A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Otto Ernst


Herr Dagbrand

    Herr Dagbrand kämpfte
harten Strauß Mit Ungemach und
Erdengraus.     Die Pest
verschlang ihm Weib und Kind, Der Krieg
ihm Hof und Ingesind.    
... weiterlesen

Anzeigen



Vision

(Das Mädchen spricht:) Die Glut im
Ofen Zerfällt mit Knistern – Ich
bin bei den Eltern, Unter
Geschwistern; An jedem Abend In engem
Zimmer Sind wie v
... weiterlesen


Vision

(Das Mädchen spricht:) Die Glut im
Ofen Zerfällt mit Knistern - Ich bin
bei den Eltern, Unter Geschwistern; An
jedem Abend In engem Zimmer Sind wie
versammelt
... weiterlesen


Lob der Sparsamkeit

(Eigene Melodie) Es meint der Filz,
sobald er hört Von Kneip- und
Bummelei, Im Tugendbusen jach empört,
Daß dies Verschwendung sei. Er
rechnet aus, wieviel es br
... weiterlesen


Abend

(nach einem alten Holzschnitt) Lehnst
an meine Schulter du Sanft dein Haupt
mit Schweigen, Spiel ich dir ein altes
Lied Auf der alten Geigen. Und die
Seele, mi
... weiterlesen


Abend

(nach einem alten Holzschnitt) Lehnst
an meine Schulter du Sanft dein Haupt
mit Schweigen, Spiel ich dir ein altes
Lied Auf der alten Geigen. Und die
Seele, mild ger
... weiterlesen


Schulmeister Frühling

(Zur Begrüßung der in Hamburg
versammelten deutschen Lehrer) Mai
1896. Einer kam vor euch gegangen,
Auch von eurer Zunft, Und wir
jauchzten voll Verlangen Seiner
... weiterlesen


Mein Freund

Als ich jüngst im Garten
wandelte, Ward mir unverhoffte, tiefe
Freude: Aus dem tiefen Dunkel wirrer
Zweige Winkten mir zwei Blumen wie zwei
Augen. Näher trat ich, durchs Gebüsch
m
... weiterlesen


Blühendes Glück

Als wir für das Leben uns
verbanden, Ganz in Blüte stand der
Apfelbaum, Und sein weißer Schimmer
floß wie Segen Über uns und dieser
Stube Raum. Fast zu reich war dieser
... weiterlesen


Sonnenblick

Am grauen Tag, im Winterleid Wir
standen am Fenster beide. Im Nebelkleid
die Sorge schritt Dahin durch wald und
Weide. Da brach hervor der
Sonnenquell, Die Sorge blich
... weiterlesen


An einem leisen Bach

An einem leisen Bach auf grünem
Stein Lag abendstill ein
Sonnenschein, Wohl größer kaum als
eines Menschen Angesicht, Jedoch ein
heimlich-wunderbares Licht. Ich kniete
still ins L
... weiterlesen


Stiller Besuch

An einem Tag, da Haus und Halde
schwieg, Lag ich auf meinem Ruhebett
und schaute Verhalt’nen Atems meinem
Söhnlein zu, Das fromm aus Hölzern
einen Tempel baute. Am Fenste
... weiterlesen


Neujahrsgruß

Ans Tor des Türmers hab` ich
heut gepocht mit lautem Rufen: »Komm,
führe mich vor Mitternacht zum Turm
hinauf die Stufen! Denn ein Gelüsten
treibt mich heut, mit mächtig halle
... weiterlesen


Neujahrsgruß

Ans Tor des Türmers hab’ ich
heut gepocht mit lautem Rufen: »Komm,
führe mich vor Mitternacht zum Turm
hinauf die Stufen! Denn ein Gelüsten
treibt mich heut, mit mächti
... weiterlesen


Wintermärchen

Auf dem Baum vor meinem Fenster Saß im
rauhen Winterhauch Eine Drossel, und
ich fragte: `Warum wanderst du nicht
auch? Warum bleibst du, wenn die
Stürme Brausen übe
... weiterlesen


Wintermärchen

Auf dem Baum vor meinem Fenster Saß im
rauhen Winterhauch Eine Drossel, und ich
fragte: `Warum wanderst du nicht
auch? Warum bleibst du, wenn die
Stürme Brausen über Flur
... weiterlesen


Tiefglücklich

Das ist der Segen dieser trüben
Stunden, Die mir ein sorgengrauer
Himmel sendet: Die selige Mahnung, dass
ich dich gefunden, Zu der mein Blick
aus jeder Nacht sich wendet, Der Trost
... weiterlesen


Mihi est propositum...

