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Gedichte - Otto zur Linde


BEFEHL

(Prädestination) Träfe mich
vonher Eine Ursache, die Absicht
ist, Wenn beides nicht identisch
wär, Was geschähe dann? Und wenn
identisch, Was „wirkt“ dann?
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GEHORSAM

(Ratio) Wenn mich Gott würfe Wie
einen Stein in die Welt, Und er wollte,
daß ich mich Bewähre in der
Welt, So ist sein Werfen die
Ursache Meines Sein
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CHARONTISCHE SPRÜCHE

1. Du sollst alles schaun, wies ist
— Du sollst alles baun, wies dir wird
— Du sollst vertraun, daß du bist
— Dir soll nicht graun, vor dem, was
du wirst Sage d
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DER MENSCH

1. Ihr sollt nie wieder solches
sagen, Daß ihr der Schöpfung Krone
seid. Aus Hölle in Himmel empor zu
ragen, Ist WAHN zum Weinen.
Würdelosigkeit Des Weltwe
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Zeit - I.

1. Oh Welt ist Weg. Und ob du
wandelst Dein Werk des Seins, das dich
ist, So bist du immer doch dein
Sein, Dein Werk, und deinen
WEG. Alles Zurück leg du nach
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Kugelverse. – Erstes Körbchen.

1. Tausend Gründe dawider zählt ihr
an Fingern und Daumen, Gleich als hab`
ich noch nie gründen und zählen
gelernt. 2. Was ihr selber nicht
seht, ein ande
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UND NIEMAND HAT DER SCHAM GEDACHT

1. Und als sie wieder nach
Deutschland zogen Infantrie und
Artillerie — Da hat uns niemand von
Sieg gelogen, Daß wir die Front
„zurückgebogen“ — Nanzy, Vitry
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DIE NEUE ERDE

1. Und doch singt Sehnen Ein Lied so
süß — Heimlich wünscht Wähnen
Das nahe Paradies. So weit, weit
fort Legen wir ein Jenseitsleben
— Hinter de
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UND EINMAL WIRD KEIN MORDEN SEIN

1. Und einmal wieder wird kein Morden
sein, Und Deutschlands großes
Friedensreich ist aufgerichtet. Was
jetzt wird, einmal wirds geworden
sein; Wohl anders als es Traum und
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UNENDLICHKEIT

1. Was geb ich euch? Die neue
Furcht. Behaglich ward die enge
Welt, Kein Platz für Gott und
unterirdsche Hölle. Wo seid ihr? In
der weiten Welt, Die weiter i
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Zeit - X.

10. Wer sich fragt, was er
„gemeint“ hat und noch
„meint“, Was er im Innersten als
„wirklich“ weiß und will, Der
wurzelt in sich, in seiner
Unendlichkeit, und der
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Zeit - XI.

11. Aus der Nüchternheit steht klar
vor euch Des Mords und Krieges
krampfigte Besoffenheit - Das Irrenhaus
der Welt erkennt ihr dann. So geht
ihr still herum und den
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Kugelverse. – Zweites Körbchen.

13. Abdruck nicht bin ich des
Schöpfers, mögt mich Analogon
nennen, Ungeboren, unsterblich – bin
ich Gott parallel. 14. Ja und Nein
und Vielleicht, Punkt-
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Zeit - II.

2. Der Wahn des Kriegs, des Siegs,
Walhall, die Heldengröße, Der Wahn
der Nerven, die so falsch
verwandeln, Oh Golgatha, und TREUE, und
die Scham Der Heimgebliebnen, dann i
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Kugelverse. – Drittes Körbchen.

21. Wollt` ich`s in Prosa zerlegen,
bräche die Kugel in Scherben; Aber im
Verse geglüht schmelzen die Teile zum
All. 22. Körbchen dutzendweis
senden wollt`
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Kugelverse. – Viertes Körbchen.

