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Gedichte - Otto Erich Hartleben

Jessica - 6. Aus einem Briefe

... und das üppige Haar
und mehr denn alles deine nächtigen Augen,
die saugenden Sterne ... Wahrlich Jessica,
ich bin noch nie so kindisch stolz gewesen,
als da ich dir, ... weiterlesen


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Lili - I.

1
... Als ich dann wieder in die Heimath kam –
im Frühling wars, die Hyacinthen blühten –
da war sie tot, von fremden, kalten Menschen
hinausgetragen in ein kahles ... weiterlesen


Cirruswolken – I.

1
Am Sommerabend, im trocknenden Heu,
an des Berges duftigem Wiesenhang
liegt still ein Kind und schaut hinauf
mit märchenträumenden Augen:

Weiche ... weiterlesen


Das Confirmationskleid – I.

1
In Nordberlin, im Hinterhaus, vier Treppen,
wohnt ein Student. Er war nicht reich; doch arm,
blutarm war seine Wirthin, eine Wittwe.
Die sass in ihrem düsteren ... weiterlesen


Sappho

1
Ja, es gleicht den Göttern der Mann, der flüsternd
nah dir sitzt in heimlicher Sommerlaube.
Näher rückt er – inniger fleht er – und du –
lächelst ... weiterlesen


Lore - I.

1
Stahlblauer Aether trage meine Schwingen,
goldrothe Sonn hast meine Kraft erregt!
Nun will ich laut und immer lauter singen
das Lied, das mir der Dank ins Herz ... weiterlesen


Revolverle - I.

1
Von keiner Noth besiegt und keiner Liebe,
hab ich genossen früh und stets genossen.
Die Eltern starben mir, und kalt verschlossen
fröhnt ich als Kind schon ... weiterlesen


Das Confirmationskleid – II.

2
Am Ostermontag früh – es war bald drei –
kam der Student, der heut im Kreis der Freunde
das Fest beim Gläserklang gefeiert hatte,
vergnügt und aufgeräumt nach ... weiterlesen


Cirruswolken – II.

2
Durch der Weltstadt schwelenden Athem braust
vorwärts mit ehernen Schlägen der Zug.
Da lehnt ein Mann am Fenster und starrt
hoch über die Stadt in die Ferne:
... weiterlesen


Lili - II.

2
Kein Tag des Leides noch der Freude flieht,
dass ich nicht deiner, der verlornen, dächte.
Kein Bild, das vor die frohen Sinne zieht
und nicht dein zartes Bild zurück ... weiterlesen


Revolverle - II.

2
Sei still, mein Kind, ich schiesse mich nicht tot,
ich schlafe lieber diese Nacht bei dir.
Ich scherzte nur, mein Mund ist frisch und roth:
Geh, bring mir lieber noch ... weiterlesen


Lili - III.

3
Im leichten Wirbel meiner Jugendtage
schweigt, was ich Schweres still im Busen trage:
die unverwehte, leise Totenklage.

Mein Auge weinte, meine Lippen ... weiterlesen


Morgenklagen

Ach! Der grösste meiner Herrn Collegen,
Goethe schon hat dieses Leid empfunden –
O du loses, leidigliebes Mädchen!

Durch zwei Treppen waren wir geschieden,
... weiterlesen


Als Knabe hab ich dich geliebt

Als Knabe hab ich dich geliebt
und du, ein süsses Kind, auch mich:
wenn es auf Erden Reines giebt,
traf da die Gnade mich und dich.

Da schon ich heisse Lieder ... weiterlesen


Alte Zeiten sah der Erde Antlitz

Alte Zeiten sah der Erde Antlitz.
Ungezählt durchmass des steten Tages
Glanzesbahn das rollende Rad der Sonne –
dennoch ewig

scheint uns jung und frisch der ... weiterlesen


Rosenmontag

Am Rosenmontag liegen zwei,
die kalten Hände noch verschlungen –
das Leben strömte rauh vorbei,
die beiden haben`s nicht bezwungen.

Als überwunden grüssen ... weiterlesen


Rosenmontag

Am Rosenmontag liegen zwei,
die kalten Hände noch verschlungen -
das Leben strömte rauh vorbei,
die beiden haben`s nicht bezwungen.

