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Gedichte - Richard Dehmel


Märzlied

         
  Im März, da gruneln die Dornen
am Zaun.        
    Im März, da fängt der
Fuchs an zu rauhn.    
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Freund Husch

    Husch, husch,
husch,     ich schlüpfe aus
dem Busch. Ich stecke mein Laternchen
an, ich zünde und die Sternchen
an,     husch, husch.
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Das Trinklied

    Noch eine Stunde, dann ist
Nacht;     trinkt, bis die
Seele überläuft,     Wein
her, trinkt!     Seht doch,
wie rot die Sonne lacht, &nb
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Venus Socia

- Kaffee, Branntwein, Bier - im
Spelunkenrevier, und ein Lied scholl
rührend durch die Thür; und das
sangen und spielten die traurigen
Vier, ein Vater mit seinen drei
Töchtern.
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Das Spiel der Welt

1. Dialog: Die Seele sprach zur
Welt: Du machst dich viel zu
wichtig. Dein Spiel ist ohne mich im
Grunde null und nichtig. Zur Seele
sprach die Welt: Das ist im
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Kringelreime

1. Kinder, kommt, verzählt euch
nicht, still, wir wollen sehen, wer
die letzte Silbe krigt, der muß suchen
gehen.     Suche, suche,
warte noch, &nbs
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Natur und Sehnsucht

1. Schlaflos lieg` ich, wie im
Fieber starr` ich in die Schatten
hin, ob mir eben nicht ihr
lieber Augenstrahl erglänzte
drin, ob nicht solche Grüße brächt
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Leitsprüche

1. Lebe mit Zweck, wirf dich nicht
weg, gieb dich den Andern hin mit
Eignem Sinn! 2. Lern in der Zeit
dein Urbild finden, Kunst geht dem
Leben Ha
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Böser Traum

Was kannst du gegen Träume, Mensch,
die tückisch selbst auch den
Männlichsten mit Engelshänden oder
mit Teufelsfäusten in den Himmel samt
Hölle seines Kinderglaubens führen?
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Toilette

Aber komm mir nicht im langen
Kleid, komm gelaufen, daß die Funken
stieben, beide Arme offen und
bereit! Auf mein Schloß führt keine
Galatreppe, über Berge geht`s, reiß
ab die S
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Empfang

Aber komm wir nicht im langen
Kleid! komm gelaufen, daß die Funken
stieben, beide Arme offen und
bereit! Auf mein Schloß führt keine
Galatreppe; über Berge geht’s, reiß
ab die
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Venus Mamma

Aber nicht wieder! Nein, nie
wieder! Ja, du wolltest mich
beglücken: wie sie an dein Fleisch
sich drücken, diese hilflos kleinen
Glieder. Aber mir diese Lust
beschauen, ist
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Venus Nutrix

Aber nicht wieder! nein, nie
wieder! Ja, du wolltest mich
beglücken: wie sie an dein Fleisch
sich drücken, diese kleinen nackten
Glieder.        
Aber mir diese
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Im Traume

Ach, aus Träumen fahr ich! In die
graue Luft, in die kalte, starr`
ich. Ach, dein Samum war ich, du mein
Ambraduft! Durch die helle
Wüste glühtest du dahin,
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Kumpaney

Ain Herr Laus, ein Floh und eine
Wanze setzten sich an meinen
Tisch. Sprach der Floh: Brüderchen,
tanze! hoppla! frisch! Sprach ich
bald: Ich kann nicht tanzen so wie
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Dichterschicksal

Alfons Paquet zum Andenken Eine
heilige Dichtung vernahm ich: von einem
Diener, der willig sich opfert der
herrischen Zucht eines
Heldengeschlechtes, wie der Urwaldbaum
sich
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Aeonische Stunde

Alfred Mombert zu Ehren Du
himmlischer Zecher! Noch ein Tropfen
Schwermut in meinem Glase, noch eine
Träne wild in meinem Herzen, glühte,
glänzte, doch du sangst, d
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Äonische Stunde

Alfred Mombert zu Ehren Du
himmlischer Zecher! Noch einen Tropfen
Schwermut in meinem Glase, noch eine
Träne wild in meinem Herzen, glühte,
glänzte, doch du sangst,
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Pflicht

Alle Frucht der Welt
ist nur des Keims Gewand,
    lockre das Land,
auf das dein Same fällt.
    Die tauben Blüten
    laß Gott behüten.
Venus Genetrix

Aller Wunder wundersamstes, länger
trug`s die Seele nicht. Ihre großen
Thränen strömten über dein und mein
Gesicht. `Nur für dich!` ein Flehn,
ein Stammeln schlu
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Heidnischer Glaube

Als der kindliche Mensch noch seinen
Träumen vertraute und dem luftigen
Raum luftige Wesen ersann, als sein
Sehnen die Freiheit, die keinem
Irdischen glückte, einem himmlischen
Volk schen
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Aufstieg

Als Engel durch die Finsternis, so
wollten wir zu höhern Sonnen; doch
hab` ich dich erst ganz gewonnen, als
Gott uns aus dem Traume riß. Blau
fuhr sein Blitzstral durch die
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Das Wunderblümlein

Altes Weihnachtslied ergänzt. Uns
ist ein` Ros` entsprungen aus einer
Wurzel zart; wie uns die Alten
sungen, von Jesse kam die Art; und hat
ein Blümlein bracht
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Der Herr der Liebe

An Jeden, der mit edlem Geist dem
Bunde der Himmelsmächte dient in
Erdentalen und willig dartut, was sie
anbefahlen, ergeht vom Geist der Liebe
meine Kunde. Es war zur Nacht
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Mädchenfrühling

Aprilwind; alle Knospen sind schon
aufgesprossen, es sprießt der
Grund, und sein Mund bleibt so
verschlossen? Maisonnenregen; alle
Blumen langen,
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Zechers Nachtfeier

auch das Weinblumenlied genannt Kurt
Hezel zum Angebinde Freunde, mein
Glas ist leer. Nur noch ein goldner
Tropfen am Grunde spiegelt schwank eure
Tafelrunde,
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Indianischer Wiegengesang

Auf dem Flusse Jukon streift der
Wind; und mein Hausherr jagt das
Renntier auf den Bergen
Boojukon. Xami, Xami: schlaf, mein
Kind, schlaf, mein Kleiner, schlafe.
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Der Tiefsinn

Auf einer Pappelspitze sitzt ein Mann
in Unterhosen, streut Rosen und seufzt
die Sonne an. `O, wie ist der
Tiefsinn hoch!` Also hört ich Etwas
munkeln, das da
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Die Schaukel

Auf meiner Schaukel in die Höh, was
kann es Schöneres geben! So hoch, so
weit: die ganze Chaussee und alle
Häuser schweben. Weit über die
Gärten hoch, juchhee, ic
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Die Schöpferhand

August Rodin zu Ehren Chaos
bedrängte dich, du Geist:
Sturzwelt: roh Erz, plumpes Gestein,
wüst stiebender Sand: empörte dich in
alle Fibern zum Widerstand, und durch
die
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Büßende Liebe

Aus deinen grauen Augen droht, mir so
vertraut, wie ein erstarrter
Klagelaut mit bleichen Zügen ein
Verbot; ich weiß, auch du ... Du warst
einst Braut. Das hat in de
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Erwartung

Aus dem meergrünen Teiche neben der
roten Villa unter der toten
Eiche scheint der Mond. Wo ihr
dunkles Abbild durch das Wasser
greift, steht ein Mann und strei
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Stoßgebete

Aus der Enge in die Weite drängt die
Seele, lockt das Leben. O entfalte,
Herz, dein Streben, eh’s der Tod ins
All befreite! Neue Gefühle: neue
Ziele: neue R
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Tief von fern

Aus des Abends weißen Wogen taucht ein
Stern; tief von fern kommt der blasse
Mond gezogen. Tief von fern aus des
Morgens grauen Wogen langt der große
blasse B
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Venus Madonna

Aus Mannesadel wächst des Weibes
Tugend; er träumt ein Ziel, sie soll
es ihm gebären. Des Griechen
Schönheitsinbrunst sah die
Sphären beherrscht von Aphroditens
Reiz und Jugend;
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Ballade vom Volk

Bahnhofsgewühl; am Sperrgitter staut
sich`s. Schutzleute brüllen; und
rings glotzen
tausend Tiergesichter, Hundegesichter, Fuchsgesichter,
ein Wolfsgesicht, Sc
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Ballade vom Volk

Bahnhofsgewühl; am Sperrgitter staut
sich’s. Schutzleute brüllen; und
rings glotzen
tausend Tiergesichter, Hundegesichter, Fuchsgesichter,
ein Wolfsgesicht,
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Vogel Greif

Ballade Mein Flieger, mein kühner,
wo gehts heut hin? `Hoch über die
Wolken, schöne Gönnerin; höher als
höchste Alpenspitzen soll mein
Fahrzeug durchs Weltblau blitzen.
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Venus Homo

Bettle nicht vor mir mit deinen
Brüsten, deinen Brüsten bin ich
kalt; tausend Jahre alt ist dein Blick
mit seinen Lüsten. Sieh mich an, wie
Du als Braut gethan: mit
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Wiegenlied

Bienchen, Bienchen wiegt sich im
Sonnenschein, spielt um mein
Kindelein, summt dich in Schlummer
ein, süßes Gesicht. Spinnchen,
Spinnchen flimmert im Sonnensc
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Lied der Mutter

Bienchen, Bienchen wiegt sich im
Sonnenschein, spielt um mein
Kindelein, summt dich in Schlummer
ein süßes Gesicht. Spinnchen,
Spinnchen flimmert im Sonnensch
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Scheinkunst

Bild und Unbild: Bild der Züge, aber
Bild der Seele nicht, und die Wahrheit
wird zur Lüge, weil Berechnung aus ihr
spricht. Schein statt Wesen nimmt sie
wichtig; Pun
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An meine Königin

Bin ich ein König? - Als ich Knabe
war, da träumte mir von einem goldnen
Throne, von einem Volk in heller
Jubelschaar, von einem Purpurmantel,
einer Krone. Ich wurde Jüngl
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Gondelliedchen

Bitte, bitte, Vögelchen: Schiffchen
hat `n Segelchen, segelt übers
Meer: Vögelchen, komm her! Komm und
setz dich, laß dich wiegen, warum
willst du immer fliegen, ma
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Psalm an den Geist

Bleibe dir heilig, Geist, Herr deiner
Seele! Ein fremder Rauch bezaubert
dich: was sucht das Schiff dort im
Nebel, von Andern gelenkt?! Aus deinem
Leuchtturm blickst du hinab,
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Heimweh in die Welt

Blieb es doch so lang` vor Liebe
stumm; kann ich doch mein Herz, mein
Herz nicht töten. War ich Dein, nur
Dein in Glut und Nöten; weißt
warum? Weil mein Herz so wild; weil
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Vorbedeutung

Blumen hast du mir geschickt, Flammen,
gelb und rot; eine aber war
darunter, eine wundervolle, die schien
tot. Schien vor Durst zu
sterben; komm, du kannst noch
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Nebel und Schatten

Bruchstück. Nun still, mein Schritt,
im stillen Nebelfeld! hier rührt kein
Leben mehr an meine Ruhe: hier darf ich
fühlen, daß ich einsam bin. Kein
Laut; kein Hauch; der
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Venus Religio

Charfreitagsruhe. Fühlst du`s
auch: dies bange Grün und diesen
Hauch, der drüber träumt? Und
fühlst du`s, wie der
Fliederstrauch von Knospen perlt und
überschäumt?
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Einst im Herbst

Conrad Ansorge zum Andenken Durch den
Wald, den ernsten alten Wald, sprangen
drei Mädchenrangen; hatten Flammen von
Abendglanz im Haar, schwangen Zweige
mit rotem Herbstlaub
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Venus Consolatrix

Da kam Stern Lucifer; und meine
Nacht erblaßte scheu vor seiner milden
Pracht. Er schien auf meine dunkle
Zimmerwand, und wie aus
unerschöpflicher Phiole durchflossen
Silberadern d
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Mondnächte - I.

Damals, Seele, ja; ich war ein Kind
- und das alte Forsthaus dumpf und
eng. Und in hellen und in dunkeln
Nächten, wenn ich so am Kammerfenster
stand und die großen Eichen schwarz e
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Venus Anadyomene

Das ist die alte Stimme wieder, aus
langen Träumen jung erwacht; sie sang
die allerersten Lieder, trunken und
schüchtern, - sie singt und
lacht:        
`Ueber
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Ständchen

Das Rosenstöcklein steht in Flor; o
Gärtnerin, wie blüht`s empor! Sie hat
ihr Pförtlein zugemacht.    
        Tiefe
Nacht. Die schönste Ro
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Ein Grab

Das sind die Abende, die bleich
verfrühten. Die Georginen, die im
Sonnenscheine wie rot und gelbe letzte
Rosen glühten, stehn fahl, Rosetten
aus verfärbtem Steine. Der Nebel klebt
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Erfüllung

Daß du auch an meinem Herzen, Herz,
nur neue Sehnsucht fühlst und dich in
vergangne Schmerzen schmerzlicher als
je verwühlst: ist das nicht
Erfüllung, Du? Wenn die
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Sprüche der Zeit

Daß du über der Zukunft nur nicht ihr
stetes Dasein vergißt! Es gibt eine
Gegenwart, die ewig ist. Lern in der
Zeit dein Urbild finden, geht dem Leben
Hand in Hand,
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Menschenrecht

Dein Recht ist deine Kraft - drum bläh
dich nicht, du stehst mit deinem Recht
vorm Weltgericht. `Was? 
Weltgericht? ein längst entkräftet
Wort!` Doch setzt die Welt das Richten
krä
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Ein Ewiger

Dem Gaste Deutschlands. Ich lag in
einem dunklen Taxushain und hatte
Furcht ... Im Schatten vor mir saß ein
Mann, der war wie eine
große nebelvolle Höhle, in
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Stiller Gang

Der Abend graut; Herbstfeuer
brennen. Ueber den Stoppeln geht der
Rauch entzwei. Kaum ist mein Weg noch
zu erkennen. Bald kommt die Nacht; ich
muß mich trennen Ein Käfer surrt an m
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Stromüber

