonn hast meine
Kraft erregt! Nun will ich laut und
immer lauter singen das Lied, das mir
der Dank ins Herz gelegt! Ein f
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Revolverle - I.

1 Von keiner Noth besiegt und keiner
Liebe, hab ich genossen früh und stets
genossen. Die Eltern starben mir, und
kalt verschlossen fröhnt ich als Kind
schon eigensüchtgem Triebe.
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Das Confirmationskleid – II.

2 Am Ostermontag früh – es war bald
drei – kam der Student, der heut im
Kreis der Freunde das Fest beim
Gläserklang gefeiert hatte, vergnügt
und aufgeräumt nach Hause.
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Cirruswolken – II.

2 Durch der Weltstadt schwelenden Athem
braust vorwärts mit ehernen Schlägen
der Zug. Da lehnt ein Mann am Fenster
und starrt hoch über die Stadt in die
Ferne: Düs
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Lili - II.

2 Kein Tag des Leides noch der Freude
flieht, dass ich nicht deiner, der
verlornen, dächte. Kein Bild, das vor
die frohen Sinne zieht und nicht dein
zartes Bild zurück mir brächte
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Revolverle - II.

2 Sei still, mein Kind, ich schiesse
mich nicht tot, ich schlafe lieber
diese Nacht bei dir. Ich scherzte nur,
mein Mund ist frisch und roth: Geh,
bring mir lieber noch ein Krügel B
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Lili - III.

3 Im leichten Wirbel meiner
Jugendtage schweigt, was ich Schweres
still im Busen trage: die unverwehte,
leise Totenklage. Mein Auge weinte,
meine Lippen flehten: im Tr
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Morgenklagen

Ach! Der grösste meiner Herrn
Collegen, Goethe schon hat dieses Leid
empfunden – O du loses, leidigliebes
Mädchen! Durch zwei Treppen waren
wir geschieden, kurze Treppen,
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Als Knabe hab ich dich geliebt

Als Knabe hab ich dich geliebt und du,
ein süsses Kind, auch mich: wenn es
auf Erden Reines giebt, traf da die
Gnade mich und dich. Da schon ich
heisse Lieder sang, i
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Alte Zeiten sah der Erde Antlitz

Alte Zeiten sah der Erde
Antlitz. Ungezählt durchmass des
steten Tages Glanzesbahn das rollende
Rad der Sonne – dennoch
ewig scheint uns jung und frisch der
Frühlingsmorg
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Rosenmontag

Am Rosenmontag liegen zwei, die kalten
Hände noch verschlungen – das Leben
strömte rauh vorbei, die beiden
haben`s nicht bezwungen. Als
überwunden grüssen sie de
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Rosenmontag

Am Rosenmontag liegen zwei, die kalten
Hände noch verschlungen - das Leben
strömte rauh vorbei, die beiden haben`s
nicht bezwungen. Als überwunden
grüssen sie den Sieger
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Anstimmen wollt ich ehmals ehernen Rufes Ton

Anstimmen wollt ich ehmals ehernen Rufes
Ton, singen das hohe Lied des Hasses
meiner Zeit. Doch wem der Blitz, das
Rollen des Donners nicht wohnt in der
seelengebietenden Rechten,
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Pierrot marié - 5. Hochzeitsreise

Auf den treulos rollenden Rädern, nach
des Südens sonniger Heimath fährt
Pierrot mit pochendem Herzen – ihm
zur Seite Colombinchen. Bange Sorge
presst das Herz ihm:
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Ein Sonnenuntergang

Auf einem breiten Wege schritt ich
hin, der grad und lang vor mir hinaus
sich dehnte, zur Stadt hinaus, durch
niedre, letzte Hütten. Ich sah der
Sonne, wie sie sank, ins Auge:
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Auf einem weissen Thierfell kugeln sich

Auf einem weissen Thierfell kugeln
sich ein nacktes Kind und ein defecter
Globus. Bedächtig setzt die
blondgelockte Kleine sich oben auf des
Nordpols eisige Spitze und dann –
Hall
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Morgen

Auf seinem Arme schlief ihm das Weib,
doch seine Liebe erweckte die Sonne –
da sie die Augen aufschlug,
lachte ein Strahl
über die beiden her.
Morgen

Auf seinem Arme schlief ihm das Weib,
doch seine Liebe erweckte die Sonne –
da sie die Augen aufschlug,
lachte ein Strahl
über die beiden her.