Als überwunden grüssen sie
... weiterlesen


Anstimmen wollt ich ehmals ehernen Rufes Ton

Anstimmen wollt ich ehmals ehernen Rufes Ton,
singen das hohe Lied des Hasses meiner Zeit.
Doch wem der Blitz, das Rollen des Donners nicht
wohnt in der seelengebietenden ... weiterlesen


Pierrot marié - 5. Hochzeitsreise

Auf den treulos rollenden Rädern,
nach des Südens sonniger Heimath
fährt Pierrot mit pochendem Herzen –
ihm zur Seite Colombinchen.

Bange Sorge presst das ... weiterlesen


Ein Sonnenuntergang

Auf einem breiten Wege schritt ich hin,
der grad und lang vor mir hinaus sich dehnte,
zur Stadt hinaus, durch niedre, letzte Hütten.

Ich sah der Sonne, wie sie sank, ins ... weiterlesen


Auf einem weissen Thierfell kugeln sich

Auf einem weissen Thierfell kugeln sich
ein nacktes Kind und ein defecter Globus.
Bedächtig setzt die blondgelockte Kleine
sich oben auf des Nordpols eisige Spitze
und ... weiterlesen


Morgen

Auf seinem Arme schlief ihm das Weib,
doch seine Liebe erweckte die Sonne –
da sie die Augen aufschlug,
lachte ein Strahl
über die beiden her.


Morgen

Auf seinem Arme schlief ihm das Weib,
doch seine Liebe erweckte die Sonne –
da sie die Augen aufschlug,
lachte ein Strahl
über die beiden her.


Gesang des Lebens

Aus dem Diogenes

Gross ist das Leben und reich!
Ewige Götter schenkten es uns,
lächelnder Güte voll,
uns den Sterblichen, Freudegeschaffenen.

... weiterlesen


Das Thor

Aus schwarzem Marmor fügten sie vornacht das Thor
und eines seltnen Stolzes Inschrift gruben sie
auf seine Stirn. Es drängten die Jahrhunderte
an diesen Pfosten sich vorbei, ... weiterlesen


Das Thor

Aus schwarzem Marmor fügten sie vornacht das Thor
und eines seltnen Stolzes Inschrift gruben sie
auf seine Stirn. Es drängten die Jahrhunderte
an diesen Pfosten sich vorbei, das ... weiterlesen


Bist mal für mich das rechte Weib

Bist mal für mich das rechte Weib,
all meinen Sinnen gut,
und taugst zu mir, so Seel wie Leib,
als flöss darin mein Blut!

All Heuchelei, von uns verlacht;
... weiterlesen


Lore I

Da ich dich wiedersah,
bebte die Brust mir –
nun ich dich fasse,
bebt mir die Hand.

Fülle der Seligkeit
lässt mich erzittern –
Sonne des ... weiterlesen


Tristan-Sonett

Da nun du schlummerst, tasten Traumgestalten
an deinen Schlaf: dass du die Hände regen,
unwillig deine Lippen musst bewegen
und weiter ringen mit des Tags Gewalten.

... weiterlesen


In stiller Sommerluft

Das grüne Gold der Blätter, das die Sonne malt –
ich seh es noch, wie`s dir vom weissen Kleide blitzt,
und fühle deine Hände noch auf meinem Haar ...
Die wilden Blumen ... weiterlesen


Das war der Duft, der deinem Haar entströmt

Das war der Duft, der deinem Haar entströmt,
der mich umhüllt gleich einer Zauberwolke!
– In tiefem Sinnen sass ich still bei Nacht,
und die Gedanken sengten mir die Stirn ... weiterlesen


Ein Erinnerungsblatt

Das war der erste Lenztag dieses Jahrs!
Der Schnee zerschmolz, die Sonne leuchtete
ins Herz der Menschen wie zum ersten mal ...

Da sind auch wir zur Stadt ... weiterlesen


Annemarie

Deines Gartens armer Spatz
zählet dir zum Ruhme
jede ihm zur Winterzeit
hingestreute Krume.

Und die Blumen unter
sind des Glaubens mächtig,
dass so ... weiterlesen


Annemarie

Deines Gartens armer Spatz
zählet dir zum Ruhme
jede ihm zur Winterzeit
hingestreute Krume.

Und die Blumen unter
sind des Glaubens mächtig,
dass so ... weiterlesen


Denkst du daran

Denkst du daran, wie du zum erstenmal
aus deiner Heimathberge düstrem Forst
aus dunklem Tannengrün des hohen Harzes
als Knabe niederschautest in die Ebne? –
Die Welt ... weiterlesen


Denn was uns trennen sollte

Denn was uns trennen sollte,
hat uns erst fest vereint,
wir haben nun zusammen
gelitten und geweint.