Der Abend war so dunkelschwer, und
schwer durchs Dunkel schnitt der
Kahn; die Andern lachten um uns
her, als fühlten sie den Frühling
nahn. Der weite Strom lag stumm und
fa
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Die Umworbene

Der Erste hat mir einen Schmuck
geschenkt, einen Schmuck aus Perlen,
der eine kleine Stadt wert ist, samt
den Denkmälern und der Kirche, dem
Rathaus und der Steuerkasse. Der
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Der liebe Weihnachtsmann

Der Esel, der Esel, wo kommt der Esel
her? Von Wesel, von Wesel, er will ans
schwarze Meer. Wer hat denn, wer hat
denn Den Esel so bepackt? Knecht
Ruprecht, Kne
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Frühlingsglück

Der Frühling stieg zur Erde nieder, o
helle Lust, o fromme Scheu: im Herzen
lacht der Himmel wieder, das welkeste
wird warm und neu. So schnell
geschah’s! Kaum lä
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Es war einmal

Der Himmel dunkelte noch immer, ich
fühlte tief bis in mein Zimmer der
tiefen Wolken vollen Schooß; die Esche
drüben drehte schwer die hohe Krone um
sich her, zwei Blätter
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Drückende Luft

Der Himmel dunkelte noch immer; ich
fühlte tief bis in mein Zimmer der
fahlen Wolken vollen Schoß. Die Esche
drüben drehte schwer die hohe Krone um
sich her; zwei Blätter
... weiterlesen


Venus Mea

Der Himmel gähnt, der Tag ist
auferstanden, ich habe nun genug
geschaut nach Osten; die Seele will in
ihren Abendlanden Vollendung
kosten.     An dem Chor des
neuen Evagar
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Drohende Aussicht

Der Himmel kreist, dir schwankt das
Land, vom Schnellzug hin und her
geschüttelt saust Ackerrand um
Ackerrand, ein Frösteln hat dich
wachgerüttelt:     die
Morgensonne k
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Drohende Aussicht

Der Himmel kreist, dir schwankt das
Land, vom Schnellzug hin und her
geschüttelt saust Ackerrand um
Ackerrand, ein Frösteln hat dich
wachgerüttelt: die Morgensonne
kommt.
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Klarer Tag

Der Himmel leuchtet aus dem Meer; ich
geh und leuchte still wie er. Und
viele Menschen gehn wie ich, sie
leuchten alle still für
sich. Zuweilen scheint nur Licht zu
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Herr und Herrin

Der Mann: Da du so schön bist, darf
ich dich beschwören, errege nicht mein
leicht erregtes Blut. Da du so schön
bist, kann ich dir nicht wehren, daß
deine Hand zu lang` i
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Psalm zweier Sterblichen

Der Mann Göttin Zukunft, mit
gefesselten Händen hältst du eine
geschlossene Schriftrolle, drin mein
Schicksal verzeichnet steht. Langsam,
Tag für Tag, ringe
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Aufglanz

Der Mond ist neu geworden, nun kommen
die dunkeln Nächte; da klopft das Herz
mit stärkerem Schlag und wünscht ein
anderes Herz herbei, an dem es
erglühen möchte. Glühn b
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Mondnächte - II.

Der Nebel staut sich, Hütten
dunkeln, Dorfgiebel fliegen über
Lichtern hin, noch bleicher wird die
Nacht; die jagende
Wagenkette, schwenkend, strafft
sich, die Maschi
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Bleiche Nacht

Der Nebel staut sich, Hütten
dunkeln, Dorfgiebel huschen über
Lichtern hin, noch bleicher scheint die
Nacht; die jagende
Wagenkette, schwenkend, strafft
sich, die Mas
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Lied an meinen Sohn

Der Sturm behorcht mein Vaterhaus, mein
Herz klopft in die Nacht hinaus, laut;
so erwacht ich vom Gebraus des Forstes
schon als Kind. Mein junger Sohn, hör
zu, hör zu: in de
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Der Sturm

Der Sturm ging noch die ganze
Nacht, ganz daß die Nacht dem Abend
glich. Ich bin fortwährend
aufgewacht: wie war der Abend
schauerlich! Uns schnitt der Ton bis
unters Herz;
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Bergpsalm

Der Sturm hat seine Schlangen
losgelassen, in langen Wogen zischen
Gras und Rohr und keucht der See ans
Land; die silberblassen zerwühlten
Weiden seufzen laut empor. Empor, empor
Do
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Bergpsalm

Der Sturm hat seine Schlangen
losgelassen. In langen Windungen zischt
Gras und Rohr und keucht der See ans
Land; die silberblassen zerwühlten
Weiden seufzen laut empor. Empor, empor
... weiterlesen


Waldseligkeit

Der Wald beginnt zu rauschen, den
Bäumen naht die Nacht; als ob sie
selig lauschen, berühren sie sich
sacht. Und unter ihren Zweigen, da
bin ich ganz allein,
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Eva und der Tod

Der Wintermorgen schien ein
Frühlingsmärchen; der Reif der Zweige
sproß im Sonnenschein am blauen Himmel
hin wie Blütenpärchen. Ein
Lüftchen, das sich hob und stumm
verfing,
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Zwiegesang überm Abgrund

Des Todes Stimme Du pfadloser
Sucher, ich will dich heimfinden
lassen. Im Schneesturm, im
Nebelbrodem, im Blitzstrahl, im
Wolkenbruch, im berauschenden Wirbel
des Lich
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Dichtersprache

Dichter kann man nicht ergründen; seid
nur, Freunde, recht erhoben! Jede
Flamme schlägt nach oben, jeder Geist
wird weiterzünden. Durch den Rauch der
Worte steigen alle auf
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Pfingstlied

Die Akazien blühen jetzt wie
gebenedeiete Jungfraun. Wieder hebt
sich mein Gesicht ihrem reinen Geruche
zu, ins Morgenlicht. Und auch Dich
dort oben, weiße Taube du,
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Ins Weite

Die du mich seliger machst, als Sinne
ahnen können, meine
Erfüllerin, schlummernde: o träume
dich her in meine schmachtenden
Adern, und fühle mein Herz aus meinen
Augen brennen,
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Frühlingsahnung

Die Felder liegen weiß; wohin ich
schau` ins fahle Nebelgrau, scheint
Schnee und Eis. Doch da - ein
Sonnenstrahl bricht durch den Flor und
zieht den Blick empo
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Den Herren Kritikern

Die Lerche singt, der Rabe schreit, das
ist nun so seit Ewigkeit; sänge er
auch, ihm würd’s schon passen, und
dennoch kann er’s Schrein nicht
lassen. Der Kritiker hat i
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Fatalitäten

Die misera plebs begreift es nie: wer
für sie kämpft, ist wider sie. Hebt
nur die Staatsgewalt, ihr Memmen
oben! Ihr hebt so lange, bis sie
aufgehoben. Macht spornt
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Beschwichtigung

Die Nacht wird kühl; mein Schatten
kriecht im Sand am Rand des
Ozeans. Der Mond vergießt sein fremdes
Licht und nimmt den Sternen ihren
Glanz. Die See rauscht. Was q
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Aus banger Brust

Die Rosen leuchten immer noch, die
dunkeln Blätter zittern sacht, ich bin
im Grase aufgewacht, o kämst du
doch, es ist so tiefe
Mitternacht. Den Mond verdeckt das Ga
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Das alte Lied

Die Rosenknospe gab sie mir, ein weh
Lebwohl klang nach; ich wollte
lächeln, als ich ihr dafür ein Lied
versprach. Ihr stand ein Tränchen im
Gesicht, und lächeln w
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Der Stieglitz

Die Sonne blitzt, ein Distelfeld belebt
die stille Mittagswelt; im
starrgezackten Blättermeer glühn
purpurlockig kreuz und quer die
Blütenköpfe. Und durch den eis
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Der Stieglitz

Die Sonne blitzt, ein Distelfeld belebt
die stille Mittagswelt; im
starrgezackten Blättermeer glühn
purpurlockig kreuz und quer die
Blütenköpfe. Und durch den eise
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Am Ufer

Die Welt verstummt, dein Blut
erklingt, in seinen hellen Abgrund
sinkt der ferne Tag, er schaudert
nicht; die Glut umschlingt das höchste
Land, im Meere ringt die fer
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Gastgeschenk

Dies blaß in Flammen gelbundgrüne
Mannsblatt, knabenüppig, und dies
zarte Schneeglöckchen, eben
aufgeblüht, ganz furchtsam weiß, im
irdnen Topf - die beiden Kind
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Dann

Doch als du dann gegangen, da hat sich
mein Verlangen ganz aufgethan nach dir
... Als sollt` ich dich
verlieren, schüttelte ich mit
irren Fingern deine verschlossne Thür.
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Das Ideal

Doch hab ich meine Sehnsucht stets
gebüßt; ich ging nach Liebe aus auf
allen Wegen, auf allen kam die Liebe
mir entgegen, doch hab ich meine
Sehnsucht stets gebüßt ... Es
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Auf See

Doch hatte niemals tiefere Macht dein
Blick, als da du, Abschied fühlend,
still am Ufer standest, schwandest; nur
dein Auge blieb und bebte über den
Wassern. Dunkel folgte
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Venus Perversa

Dort sitz nieder! sieben
Kreuze zwischen uns! und gönn mir’s:
sei nicht Tier! Sondern ich suche
andere Reize: Dich: komm, liebe dich
vor mir! Dich nur, Dich! nur deine
ver
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Venus Maculata

Drum komm, o komm, noch einmal
schweigt so voll ins Feld, so voll
bereit der Mond ins Feld; noch einmal
zeigt die weite Nacht, die zweite
Nacht, mir deine nackte Seligkeit.
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Die zweite Nacht

Drum komm, o komm, noch einmal
schweigt so voll ins Feld, so weiß und
weit der Mond ins Feld; noch einmal
zeigt die weite Nacht, die zweite
Nacht, uns unsre nackte Seligkeit.
... weiterlesen


Masken

Du bist es nicht, du grauer
Tempelritter im Panzerkleid, auf das
die Kerzenstralen des bunten Saals mit
täuschendem Gezitter geheimnisvolle
Charaktere malen; dein Blick ist
schwarz,
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Beschwörung

Du bist nicht hier - ich fühle
schwer, wie deine blasse Hand mich
preßte, und wie Todfeinde sind mir
plötzlich die lachenden
Geburtstagsgäste. Immer verdrehter
wird das F
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Allgegenwart

Du gehst nie von mir, ich bleibe bei
dir; denn du bist in mir fern wie
nah. In jedem Herzschlag, der mich
belebt, bist du’s, die mit
mir durchs Leben s
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Die Kette

Du hast mir eine Kette geschenkt. Ich
soll sie um meinen Nacken legen. Ich
werde sie tragen, um meinen stolzen
Hals, offen auf meiner Brust vor allen
Leuten: Du hast mir ja die Kette
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Anders

Du hast mir wundervoll beschrieben, wie
dich die Liebe fast zerbricht; mich
aber, du, mich liebst du nicht, sonst
würdest du mich anders lieben. Sonst
würdest du den Freund
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Weib und Welt

Du haß-und-liebestarker Mann, der auch
sich selber hassen kann: steht nicht
ein freudig Weib dir bei, macht
Menschenekel dich entzwei.’ Hie
Weib, hie Welt: wen Das noch qu
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Gottes Wille

Du hungerst nach Glück, Eva, und
fürchtest dich den Apfel zu
pflücken, den dein Gott dir verboten
hat vor dreitausend Jahren, du junges
Geschöpf! Jeden Abend seh i
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Verhör

Du liegst sehr blaß in deinen weißen
Kissen, und deine matten Lippen sind
zerbissen; hattest du sehr viel
Schmerz? - `Ich weiß nicht
mehr.` Du siehst sehr träumerisch
zur
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Mannesbangen

Du mußt nicht meinen, ich hätte
Furcht vor dir. Nur wenn du mit
deinen scheuen Augen Glück
begehrst und mir mit solchen zuckenden
Händen wie mit Dolchen durc
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Zukunft

Du reiche Frau, du edle Frau, mit
deiner Sehnsucht unterm Herzen, du
möchtest jubeln und erschrickst; ich
sehe dich in deinen Schmerzen, wie du
beim Schein der Ambrakerzen di
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Zuspruch

Du rennst nach eignem Ziel und Sinn, da
kommt das Leben angefahren und nimmt
dich mit an Hirn und Haaren; o nimm es
hin. Noch stürmt dein Herz: ich
will, ich will! un
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Venus Universa

Du sahst durch meine Seele in die
Welt, es war auch Deine Seele: still
versanken im Strom des Schauens
zwischen uns die Schranken, es ruhten
Welt und Du in Mir gesellt. Dein
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Liebe

Du sahst durch meine Seele in die
Welt, es war auch deine Seele: still
versanken im Strom des Schauens
zwischen uns die Schranken, es ruhten
Welt und Du in Mir gesellt. Dein
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Enthüllung

Du sollst nicht dulden, daß dein
Schmerz dich knechte, du bist so gern
vor Freude wild! Komm vor den Spiegel -
- O wie schwillt dein düstres Haar,
wie lebt dein Bild, wie blüht de
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Nachtgebet

Du tiefe Ruh, laß deinen Schleier
sinken, und schling dein dunkles Haar
um meine Brust, und laß mich deinen
Atem trinken, Du, bis alle meine
Lust und letzter Schmerz
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Befreit

Du wirst nicht weinen. Leise,
leise wirst du lächeln; und wie zur
Reise geb ich dir Blick und Kuß
zurück. Unsre lieben vier Wände! Du
hast sie bereitet, ich habe sie dir zur
Welt
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Befreit

Du wirst nicht weinen. Leise,
leise wirst du lächeln; und wie zur
Reise geb ich dir Blick und Kuß
zurück. Unsre lieben vier Wände! Du
hast sie bereitet, ich habe sie dir zur
Welt
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Die geflügelte Fackel

Du wünschtest dir und deinem Haus ein
Zeichen, das euch für alle Zeit
einGlücksbild sei; doch welches
Gleichnis ist so reich und frei, so
vieler Seelen Wünsche auszugleichen!
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Der Rächer

Durch die schlafende Lagune zieht ein
langer stiller Kahn seine
Bahn; einsam zieht er durch das
Dunkel durch das sanfte
Flutgefunkel, wie ein großer schwarzer
Schwan.
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Venus Natura

