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Gedichte - Richard Dehmel

Märzlied

            Im März,
da gruneln die Dornen am Zaun.
            Im März,
da fängt der Fuchs an zu rauhn.
... weiterlesen


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Freund Husch

    Husch, husch, husch,
    ich schlüpfe aus dem Busch.
Ich stecke mein Laternchen an,
ich zünde und die Sternchen an,
    husch, ... weiterlesen


Das Trinklied

    Noch eine Stunde, dann ist Nacht;
    trinkt, bis die Seele überläuft,
    Wein her, trinkt!
    Seht doch, wie rot die Sonne ... weiterlesen


Venus Socia

- Kaffee, Branntwein, Bier -
im Spelunkenrevier,
und ein Lied scholl rührend durch die Thür;
und das sangen und spielten die traurigen Vier,
ein Vater mit seinen drei ... weiterlesen


Das Spiel der Welt

1. Dialog:
Die Seele sprach zur Welt:
Du machst dich viel zu wichtig.
Dein Spiel ist ohne mich
im Grunde null und nichtig.

Zur Seele sprach die Welt:
... weiterlesen


Kringelreime

1.

Kinder, kommt, verzählt euch nicht,
still, wir wollen sehen,
wer die letzte Silbe krigt,
der muß suchen gehen.
    Suche, suche, warte ... weiterlesen


Natur und Sehnsucht

1.

Schlaflos lieg` ich, wie im Fieber
starr` ich in die Schatten hin,
ob mir eben nicht ihr lieber
Augenstrahl erglänzte drin,

ob nicht solche ... weiterlesen


Leitsprüche

1.
Lebe mit Zweck,
wirf dich nicht weg,
gieb dich den Andern hin
mit Eignem Sinn!


2.
Lern in der Zeit dein Urbild finden,
Kunst geht ... weiterlesen


Böser Traum


Was kannst du gegen Träume, Mensch, die tückisch
selbst auch den Männlichsten mit Engelshänden
oder mit Teufelsfäusten in den Himmel
samt Hölle seines ... weiterlesen


Toilette

Aber komm mir nicht im langen Kleid,
komm gelaufen, daß die Funken stieben,
beide Arme offen und bereit!
Auf mein Schloß führt keine Galatreppe,
über Berge geht`s, ... weiterlesen


Empfang

Aber komm wir nicht im langen Kleid!
komm gelaufen, daß die Funken stieben,
beide Arme offen und bereit!
Auf mein Schloß führt keine Galatreppe;
über Berge geht’s, ... weiterlesen


Venus Mamma

Aber nicht wieder! Nein, nie wieder!
Ja, du wolltest mich beglücken:
wie sie an dein Fleisch sich drücken,
diese hilflos kleinen Glieder.
Aber mir diese Lust ... weiterlesen


Venus Nutrix

Aber nicht wieder! nein, nie wieder!
Ja, du wolltest mich beglücken:
wie sie an dein Fleisch sich drücken,
diese kleinen nackten Glieder.
        ... weiterlesen


Im Traume

Ach, aus Träumen fahr ich!
In die graue Luft,
in die kalte, starr` ich.
Ach, dein Samum war ich,
du mein Ambraduft!

Durch die helle Wüste
glühtest ... weiterlesen


Kumpaney

Ain Herr Laus, ein Floh und eine Wanze
setzten sich an meinen Tisch.
Sprach der Floh: Brüderchen, tanze!
hoppla! frisch!

Sprach ich bald: Ich kann nicht tanzen
... weiterlesen


Dichterschicksal

Alfons Paquet zum Andenken

Eine heilige Dichtung vernahm ich:
von einem Diener, der willig sich opfert
der herrischen Zucht eines Heldengeschlechtes,
wie der ... weiterlesen


Aeonische Stunde

Alfred Mombert zu Ehren

Du himmlischer Zecher!
Noch ein Tropfen Schwermut in meinem Glase,
noch eine Träne wild in meinem Herzen,
glühte, glänzte,
doch ... weiterlesen


Äonische Stunde

Alfred Mombert zu Ehren

Du himmlischer Zecher!
Noch einen Tropfen Schwermut in meinem Glase,
noch eine Träne wild in meinem Herzen,
glühte, glänzte,
doch ... weiterlesen


Pflicht

Alle Frucht der Welt
ist nur des Keims Gewand,
    lockre das Land,
auf das dein Same fällt.
    Die tauben Blüten
    laß Gott behüten.


Venus Genetrix

Aller Wunder wundersamstes,
länger trug`s die Seele nicht.
Ihre großen Thränen strömten
über dein und mein Gesicht.

`Nur für dich!` ein Flehn, ein ... weiterlesen


Heidnischer Glaube

Als der kindliche Mensch noch seinen Träumen vertraute
und dem luftigen Raum luftige Wesen ersann,
als sein Sehnen die Freiheit, die keinem Irdischen glückte,
einem himmlischen ... weiterlesen


Aufstieg

Als Engel durch die Finsternis,
so wollten wir zu höhern Sonnen;
doch hab` ich dich erst ganz gewonnen,
als Gott uns aus dem Traume riß.

Blau fuhr sein ... weiterlesen


Das Wunderblümlein

Altes Weihnachtslied ergänzt.

Uns ist ein` Ros` entsprungen
aus einer Wurzel zart;
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art;
und hat ein Blümlein ... weiterlesen


Der Herr der Liebe

An Jeden, der mit edlem Geist dem Bunde
der Himmelsmächte dient in Erdentalen
und willig dartut, was sie anbefahlen,
ergeht vom Geist der Liebe meine Kunde.

... weiterlesen


Mädchenfrühling

Aprilwind;
alle Knospen sind
schon aufgesprossen,
es sprießt der Grund,
und
sein Mund
bleibt so verschlossen?

Maisonnenregen;
alle ... weiterlesen


Zechers Nachtfeier

auch das Weinblumenlied genannt

Kurt Hezel zum Angebinde

Freunde, mein Glas ist leer.
Nur noch ein goldner Tropfen am Grunde
spiegelt schwank eure ... weiterlesen


Indianischer Wiegengesang

Auf dem Flusse Jukon
streift der Wind;
und mein Hausherr jagt das Renntier
auf den Bergen Boojukon.
Xami, Xami: schlaf, mein Kind,
schlaf, mein Kleiner, schlafe.
... weiterlesen


Der Tiefsinn

Auf einer Pappelspitze sitzt
ein Mann in Unterhosen,
streut Rosen
und seufzt die Sonne an.

`O, wie ist der Tiefsinn hoch!`
Also hört ich Etwas munkeln,
... weiterlesen


Die Schaukel

Auf meiner Schaukel in die Höh,
was kann es Schöneres geben!
So hoch, so weit: die ganze Chaussee
und alle Häuser schweben.

Weit über die Gärten hoch, ... weiterlesen


Die Schöpferhand

August Rodin zu Ehren

Chaos bedrängte dich, du Geist: Sturzwelt:
roh Erz, plumpes Gestein, wüst stiebender Sand:
empörte dich in alle Fibern zum Widerstand,
und ... weiterlesen


Büßende Liebe

Aus deinen grauen Augen droht,
mir so vertraut,
wie ein erstarrter Klagelaut
mit bleichen Zügen ein Verbot;
ich weiß, auch du ... Du warst einst Braut.

... weiterlesen


Erwartung

Aus dem meergrünen Teiche
neben der roten Villa
unter der toten Eiche
scheint der Mond.

Wo ihr dunkles Abbild
durch das Wasser greift,
steht ein ... weiterlesen


Stoßgebete

Aus der Enge in die Weite
drängt die Seele, lockt das Leben.
O entfalte, Herz, dein Streben,
eh’s der Tod ins All befreite!

Neue Gefühle:
neue Ziele:
... weiterlesen


Tief von fern

Aus des Abends weißen Wogen
taucht ein Stern;
tief von fern
kommt der blasse Mond gezogen.