Gesang des Lebens

Aus dem Diogenes Gross ist das Leben
und reich! Ewige Götter schenkten es
uns, lächelnder Güte voll, uns den
Sterblichen, Freudegeschaffenen. Aber
arm ist d
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Das Thor

Aus schwarzem Marmor fügten sie
vornacht das Thor und eines seltnen
Stolzes Inschrift gruben sie auf seine
Stirn. Es drängten die Jahrhunderte an
diesen Pfosten sich vorbei, das Haus
zerf
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Das Thor

Aus schwarzem Marmor fügten sie
vornacht das Thor und eines seltnen
Stolzes Inschrift gruben sie auf seine
Stirn. Es drängten die Jahrhunderte an
diesen Pfosten sich vorbei, das Haus
zerfiel
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Bist mal für mich das rechte Weib

Bist mal für mich das rechte Weib, all
meinen Sinnen gut, und taugst zu mir,
so Seel wie Leib, als flöss darin mein
Blut! All Heuchelei, von uns
verlacht; fort mit d
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Lore I

Da ich dich wiedersah, bebte die Brust
mir – nun ich dich fasse, bebt mir
die Hand. Fülle der
Seligkeit lässt mich erzittern
– Sonne des Glückes s
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Tristan-Sonett

Da nun du schlummerst, tasten
Traumgestalten an deinen Schlaf: dass
du die Hände regen, unwillig deine
Lippen musst bewegen und weiter ringen
mit des Tags Gewalten. Einst wi
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In stiller Sommerluft

Das grüne Gold der Blätter, das die
Sonne malt – ich seh es noch, wie`s
dir vom weissen Kleide blitzt, und
fühle deine Hände noch auf meinem Haar
... Die wilden Blumen dufteten rings
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Das war der Duft, der deinem Haar entströmt

Das war der Duft, der deinem Haar
entströmt, der mich umhüllt gleich
einer Zauberwolke! – In tiefem Sinnen
sass ich still bei Nacht, und die
Gedanken sengten mir die Stirn – da
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Ein Erinnerungsblatt

Das war der erste Lenztag dieses
Jahrs! Der Schnee zerschmolz, die Sonne
leuchtete ins Herz der Menschen wie zum
ersten mal ... Da sind auch wir zur
Stadt hinausgegangen. Uns
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Annemarie

Deines Gartens armer Spatz zählet dir
zum Ruhme jede ihm zur
Winterzeit hingestreute Krume. Und
die Blumen unter sind des Glaubens
mächtig, dass so Vieh- als
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Annemarie

Deines Gartens armer Spatz zählet dir
zum Ruhme jede ihm zur
Winterzeit hingestreute Krume. Und die
Blumen unter sind des Glaubens
mächtig, dass so Vieh– als M
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Denkst du daran

Denkst du daran, wie du zum
erstenmal aus deiner Heimathberge
düstrem Forst aus dunklem Tannengrün
des hohen Harzes als Knabe
niederschautest in die Ebne? – Die
Welt ist bunt! so
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Denn was uns trennen sollte

Denn was uns trennen sollte, hat uns
erst fest vereint, wir haben nun
zusammen gelitten und geweint. Viel
anders ist es worden, als wir es selbst
gedacht, da wi
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Des Sommers Ruhe

Der Duft der Gräser zieht zur Stadt
hinein, und alles Leben sättigt
Sonnenschein. Selig und träg, in
wohligem Ermatten lieg ich
zurückgelehnt in luftigem Schatten.
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Die Fremde

Der düstre Hauch, der deine Stirn
umweht, der stille Zug, der um Erbarmen
fleht, das Zucken, das die Lippen dir
bewegt, hat wunderbar die Seele mir
erregt. – Dein
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Liebe und Lyrik

Der Liebe Lust in Liedern
auszuklagen, scheint heutzutag dem
Dichter fast verwehrt. Was könnt er
Neues auch den Leuten sagen: so mancher
hat uns schon sein Glück
beschert. Glaubt e
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Epistel

Des Meeres Gang ist höher heut und
lauter auch! Wohl dem, der hinter
Wällen seines Lebens Arbeit fand und
sicher steht, gefestet auf ererbtem
Grund. Durch reichen Boden, den das
Meer vord
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Herbststurm

Dich hat der Sturm begnadet, erfasst
hat dich sein Hauch – da nun zum Tanz
er ladet: dich lud er auch! Fliege!
Schwebst du auch nieder auf braunen
Wintergrund –
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Dich sah mein Auge in der Abendröthe!