Durch einen menschenleeren Garten
irrend geriet ich an ein Pfauenpaar;
der Pfau stand mit gespreiztem Rad vor
seiner Frau, die Flügel tief
gesträubt, von Lichtern flirrend.
... weiterlesen


Sonett

Durch einen menschenleeren Garten
irrend geriet ich an ein Pfauenpaar;
der Pfau stand mit gespreiztem Rad vor
seiner Frau, die Flügel tief
gesträubt, von Lichtern flirrend.
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Fernhin

Durch Traum und Morgen-Unruh Und jetzt
noch seh ich dich: die lange
Nachtfahrt, im Duft des
Blumenstraußes, den ich dir
mitgab. Jetzt nahst du dem Garten um
de
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Immer wieder

Ehe wir uns trennen konnten, o wie
hielt mich dein Gesicht, sahen wir noch
Einmal, dicht, dicht an deines mein
Gesicht, in den Winterwald zurück, wo
die Bäume sich noch sonn
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Kumpaney

Ein Herr Laus, ein Floh und eine
Wanze setzten sich an meinen
Tisch. Sprach der Floh: Brüderchen,
tanze! hoppla! frisch! Sprach ich
bald: Ich kam nicht tanzen so wie
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Der Feuergeist

Ein Jüngling, wortgewandt, und sehr
fürs Volkswohl glühend, oder galt
seine Glut mehr seinem Rednerruhm? wer
weiß - denn eines Tags nach einer
Wahlversammlung sprach er zu einem
Freund:
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Herr und Herrin

Ein Mann:Da du so schön bist, darf ich
dich beschwören, errege nicht mein
leicht erregtes Blut. Da du so schön
bist, kann ich dir nicht wehren, daß
deine Hand zu sehr in meiner ruht.
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So im Wandern

Ein silbern klein Herze, von Golde
ein`n Ring, die gab sie mir, als
ich wandern ging, und that in das
Herze ihr Bild hinein; so einsam der
Morgen, bin do
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Der Vogel Wandelbar

Ein Spott- und Trost-Märchen. War
einst ein Vöglein Wandelbar, an
welchem Alles seltsam war. Ein rechter
Wildfang wollt` es sein und hatte doch
ein Humpelbein, das a
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Götterhochzeit

Ein Zwiegesang O ewig Gesuchte! `O
endlich Gefundener!` Im Umsturz der
Welten! `Am Quell der
Gestirne!` Überm donnernden
Absturz meiner verschütteten Geister.
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Drei Ringe

Eine Abend-Elegie. Leitspruch: Neue
Ziele, neue Gefühle: neue
Riegel. Flügel! Flügel! Ihr Ringe,
drei Ringe, um Einen Finger, und jeder
ein toter, ge
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Lebe wohl!

Eine dicke Tigerschlange liegt müde um
mein Herz geringelt ihre satten Augen
thun sich zu. Einmal züngelt ihre
dünne Zunge noch. Sie schläft... Lebe
wohl, mein blutend Tä
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Die Vollendung

EINE GEISTERSCHAAR den Herrn der Kraft
geleitend: Kommt, frohlockt dem Herrn
der Gewalten, Geister der Lust, der
Liebe zum Leben, die wir aus Sonnen
Gluten entfalten,
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Erste Hoffnung

Eine Mädchenstimme: Mein Freund hat
mir ein Bild gemalt: Maria weint vor
Wonne und ist von lauter
Sonne überstralt.     Wer
weiß die Melodie dazu?
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Venus Mors

Eine rote Feuerlilie schreitet riesig
durch die Weltennacht. Von der Sonne
bis zum Sirius breitet sich ihr
Scharlachkelch. Der Schacht des
gezähnten Schlundes kocht von Gluten,
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Besuch

Eine treue Seele lag still zuhaus mit
krankem Leibe; zwischen ihren Fingern
staken zwei drei blühende
Weidenzweige, und die Sonne schien aufs
Bett. Zögernd rührte s
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Emporsturz

Einmal, Erde, wollt ich dich
küssen: ein Weib in Armen, jach
Schooß an Schooß, zu Boden stürzend
in rasendem Tanz. Da winkte ein
Mädchen mir zum Reigen, einen weißen
Mantel um
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Nachglanz

Einst geliebte Seele, immer noch
empfundne, sternklar weist die Nacht
mir Weiten, die auch dich
umschließen, du
entschwundne. Gütig glänzen
wieder alle Licht
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Ballade vom Kuckuk

Elena Luksch zur Erinnerung Du hast
drei schöne Kinder, Frau, sie spielen
um unsre Füße im Gras; was schweift
dein Blick in die Wolken? Ich warte
auf meinen Kuckuk
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Venus Amor Modernus Domesticus

Er ritt ein dunkelgraues Eselchen, zwei
bunte Tiere liefen vor ihm her, wir
konnten sie von ferne nicht
erkennen. Wir gingen still durch eine
stille Flur, ich und die Frau, die mir
a
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Der entzückende Krüppel

Er ritt ein dunkelgraues Eselchen, zwei
bunte Tiere liefen vor ihm her, wir
konnten sie von ferne nicht
erkennen. Wir gingen still durch eine
stille Flur, ich und die Frau, die mir
a
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Das erlösende Wort

Er weinte, schwieg.  Noch, hier ich
ihn stammeln, höre ihn leiden bei
jedem Laut, und höre das Lied meiner
Seele dazu, o selig Lied! `Ich
b-b-b-bebe` - ich bebe mit,
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Sühne

Erwachen endlich denn die Töne
wieder, die mir so dumpf und schwer im
Herzen schliefen? O steigt empor aus
euren grauen Tiefen, steigt rauschend
auf zum Lichtreich, meine Lieder!
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Unsre Stunde

Es dunkelt schon; komm, geh nach
Haus, komm! Das
Kastanien-Blattgewühl streckt sich wie
Krallen nach uns aus. Es ist zu einsam
hier, zu schwül für uns. Denn
sieh: d
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Gleichnis

Es ist ein Brunnen, der heißt
Leid; draus fließt die lautre
Seligkeit. Doch wer nur in den Brunnen
schaut,        
        den graut.
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Vorgefühl

Es ist ein Schnee gefallen, hat alles
Graue zugedeckt, die Bäume nur gen
Himmel nicht; bald trinkt den Schnee
das Sonnenlicht, dann wird das alles
blühen, was in der harten
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Welt und Zeit

Es klagt die Zeit: die Welt
vergreist, wo ist der alte heilige
Geist! Indeß liegt Seine
Heiligkeit im Schooß der Jungfrau
Sinnlichkeit, was zwar die
Jungfernschaft befleckt,
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An eine Gütige

Es mag mir oft nicht in den Mienen
stehen, wie tief ich in mein Innres
dich geschrieben; ach, oft schon hat es
mich zum Wort getrieben und wortlos
mußt ich meines Weges gehen.
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Vierter Klasse

Es rollt und rüttelt und dröhnt und
dampft und klirrt und rasselt und
stürmt und stampft; an kreisenden
Feldern vorüber im Flug durch Pommerns
Ebne keucht der Zug. Ich sc
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Vierter Klasse

Es rollt und rüttelt und dröhnt und
stampft und klirrt und rasselt und
saust und dampft; an kreisenden Feldern
vorüber im Flug durch Pommerns Ebne
ras`t der Zug. Ich schau
... weiterlesen


Erntelied

Es steht ein goldnes Garbenfeld, das
geht bis an den Rand der Welt.  
  Mahle, Mühle, mahle! Es
stockt der Wind im weiten Land, viel
Mühlen stehn am Himmelsrand.
... weiterlesen


Erntelied

Es steht ein goldnes Garbenfeld, das
geht bis an den Rand der Welt.  
  Mahle, Mühle, mahle! Es
stockt der Wind im weiten Land, viel
Mühlen stehn am Himmelsrand.
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Im Regen

Es stimmt zu mir, es ist ein sinnreich
Wetter; mein Nacken trieft, denn Baum
und Borke triefen. Die Tropfen
klatschen durch die schlaffen
Blätter; die nassen Vögel tun, als ob
sie schlief
... weiterlesen


Maifeierlied

Es war wohl einst am ersten Mai, viel
Kinder tanzten in Einer Reih, arme mit
reichen, und hatten die
gleichen vielen Stunden zur Freude
frei. Es ist auch heute erster
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Sturmbild

Ferdinand Hodler zu Ehren Fergin im
Sturm, kehr um! Weib, wie du wüst dich
plackst! Du bist kein Mann! - Sie hört
nicht, sie stemmt sich
langgestreckt gegens Gebrüll der
Wellen,
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Verewigung

Freund in der Ferne, wer du auch
seist, Flüchtling auf der Erde wie
ich, die wir zwischen den Sternen
hausen, du ein Unvergänglicher, ich
ein Unvergänglicher, weil wir`s f
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Frühlingsgebet

Frühling,
knospengekrönter, sonnesanfter, liebreichster
Gott der Erde: willst du endlich
erscheinen, mir erscheinen? Nach
soviel Stürmen, soviel unstäter
Wetterfluc
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Im Fluge

Ganz in Eines flocht, o Gott, der
Tanz unsre bang beseligten
Gestalten; und ich sah, ihr schweres
Haar war ganz von dem einen
Silberpfeil. gehalten. Und da hob
sich schon ihr
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Dichters Arbeitslied

Geh hin, mein Blick, über die grünen
Bäume! Da huscht ein Vogel, der nimmt
dich mit, Märchenvogel Edelschwarz.
Bleib nicht zu lange im Reich der
blauen Träume! Hier ras
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Feierabend

Geh nur, lieber Tag, freue dich der
Nacht. Nichts bleibt
unvollbracht; deines Lichtes
Macht keimt im dunkeln Grund. Einst
wird alles kund, hell von Mund zu
Mund,
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Der Schwimmer

Gerettet! Und er streichelt den
Strand, um den er rang mit dem wilden
Meer; noch peitscht der weiße Gischt
seine Hand. Und er blickt zurück aufs
wilde Meer. Und blickt um s
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Benedeiung

Gestern hobst du verzweifelt die
Hände, deiner heiligen Namenschwester
gleich, als ihr ein Schwert durch die
Seele ging. Heute breit` ich
entzückt die Arme, allen Heiligen
... weiterlesen


Orientalisches Potpourri

Gestern Nachmittag, meine braune
Geliebte, die du nach Ruhm begehrst vor
allen Frauen deines Volkes, saß ich in
einem Treibhaus, und von allen Palmen
und andern Gewächsen flogen mi
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Erhebung

Gieb mir nur die Hand, nur den Finger,
dann seh ich diesen ganzen
Erdkreis als mein Eigen an! O wie
blüht mein Land, sieh mich doch nur
an, daß ich mit dir ü
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Glockenklänge an Bismarck

Glocken, Glocken, wir Mund der
Macht, oft wehklagten wir dem
Donner, oft frohlockten wir dem
Flammensturm; heut, Volk,
frohlocken, heut, Bismarck, klagen
wir dumpf Euch
... weiterlesen


Sprüche der Liebe

Glut klärt, Glut verzehrt; hüte
Jeder seinen Herd! Treue mit
Reue ist Feiglings Untreue. Schwur
der Liebe: ob gegeben, ob empfangen -
welch Verschulde
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Sprüche vom Glück

Glück ist Gabe; rechte nicht um fremde
Habe, Richter mit dem
Bettelstabe! Gieb und vergieb von
Herzen gern, das ist des Glückes Keim
und Kern. Ob wir nehmen,
... weiterlesen


Schneeflocken

Gnädige Frau, es schneit, es
schneit! Tragen Sie heut Ihr weißes
Kleid? Gnädige Frau, hier in der
Ferne schneit`s bei helllichtem Tage
Sterne. Und diese Sterne fli
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Hochsommerlied

Golden streift der Sommer meine
Heimat, brotwarm schwillt das hohe
reife Korn, wie in meiner goldnen
Kinderzeit; habe Dank, geliebte
Erde! Schwalben rufen mich hinauf ins
Bla
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Die Buße

Graf Richard, was jagst du durch die
Nacht, als fliehst du vor deinem
Gewissen? Es war deine Pflicht, es war
dein Recht! Dein Weib beim Knecht: das
haben sie büßen müssen.
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Nun erst

Hab Dank! wir waren Mann und Weib, es
ist geschehn; nun laß uns wieder
aufrecht gehn, allein und klar. Wir
wollen uns nicht trüb geberden, wir
können nun erst Freunde werde
... weiterlesen


Nun erst

Hab Dank! wir waren Mann und Weib, es
ist geschehn; nun laß uns wieder
aufrecht gehn, allein und klar. Wir
wollen uns nicht trüb gebärden; wir
können nun erst Freunde werd
... weiterlesen


Entzückung

Hab ich schon mit dir gespielt, als wir
Kinder waren, scheu um Nachbars Ecke
geschielt nach deinen flirrenden
Haaren? Wenn mich nur dein Atem
streift, fühl ich uns du
... weiterlesen


Drohung

Herrin, Hexe, reich an Mächten, seit
ich dir in dunkler Stunde lösen durfte
deine Flechten, quält mich in der
flachen Rechten eine kleine blaue
Wunde, die mir deine Nadel r
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Zuflucht

Hinterm Elternhaus am kleinen
Weiher, dicht umdunkelt rings von
Weidenruten, breitet eine Pappel ihre
schwanken Zweige nickend über Schilf
und Fluten. Seltsam heimlich ist
... weiterlesen


Der Schlangenkäfig

Hitze schwingt. Ein Raum voll
Schlangen strömt durch Glas und
Gitterstangen Dunst; zwei Menschen
stehn davor. Die gesättigten Gewürme
hängen still in buntverflochtnen
Strängen,
... weiterlesen


Tatsache!