Tief von fern
aus des Morgens grauen Wogen
langt der ... weiterlesen


Venus Madonna

Aus Mannesadel wächst des Weibes Tugend;
er träumt ein Ziel, sie soll es ihm gebären.
Des Griechen Schönheitsinbrunst sah die Sphären
beherrscht von Aphroditens Reiz und ... weiterlesen


Ballade vom Volk

Bahnhofsgewühl;
am Sperrgitter staut sich`s.
Schutzleute brüllen;
und rings glotzen tausend
Tiergesichter,
Hundegesichter,
Fuchsgesichter, ein ... weiterlesen


Ballade vom Volk

Bahnhofsgewühl;
am Sperrgitter staut sich’s.
Schutzleute brüllen;
und rings glotzen tausend
Tiergesichter,
Hundegesichter,
Fuchsgesichter, ein ... weiterlesen


Vogel Greif

Ballade

Mein Flieger, mein kühner, wo gehts heut hin?
`Hoch über die Wolken, schöne Gönnerin;
höher als höchste Alpenspitzen
soll mein Fahrzeug durchs ... weiterlesen


Venus Homo

Bettle nicht vor mir mit deinen Brüsten,
deinen Brüsten bin ich kalt;
tausend Jahre alt
ist dein Blick mit seinen Lüsten.

Sieh mich an, wie Du als Braut ... weiterlesen


Wiegenlied

Bienchen, Bienchen
wiegt sich im Sonnenschein,
spielt um mein Kindelein,
summt dich in Schlummer ein,
süßes Gesicht.

Spinnchen, Spinnchen
flimmert ... weiterlesen


Lied der Mutter

Bienchen, Bienchen
wiegt sich im Sonnenschein,
spielt um mein Kindelein,
summt dich in Schlummer ein
süßes Gesicht.

Spinnchen, Spinnchen
flimmert ... weiterlesen


Scheinkunst

Bild und Unbild: Bild der Züge,
aber Bild der Seele nicht,
und die Wahrheit wird zur Lüge,
weil Berechnung aus ihr spricht.

Schein statt Wesen nimmt sie ... weiterlesen


An meine Königin

Bin ich ein König? - Als ich Knabe war,
da träumte mir von einem goldnen Throne,
von einem Volk in heller Jubelschaar,
von einem Purpurmantel, einer Krone.

Ich ... weiterlesen


Gondelliedchen

Bitte, bitte, Vögelchen:
Schiffchen hat `n Segelchen,
segelt übers Meer:
Vögelchen, komm her!
Komm und setz dich, laß dich wiegen,
warum willst du immer ... weiterlesen


Psalm an den Geist

Bleibe dir heilig, Geist,
Herr deiner Seele!
Ein fremder Rauch bezaubert dich:
was sucht das Schiff dort im Nebel,
von Andern gelenkt?!
Aus deinem Leuchtturm ... weiterlesen


Heimweh in die Welt

Blieb es doch so lang` vor Liebe stumm;
kann ich doch mein Herz, mein Herz nicht töten.
War ich Dein, nur Dein in Glut und Nöten;
weißt warum?
Weil mein Herz so ... weiterlesen


Vorbedeutung

Blumen hast du mir geschickt,
Flammen, gelb und rot;
eine aber war darunter,
eine wundervolle,
die schien tot.

Schien vor Durst zu sterben;
komm, du ... weiterlesen


Nebel und Schatten

Bruchstück.

Nun still, mein Schritt, im stillen Nebelfeld!
hier rührt kein Leben mehr an meine Ruhe:
hier darf ich fühlen, daß ich einsam bin.
Kein Laut; kein ... weiterlesen


Venus Religio

Charfreitagsruhe. Fühlst du`s auch:
dies bange Grün und diesen Hauch,
der drüber träumt?
Und fühlst du`s, wie der Fliederstrauch
von Knospen perlt und ... weiterlesen


Einst im Herbst

Conrad Ansorge zum Andenken

Durch den Wald, den ernsten alten Wald,
sprangen drei Mädchenrangen;
hatten Flammen von Abendglanz im Haar,
schwangen Zweige mit rotem ... weiterlesen


Venus Consolatrix

Da kam Stern Lucifer; und meine Nacht
erblaßte scheu vor seiner milden Pracht.
Er schien auf meine dunkle Zimmerwand,
und wie aus unerschöpflicher Phiole
durchflossen ... weiterlesen


Mondnächte - I.

Damals, Seele, ja; ich war ein Kind -
und das alte Forsthaus dumpf und eng.
Und in hellen und in dunkeln Nächten,
wenn ich so am Kammerfenster stand
und die großen ... weiterlesen


Venus Anadyomene

Das ist die alte Stimme wieder,
aus langen Träumen jung erwacht;
sie sang die allerersten Lieder,
trunken und schüchtern, - sie singt und lacht:
      ... weiterlesen


Ständchen

Das Rosenstöcklein steht in Flor;
o Gärtnerin, wie blüht`s empor!
Sie hat ihr Pförtlein zugemacht.
            Tiefe Nacht.

Die ... weiterlesen


Ein Grab

Das sind die Abende, die bleich verfrühten.
Die Georginen, die im Sonnenscheine
wie rot und gelbe letzte Rosen glühten,
stehn fahl, Rosetten aus verfärbtem Steine.
Der ... weiterlesen


Erfüllung

Daß du auch an meinem Herzen,
Herz, nur neue Sehnsucht fühlst
und dich in vergangne Schmerzen
schmerzlicher als je verwühlst:
ist das nicht Erfüllung, Du?

... weiterlesen


Sprüche der Zeit

Daß du über der Zukunft
nur nicht ihr stetes Dasein vergißt!
Es gibt eine Gegenwart,
die ewig ist.

Lern in der Zeit dein Urbild finden,
geht dem Leben ... weiterlesen


Menschenrecht

Dein Recht ist deine Kraft - drum bläh dich nicht,
du stehst mit deinem Recht vorm Weltgericht.
`Was?  Weltgericht? ein längst entkräftet Wort!`
Doch setzt die Welt das ... weiterlesen


Ein Ewiger

Dem Gaste Deutschlands.

Ich lag in einem dunklen Taxushain
und hatte Furcht ...
Im Schatten vor mir saß ein Mann,
der war wie eine große
nebelvolle ... weiterlesen


Stiller Gang

Der Abend graut; Herbstfeuer brennen.
Ueber den Stoppeln geht der Rauch entzwei.
Kaum ist mein Weg noch zu erkennen.
Bald kommt die Nacht; ich muß mich trennen
Ein Käfer ... weiterlesen


Stromüber

Der Abend war so dunkelschwer,
und schwer durchs Dunkel schnitt der Kahn;
die Andern lachten um uns her,
als fühlten sie den Frühling nahn.

Der weite Strom lag ... weiterlesen


Die Umworbene

Der Erste hat mir einen Schmuck geschenkt,
einen Schmuck aus Perlen, der eine kleine Stadt wert ist,
samt den Denkmälern und der Kirche,
dem Rathaus und der Steuerkasse.
... weiterlesen


Der liebe Weihnachtsmann

Der Esel, der Esel,
wo kommt der Esel her?
Von Wesel, von Wesel,
er will ans schwarze Meer.

Wer hat denn, wer hat denn
Den Esel so bepackt?
Knecht ... weiterlesen


Frühlingsglück

Der Frühling stieg zur Erde nieder,
o helle Lust, o fromme Scheu:
im Herzen lacht der Himmel wieder,
das welkeste wird warm und neu.

