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Gedichte - Paul Heyse

Parma

(Correggios Madonna della Scodella)

Des Himmels höchste Wölbung zu erfliegen
Ist deiner Engel Jubelsturm geglückt,
Und wieder liebtest du, dem Licht entrückt
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Wilfried

(Ein Tagebuch. Oktober 1877 bis Mai 1878)

Vom Rosenstrauch die letzte Blüte fällt,
Ein böser Herbstwind schauert durch die Welt.

Wir pflegten Winters dies und ... weiterlesen


Rat der Götter

(Relief)

Aphrodite in eigner Person und Eros und Peitho
Um die beiden bemüht, die sich zu gut nur verstehen?
Helena senkt schamglühend das Kinn, der kecke Verführer
... weiterlesen


Silens Nachtbesuch bei den Liebenden

(Relief)

Sagt, wer lädt so spät sich zu Gast? Sie wähnten sich sicher,
Aber der Alte, der Gott, spürte die Liebenden aus.
Hier, so ruft den Begleitern er zu, hier ... weiterlesen


Perseus und Andromeda

(Relief)

Sieh, wie ehrerbietig der Held die gerettete Schöne
Leitet die Felsen hinab, da er den Drachen erlegt.
Doch nicht traut sie dem Frieden, sie folgt mit Zagen dem ... weiterlesen


Genua

. . . . . . . . . . . . Handlung
Ist der Welt allmächtiger Puls.

Platen


Dein Puls, du stolzes Genua, ist erschlafft.
Noch sieht man herrlich dich ... weiterlesen


Mädchenlieder

1.

Auf die Nacht in den Spinnstuben
Da singen die Mädchen,
Da lachen die Dorfbuben,
Wie flink gehn die Rädchen!

Spinnt jedes am Brautschatz,
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Ernst

1.

Mit Kränzen, wie kein Bräutigam, geschmückt,
Mit Feierkleidern angetan aufs beste,
Doch deine großen Augen zugedrückt,
So fuhrst du weg zu deinem letzten ... weiterlesen


Peregrina

1.

Nun sind die Blumen verdorrt,
Die deine Hand mir brach.
Was deine Lippe sprach,
Blüht still im Herzen fort! ...

2.

Wenn aus ... weiterlesen


Rispetti

1.

Rispetti singt man abends in der Kühle
Und mitternachts zur Stunde der Gespenster.
Ein wenig aufzuatmen nach der Schwüle,
Singt sie ein Liebender am ... weiterlesen


Lieder des fahrenden Schülers

1.

Spazier` ich so die Gass` entlang,
Wenn kaum der Tag verrauschet,
Da heb` ich an einen hellen Sang,
Der Mond geht auf und lauschet.
Wo zwei und zwei ... weiterlesen


Melusine

1.

Und schau` ich fremd und seltsam drein,
Mußt doch mein treuer Liebster sein.
Ist nicht meine Schuld, ist nur mein Schmerz,
Deine Lieb allein schafft mir ein ... weiterlesen


Ach, da ich bei dir saß

Ach, da ich bei dir saß,
So außer mir,
Und wußte mich so ganz in dir,
Wie hoch war das!

Der Seele tiefe Flut
War unbewußt
Des engen Ufers ihrer ... weiterlesen


Sie schreibt

Ach, warum von Land und Leuten
Schreibst du mir aus deiner Ferne,
Wie Gebirg und See dich freuten
Und wie golden dort die Sterne!

Liebesbriefe will ich lesen,
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Schlaf nur ein

Ach, was bin ich aufgewacht?
Ob am Haus die Liebste klopft?
Leise tönt es durch die Nacht. -
»Schlaf nur ein,
Schlaf nur ein!
Regen an die Scheiben tropft.«
... weiterlesen


Abschied

Als wir beiden mußten scheiden,
Eine Nelke gab sie mir;
Die geliebten, stillbetrübten
Augen ruhten lang auf ihr.

Da vom zarten Strauch im Garten
Sie die ... weiterlesen


Advent

Am Himmel Wolkenjagd, bleifarb`ge Helle,
In Frost erschauernd lag die Flur, die nackte;
Fern sah herüber spukhaft der Soracte,
Und lautlos schlich die gelbe Tiberwelle.