26. Um sich selber der Punkt dreht
sich im ewigen Stillstand; Ewig
unbewegt wirbelt der Kreis ohne
Rast. 27. Auf der Peripherie
kreist Gottes grenzlose Weishe
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Zeit - III.

3. Das „Stahlbad“. Dieser WAHN
war WUNSCH auch, MIMIKRY Der
Generalsgehirne, an die
Echtheit Glaubten sie, solche die edle
Herzen waren. Es war Selbsthypno
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Zeit - IV.

4. Einem Volk vorlügen, daß es
Sieger ist, Und dann nicht Frieden
machen, dieses Volk Glaubt sich
mißbraucht, und wenn es dann Sich
nicht mehr schlachten läßt, das dann
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Zeit - V.

5. Erwachtsein ist nicht Widerruf—
Welcher General den Krieg als Wahn
erkannte, Soll nicht wollen Wunderkur
und Traum Einer erlösten Welt. Die
Wellen Wandel
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Zeit - VI.

6. Die „Zeit“ zu wissen ist im
Wahn, Wer nicht an ihren Wurzeln
wohnt. Uns ist ein Schaum nur als ein
Schauen aufgetan. Was sich
„verändert“, ist doch grade das
nich
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Zeit - VII.

7. Wenn ihr rückschaut in der
Zeit, Sollt ihr fragen: was hab ich
„gemeint“ — Dann nur bleibt in
euch, Was am Vergangnem „wirklich“
war. Das aber
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Zeit - VIII.

8. Auch in der MIMIKRY liegt tief
verborgen, Wo sie mit Recht an ihre
Echtheit „glaubt“, Ein Heiliges,
ein Nötiges, das ihr umkleidet Mit
falschem Glanz, der nicht des H
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Zeit - IX.

9. „Zeit“ leidet am WAHN. Die
Verwirklichung Täuscht sie sich vor.
Dann vertauscht sie ein Symbol Mit dem,
wofür dies stand, und wähnt
nun Anzubeten, wo sie eine Maske
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Aber auch dies Bescheidne sollt ihr erkennen

Aber auch dies Bescheidne sollt ihr
erkennen: Euch heilt und mich Nur das
Denken. Ihr „wüßtet“ ja
nicht Denken. Denn euer
Entfliehn Vorm Selbst vergiftete Das
De
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Aber der Welt und Dinge ...

Aber der Welt und Dinge
„Bedingtheiten“? Der unermeßliche
Mord — Diese Brückenlosigkeit Ist
falsche Verwandlung — So
„mißlang“ die Welt, In der ja
keiner Keinem
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ZWECK

Alles Weil vonher,
Alles Weil nachhin,
Beides [wenn außer uns]
Würde unser Werden verwischen,
Und unser Sein wär Wahn.
ALLES WISSEN WOLLEN

Alles wissen wollen ist zu eng und
ängstlich, Machst die Welt zu klein
und deine Furcht zu groß. Welt ein
Haus, durch alle Kammern rennst du,
zwängst dich In die Kellerfenster,
oder legs
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NACH VORN

Alles Zurückschaun I s t  ja ein
Nach vorn, Wenn du erfuhrst Im
horizontlosen Meer Und nun
„weißt“, Daß Unendlichkeit Nicht
erfüllen kann Deine irdi
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Die Sprache.

Als sich der Mensch die Sprache
schuf In seiner Sünden Wildnis, Was
konnt sein Werk wohl anders sein Denn
seines Jammers Bildnis? Denn
Sehnsucht nach dem Paradies Und
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Bin ich denn wach? Der Erwachte

Bin ich denn wach? Der Erwachte, Warum
kann er nicht wecken die Welt? Weiß
ich den Wahn? Und daß ins Leere
fällt Leid, und kein Lethe Lösung
brachte? Weiß ich das? Oder
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DA DRAUSSEN FALLEN SIE, TAUSEND

Da draußen fallen sie, tausend Im Tag;
die Sense geht sausend Durchs Korn in
Todes Hand. Was ist das? Wohl leer
ist von Männern Die Stadt. Doch mit
bunten Bändern G
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REZIPROK

Da ist nichts über mir — Kein
Gesetz, kein Lenker, Kein Zwang, kein
Resignieren — Auch
„entweder`oder“ das war niemals
reziprok. Funktion meiner Treue seh ich
wohl, D
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Nach einem Motiv von Dr. Charles Humphrey Clarke.