So schnell geschah’s!
... weiterlesen


Es war einmal

Der Himmel dunkelte noch immer,
ich fühlte tief bis in mein Zimmer
der tiefen Wolken vollen Schooß;
die Esche drüben drehte schwer
die hohe Krone um sich her,
... weiterlesen


Drückende Luft

Der Himmel dunkelte noch immer;
ich fühlte tief bis in mein Zimmer
der fahlen Wolken vollen Schoß.
Die Esche drüben drehte schwer
die hohe Krone um sich her;
... weiterlesen


Venus Mea

Der Himmel gähnt, der Tag ist auferstanden,
ich habe nun genug geschaut nach Osten;
die Seele will in ihren Abendlanden
Vollendung kosten.
    An dem Chor des ... weiterlesen


Drohende Aussicht

Der Himmel kreist, dir schwankt das Land,
vom Schnellzug hin und her geschüttelt
saust Ackerrand um Ackerrand,
ein Frösteln hat dich wachgerüttelt:
    die ... weiterlesen


Drohende Aussicht

Der Himmel kreist, dir schwankt das Land,
vom Schnellzug hin und her geschüttelt
saust Ackerrand um Ackerrand,
ein Frösteln hat dich wachgerüttelt:
die Morgensonne ... weiterlesen


Klarer Tag

Der Himmel leuchtet aus dem Meer;
ich geh und leuchte still wie er.

Und viele Menschen gehn wie ich,
sie leuchten alle still für sich.

Zuweilen scheint ... weiterlesen


Herr und Herrin

Der Mann:

Da du so schön bist, darf ich dich beschwören,
errege nicht mein leicht erregtes Blut.
Da du so schön bist, kann ich dir nicht wehren,
daß deine Hand ... weiterlesen


Psalm zweier Sterblichen

Der Mann

Göttin Zukunft,
mit gefesselten Händen hältst du
eine geschlossene Schriftrolle,
drin mein Schicksal verzeichnet steht.
Langsam, Tag für ... weiterlesen


Aufglanz

Der Mond ist neu geworden,
nun kommen die dunkeln Nächte;
da klopft das Herz mit stärkerem Schlag
und wünscht ein anderes Herz herbei,
an dem es erglühen möchte.
... weiterlesen


Mondnächte - II.

Der Nebel staut sich,
Hütten dunkeln,
Dorfgiebel fliegen über Lichtern hin,
noch bleicher wird die Nacht;
die jagende Wagenkette,
schwenkend, strafft sich,
... weiterlesen


Bleiche Nacht

Der Nebel staut sich,
Hütten dunkeln,
Dorfgiebel huschen über Lichtern hin,
noch bleicher scheint die Nacht;
die jagende Wagenkette,
schwenkend, strafft sich,
... weiterlesen


Lied an meinen Sohn

Der Sturm behorcht mein Vaterhaus,
mein Herz klopft in die Nacht hinaus,
laut; so erwacht ich vom Gebraus
des Forstes schon als Kind.
Mein junger Sohn, hör zu, hör ... weiterlesen


Der Sturm

Der Sturm ging noch die ganze Nacht,
ganz daß die Nacht dem Abend glich.
Ich bin fortwährend aufgewacht:
wie war der Abend schauerlich!
Uns schnitt der Ton bis unters ... weiterlesen


Bergpsalm

Der Sturm hat seine Schlangen losgelassen,
in langen Wogen zischen Gras und Rohr
und keucht der See ans Land; die silberblassen
zerwühlten Weiden seufzen laut empor.
... weiterlesen


Bergpsalm

Der Sturm hat seine Schlangen losgelassen.
In langen Windungen zischt Gras und Rohr
und keucht der See ans Land; die silberblassen
zerwühlten Weiden seufzen laut empor.
... weiterlesen


Waldseligkeit

Der Wald beginnt zu rauschen,
den Bäumen naht die Nacht;
als ob sie selig lauschen,
berühren sie sich sacht.

Und unter ihren Zweigen,
da bin ich ganz ... weiterlesen


Eva und der Tod

Der Wintermorgen schien ein Frühlingsmärchen;
der Reif der Zweige sproß im Sonnenschein
am blauen Himmel hin wie Blütenpärchen.

Ein Lüftchen, das sich hob und stumm ... weiterlesen


Zwiegesang überm Abgrund

Des Todes Stimme

Du pfadloser Sucher,
ich will dich heimfinden lassen.
Im Schneesturm, im Nebelbrodem,
im Blitzstrahl, im Wolkenbruch,
im berauschenden ... weiterlesen


Dichtersprache

Dichter kann man nicht ergründen;
seid nur, Freunde, recht erhoben!
Jede Flamme schlägt nach oben,
jeder Geist wird weiterzünden.
Durch den Rauch der Worte steigen
... weiterlesen


Pfingstlied

Die Akazien blühen jetzt
wie gebenedeiete Jungfraun.
Wieder hebt sich mein Gesicht
ihrem reinen Geruche zu,
ins Morgenlicht.
Und auch Dich dort oben,
weiße ... weiterlesen


Ins Weite

Die du mich seliger machst, als Sinne ahnen können,
meine Erfüllerin,
schlummernde:
o träume dich her in meine schmachtenden Adern,
und fühle mein Herz aus meinen ... weiterlesen


Frühlingsahnung

Die Felder liegen weiß;
wohin ich schau`
ins fahle Nebelgrau,
scheint Schnee und Eis.

Doch da - ein Sonnenstrahl
bricht durch den Flor
und zieht den ... weiterlesen


Den Herren Kritikern

Die Lerche singt, der Rabe schreit,
das ist nun so seit Ewigkeit;
sänge er auch, ihm würd’s schon passen,
und dennoch kann er’s Schrein nicht lassen.

Der ... weiterlesen


Fatalitäten

Die misera plebs begreift es nie:
wer für sie kämpft, ist wider sie.

Hebt nur die Staatsgewalt, ihr Memmen oben!
Ihr hebt so lange, bis sie aufgehoben.

... weiterlesen


Beschwichtigung

Die Nacht wird kühl; mein Schatten kriecht
im Sand am Rand des Ozeans.
Der Mond vergießt sein fremdes Licht
und nimmt den Sternen ihren Glanz.
Die See rauscht.
... weiterlesen


Aus banger Brust

Die Rosen leuchten immer noch,
die dunkeln Blätter zittern sacht,
ich bin im Grase aufgewacht,
o kämst du doch,
es ist so tiefe Mitternacht.

Den Mond ... weiterlesen


Das alte Lied

Die Rosenknospe gab sie mir,
ein weh Lebwohl klang nach;
ich wollte lächeln, als ich ihr
dafür ein Lied versprach.

Ihr stand ein Tränchen im Gesicht,
und ... weiterlesen


Der Stieglitz

Die Sonne blitzt, ein Distelfeld
belebt die stille Mittagswelt;
im starrgezackten Blättermeer
glühn purpurlockig kreuz und quer
die Blütenköpfe.

Und ... weiterlesen


Der Stieglitz

Die Sonne blitzt, ein Distelfeld
belebt die stille Mittagswelt;
im starrgezackten Blättermeer
glühn purpurlockig kreuz und quer
die Blütenköpfe.

Und ... weiterlesen


Am Ufer

Die Welt verstummt, dein Blut erklingt,
in seinen hellen Abgrund sinkt
der ferne Tag,

er schaudert nicht; die Glut umschlingt
das höchste Land, im Meere ringt
... weiterlesen


Gastgeschenk

Dies blaß in Flammen gelbundgrüne Mannsblatt,
knabenüppig, und dies zarte
Schneeglöckchen, eben aufgeblüht,
ganz furchtsam weiß,
im irdnen Topf -

die ... weiterlesen


Dann

Doch als du dann gegangen,
da hat sich mein Verlangen
ganz aufgethan nach dir ...
Als sollt` ich dich verlieren,
schüttelte ich mit irren
Fingern deine ... weiterlesen


Das Ideal

Doch hab ich meine Sehnsucht stets gebüßt;
ich ging nach Liebe aus auf allen Wegen,
auf allen kam die Liebe mir entgegen,
doch hab ich meine Sehnsucht stets gebüßt ...
... weiterlesen


Auf See

Doch hatte niemals tiefere Macht dein Blick,
als da du, Abschied fühlend, still am Ufer
standest, schwandest; nur dein Auge
blieb und bebte über den Wassern.