Hunderttausend frische Blätter wachsen
jeden Mai, hunderttausend frische
Augen blitzen zwei zu
zwei, hunderttausend frische
Jungen lärmen noch im Feld, und da
jammern
... weiterlesen


Staatsereignis

Hurrra, zum ersten Mal: Mutter, der
Peter, hurra, jetzt geht er! Kuck,
ganz alleinechen setzt er die
Beinechen, ganz wie zur
Reichstagswahl, wie Onkel Wackelpfahl!
... weiterlesen


Hans im Glück

Hättest du mich doch gesehen, wie ich
durch den Sommer ging: Augen blos für
meine Zehen, böse jedem
Schmetterling. Glück und Unglück
nannt` ich dumm; gott, wie ging ich W
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Aufrichtung

Hörst du Nachts die leere Stille
schallen? Tote Seelen rufen dich von
fern. Eine aber war dir wert vor
allen; o, nun möchtest du vor Schmerz
ihr folgen, ihr und ihrem unsichtbaren
... weiterlesen


Machtsprüche

I. Laßt uns nur ins Blaue
schweifen; scheltet nur, wie weit wir`s
treiben. Aber ein Band sollte
bleiben: Jeden, wie er strebt,
begreifen. II. Jeder nac
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Gütige Bosheiten

I Alles frommt im Garten Gottes, auch
der Bienenstich des Spottes; selbst Tom
schärfsten Stachelreim träuft des
Ruhmes Honigseim. II Wenn des
Zechers Hohn dic
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Der geduldige Dichter

I Der Dichter steht am Herd und
schürt und wartet, daß sein Volk sich
rührt. Das Holz liegt da, der Funken
auch; wann springt die Flamme aus dem
Rauch? II Da
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Den Empfänglichen

I Ein Wörtlein Dank - o schönster
Schall: des Schöpferwortes
Widerhall. Uns allen ahnt kein höher
Glück: nun tönt die Welt zu Gott
zurück. II Klingts auc
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Pro patria

I Ich gönne jedem fremden Wicht sein
Teilchen Erde nebst Himmelslicht; aber
will er mir meins wegschinden, soll er
die Hölle bei mir finden. II Jeder
Mann von
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Führersprüche

I Ob wir reden, ob wir schweigen, aus
den Tiefen klingt ein Raunen: Laßt uns
auf die Höhen steigen und in alle
Weiten staunen! II Und trotzt er
noch s
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Liebesnotsprüche

I Wo im wirren Weltgebrause zwei
versprengte Funken sprühn, die aus
reiner Lust sich mühn, klar einander
zu durchglühn: Liebe, da bist Du
zuhause. II
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Das Schloß

Ich bin arm, du bist reich, darum bau
ich dir ein Schloß aus meinen
purpurnsten Träumen. Das steht am
grauen Nordseedeich, wo die
funkelndsten Wellen schäumen. Denn
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Frecher Bengel

Ich bin ein kleiner Junge, ich bin ein
großer Lump. Ich habe eine Zunge und
keinen Strump. Ihr braucht mir keinen
schenken, dann reiß ich mir kein
Loch. Ihr k
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Zuversicht

Ich hab dich selig gemacht, mein
Geliebter, und du mich, du bist
mein, und darfst nicht bei mir sein in
meinen furchtbaren Schmerzen. Bis in
Mark und Bein bin ich dein,
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Die Rose

Ich habe den Traum der Rose
belauscht, der keusch vom kühlen Duft
umsprüht aus ihrer Blumenseele
glüht; ich hab ihn mit allen Sinnen
belauscht und mich berauscht. V
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An die Ersehnte

Ich habe dich Gerte getauft, weil du so
schlank bist und weil mich Gott mit dir
züchtigen will, und weil eine
Sehnsucht in deinem Gang ist wie in
schmächtigen Pappeln im April.
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Entladung

Ich kam mit meinem Alpenstocke und
offner Brust vom Berg
geschlendert, begegnet mir im
Ordensrocke ein Zug von Nonnen, grau
bebändert, zehn schwarze Paare. Den
Blick
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Durch die Blume

Ich kann dir nicht die Blume
nennen, der deine Seele gleicht. Sie
müßte tief scharlachen
brennen. Solche Blumen welken
leicht. Und wen ihr roter Liebreiz
bannt, der
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Aus schwerer Stunde

Ich konnte nur noch lächeln; ich war
so traurig im Grunde, daß meine eigne
Stimme mir fremd klang. Da traf mich
Deine Stimme, und ich konnte wieder
lachen wie als Kind, und
... weiterlesen


Venus Idealis

Ich lag in Zweifeln schon die halbe
Nacht: Mich treibt ein Geist, und
folgen muß ich ihm, doch darf ich
folgen? ist’s ein Geist der
Wahrheit? ist’s Eitelkeit? so rang
ich mit der Nacht
... weiterlesen


An mein Volk

Ich möchte wohl geehrt von Vielen
sein, und auch geliebt; ich weiß es
wohl. Aber niemals soll mein Stolz und
Wert mir drum gemein mit hunderttausend
Andern sein. Ich hab ein
... weiterlesen


Einst

Ich ruhe, helle Wolken fliehn, mein
Herz rauscht wie das weite
Feld. Flügel leuchten - und über die
Wolken steigt ein Lied: einst brauchst
du keinen Menschen mehr, du Herz d
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Begegnung

Ich sah dich schon. Im
Sonnenschein beim Roggenfeld am
Wiesenrain stand wilder Mohn; die
Kelche blühten blutrot breit, den
Schooß voll blauer Dunkelheit, und
jäh aus
... weiterlesen


Das Opfer

Ich sah im Traum Apollos
Tempelhallen, doch ringsum hört ich
dunkle Donner grollen; ich sah vom
blassen First die
unruhvollen gebrochnen letzten
Sonnenblicke prallen. Herab
... weiterlesen


Rückkehr

Ich seh in deine Augen wieder, so
friedetief, so tief und bang; da
schweigen all die falschen Lieder, die
wild in mir mein Unhold sang. Du
darfst den trüben Wahnsinn wissen,
... weiterlesen


Ein Ring

Ich trug einen Ring mit drei
Opalen, viel Märchen schuf der bleiche
Stein, scheu wie das Glück sind seine
Stralen, Wasser soll ihren bunten
Schein wie Gift zernagen.
... weiterlesen


Venus Excelsior

Ich träume oft von einer bleichen
Rose. Hell ragt ein Berg; sie blüht in
seinem Schatten, zum fernen Licht
aufschmachtend mit dem
matten Traumblumenblick aus ihrem
dunklen Loose.
... weiterlesen


Venus Gloria

Ich träume oft von einer bleichen
Rose. Hell ragt ein Berg; sie blüht in
seinem Schatten, zum fernen Lichte
schmachtend, mit dem matten dem
Blumenblick, aus ihrem dunklen Loose.
... weiterlesen


Venus Regina

Ich träumte, und ich wußte, daß ich
träume; ich träumte, eine Fürstin
sei gestorben. Barhäuptig, nur ein
spärliches Gefolge von Trauernden, so
stehn wir auserwählt in einem
... weiterlesen


Venus Bestia

Ich und mein Freund, wir saßen
einmal in einem menschenheißen
Weinlokal; zwei Tisch weit neben uns
saßen ein Herr und eine Dame,
offenbar - den Ringen nach - ein
jüngeres Ehepaar
... weiterlesen


Zur Beichte

Ich war der Herr der Welt vor
dir,          
  im Traum; wie eine Sonne warst
du mir,        
    im Traum. Ich schmückte
... weiterlesen


Tanzlied

Ich warf eine Rose ins Meer, eine
blühende Rose ins grüne Meer. Und
weil die Sonne schien, Sonne
schien, sprang das Licht
hinterher, mit hundert zitternden Zehen
hinterher.
... weiterlesen


Wellentanzlied

Ich warf eine Rose ins Meer, eine
blühende Rose ins grüne Meer. Und
weil die Sonne schien, Sonne
schien, sprang das Licht
hinterher, mit hundert zitternden Zehen
hinterher.
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Wahlspruch

Ich weiß ein Wort.
das setzt mich über Alles fort,
über Raum und Zeit
und Traurigkeit:

Ich und die Zukunft!
Bekenntnis

Ich will ergründen alle Lust, so tief
ich dürsten kann; ich will sie aus der
ganzen Welt schöpfen, und stürb’
ich dran. Ich will’s mit all der
Schöpferwut, di
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Am Scheideweg

Ich wollt dir die Stirn küssen und dir
sagen: hab Dank! Aber da war ein Licht
in deinen Augen wie Morgenglut auf
unerklommenen Bergwäldern; und dem
haben wir folgen müssen,
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Wechselwirkung

Ich wüßte nicht mich nach der Form zu
richten, wird mir bedeutet von euch
Anstandsrichtern. Und freilich: leicht
ereignet sich’s an Dichtern, daß sie
formloser leben als sie dichten.
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Die zwölf sittsamen Gastwirte

Ihr Alle kennt den Dichter
Liliencron, den Freiherrn von Poggfred,
den reichen armen Baron. Doch bevor er
sein Luftschloß, sein ewiges,
baute, war er Hardesvogt auf Pellworm
und verdaute
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Am Krankenbett

Ihr Auge klagte, was ihr Mund
verschwieg: ihr hilflos Leid, daß
Andre mit ihr litten. Wir seufzten
trüb; aus unsern Blicken stieg ein
bang ergebnes Füreinanderbitten. Und

... weiterlesen


Heldentümliches

Ihr meint, ihr hättet euch
ermahnt, weil ihr euch hart wie Brutus
stellt? Jesus kam mit weichster
Hand und brachte Schwerter in die
Welt. `Er hat als Gott sich
aufgespielt!`
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Stillleben

Im Frühling, wenns zu nebeln anfängt
-         auf dem
Dorfteich -        
    eines Abends:
raake:        
  &n
... weiterlesen


Das große Karussell

Im Himmel ist ein Karussell, das dreht
sich Tag und Nacht. Es dreht sich wie
im Traum so schnell, wir sehn es nicht,
es ist zu hell aus lauter Licht
gemacht; still, mein Wildf
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Kein Bleiben

Immer dichter flüchtet der
Schnee, Straßenlichter, stumme
Gesichter, ich steh und seh die
Flocken treiben, nur noch dichter, nur
nicht bleiben, weiter,
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Neudeutsches Kirchenlied

Immer kann man nicht lobsingen und den
Weihrauchwedel schwingen; jeder Weg
zwar führt nach Rom, aber nicht zum
Petersdom. Ja, die Wölfin, Römer
säugend, beißt noc
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Hieroglyphe

In allen Tiefen mußt du dich
prüfen, zu Deinen Zielen dich
klarzufühlen; aber die Liebe ist das
Trübe. Jedweder Nachen, drin
Sehnsucht singt,
... weiterlesen


Der Fluß

In den abendgelben Fluß grub mein
Ruder schwarze Trichter, ohne Wort und
ohne Kuß sahn wir auf die
Wellenlichter, sahn wir eine dunkle
Bucht still das kahle Ufer spiegeln,
... weiterlesen


Geheimnis

In die dunkle Bergschlucht
kehrt der Mond zurück.
Eine Stimme singt am Wassersturz:
O Geliebtes,
deine höchste Wonne
und dein tiefster Schmerz
sind mein Glück -
Rückblick

In diesem Jahr verlor ich einen
Freund. Hier unterm Nußbaum sprachen
wir uns aus. Das Laub wird gelb; es
wartet auf den Wind.    
    Ist das der Schluß?
... weiterlesen


Ernte

In diesem Jahr verlor ich einen
Freund. Hier unterm Nußbaum sprachen
wir uns aus. Das Laub wird gelb; es
wartet auf den Wind. Ist Das der
Schluß? Hier unterm Nußbaum gab m
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Klage

In diesen welken Tagen, wo Alles bald
zu Ende ist, sturmzerfetzte
Sonnenblumen über dunkle Zäune
ragen, Wolken jagen und den Boden
flammenfarbne Blätterstür
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Leises Lied

In einem stillen Garten An eines
Brunens Schacht, Wie wollt’ ich gerne
warten Die lange graue Nacht! Viel
helle Lilien blühen Um des Brunens
Schlund; Drin sc
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Tragische Erscheinung

In einer Wüste lagen viele
Menschen, die fast verschmachteten; sie
wimmerten. Ein schönes Mädchen
nur, mit hilflos braunen Augen, litt
stumm den Durst; denn gieriger als der
Durst
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Blick auf Hamburg

In Hamburgs Wappen stehn drei feste
Türme, die mit den Zinnen zu den
Sternen ragen. In Hamburgs Hafen liegen
tausend Schiffe, die mit den Masten all
dasselbe wagen. Auf Hamburgs Mau
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Wollust

In wüster Schmach Vergeudung heiliger
Glut ist Wollust, wenn sie praßt; und
eh sie praßt, roh, schamlos, tierisch,
aller Welt zur Last, meineidig,
tückisch, voller Gier nach Blut.
... weiterlesen


Mit gedämpfter Stimme

Ist das noch die große Stadt, dies
Geraune rings im Grauen? diese Männer,
diese Frauen, kaum erschienen, schon
verschwunden; und die Sonne steht so
matt wie ein kleiner, rot
... weiterlesen


Venus Occulta

Ist das noch die große Stadt, dies
Geraune rings im Grauen? diese Männer,
diese Frauen, kaum erschienen, schon
verschwunden; und die Sonne steht so
matt wie ein kleiner, rot
... weiterlesen


Novemberfahrt

Ja lacht nur, lacht, am
Straßenrand ihr pelzvermummten
Gaffer! Uns hat aus härterm Lehm
gebrannt der Wein- und
Weiber-Schaffer. Und wenn wir etwas
zittrig sind und etwas rot
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Predigt ans Großstadtvolk

Ja, die Großstadt macht klein. Ich
sehe mit erstickter Sehnsucht durch
tausend Menschendünste zur Sonne
auf; und selbst mein Vater, der sich
zwischen den Riesen seines Kiefern- und
... weiterlesen


Venus Domestica

Ja, die heilige Familie ... Josef ~
Maria ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ denn das
Esulein freute sich eben an dem Heuduft
einer trockenen Lilie. ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
... weiterlesen


Nur ein Hund

Ja, dir wird’s schwer, mich zu
verlassen; dein Auge bricht, als ob du
weinst mein alter Hans in allen
Gassen. Ja, früher ahnt ich nicht,
daß einst als letzter Freund ein Hund
mir
... weiterlesen


Gesetz

Jeder will möglichst viel vom
Leben und möglichst wenig dafür
geben. Als bloßer Anblick scheint’s
abscheulich, doch handle, Mensch, dann
weicht der Schein; du wirst.dir wert, d
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Ausblick

Jetzt einen Schritt, dann stürzt vom
Rande mein Leben in die Schlucht
hinab. Wie hängt die Sonne tief im
Lande! Ich recke mich auf meinem
Stande, und alle Sehnsucht fällt mir
ab.
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Eröffnung