Deckt mir überreich den Tisch Für die
lieben Gäste; Aber aus dem Keller
holt Mir das Allerbeste! Daß sie
lächelnd sich gestehn, Wenn sie
heimwärts schweben: Edlen
... weiterlesen


Leise Stimmen

Den Kopf auf deinem Schoß – o
Blumenlager! O Pfühl, aus dem geheime
Träume blühn! Dein Auge glänzt, ein
sehnsuchtdunkler Frager, Wie reife
Trauben aus dem Schatten glühn. Nun
... weiterlesen


Spaziergang

Der Sturmwind springt mit rasendem
Schwung Über leuchtende Wiesen. Er
packt die Eichen bei Wurzel und
Ast, Die knarrenden Riesen. Mir zum
Triumph bestreut er den Weg
... weiterlesen


Winternachmittag an der Elbe

Durch den Schnee, der Schlucht und
Gräben füllt Wandert meine Seele
ruherfüllt. Ach, sie möchte sich
Genüge tun, Lebenswarm im weißen
Totenlinnen ruhn! Denn es wacht wi
... weiterlesen


Schranken des Glücks

Durch die Seelen der guten
Menschen Bebt ein Seufzer geheimen
Wehes, Stellt ein Schrei verborgener
Schmerzen Selbst in der Stunde des
höchsten Glückes. – Wohl umfangen
au
... weiterlesen


Eines Tages

Durch die silberflimmernden
Gardinen, Über rote Blumen floß ins
Zimmer Immer-immerfort die
Sommersonne; Am Piano saß das blonde
Mägdlein; Unter seinen rosenzarten
Fingern
... weiterlesen


Vor dem Zuchthause

Ein düst’rer Steinkoloß ragt in die
Schatten Der Nacht hinauf. Die grauen
Wände starren Gespensterhaft empor,
und sie umflattert, Aufzuckend hier und
da, ein fahler Schimmer Der
... weiterlesen


Der gerechte Gevatter

Ein Pilger schritt durchs Tal
bergan, Zu suchen den
Gevattersmann, Dem sich ein Herz
vertrauen kann, Weil er gerechten
Sinns. Im Sonnenglast auf hoher
Hald’ Ersah er
... weiterlesen


Der Einsame

Ein schwarzer Balken klatscht mit wildem
Schlage An meine Scheiben – und
fällt schwer herab. Ich öffne rasch
das Fenster  -- : eine
Drossel, Vom Falk gejagt, stieß das
Genick sich
... weiterlesen


Erscheinung

Eine düst’re Wolke seh’ ich
schwimmen Durch den abendlichen
Himmelsraum. Nur um ihres Scheitels
Zacken glimmen Zarte Lichter wie ein
Flockensaum. Gleichwie starrgewalt
... weiterlesen


Karriere

Er stieg von Amt zu Amt mit stetem Glück,
Verkehrte höflich selbst mit Erzhalunken,
Wich freundlich hier und freundlich dort zurück-
Und so ist er gemach emporgesunken.
Sündflut

Erk Mannis schaut über Holmös
Strand: Verronnen die Flut, aber tot
ist das Land. Ein Schlick und ein
Schlamm und ein Trümmergraus; Nur
eines blieb ganz: das Gotteshaus.
... weiterlesen


Der Grenzlauf

Es hatten die von Uri und die von Glarus
Streit. Sie taten der Grenze willen
einander Schmach und Leid. Eins mähte
des andern Wiese, eins haschte des
andern Kuh. Es schauten die Guten im L
... weiterlesen


