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Gedichte - Peter Rosegger


Aufblick zum Kaiser

(Februar 1889.) Nicht blos, wer die
Wunden schlägt Auf dem Feld. Wohl
auch, der sie muthig trägt, Ist ein
Held. Er im Leide unser Weiser, Unser
Stern. Heil dem heißgeliebt
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Es zieht ein Segen von Haus zu Haus

(Zum 10. November 1869.) Es zieht ein
Segen von Haus zu Haus, Es klingt in
den Lüften und klingt nicht aus. Es
rauscht in den tiefen Gewässern; Es
ruht in der Erde und keim
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Ahasver an seinen verklärten Dichter

(Zum 13. Juli 1889.) Bist es Du, der
mich entsühnet als den Brudermörder
Kam, Welcher, weil des Todes Vater,
nimmer dessen Kind kann sein? Weh, das
war ein banges Wandern durch di
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An den Lehrer

(Zum Lehrertag in Graz 1883.) Als
Sparta einst ein großes Fest
beging, Da kam ein Bote aus Athen
gezogen, Man hieß ihn treten in der
Krieger Ring Und fragte grüßend ihn m
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Gruß an die deutschen Sänger Steiermarks

(Zum Sängerfeste im Jahre 1885.) Ein
Herold der grünen Steiermark Nah`t
brüderlich deutschen Söhnen, Zu
grüßen als Sänger mit schlichtem
Wort Die Sänger mit klingende
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Muth und Frechheit

Bescheidenheit und Muth Ist ein
Ehepaar, Dessen Kinderschaar Stets
edel war. Feigheit und Frechheit Ist
ein Schwesternpaar Mit gelber
Wange Und m
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Welch ein Los!

Welch ein Los! Im bunten
Lebensgarten Fröhlicher Genossen bin
ich einsam. Hab` mit ihnen Ziel,
Geschick und Leiden, Sprach` und Lied
und Vaterland gemeinsam. Streuen
scherze
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Reue

Ach, daß ich den ersten
reinen Engelfrommen Kuß im
Leben Einem Mädchen hab`
gegeben, Schuldbesteckt, und nicht dem
meinen! Was soll ich dem Bräutchen
sagen, Wenn e
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Dichter Wunsch

Ach, wie gerne möcht` ich wissen Oft,
zu wem mein Sprüchlein
spricht! Hunderttausend Leser Hab`
ich, Aber einen hab` ich
nicht. Hunderttausend Leser
heißen Publicum
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Gedenken

Aller Sonnenschein auf Erden Ist ein
traurig Ding, Wenn nicht schwebt der
Einzigen Schatten Auf dem
Wiesenring. Könnt` ich einmal noch
vernehmen Ihrer Stimme Klang,
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Der Blinde

Als Gott der Herr die Welt erschuf, Da
war sein erster, heiliger Ruf: Es werde
Licht! Das Gnadenmeer vom Himmel
floß Und sich in alle Herzen
goß, — In meines nicht.
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Gedanken

Als Kind hab` ich gespielt mit
Scherben, Und spielend mir genug
gethau, Dann hab` ich fröhlich
aufgerichtet Den stolzen Bau des
Glücks als Mann. Und da der Bau nach
Noth und Kümme
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Einst schlug ich auf ein altes Buch

Als Prolog für eine
Wohlthätigkeitsakademie zur
Unterstützung armer Kinder. Nm
Mitternacht, als Alles schlief, Nur
meine Zweifel wachten, Und Weltverdruß
mir drohte tief
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Echter Stolz

Auf seine Freunde stolz sein, O weiches
Holz! Ein echter Mann ist doch nur Auf
seine Feinde stolz. Geschützt von
andern Bäumen Ist`s leicht, ein Schaft
sein, Doch wer
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In einer Waldkapelle

Aus Todesbanden Ist der Sohn
erstanden, Und sie, das heiligste Weib
der Schmerzen, In der ewigen Jugend
Strahl, Stieg empor auf
Rosenwolken Zum himmlischen
Königssaal.` —
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Gebet

Behüte Gott das deutsche Volk In
seiner Ehr` und stolzen Kraft. Behüt`
es Gott in seiner weisen Und treuen
Völkerführerschaft: Auf seiner Wacht,
daß allerwärts Der Mensc
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Kindesgebet

Da hat mir einmal ein Vöglein
erzählt, Wenn fromm ein Kind im
Abendgebet Voll Liebe für Vater und
Mutter fleht, Da klinge ein Lied durch
die ganze Welt, Da säusle ein Mai`n
durch
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Mein süßes Kind, Du weißt noch nicht...