Dich sah mein Auge in der Abendröthe!
– Um deine Locken flimmerte das
Gold, ein heilig Haupt schien die Natur
zu krönen, die Pracht der Welt, sie
stand in deinem Sold! Au
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Dich zu erschlagen, bricht der Föhn die Stämme

Dich zu erschlagen, bricht der Föhn die
Stämme, dich zu begraben, rollen die
Lawinen. Die Flammen zischeln von
Verschwörung nur, von Meuchelmorde
raunen alle Wasser. Dich lockt de
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Die Apfelbäume winken blüthenschwer

Die Apfelbäume winken
blüthenschwer, und Mädchensang tönt
von den Wiesen her. Die dunklen Berge
krönt der Abendschein, im Abendstrahle
blinkt der junge Wein. Ich
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Die Dummheit spricht aus deinem zarten Antlitz

Die Dummheit spricht aus deinem zarten
Antlitz, die Dummheit schaut aus deinen
tiefen Augen, und öffnest du das rote,
süsse Mündchen, so ists, als öffne
sich der Quell der Dummheit!
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Der Magdalenenwein

Die heilige Magdalena ruht in ihrer
Höhle tief versteckt, sie hat mit
rotem Büsserblut den wonniglichen Leib
befleckt. Aus ihren Gliedern wich die
Lust des holden Le
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Die jubelnd nie den überschäumten Becher

Die jubelnd nie den überschäumten
Becher gehoben in der heiligen
Mitternacht, und denen nie ein dunkles
Mädchenauge, zur Sünde lockend,
sprühend zugelacht – die nie de
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San Giovanni

Die letzte Sichel des verfallnen
Mondes am Himmel Roms in der
Johannisnacht hab ich erlebt und
früher nicht geruht, bis ich für mich
den Sinn erdeuten konnte. Ich habe
neue
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San Giovanni

Die letzte Sichel des verfallnen
Mondes am Himmel Roms in der
Johannisnacht hab ich erlebt und früher
nicht geruht, bis ich für mich den Sinn
erdeuten konnte. Ich habe neue Mens
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Die Liebe hab ich je und je gesucht

Die Liebe hab ich je und je gesucht, in
der ich ruhen darf und mich
verlieren und wähnen, niemals mehr
allein zu sein. – So war es deine
Liebe, die ich suchte? Ja – lege
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Auf Reisen

Die Sonne lag noch auf den Strassen, es
war am hohen, reifen Tag; ein stummer
Jubel ohne Massen erhöhte meines
Herzens Schlag. Es klang in mir ein
Spiel der Sinne aus Kinderl
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In der Sonne

Die Sonne wärmt ihr goldbraun rothes
Haar: das leuchtet nun so tief, das
sprüht so reich – der Prunk der
Feste flammt um ihre Schläfen! Man
darf ihr nicht verrathen, wie so hoc
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In der Sonne

Die Sonne wärmt ihr goldbraun rothes
Haar: das leuchtet nun so tief, das
sprüht so reich – der Prunk der
Feste flammt um ihre Schläfen! Man
darf ihr nicht verrathen, wie so hoc
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Die Stätte, wo ein Glück zerfiel

Die Stätte, wo ein Glück
zerfiel, bleibt ohne Frucht für alle
Zeiten. Stumm, ohne Hoffnung, ohne
Ziel sollst du die Bahn
hinuntergleiten und fluchen jenem
Flammenmorgen
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Die Wolken lasten auf der Wintererde

Die Wolken lasten auf der
Wintererde. Es dämmert, und die
Flocken wirbeln mir ums Haupt. –
Hinschreit ich auf bekannten
Strassen, die ich nach langen Tagen
wiederfinde.
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Dir, der Wahrheit

Dir, der Wahrheit, gelte des ernsten
Sängers erster Laut! Dir ficht er des
Geistes Kämpfe, deiner Krone
blitzender Strahl erhob und bannt
seinen Blick nun! Opferdampf stieg
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Du hast gehoben