Natur und Liebe

Fordre nicht, daß ich mit Worten
sage Was mich quält und peinigt jeden
Tag! Müde bin ich, daß ich keine
Worte Auch von deinen Lippen hören
mag. Menschen haben mir so vie
... weiterlesen


Natur und Liebe

Fordre nicht, daß ich mit Worten
sage Was mich quält und peinigt jeden
Tag! Müde bin ich, daß ich keine
Worte Auch von deinen Lippen hören
mag. Menschen haben mir so viel mit
... weiterlesen


Trügender Strahl

Freundlicher Gefährte später
Stunden, Kleiner Vogel, warum singst du
nun? Nacht und Schlaf hat längst die
Welt umwunden. Ließ die späte Lampe
dich nicht ruhn? Durch des
... weiterlesen


Freundliche Nähe

Geliebter Menschen traute Nähe Ist wie
der Quelle ferner Sang, Der leis
herüberklingt vom Garten Den schönen
Sommertag entlang, Ist wie ein
frischer Duft vom Walde,
... weiterlesen


Was Ortrun sprach

Gib wie immer deine liebe Hand, Eh’
ich eintret’ in des Schlummers
Land. Sollst im Dunkel mir zur Seite
stehen, Mit mir durch des Traumes
Garten gehen. Sieh, das ist das
... weiterlesen


Nach dem Gewitter

Grell entfuhr der Blitz den umwölkten
Höhen, Und der Donner Wut übertönte,
lange Dumpf verhallend noch, den in
schwarzen Strömen Rauschenden
Regen. Nun ist alles stumm.
... weiterlesen


Nach dem Gewitter

Grell entfuhr der Blitz den umwölkten
Höhen, Und der Donner Wut übertönte,
lange Dumpf verhallend noch, den in
schwarzen Strömen Rauschenden
Regen. Nun ist alles stumm. - Nur
... weiterlesen


Allein im Dunkel

Her durch Wände und geschloss’ne
Türen Schwebt ein Spiel von leisen,
weichen Händen, Oft so zart – ich
weiß nicht: ist’s des
Weltalls Tönend Schweigen, oder ist es
Klingen?
... weiterlesen


Herr Luchs

Herr Luchs spricht keinem Menschen nach
dem Mund, und doch gelang es ihm, so
hoch zu steigen? Ja, denn der Schalk
versteht die fein´re Kunst, den
großen Herren
... weiterlesen


Herr Luchs

Herr Luchs spricht keinem Menschen nach
dem Mund, und doch gelang es ihm, so
hoch zu steigen? Ja, denn der Schalk
versteht die fein´re Kunst, den großen
Herren nach d
... weiterlesen


Ausflug

Heut saß ich wieder an meinem
Klavier; sein blankes Holz war Spiegel
mir; drin sah ich mich und mein stilles
Zimmer, den Garten, die Gasse - und fern
einen Schimmer des lichten Himmels.
... weiterlesen


Das erlösende Wort

Ich hatte mich wirklich für and`re
gemüht;  Viel Arbeit und Ärger
war mir erblüht. Ich kämpfte,
schuftete ums Gelingen — Mir sollt`s
und konnt`s keinen Vorteil bringen.
... weiterlesen


Ein neues Trinklied

Ich hatt` ein Tönnlein Freud` im
Haus, Da kamen Gesellen in Haufen. Ich
kriegt` ein Oxhoft Leid ins Haus, Das
durft` ich selber saufen. Da hat sich
hell mir aufgetan die Zech
... weiterlesen


Der Erbe

Ich hebe meine Geige ganz heimlich
unters Kinn und zieh mit leisem
Bogen ganz heimlich drüber hin. Da
hebt mein blondes Dirnlein den Fuß zum
Tanzeschritt; der Braune
... weiterlesen


Nächtliche Wanderung

Ich schreite einsam durch den Wald, Die
Nacht webt schwarz um düstre
Tannen; Vor meinem Geist steht Weh und
Luft Der langen Jahre, die
verrannen. Hat mehr des Leibes, mehr
d
... weiterlesen