... weiterlesen


Venus Perversa

Dort sitz nieder! sieben Kreuze
zwischen uns! und gönn mir’s: sei nicht Tier!
Sondern ich suche andere Reize:
Dich: komm, liebe dich vor mir!

Dich nur, Dich! ... weiterlesen


Venus Maculata

Drum komm, o komm, noch einmal schweigt
so voll ins Feld, so voll bereit
der Mond ins Feld; noch einmal zeigt
die weite Nacht,
die zweite Nacht,
mir deine nackte ... weiterlesen


Die zweite Nacht

Drum komm, o komm, noch einmal schweigt
so voll ins Feld, so weiß und weit
der Mond ins Feld; noch einmal zeigt
die weite Nacht,
die zweite Nacht,
uns unsre nackte ... weiterlesen


Masken

Du bist es nicht, du grauer Tempelritter
im Panzerkleid, auf das die Kerzenstralen
des bunten Saals mit täuschendem Gezitter
geheimnisvolle Charaktere malen;
dein Blick ... weiterlesen


Beschwörung

Du bist nicht hier - ich fühle schwer,
wie deine blasse Hand mich preßte,
und wie Todfeinde sind mir plötzlich
die lachenden Geburtstagsgäste.

Immer verdrehter ... weiterlesen


Allgegenwart

Du gehst nie von mir,
ich bleibe bei dir;
denn du bist in mir
fern wie nah.

In jedem Herzschlag,
der mich belebt,
bist du’s, die mit mir
... weiterlesen


Die Kette

Du hast mir eine Kette geschenkt.
Ich soll sie um meinen Nacken legen.
Ich werde sie tragen, um meinen stolzen Hals,
offen auf meiner Brust vor allen Leuten:
Du hast mir ... weiterlesen


Anders

Du hast mir wundervoll beschrieben,
wie dich die Liebe fast zerbricht;
mich aber, du, mich liebst du nicht,
sonst würdest du mich anders lieben.

Sonst würdest du ... weiterlesen


Weib und Welt

Du haß-und-liebestarker Mann,
der auch sich selber hassen kann:
steht nicht ein freudig Weib dir bei,
macht Menschenekel dich entzwei.’

Hie Weib, hie Welt: wen ... weiterlesen


Gottes Wille

Du hungerst nach Glück, Eva,
und fürchtest dich den Apfel zu pflücken,
den dein Gott dir verboten hat
vor dreitausend Jahren,
du junges Geschöpf!

Jeden ... weiterlesen


Verhör

Du liegst sehr blaß in deinen weißen Kissen,
und deine matten Lippen sind zerbissen;
hattest du sehr viel Schmerz? -
`Ich weiß nicht mehr.`

Du siehst sehr ... weiterlesen


Mannesbangen

Du mußt nicht meinen,
ich hätte Furcht vor dir.
Nur wenn du mit deinen
scheuen Augen Glück begehrst
und mir mit solchen
zuckenden Händen
wie mit ... weiterlesen


Zukunft

Du reiche Frau, du edle Frau,
mit deiner Sehnsucht unterm Herzen,
du möchtest jubeln und erschrickst;
ich sehe dich in deinen Schmerzen,
wie du beim Schein der ... weiterlesen


Zuspruch

Du rennst nach eignem Ziel und Sinn,
da kommt das Leben angefahren
und nimmt dich mit an Hirn und Haaren;
o nimm es hin.

Noch stürmt dein Herz: ich will, ich ... weiterlesen


Venus Universa

Du sahst durch meine Seele in die Welt,
es war auch Deine Seele: still versanken
im Strom des Schauens zwischen uns die Schranken,
es ruhten Welt und Du in Mir gesellt.
... weiterlesen


Liebe

Du sahst durch meine Seele in die Welt,
es war auch deine Seele: still versanken
im Strom des Schauens zwischen uns die Schranken,
es ruhten Welt und Du in Mir gesellt.
... weiterlesen


Enthüllung

Du sollst nicht dulden, daß dein Schmerz dich knechte,
du bist so gern vor Freude wild!
Komm vor den Spiegel - - O wie schwillt
dein düstres Haar, wie lebt dein Bild,
... weiterlesen


Nachtgebet

Du tiefe Ruh,
laß deinen Schleier sinken,
und schling dein dunkles Haar um meine Brust,
und laß mich deinen Atem trinken,
Du,
bis alle meine Lust
und ... weiterlesen


Befreit

Du wirst nicht weinen. Leise, leise
wirst du lächeln; und wie zur Reise
geb ich dir Blick und Kuß zurück.
Unsre lieben vier Wände! Du hast sie bereitet,
ich habe sie ... weiterlesen


Befreit

Du wirst nicht weinen. Leise, leise
wirst du lächeln; und wie zur Reise
geb ich dir Blick und Kuß zurück.
Unsre lieben vier Wände! Du hast sie bereitet,
ich habe sie ... weiterlesen


Die geflügelte Fackel

Du wünschtest dir und deinem Haus ein Zeichen,
das euch für alle Zeit einGlücksbild sei;
doch welches Gleichnis ist so reich und frei,
so vieler Seelen Wünsche ... weiterlesen


Der Rächer

Durch die schlafende Lagune
zieht ein langer stiller Kahn
seine Bahn;

einsam zieht er durch das Dunkel
durch das sanfte Flutgefunkel,
wie ein großer ... weiterlesen


Venus Natura

Durch einen menschenleeren Garten irrend
geriet ich an ein Pfauenpaar; der Pfau
stand mit gespreiztem Rad vor seiner Frau,
die Flügel tief gesträubt, von Lichtern flirrend.
... weiterlesen


Sonett

Durch einen menschenleeren Garten irrend
geriet ich an ein Pfauenpaar; der Pfau
stand mit gespreiztem Rad vor seiner Frau,
die Flügel tief gesträubt, von Lichtern flirrend.
... weiterlesen


Fernhin

Durch Traum und Morgen-Unruh
Und jetzt noch seh ich dich:
die lange Nachtfahrt,
im Duft des Blumenstraußes,
den ich dir mitgab.

Jetzt nahst du dem ... weiterlesen


Immer wieder

Ehe wir uns trennen konnten,
o wie hielt mich dein Gesicht,
sahen wir noch Einmal, dicht,
dicht an deines mein Gesicht,
in den Winterwald zurück,
wo die Bäume ... weiterlesen


Kumpaney

Ein Herr Laus, ein Floh und eine Wanze
setzten sich an meinen Tisch.
Sprach der Floh: Brüderchen, tanze!
hoppla! frisch!

Sprach ich bald: Ich kam nicht tanzen
... weiterlesen


Der Feuergeist

Ein Jüngling, wortgewandt, und sehr fürs Volkswohl glühend,
oder galt seine Glut mehr seinem Rednerruhm?
wer weiß - denn eines Tags nach einer Wahlversammlung
sprach er zu ... weiterlesen


Herr und Herrin

Ein Mann:Da du so schön bist, darf ich dich beschwören,
errege nicht mein leicht erregtes Blut.
Da du so schön bist, kann ich dir nicht wehren,
daß deine Hand zu sehr in ... weiterlesen


So im Wandern

Ein silbern klein Herze,
von Golde ein`n Ring,
die gab sie mir, als ich
wandern ging,

und that in das Herze
ihr Bild hinein;
so einsam der Morgen,
... weiterlesen


Der Vogel Wandelbar

Ein Spott- und Trost-Märchen.