Du hast gehoben aus der Zukunft
Horizont an den hohen Himmel mir des
Lebens Licht! Nun gleicht der
Gluth die Lebensluft, in die mein
Dasein du gebannt
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Du liebe Lore

Du liebe Lore, nun kehr ich wieder und
send als Boten dir meine Lieder! So
sendet der Frühling der Lerchen
Sänge, dass gleich ihm Jubel vom
Saatfeld kl
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Elegie

Du meines Blutes Unruh, heimliche
Liebste du, die du verstohlen nur die
dunklen Blicke schenkst, o lass aus
deinen schweren Flechten braune
Nacht um meine Sinne strömen – lass
Vergessenh
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Ein Gesicht

Du sitzt auf einem Stein und schweigst
und schaust .. Gewitterleuchtend zog
die Nacht herauf. Die Ebne, die vom
Fusse des Gebirges sich hinstreckt in
den schwarzen Horizont,
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Der letzte Ton

Ein Ton, der in den Lüften lebt, hoch
über allem Dasein schwebt, den doch
des Menschen Ohr erst hört, wenns
schon kein fremder Laut mehr
stört, wenn Todesschweigen schon die
Welt
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Matrei

Es dunkelte schon im Thal. – Das
Schloss am Berge stand gespenstisch
gross im gelben Abendsonnenschein. Doch
gegenüber auf dem Friedhof, der sich
rings mit weisser Mauer um die alte
Kirc
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Die Taube

Es gleicht das Herz der Taube, die
entsendet ward, zu spähen, ob die
Wasser sich verlaufen schon. In
muthiger Jugendfreude flatterte sie
davon und traute: eine Welt entsteige
diese
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Morituri

Es ist ein Ziel gesteckt, die Flagge
weht – roth ist ihr Tuch und golden
ihre Sterne ... Die Menschheit rollt
auf ehernem Siegeswagen dem Ziele zu.
Das Hirn der Menschensöhne
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Lied des Trotzes

Es lebt noch eine Flamme, es grünt
noch eine Saat – verzage nicht, noch
bange: im Anfang war die That! Die
finstren Wolken lagern schwer auf dem
greisen Land,
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Es steht die Welt in Blüthe

Es steht die Welt in Blüthe, in
Blüthe steht dein Herz! Wie nun der
Sturm auch wüthe, es schmolz der
starre Schmerz. Denn das ist Lenzes
Stürmen, das ist des Lenze
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Feuchtkalte Nebel in den stillen Strassen

Feuchtkalte Nebel in den stillen
Strassen – Frühmorgenschein – ob
wir uns ganz vergassen? Ich fahre
lautlos übers weiche Pflaster
– verfrühte Arbeit und verspätet
Laster.
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Franzensfeste

Franzensfeste, du Thor des
Frühlings, draus dem fröstelnden,
nordischen Fremdling Lenzeswogen der
Blüthenbäume warm und lachend
entgegenströmen, weich und wonnig
entgegenschlage
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Für dich hab ich gelernt mich hinzugeben

Für dich hab ich gelernt mich
hinzugeben und jeden kalten Stolz hab
ich verloren. Du gabst nun Inhalt
meinem kleinen Leben: du bist für
mich, ich bin für dich geboren. In
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Gleichheit

Gegangen bin ich über braune Haide. Es
knisterten die trocknen
Haidekräuter, die ewig gleichen, unter
meinen Schritten. Und ich verstand
nicht, was sie knisterten. Doch
Todesschwer
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Heimathloser, fremdgeborner

Heimathloser, fremdgeborner, suche, wo
du Ruhe findest – wo du
sehnsuchtskrank dich länger nicht in
Zwanges Qualen windest. Lehne dich an
jene Brüste, lehne dich in jene Arme

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Hellgrüne Knospen an den schwarzen Zweigen

Hellgrüne Knospen an den schwarzen
Zweigen, auflebt das Winterholz. In
meiner Brust, der lebensleeren,
feigen, hinsiecht der Stolz. Ich
wollte dich durch alle Stürme tragen
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Der Abenteurer

Hier ist das Land. So rudert denn den
Kahn zurück und meldet den Gefährten:
Ich betrat mein Reich, als Fürsten
sehen sie mich wieder, oder nie.
– Was steht ihr noch und zaudert?
Lasst
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Ich bin rasiert und trage keine Locke

Ich bin rasiert und trage keine
Locke, sogar die Bürste gönn ich
meinem Rocke. Ich bin durchaus kein
lyrischer Tenor, nur was ich heiss
durchlebt, trag ich euch vor. Nicht
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Ich dachte, wie so weit und schön die Welt

Ich dachte, wie so weit und schön die Welt,
so tausendfach von Licht und Glück erhellt.

