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Gedichte - Paul Fleming


An Anna aus der Ferne

Aurora, schlummre noch an
deines Liebsten Brust, es ist der tiefen
Nacht kein Morgen noch bewußt. Diana
führt die Sternen noch höher in die
Luft, will weiter von mir
lernen, was

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Daß er habe unbillig getan

Daß er habe unbillig
getan, indem er ihm vorgesetzt, sie in
zweien Tagen nicht zu besuchen Ich
dachte, laß doch sehn, was denn die
Liebe kan, wiewol sie sich noch nie mir
recht

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An Elsabe

Es ist umsonst, das
Klagen, Das du um mich Und ich um
dich, Wir umeinander tragen. Sie ist
umsonst, die harte Pein, Mit der wir
itzt umfangen sein. Laß das
Verhängn

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An seine Boten

Geht, ihr meine Tränen,
geht und erweichet der ihr Herze, die
wie eine Klippe steht, unbewegt von
meinem Schmerze, die das, was mein Herze
bricht, sieht und wills doch sehen
nicht

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Gedanken über der Zeit

Ihr lebet in der Zeit und
kennt doch keine Zeit; so wißt, ihr
Menschen, nicht von und in was ihr
seid. Diß wißt ihr, daß ihr seid in
einer Zeit geboren und daß ihr werdet
auch in einer Ze

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Er redet der Liebsten Augen an, die er umfinge

Ihr seid es, die ihr mir
die meinen machet blind, ihr lichten
Spiegel ihr, da ich die ganzen
Schmerzen leibhaftig kan besehn von mein
und ihrem Herzen. Ihr Werkstat, da die
Gunst die güldnen

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An Deutschland

Ja, Mutter, es ist wahr:
ich habe diese Zeit, Die Jugend, mehr
als faul und übel angewendet. Ich hab
es nicht getan, wie ich mich dir
verpfändet. So lange bin ich aus, und
denke noch so weit

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An die Liebste

Laß uns blühen, wie wir blühn,
Eh der Winter welker Haare
Dir die goldgemengten Haare
Wird mit Silber überziehn,
Eh mir dieser Mund erblasset,
Der dann haßt und wird gehasset.
Wie er wolle geküsset seyn

Nirgends hin / als auff
den Mund / da sinckts in deß Hertzens
Grund. Nicht zu frey / nicht zu
gezwungen / nicht mit gar zu fauler
Zungen. Nicht zu wenig / nicht zu
viel! Be

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An sich

Sei dennoch unverzagt!
Gib dennoch unverloren! Weich keinem
Glücke nicht, steh höher als der
Neid, vergnüge dich an dir und acht es
für kein Leid, hat sich gleich wider
dich Glück, Ort un

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Als sie sich im Schnee erlüstirete.

Spiel immer, wie du tust,
doch denke diß darbei, daß unter
diesem Scherz auch etwas Ernstlichs
sei! Du übertriffst, mein Lieb, des
liechten Schnees Brauch: so viel du
weißer bist, das bist

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Er redet ihre Halsperlen an

Was bildet ihr euch ein,
ihr Muscheltöchter ihr? Vermeint ihr,
daß mein Lieb euch trägt zu ihrer
Zier? Nein, darum trägt sie euch,
darmit ihr selbsten schaut, wie viel ihr
dunkler seid als

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Über eine Leiche

Wer jung stirbt, der
stirbt wol. Wen Gott zu lieben
pflegt, der wird in seiner Blüt` in
frischen Sand gelegt. Der Tod hält
gleiches Recht. Wer hundertjährig
stirbet, verweset ja so bald, al

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