War einst ein Vöglein Wandelbar,
an welchem Alles seltsam war.
Ein rechter Wildfang wollt` es sein
und hatte doch ein ... weiterlesen


Götterhochzeit

Ein Zwiegesang

O ewig Gesuchte!
`O endlich Gefundener!`
Im Umsturz der Welten!
`Am Quell der Gestirne!`
Überm donnernden Absturz
meiner ... weiterlesen


Drei Ringe

Eine Abend-Elegie.

Leitspruch: Neue Ziele,
neue Gefühle:
neue Riegel.
Flügel! Flügel!

Ihr Ringe, drei Ringe, um Einen Finger,
und jeder ... weiterlesen


Lebe wohl!

Eine dicke Tigerschlange liegt
müde um mein Herz geringelt
ihre satten Augen thun sich zu.
Einmal züngelt
ihre dünne Zunge noch. Sie schläft...
Lebe wohl, mein ... weiterlesen


Die Vollendung

EINE GEISTERSCHAAR
den Herrn der Kraft geleitend:

Kommt, frohlockt dem Herrn der Gewalten,
Geister der Lust, der Liebe zum Leben,
die wir aus Sonnen Gluten ... weiterlesen


Erste Hoffnung

Eine Mädchenstimme:

Mein Freund hat mir ein Bild gemalt:
Maria weint vor Wonne
und ist von lauter Sonne
überstralt.
    Wer weiß die Melodie ... weiterlesen


Venus Mors

Eine rote Feuerlilie schreitet
riesig durch die Weltennacht.
Von der Sonne bis zum Sirius breitet
sich ihr Scharlachkelch. Der Schacht
des gezähnten Schlundes kocht von ... weiterlesen


Besuch

Eine treue Seele lag
still zuhaus mit krankem Leibe;
zwischen ihren Fingern staken
zwei drei blühende Weidenzweige,
und die Sonne schien aufs Bett.

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Emporsturz

Einmal, Erde, wollt ich dich küssen:
ein Weib in Armen, jach Schooß an Schooß,
zu Boden stürzend in rasendem Tanz.
Da winkte ein Mädchen mir zum Reigen,
einen weißen ... weiterlesen


Nachglanz

Einst geliebte Seele,
immer noch empfundne,
sternklar weist die Nacht mir Weiten,
die auch dich umschließen,
du entschwundne.

Gütig glänzen wieder
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Ballade vom Kuckuk

Elena Luksch zur Erinnerung

Du hast drei schöne Kinder, Frau,
sie spielen um unsre Füße im Gras;
was schweift dein Blick in die Wolken?

Ich warte auf ... weiterlesen


Venus Amor Modernus Domesticus

Er ritt ein dunkelgraues Eselchen,
zwei bunte Tiere liefen vor ihm her,
wir konnten sie von ferne nicht erkennen.
Wir gingen still durch eine stille Flur,
ich und die ... weiterlesen


Der entzückende Krüppel

Er ritt ein dunkelgraues Eselchen,
zwei bunte Tiere liefen vor ihm her,
wir konnten sie von ferne nicht erkennen.
Wir gingen still durch eine stille Flur,
ich und die ... weiterlesen


Das erlösende Wort

Er weinte, schwieg.  Noch, hier ich ihn stammeln,
höre ihn leiden bei jedem Laut,
und höre das Lied meiner Seele dazu,
o selig Lied!

`Ich b-b-b-bebe` - ich ... weiterlesen


Sühne

Erwachen endlich denn die Töne wieder,
die mir so dumpf und schwer im Herzen schliefen?
O steigt empor aus euren grauen Tiefen,
steigt rauschend auf zum Lichtreich, meine ... weiterlesen


Unsre Stunde

Es dunkelt schon; komm, geh nach Haus,
komm! Das Kastanien-Blattgewühl
streckt sich wie Krallen nach uns aus.
Es ist zu einsam hier, zu schwül
für uns.

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Gleichnis

Es ist ein Brunnen, der heißt Leid;
draus fließt die lautre Seligkeit.
Doch wer nur in den Brunnen schaut,
                den graut.
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Vorgefühl

Es ist ein Schnee gefallen,
hat alles Graue zugedeckt,
die Bäume nur gen Himmel nicht;
bald trinkt den Schnee das Sonnenlicht,
dann wird das alles blühen,
was in ... weiterlesen


Welt und Zeit

Es klagt die Zeit: die Welt vergreist,
wo ist der alte heilige Geist!
Indeß liegt Seine Heiligkeit
im Schooß der Jungfrau Sinnlichkeit,
was zwar die Jungfernschaft ... weiterlesen


An eine Gütige

Es mag mir oft nicht in den Mienen stehen,
wie tief ich in mein Innres dich geschrieben;
ach, oft schon hat es mich zum Wort getrieben
und wortlos mußt ich meines Weges ... weiterlesen


Vierter Klasse

Es rollt und rüttelt und dröhnt und dampft
und klirrt und rasselt und stürmt und stampft;
an kreisenden Feldern vorüber im Flug
durch Pommerns Ebne keucht der Zug.

... weiterlesen


Vierter Klasse

Es rollt und rüttelt und dröhnt und stampft
und klirrt und rasselt und saust und dampft;
an kreisenden Feldern vorüber im Flug
durch Pommerns Ebne ras`t der Zug.

... weiterlesen


Erntelied

Es steht ein goldnes Garbenfeld,
das geht bis an den Rand der Welt.
    Mahle, Mühle, mahle!

Es stockt der Wind im weiten Land,
viel Mühlen stehn am ... weiterlesen


Erntelied

Es steht ein goldnes Garbenfeld,
das geht bis an den Rand der Welt.
    Mahle, Mühle, mahle!

Es stockt der Wind im weiten Land,
viel Mühlen stehn am ... weiterlesen


Im Regen

Es stimmt zu mir, es ist ein sinnreich Wetter;
mein Nacken trieft, denn Baum und Borke triefen.
Die Tropfen klatschen durch die schlaffen Blätter;
die nassen Vögel tun, als ob ... weiterlesen


Maifeierlied

Es war wohl einst am ersten Mai,
viel Kinder tanzten in Einer Reih,
arme mit reichen,
und hatten die gleichen
vielen Stunden zur Freude frei.

Es ist auch ... weiterlesen


Sturmbild

Ferdinand Hodler zu Ehren

Fergin im Sturm, kehr um! Weib, wie du wüst dich plackst!
Du bist kein Mann! - Sie hört nicht, sie stemmt sich langgestreckt
gegens Gebrüll ... weiterlesen


Verewigung

Freund in der Ferne, wer du auch seist,
Flüchtling auf der Erde wie ich,
die wir zwischen den Sternen hausen,
du ein Unvergänglicher,
ich ein Unvergänglicher,
... weiterlesen


Frühlingsgebet

Frühling, knospengekrönter,
sonnesanfter,
liebreichster Gott der Erde:
willst du endlich erscheinen,
mir erscheinen?
Nach soviel Stürmen,
soviel unstäter ... weiterlesen


Im Fluge

Ganz in Eines flocht, o Gott, der Tanz
unsre bang beseligten Gestalten;
und ich sah, ihr schweres Haar war ganz
von dem einen Silberpfeil. gehalten.

Und da hob ... weiterlesen


Dichters Arbeitslied

Geh hin, mein Blick, über die grünen Bäume!
Da huscht ein Vogel, der nimmt dich mit,
Märchenvogel Edelschwarz.

Bleib nicht zu lange im Reich der blauen Träume!
... weiterlesen


Feierabend

Geh nur, lieber Tag,
freue dich der Nacht.
Nichts bleibt unvollbracht;
deines Lichtes Macht
keimt im dunkeln Grund.
Einst wird alles kund,
hell von Mund zu ... weiterlesen


Der Schwimmer

Gerettet! Und er streichelt den Strand,
um den er rang mit dem wilden Meer;
noch peitscht der weiße Gischt seine Hand.
Und er blickt zurück aufs wilde Meer.