Da hüpft mein liebes, lockiges Kind Im
grünen, sonnigen Rosenhag, Umrankt von
Knösplem weiß und roth, Umschallt von
hellem Lerchenschlag. Sein Aeuglein
strahlt, sein Mündchen ja
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Stimmung

Das Schönste, was im Innern ich
empfunden, Das ist so rein und zart,
läßt sich kaum denken, Und will ich
mich im Sinnen, traun, versenken, So
ist mir das Gefühlte schnöd`
verschwunden.
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Gewohnheit

Der Hüttenrauch,* das Küssen
auch, Das sind Zwei schlimme
Dinge. Wer`s einmal thut genießen
auch, Der kann es nicht mehr missen
auch, Selbst wenn er am gewissen
Brauch Zule
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Unterricht für strebsame Poeten

Dichter, wenn Du für die Leute Dichten
willst, so sei gescheite, Baue, sollst
Du etwas gelten, Ihnen pappendeck`ne
Welten, Helden, die mit
Spagatschnüren Hübsch sind durch
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Mein Ehrgeiz

Die Ehr` ist jenes Gut, Das mir am
höchsten frommt, Doch nicht die
flüchtige Ehr`, Die nur von außen
kommt. Ein großer Dichter,
traun, Das hört sich süß und fei
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Huldigung

Die Frauen, Sie bauen An unserm
Vertrauen, Im Spinnen Und Sinnen Am
schneeweißen Linnen, Die Süßen, Wir
müssen Sie ehren und küssen. Die
Feine
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Ein Streitgesang

Die größte Schmach, die je mir werden
kann, Vermaledeit sei sie, thut der mir
an, Der von mir sagt, ich hätte keinen
Feind. So kläglich arm, zu haben
keinen Feind! Hat je gelebt
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Gen Himmel hinauf

Die Menschen bauen, die Menschen
zerstören, Sie lieben, umarmen und
schlagen sich todt; Sie schwärmen von
Schönheit, Tugend und Ehren Sie
klimmen hinan mit großer Noth. Doch
sind
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Die Erweckung

Die Mutter schläft in der
Friedhofsruh`. Da kommt ihr ältester
Sohn auf Besuch Und ruft mit freudiger
Stimme aus: `Liebe Mutter, komm in mein
schönes Haus, Ich habe ein holdes, ei
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Die süßeste von allen meinen Sünden

Die süßeste von allen meinen
Sünden, Die hab` ich, schönes Kind,
mit Dir begangen; Die härteste von
allen harten Strafen, Die Hab` ich,
böses Weib, um Dich empfangen. G
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Die Welt, sie ist mir viel zu weit

Die Welt, sie ist mir viel zu weit, Und
viel zu hart sind mir die Leut`, So
sterbenstraurig komm` ich her Zu dir,
du heilige Einsamkeit. Ich komme aus
dem argen Land,
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Fürsprache

Doch, was auf Erden keimt, O laß es
reifen, Und was im Menschen ruht, Das
laß erstehn. O Gott, laß dieses
irrende, Nach Deinen Höhen
ringende, Dies arme, herrliche
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Belehrung für einen Dichter

Du beklagst Dich, daß Dein
Weibchen Nicht will Deine Lieder
lesen. Schreib in Küssen, statt in
Versen, Wird sie `s immer wieder
lesen. Bist Du ferne, wird sie
gerne Lieder u
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Die Einfältigen

Du fragst, warum ich gewinkt Dir
hab, Du fragst, warum ich das Röslein
Dir gab? — Ei, das solltst Du
wissen! Du fragst, warum man jung
sein muß, Du fragst, wozu so versto
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Alpenrose-Edelweiß