Jetzt sing ich dir das letzte
Liebeslied. Ich fühl’s bei jedem
unsrer trauten Spiele, daß mich ein
Geist in seinen Dienst beschied, der
Geist der alten und der neuen Ziele.
... weiterlesen


Ein Märtyrer

Jetzt sollt ihr hören ein rauhes
Lied, von Frieden und Erbarmen
leer! Der Winternachtsturm schreit im
Ried und peitscht das Schilf wie Heu
umher; vor seinem Schnauben erstarrt
das M
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Antrieb

Jüngling, du bist frei zum Flug, sei
nur immer Manns genug! Spring aufs
Glücksrad, rolle, rolle durch die
Welt, die wettlauftolle; nimm als Lohn
die eigne Bahn, aller Ruhm i
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In Sehnsucht

Jüngling:Möcht es hassen, dies Sehnen
ohne Maßen. Weiß nicht, was ich tun
will; weiß nicht, ob ich ruhn
will. Jetzt alles tragen und stolz
verzagen, jetzt alles wagen
... weiterlesen


Die Frage

Kann ich dein Herz
beglücken? liebreiche Seele,
nein. Ich kann dich an mein Herz
drücken, fühlen mußt du`s
allein. Noch im glückhellsten
Gesange schwebt ein dunkl
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Käuzchenspiel

Kinder, kommt, verzählt euch
nicht, jeder hat zehn Zehen; wer die
letzte Silbe kriegt, der muß suchen
gehen. Suche, suche, warte
noch, Käuzchen schreit im Turmloch,
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Fliegerschule

Kinderlied Kommt, wir lernen
fliegen! Woher denn Flügel
kriegen? Von den achtzig Winden. Wo
sind die zu finden? Überm ewigen
Eise. Wer bezahlt die Reise?
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An Mich

Klage und juble, Dichter, wie du
willst: das wirkt Seele ins All, du
bist Gott. Aber beklage nicht, bejuble
nicht, Nichts: du bist Gottes
Werk, brüste di
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Weihspruch

Klage und juble, Dichter, wie du
willst; das wirkt Seele ins All du
bist Gott. Aber beklage nicht! bejuble
nicht! nichts! Du bist Gottes
Werk; brüste dic
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Sommerabend

Klar ruhn die Lüfte auf der weiten
Flur; fern dampft der See, das hohe
Röhricht flimmert, im Schilf verglüht
die letzte Sonnenspur, ein blasses
Wölkchen rötet sich und schimmert.
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Venus Aldultera

Komm, Schatz; komm, Katz; laß das
Wimmern! Nein, das darf dich nicht
bekümmern, daß ich nicht »treu«
bin; rück nur her! Komm, ich hab ein
Dutzend Seelen; wer kann all die Kamme
... weiterlesen


Venus Adultera

Komm, Schatz; komm, Katz; laß das
Wimmern! Nein, das darf dich nicht
bekümmern, ob ich auch `treu` bin;
rück nur her! Komm: ich hab ein
Dutzend Seelen, wer kann all die
Kammern z
... weiterlesen


Venus Urania

Kommst du, Grollender? tief von
Unten? Ueber Felsen und Wolken: suchst
du mich, im dunkeln Mantel
Du, schwarzgekrönter Wetterriese, mit
der bleiernen Stirne? H
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Sprüche zur Kunst

Künstler, die Welt ist bodenlos. Wer
kühn ist, schöpft aus tiefstem
Schooß. Wer nicht versinkt dabei, ist
groß. Warum dich in die Tiefe
begeben? Nur um zu steigen; nur u
... weiterlesen


Alles

Laß uns noch die Nacht erwarten, bis
wir alle Sterne sehn; falt die Hände -
in den harten Steigen durch den stillen
Garten geht das Heimweh auf den
Zehn. Geht und ho
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Fürsprüche

Laßt uns nur ins Blaue
schweifen; scheltet nur, wie weit
wir’s treiben. Aber Ein Band sollte
bleiben: Jeden, wie er strebt,
begreifen. Nicht zum Guten, nicht vom
Bösen
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Zwecksprüche

Lebe mit Zweck, wirf dich nicht
weg, gieb dich den Andern hin mit
eignem Sinn! Jeder nach seiner
Art: die Einen lichten, die Andern
sichten bis endlich Einer
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Letzte Bitte

Lege deine Hand auf meine Augen, daß
mein Blut wie Meeresnächte
dunkelt: fern im Nachen lauscht der
Tod. Lege deine Hand auf meine
Augen, bis mein Blut wie Himmelsnächte
f
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Venus Fantasia

Leih mir noch Einmal die leichte
Sandale; sage, wer bist du, holde
Gestalt? Reich’ mir die volle, die
funkelnde Schale, die du mir fülltest
so viele Male! Bist du die Jugend? Werd
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Gebet

Letzter Schritt, und hoch mit mir langt
der Turm ins Licht, und vom Steigen auf
zu Dir bebt mein bang Gesicht. Hier,
wo keine Menschen sind, sieh mich
niederknien,
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Mit heiligem Geist

Liebe Mutter! mir träumte heute von
der Insel der seligen Leute. Da saß
auf einem Hügel der Au eine nackte
gekrönte Frau, in ihrem Herzen stak
ein Schwert, aber sie lachte
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Deutsches Tun

Lieber Freund! ich sitze verstimmt bei
Schillern und Goethen, plötzlich
reicht mir die Magd deine Bescherung aus
Rom. Nämlich die hellen Gemächer und
glänzenden Säleder Beiden hatt ich
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Zweier Seelen Lied

Lieber Morgenstern, lieber
Abendstern, ihr scheint zwei und seid
eins. Ob der Tag beginnt, ob die
Nacht beginnt, findet euer Schein in
uns Zweien die Lie
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Vitzlibutzli

Lieber ßöner Hampelmann, deine Detta
sieht dich an! Ich bin dhoß, und Du
bist tlein; willst du Fitzebutze
sein?   Tomm! Tomm auf Haterns
dhoßen Tuhl, V
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Fitzebutze

Lieber ßöner Hampelmann, deine Detta
sieht dich an! Ich bin dhoß, und Du
bist tlein; willst du Fitzebutze
sein?Tomm!Tomm auf Haterns dhoßen
Tuhl, Vitzlibutzki, Blitzepul!
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Fitzebutze

Lieber, ßöner Hampelmann, deine Detta
sieht dich an! Ich bin dhoß und Du
bist tlein; willst du Fitzebutze
sein?        
    Tomm! Tomm
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Die stille Stadt

Liegt eine Stadt im Thale, ein blasser
Tag vergeht; es wird nicht lange dauern
mehr, bis weder Mond noch Sterne, nur
Nacht am Himmel steht. Von allen
Bergen drücken
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Jubiläumsverse

Liliencron O Detlev, sechzig
Jahre ward dir Moral geleiert; jetzt
hast du graue Haare, jetzt wirst du als
der wahre Jugendmusterknabe
gefeiert.
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Die Magd

Maiblumen blühten überall; er sah
mich an so trüb und müd. Im Faulbaum
rief die Nachtigall: die Blüte flieht!
die Blüte flieht! Von Düften war die
Nacht so warm, wie Bl
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Maiwunder

Maikönig kommt gefahren in seinem
grüngoldnen Wagen mit Saus und
Gesinge. Seine Zügel sind
Sonnenstralen, zwölf große blaue
Schmetterlinge ziehn ihn über Busch
und Bach,
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Den Auslegern

Man soll alles nehmen, wie es ist; das
Licht legt wirklich Gold auf den
Mist. Nimmt man es aber durch die
Blume, dann natürlich bis in die
Wurzelkrume! Da sitzt ein Kobold, der
sich
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Seitenhiebe

Manch Gebilde und Getön ist wahrhaftig
nicht mehr schön, ist auch nicht etwa
gewöhnlich, ist nur -
schönlich. Wenn ihr nur stets
dieselbe Fistel kräht, zuletzt he
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Ihr Wunsch

Manche hüllt sich in weiße
Wolle. Manche ziert sich mit Seide und
Gold. Manche schmückt sich mit
Blumen, mit grünen Blättern und
Früchten. Ich, ich möchte nur nackt
le
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Erste Hoffnung

Mein Freund hat mir ein Bild
gemalt: Maria weint vor Wonne und ist
von lauter Sonne überstrahlt. Wer
weiß die Melodie dazu? Mein Freund
hat mir ein Wort gesagt;
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Warnung

Mein Hund, du, hat dich blos
beknurrt und ich hab ihn
vergiftet; und ich hasse jeden
Menschen, der Zwietracht
stiftet. Zwei blutrote Nelken schick
ich dir, mein Blut d
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Der Bräutigam

Mein tolles Herz, ich leg auf dich die
Hände. Nun träum dich an ein sonnig
fern Gelände, da deckt man dich mit
stillen Blumen zu. Da lauscht eine
Mutter dem Ruf der Morgeng
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Landung

Mein weißer Schwan vor mir, noch ziehn
wir leise auf dunkler Flut durch unser
Morgengrauen, zur blassen Ferne, wo die
Wellenkreise dem jungen Tage hoch
entgegenblauen. So la
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Landung

Mein weißer Schwan vor mir: so ziehn
wir leise auf dunkler Flut durch unser
Morgengrauen, und ziehn zur Ferne, wo
die Wellenkreise dem jungen Tage hoch
entgegenblauen. Und l
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Der gesunde Mann

Meine Frau ist krank, sie wird wol bald
sterben; dann kann ich lachen, dann
werd` ich was erben. O, wie lieb mir
das Leben im Leibe schlägt, wenn ihr
Husten mir das Herz zers
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Gebet an die Geliebte

Meine Hoffnung du, nun hilf mir
hoffen! Schleicht der Winter schon in
unser Leben, das noch kaum ein
Frühlingsstrahl getroffen? Sahn wir
darum einen Himmel offen, nur um
Grabesziele
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Ecce Poeta!

Meinem Freunde Detlev, dem Dichter
Liliencron. Doch hör` ich noch der
Tausende Entzücken und Ihn von seinen
goldnen Sternen sprechen und sehe noch
ihn seine Rosen brechen
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Selbstzucht

Mensch, du sollst dich selbst
erziehen. Und das wird dir Mancher
deuten: Mensch, du mußt dir selbst
entfliehen. Hüte dich vor diesen
Leuten! Rechne ab mit den Gewalten
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Selbstzucht

Mensch, du sollst dich selbst
erziehen. Und das wird dir Mancher
deuten: Mensch, du mußt dir selbst
entfliehen. Hüte dich vor diesen
Leuten! Rechne ab mit den Gewalten
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Deutsches Lied

Mich drängt zu singen deutschen
Geistes Kraft. Erde nimmt
Himmelschwingen, wenn er dich, Volk,
aufrafft. Über die
Eichenkronen stürmt er
zugvogeldreist in al
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Dahin

Mit gesenkten Blicken durch die Menge
hin, durch die fremde dunkle
Menge, eine traumentstiegene
Palme,     kam die junge
Priesterin. Mit geschlossenen Wimper
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Der Pirat

Mit zehn Kanonen, blank an Bord, mit
vollen Segeln vor dem Wind, die flink
wie Mövenflügel sind, streicht eine
Barke durch die Flut: die Barke des
Piratenherrn, auf allen Me
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Venus Ouvertuere 1

Moralisch Burleske Sie war geflochten
aus besten Stricken, aus
bleiverknoteten, festen, dicken, meine
Geißel nämlich - und der Stil so grad
recht handlich zum Prügelspiel.
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Der gestörte Nachtwandler

Muselparadiesische Reimguirlande mit
zarter Einflechtung etlicher
Geistesblüten neuerer abendländischer
Dichter O Nacht, o Nacht, o - oh - o
Nacht der Nacht, ach, ach, ihr
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Nicht doch!

Mädel, laß das Stricken - geh, thu
den Strumpf bei Seite heute; das ist
was für alte Leute, für die jungen
blüht der Klee! Laß, mein
Kind; komm, mein Schätzchen!
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Nicht doch

Mädel, laß das Stricken, geh, tu den
Strumpf bei Seite heute; das ist was
für alte Leute, für die jungen blüht
der Klee! Laß, mein Kind, komm, mein
Schätzchen; s
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Das Kind

Na lach doch, Kind! Dein
Zuckerschneckchen, schwarz
Sammetjäckchen, rote Bäckchen, dein
ausgestopftes Häschen, dein Mäulchen,
Händchen, Näschen hat all der liebe
Gott gemacht.
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Fromme Wünsche

Nach Cecco Angiolieri. Wär ich der
Wind, ich risse die Welt in
Fetzen, wär ich das Feuer, zerfräß
ich sie zu Funken, wär ich das Meer,
sie läge längst versunken, wäre
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Die Heimkehr

Nach einem französischen
Volkslied Der Seemann kommt vom Krieg
zurück, so sacht; verbrannt so sehr,
verstaubt so sehr - `Wo kommst du,
armer Seemann, her? so sacht,
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Wendekreislauf

Nach einer Abschiedsvisite beim alten
Herrn Geheimrath. Nehmen wir Geschehn
für Leben, haben wir`s nicht recht
verstanden; Menschenleben ist das
Leben so nur, wie wir
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Die Armen

Nach Emile Verhaeren Sie sind so,
diese armen Herzen, ganz ausgehöhlt
von stummen Schmerzen, blaß und wie
Teiche voll Geweine: rings
Leichensteine. Sie sind
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Lied des vogelfreien Dichters

Nach François Villon. Ich sterbe
dürstend an der vollen Quelle; ich,
heiß wie Glut, mir zittert Zahn an
Zahn. Frostklappernd sitz` ich an der
Feuerstelle, in meinem Vaterl
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Der Pirat - I.

Nach José de Espronceda. Mit zehn
Kanonen blank an Bord, mit vollen
Segeln vor dem Wind, die flink wie
Mövenflügel sind, streicht eine Barke
durch die Flut: die Bar
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Chinesisches Trinklied

Nach Li-tai-po. Der Herr Wirt hier -
Kinder, der Wirt hat Wein! aber laßt
noch, stille noch, schenkt nicht
ein: ich muß euch mein Lied vom Kummer
erst singen! Wenn der Kumm
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Auf der Reise

Nach Li-tai-po. Vor meinem Lager
liegt der helle Mondschein auf der
Diele; mir war, als fiele auf die
Schwelle das Frühlicht schon, mein
Auge zweifelt noch.
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Zu Gott - VIII.