Da zählen wir es an den Fingern
ab Nach Jahr und Monat, Woche, Tag und
Stunde Vom Tag an, den uns unsere
Mutter gab, Bis heut – und glauben
solcher Zahlenkunde Mit Zehnern, Einern
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DAS LEERE

Das Leere im Leben füllt ihr an
— Nun meint ihr ein Völliges Zu
erfüllen, wann ihr auf der Flucht
seid Vor eurem Selbst. Wenn ihr
aber Herausließet all diesen trüben
D
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Das Unvorstellbare

Das Unvorstellbare Ist kein
„Außer-uns“ — Das
Drüberhinaus Ist kein „Neben-uns“
— Ihr sollt nicht mehr Reden vom
„Verborgenem“.
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KAUSALITÄT

Daß der Baum seine Gestalt hat,
Ist kein Zufall
Aber auch kein „Gesetz“ über ihm
Der Baum lebt sich,
Und seine Möglichkeiten
Sind noch nicht sein Zweck.
DASS DER GEIST SICH UMSCHUF

Daß der Geist sich umschuf, seinen
Leib, Daß er sich schuf zur Pflanze,
zum Tier, zum Mensch, Daß er sich
schuf vor der Pflanze die Physik und
Chemie, Und wie er sich schuf
Geschlecht un
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Daß der Mensch sich lieben lerne

Daß der Mensch sich „lieben“
lerne, Bringt erst Würde in die
Welt, Dann will er seiner wert
sein. Oh ihr dachtet so falsch, Und
ihr sagtet so verlogen: „Selbst
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Der Wanderer

Den alten Weg bin ich gegangen, Die
alten Bäume standen noch – Ein wenig
dünner schon mit Laub behangen, Doch
ihre Kronen grünten noch. – Die
alten Äcker hab’ ich m
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Der Schlaf ist nicht des Endlichen

Der Schlaf ist nicht des
Endlichen Umgrenzung oder
Verwandelung In Endliches, den Schlaf
verstehen wir noch nicht. Wenn
Unendliches das Endliche Schafft und
ist — Da
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Der Seelen Anteil an der Welt

Der Seelen Anteil an der „Welt“ Als
einen dumpfen, dumpfen Schlaf zu
denken, Das macht die Welt zu etwas
Sinnlosem, Und noch viel schlimmer, es
macht die Welt Zur Unertr
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ZUKUNFT

Die bist nur du — Die ist nicht
sich. Du lebst in nichts hinein, Wie
du ja auch nicht Von einem Woher kamst
— Nur weil du bist, Ist
Zukunft, Du bist
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DIE KERZE LOSCH

Die Kerze losch — Das Stümpfchen
Stearin zerfloß, Der Docht ist
weggebrannt. Was ist nun nicht
mehr? Stearin ward Gas. Der Docht ward
Gas und etwas Asche. Die Kerze
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Die Menschen fürchten einander

Die Menschen fürchten einander, Weil
sie sich für böse halten, Erstmal
hält sich jeder selbst für bös
— Wie er das nennt:
Eigenliebe, Recht, oder was, es ist
Rache, Un
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Die Treue sagt

Die Treue sagt: Was dem Denken heilig
war, Verwandelt und weitet Der
„Blick aus Unendlich“, Wir gehen
den WEG. Kein Widerruf ist, Was
wächst und im Werden
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DIES IST EIN ZWANG DES WEITERDENKENS

Dies ist ein Zwang des
Weiterdenkens, Zuendedenken nennen
wirs, Und nennens so: eh wir es je
doch Beendeten, wir stehen ab, Und wo
wirs stehen ließen, beginnen wirs Von
neuem
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ZU KLEIN FÜR DIE UNENDLICHKEIT