Nächtliche Wanderung

Ich schreite einsam durch den Wald, Die
Nacht webt schwarz um düstre
Tannen; Vor meinem Geist steht Weh und
Luft Der langen Jahre, die
verrannen. Hat mehr des Leibes, mehr
der Lu
... weiterlesen


Müde

Ich zog auf fernen Wanderungen An
manchem stillen Ort vorbei, Wo mich’s
mit Allgewalt durchdrungen, Wie selig
dort die Ruhe sei. Mit hohen Wipfeln
sah ich ragen Den
... weiterlesen


Die Geister von Aenglistal

Im Aenglistal war Sonn` und Freud`; Bei
Last und Arbeit lachten die Leut`; Wenn
der Sämann ging, wenn die Sichel
klang, Aus Schollen und Schwaden
strömte Gesang. O liebe Geister vo
... weiterlesen


Alles ist ewig

In den morgenfrischen Bäumen Hing ein
letzter Hauch der Nacht, Und die Blumen
machten Augen Wie ein Kind, wenn es
erwacht – Holder Schreck entriß
mich plötzlich L
... weiterlesen


Eruption

In einem Bade, dahin man geht Wegen
beginnender Nervosität, Saß ich
friedlich bei einem Glas Bier, Eben
versöhnt mit der Welt und mir. Da
muß zu meinem starren Entsetzen
... weiterlesen


Schiller

In einer großen Stadt, wo ich
gewohnt, In einem volk- und
häuserreichen Viertel, Sah ich aus
meiner Kammer unterm Dach In das Gewirr
der Steine oft und lang. Schier
unabsehbar lage
... weiterlesen


Gesegnete Wanderung

In fernes Licht hinein Schreit’ ich
schon lange, lange; Um graue Trümmer
hängt’s An jenem Felsenhange. Um
Sagentore blühn Die abendroten
Ranken; Durch Fe
... weiterlesen


Der freche Pommery

In meinem Stübchen unter Glas Prangt
ein herrlicher Goethe en face. Sein
großer Blick durchsonnt das Zimmer Wie
Erdenluft und olympischer Schimmer. Nun
war ’mal ein rechter Jubel
... weiterlesen


Auflösung

In weiter Öde schreit’ ich längst
allein. Kein Ton, kein Hauch. Kein
Fünckchen Sonnenschein. Ein dünner,
grauer Regen rieselt sacht; Aus
feuchtem Boden langt empor die Nacht.
... weiterlesen


Im Garten

Ja, ich weiß, daß hier um Aug und
Wangen  Eine Flut von Duft und
Schimmer drängt, Weiß, daß eine
Traube schwerer Knospen Fast herab bis
auf die Stirn mir hängt —
... weiterlesen


Lütt Jan

Jan Boje wünscht sich lange schon ein
Schiff - ach Gott, wie lange schon! Ein
Schiff so groß - ein Schiff -
hurra: von hier bis nach Amerika. Die
höchsten Tannen sind zu klein,
... weiterlesen


Hartnäckige Liebe

Jan Reimers hatte vor gar nichts
Furcht. Er rettete damals die beiden
Dänen, Ihr wißt wohl – es wollte
keiner dran Er riß sie dem blanken
Hans aus den Zähnen. Nun war d
... weiterlesen


Hartnäckige Liebe

Jan Reimers hatte vor gar nichts
Furcht. Er rettete damals die beiden
Dänen, Ihr wißt wohl - es wollte
keiner dran Er riß sie dem blanken Hans
aus den Zähnen. Nun war da die A
... weiterlesen


Unter Protestanten

Kampf gegen jede Fäulnis und Zermorschung!
Gewissenfreiheit! Freie Bibelforschung!
Wie hab ich euern Mut so oft bewundert;
Das alles fordert ihr - fürs sechzehnte Jahrhundert!
Die schlafenden Tage

Kennst du die schlafenden Tage? Da
kommt die leuchtende Sonne
nicht, Verloren hat sie ihr
Flammenlicht; Ein träger Schimmer
fließt herab; Die Welt ist umschattet
wie ein Gr
... weiterlesen