... weiterlesen


Weihnachten 1869

An Anna


Ich wollt` auch heute zu dir sprechen
Wie ich`s gewohnt zur Weihenacht,
Doch zwischen alle Worte brechen
Die Tränen vor mit Übermacht.

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Pisa

Beati i matti!

Gius. Giusti. Le memorie di Pisa


Weich ist die Luft an deinem stillen Fluß,
Und Heil und Lindrung suchen hier die Kranken.
Wohl ... weiterlesen


Favete linguis

Da ich ein junger Gesell, wie schalt mich oft die Geliebte,
Wenn ich in Schweigen versank mitten im lachendsten Glück,
Um erst ferne von ihr in beflügeltem Wort zu ergießen
... weiterlesen


Das sommermüde Jahr verklingt

Das sommermüde Jahr verklingt.
Im kahlen Wald kein Vogel singt,
Der Wind saust über die Heide.
Ein Feuerlein ist im Kamin entfacht,
Da singen wir sacht,
Mein Herz ... weiterlesen


Mailand

Daß du modern und halb französisch seist,
Vom Edelrost Italiens reingescheuert,
Ein blankes Klein-Paris, ward mir beteuert;
Echt sei hier nur, daß man Risotto speist.
... weiterlesen


Den Wald durchläuft verworrner Stimmen Klang

Den Wald durchläuft verworrner Stimmen Klang,
Der Winde seufzender Gesang,
Des Taubers Gurren tief im Neste;
Am Tag der Mücken schwirrend Geigenspiel,
Und nun das ... weiterlesen


Der Himmel

Der Himmel hat keine Sterne so klar,
Das Meer so keine Korallen,
Wie mir ein Menschenaugenpaar
Und Menschenlippen gefallen.

Er wandert unter den Sternen dahin,
... weiterlesen


Letzter Wille

Der Tag an dem das
Leben gehen wird
und ich nicht mehr
aufwachen kann,
in welchen Ort oder
welcher Stadt ist mir
unwichtig,
das Bett werden sie
... weiterlesen


Der Tag wird kühl

Der Tag wird kühl, der Tag wird blaß,
Die Vögel streifen übers Gras.
Schau, wie die Halme schwanken
Von ihrer Flügel Wanken
Und leise wehn ohn` Unterlaß.

... weiterlesen


Eintritt in Rom

Dicht vor Ponte molle begrüßt den nordischen Wandrer
Rechts der Täufer und links Christus, zur Taufe geneigt.
Über die Breite des Wegs sprüht hier die Gnade, zum Zeichen,
... weiterlesen


»Die sterbende Meduse« in Villa Ludovisi

Dies jungfräuliche Haupt, in des bitteren Todes Umnachtung
Duldend geneigt, die stolz schwellende Braue, der Mund,
Nie von niedrigen Worten entweiht, von stummer Verachtung
... weiterlesen


Über ein Stündlein

Dulde, gedulde dich fein!
Über ein Stündlein
Ist deine Kammer voll Sonne.

Über den First, wo die Glocken hangen,
Ist schon lange der Schein gegangen,
... weiterlesen


Über ein Stündlein

Dulde, gedulde dich fein!
Über ein Stündlein
ist deine Kammer voll Sonne.

Über den First, wo die Glocken hangen,
ist schon lange der Schein gegangen,
ging in ... weiterlesen


Vision

Durch mein Fenster, wenn ich kaum die Augen
Aufgeschlagen, von der Küste drüben
Grüßt mich schon die junge Morgenröte,
Droht mir lächelnd mit dem Rosenfinger,
Daß ... weiterlesen


Treueste Liebe

Ein Bruder und eine Schwester,
Nichts Treueres kennt die Welt,
Kein Goldkettlein hält fester,
Als eins am andern hält.

Zwei Liebsten so oft sich scheiden,
... weiterlesen


Sophie, Großherzogin von Sachsen

Ein Schatten fällt in dieser Tage Glanz,
Ihr Wohllaut stirbt in herber Dissonanz.

Der junge Frühling, lachend, wangenrot,
Erschrickt erblassend vor dem dunklen Tod.
... weiterlesen


Die Gedanken

Ein scheues Wild die Gedanken sind.
Jag ihnen nach, sie fliehen geschwind.
Siehst du sie hellen Auges an,
zutraulich wagen sie sich heran.
Ein stiller Wanderer kann sie ... weiterlesen


Hütet euch!