Nach Paul Verlaine. - Ach! Herr! wie
wird mir! siehe, weinend vor Deine
Füße stürz` ich, schluchzend und
jauchzend; deine Stimme macht mir wohl
und weh! mein Auge weint, meine Se
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Zu Gott - VI.

Nach Paul Verlaine. - Herr! Herr! ich
fürchte mich. Mein Herz zittert und
zagt. Ich seh, ich fühl`s: man muß,
muß Dein sein. Aber wie, wie, Gott
mein Gott, dein werden? du Richt
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Zu Gott - IV.

Nach Paul Verlaine. - Herr, Herr,
zuviel! ich wag`s nicht. Ich Dein? Wer?
ich, und Dein? Nein nein, nur zagen
darf ich, doch wagen - nein! ich
bebe! ich will`s nicht, ich bin unwert
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Wiedergeburt

Nach Paul Verlaine. Da kam ein
stiller Reiter geritten durch den
Hain, der stach mit seiner Lanze in
mein alt Herz hinein. Mein alt Herz
gab nur einen,
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Zu Gott - I.

Nach Paul Verlaine. Mein Gott hat mir
gesagt: `Sohn, man muß Mein sein!
Mein! Sieh meine durchbohrte Brust,
mein strahlend, blutend Herz und meine
wunden Füße, die Magdalenens Sc
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Zu Gott - II.

Nach Paul Verlaine. Und ich -: Herr!
du sagtest meine ganze Seele. Ja! ich
will zu dir, Herr, suche und finde
nicht. Du, dessen Liebe lodert wie
aller Sonnen Licht: ich Dein
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Helle Nacht

Nach Paul Verlaine. Weich küßt die
Zweige der weiße Mond; ein Flüstern
wohnt im Laub, als neige, als schweige
sich der Hain zur Ruh -    
  &
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Zu Gott - V.

Nach Paul Verlaine. `Drum muß man
mein sein! Ich bin`s, der in dir
rast, bin der neue Adam, der den alten
frißt, dein Hunger und dein Mannah;
und meine Liebe ist so ströme
... weiterlesen


Zu Gott - III.

Nach Paul Verlaine. `Man muß, muß
mein sein! Ja: ich bin, bin der
Kuß der Welten, bin der Odem, bin
dieser Mund, du lieber Kranker, von dem
du stammelst, der glühende; und dies
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Zu Gott - VII.

Nach Paul Verlaine. `So möglich, wie
gewiß. O komm, o siehe,
welch Entzücken deiner harrt! Laß ab
von deinem Harme und deinem Trotz!
komm, sinke in meine offnen Arme, gle
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Ruhe

Nach Verlaine. Auf die Nachricht vom
Tode des Dichters. Ein großer
schwarzer Traum legt sich auf mein
Leben; Alles wird zu Raum, Alles will
entschweben.
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Einkehr

nach Verlaine Das Glöckchen überm
Dache da tönt heut so weise. Das
Bäumchen überm Däche da bewegt sich
leise. Der Himmel überm Dache
da steht kla
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Lied Kaspar Hausers

Nach Verlaine Ich kam so fromm, ein
Waisenkind, das nichts als seine
stillen Augen hat, zu den Leuten der
großen Stadt; sie fanden mich zu blöd
gesinnt. Mit
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Venus Nachtwache

Nachtwache eines Sehers der
Liebe Niemals sah ich die Nacht
beglänzter! Diamantisch reizen die
Fernen. Durch mein staubiges
Kellerfenster schielt der Schein der
Gaslaternen,
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Herrliches Pärchen

Nein, wie sind wir herrlich beide, ich
mit meinem Räubersinn, du in deinem
Jägerkleide, Sonntag gehn wir auf die
Haide, süße
Lüneburgerin! Zwanzigtausend Schafe
s
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Gleichnis

Neulich erwacht’ ich und griff zum
Kruge; da hing einer
Spinne hundertmaschiges Netz über die
Öffnung gespannt. Ärgerlich rück ich
ihn weg, durch Zufall grad in
dieSonne: hundertfäti
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Die Getrennten

Nie mehr bin ich allein, gleich bebt in
mir deine Stimme: Du, wie ist dir ums
Herz? Du, wie ist dir ums Herz? Wie
dem Schwanenpaar damals, das wir beim
Nestbau belausc
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Ein Blick

Nie werd` ich diesen dunkeln
Blick vergessen, der so trüb und
klar voll Sehnsucht war; dann wandte
sich ihr Augenpaar zum Fenster. Hohl
klang das Getick des Regens.
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Gebet der Sucht

Niemals sah ich die Nacht
beglänzter, diamantisch reizen die
Fernen; durch mein staubiges
Kellerfenster sticht der Schein der
Gaslaternen, schielt auf meine
frierenden Händ
... weiterlesen


Ermutigungen

Nimm dein Schicksal ganz als
Deines! Hinter Sorge, Gram und
Grauen wirst du dann ein
ungemeines Glück entdecken:
Selbstvertrauen. Weß Wesen ist so
wohlgeglückt, da
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Mein Trinklied

Noch eine Stunde, dann ist
Nacht; trinkt, bis die Seele
überläuft,       Wein
her, trinkt! Seht doch, wie rot die
Sonne lacht, die dort in ihrem Blut
ersäuft;
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Bewegte See

Noch Einmal so! Im Nebel durch den
Sturm, das Segel knatterte, die
Schiffer schrieen, das Bugspriet stand
im Wasser wie ein Turm, ich fühlte
deine Angst in meinen Knieen und sah
dei
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Genesen

Nun atmen deine Worte wieder Leben. Im
Zittern deiner Lippen steht’s
geschrieben, in deinen seligen Augen
kann ich’s lesen, ich lausch es mir
aus deinem stillsten Wesen, wie’s
... weiterlesen


Sieg

Nun haben wir den schwersten Kampf
gerungen im heiligen Krieg um unser
Reich der Einheit, als heiß wir rangen
mit der eignen Kleinheit, bis Seele
ganz in Seele war gedrungen,
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Der Strauß

Nun nimm drei weiße Nelken du, mein
Weib. Und du, Geliebte, nimm diese drei
roten noch dazu. Und in die nickenden
Nelken thu ich eine dunkelgelbe
Rose. Seht: ist es n
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Der Strauß

Nun nimm drei weiße Nelken du, mein
Weib. Und du, Geliebte, nimm diese drei
roten noch dazu. Und in die nickenden
Nelken tu ich eine dunkelgelbe
Rose. Seht: ist es ni
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Einsamkeiten

Nun still, mein Schritt, im stillen
Nebelfeld; hier rührt kein Leben mehr
an meine Ruhe, hier darf ich fühlen,
daß ich einsam bin. Kein Laut; kein
Hauch; der bleiche Abend hält i
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Gebet der Sättigung

Nun verging der Stern der Frühe, meine
Augenlider brennen; und die Sonne kann
mit Mühe die gefrornen Nebel
trennen. Mich verdrießt mein
nächtlich Brüten; drüben
... weiterlesen


Bastard

Nun weißt du, Herz, was immer so in
deinen Wünschen bangt und glüht, wie
nach dem ersten Sonnenschimmer die
graue Nacht verlangt und glüht, und
was in deinen Lüsten nach
... weiterlesen


Die Glücklichen

Nun will ich mir die Locken mit
Birkenlaub behängen, der Frühling
sitzt am Wocken, von dem er mit
Gesängen um meine Wildnis grüne
Schleier spinnt. Und du auf deine
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Trauschwur

Nun wollen wir zur Andacht uns
bereiten; nun leg in meine deine Hand
und höre den Schwur der Treue, den ich
heut uns schwöre bei unseren und dem
Geist der Ewigkeiten. Und w
... weiterlesen


Der Brand

Nur Zufall ... Bleiern lag Berlin im
Abendlichte Dach an Dach; trüb sah sie
in das Feuer, das drüben aus dem
Giebel brach.      
  Die Flammen zuckten.
... weiterlesen


Ansturm

Nur zürne nicht, wenn mein
Begehren brausend aus seinem Dunkel
bricht. Soll es mich selber nicht
verzehren, muß ich’s aussprühn! ans
Licht, ans Licht! Fühlst ja, wie al
... weiterlesen


Bitte

Nur: sage `Du` ... ich will ja nie, nie
wieder deine Lippen küssen, nun wir`s
gefühlt, so Knie an Knie gefühlt,
daß wir uns lieben müssen. Das
Abendrot umfing so brennen
... weiterlesen


Venus Primitiva

O daß der Kuß doch ewig dauern
möchte, - starr stand, wie Binsen
starr, der Schwarm der Gäste; der Kuß
doch ewig, den ich auf die
Rechte, tanztaumelnd dir auf Hals und
Brüste preßte!
... weiterlesen


Im Reich der Liebe

O Du, dein Haar, wie stralt dein
Haar, das ist wie schwarze
Diamanten! O - weil wir uns als
Herrscherpaar der ewigen Seligkeit
erkannten, Du! Schmück mir die
Stirn du
... weiterlesen


Freudenruf

O freu dich, Mensch: Deine Welt
erschallt! Überall ist Frühling, wo
dein Herz nachtigallt!    
    Menschenlieder, ihr
schwanken        
Meer- und
... weiterlesen


Nachtgebet der Braut

O mein Geliebter - in die Kissen bet’
ich nach dir, ins Firmament! O könnt
ich sagen, dürft er wissen, wie meine
Einsamkeit mich brennt! O Welt, wann
darf ich ihn umschli
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Venus Creatrix

O meine bleiche Braut! du blasse
Wolke im Arm des Sturms! du bebend
Haupt, an meine Brust geneigt aus
deinen Schleiern: erbleichst, erbebst
du mir? O nun erglühst du, heimlich
Willi
... weiterlesen


Verheißung

O weine nicht; die Wunden heilen
bald, die dir mein Unmut schlug und
dein Verzagen. Du wirst noch jubeln,
daß dich mit Gewalt mein Mut
aufstachelt aus den Alltagstagen.
... weiterlesen


Krämerseelen

O wie sie lieben! wie sie maßvoll
bleiben! nur ja den lieben Nächsten
nicht bereichern! Wie sie gewissenhaft
Tauschhandel treiben und brav
Gefühlchen zu Gefühlchen speichern!
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Ausgleichungen

Ob du Schönes erschaffst, ob lieber
Wirkliches nachformst: wnn das Schöne
nur echt, wenn nur das Wirkliche
wahr! Freilich, das Schöne ist echt
allein durch die Wahrheit
desWesens, aber d
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Morgenstunde

Ob du wol auch so schlaflos liegst und
dich in wachen Träumen wiegst vor
Glück, wie sehr die Sehnsucht
brennt? Ich starr` ins dunkle
Firmament: der Morgenstern, in großem
Bogen,
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Schöpfungsfeier

Oratorium natale Chor der
Ahnen Welch ein Festtag! Wieder reihn
sich Flammen, wieder neigen Blumen sich
zusammen, Kind, weil du am Leben
bist. Kind, noch immer
... weiterlesen


Der Hahnenkampf

Parabel Liebe Leute, ihr kennt den
Baum der Erkenntnis. Mit seiner Frucht
hats `ne eigne Bewendnis: Seit Adam hat
niemand sie mehr gesehn, also wird er
wohl ewig in Blüte st
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Der Tiefsinn

Parodie. Auf einer Pappelspitze
sitzt ein Mann in Unterhosen, pflückt
Rosen und seufzt die Sonne an. `O,
wie ist der Tiefsinn hoch!` Also hört`
ich Et
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Lied beim Segeln

Paul Scheerbart zum Angebinde Jetzt
ist kein Hafen mehr in Sicht, die Welle
stürzt schon breiter, die Segel
brüsten sich im Licht: jetzt, Jungs,
wirds heiter!  
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Venus Metaphysica

Plötzlich sah ich draußen das
Feld ganz von magischem Licht
erhellt. Durch die äußersten Straßen
von Berlin schien dies Licht mich ins
Freie zu ziehn, ich mußte nur immer
gehn
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Erleuchtung

Plötzlich thut, was dunkel war, dir
sich grund und offenbar; und dann
kannst du nicht verstehen, daß du
sonst es nicht gesehen. Aus dem Grund
der Welt durch dich off
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Grüße!!!

Postkarte von und an Arno Bolz. Drei
Ausrufungzeichen und `Lieber Freund`
- hat er das blos so hingemeint? Er
ist doch sonst nicht von der Sorte, die
Jedem gleich alle zehn F
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Vor Sonnenaufgang

Propheten, der Sonne, der Morgen
graut! Was säumt ihr den Erdrand wie
Nebelscheuchen und beklagt euch über
die Nachtdünste? Hört doch die
Hähne: sie krähn in die
Wolkenröte, u
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Ballnacht

Prunkende Klänge, Tanz und
Geflirre. Stumm im Gedränge steh ich
und irre. Steh ich und starre, suche
nach dir, und weiß und weiß doch, du
bist nicht hier. A
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Venus Heroica

Psalm an den Geist. Bleibe dir
heilig, Geist: Herr deiner Seele! Ein
fremder Schein beirrt dich noch: was
spähst du nach Schiffen im Nebel, von
Andern gelenkt?!
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Die neue Würde

Richard Luksch zur Erinnerung Ein
Künstler war deutscher Professor
geworden, mit der Aussicht auf weitere
Ämter, Titel und Orden. Und weil er
von Natur ein Bildhauer war, e
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Jesus bettelt

Schenk mir deinen goldnen Kamm; jeder
Morgen soll dich mahnen, daß du mir
die Haare küßtest. Schenk mir deinen
seidnen Schwamm; jeden Abend will ich
ahnen, wem du dich im B
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Wen’s trifft

Schicksal hämmert mit blinden
Schlägen: Wachs bleibt Wachs, Gold
läßt sich prägen, Eisen wird Stahl,
Glas zerspringt - springt an hundert
eiserne Türen, keine Klinke will sich
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Wens trifft

Schicksal hämmert mit blinden
Schlägen: Wachs bleibt Wachs, Gold
läßt sich prägen, Eisen wird Stahl,
Glas zerspringt, springt an hundert
eiserne Thüren, keine Klinke will sich

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Wiegenlied für meinen Jungen

Schlaf, mein Küken - Racker,
schlafe! Kuck: im Spiegel stehn zwei
Schafe, bläkt ein großes, mäkt ein
kleines, und das kleine, das ist
meines!        
Bengel,
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Ungleiche Geschwister

Schlauheit erwägt das Schlechte,
Klugheit das Rechte,
Weisheit die Mächte.