Du seist zu klein für die
Unendlichkeit? So mach dich größer:
aber enge nicht Die Welt zum Umfang
eines Vogelbauers. Genügt dir deine
Spanne Erdenzeit? So red nicht, tu. Wo
lisch
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ES KOMMEN TAUSEND ANGEFAHREN

Es kommen Tausend angefahren Aus
Ewigher durchs Erdentor, Alle undenkbar
alt an Jahren, Davon keiner keine
Stunde verlor. Es weilen Tausend in
Erdschloss` Mauern, Durc
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EWIG GEWESENSEIN

Ewig Gewesensein, und ewig Sein in
Zukunft, solches Denken War doch ein
Neues. Oder? Ach das Denken Ist Tat,
Sein; nur: uns ist möglich Aus Tat und
Sein und Denken jedes zum Begriffegolem
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EWIGKEIT

Ewigkeit Ist keine verlängerte Zeit
—- Zeit ist Funktion, Also niemals
ein Wirkliches. Was ist
Vergangenheit? Du verwechselst sie Mit
deiner Erinnerung. Die a
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GEWISS: UNENDLICHKEIT IST OHNE ENDE

Gewiß: Unendlichkeit ist ohne Ende. Ob
ohne Anfang, liegt noch nicht
darin, Falls wir uns meinen. Also
lag, Falls wir uns meinen, doch noch
nicht darin, Daß wir kein Ende
hätten?
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GOTT IST EINS UND OHNE ZWEITES

Gott ist Eins und ohne Zweites — Gott
ist leer, und voll in sich. Geb ich
Gott das Unbedingte, Nehm ich ihm, was
ihn bedingt. Schuf er mich, bin ich
sein Zweites; Schuf er s
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ICH FÜRCHT, ICH BIN AUF BÖSEN WEGEN

Ich fürcht, ich bin auf bösen
Wegen, Nämlich ein System zu legen
— Es paßt zwar keines nicht bei
keinem, Sonst braucht` mans garnicht
erst zu einen - Aber ich muß mich oft
ert
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Ich sehne Seele und finde nicht Antwort

Ich sehne Seele und finde nicht
Antwort. Es schläft, oder spricht Im
Traum, was weit in Zeit mich umhüllt
— Es ist kein Ort, den die Welt
anfüllt. Sie rauscht vorbei. Si
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VERWUNDETER SOLDAT

Ich weiß, ich weiß, ihr könnt
nicht Froh sein des Lebens, wenn
uns Aus Augen, Augen unendlich Angiert
des Todes Brunst. Und doch, und doch,
ihr fühlt nicht, Wie wa
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ICH WILL DEN WEG NUN WIEDER GEHEN

Ich will den Weg nun wieder gehen,
allein mit mir. Ich will auf deinem Weg
dich sehen, allein mit dir. Es soll
von uns nicht mehr geschehen, denn
eignes Sein, Denn eigne Tat, und im
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Ihr sollt euch nicht mehr entfliehn

Ihr sollt euch nicht mehr
entfliehn. Ihr sollt erkennen, Daß
all euer Böses Selbsthaß ist. Dann
wißt ihr: gütig zu sein, Ist so
notwendig eurem Selbst, Daß ihr d
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WEG UND WAHN

Ihr sollt „Weg“ denken und nie Dogma
registriern. In meinem Buch will auch
Vergangenheit noch Zukunft sein. So
sollt ihr nichts in diesem Buche lesen
als Fixiertes. Es fließt.
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IST DIE UNENDLICHKEIT ZU SCHRECKEND

Ist die Unendlichkeit zu schreckend, ist
sie doch Verzweifelnde je neu
aufweckend, daß da noch Offne Tür;
wohin der Weg auch führ. All unser
Denken in die Höh und Tiefe war doch
viel
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Kam uns aus Betlehem die Kunde

Kam uns aus Betlehem die Kunde Von
einer Lieb im Weltenrunde; In Cusa
sprach ein weiser Mund: Lieb, Welt, und
All und eins ist rund. Als Drittes
lernet noch hinzu: Das Ipse st
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Kann ein Licht wecken, das so still brennt?