Kindheit

Komm, liebes Weib, und lass die Arbeit
ruhn; Mit mir des späten Tags genieße
nun. Sieh, wie die Sonne brennt im
dunklen Wald. In leuchtend Blut
zerfließt der Westen bald.
... weiterlesen


Nis Randers

Krachen und Heulen und berstende
Nacht, Dunkel und Flammen in rasender
Jagd - Ein Schrei durch die
Brandung! Und brennt der Himmel, so
sieht man´s gut: Ein Wrack auf der
Sandbank! N
... weiterlesen


Nis Randers

Krachen und Heulen und berstende
Nacht,Dunkel und Flammen in rasender
Jagd -Ein Schrei durch die Brandung!Und
brennt der Himmel, so sieht mans gut.Ein
Wrack auf der Sandbank! Noch
... weiterlesen


Auf dem Morgengange

Laß uns verweilen, du Liebste
mein, Schau in den tiefen Wald
hinein! Spärlich nur durch die Tannen
dicht Irrt hernieder das
Sonnenlicht; Nur einen kleinen, stillen
Raum Hül
... weiterlesen


Johannisnacht

Leuchtkäfer schwammen in der schweren
Nacht, Auf bleichem Rasen schliefen die
Syringen; Nur der Jasmin blieb wach und
horchte still Mit mondverklärten Augen
einem Klingen.
... weiterlesen


Leuchtender Tag

Liebchen!! – Huschte sie durchs
Zimmer? Ja, ihr Haar blieb mir im
Sinn. Wie ein Quell im
Frühlingsflimmer Floß es reich und
hell dahin. Ist mir’s doch, ich
säh es quel
... weiterlesen


Kameraden

Manchmal aus aller Wirrnis und
Plage Hebst du den Blick, Schweigend
zu forschen, wie ich sie trage: Sorgen
und Mühen - unser Geschick. Manchmal
am dunklen, schleichenden Tag
... weiterlesen


Sklavenmoral

Mein Junge, du wirst zu treu und zu gut
– Fast möcht` ich dich wecken! Ich
seh`s mit schwellendem Stolz – und ich
seh`s Mit wachsendem Schrecken. Dein
Auge feuchtet ein
... weiterlesen


Zuflucht bei der Geliebten

Nach wilder, hetzender
Gedankenfahrt Kehr` abends ich zurück
in deine Arme, Die Augen müd` vom
heißen Tageslicht, Die Seele voll von
ungestilltem Harme. Und wieder fuhr
... weiterlesen


Erwartung der Weihnacht

Noch eine Nacht - und aus den
Lüften Herniederströmt das goldne
Licht Der wundersamen
Weihnachtsfreude, Verklärend jedes
Ungesicht. Und wieder klingt die alte
Sage: Wie einst di
... weiterlesen


Erwartung der Weihnacht

Noch eine Nacht – und aus den
Lüften Herniederströmt das goldne
Licht Der wundersamen
Weihnachtsfreude, Verklärend jedes
Ungesicht. Und wieder klingt die alte
Sage: Wie e
... weiterlesen


O hättest du immer dunkel geschrieben

O hättest du immer dunkel geschrieben,
Du wärst ein Symbolist geblieben!
Zum ersten Male schrieb er klar -
Da sah man´s, daß er ein Simpel war.
Hymnus an die Bäume

O meine Bäume! Seit meiner Kindheit
ahnenden Tagen Sprech’ ich zu euch,
ihr edlen Vertrauten, Sprech’ ich in
stummer, geheimer Sprache, Und ihr
versteht mich Und atmet mi
... weiterlesen


Der Ruf

Schon trat aus ferner, tannendunkler
Pforte Der Schlaf hervor. Schon raunte
mir die ersten, leisen Worte Der Traum
ins Ohr. Da klang von nahen Zweigen Ein
tiefer Freudenschall,
... weiterlesen


Goethe und Tasso

So wird sich wieder denn der Vorhang
heben Vor Belriguardos lorbeerstillen
Gärten, Wo zarte Frau’n
Gedankenkränze winden Und alle
Schönheit ahndevoll umfangen, Ein
edler Fürst
... weiterlesen