Schlauheit fristet sich hin,
Klugheit bringt Gewinn,
Weisheit schenkt dem Leben Sinn.
Ungleiche Geschwister

Schlauheit erwägt das Schlechte,
Klugheit des Rechte,
Weisheit die Mächte.

Schlauheit fristet sich hin,
Klugheit bringt Gewinn,
Weisheit schenkt dem Leben Sinn.
Den Querköpfen

Schließ nur klüglich deine
Höhle! Ist die Welt auch weit und
kalt, Sonne findet schon den Spalt in
die unverschlossne Seele. Ich bin
dumm! sprach Hans Dummerjan und
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Entbietung

Schmück dir das Haar mit wildem
Mohn, die Nacht ist da; all ihre
Sterne glühen schon. All ihre Sterne
glühn heut Dir, du weißt es ja: all
ihre Sterne glühn in mir!
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Entbietung

Schmück dir das Haar mit wildem
Mohn, die Nacht ist da all ihre Sterne
glühen schon. All ihre Sterne glühn
heut Dir! du weißt es ja: all ihre
Sterne glühn in mir!
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Himmelfahrt

Schwebst du nieder aus den
Weiten, Nacht mit deinem
Silberkranz? Hebt in deine
Ewigkeiten mich des Dunkels milder
Glanz? Als ob Augen liebend
winken: alle Liebe sei en
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Verklärung

Schwer sind dir die grauen Tage? Seele,
komm: ich nehm dich ganz, wie du
willst, du liebe Plage! Horch, der
Regen rauscht wie Tanz, und die
Windsbraut singt und geigt: Nichts
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Adlerschrei

Schwere Tage schwanden, seit ich zu dir
stieß, all im Flug bestanden, von den
Hügellanden her durch Stürme auf dies
Bergverlies. Mit erprobten
Schwingen hock
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Weihnacht im Krankenhaus

Schönen guten Abend, ihr im
Leidensgewand; neue frohe Botschaft
hört aus Gnadenland! Wir haben lang
gesucht nach einem heilsamen
Sterne, bis er sich finden ließ in
seiner nächtlichen Fe
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Gebet im Flugschiff

Schöpfer Geist, unbegreiflicher, der
du Wesen ersinnst, die Gestalt
annehmen, grausig gütiger du, denn
jedes lebt vom Tod vieler
ändern, Götter wie Menschen, Tiere,
Pflanz
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Morgenandacht

Sehnsucht hat mich früh geweckt; wo
die alten Eichen rauschen, hier am
Waldrand hingestreckt, will ich Dich,
Natur, belauschen. Jeder Halm ist wie
erwacht; grüner sc
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Ein bengalisches Licht

Seht, das Dunkel scheint zu
blühen! Ja, die trübe Nacht
errötet; und die Finsternisse
tötet sacht ein schmachtendes
Erglühen. Nebel, die, durch Schatten
schwimmen,
... weiterlesen


Jetzt und immer

Seit wann du mein - ich weiß es
nicht; was weiß das Herz von eit und
Raum! Mir ist, als wär’s gestern
erst, daß du erfülltest meinen
Traum, mir ist, als wär’s seit
... weiterlesen


Schneeglöckchen

Sie ist erwacht, des Winters einzige
Blume. In Tod und Nacht träumte die
stumme Botin des Frühlings von Licht
und Leben. Wie sie sich heben alle
die sp
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Drama

Sie ist nur durch mein Zimmer
gegangen und hat mir nur ihr Schicksal
erzählt, und ich habe sie mit Trost
gequält und saß und starb fast vor
Verlangen. Sie hat geträumt vo
... weiterlesen


Nach einem Regen

Sieh, der Himmel wird blau; die
Schwalben jagen sich wie Fische über
den nassen Birken. Und du willst
weinen? In deiner Seele werden
bald die blanken Bäume und blau
... weiterlesen


Hoch in der Frühe

Sieh, wie wir zu den Sternen
aufsteigen! Unsern glückstrahlenden
Augen leuchtet der Schnee der
Gebirge, bald blitzt dort unten die
Sonne durch. O! Schon röten sich
Tiefen und Höhe
... weiterlesen


Ein Stelldichein

So war`s auch damals schon. So
lautlos verhing die dumpfe Luft das
Land, und unterm Dach der
Trauerbuche verfingen sich am
Gartenrand die Blütendünste des
Hollunders; stumm
... weiterlesen


Zur Genesung

Steh auf, steh auf vom
Meeresschooß! guten Morgen! ich will
dich selig machen! Hörst du die
Walfische lachen? hörst du das
Weltkonzert schallen? Komm, kletter auf
die Koral
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Blick ins Licht

Still von Baum zu Bäumen
schaukeln meinen Kahn die
Uferwellen; märchenblütenblau
umgaukeln meine Fahrt die
Schilflibellen, Schatten küssen den
Boden der Flut. Durc
... weiterlesen


Nacht für Nacht

Still, es ist ein Tag verflossen, deine
Augen sind geschlossen, deine Hände,
schwer wie Blei, liegen dir so
drückend ferne, um dein Bette schweben
Sterne, dicht an dir vorbe
... weiterlesen


Das Erwachen

Stille füllt die flimmernde
Rotunde; aus den Marmorsäulen blickt
die Mittagsglut. Götterbilder
leuchten, und ein Mädchen ruht auf
den Stufen mit verträumtem Munde.
... weiterlesen


Inhalt der Kunst

Suchst du im Bild nach allen Zügen des
Lebens, wird dir keins genügen. Das
eben ist es: weil’s nicht Leben, kann
dein Gefühl ihm Leben geben. Das
Leben läßt sich stets
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Im Fluge

Tanz in Eines flocht, o Gott, der
Tanz unsre bang beseligten
Gestalten, und ich sah, ihr schweres
Haar war ganz von dem einen Silberpfeil
gehalten. Und da hob sich schon ihr
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Die Reise

Tipp, tapp, Stuhlbein, hüh, du sollst
mein Pferdchen sein! Klipp, klapp,
Hutsche, du bist meine
Kutsche, wutsch! Wipp, wapp, zu
langsam, hott, wir fahren Eisen
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Jesus der Künstler

Traum eines Armen. So war`s. So stand
ich: dumpf, doch fühlend: stumm: im
roten Saal, reglos, in dunkler
Ecke: dumpf, starr und fühlend:
schwer: Stein unter Steinen: bang:
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Knecht Ruprecht und die Christfee

treten in die Weihnachtsstube.  
         
Ruprecht wendet sich an die
Kleinen: Ich bin der alte
Weihnachtsmann, ich hab ein`n b
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Lied im Winter

Trüb sucht dein Blick: wann wird sie
wieder blühn? Die harte Erde läßt
mit kaltem Schweigen die Wipfel in den
klaren Himmel zeigen um die verschneite
Bank im Wald, auf der du ein
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Träume, träume, du mein süßes Leben

Träume, träume, du mein süßes
Leben, Von dem Himmel, der die Blumen
bringt. Blüten schimmern da, die
leben Von dem Lied, das deine Mutter
singt. Träume, träume, Knospe
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Venus Mater

Träume, träume, du mein süßes
Leben, von dem Himmel, der die Blüten
bringt; Blumen winken da, die
beben von dem Lied, das deine Mutter
singt ... Träume, träume, Knospe
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Vor Ostern

Ueber frei Feld, mein Hund und ich, die
Frühlingsluft ist dunkel, fern staut
sich ein Gewitterstrich, mein Teckel
knurrt, er fürchtet sich.  
  Komm, Didel.
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Ballade

Ueber Rußlands Leichenangesicht faltet
hoch die Nacht die blassen Hände; auf
das stumme, weiße, kalte
Antlitz funkeläugig starrt die Nacht
und lauscht. Heiser kommt ein Geläute.
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Heimat

Und auch im alten Elternhause und noch
am Abend keine Ruh? Sehnsüchtig hör`
ich dem Gebrause der hohen Pappeln
draußen zu. Und höre sacht die
Thüre klinken, Mutte
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Und dennoch!

Und bist vom auserwählten Stamm und
liebst dein Volk und uralt Blut, und
fast wie Haß ist deine Glut für
deinen schwer gequälten Stamm; und
träumst von euerm Sinai
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Geständnis

Und daß ich deiner ganz vergessen in
einem trüben Augenblick, in wüster
Laune mich vermessen, zu scheiden dein
und mein Geschick: kannst du’s
verzeihn? Die Nacht
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Nur

Und der Abschied war kein Ende, und
mein Blick bewegte dich; und es war,
als legte sich still dein Herz in meine
Hände ... Aber wenn du
wiederkehrst, will ich deine H
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Das Menschliche

Und doch, und doch, du stolzes
Kind, viel stolzer fühlt mein kleines
Lied, das kindlich vor dir
niederkniet und fromm beginnt: Wärst
du im Ehrenkleide der Hohen höchste
Zie
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Berückung

Und du kamest in mein Haus, kamst mit
deinen schwarzen Blicken; sah ich ferne
Palmen nicken, und du gabst mir deinen
Strauß. Gabst die zitternden
Narzissen, die wir i
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Gieb mir!

Und du kamest in mein Haus, kamst mit
deinen schwarzen Blicken; sah ich still
die Palmen nicken, und du gabst mir
deinen Strauß. Gabst die zitternden
Narzissen, die w
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Venus Vita

Und einen Feldweg, und um
Morgengrauen,     die kahlen
Bäume stehen da wie tot,    
ich aber wandre, ohne aufzuschauen. Ich
fühle eine Furcht; und Regen droht.
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Nachruf an Nietzsche

Und es kam die Zeit, daß Zarathustra
abermals aus seiner Höhle niederstieg
vom Berge; und viel Volkes küßte
seine Spuren. Der Jünger aber, der ihn
liebte,
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Durch die Nacht

Und immer Du, dies dunkle Du, und durch
die Nacht dies hohle Sausen; die
Telegraphendrähte brausen, ich
schreite meiner Heimat zu. Und
Schritt für Schritt dies dunkle Du,
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Durch die Nacht

Und immer Du, dies dunkle Du, und durch
die Nacht dies hohle Sausen; die
Telegraphendrähte brausen, ich
schreite meiner Heimat zu. Und
Schritt für Schritt dies dunkle Du,
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Venus Pandemos

Und jenes letzte Mal. Im Nachtcafé der
Vorstadt wieder, müde vom Geruch der
schwülen Sofaplüsche und des
Punsches, der vor mir glühte, und vom
Frauendunst der feuchten Winterkle
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Abschied ohn End

Und so muß ich dich nun doch
beschwören, flieh! Ja, flieh
mich, mich! Ich: hier, sieh
mich: ich weiß, ich will und würde
dich betören, und du darfst, du darfst
mir
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Der Wunschgeist

Und wieder saß ich spät mit mir
allein, im Lichtkreis meiner Lampe,
Ausgeburten sehnsüchtiger Not durchs
Hirn vom Herzen wälzend und wußte
nichts von mir; ein krasser Wust von W
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Störung

Und wir gingen still im tiefen
Schnee, still mit unserm tiefen
Glück, gingen wie auf Blüten, als
die arme Alte uns anbettelte. Und du
sahst wol nicht, als du ihr die
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Die Harfe

Unruhig steht der hohe
Kiefernforst, die Wolken wälzen sich
von Ost nach Westen, lautlos und hastig
ziehn die Krähn zu Horst, dumpf tönt
die Waldung aus den braunen Aesten, und
du
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Der brave Strubel

Unser Hofhund, Strubel heißt er, ist
gar lobesam; nur die Ruhestörer beißt
er, denen ist er gram. Ach, er liefe
gern den Katzen durch den Garten
nach; bellt
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Unterm jungen Birnbaum

Unterm jungen Birnbaum standest du. An
die ersten kleinen grünen
Früchte rührtest du entzückt mit
zartem Finger; letzte Blüten wehten um
dich nieder. Unterm jungen Birnb
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Furchtbar schlimm

Vater, Vater, der Weihnachtsmann! Eben
hat er ganz laut geblasen, viel lauter
als der Postwagenmann. Er ist gleich
wieder weitergegangen, und hat zwei
furchtbar lange Nasen, d
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Den Schreihälsen

Verdammte Liebe! schimpft Hans Aff, dem
seine Liebschaft schlecht
bekam. Verfluchte Lust! stöhnt
Christian Pfaff, der sich in Wollust
übernahm. Herr, schenke diesen beiden
Armen
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Einem Kathederhelden

Verehrter Gönner! Eben wird mir
kund, welch eine Null ich bin Für Euer
Gnaden. Was schreit Ihr so?  Ich
bin, weiß Gott, kein Hund, der
lüstern ist auf Dutzendmännleinwaden.
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Denkzettel für den verehrten Leser

Verehrter Leser!  Mensch! ich
beschwör dich: lies mich richtig,
Mensch, oder scher dich! Nämlich das
Lesen von Gedichten ist zwar sehr
einfach zu verrichten, aber grade die
ei
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Verehrter Leser!