Viel anders ist es worden,
als wir es selbst ... weiterlesen


Des Sommers Ruhe

Der Duft der Gräser zieht zur Stadt hinein,
und alles Leben sättigt Sonnenschein.

Selig und träg, in wohligem Ermatten
lieg ich zurückgelehnt in luftigem Schatten.
... weiterlesen


Die Fremde

Der düstre Hauch, der deine Stirn umweht,
der stille Zug, der um Erbarmen fleht,

das Zucken, das die Lippen dir bewegt,
hat wunderbar die Seele mir erregt. –
... weiterlesen


Liebe und Lyrik

Der Liebe Lust in Liedern auszuklagen,
scheint heutzutag dem Dichter fast verwehrt.
Was könnt er Neues auch den Leuten sagen:
so mancher hat uns schon sein Glück beschert.
... weiterlesen


Epistel

Des Meeres Gang ist höher heut und lauter auch!
Wohl dem, der hinter Wällen seines Lebens Arbeit fand
und sicher steht, gefestet auf ererbtem Grund.
Durch reichen Boden, den ... weiterlesen


Herbststurm

Dich hat der Sturm begnadet,
erfasst hat dich sein Hauch –
da nun zum Tanz er ladet:
dich lud er auch!

Fliege! Schwebst du auch nieder
auf braunen ... weiterlesen


Dich sah mein Auge in der Abendröthe!

Dich sah mein Auge in der Abendröthe! –
Um deine Locken flimmerte das Gold,
ein heilig Haupt schien die Natur zu krönen,
die Pracht der Welt, sie stand in deinem Sold!
... weiterlesen


Dich zu erschlagen, bricht der Föhn die Stämme

Dich zu erschlagen, bricht der Föhn die Stämme,
dich zu begraben, rollen die Lawinen.
Die Flammen zischeln von Verschwörung nur,
von Meuchelmorde raunen alle Wasser.
... weiterlesen


Die Apfelbäume winken blüthenschwer

Die Apfelbäume winken blüthenschwer,
und Mädchensang tönt von den Wiesen her.

Die dunklen Berge krönt der Abendschein,
im Abendstrahle blinkt der junge Wein.
... weiterlesen


Die Dummheit spricht aus deinem zarten Antlitz

Die Dummheit spricht aus deinem zarten Antlitz,
die Dummheit schaut aus deinen tiefen Augen,
und öffnest du das rote, süsse Mündchen,
so ists, als öffne sich der Quell der ... weiterlesen


Der Magdalenenwein

Die heilige Magdalena ruht
in ihrer Höhle tief versteckt,
sie hat mit rotem Büsserblut
den wonniglichen Leib befleckt.

Aus ihren Gliedern wich die Lust
... weiterlesen


Die jubelnd nie den überschäumten Becher

Die jubelnd nie den überschäumten Becher
gehoben in der heiligen Mitternacht,
und denen nie ein dunkles Mädchenauge,
zur Sünde lockend, sprühend zugelacht –

... weiterlesen


San Giovanni

Die letzte Sichel des verfallnen Mondes
am Himmel Roms in der Johannisnacht
hab ich erlebt und früher nicht geruht,
bis ich für mich den Sinn erdeuten konnte.

... weiterlesen


San Giovanni

Die letzte Sichel des verfallnen Mondes
am Himmel Roms in der Johannisnacht
hab ich erlebt und früher nicht geruht,
bis ich für mich den Sinn erdeuten konnte.

... weiterlesen


Die Liebe hab ich je und je gesucht

Die Liebe hab ich je und je gesucht,
in der ich ruhen darf und mich verlieren
und wähnen, niemals mehr allein zu sein.
– So war es deine Liebe, die ich suchte?

... weiterlesen


Auf Reisen

Die Sonne lag noch auf den Strassen,
es war am hohen, reifen Tag;
ein stummer Jubel ohne Massen
erhöhte meines Herzens Schlag.
Es klang in mir ein Spiel der Sinne
... weiterlesen


In der Sonne

Die Sonne wärmt ihr goldbraun rothes Haar:
das leuchtet nun so tief, das sprüht so reich –
der Prunk der Feste flammt um ihre Schläfen!

Man darf ihr nicht verrathen, ... weiterlesen


In der Sonne

Die Sonne wärmt ihr goldbraun rothes Haar:
das leuchtet nun so tief, das sprüht so reich –
der Prunk der Feste flammt um ihre Schläfen!