Edelweiß und Alpenrose, Sinnbild ihr
der Menschenlose, Sinnbild unseres
höchsten Glücks, Blutige Rose! Liebe,
Leben, Nimmermüdes
Lustanstreben, Flammenleuchte des
Geschick
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Ein bisschen mehr Freude

Ein bisschen mehr Freude und weniger
Streit, ein bisschen mehr Güte und
weniger Neid, ein bisschen mehr Liebe
und weniger Haß, ein bisschen mehr
Wahrheit, das wär doch was!
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Wünsche zum neuen Jahr

Ein bisschen mehr Friede und weniger
Streit Ein bisschen mehr Güte und
weniger Neid Ein bisschen mehr Liebe
und weniger Hass Ein bisschen mehr
Wahrheit - das wäre was Statt
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Am Grabe eines Idealisten

Ein glücklicher Mensch steigt hier zur
Ruh`, Von einem Himmel zum andern; In
hehren Gestalten zieht er durchs
All, Wie selige Geister wandern. Er
hat ein reicheres Dasein ge
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Zum Weihnachtsbaum

Ein Herzensgruß allen kindlichen
Gemüthern. Friede war im Wald und
jeder Baum beglückt Durch schöne,
reife Frucht, womit der Herbst
geschmückt Die Aeste all`, daß jeder
Zweig
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Der Stern im See

Ein schöner Stern Ganz warm und
licht Erglänzt im See so wunderlich.
— Ein Mädchen lacht So süß und
spricht: Ich liebe Dich! Gieb Acht,
gieb Acht,
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Mein Ideal

Ein schöneres Ideal hat noch Niemand
geträumt, Als meine sehnende Seele es
hegt, Ich seh` ein Paradies auf Erden
ersteh`n, Das wieder die Freude, die
Liebe trägt. Ich sehe
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Ein Becher, füllt ihn Gott mit Wein

Ein Vater lag im Sterben, Drei Söhne
sollten erben. Der Eine war ein
Bauersmann, Der pflügen, säen und
ernten kann, Der erbte die Höfe, die
Felder, Die Gärten, die Wiesen
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Es ist als Mensch deine heilige Pflicht

Es ist als Mensch deine heilige
Pflicht, den Tieren, die dir ihr Dasein
weihn, ein gütiger, milder Schutzherr
zu sein. Das Tier hat ein fühlendes
Herz wie du, das Tier hat Freude u
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Volkslied

Es springt ein guldener Bronnen Aus
heißem Herzen auf, Und spiegelt in der
Sonnen Des Menschen Lebenslauf. Es
steigt ein ewiges Klingen Zu Gottes
Himmel an, Da
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Klingende Funken

Für das, was uns am höchsten
steht, Für das, was uns am nächsten
geht, Ward uns kein Lied zu eigen. Da
hat man nur ein fromm Gebet Und -
Schweigen. Ich bin ein Kin
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An die Naturalisten

Geister dieser Zeit, wer soll
verstehen Euch nach menschlicher
Vernunft Gesetzen? Pessimistisch haßt
Ihr dieses Leben, Will jedoch die Kunst
ein schön`res schaffen, Hei, wie Ihr
si
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An die Steiermark

Gottbegnadet Land! Zur Maienzeit Sei
dir, Styria, ein Strauß geweiht. Du
bist göttlich schön. — Die
Felsenstirn Stolz gekrönet mit
diamant`nem Firn! Leuchtend als dein
Aug` die
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Grab ein!

Grab` ein, grab` ein In uns`rer Mutter
reichen Schrein, Für alle Sorge und
Beschwerde Erliegt Dein Lohn in treuer
Erde. Grab` ein, grab` ein. Grab`
einen Schuh
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Meine Lust ist Leben

Gute Nacht, ihr Freunde, Ach, wie lebt`
ich gern! Daß die Welt so schön
ist, Dankt` ich Gott dem Herrn. Daß
die Welt so schön ist, Thut mir bitter
weh, Wenn ich sch
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Heb Dich weg und küss mich nicht!