Ich dachte, wie du einzig bist und klein –
und wie ich doch bei dir nur möchte sein.
Ich gehe hin, wo still und einsam

Ich gehe hin, wo still und einsam ich
deiner nur gedenken kann, bis deiner
Augen, deiner Worte, bis ich mich
deiner ganz entsann. Mein Blick
hängt an den fernen Bergen
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Ich sah dich, Freund, durchs hohe Saatfeld, schrei

Ich sah dich, Freund, durchs hohe
Saatfeld, schreiten. Du gingst allein,
dein Haupt nur überragte die Ähren,
die das Abendroth vergoldet. Doch
beugtest du von Zeit zu Zeit dich nieder
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Ich sah dich, wie du deine Hände fest

Ich sah dich, wie du deine Hände
fest vor deine lieben Augen hieltst
gepresst, und trat mit leisen Schritten
nahe dir. Da war es mir, als
schrecktest du aus einer tiefen Angst
empor
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Frauenliebe

Ihres Leibes Wunderschaft hat so
völlig ihn verschnüret, dass ihn
fürder keine Kraft wieder auf zur
Freiheit führet. Lachend hat an
seiner Not sie das Frauenherz g
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Frauenliebe

Ihres Leibes Wunderschaft hat so völlig
ihn verschnüret, dass ihn fürder keine
Kraft wieder auf zur Freiheit
führet. Lachend hat an seiner Not sie
das Frauenherz geweide
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Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein

Im Arm der Liebe schliefen wir selig
ein. Am offnen Fenster lauschte der
Sommerwind, und unsrer Athemzüge
Frieden trug er hinaus in die helle
Mondnacht. – Und aus dem Gart
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Fontana Trevi

Im Frühschein brennt das ewige
Licht vor Gottes Mutter düster
rot und heller tönt und voller
rauscht der alte stolze
Quell. Schwarzgraue Wolken türmen
hoch sich ü
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Das verwunschene Haus

Im Parke, droben am Waldessaum steht
ein heimliches Haus, das blickt aus den
dunklen Bäumen kaum, kaum aus den
Blättern heraus. Aus dem Thale
drunten schaun sie empor
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Im Thal der Freude weiss ich ein stilles Haus

Im Thal der Freude weiss ich ein stilles
Haus am dunklen, bergquellrauschenden
Tannenwald. Es tönt ein Lied durch
meine Nächte, das mir im Traume der
Quell gesungen. Im Th
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Im Zaune klagt die Nachtigall

Im Zaune klagt die Nachtigall, im Winde
bebt der Flieder. Sie fliegt auf seinen
schwanken Zweig, da beugt sich die
Blüthe hernieder. Sie beugt sich
nieder tiefbeglückt,
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Morgentraum

In den wachen Morgentraum sprühen
tausend Silbersterne; draussen auf den
raschen Strassen drängt sich lärmend
schon das Volk. Auf den Plätzen
sengt die Sonne, brü
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Pierrot marié - 2. Die Werbung

In der nagelneuen Hose mit der
senkrecht steifen Falte, würdevoll und
dennoch schüchtern naht Pierrot der
Schwiegermutter. Stolz hebt er die
schönen Augen auf, doch
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Das welke Blatt

In ihren Locken haftete ein welkes
Blatt, als ich mit ihr den alten Berg
hernieder stieg zum letzten Mal.
Verstohlne Freude war es mir, das
braune Blatt im wirren braunen Haar zu
sehn,
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Französisches Wiegenlied

In meines Vaters Garten – blühe mein
Herz, blüh auf – in meines Vaters
Garten stand ein schattiger Apfelbaum
– Süsser Traum – stand ein
schattiger Apfelbaum.
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Alfred

In Rhythmen lebend und in Reimen
schwelgend, hinwandl ich trunken meine
Jugendpfade: nach jedem Schönen greif
ich an dem Wege, und von den Göttern
fordr ich jede Gnade! Dru
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Kinderköpfchen

In scheuer Lust, doch nimmermehr
verschämt, hobst du die runden,
weissen Arme auf und dehntest sie empor
und suchtest blinzelnd dein Bild im
Spiegel. Ich aber stand entfesse
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Wieder im Mond!