Man darf ihr nicht verrathen, ... weiterlesen


Die Stätte, wo ein Glück zerfiel

Die Stätte, wo ein Glück zerfiel,
bleibt ohne Frucht für alle Zeiten.
Stumm, ohne Hoffnung, ohne Ziel
sollst du die Bahn hinuntergleiten

und fluchen jenem ... weiterlesen


Die Wolken lasten auf der Wintererde

Die Wolken lasten auf der Wintererde.

Es dämmert, und die Flocken wirbeln mir
ums Haupt. – Hinschreit ich auf bekannten Strassen,
die ich nach langen Tagen ... weiterlesen


Dir, der Wahrheit

Dir, der Wahrheit, gelte des ernsten Sängers
erster Laut! Dir ficht er des Geistes Kämpfe,
deiner Krone blitzender Strahl erhob und
bannt seinen Blick nun!

... weiterlesen


Du hast gehoben

Du hast gehoben
aus der Zukunft Horizont
an den hohen Himmel mir
des Lebens Licht!

Nun gleicht der Gluth
die Lebensluft,
in die mein Dasein
... weiterlesen


Du liebe Lore

Du liebe Lore,
nun kehr ich wieder
und send als Boten
dir meine Lieder!

So sendet der Frühling
der Lerchen Sänge,
dass gleich ihm Jubel
vom ... weiterlesen


Elegie

Du meines Blutes Unruh, heimliche Liebste du,
die du verstohlen nur die dunklen Blicke schenkst,
o lass aus deinen schweren Flechten braune Nacht
um meine Sinne strömen – lass ... weiterlesen


Ein Gesicht

Du sitzt auf einem Stein und schweigst und schaust ..

Gewitterleuchtend zog die Nacht herauf.
Die Ebne, die vom Fusse des Gebirges
sich hinstreckt in den schwarzen ... weiterlesen


Der letzte Ton

Ein Ton, der in den Lüften lebt,
hoch über allem Dasein schwebt,
den doch des Menschen Ohr erst hört,
wenns schon kein fremder Laut mehr stört,
wenn Todesschweigen ... weiterlesen


Matrei

Es dunkelte schon im Thal. – Das Schloss am Berge stand
gespenstisch gross im gelben Abendsonnenschein.
Doch gegenüber auf dem Friedhof, der sich rings
mit weisser Mauer um ... weiterlesen


Die Taube

Es gleicht das Herz der Taube, die entsendet ward,
zu spähen, ob die Wasser sich verlaufen schon.

In muthiger Jugendfreude flatterte sie davon
und traute: eine Welt ... weiterlesen


Morituri

Es ist ein Ziel gesteckt, die Flagge weht –
roth ist ihr Tuch und golden ihre Sterne ...

Die Menschheit rollt auf ehernem Siegeswagen
dem Ziele zu. Das Hirn der ... weiterlesen


Lied des Trotzes

Es lebt noch eine Flamme,
es grünt noch eine Saat –
verzage nicht, noch bange:
im Anfang war die That!

Die finstren Wolken lagern
schwer auf dem greisen ... weiterlesen


Es steht die Welt in Blüthe

Es steht die Welt in Blüthe,
in Blüthe steht dein Herz!
Wie nun der Sturm auch wüthe,
es schmolz der starre Schmerz.

Denn das ist Lenzes Stürmen,
das ... weiterlesen


Feuchtkalte Nebel in den stillen Strassen

Feuchtkalte Nebel in den stillen Strassen –
Frühmorgenschein – ob wir uns ganz vergassen?

Ich fahre lautlos übers weiche Pflaster –
verfrühte Arbeit und ... weiterlesen


Franzensfeste

Franzensfeste, du Thor des Frühlings,
draus dem fröstelnden, nordischen Fremdling
Lenzeswogen der Blüthenbäume
warm und lachend entgegenströmen,
weich und wonnig ... weiterlesen


Für dich hab ich gelernt mich hinzugeben

Für dich hab ich gelernt mich hinzugeben
und jeden kalten Stolz hab ich verloren.
Du gabst nun Inhalt meinem kleinen Leben:
du bist für mich, ich bin für dich geboren.
... weiterlesen


Gleichheit

Gegangen bin ich über braune Haide.
Es knisterten die trocknen Haidekräuter,
die ewig gleichen, unter meinen Schritten.
Und ich verstand nicht, was sie knisterten.
Doch ... weiterlesen


Heimathloser, fremdgeborner

Heimathloser, fremdgeborner, suche, wo du Ruhe findest –
wo du sehnsuchtskrank dich länger nicht in Zwanges Qualen windest.