Kann ein Licht wecken, das so still
brennt? Ist der Schlaf doch Tod, der
träumt? Ist die Welt ein Tod? Und nur
Traum und Traum Wandeln Schlaf von
Nacht zu Tag und Nacht —
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Kannst du ein Ganzes teilen?

Kannst du ein Ganzes teilen? Was
unterfängst du dich Menschlein? Ehe
den Nenner du nennst, zeugt für den
Zähler dein Mund.    
  *  *  * Doch de
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Kausalität als Funktion

Kausalität als Funktion Des Reziproken
Allerseelen Ist  n i c h t 
ein An-sich als Gesetz. Alles Suchen
nach „Gesetzen“ In der
Metaphysik Ist ja doch Do
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Kausalität ist ...

Kausalität ist kein „An-sich“
— Sondern eine Funktion
Allerseelen. Das Reziproke ist dem
Selbst verständlich, Aber der Schmerz
ist falsch verwandeltes Leid. Es gie
b
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Kenne dich selbst

Kenne dich selbst, dass ist der Wahrheit
innerstes Zentrum, Wo sich Anfang und
Ende mit der Mitte vereint. Kenne
dich selbst im Selbst, kenne dich wieder
im Aussen; Aussen und Innen
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MEIN LEIB DER IST EIN ZIEGELSTEIN

Mein Leib der ist ein Ziegelstein, Den
wird die Welt zermahlen — Meine
Seele, wird die übrig sein Und nicht
im Sieb durchfallen? Die erste Mühle
war mein Leib, Der
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Mein stiller Abendgang, so einsam

Mein stiller Abendgang, so einsam
— Und ich bin müde, weil ich so
verlassen bin. Das Denken will
„sich“ sein. Da aber sind nicht
Menschen — Die mir ein Echo, eine An
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Wo

Mein Wo ist j wann ich mit mir identisch
bin — Daß ich mich weiß reziprok zu
mir. Dann sind Gesinnung und des Tuns
Versuch Beiander auf der Brücke, die
herüber führt Aus dem W
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DER DICHTER

Meine Seele geht auf die Berge mit
euch, Unter den Tannen wandelt
sie, Meine Seele hält Zwiegespräch
mit den Freunden, Meine Seele ist nicht
so ganz allein. Wenn ihr steht
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VERGEBLICH

Oh ihr sollt dies Wort Weder als
Loskauf Noch als Verzweiflung
sagen. Euer Horizont erweitet
sich, Wenn euer Hirn fromm ist. Mühe
weiß es, Und Möglichkeit Tut
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Oh singen, wie ich einsam bin

Oh singen, wie ich einsam bin — Ihr
würdet süchtig hören hin. Es sang
euch in das Ohr so süß Wie fern und
nah ein Paradies, Darin auf silbernen
Saiten schwäng
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Amarylle

Oh stille Amarylle, Du blühst, wenn
Herbst schon leer. Von Frucht- und
Blütenfülle Bliebst du mir und nichts
mehr. Ich trug dich in mein
Zimmer, Balkon war schon zu
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Philosophus Hanswurst, der Weise

Philosophus Hanswurst, der Weise, Dreht
auf dem Absatz sich im Kreise. Das
Welten Weit-rund kennt er nun, Bleibt
noch das Allrund abzutun, Das Oben und
Unten im Kugelraum –
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Riesengross wuchs meine Liebe

Riesengross wuchs meine Liebe ins
quellende Rund, Schwellend umschlang
sie die Fülle der Welt, Alles zu einen
in einem, vom Gipfel zum Grund, Weit zu
dehnen ins Weite ein Zelt Über
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RÜCKSCHAU UND VORWÄRTS