In Zuchthausmauern liegt ein fahles
Weib auf seinem Bett. Es schläft, es
träumt, es fiebert. Und heiser und mit
trocknen Lippen flüsterts: – Auf
einem Mondstrahl .. muss es wieder komm
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Lore - II.

Ins Philisterium werd ich
eingeschifft als Material für
künftige Schwiegerväter, und meid ich
nicht die Poesie wie Gift, so ernt ich
ein Familiengezeter. O Lore! Kind!

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Der Dichter

Ist`s nicht im Grunde wesenloser
Tand, was ich in Reimen aneinander
füge? Ist`s nicht im Grunde eine bunte
Lüge, was ich in müssig heitrem Spiel
erfand? Scheint dir mein R
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Der Dichter

Ist`s nicht im Grunde wesenloser
Tand, was ich in Reimen aneinander
füge? Ist`s nicht im Grunde eine bunte
Lüge, was ich in müssig heitrem Spiel
erfand? Scheint dir mein Reimge
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Campagna

Ja! Die Ebne ruht in satten
Düften, hingeschmiegt in sanfter
Hügellinie – drüben, hoch in noch
durchsonnten Lüften, still und
einsam-schattend steht die
Pinie. Alte Gr
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Campagna

Ja! Die Ebne ruht in satten
Düften, hingeschmiegt in sanfter
Hügellinie – drüben, hoch in
noch durchsonnten Lüften, still und
einsam–schattend steht die
Pinie. Alt
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Pierrot marié - 1. Die Würfel

Jahr für Jahr, am Aschermittwoch, wenn
der Carneval durchtobt ist, quält
Pierrot sich mit Gedanken, die nach Tod
und Heirath schielen. Aus der braunen
Stummelpfeife
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Puck

Kleines, herziges Mädel du, sag, was
musste die Mutter schon lange Kleider
dir geben, die, ach, jenen dunklen
Strümpfestreif, jenes lustige
Füssepaar, das kein Sterblicher
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Die Brüder

Kühl athmet der Berge rauschende
Nacht. Schwarzspitzige Tannen nicken im
Schlaf. Stumm ruht der See, vom Dunkel
umlauscht; und droben flüchten die
Wolken. Wie Silber durchw
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Erfülltes Schweigen

Kämmst du dir in Duft und Dunkel deine
krausen, reichen Haare, ist`s, als ob
ein blau Gefunkel knisternd dir vom
Haupte fahre. Und ich spürte scheue
Wonne: Wie uns K
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Mein armer Kopf lag still in deinem Schooss

Mein armer Kopf lag still in deinem
Schooss und dachte – dachte bis er
müde wurde. Du hattest deine leichte,
milde Hand auf meine Stirn gelegt und
warst entschlafen. Und g
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Äffchen

Nach Albert Giraud Deine Augen, deine
lieben blauen Augen, draus naiven
Goldes Sternenblicke leuchten, deine
Augen, so voll tiefen, klaren
Glanzes, drinnen dennoch – flüch
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Schneeschmelze

Nun muss der Schnee vom Haupt der Berge
steigen: die Sonne giebt ihm länger
keine Ruh. Sie will dir ihre neuen
Wunder zeigen, den Blüthenschnee,
verstreut auf allen Zweigen – das
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Schneeschmelze

Nun muss der Schnee vom Haupt der Berge
steigen: die Sonne giebt ihm länger
keine Ruh. Sie will dir ihre neuen
Wunder zeigen, den Blüthenschnee,
verstreut auf allen Zweigen – das
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Nur eine Monatsrose war die Liebe

Nur eine Monatsrose war die Liebe, die
deine Wangen färbte. – Ihr
Verblühn hab ich voll tiefen, tiefen
Leids gesehn, und meine Thränen
netzten jedes Blatt, das bald zu Boden
san
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O dass ich dich noch lieben kann

O dass ich dich noch lieben kann, macht
mir das Herz so froh, so weit! O dass
ich dich noch lieben darf, läutert
mein Herz für alle Zeit! Ich hab
gespottet, hab gehöhnt,
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Die Sternenwacht