Lehne dich an jene Brüste, lehne dich in jene ... weiterlesen


Hellgrüne Knospen an den schwarzen Zweigen

Hellgrüne Knospen an den schwarzen Zweigen,
auflebt das Winterholz.
In meiner Brust, der lebensleeren, feigen,
hinsiecht der Stolz.

Ich wollte dich durch alle ... weiterlesen


Der Abenteurer

Hier ist das Land. So rudert denn den Kahn zurück
und meldet den Gefährten: Ich betrat mein Reich,
als Fürsten sehen sie mich wieder, oder nie. –
Was steht ihr noch und ... weiterlesen


Ich bin rasiert und trage keine Locke

Ich bin rasiert und trage keine Locke,
sogar die Bürste gönn ich meinem Rocke.
Ich bin durchaus kein lyrischer Tenor,
nur was ich heiss durchlebt, trag ich euch vor.

... weiterlesen


Ich dachte, wie so weit und schön die Welt

Ich dachte, wie so weit und schön die Welt,
so tausendfach von Licht und Glück erhellt.

Ich dachte, wie du einzig bist und klein –
und wie ich doch bei dir nur möchte sein.


Ich gehe hin, wo still und einsam

Ich gehe hin, wo still und einsam
ich deiner nur gedenken kann,
bis deiner Augen, deiner Worte,
bis ich mich deiner ganz entsann.

Mein Blick hängt an den fernen ... weiterlesen


Ich sah dich, Freund, durchs hohe Saatfeld, schrei

Ich sah dich, Freund, durchs hohe Saatfeld, schreiten.
Du gingst allein, dein Haupt nur überragte
die Ähren, die das Abendroth vergoldet.
Doch beugtest du von Zeit zu Zeit dich ... weiterlesen


Ich sah dich, wie du deine Hände fest

Ich sah dich, wie du deine Hände fest
vor deine lieben Augen hieltst gepresst,
und trat mit leisen Schritten nahe dir.
Da war es mir,
als schrecktest du aus einer tiefen ... weiterlesen


Frauenliebe

Ihres Leibes Wunderschaft
hat so völlig ihn verschnüret,
dass ihn fürder keine Kraft
wieder auf zur Freiheit führet.

Lachend hat an seiner Not
sie das ... weiterlesen


Frauenliebe

Ihres Leibes Wunderschaft
hat so völlig ihn verschnüret,
dass ihn fürder keine Kraft
wieder auf zur Freiheit führet.

Lachend hat an seiner Not
sie das ... weiterlesen


Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein

Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein.
Am offnen Fenster lauschte der Sommerwind,
und unsrer Athemzüge Frieden
trug er hinaus in die helle Mondnacht. –

Und ... weiterlesen


Fontana Trevi

Im Frühschein brennt das ewige Licht
vor Gottes Mutter düster rot
und heller tönt und voller rauscht
der alte stolze Quell.

Schwarzgraue Wolken türmen hoch
... weiterlesen


Das verwunschene Haus

Im Parke, droben am Waldessaum
steht ein heimliches Haus,
das blickt aus den dunklen Bäumen kaum,
kaum aus den Blättern heraus.

Aus dem Thale drunten schaun sie ... weiterlesen


Im Thal der Freude weiss ich ein stilles Haus

Im Thal der Freude weiss ich ein stilles Haus
am dunklen, bergquellrauschenden Tannenwald.
Es tönt ein Lied durch meine Nächte,
das mir im Traume der Quell gesungen.
... weiterlesen


Im Zaune klagt die Nachtigall

Im Zaune klagt die Nachtigall,
im Winde bebt der Flieder.
Sie fliegt auf seinen schwanken Zweig,
da beugt sich die Blüthe hernieder.

Sie beugt sich nieder ... weiterlesen


Morgentraum

In den wachen Morgentraum
sprühen tausend Silbersterne;
draussen auf den raschen Strassen
drängt sich lärmend schon das Volk.

Auf den Plätzen sengt die ... weiterlesen


Pierrot marié - 2. Die Werbung

In der nagelneuen Hose
mit der senkrecht steifen Falte,
würdevoll und dennoch schüchtern
naht Pierrot der Schwiegermutter.