Rückschau ist doch „nach
vorn“, Wenn du Weg meinst und nicht
Wiederholung. Wenn du kein Dogma
meinst, keine Fixierung, Keinen
Widerruf (der doch Festnagelung
ist Eines N
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SCHULD IST DOCH NICHT EINSAM

Schuld ist doch nicht einsam. Wie
entrönnen wir!? Schuld holt uns
ein, Daß wir zu zwein Stehn Aug in
Aug — Lauf dann nicht fort! Du
findest keinen Ort Einsam
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Seht doch, wo falscher Verdacht schwand

Seht doch, wo falscher Verdacht
schwand, Seid ihr erwacht. So nur
dürft ihr der Hölle Wahn verwirrtes
Morden sehn. Es giebt keinen
„Stoff“. Und alles Gedränge und
Einandersto
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DIE NEUE RELIGION

Sei still! Versinke Schweigend Ins
Denken, das du selber bist, Und nicht
dein Selbsthaß Und der Stückwahn ist
— Im horizontlosen Meer bist du Dein
Hirnerweiten,
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Sich selbst lieben ist schwer

Sich selbst lieben ist schwer — Denn
was ihr Egoismus nennt, Ist Selbsthaß.
Und dies Ego Ist ein Gespenst. Das
falsche Ich. Und..... „liebt“ ihr
dieses falsche Ich?
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SIE SAGEN: EINE ART ANZUSCHAUN

Sie sagen: eine Art anzuschaun Sei
weder das Ding noch die Welt. So sagen
sie: ob Zeit und Raum Da sein, dies
nicht enthält Das Ding, die Welt, das
Geschehn. Aber das Anschau
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SIE SAGEN: RAUM

Sie sagen: Raum sei nur von vielen Eine
der Möglichkeiten, eine
Form Anzuschauen. - Was denn
anzuschauen, Die Form? Den Raum? Sie
sagen: Ob Welt im Raum sei, außer
Raum, Und
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DIE ZUHAUSE

Sie sitzen beim Bier, bei Kaffee und
Kuchen, Sie lassen sich schlechte Musik
vorspielen — Was sollen sie auch, die
allzuvielen, Die in keiner Verlustliste
suchen; Entweder ist ihne
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SO WIE IM MONDLICHT STILL DIE WELT

So wie im Moncjlicht still die
Welt Entblendet, durchdunkelt,
entrückt, erhellt Im Abstand, noch
nicht versank, Noch zwischen Abend und
Morgen trank Von Sucht der Sonne, doch
schon
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SOWIE, WER NIE VOM TOD ERSCHRECKT

So wie, wer nie vom Tod erschreckt Doch
Tote fürchtet, ihre Wiederkehr, Noch
lang kein zweites Leben damit hat
entdeckt, Gewiß nicht; aber auch nicht
mehr Ist ihm das erste
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SPRACHE

Sprache ist keine Kopie, Ein Gedanke
wird nicht fixiert, Alles fließt, das
ist Leben, Welches sich ist und
tut, Das Werden zum Sein, Aber nicht
„hinzugefügt“, Den
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Still schaut die Nacht herein

Still schaut die Nacht herein Durchs
Fenster. Oh wenn alle Menschen
schlafen, Ist meine Seele nicht mehr so
allein — Dann will ich gern noch
wachen. Dann weiß ich: einmal
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Suche dich selbst

Suche dich selbst; du findest die
Menschheit, Gott und Welt – und
schwindest ins Nichts. Da wurzelt die
Strahlenkugel der Eintracht,  
  Die sich im Punkt
verneint  
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Umlernen muss die Mathematik

Umlernen muss die
Mathematik, Astronomie auch, und
Physik. Und wollen wir das Heil
ergründen: Nur in der Kugel lässt
sich`s finden. Das Nichts, der Punkt,
die Kugel
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Und Leibnitz, der Uhrmacher