O jene Tage sind so fern, da einst
Genuss des Menschen Loos. Die Zeit ist
hell vom Morgenstern, doch
sonnenlos. In dieser Nacht, im
Sternenschein schläft rings das Vo
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Gottvertraun zum Bayonette

O Muse! – Ja: ich liebe meine
Muse. Es ist ein schönes Weib und jung
an Jahren! Nicht allegorisch und
abstract confuse, sie schaut mich an
mit Augen braun und klaren. Sie redet
zu
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Die Wiederkunft

Prometheus brach jahrtausendalte
Fesseln. Er reckt die Glieder, er
erhebt das Haupt, und wie ein
Morgenroth erhellt die Welt der
ungebrochne Strahl der grossen
Augen. – Prometheus!
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Scheltet das nicht Abenteuer

Scheltet das nicht Abenteuer, was, aus
Frühlingsnacht geboren, Sehnsucht sich
geformt zu neuer Wünsche Bild – nie
mehr verloren. – Ob ich mich ans
Ende wage, bin
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Verlorene Nacht

Schlaf! Du trauriges Kameel hast auf
deinem Wiegerücken aus der
lieblichsten Oase in die Wüste mich
getragen .. Hielt ich,
siegverwöhnter Pascha, doch im Arm das
za
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Pierrot marié - 3. Die Düte

Seine hohe, spitze Kappe, das Symbol
erhabner Narrheit, hat Pierrot im
Hochzeitsrausche, in des Festes Lärm
verloren! Jammernd suchen alle
Gäste unter Tischen, Schr
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Die Düte

Seine hohe, spitze Kappe, das Symbol
erhabner Narrheit, hat Pierrot im
Hochzeitsrausche, in des Festes Lärm
verloren! Jammernd suchen alle
Gäste unter Tischen, Schränken,
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Gottesdienst

Sicher und harmlos, wie Götter und
Kinder, athmen wir freudig des Lebens
Tage. Aber die Nächte, des Lebens
Nächte feiern wir fromm. Uns segnet
der Mon
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Maria

Sie wandelten zum Feste gen
Jerusalem und kamen in ein Dorf, das
heisst Bethania. Da war ein Weib mit
Namen Martha, dieses nahm den Herren
auf und pflegte vielgeschäftig
sein. Und e
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Liebesfeier

Siehst du die Perlen springen im
krystallnen Glase, silbern und weiss?
– O küsse mich, du Geliebte! Heut
sind die unsichtbaren
Festguirlanden tiefer gehängt in
stolzen und reichen Bogen
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Die Fackel

So tauchte die Fackel empor aus tiefer,
tiefer Nacht, und meine Hand, die
Linke, hielt den Fackelschaft. Sie trug
und hielt das Feuer hoch und liess den
Sturm getrost zerfetzen diese Flamme
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Rückkehr zur Natur!

Sonneberger Elegie In später Nacht
kam ich in Stockheim an. – Des
»Vogelschiessens« Wollust hatt ich
noch mit vollen Zügen in der Stadt der
Musen, im alten Jena, galgen
... weiterlesen


Sprödes, knospenkeusches Mädchen

Sprödes, knospenkeusches
Mädchen, könnt ich einmal noch dich
küssen scheu wie einst, da du
erröthet – hab auch selbst erröthen
müssen. Die gesenkte braune Wimper
... weiterlesen


Süss duftende Lindenblüthe

Süss duftende Lindenblüthe in
quellender Juninacht. Eine Wonne aus
meinem Gemüthe ist mir in Sinnen
erwacht. Als klänge vor meinen
Ohren leise das Lied vom Glück,
... weiterlesen


Und wenn dein Lächeln unter die Leute fällt

Und wenn dein Lächeln unter die Leute
fällt – sie lesen es wie goldene
Scherben auf, sie danken dir wie frohe
Kinder, schreiten mit hellerem Auge
weiter. An deiner Seite
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Die Kirschenblüthe

Und wieder wandl ich unter
Blüthenbäumen: weiss alle Zweige,
hellbraun erst die Blätter. In mir ist
Ruh, als ob ich horchen müsste, und
sinnend schau ich in das Abendroth.
– Da
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Enis vor Harun al Raschid