Stolz hebt er die schönen Augen
... weiterlesen


Das welke Blatt

In ihren Locken haftete ein welkes Blatt,
als ich mit ihr den alten Berg hernieder stieg
zum letzten Mal. Verstohlne Freude war es mir,
das braune Blatt im wirren braunen Haar zu ... weiterlesen


Französisches Wiegenlied

In meines Vaters Garten –
blühe mein Herz, blüh auf –
in meines Vaters Garten
stand ein schattiger Apfelbaum –
Süsser Traum –
stand ein schattiger ... weiterlesen


Alfred

In Rhythmen lebend und in Reimen schwelgend,
hinwandl ich trunken meine Jugendpfade:
nach jedem Schönen greif ich an dem Wege,
und von den Göttern fordr ich jede Gnade!
... weiterlesen


Kinderköpfchen

In scheuer Lust, doch nimmermehr verschämt,
hobst du die runden, weissen Arme auf
und dehntest sie empor und suchtest blinzelnd
dein Bild im Spiegel.

Ich aber ... weiterlesen


Wieder im Mond!

In Zuchthausmauern liegt ein fahles Weib
auf seinem Bett. Es schläft, es träumt, es fiebert.
Und heiser und mit trocknen Lippen flüsterts:
– Auf einem Mondstrahl .. muss es ... weiterlesen


Lore - II.

Ins Philisterium werd ich eingeschifft
als Material für künftige Schwiegerväter,
und meid ich nicht die Poesie wie Gift,
so ernt ich ein Familiengezeter.

... weiterlesen


Der Dichter

Ist`s nicht im Grunde wesenloser Tand,
was ich in Reimen aneinander füge?
Ist`s nicht im Grunde eine bunte Lüge,
was ich in müssig heitrem Spiel erfand?

Scheint ... weiterlesen


Der Dichter

Ist`s nicht im Grunde wesenloser Tand,
was ich in Reimen aneinander füge?
Ist`s nicht im Grunde eine bunte Lüge,
was ich in müssig heitrem Spiel erfand?

Scheint dir ... weiterlesen


Campagna

Ja! Die Ebne ruht in satten Düften,
hingeschmiegt in sanfter Hügellinie –
drüben, hoch in noch durchsonnten Lüften,
still und einsam-schattend steht die Pinie.

... weiterlesen


Campagna

Ja! Die Ebne ruht in satten Düften,
hingeschmiegt in sanfter Hügellinie –
drüben, hoch in noch durchsonnten Lüften,
still und einsam–schattend steht die Pinie.
... weiterlesen


Pierrot marié - 1. Die Würfel

Jahr für Jahr, am Aschermittwoch,
wenn der Carneval durchtobt ist,
quält Pierrot sich mit Gedanken,
die nach Tod und Heirath schielen.

Aus der braunen ... weiterlesen


Puck

Kleines, herziges Mädel du,
sag, was musste die Mutter schon
lange Kleider dir geben, die,
ach, jenen dunklen Strümpfestreif,
jenes lustige Füssepaar,
das kein ... weiterlesen


Die Brüder

Kühl athmet der Berge rauschende Nacht.
Schwarzspitzige Tannen nicken im Schlaf.
Stumm ruht der See, vom Dunkel umlauscht;
und droben flüchten die Wolken.

Wie ... weiterlesen


Erfülltes Schweigen

Kämmst du dir in Duft und Dunkel
deine krausen, reichen Haare,
ist`s, als ob ein blau Gefunkel
knisternd dir vom Haupte fahre.

Und ich spürte scheue Wonne:
... weiterlesen


Mein armer Kopf lag still in deinem Schooss

Mein armer Kopf lag still in deinem Schooss
und dachte – dachte bis er müde wurde.
Du hattest deine leichte, milde Hand
auf meine Stirn gelegt und warst entschlafen.
... weiterlesen


Äffchen

Nach Albert Giraud

Deine Augen, deine lieben blauen Augen,
draus naiven Goldes Sternenblicke leuchten,
deine Augen, so voll tiefen, klaren Glanzes,
drinnen dennoch ... weiterlesen


Schneeschmelze

Nun muss der Schnee vom Haupt der Berge steigen:
die Sonne giebt ihm länger keine Ruh.
Sie will dir ihre neuen Wunder zeigen,
den Blüthenschnee, verstreut auf allen Zweigen ... weiterlesen


Schneeschmelze

Nun muss der Schnee vom Haupt der Berge steigen:
die Sonne giebt ihm länger keine Ruh.
Sie will dir ihre neuen Wunder zeigen,
den Blüthenschnee, verstreut auf allen Zweigen ... weiterlesen


Nur eine Monatsrose war die Liebe

Nur eine Monatsrose war die Liebe,
die deine Wangen färbte. – Ihr Verblühn
hab ich voll tiefen, tiefen Leids gesehn,
und meine Thränen netzten jedes Blatt,
das bald ... weiterlesen


O dass ich dich noch lieben kann

O dass ich dich noch lieben kann,
macht mir das Herz so froh, so weit!
O dass ich dich noch lieben darf,
läutert mein Herz für alle Zeit!