Und ... weiterlesen


Benedeiung

Gestern hobst du verzweifelt die Hände,
deiner heiligen Namenschwester gleich,
als ihr ein Schwert durch die Seele ging.

Heute breit` ich entzückt die Arme,
... weiterlesen


Orientalisches Potpourri

Gestern Nachmittag, meine braune Geliebte,
die du nach Ruhm begehrst vor allen Frauen
deines Volkes, saß ich in einem Treibhaus,
und von allen Palmen und andern Gewächsen
... weiterlesen


Erhebung

Gieb mir nur die Hand,
nur den Finger, dann
seh ich diesen ganzen Erdkreis
als mein Eigen an!

O wie blüht mein Land,
sieh mich doch nur an,
daß ich ... weiterlesen


Glockenklänge an Bismarck

Glocken, Glocken, wir
Mund der Macht,
oft wehklagten wir dem Donner,
oft frohlockten wir dem Flammensturm;
heut, Volk, frohlocken,
heut, Bismarck, klagen wir
... weiterlesen


Sprüche der Liebe

Glut klärt,
Glut verzehrt;
hüte Jeder seinen Herd!

Treue mit Reue
ist Feiglings Untreue.

Schwur der Liebe: ob gegeben,
ob empfangen - welch ... weiterlesen


Sprüche vom Glück

Glück ist Gabe;
rechte nicht um fremde Habe,
Richter mit dem Bettelstabe!

Gieb und vergieb von Herzen gern,
das ist des Glückes Keim und Kern.

... weiterlesen


Schneeflocken

Gnädige Frau, es schneit, es schneit!
Tragen Sie heut Ihr weißes Kleid?

Gnädige Frau, hier in der Ferne
schneit`s bei helllichtem Tage Sterne.

Und diese ... weiterlesen


Hochsommerlied

Golden streift der Sommer meine Heimat,
brotwarm schwillt das hohe reife Korn,
wie in meiner goldnen Kinderzeit;
habe Dank, geliebte Erde!

Schwalben rufen mich ... weiterlesen


Die Buße

Graf Richard, was jagst du durch die Nacht,
als fliehst du vor deinem Gewissen?
Es war deine Pflicht, es war dein Recht!
Dein Weib beim Knecht:
das haben sie büßen ... weiterlesen


Nun erst

Hab Dank! wir waren Mann und Weib,
es ist geschehn;
nun laß uns wieder aufrecht gehn,
allein und klar.
Wir wollen uns nicht trüb geberden,
wir können nun erst ... weiterlesen


Nun erst

Hab Dank! wir waren Mann und Weib,
es ist geschehn;
nun laß uns wieder aufrecht gehn,
allein und klar.
Wir wollen uns nicht trüb gebärden;
wir können nun erst ... weiterlesen


Entzückung

Hab ich schon mit dir gespielt,
als wir Kinder waren,
scheu um Nachbars Ecke geschielt
nach deinen flirrenden Haaren?

Wenn mich nur dein Atem streift,
fühl ... weiterlesen


Drohung

Herrin, Hexe, reich an Mächten,
seit ich dir in dunkler Stunde
lösen durfte deine Flechten,
quält mich in der flachen Rechten
eine kleine blaue Wunde,
die mir ... weiterlesen


Zuflucht

Hinterm Elternhaus am kleinen Weiher,
dicht umdunkelt rings von Weidenruten,
breitet eine Pappel ihre schwanken
Zweige nickend über Schilf und Fluten.

Seltsam ... weiterlesen


Der Schlangenkäfig

Hitze schwingt. Ein Raum voll Schlangen
strömt durch Glas und Gitterstangen
Dunst; zwei Menschen stehn davor.
Die gesättigten Gewürme hängen
still in buntverflochtnen ... weiterlesen


Tatsache!

Hunderttausend frische Blätter
wachsen jeden Mai,
hunderttausend frische Augen
blitzen zwei zu zwei,
hunderttausend frische Jungen
lärmen noch im Feld,
und ... weiterlesen


Staatsereignis

Hurrra, zum ersten Mal:
Mutter, der Peter,
hurra, jetzt geht er!
Kuck, ganz alleinechen
setzt er die Beinechen,
ganz wie zur Reichstagswahl,
wie Onkel ... weiterlesen


Hans im Glück

Hättest du mich doch gesehen,
wie ich durch den Sommer ging:
Augen blos für meine Zehen,
böse jedem Schmetterling.
Glück und Unglück nannt` ich dumm;
gott, wie ... weiterlesen


Aufrichtung

Hörst du Nachts die leere Stille schallen?
Tote Seelen rufen dich von fern.
Eine aber war dir wert vor allen;
o, nun möchtest du vor Schmerz ihr folgen,
ihr und ihrem ... weiterlesen


Machtsprüche

I.
Laßt uns nur ins Blaue schweifen;
scheltet nur, wie weit wir`s treiben.
Aber ein Band sollte bleiben:
Jeden, wie er strebt, begreifen.

II.

... weiterlesen


Gütige Bosheiten

I
Alles frommt im Garten Gottes,
auch der Bienenstich des Spottes;
selbst Tom schärfsten Stachelreim
träuft des Ruhmes Honigseim.

II
Wenn des ... weiterlesen


Der geduldige Dichter

I
Der Dichter steht am Herd und schürt
und wartet, daß sein Volk sich rührt.
Das Holz liegt da, der Funken auch;
wann springt die Flamme aus dem Rauch?

... weiterlesen


Den Empfänglichen

I
Ein Wörtlein Dank - o schönster Schall:
des Schöpferwortes Widerhall.
Uns allen ahnt kein höher Glück:
nun tönt die Welt zu Gott zurück.

II
... weiterlesen


Pro patria

I
Ich gönne jedem fremden Wicht
sein Teilchen Erde nebst Himmelslicht;
aber will er mir meins wegschinden,
soll er die Hölle bei mir finden.

II
... weiterlesen


Führersprüche

I
Ob wir reden, ob wir schweigen,
aus den Tiefen klingt ein Raunen:
Laßt uns auf die Höhen steigen
und in alle Weiten staunen!


II
Und ... weiterlesen


Liebesnotsprüche

I
Wo im wirren Weltgebrause
zwei versprengte Funken sprühn,
die aus reiner Lust sich mühn,
klar einander zu durchglühn:
Liebe, da bist Du zuhause.

... weiterlesen


Das Schloß

Ich bin arm, du bist reich,
darum bau ich dir ein Schloß
aus meinen purpurnsten Träumen.
Das steht am grauen Nordseedeich,
wo die funkelndsten Wellen schäumen.
... weiterlesen


Frecher Bengel

Ich bin ein kleiner Junge,
ich bin ein großer Lump.
Ich habe eine Zunge
und keinen Strump.

Ihr braucht mir keinen schenken,
dann reiß ich mir kein ... weiterlesen


Zuversicht

Ich hab dich selig gemacht,
mein Geliebter,
und du mich, du bist mein,
und darfst nicht bei mir sein
in meinen furchtbaren Schmerzen.
Bis in Mark und Bein
... weiterlesen


Die Rose

Ich habe den Traum der Rose belauscht,
der keusch vom kühlen Duft umsprüht
aus ihrer Blumenseele glüht;
ich hab ihn mit allen Sinnen belauscht
und mich berauscht.
... weiterlesen


An die Ersehnte

Ich habe dich Gerte getauft, weil du so schlank bist
und weil mich Gott mit dir züchtigen will,
und weil eine Sehnsucht in deinem Gang ist
wie in schmächtigen Pappeln im ... weiterlesen


Entladung

Ich kam mit meinem Alpenstocke
und offner Brust vom Berg geschlendert,
begegnet mir im Ordensrocke
ein Zug von Nonnen, grau bebändert,
zehn schwarze Paare.

... weiterlesen


Durch die Blume

Ich kann dir nicht die Blume nennen,
der deine Seele gleicht.
Sie müßte tief scharlachen brennen.
Solche Blumen welken leicht.