Ein Stündlein sind sie beisammen gewest,
Ein Stündlein läuft so geschwind,
Und saßen schon Herz sich im Herzen fest,
Denn die Liebe die kommt wie der Wind.

... weiterlesen


Resignation

Eine warme Regennacht
Hat am Feigenbaum im Garten
Alle Zweig` in Flor gebracht,
Die noch kahl des Frühlings harrten.

Zu den Blättlein dicht gesellt
... weiterlesen


Amor in der Mauser

Einsam, traurig und gefangen
Sitzt der kleine Gott zu Haus,
Und mit naßgeweinten Wangen
Rupft er sich die Federn aus;

Spitzt sie fein an seinen Pfeilen,
... weiterlesen


Vorüber

Es sauset und es brauset,
Es geht ein kühler Wind.
Da drunten auf der Heide,
Da steht ein schönes Kind.

Mit ihren weißen Armen
Sie winkt mir ... weiterlesen


Auf der Heimfahrt

Es steht ein Haus im Garten,
kühl an ein Wäldchen angelehnt.
Auf allen meinen Fahrten
hab’ ich nach ihm mich heimgesehnt.
Wie süß erklang
dort Vogelsang,
... weiterlesen


Ancona

Für schlechtriechende Gassen entschädigt und für des Sciroccos
Drückende Luft der Triumpfbogen am Molo Trajans.

Platen.


Zeigst du dich denn noch immer ... weiterlesen


Gerne schlief ich schon früher ein

Gerne schlief ich schon früher ein,
Doch mein Herz, vor lauter Frohlocken,
Daß die holde Geliebte mein,
Läutete Sturm mit allen Glocken.

Gerne hätt` ich noch ... weiterlesen


Mittagsruhe

Goldner Nebelsonnendurft
Überhaucht Gebirg und Flur.
Droben steht ein Wölkchen nur
In der windstill reinen Luft.

Auf dem See ein Fischerkahn
Mit den ... weiterlesen


Turin

Groß still und einsam, wie ein schlichter Held,
Der, wenn er kühn bestanden schwere Proben,
Mit kümmerlichem Dank beiseit geschoben,
Sich stolz zurückzieht vom Geräusch der ... weiterlesen


Im Walde

Heut beschlichen mich die Träume,
Da es heller Mittag war.
Durch des Waldes junge Bäume
Flog`s wie Duft von deinem Haar.

Leise klang ein holdes Lachen,
... weiterlesen


Nur ein Laie

Heut traf ich einen Gelehrten an,
Schien mir soweit kein übler Mann,
Ein Professor der Universität,
Allwo er hoch in Ehren steht,
Chemie und auch Physik doziert
... weiterlesen


Horch, wie durch die Wipfel schwirrt

Horch, wie durch die Wipfel schwirrt
Tausendstimmiger Vogelsang!
Was da nur geplaudert wird,
Nimmer dünkt die Zeit dir lang.
Wie wenn nachts die Liebste spricht,
... weiterlesen


Kunst und Publikum

Hörst du das freche Geschnatter im Saal der Bronzen? - Mir schaudert!
Hätten sich Gänse verirrt in den geheiligten Raum? -
Nicht doch! Menschenstimmen! Man lacht man trällert ... weiterlesen


Peregrina

I.

Nun sind die Blumen verdorrt,
Die deine Hand mir brach.
Was deine Lippe sprach,
Blüht still im Herzen fort! ...


II.

Wenn aus ... weiterlesen


Verlöbnis

Ich gab dir keinen Schwur, dir zu gehören,
Weil um das Wort Dämonen uns beneiden.
Die Seelen, die wir so in Leiber kleiden,
Die stumme Brut der Nacht will sie zerstören.
... weiterlesen


An alten Tagen

Ich glaube in alten Tagen,
da liebt ich ein Mägdelein.
Mein Herz ist krank und trübe,
es mag wohl ein Märchen sein.

Ich glaube in alten Tagen,
da sonnte ... weiterlesen


Nachtgesicht

Ich lag und schlief im Windsgebraus,
Da hab` ich ein Gesicht geschaut.
Viel Gäste kamen zu mir ins Haus,
Mein kleines Hündchen winselte laut.