Ich hab gespottet, hab ... weiterlesen


Die Sternenwacht

O jene Tage sind so fern,
da einst Genuss des Menschen Loos.
Die Zeit ist hell vom Morgenstern,
doch sonnenlos.

In dieser Nacht, im Sternenschein
schläft ... weiterlesen


Gottvertraun zum Bayonette

O Muse! – Ja: ich liebe meine Muse.
Es ist ein schönes Weib und jung an Jahren!
Nicht allegorisch und abstract confuse,
sie schaut mich an mit Augen braun und klaren.
... weiterlesen


Die Wiederkunft

Prometheus brach jahrtausendalte Fesseln.
Er reckt die Glieder, er erhebt das Haupt,
und wie ein Morgenroth erhellt die Welt
der ungebrochne Strahl der grossen Augen.
... weiterlesen


Scheltet das nicht Abenteuer

Scheltet das nicht Abenteuer,
was, aus Frühlingsnacht geboren,
Sehnsucht sich geformt zu neuer
Wünsche Bild – nie mehr verloren. –

Ob ich mich ans Ende ... weiterlesen


Verlorene Nacht

Schlaf! Du trauriges Kameel
hast auf deinem Wiegerücken
aus der lieblichsten Oase
in die Wüste mich getragen ..

Hielt ich, siegverwöhnter Pascha,
doch im ... weiterlesen


Pierrot marié - 3. Die Düte

Seine hohe, spitze Kappe,
das Symbol erhabner Narrheit,
hat Pierrot im Hochzeitsrausche,
in des Festes Lärm verloren!

Jammernd suchen alle Gäste
unter ... weiterlesen


Die Düte

Seine hohe, spitze Kappe,
das Symbol erhabner Narrheit,
hat Pierrot im Hochzeitsrausche,
in des Festes Lärm verloren!

Jammernd suchen alle Gäste
unter Tischen, ... weiterlesen


Gottesdienst

Sicher und harmlos,
wie Götter und Kinder,
athmen wir freudig
des Lebens Tage.
Aber die Nächte,
des Lebens Nächte
feiern wir fromm.

Uns ... weiterlesen


Maria

Sie wandelten zum Feste gen Jerusalem
und kamen in ein Dorf, das heisst Bethania.
Da war ein Weib mit Namen Martha, dieses nahm
den Herren auf und pflegte vielgeschäftig ... weiterlesen


Liebesfeier

Siehst du die Perlen springen im krystallnen Glase,
silbern und weiss? – O küsse mich, du Geliebte!
Heut sind die unsichtbaren Festguirlanden
tiefer gehängt in stolzen und ... weiterlesen


Die Fackel

So tauchte die Fackel empor aus tiefer, tiefer Nacht,
und meine Hand, die Linke, hielt den Fackelschaft.
Sie trug und hielt das Feuer hoch und liess den Sturm
getrost zerfetzen ... weiterlesen


Rückkehr zur Natur!

Sonneberger Elegie

In später Nacht kam ich in Stockheim an. –
Des »Vogelschiessens« Wollust hatt ich noch
mit vollen Zügen in der Stadt der Musen,
im alten ... weiterlesen


Sprödes, knospenkeusches Mädchen

Sprödes, knospenkeusches Mädchen,
könnt ich einmal noch dich küssen
scheu wie einst, da du erröthet –
hab auch selbst erröthen müssen.

Die gesenkte braune ... weiterlesen


Süss duftende Lindenblüthe

Süss duftende Lindenblüthe
in quellender Juninacht.
Eine Wonne aus meinem Gemüthe
ist mir in Sinnen erwacht.

Als klänge vor meinen Ohren
leise das Lied ... weiterlesen


Und wenn dein Lächeln unter die Leute fällt

Und wenn dein Lächeln unter die Leute fällt –
sie lesen es wie goldene Scherben auf,
sie danken dir wie frohe Kinder,
schreiten mit hellerem Auge weiter.