Und wen ihr roter Liebreiz ... weiterlesen


Aus schwerer Stunde

Ich konnte nur noch lächeln;
ich war so traurig im Grunde,
daß meine eigne Stimme mir fremd klang.
Da traf mich Deine Stimme,
und ich konnte wieder lachen wie als ... weiterlesen


Venus Idealis

Ich lag in Zweifeln schon die halbe Nacht:
Mich treibt ein Geist, und folgen muß ich ihm,
doch darf ich folgen? ist’s ein Geist der Wahrheit?
ist’s Eitelkeit? so rang ich ... weiterlesen


An mein Volk

Ich möchte wohl geehrt von Vielen sein,
und auch geliebt; ich weiß es wohl.
Aber niemals soll
mein Stolz und Wert mir drum gemein
mit hunderttausend Andern sein.
... weiterlesen


Einst

Ich ruhe, helle Wolken fliehn,
mein Herz rauscht wie das weite Feld.
Flügel leuchten -
und über die Wolken steigt ein Lied:
einst brauchst du keinen Menschen mehr,
... weiterlesen


Begegnung

Ich sah dich schon.
Im Sonnenschein
beim Roggenfeld am Wiesenrain
stand wilder Mohn;
die Kelche blühten blutrot breit,
den Schooß voll blauer Dunkelheit,
... weiterlesen


Das Opfer

Ich sah im Traum Apollos Tempelhallen,
doch ringsum hört ich dunkle Donner grollen;
ich sah vom blassen First die unruhvollen
gebrochnen letzten Sonnenblicke prallen.

... weiterlesen


Rückkehr

Ich seh in deine Augen wieder,
so friedetief, so tief und bang;
da schweigen all die falschen Lieder,
die wild in mir mein Unhold sang.

Du darfst den trüben ... weiterlesen


Ein Ring

Ich trug einen Ring mit drei Opalen,
viel Märchen schuf der bleiche Stein,
scheu wie das Glück sind seine Stralen,
Wasser soll ihren bunten Schein
wie Gift zernagen.
... weiterlesen


Venus Excelsior

Ich träume oft von einer bleichen Rose.
Hell ragt ein Berg; sie blüht in seinem Schatten,
zum fernen Licht aufschmachtend mit dem matten
Traumblumenblick aus ihrem dunklen ... weiterlesen


Venus Gloria

Ich träume oft von einer bleichen Rose.
Hell ragt ein Berg; sie blüht in seinem Schatten,
zum fernen Lichte schmachtend, mit dem matten
dem Blumenblick, aus ihrem dunklen ... weiterlesen


Venus Regina

Ich träumte, und ich wußte, daß ich träume;
ich träumte, eine Fürstin sei gestorben.
Barhäuptig, nur ein spärliches Gefolge
von Trauernden, so stehn wir auserwählt
... weiterlesen


Venus Bestia

Ich und mein Freund, wir saßen einmal
in einem menschenheißen Weinlokal;
zwei Tisch weit neben uns saßen
ein Herr und eine Dame, offenbar
- den Ringen nach - ein ... weiterlesen


Zur Beichte

Ich war der Herr der Welt vor dir,
            im Traum;
wie eine Sonne warst du mir,
            im Traum.
Ich ... weiterlesen


Tanzlied

Ich warf eine Rose ins Meer,
eine blühende Rose ins grüne Meer.
Und weil die Sonne schien, Sonne schien,
sprang das Licht hinterher,
mit hundert zitternden Zehen ... weiterlesen


Wellentanzlied

Ich warf eine Rose ins Meer,
eine blühende Rose ins grüne Meer.
Und weil die Sonne schien, Sonne schien,
sprang das Licht hinterher,
mit hundert zitternden Zehen ... weiterlesen


Wahlspruch

Ich weiß ein Wort.
das setzt mich über Alles fort,
über Raum und Zeit
und Traurigkeit:

Ich und die Zukunft!


Bekenntnis

Ich will ergründen alle Lust,
so tief ich dürsten kann;
ich will sie aus der ganzen Welt
schöpfen, und stürb’ ich dran.

Ich will’s mit all der ... weiterlesen


Am Scheideweg

Ich wollt dir die Stirn küssen
und dir sagen: hab Dank!
Aber da war ein Licht in deinen Augen
wie Morgenglut auf unerklommenen Bergwäldern;
und dem haben wir folgen ... weiterlesen


Wechselwirkung

Ich wüßte nicht mich nach der Form zu richten,
wird mir bedeutet von euch Anstandsrichtern.
Und freilich: leicht ereignet sich’s an Dichtern,
daß sie formloser leben als sie ... weiterlesen


Die zwölf sittsamen Gastwirte

Ihr Alle kennt den Dichter Liliencron,
den Freiherrn von Poggfred, den reichen armen Baron.
Doch bevor er sein Luftschloß, sein ewiges, baute,
war er Hardesvogt auf Pellworm und ... weiterlesen


Am Krankenbett

Ihr Auge klagte, was ihr Mund verschwieg:
ihr hilflos Leid, daß Andre mit ihr litten.
Wir seufzten trüb; aus unsern Blicken stieg
ein bang ergebnes Füreinanderbitten.
... weiterlesen


Heldentümliches

Ihr meint, ihr hättet euch ermahnt,
weil ihr euch hart wie Brutus stellt?
Jesus kam mit weichster Hand
und brachte Schwerter in die Welt.

`Er hat als Gott sich ... weiterlesen


Stillleben

Im Frühling, wenns zu nebeln anfängt -
        auf dem Dorfteich -
            eines Abends: raake:
      ... weiterlesen


Das große Karussell

Im Himmel ist ein Karussell,
das dreht sich Tag und Nacht.
Es dreht sich wie im Traum so schnell,
wir sehn es nicht, es ist zu hell
aus lauter Licht gemacht;
still, ... weiterlesen


Kein Bleiben

Immer dichter
flüchtet der Schnee,
Straßenlichter,
stumme Gesichter,
ich steh und seh
die Flocken treiben,
nur noch dichter,
nur nicht bleiben,
... weiterlesen


Neudeutsches Kirchenlied

Immer kann man nicht lobsingen
und den Weihrauchwedel schwingen;
jeder Weg zwar führt nach Rom,
aber nicht zum Petersdom.

Ja, die Wölfin, Römer säugend,
... weiterlesen


Hieroglyphe

In allen Tiefen
mußt du dich prüfen,
zu Deinen Zielen
dich klarzufühlen;
aber die Liebe
ist das Trübe.

Jedweder Nachen,
drin Sehnsucht ... weiterlesen


Der Fluß

In den abendgelben Fluß
grub mein Ruder schwarze Trichter,
ohne Wort und ohne Kuß
sahn wir auf die Wellenlichter,
sahn wir eine dunkle Bucht
still das kahle Ufer ... weiterlesen


Geheimnis

In die dunkle Bergschlucht
kehrt der Mond zurück.
Eine Stimme singt am Wassersturz:
O Geliebtes,
deine höchste Wonne
und dein tiefster Schmerz
sind mein Glück -


Rückblick

In diesem Jahr verlor ich einen Freund.
Hier unterm Nußbaum sprachen wir uns aus.
Das Laub wird gelb; es wartet auf den Wind.
        Ist das der Schluß?
... weiterlesen


Ernte

In diesem Jahr verlor ich einen Freund.
Hier unterm Nußbaum sprachen wir uns aus.
Das Laub wird gelb; es wartet auf den Wind.
Ist Das der Schluß?

Hier unterm ... weiterlesen


Klage

In diesen welken Tagen,
wo Alles bald zu Ende ist,
sturmzerfetzte Sonnenblumen
über dunkle Zäune ragen,

Wolken jagen
und den Boden flammenfarbne
... weiterlesen


Leises Lied

In einem stillen Garten
An eines Brunens Schacht,
Wie wollt’ ich gerne warten
Die lange graue Nacht!