Heb` Dich weg und küss` mich nicht! Du
nicht, ich bitte Dich, Ein Kuß von Dir
— o, küss` mich nicht! Ein Kuß, er
wär` mein Tod. Kleine Schelmin,
lächle nicht! Du nicht
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Ein Rosenblatt

I. Mas das Rosenblatt bedeutet, Das
in sich zusammenkauernd Vor dem Hauch
des Mundes schauernd Auf der Hand mir
liegt gebreitet? Kann ich nicht dem
todten, sü
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Ich bin daheim auf waldiger Flur

Ich bin daheim auf waldiger Flur, Mein
Hüttchen ist ein grüner Baum, Mein
Ruhebett der Wiesensaum Am Herzen der
Natur. Ein Rehlein kommt durch Zweige
dicht, Mir drin
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Ich bin Mensch geworden...

Ich bin Mensch geworden in der weiten
Welt, Keiner steht von Allen, die da
leben, Keiner über mir, Keiner unter
mir, Ich bin Jedem beigegeben. Ich
bin frei geworden in der w
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Waldabenteuer

Ich geh durchs Thal am Waldessaum, Tief
unten rauscht der Fluß, O, wie ist
doch das Wandern, traun, Im Wald ein
Hochgenuß! Dort seh ich stehn ein
Mädel fein, Ich wink ihm m
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Bergesgruß

Ich liebe die grünende, blühende
Wiese, Das wallende, wogende Korn auf
der Feldflur, Ich liebe die Heide, die
traumstill ruhende; Der sonnigen Hügel
warmen Busen, An welchem die E
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Ein Kind im Schlafrock

Ich weiß ein kleines Haus, dort wohnt
ein Kind, Gar ungepflegt, und wie schon
Kinder sind, Es will hinaus ins grüne
Thal entflieh`n, Und hat kein
Röcklein, um sich anzuzieh`n. Des
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Wilder Waldespsalm

Ihr Häupter in goldiger Morgengluth, O
blicket aus Himmelshöh` nieder Zum
Sänger, der sinnend im Moose
ruht, Euch feiernd durch harmlose
Lieder. Wie lodert dort oben der G
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An die junge Dichterschule

Ihr wollt mit der Muse, der hehren,
vermählen Unsaubre Cumpane, gemeine
Gesellen, Und an den Bastarden im
Schall der Reclamen Vererben der
Nachwelt zum Spott Eure Namen! O, seid
Ihr
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Das Geheimnis

Im Walde Frieden. Zwei Hummeln
läuten. Der Tag ist schon neigend. Da
nahen Gestalten aus fernen Zeiten, Sie
grüßen mich schweigend, Die alten
Bekannten, Sie winken mir stum
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Ruh im Walde

In der Berge Falten tief geschmiegt Und
gewickelt in den weichen Wald, Wie das
Kindlein in der Wiege liegt, Ist mein
liebster Aufenthalt. Wie die Mutter
sang, so singt der Ba
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Das Erdbeben in Steiermark

in der Nacht zum 1. Mai 1883 Der
sanfte Mai! So herb an unsere
Mauern Hat er noch nie gepocht, als
diese Nacht. Aus tiefem Winterschlafe
jäh erwacht, Erbebt die Erde in Empf
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Ständchen

In einer Winternacht Hab` ich dies Lied
erdacht, Es sei als Minnesang Der
Mitwelt dargebracht. — Ihr Menschen
seid nicht werth, Daß man Euch liebt
und ehrt, Daß man
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Nimmer will ich weinen!

Ist das Glas des Fensterleins nicht
helle, Ist das Aug` umflort von einer
Thräne, Schaut die Welt so düster in
die Seele. Nimmer will ich weinen,
nimmer klagen, Niemand wis
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Ist der Mensch nicht wie die Schwalbe?