... weiterlesen


Die Kirschenblüthe

Und wieder wandl ich unter Blüthenbäumen:
weiss alle Zweige, hellbraun erst die Blätter.
In mir ist Ruh, als ob ich horchen müsste,
und sinnend schau ich in das Abendroth. ... weiterlesen


Enis vor Harun al Raschid

Unter meinen Wunderhänden
wächst ein Lied zum Preis der Schönheit:
alle Töne wollen klingen,
schwingen jeder Laut.

Und ich beuge mich am Werke,
kaum dass ich ... weiterlesen


Voll erblüht die schüchterne Rosenknospe

Voll erblüht die schüchterne Rosenknospe
in dem flurdurchwärmenden Strahl der Sonne,
und bewundernd schaut ihr der Mensch ins offne,
glühende Antlitz.

Doch der ... weiterlesen


Ad notam

Von dem die Jugend lernen kann,
Ernst Zitelmann,

in seinem goldenen Liederbuch
spricht er den Spruch:

Versuche nie in des Dichters Gedicht
sein ... weiterlesen


Von reifen Früchten

Von reifen Früchten träumt ich eine volle Nacht,
von goldigen im dunkel üppigen Gebüsch.

Am Berge war es, unter altem Mauerwerk,
und Duft und Sonne glühten da in ... weiterlesen


Cunettone

Vor dem Kamin, in dem die Flamme flackerte,
verstummten sie und dachten ihres Lebens nach.
Alsdann versank so Vieles, was sie sonst besass,
und rein im reinen Augenblicke lebten ... weiterlesen


Cunettone

Vor dem Kamin, in dem die Flamme flackerte,
verstummten sie und dachten ihres Lebens nach.
Alsdann versank so Vieles, was sie sonst besass,
und rein im reinen Augenblicke lebten ... weiterlesen


Pierrot marié - 4. Die Hörner

Wenn die Hörner abgelaufen
und der Jugend Lust gebüsst ist,
wird Pierrot, der lastermüde,
kriechen in den heiligen Ehstand ...

Colombine, jung und lustig,
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Jessica - 2.

Wenn ich entfesselt, dreist, nur noch ein Spiel
lieblichen Rausches bebend vor dir stehe
im Lichtstrahl deiner Augen – o, ich flehe:
wende sie ab von mir – es ist zuviel!
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Wenn sich das Herz der Erde wieder löst

Wenn sich das Herz der Erde wieder löst,
und wieder weich die Fluth der Winde gleitet –
aufthaut in mir ein klagendes Erinnern.

Auch mir hat einmal sich das Herz ... weiterlesen


Fasching

Wie eine reife, süsse Dolde
hing deine Güte über mir;
im Rausche griff ich nach dem Golde
und streifte schon an seine Zier.

Nun hat ein graugewobner Schleier
... weiterlesen


Fasching

Wie eine reife, süsse Dolde
hing deine Güte über mir;
im Rausche griff ich nach dem Golde
und streifte schon an seine Zier.

Nun hat ein graugewobner Schleier
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Pierrot marié - Morgen-Singsang

Wie sehnt ich dem Schlafe mich nach!
Schon hielt ich das Glück an den Fäden,
da pochte die Sonn an die Läden ..
wie sehnt ich dem Schlafe mich nach!

Bang ... weiterlesen


Wir hattens einst so gut verstanden

Wir hattens einst so gut verstanden,
zu küssen uns zu rechter Stund,
eh wir es selber ganz empfanden,
gefunden hatte Mund den Mund.

Ein einiger Gedanke ... weiterlesen


Der levitische Mann

Zu der Zeit, da Israel verwaist war
und kein Richter richtete in Juda,
wohnte, an der Seite des Gebirges
Ephraim, ein Mann vom Stamme Levi,
der gewann aus Bethlehem eine ... weiterlesen


Ein Abschied

„Du willst nun gehn?“ Weisst du denn nicht, dass ich schon lang
von dir gegangen bin? Dass nur ein Schatten noch,
ein Schein vor deinen Augen steht, den du nur siehst?

... weiterlesen


Ein Abschied

›Du willst nun gehn?‹ Weisst du denn nicht, dass ich schon lang
von dir gegangen bin? Dass nur ein Schatten noch,
ein Schein vor deinen Augen steht, den du nur siehst?

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Wie kommts, dass wenn der Mund auch schweigt

»Wie kommts, dass wenn der Mund auch schweigt,
das Herz nur umso lauter spricht –
wie kommts, dass unser Auge sich
im Einverständnis trifft?

Wie kommt es, dass ... weiterlesen



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