Und Leibnitz, der Uhrmacher, Der zwei
Uhren Jede aufzieht und stellt, daß
sie Gleiche Stunden und Sekunden
zeigen? Wenns in einer Uhr nicht
stimmt, Leidet die andre
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LASST UNS SUCHEN GEN DEN TAG

Unser Volk das wuchert, oder
erpreßt, Hochstapler, Schwätzer, und
der kleine Rest, Den man verkümmern
oder verhungern läßt. Wer seinen
Kaiser in die Fremde ließ gehn, K
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WAHRHEIT UND IRRTUM

Wahrheit und Irrtum. Das Ja. Das
Nein. Beides „wächst“
doch. Fixierung ist Wahn. Und alles
Denken Verwandeln wir doch Zur
Sprache. Die aber ist Funk
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WANN WIRD DES KRIEGES LEID VON MIR GENOMMEN

Wann wird des Krieges Leid von mir
genommen? Ach, und ich fürchte schon,
wann ich befreit, Daß wieder neu wird
zu mir kommen Das alte, jetzt mir
ferngerückte Leid. Da ich
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Warum dreht sich bei euch Alles um eine Achse?

Warum dreht sich bei euch Alles um eine
Achse? Warum raubt ihr dem Punkt
schnöde sein
Mittelpunktsrecht? Mittelpunkt sei
der Erde ihr allerinnerstes
Zentrum? Aber der Nordpol ewig
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WAS BLEIBT WENN ABFÄLLT ERDE VON MIR

Was bleibt, wenn abfällt Erde von
mir? Ist mein Leib mir so viel näher
als mein Rock und Hemd, Daß wir drei
sind, vier, statt zwei oder
eins? Näher zu meinem Leib, und doch
so fern —
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WAS DANN KAM

Was dann kam, war so
offenbar Unwissenheit, daß erst die
Zukunft Beginnen wird, hier
Millimeter Um Millimeter einzudringen
und zu denken. Zu denken. Ja. Denn
ganz grotesk
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WAS DOCH KOMMT

Was doch kommt, lern die Achseln
zucken Es geht auch wieder; lästig
wohl Die schaalen Neigen all zu
schlucken, Leben leer: was blühen
soll Das trägt auch Frucht. Was früh
welk wa
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MYTHUS

Was ist diesen Menschen ein Mythus? Ihr
Gott Feuerfresser und
Degenschlucker, Taschenspieler und
Wunderprofet. Was ist diesen Menschen
ein Mythus? Sie werfen ihn weg, wenn
das Wunder
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WAS IST ES UM DIE ERD UND WELT

Was ist es um die Erd und Welt? Wenn
sie nur so zusammenhält, Oder aufbaut
was zerfällt, Das wär ein dummes
Stillestehn, Oder ein betriebsam
Drehn, Ein Schein und kein Gesc
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WOHER WOHIN

Was will ich denn? Keinen Überschwang
— Ich will ein Erwachen, welches
„weiß“, Wo ich bin, weil ich nicht
mehr Entfliehe meinem
Woher-Wohin. Die Welle meiner U
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Weit! – Weit! – Drüben in Ruhland

Weit! – Weit! – Drüben in
Ruhland Hängt eine Harfe am goldenen
Baum; Da streicht der Wind durch die
silbernen Saiten, Die klingen in meinen
Traum. Weit! – weit übers Lichtme
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Weltangst

Weltangst Ist die Zwischenheit Aller
Wesen, Wenn sie als
„Stück“ Sich loslösen Vom
Reziproken, Wenn sie zum Ganzen Sich
als ein Teil
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WENN DIE QUALEN SEINER ZEIT

Wenn die Qualen seiner Zeit An dem
Dichter schneller gleiten, Seid nicht
allzuschnell bereit: Dauer und Tiefe zu
bestreiten. Flüchtet er in seiner
Seele Brunnen, um d
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WENN DIE SONNE DURCH DIE BLÄTTER SCHEINT