Unter meinen Wunderhänden wächst ein
Lied zum Preis der Schönheit: alle
Töne wollen klingen, schwingen jeder
Laut. Und ich beuge mich am Werke, kaum
dass ich die Augen h
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Voll erblüht die schüchterne Rosenknospe

Voll erblüht die schüchterne
Rosenknospe in dem flurdurchwärmenden
Strahl der Sonne, und bewundernd schaut
ihr der Mensch ins offne, glühende
Antlitz. Doch der Nacht erst
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Ad notam

Von dem die Jugend lernen kann, Ernst
Zitelmann, in seinem goldenen
Liederbuch spricht er den
Spruch: Versuche nie in des Dichters
Gedicht sein Leben wiederzuf
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Von reifen Früchten

Von reifen Früchten träumt ich eine
volle Nacht, von goldigen im dunkel
üppigen Gebüsch. Am Berge war es,
unter altem Mauerwerk, und Duft und
Sonne glühten da in Heimlichkeit.
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Cunettone

Vor dem Kamin, in dem die Flamme
flackerte, verstummten sie und dachten
ihres Lebens nach. Alsdann versank so
Vieles, was sie sonst besass, und rein
im reinen Augenblicke lebten sie.
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Cunettone

Vor dem Kamin, in dem die Flamme
flackerte, verstummten sie und dachten
ihres Lebens nach. Alsdann versank so
Vieles, was sie sonst besass, und rein
im reinen Augenblicke lebten sie.
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Pierrot marié - 4. Die Hörner

Wenn die Hörner abgelaufen und der
Jugend Lust gebüsst ist, wird Pierrot,
der lastermüde, kriechen in den
heiligen Ehstand ... Colombine, jung
und lustig, wollt ihn
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Jessica - 2.

Wenn ich entfesselt, dreist, nur noch
ein Spiel lieblichen Rausches bebend
vor dir stehe im Lichtstrahl deiner
Augen – o, ich flehe: wende sie ab
von mir – es ist zuviel!
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Wenn sich das Herz der Erde wieder löst

Wenn sich das Herz der Erde wieder
löst, und wieder weich die Fluth der
Winde gleitet – aufthaut in mir ein
klagendes Erinnern. Auch mir hat
einmal sich das Herz gelöst,
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Fasching

Wie eine reife, süsse Dolde hing deine
Güte über mir; im Rausche griff ich
nach dem Golde und streifte schon an
seine Zier. Nun hat ein graugewobner
Schleier mir de
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Fasching

Wie eine reife, süsse Dolde hing deine
Güte über mir; im Rausche griff ich
nach dem Golde und streifte schon an
seine Zier. Nun hat ein graugewobner
Schleier mir deinen L
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Pierrot marié - Morgen-Singsang

Wie sehnt ich dem Schlafe mich
nach! Schon hielt ich das Glück an den
Fäden, da pochte die Sonn an die
Läden .. wie sehnt ich dem Schlafe
mich nach! Bang zitternd erregt s
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Wir hattens einst so gut verstanden

Wir hattens einst so gut verstanden, zu
küssen uns zu rechter Stund, eh wir es
selber ganz empfanden, gefunden hatte
Mund den Mund. Ein einiger Gedanke
schwebte, war
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Der levitische Mann

Zu der Zeit, da Israel verwaist war und
kein Richter richtete in Juda, wohnte,
an der Seite des Gebirges Ephraim, ein
Mann vom Stamme Levi, der gewann aus
Bethlehem eine Jungfrau,
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Ein Abschied

„Du willst nun gehn?“ Weisst du denn
nicht, dass ich schon lang von dir
gegangen bin? Dass nur ein Schatten
noch, ein Schein vor deinen Augen
steht, den du nur siehst? Fest glau
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Ein Abschied

›Du willst nun gehn?‹ Weisst du denn
nicht, dass ich schon lang von dir
gegangen bin? Dass nur ein Schatten
noch, ein Schein vor deinen Augen steht,
den du nur siehst? Fest glaubt i
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Wie kommts, dass wenn der Mund auch schweigt

»Wie kommts, dass wenn der Mund auch
schweigt, das Herz nur umso lauter
spricht – wie kommts, dass unser Auge
sich im Einverständnis trifft? Wie
kommt es, dass dein Arm s
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