Verehrter Leser, Mensch, ich beschwör
dich: lies mich richtig, Mensch - oder
scher dich! Nämlich das Lesen von
Gedichten ist zwar sehr einfach zu
verrichten, aber grade die einfach
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Vergißmeinnicht

Vergißmeinnicht in einer Waffenschmiede
- was haben die hier zu tun? Sollte
heimlich der Friede hinterm Hause am
Bache ruhn? Dumpf fallen die Hämmer
in hartem Takt:
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Lied der Gehenkten

Villon`s Epitaph, als er nebst Etlichen
zum Galgen verurteilt war. O Mensch,
o Bruder, machst du hier einst
Rast, verhärte nicht dein Herz vor
unsrer Pein; denn wenn du Mitl
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Fachmenschen

Virtuosen von Fach: die schöneren
äffen Stile nach, während die mehr
wahren einen eignen Unstil
offenbaren. Dilettanten von
Fach: die blöden beten der Unnatur
nach
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Fachmenschen

Virtuosen von Fach: die schöneren
äffen Stile nach, während die mehr
wahren einen eignen Unstil
offenbaren. Dilettanten von
Fach: die blöden beten der Unnatur
nach
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Ein Blütenblatt

Von deinen Tulpen fiel das erste
Blatt. Es liegt am Fuß der stolz
geschwungnen Vase und lehnt sich auf am
gletscherblauen Glase, und drüber
flammt der Strauß mit dreizehn
Bränden.
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Das Perlgewebe

Von Ida Dehmel Ich sitze dunkle Frau
in meinem Zimmer, stille, dunkle,
große Frau. Weiß ist das Zimmer, weit
seine Wände; weiß ist mein Kleid,
mein Webstuhl weiß.
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Unterwegs

Vor meinem Lager liegt der
helle Mondschein auf der Diele. Mir
war, als fiele auf die Schwelle das
Frühlicht schon; mein Auge zweifelt
noch. Und ich hebe mein
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Entweihung

Wage selber kaum verstohlen deinen
Namen mir zu stammeln; ist mir immer
doch, die Menschen müßten sich zur
Andacht sammeln. Und ich muß es
höflich leiden, muß mic
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Warnungstafel

Wahrheit hat viel üble Paten. Mancher
zeigt gern seine Schwächen; laß dich
nicht dadurch bestechen! Die Lügner,
die sich selbst verraten, sind die
dümmsten oder die schli
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Morgenländisches Preislied

Walter Tiemann zur Erinnerung O
Schehresade, Fee der Nacht, in der die
Wunderschelle klingt, o Fee, welch Lied
ist hold genug, die hohe Wonne
anzustimmen, die uns zu D
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Nächtliche Frage

Was bebt und bangt so wehe mein Herz
empor, wenn ich dort oben sehe der-
Sterne Chor? Wie freie Seelen
winken, so bannt den Blick ihr
wandelbares Blinken:
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Lied vor Tag

Was bewegt dich, stiller Himmel? Was
beschwingt die schweren Wolken? Herz,
wie kommt die helle Höhe übers
tiefgraue Meer? Durch die Wolken
schwebt ein Vogel, schwebt
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Kunst und Leben

Was in unser Leben fiel, schwer wird
leichter, fremd wird eigen, rostig will
es wieder steigen, Will zurück zum
Lebensreigen, und so wird’s ein Fest,
ein Spiel. Nat
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Schicksalsworte

Was ist dein Loos?  Das
Mensehenloos. Das Menschenloos ist
immer groß. Es ist, o Mensch, der
Weltenschooß. Wenn du auch
irrst auf den Bergen des
Strebens: nicht
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Die Illusion

Was ist die Freude, das Glück, das
Leben ohne den Traum von Hoffnung und
von Ruhm! Eine Straße, endlos, öd,
uneben: immer müder wird dein
Pilgertum. Gieb mir Melodieen -
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Werksprüche

Was Natur in trüben Bächen still
durch Tier und Menschheit
gießt, Dichtermund wills heilig
sprechen, bis es klar zur Gottheit
fließt. Echo von der Himmelsleiter,
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Das Eine

Was sind Worte, was sind Töne, all
dein Jubeln, all dein Klagen, all dies
meereswogenschöne unstillbare laute
Fragen - rauscht es nicht im Grunde
leise, Seele, immer nur die
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Pro Domo

Was will da Beifall, was Geschelt! Ob
Manneswerk, ob Jünglingsbuch: der
Künstler ist so alt wie die Welt, das
ist sein Segen, das ist sein Fluch. Wo
er geirrt als junger Fant,
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Meeraugen

Was will in deinen Augen mir dies
dunkelvolle, fremde Weh, so still und
sehr? so tief und schwer wie Stürme,
die Ruhe suchten im Schooß der grauen
See. Versin
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Reinertrag

Was wir sammeln, was wir
speichern, mag`s die Erben noch
bereichern,        
    einst vergeht`s. Nur der
Schatz der Seelenspenden wächst, je
mehr wir
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Weihnachtsglocken

Weihnachtsglocken, wieder,
wieder sänftigt und bestürmt ihr
mich. Kommt, o kommt, ihr hohen
Lieder, nehmt mich, überwältigt
mich! Daß ich in die Knie
fallen, daß
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Der Frühlingskasper

Weil nun wieder Frühling
ist, Leute, streu ich
butterblumengelber
Kasper lachend lauter lilablaue
Asternblüten hei ins helle Feld!
Lilablaue Astern, liebe Le
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Juchzer

Weil nun wieder Frühling
ist, Leute, streu ich
butterblumengelber
Kasper lachend lauter lilablaue
Asternblüten hei ins helle
Feld! Lilablaue Astern, liebe Leu
... weiterlesen


Wirrsal

Weine nicht, mein treues Weib! Jene
Andre, die mich auch liebt, die
beglückt wol meinen Leib, aber Du hast
meine ganze Seele. Und du bist ihr
nicht verhaßt. Mußt du
... weiterlesen


Narzissen

Weißt du noch, wie weiß, wie
bleich in den Maiendämmerungen, wenn
du meinen Hals umschlungen, wenn ich
dich ans Herz gerissen, um uns
schwankten die Narzissen? Wei
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In majorem gloriam

Wenn die Bratenbarden leiern, wenn die
Schwätzer Vivat schrein, gönn es
ihnen, Feste zu feiern, Künstler, mach
dich nur nicht mit gemein! Deinem
Werk gebührt die Ehre,
... weiterlesen


Manche Nacht

Wenn die Felder sich verdunkeln, fühl`
ich, wird mein Auge heller, schon
versucht ein Stern zu funkeln und die
Grillen klingen schneller, jeder Laut
wird bilderreicher,
... weiterlesen


Übermacht

Wenn du fliehn willst, flieh, du kannst
es noch, bald ist es auch für Dich zu
spät. Denn siehst du: Ich, ich brenne
nach dir mit einer Kraft, die mich
schwach macht, ich zit
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Notabene

Wenn man nur dein Bestes ehrt, bist du
noch nichts Bessers wert. Kopf hoch,
Beine breit! Alles Andre macht die
Zeit. Man steigt auf Berge nicht mit
einem Schritt
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Ehre

Wer meinen Rock bespeit, hat ihn auch
abzulecken; wer meinen Ruf
entweiht, macht nur die Luft voll
Flecken. Die Luft, in der du
treibst, ist bald nicht mehr zur Stelle
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Radlers Seligkeit

Wer niemals fühlte per Pedal, dem ist
die Welt ein Jammertal! Ich radle,
radle, radle. Wie herrlich lang war
die Chaussee! Gleich kommt das achte
Feld voll Klee. Ich
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Bann

Wie aus dem Schilf die
Wasserfee tauchtest du winkend aus der
Schaar der Andern um uns zu mir
her mit deinem langen schwarzen
Haar und deinem fernen
Augenpaar. Und sta
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Tiefe Gefahr

Wie bewegte Himmelreiche suchten mich
die klaren Quellen deiner Blicke
aufzuhellen. Und mir tauchte aus den
Wellen meine Unschuld auf: als
Leiche. Und im sanften Spiel
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Lobgesang

Wie das Meer ist die
Liebe: unerschöpflich, unergründlich, unermeßlich: Woge
zu Woge stürzend gehoben, Woge in
Woge wachsend verschlungen, stur
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Kunstgenuß

Wie man würdig Kunst empfängt? Wenn
man würdigt, was sie schenkt! Nimm,
vernimm, und frag nicht viel, tiefster
Ernst wird höchstes Spiel; sieh nur,
mit dem Schmerz der Ze
... weiterlesen


Läuterung

Wie mit zauberischen Händen greifen
Träume in mein Leben, will ein Altes
sich vollenden, will ein Neues sich
begeben ... Eine Flamme sah ich
lodern hoch und rein aus
... weiterlesen


Getroffen

Wieder! da kommt sie durchs
Gewimmel. An ihrem Busen, in der
Rechten, wie Nachtgewölke ruhn am
Himmel, die aufgerafften dunklen
Flechten bestricken meinen Blick wie
Schlange
... weiterlesen


Stimme von oben

Willst du von Gott neue
Wunderzeichen,      
      arbeite! Willst du
alten Göttern wunderlos
gleichen,        
    genieße!
... weiterlesen


Der Arbeitsmann

Wir haben ein Bett, wir haben ein
Kind, mein Weib! Wir haben auch
Arbeit, und gar zuzweit, und haben die
Sonne und Regen und Wind, und uns fehlt
nur eine Kleinigkeit, um so fr
... weiterlesen


Eine gantz neu Schelmweys

Wir Schelmbe sind ein feinen hauff, da
kann kein HErrgott wider auf; die Welt
ist voll von Unsern Preiß, seit Adam
stahl im Paradeys. Hosianna! Uns
bleibt kein geldt
... weiterlesen


Bergarbeiterlied

Wir tragen alle ein Licht durch die
Nacht,        
unter Tag. Wir träumen von
unerschöpflicher Pracht,    
    über Tag. Wir helfen ein
Wer
... weiterlesen


Über den Sümpfen

Wo wohnst du nur, du dunkler Laut, du
Laut der Gruft? Was rinnt und raunt
durch Schilf und Duft und glüht wie
Augen durch die Luft, durch Rohr und
Kraut ... Es lehnt
... weiterlesen


Oben und Unten

Über die grauen Dächer weg, hoch hier
oben, durch die langen roten
Nelken, die vor meinem offnen
Fenster leise zwischen mir und dem
blauen Abendhimmel schwanken, will
... weiterlesen


Überraschung

Über die grauen Dächer weg, hoch hier
oben, durch die langen roten
Nelken, die vor meinem offnen
Fenster leise zwischen mir und dem
blauen Abendhimmel schwanken, will
... weiterlesen


Über frei Feld

Über frei Feld, mein Hund und ich; die
Frühlingsluft ist dunkel. Fern staut
sich ein Gewitterstrich; mein Teckel
knurrt, er fürchtet sich.  
    Komm, Teckel.
... weiterlesen


Anno Domini 1812

Über Rußlands Leichenwüstenei faltet
hoch die Nacht die blassen
Hände; funkeläugig durch die weiße,
weite, kalte Stille starrt die Nacht
und lauscht. Schrill kommt ein Geläute
... weiterlesen


Aufblick

Über unsre Liebe hängt eine tiefe
Trauerweide. Nacht und Schatten um uns
beide; unsre Stirnen sind
gesenkt. Wortlos sitzen wir im
Dunkeln; einstmals rauschte hier ei
... weiterlesen


Nächtliche Scheu

Zaghaft vom Gewölk ins Land fließt
des Lichtes Flut aus des Mondes
bleicher Hand, dämpft mir alle
Glut. Ein verirrter Schimmer
schwebt durch den Wald zum Fluß,
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Sternzauber

Ziehst du nieder aus den Weiten, Nacht,
mit deinem Silberkranz? Zieht in deine
Ewigkeiten mich des Dunkels milder
Glanz? Als ob Augen liebend
winken: alle Liebe sei en
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Deine Nähe

Zitternd bin ich
aufgesprungen, glühend, mit dem
Tageslichte, dir zu singen die
Gedichte, die ich dir im Traum
gesungen. Nie ertönte
Wunderklänge, zauberzarte, weic
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Der letzte Traum

Zum Gedenken an Detlev v.
Liliencron Es war am sechsten Abend,
und Gott sprach: Alles ist gut
geworden. Alles. Nur der Mensch: was
ist der Mensch? Er träumt wie Ich. Er
möc
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Der letzte Traum

Zum Gedenken an Detlev von
Liliencron Es war am sechsten Abend,
und Gott sprach: Alles ist gut
geworden. Alles. Nur der Mensch: was
ist der Mensch? Er träumt wie Ich. Er

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Verklärte Nacht

Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten
Hain; der Mond läuft mit, sie schaun
hinein. Der Mond läuft über hohe
Eichen, kein Wölkchen trübt das
Himmelslicht, in das die schwarzen
... weiterlesen


Venus Sapiens

Zwielicht ... Sterbend hängt die
scharfe Zunge aus dem
Lästermaul. Sieh, nun weint dein
König Saul, und dein David singt zur
Harfe. Alle Kleider sind
zerrissen, die den alt
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Welt und Zeit

`Die alte Welt verdumpft,
vergreist, Zum welken Lüstling
schrumpft ihr Geist, Zur Vettel ihre
Sinnlichkeit, Nun zeugen wir die neue
Zeit. Geboren wird die neue Zeit, Wenn
Erd
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Zweierlei Treiben

`Dir selbst entrinnen: wohin und
wie? Kommst nie von hinnen, zum Ziele
nie. .Laß dich doch gehen, laß
dich treiben; lerne dich drehen, lern
oben bleibe
... weiterlesen


Vermählung

`Ich möchte die Flamme umarmen.` Aus
schwerem Schlaf in stiller
Nacht weckte mich dies Wort; ich weiß
nicht, wer es sprach; Stimme, wer bist
du? Nackt, mit be
... weiterlesen


Der Pirat - II.

`Kaum schrein vom Mars die
Jungen:        
    Schiff in Sicht! rennt`s
schon mit vollen Lungen, hoi alle Segel
breit, Fersengeldsegel, rennt es und
ren
... weiterlesen


Antwort

`Lieber kein Glück, nur lauter
sein, Nur keinen Schritt abseits vom
Recht, Nur keine Schuld, lieber kein
Glück - O Gott, ich stürbe, würd`
ich schlecht!` Hedwig. I
... weiterlesen


Ein Brandbrief

`Schöne und geliebte Dame` - wenn die
Kühnheit uns erlaubt ist; oder,wenn
sie nicht erlaubt ist, `Gnädiges,
verehrtes Fräulein` - hehre Schwester
in Apoll! Höchst
... weiterlesen


Venus Ouvertuere 2

»Ein Jeder lernt nur, was er lernen
kann, »Vergebens daß ihr
wissenschaftlich schweift; »Doch wer
den Augenblick ergreift« - man horchte
auf - »das ist der rechte Mann. »Ihr
s
... weiterlesen


Venus Mystica

»Ich möchte die Flamme umarmen!« Aus
schwerem Schlaf in stiller
Nacht weckte mich dies Wort; ich weiß
nicht, wer es sprach; Stimme, wer bist
du? Nackt, mit
... weiterlesen