Wenn die Sonne durch die Blätter
scheint — An den Trauben hängen wie
Tropfen die Beeren. Luft, Licht, Wasser
sind eins, und vereint Aufbau des
Lebens und des Leichten und Schweren.
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URSACHE UND WIRKUNG

Wenn ich deine Ursach wär und du meine
Wirkung, Verlangt das Reziproke, daß
du damit Meine Ursach bist und ich
deine Wirkung. Alle Absicht muß ein
Echo sein, Alle Wirkung dann Erf
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WENN ICH DEM DENKEN VERTRAUEN WILL

Wenn ich dem Denken vertrauen will, Ist
kein „Gesetz“ mehr über mir
— Das Reziproke ist kein Seil, Das
mich an mich bindet Und dann noch sich
schlingt Um Allerseelen, a
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WENN ICH IN EINEM GROSSEN DRAHTKORB BIN

Wenn ich in einem großen Drahtkorb
bin, So such ich durch das Gitter
durchzuschlüpfen. So stell ich mich
nicht in die Mitte hin Als Gott der
Ein` und Endwelt. Auch als Maus zu
hüpfen,
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WENN VORÜBERZIEHT

Wenn vorüberzieht Was Erinnern
sieht Bei geschlossnem Augenlid
— Leichen neu beseelt, Liebe die
leidvoll quält, Leben dem Lethe
fehlt. Aus der dunkl
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WIE DIE MÜCKE MICH UMSCHWIRRT

Wie die Mücke mich umschwirrt, Und
mein Herz so ängstlich wird, Will mich
altes Leid beschleichen, Doch ich hör
den Nachtwind streichen Tröstend durch
das Laub des Baums.
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WIR MÜSSEN DIE UNENDLICHKEIT

Wir müssen die Unendlichkeit Im
Inneren erleben. Wohl ihre Wirklichkeit
ist weit Noch, aber Wirksamkeit ist ihr
gegeben, Schon wann ihr Ahnen in uns
erst Die leisen S
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WO IST DAS JAUCHZEN DER SCHLACHTEN

Wo ist das Jauchzen der Schlachten, Wo
schlagen die Herzen hoch? Was mir die
Echos brachten, Ist matt und flattert
nur noch. Ich höre die hohlen
Worte, Ich lese bedru
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WOHL MIT ERKENNTNISS MACHST DU VIEL

Wohl mit Erkenntniß machst du
viel, Sie ist ein Müssen, kein freies
Spiel, Kein frevler Hochmut, kein
Drübersein; Sie ist ein Drinnensein,
wenn Untertan Der Seele; sie mildert
dei
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TOTENPARADE

Zu vieren links schwenkt, marsch! Die
Toten Marschiern, fünfhunderttausend
Reihen — Wißt ihr, wie viel das
sind? Der lange Vorbeimarsch? Wieviel
Kilometer? Berlin zum Rhein, auf
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ZUVIEL UND VIEL

Zuviel und viel — Des einen
Viel Wäre des andern zuviel, Wo jedes
Viel ein zuwenig ist ... Wer aber ein
heimlicher König ist, Ist im Wenigen
viel, Ist im Vielen auc
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DERMENSCH SOLL NICHTZUVIEL SEIN

„Der Mensch soll nicht zuviel
sein.“ Ihr lest: der Mensch soll
nicht viel sein. Ich lese: der Mensch
soll sein Ziel sein. Ist einer sein
Ziel, so ist er viel, Er scheine auch
noc
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MIT UNSRER MACHT IST NICHTS GETAN

„Mit unsrer Macht ist nichts getan“
— Zum Selbst der Zugangsstollen Ist
zugeschüttet, niemand kann Den
Bergfuß auf die Spitze rollen. Sein
Selbst zu sein mit Nichtmehrsein
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Grade aus liegt die Wahrheit

»Grade aus liegt die Wahrheit; folge
nur deiner Nase!« Aber die Nase sie
steht im Gesichte mir schief. Also
gehe du schief, und mache du einen
Umweg; Führt doch jeglicher Weg imm
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