Ich kannte sie alle ... weiterlesen


Siena

Ich sah dich hellgeschmückt vom jungen Lenz,
Du höchstgetürmte von Toskanas Städten
Und Blütenbanner friedenvoll umwehten
Die einst`ge Nebenbuhlin von Florenz.

... weiterlesen


Mondlied

Ich wandle still den Waldespfad,
Es dunkelt die Nacht herein.
Im Grunde rauscht ein Mühlenrad,
Der Grillen Lied fällt ein.

Wie liegt so tief, wie liegt so ... weiterlesen


Hochsommer

Im Föhrenwald wie Schwüle!
Kein Vögel singt im Feld.
Das Reh aus grünem Schatten
Sieht träumend in die Welt.

Am Waldrand fährt ein Wäglein,
hat eben ... weiterlesen


Im Lenz

Im Lenz, im Lenz,
Wenn Veilchen blühn zuhauf,
Gib acht, gib acht,
Da wachen die Tränen auf.

Im Herbst, im Herbst
Fiel alles Laub vom Baum.
Ach, ... weiterlesen


Raffaels Jonas

Immer, so oft ich träumend und ziellos schlendre dem Tor zu,
Lockt mich Santa Maria del Popolo - unter den Kirchen
Roms die gepriesenste nicht, doch mein erkorener Liebling -
... weiterlesen


In dem weißen Seidenhut

In dem weißen Seidenhut
Könnt` ich heut noch dich betrachten,
Wie wir damals frischverlobt
Unsre Brautvisiten machten!

Reizend war der Hut und fest
Unterm ... weiterlesen


In der Mondnacht

In der Mondnacht, in der Frühlingsmondnacht
Gehen Engel um auf leisen Sohlen;
Blonde Engel, innig und verstohlen
Küssen sie die schönsten Menschenblumen.

... weiterlesen


In Sterennacht

In Sternennacht,
wenn´s dämmert sacht
über Feld und Heide,
mußt himmelwärts
o Menschenherz
dich heben in Lust und Leide.


Toscolano

Ja, das sind die alten Gassen,
Mauerschluchten, schauerkühl,
Wie ich damals dich verlassen,
Mein gesegnet Herbstasyl!

Über jener dunklen Türe,
Die sich ... weiterlesen


Berninis Brunnen auf Piazza Navona

Ja, er ist nur ein Manierist, doch manchmal im größten
Stil, deß wilder Humor jeden Stilisten beschämt.
Dies Flußgöttergesindel, das ungeschlachte, die Bestien
Um den ... weiterlesen


Geisterbeschwörung

Jeder, und sei er auch noch so jung, hier lernt er Erinnern;
Lernt` er es sonst schon, - hier wird er ein Meister der Kunst.
Doch hier ist`s kein traulich Geschäft. Von herzlicher ... weiterlesen


Mantua

Kommst du nach Mantua, wirst du dir vor allen
Giulios berühmte Freskenwelt betrachten,
Sternbilder, Bacchanal, Gigantenschlachten,
Und den Palast del Tè erstaunt ... weiterlesen


Geheimnis

Laß uns leise bekennen,
Daß wir uns kennen,
In so heimlich halben Lauten,
Wie kluge Vögel,
Die ihr Nest in die Wipfel bauten.

Ferne Zeiten
Haben ... weiterlesen


Siesta

Lieb, o lieb war die Nacht
Mitten am hellen Tag,
Als wir die Läden geschlossen,
Als durch die schützenden Sprossen
Goldige Dämmerung brach.

Kühl, o ... weiterlesen


Marianne

Marianne

1.

Wie hast du nur hinweg dich stehlen können
Aus dieser Lichtwelt, ohne - böses Kind! -
Mir einen Scheideliebesblick zu gönnen!
Hast, ... weiterlesen


Mit Sausen und Brausen

Mit Sausen und Brausen
Der Bach kommt geschossen,
In Sprüngen und Possen
Vollbringt er den Lauf.
Die Welle wie helle!
Er träumt nur vom Meere,
Und ... weiterlesen


Verwandlung

Mühlen träg die Flügel drehn,
Über die Stoppeln schleicht der Wind.
Dunkle Hütten im Grunde stehn,
Kleine Fenster, trüb und blind.