Ist der Mensch nicht wie die Schwalbe?
— Mit dem Lenze fliegt er an Und
verjubelt einen Frühling; — Heißer
Sommer quält den Mann. Wie die
Schwalbe an dem Neste, Baut er
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Leute gibt es allerlei

Leute gibt es allerlei Auf der weiten
Gotteswelt. Wem die Sache nicht
gefällt, Wer da ausmarschiert, um
jeden, So nicht sein ist, zu
befehden, Der wird nimmermehr auf Erden
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Leute giebt es allerlei

Leute giebt es allerlei Auf der weiten
Gotteswelt. Wem die Sache nicht
gefällt, Wer da ausmarschirt, um
Jeden, So nicht sein ist, Zu
befehden, Der wird nimmermehr auf Erden
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Erprobter Rath

Magst Du wissen, wann Du sollst
gesellig Und wann einsam sein? Willst
Du Freude, suche Menschen, Willst Du
Glück, so bleib` mit Dir
allein. Wisse, wann Dein Werk am
schönsten
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Mein Erz

Mein deutscher Sang ist Euch zu
zahm, Anstatt mein geliebtes Volk zu
segnen, Soll fluchen ich der Feinde
stramm, Dem Nachbar stets mit Trutz
begegnen. Mein Herz ist froh, mei
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Mein Vaterhaus

Mein Vaterhaus ist alt und arm, Mein
Vaterhaus ist klein, Und schließt doch
meine ganze Welt Und meinen Himmel
ein. Mir brennt ins Herz die Zähre,
die Vom Mutterauge
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Frage

Mädchen, wenn ich sehnend
flehe, Hörst Du nichts? Mädchen,
wenn das Aug` Du senkest, Siehst Du
nichts? Mädchen, wenn ich sterben
gehe, Willst Du nichts? Mädchen, w
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Unfassbar

Nahe ist Werden und Leben und Sterben
beisammen, Früher die endlose Zeit -
später die endlose Zeit. Kurz vor den
Tagen, in welchen ich fühle und
denke, War ich ein formloses Nichts,
war
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Unfaßbar

Nahe ist Werden und Leben und Sterben
beisammen, Früher die endlose Zeit —
später die endlose Zeit, Kurz vor den
Tagen, in welchen ich fühle und
denke, War ich ein formloses Nichts, wa
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Es kann Einem wunderlich träumen!

Nun wollt` ich schlafen. Das Tagwerk
ist recht hart gewesen. Bin ich
erschaffen Für Bauernbrot und
Bauernnoth? Das ist mein Frag`
gewesen. Da seh` ich ein Häuslein wohl
sch
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Es kommt dereinst ein dunkler Tag

O freue Dich, mein Brüderlein, An
Deines Lebens Sonnenschein, Doch trau`
ihm nicht. Es kommt dereinst ein
dunkler Tag, Noch eh` in unnennbarer
Klag` Dein Auge bricht.
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Hannchen beim Pfarrer

O Herr, des Nachbars Valentin, Der
stahl mir gestern meinen Hafer, Er —
stahl ihn mir — er — stahl mir
ihn, Es war nur — eine Handvoll —
aber — Am Hafer hing mein
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Ungeduld

O lieber Gott, wo werden jene Stunden
sein, In welchen mir der Lorbeer wird
gewunden sein! `Ha, suche Dir die
Zweige!` spricht die kluge Welt, `Denn
jedes Glück will mühevoll gefunden sei
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Urwaldstimmung

O ruhsamer Wald, wie bist du fein! Wie
bist du in Ewigkeit jung und rein! Vom
blutigen Kreuzweg der
Menschensöhne Entweiht keine Spur
deine heilige Schöne. Wohl heut` wie
zur Urzei
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O sei mir gegrüßet, du grünender Baum!

O sei mir gegrüßet, du grünender
Baum, Wo ich mein Liebchen sah, Die
Myrt` in den Locken, auf blumigem
Saum, So nah! So nah! So nah! Wie
küßte ich heiß ihren rosigen Mu
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Einst wirst Du die Thräne fliehen

O weine, liebe Jugend, weine, So lang`
die Thräne Dir noch süß ist, Ein
Bote milder Herzenswärme, Und nicht
der herben Kümmerniß ist. Denn
einst wirst Du die Thräne fl
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Deine schönen Augen

Oh nichts giebt es auf Erden, Was mich
so sehr entzückt, Als Deine schönen
Augen, Seit sie mich angeblickt. Sie
sind meine Himmelssterne, Die ich so
selig schau`; Sie
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Weib

Schicksal im langen Haar, Herrin, mir
graut vor Dir! Reiß von der Heimat
mich, Raube die Freunde mir. Brich
meinen Thatenmuth, Höhne, verrathe
mich, Schände die Ehre
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Schon fleißig, lieber Goldschmied?