Einem Sommer

Sommer, eh’ du nun entwandelst Über
sonnenrote Höhn, Soll dir meine Seele
sagen, Wie du mir vor allen
schön! Wähne nicht, daß meinem
Herzen Sommer so wie Sommer
... weiterlesen


Resignation

Sonnenschein, du tief geheimes Glück,
Kommst du wieder mir
zurück? Schmerzestrunken War ich in
mein dunkles Selbst versunken, Und in
Nächten, nimmer zu erhellen, Trank ich
... weiterlesen


Frau Beate Stupiditas

Stupiditas, das gesunde Weib, Saß am
Markt und sonnt` ihren Leib, Tat über
dem Bauch die Hände falten Und feil
einen Korb voll Fische halten. Fett
glänzt` ihr Haar und breit i
... weiterlesen


Weihnachtsspaziergang

Täglich fast aus meines Dorfes
Frieden, Wo ich zwischen Feld und
Büschen wohne, Wo ich sieben
Nachtigallen höre, Wo mich Fink und
Amsel lang schon kennen Und mich keck
beäugen, w
... weiterlesen


Um eine Hoffnung ärmer.

Um eine Hoffnung ärmer. Betratst du je
ein Haus Mit hoffendem Verlangen Und
bist von dannen drauf Gesenkten Blicks
gegangen, Um eine Hoffnung
ärmer? Wie ander
... weiterlesen


Um eine Hoffnung ärmer

Um eine Hoffnung ärmer. Betratst du je
ein Haus Mit hoffendem Verlangen Und
bist von dannen drauf Gesenkten Blicks
gegangen, Um eine Hoffnung ärmer? Wie
anders schie
... weiterlesen


Glück

Um einen Trunk bat mich zur Nacht mein
Kind, Mein wilder Kamerad in Spiel und
Scherzen. Sein Stimmchen bettelte so
warm und lind -- Und reiche Liebe
strömte mir vom Herzen.
... weiterlesen


Aus einer Nacht

Und wieder müd`, zerschlagen Kam er am
Abend heim, Und wieder schwoll im
Herzen Ein alter, böser Keim: Der
Keim des Wahnsinns, den er In stummer
Seele trug –
... weiterlesen


Unsterblich

Unlängst, als die Größte von den
Kleinen, Meinen Hals umschlingend, vor
mir stand, Fand sie jene Spur an meiner
Schläfe, Wo der Tod hinstrich mit
zager Hand. Größer wur
... weiterlesen


Waldidyll

Voll Haß und Unrast lief ich in den
Wald: Mein Herz war heiß; die Welt war
tot und kalt. Du Bächlein bist so
wild und kraus wie ich; Komm,
schäumender Gesell, und lehre mich: -
... weiterlesen


Waldidyll

Voll Haß und Unrast lief ich in den
Wald: Mein Herz war heiß; die Welt war
tot und kalt. Du Bächlein bist so wild
und kraus wie ich; Komm, schäumender
Gesell, und lehre mich: -
... weiterlesen


Heiliger Morgen

Von den Tannen träufelt
Märchenduft; Leise Weihnachtsglocken
sind erklungen – Blinkend fährt mein
Hammer durch die Luft; Denn ein
Spielzeug zimmr` ich meinem
Jungen. Gra
... weiterlesen


Heiliger Morgen

Von den Tannen träufelt
Märchenduft; Leise Weihnachtsglocken
sind erklungen – Blinkend fährt mein
Hammer durch die Luft; Denn ein
Spielzeug zimmr` ich meinem
Jungen. Graue Wo
... weiterlesen


Angelika

Von der raschen Lebenswelle, Die mein
Herz durchfloß, Die in sel`ger
Stundenschnelle Brausend dich
umschloß, Von der Liebe
Schönheitsrausche Taumelnd übermannt,
... weiterlesen


Der Gekrönte

Von eines kunstgeweihten Tempels
Stufen Stieg er herab: der Sieger im
Gesang. Im abendlichen Dunkel dicht
gedrängt, In langen Reihen harrte sein
die Menge. Wohin er lächelnd schrit
... weiterlesen