Sieh, da kommt ein ... weiterlesen


Verklärung

Nicht weinen sollst du, sollst frohlocken
Und still dich segnen früh und spät,
Wenn deine Seele tieferschrocken
Am Abgrund unsrer Liebe steht.

Der Lärm des ... weiterlesen


Unterwegs

Nun brause mich, Wind, nach Hause geschwind,
Dort sitzt mein Liebchen und sehnt und sinnt,
Ihre einz`ge Gesellin die flackernde Kerz`,
Und sie horcht auf den Sturm und horcht auf ... weiterlesen


Venedig

Nun ist entthront die stolze Wellenbraut,
Die einst den trotz`gen Nacken bog dem Meere.
Nicht wird sie mehr auf goldner Prachtgaleere
Dem ungestümen Freier angetraut.

... weiterlesen


Venedig

Nun ist entthront die stolze Wellenbraut,
Die einst den trotz`gen Nacken bog dem Meere.
Nicht wird sie mehr auf goldner Prachtgaleere
Dem ungestümen Freier angetraut.

... weiterlesen


Stimme der Nacht

Nur eine Wachtel schlug im Feld,
Da ich vorüberging,
Nur eine leise Glocke rief,
Die hoch im Turme hing.

Verhallt die wirre Menschenlust,
Der wunde ... weiterlesen


O Saitenspiel

O Saitenspiel
In schweigender Nacht,
Wenn Tagesgewühl
Zur Ruhe gebracht!

Worte verschwimmen
Im Meer des Seins,
Flammen verglimmen,
Hüpfenden ... weiterlesen


Bei Nacht

Rausche, Brunnen, rausche du,
Singe mir das Herz in Ruh!
Könntest du die Flammen kühlen
In der Nacht, der sommerschwülen,
Mir im Nu
Aus dem Blut das Fieber ... weiterlesen


Vorklang

Rührt mich heut so seltsam wieder
Wie mit langverschollnem Klang
Dieser leichten Jugendlieder
Süßverworrner Herzensdrang?

Rauscht noch einmal auf die Welle
... weiterlesen


Seit du nun schweigst...

Seit du nun schweigst, sind mir die Dinge stumm.
Mit seelenlosen Augen sehn mich an
Die liebsten Menschen. Jedes Heiligtum
Find` ich verschlossen, poch` ich je daran.

... weiterlesen


Novelle

Sie kannten sich beide von Angesicht,
Sie sprachen sich nie und liebten sich nicht.
Er nahm ein Weib, das die Mutter ihm wählte,
Als sie sich mit einem Vetter vermählte.
... weiterlesen


Novelle

Sie kannten sich beide von Angesicht,
Sie sprachen sich nie und liebten sich nicht.
Er nahm ein Weib, das die Mutter ihm wählte,
Als sie sich mit einem Vetter vermählte.

... weiterlesen


Vorfrühling

Sieh, die Kastanien - noch nicht entfalten
Sie ihre Knospen, harzig gebräunt.
Den weißen Schneehut hat aufbehalten
Der Monte Baldo, mein alter Freund.

Der ... weiterlesen


Mahnung

So herzlich küsse jeden Kuß,
Als dächtest du, der letzte sei´s!
O blicke jeden Blick so heiß,
Wie man beim Scheiden blicken muß!

Hängt Seel´ und Seele noch ... weiterlesen


Wiegenlied

So schaukelt die alte
Weltenamme, die Zeit,
Den Menschen, ihr großes Kind,
Auf und ab
In der Wiege von Tag und Nacht
Und summt und singt ihm
Bald muntre ... weiterlesen


Mutterliebe

So weich und warm
Hegt dich kein Arm,
Wie dich der Mutter Arm umfängt.
Nie findest du
So süße Ruh,
Als wenn dein Aug an ihrem hängt.

Und kehrt ... weiterlesen


Mädchenlied

Soll ich ihn lieben,
Soll ich ihn lassen,
Dem sich mein Herz schon heimlich ergab?
Soll ich mich üben,
Recht ihn zu hassen,
Rate mir gut, doch rate nicht ab.
... weiterlesen


Salò

Straßen, arm an Sonnenschein,
Kieselpflaster, spitz und klein,
In der kellerkühlen Luft
Käse-, Öl- Limonenduft,
Trockner Fisch, Johannisbrot
Und was sonst zum ... weiterlesen


Vorfrühling

Stürme brausten über Nacht,
Und die kahlen Wipfel troffen.
Frühe war mein Herz erwacht,
Schüchtern zwischen Furcht und Hoffen.