Schon fleißig, lieber Goldschmied?
Guten Morgen! Ein bißchen, Herr
Nachbar, guten Morgen! - Klopf,
klopf! Was wird denn geschmiedet so
laut? Ich schmiede ein Ringlein meiner
Braut.
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Lorbeer und Palme

Strebst Du nach Ruhm, o Sänger, so
reize die Mitwelt nicht. Siehe, im
Fluch des Volkes welket der
Lorbeerkranz. Giebst Du den Lorbeer
froh für des Märtyrers Palme
hin, Trau
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Betrachtung

Tausend Formen hat die
Menschheit Durchgeprobt in ihrem
Leben. Hier in Freiheit, dort in
Knechtschaft, Hier in Stumpfsinn, dort
im Streben; Hier in stolzen
Waffengängen,
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Die Gottsucher

Unendlich der Raum, Unendlich die
Zeit, Kein Ziel und Halt In
Ewigkeit. Die Kinder des Leides, sie
sehnen und rufen, Sie irren und
zweifeln in Nacht und Noth Und suchen
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Der Besessene

Von einem Unbesessenen. Mir graut,
ich bin besessen, Besessen von dem
Gelde hier, Mein Schaffen, selbst mein
Sinnen, Mein Träumen wird zu Gelde
mir. Was meine Hand be
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Letzter Wunsch

Was wäre wohl mein letzter
Wunsch, Wenn ich dereinst zur Grube
fahr`? Aus lichter, kühler
Bergeshöh` Eine traute, einsam stille
Bahr`. Auf jener Höh`, wo ich als
Kind
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Weißt Du, Mädchen, daß ich sterbe?

Weißt Du, Mädchen, daß ich
sterbe, Sterben mutz an Deinem
Blicke, Wenn er weg von mir sich
wendet? Weißt Du, Mädchen, daß ich
sterbe, Daß Dein Mündchen mich
vergiftet,
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Wenn alle Wälder schlafen

Wenn alle Wälder schlafen, Und alle
Quellen schweigen, Die Nebel stille
steigen, Die Sterne leis` sich
neigen, Da ist das einsam` Leben Ein
selig, selig Sein.
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Anklage

Wenn die wilden Wetter schlagen Und die
giftigen Seuchen toben, Welch ein
grauses Heulen, Klagen An den hohen
Himmel oben! Großer Gott, für solche
Armen Hätt ich wahrlich k
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Es muß ja sein

Wer zürnt der Pflanze, wenn sie
blüht? Wer zürnt dem Vogel, wenn er
singt? Wer zürnt der Kohle, wenn sie
glüht? Wer zürnt der Glocke, wenn sie
klingt? Wer zürnt dem Moste, wen
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Wie bin ich so reich an Ehr und Ruhm!

Wie bin ich so reich an Ehr und
Ruhm! Wie bin ich so arm an Lieb und
Lust! Den prangenden Lorbeer ums Haupt
herum, Und keine Rose an meiner
Brust! Wie bin ich so reich an Ehr
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Das Mutterherz

Willst Du auf die Erde — Sprach der
Herr zu mir Brauchst Du Liebe, Die
Dich schützet, Brauchst Du Treue, Die
Dich nicht verläßt. Doch Du wirst
auf Erden
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Wir weichen nicht von unsren Idealen!

Wir weichen nicht von unsren
Idealen, Sie schmücken, adeln dieses
Erdenwallen, Sie ehren uns, Der
Niederträchtigen Hohn wird uns zum
Ruhm. Ums welterlösende geweihte
Heiligthum
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Des Sängers Verzweiflung

Während eines blutigen Krieges. Mm
erstbesten Eichbaum zerschlag` ich die
Leier! — Zerberste, Zerschelle in
schnöde Scherben, Stöhne, schrille im
Sterben zum letztenmal falsche
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An Tirol

Zum Eröffnungstag der
Arlbergbahn. (1884.) Tirol, du
schönes, stolzes Land, Du hüllest
dich in Festgewand Und jauchzest
laut. Durch Berg` und Thal der
Posthornschal
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