Vater Harlekin

Warum ich tanz` vor meinem Sohn und
singe Und wie ein Harlekin Grimassen
schneide? Dass einst ein heimlich
Lachen ihm gelinge, Wenn er verlassen
steht im Lebensleide . . . La
... weiterlesen


Vorfrühling

Welch goldnes Leuchten fließt so
ungeahnt Wie lichter Zauber um die
starren Bäume? Was zittert wie
geheimer Feierton Mit leisem Klingen
durch des Himmels Räume? Die Flut des
Licht
... weiterlesen


Vorfrühling

Welch goldnes Leuchten fließt so
ungeahnt Wie lichter Zauber um die
starren Bäume? Was zittert wie geheimer
Feierton Mit leisem Klingen durch des
Himmels Räume? Die Flut des Lichts ri
... weiterlesen


Deutschland

Wie du mich treu begleitest Auf meiner
Wanderschaft, An Mutterhand mich
leitest, Du Land voll
Morgenkraft. Wohin den Stab ich hebe,
Dein Auge sieht mich an
... weiterlesen


Ruhe des Herzens

Wie heimlich glüht ein Bild aus langer
Dämm´rung: Ein Sommerabend war´s Im
Heimatdorfe; Noch lag ein
Sonnenhauch Auf Dach und Giebeln, Und
hell stand schon der Mond
... weiterlesen


Ruhe des Herzens

Wie heimlich glüht ein Bild aus langer
Dämm´rung: Ein Sommerabend war´s Im
Heimatdorfe; Noch lag ein
Sonnenhauch Auf Dach und Giebeln, Und
hell stand schon der Mond
... weiterlesen


Genügen

Wie trüg` ich wohl ein
Fernverlangen, da hier der Tag in Rosen
blüht, die Sonne mich erweckt mit
Prangen und mir am Abend sanft
verglüht? Vom Garten schon in früher
Stunde
... weiterlesen


Genügen

Wie trüg’ ich wohl ein
Fernverlangen, da hier der Tag in Rosen
blüht, die Sonne mich erweckt mit
Prangen und mir am Abend sanft
verglüht? Vom Garten schon in
früher Stu
... weiterlesen


Fernes Licht

Winkt ein stilles Licht aus weiter
Ferne Nächtlich her in meiner Stube
Schatten, Wenn des Tages flackernde
Bewegung Sich gestillt zu schweigendem
Ermatten. Ruhe winkt das Li
... weiterlesen


Sonntagskind

Wir haben ein heiliges Kind. Am
Sonntag, im feinsten Gewande, Das Haar
ihm genestelt mir schimmerndem
Bande, Entschlüpft es geheim und
geschwind. Und schleicht sich ins
sch
... weiterlesen


Reue

Über meiner Brust gelegen Hat die
Nacht ein dunkler Gram, Den mir auch
des schnellstens Traumes Flügel nicht
von hinnen nahm. Mocht’ ich über
Meere schreiten Oder
... weiterlesen


Friedhof in Hannover

Zwei Liebende, zu kurz vereint auf
Erden, Schloß diese Gruft mit schweren
Quadern ein. „Niemals soll dieses
Grab geöffnet werden“ – Der Toten
Wille schrieb es auf den Stein.
... weiterlesen


Der fliegende Holländer

Zwei plaudernde Gesellen Im Kahn, im
flügelschnellen. Schon stieg aus
sanften Wellen Die Nacht, die milde
Fei. —  Was war`s? — Was
huscht von hinnen? Ein
... weiterlesen


Ein Freudentag

»Jaja, ich hab` mir `ne Pfeife
gekauft, eine Tabakspfeife von Ton! Ja,
Weibchen, ja: der »Ökonomie« und
aller Vernunft zum Hohn! Haha, ich hab`
mir `ne Pfeife gekauft, e
... weiterlesen


Ein Freudentag

»Jaja, ich hab’ mir ’ne Pfeife
gekauft, eine Tabakspfeife von
Ton! Ja, Weibchen, ja: der
»Ökonomie« und aller Vernunft zum
Hohn! Haha, ich hab’ mir ’ne
Pfeife gek
... weiterlesen