Horch, ein trautgeschwätz`ger ... weiterlesen


Vorfrühling

Stürme brausten über Nacht,
und die kahlen Wipfel troffen.
Frühe war mein Herz erwacht,
schüchtern zwischen Furcht und Hoffen.

Horch, ein trautgeschwätz`ger Ton
... weiterlesen


Ergebung

Trag es nur, was überschwenglich
Wie ein Schicksal dich umgibt!
Ach, wie vieles war vergänglich,
Was die Seele sonst getrübt.

Was dich jetzt aus fremder ... weiterlesen


Trennt euch zuweilen

Trennt euch zuweilen,
Ihr glücklich Liebenden!
Ach, nur die Ferne
Glüht Seel` und Seele
Magisch zusammen;
Ach, nur die Sehnsucht
Vermählt euch ganz!
... weiterlesen


Riva

Tu adesso riposta, vil maledetto, che
sei venuto dall` alta montagna per
venir qua giù abbasso a rompere il
disopra della porta senza diritto!


Ich stieg ... weiterlesen


Trutzliedchen

Und bild dir nur im Traum nichts ein,
Du bist mir viel zu jung.
Ums Kinn noch kaum dir sproßt der Flaum,
Das ist mir nicht genung.

Und wenn ich einen heiraten ... weiterlesen


Johannes Brahms †

Und noch ein glorreich hochgefürstet Haupt
Hat dieser wilde Lenz der Welt geraubt.

Ein Haupt, das äußrer Würden sich entschlug,
Doch in dem Reich der Schönheit Krone ... weiterlesen


Letztwillig

Und schließ` ich einst die Augen zu,
Nie wieder aufzuwachen,
So gilt mir`s gleich, wo man zur Ruh
Mir wird das Bette machen.

Doch schlüge mein letztes Stündlein ... weiterlesen


Lebensgeheimnis

Und sie fragen, was mich jung erhält,
Da ich lang` schon wandre durch die Welt,
Und sie staunen, daß noch nicht sich satt
Meine Seel` am Licht getrunken hat!

... weiterlesen


Verona

Und so entläßt dich, wie sie dich empfangen,
Italiens schöne Tochter an der Schwelle,
Auf daß nach ihrer Mutter Sonnenhelle
Du sehnlich immer müssest heimverlangen.
... weiterlesen


Zuflucht

Und so hebst du meiner Seele
Schleier mit der weichen Hand,
Daß sie nichts mehr dir verhehle,
Die errötend vor dir stand.

Ach, was ihr im Übermute
... weiterlesen


Am frühen Morgen

Verschlafen glimmt der Morgen herauf,
Die Sterne versanken.
Ich stütz` in meinem Bette mich auf
In dunklen Gedanken.

Des Mondes bleiche Sichel verschwimmt
... weiterlesen


Tiefer Brunnen

Verschließ dich nur, du schöner Mund,
Verbirg dich, tiefes Herz, mit Fleiß:
Der Rechte kommt zur rechten Stund`,
Der Mund und Herz zu lösen weiß.

Gedenk` ich ... weiterlesen


Von den Halden herab

Von den Halden herab
Rinnen Ströme von Licht,
Durch die Wellen am Weiher
Der Goldschein bricht.

Es brennen die Rosen,
Es funkelt der Bach,
Es blitzt ... weiterlesen


Vor Tage weckte mich

Vor Tage weckte mich
Mein klopfend Herz.
Herz, und was klopfst du?
Glück oder Schmerz?

Rings säuseln die Bäume
Im kalten Tau,
Das letzte ... weiterlesen


Waldesnacht

Waldesnacht, du wunderkühle,
Die ich tausend Male grüß`,
Nach dem lauten Weltgewühle
O wie ist dein Rauschen süß!
Träumerisch die müden Glieder
Berg` ich ... weiterlesen


Waldesnacht

Waldesnacht, du wunderkühle,
die ich tausend Male Grüß;
nach dem lauten Weltgewühle,
O, wie ist dein Rauschen süß,
Träumerisch die Müden Glieder
berg ich weich ins ... weiterlesen


Bretonisches Volkslied

War einmal ein armer Wicht,
die er liebte, die liebt` ihn nicht.

Bring das Herz mir, sprach ihr Mund
deiner Mutter für meinen Hund!

Und die Mutter ... weiterlesen


Warum schweigst du, liebe Seele?

Warum schweigst du, liebe Seele?
Ach, verhehle
Nichts dem Liebsten, nichts dem Freund!
Wenn sich deine Wimpern senken,
Muß ich denken,
Daß dein Aug` um mich ... weiterlesen


San Guiseppe

Warum so festliches Geläut?
Wem gilt der frohe Lärm? Ja so!
Sie feiern San Guiseppe heut
In allen Kirchen von Salò.

Man dankt es ihm, daß er nicht fern
... weiterlesen


Brautlied

Welch ein Scheiden ist seliger,
Als zu scheiden von Mädchentagen?
Welch ein Klagen ist fröhlicher,
Als in Myrten um Veilchen klagen?

Als dein Schifflein im Hafen ... weiterlesen


Der Farnesische Herkules

Welch ein schwellend Gebirge von Fleisch und Muskeln! Am Kopf nur
Kam er ein wenig zu kurz; enge sind Schädel und Stirn.
Doch so schuf ihn Natur mit Bedacht; ein Klügerer hätte
... weiterlesen


Liebesdienst

Wenn das Haus im Wüsten liegt,
Wem gefielen Gäste?
Staub, der aus den Winkeln fliegt,
Kehrt man vor dem Feste.

Als ich just im Herzen tief
Ordnung ... weiterlesen


Morgenwind

Wenn noch kaum die Hähne krähen,
Macht sich auf der Morgenwind,
Feget aus mit starkem Wehen
Stadt und Flur und Wald geschwind.

Allen Bäumen in der Runde
... weiterlesen


Naturtrieb

Wer als strebender Künstler nach Rom wallfahrtet voll Andacht,
Mitleidswürdig zuerst scheint er den andern und sich.
Denn hier ist so Großes geschehn, so gewaltige Fußspur
... weiterlesen


Auf eine griechische Büste des Traumgottes

Wer dich bildete, Dämon, geflügelten Hauptes, die Lippen
Höhnisch pressend, den Blick eisig ins Leere gespannt,
Ihm umschwirrten das Lager zu Nacht nur trügliche Larven;
... weiterlesen


Windsbraut

Wie bin ich nun in kühler Nacht
Im Wald herumgestrichen!
Die Bäume noch von Regen schwer
Die wogten tropfend hin und her;
Hätt` nicht mein Herz gebrannt so sehr,
... weiterlesen


Brescia

Wie locken mich all deine Lieblichkeiten,
Du schönes Brescia! Nur noch einmal schauen
Möcht` ich Morettos fürstlich-holde Frauen
Und all die werte Kunst versunkner Zeiten.
... weiterlesen


Über Tod und Schicksal

Über Tod und Schicksal
Tröstet die Schönheit allein,
Lichtet die nächtlichen Klüfte,
Sonnegemiedene Grüfte
Stell umgoldend wie Mondenschein.

Wenn dir ... weiterlesen


Mein und dein

Zieh ein zu allen Toren,
Geliebtes Glück, zieh ein!
Du mir zum Trost erkoren,
Nimm alles hin, was mein!

Du mir zum Trost erkoren,
Ich leb` in dir ... weiterlesen


Abschied

Zum letztenmal
Meinen Lieblingspfad
Am Bergesabhang
Durch Rebengärten,
Wo zartverschränktes Olivenlaub
Unter den dunklen Lorbeerwipfeln
Freundlichen ... weiterlesen


In der Barke

Zwei fröhliche Leutchen,
Nicht lang noch vermählt.
Er hat sich zum Bräutchen
Die Schönste gewählt.

Ihr sonniger Nachen
Die Wellen durchfliegt.
... weiterlesen


Sermione

»Von allen Inseln, Sirmio, und Halbinseln
Mein Augenstern, so viel` in klaren Landseen
Und Meeresweite rings der Wassergott hütet,
Wie froh erblick` ich, wie zufrieden dich ... weiterlesen



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