Viel helle Lilien blühen
Um des Brunens Schlund;
... weiterlesen


Tragische Erscheinung

In einer Wüste lagen viele Menschen,
die fast verschmachteten; sie wimmerten.
Ein schönes Mädchen nur,
mit hilflos braunen Augen,
litt stumm den Durst; denn gieriger ... weiterlesen


Blick auf Hamburg

In Hamburgs Wappen stehn drei feste Türme,
die mit den Zinnen zu den Sternen ragen.
In Hamburgs Hafen liegen tausend Schiffe,
die mit den Masten all dasselbe wagen.
Auf ... weiterlesen


Wollust

In wüster Schmach Vergeudung heiliger Glut
ist Wollust, wenn sie praßt; und eh sie praßt,
roh, schamlos, tierisch, aller Welt zur Last,
meineidig, tückisch, voller Gier nach ... weiterlesen


Mit gedämpfter Stimme

Ist das noch die große Stadt,
dies Geraune rings im Grauen?
diese Männer, diese Frauen,
kaum erschienen, schon verschwunden;
und die Sonne steht so matt
wie ein ... weiterlesen


Venus Occulta

Ist das noch die große Stadt,
dies Geraune rings im Grauen?
diese Männer, diese Frauen,
kaum erschienen, schon verschwunden;
und die Sonne steht so matt
wie ein ... weiterlesen


Novemberfahrt

Ja lacht nur, lacht, am Straßenrand
ihr pelzvermummten Gaffer!
Uns hat aus härterm Lehm gebrannt
der Wein- und Weiber-Schaffer.
Und wenn wir etwas zittrig sind
... weiterlesen


Predigt ans Großstadtvolk

Ja, die Großstadt macht klein.
Ich sehe mit erstickter Sehnsucht
durch tausend Menschendünste zur Sonne auf;
und selbst mein Vater, der sich zwischen den Riesen
seines ... weiterlesen


Venus Domestica

Ja, die heilige Familie ...
Josef ~ Maria ~ ~
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
denn das Esulein freute sich eben
an dem Heuduft einer trockenen Lilie.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
~ ~ ~ ~ ... weiterlesen


Nur ein Hund

Ja, dir wird’s schwer, mich zu verlassen;
dein Auge bricht, als ob du weinst
mein alter Hans in allen Gassen.
Ja, früher ahnt ich nicht, daß einst
als letzter Freund ... weiterlesen


Gesetz

Jeder will möglichst viel vom Leben
und möglichst wenig dafür geben.
Als bloßer Anblick scheint’s abscheulich,
doch handle, Mensch, dann weicht der Schein;
... weiterlesen


Ausblick

Jetzt einen Schritt, dann stürzt vom Rande
mein Leben in die Schlucht hinab.
Wie hängt die Sonne tief im Lande!
Ich recke mich auf meinem Stande,
und alle Sehnsucht ... weiterlesen


Eröffnung

Jetzt sing ich dir das letzte Liebeslied.
Ich fühl’s bei jedem unsrer trauten Spiele,
daß mich ein Geist in seinen Dienst beschied,
der Geist der alten und der neuen ... weiterlesen


Ein Märtyrer

Jetzt sollt ihr hören ein rauhes Lied,
von Frieden und Erbarmen leer!
Der Winternachtsturm schreit im Ried
und peitscht das Schilf wie Heu umher;
vor seinem Schnauben ... weiterlesen


Antrieb

Jüngling, du bist frei zum Flug,
sei nur immer Manns genug!
Spring aufs Glücksrad, rolle, rolle
durch die Welt, die wettlauftolle;
nimm als Lohn die eigne Bahn,
... weiterlesen


In Sehnsucht

Jüngling:Möcht es hassen,
dies Sehnen ohne Maßen.
Weiß nicht, was ich tun will;
weiß nicht, ob ich ruhn will.
Jetzt alles tragen und stolz verzagen,
jetzt ... weiterlesen


Die Frage

Kann ich dein Herz beglücken?
liebreiche Seele, nein.
Ich kann dich an mein Herz drücken,
fühlen mußt du`s allein.

Noch im glückhellsten Gesange
... weiterlesen


Käuzchenspiel

Kinder, kommt, verzählt euch nicht,
jeder hat zehn Zehen;
wer die letzte Silbe kriegt,
der muß suchen gehen.
Suche, suche, warte noch,
Käuzchen schreit im ... weiterlesen


Fliegerschule

Kinderlied

Kommt, wir lernen fliegen!
Woher denn Flügel kriegen?
Von den achtzig Winden.
Wo sind die zu finden?
Überm ewigen Eise.
Wer bezahlt die ... weiterlesen


An Mich

Klage und juble, Dichter,
wie du willst:
das wirkt Seele ins All,
du bist Gott.
Aber beklage nicht,
bejuble nicht,
Nichts:
du bist Gottes Werk,
... weiterlesen


Weihspruch

Klage und juble, Dichter,
wie du willst;
das wirkt Seele ins All
du bist Gott.
Aber beklage nicht!
bejuble nicht!
nichts!
Du bist Gottes Werk;
... weiterlesen


Sommerabend

Klar ruhn die Lüfte auf der weiten Flur;
fern dampft der See, das hohe Röhricht flimmert,
im Schilf verglüht die letzte Sonnenspur,
ein blasses Wölkchen rötet sich und ... weiterlesen


Venus Aldultera

Komm, Schatz; komm, Katz; laß das Wimmern!
Nein, das darf dich nicht bekümmern,
daß ich nicht »treu« bin; rück nur her!
Komm, ich hab ein Dutzend Seelen;
wer kann ... weiterlesen


Venus Adultera

Komm, Schatz; komm, Katz; laß das Wimmern!
Nein, das darf dich nicht bekümmern,
ob ich auch `treu` bin; rück nur her!
Komm: ich hab ein Dutzend Seelen,
wer kann all die ... weiterlesen


Venus Urania

Kommst du, Grollender?
tief von Unten?
Ueber Felsen und Wolken:
suchst du mich, im dunkeln Mantel Du,
schwarzgekrönter Wetterriese,
mit der bleiernen Stirne?
... weiterlesen


Sprüche zur Kunst

Künstler, die Welt ist bodenlos.
Wer kühn ist, schöpft aus tiefstem Schooß.
Wer nicht versinkt dabei, ist groß.

Warum dich in die Tiefe begeben?
Nur um zu ... weiterlesen


Alles

Laß uns noch die Nacht erwarten,
bis wir alle Sterne sehn;
falt die Hände - in den harten
Steigen durch den stillen Garten
geht das Heimweh auf den Zehn.

... weiterlesen


Fürsprüche

Laßt uns nur ins Blaue schweifen;
scheltet nur, wie weit wir’s treiben.
Aber Ein Band sollte bleiben:
Jeden, wie er strebt, begreifen.

Nicht zum Guten, nicht ... weiterlesen


Zwecksprüche

Lebe mit Zweck, wirf dich nicht weg,
gieb dich den Andern hin
mit eignem Sinn!

Jeder nach seiner Art:
die Einen lichten,
die Andern sichten
bis ... weiterlesen


Letzte Bitte

Lege deine Hand auf meine Augen,
daß mein Blut wie Meeresnächte dunkelt:
fern im Nachen lauscht der Tod.

Lege deine Hand auf meine Augen,
bis mein Blut wie ... weiterlesen


Venus Fantasia

Leih mir noch Einmal die leichte Sandale;
sage, wer bist du, holde Gestalt?
Reich’ mir die volle, die funkelnde Schale,
die du mir fülltest so viele Male!
Bist du die ... weiterlesen


Gebet

Letzter Schritt, und hoch mit mir
langt der Turm ins Licht,
und vom Steigen auf zu Dir
bebt mein bang Gesicht.

Hier, wo keine Menschen sind,
sieh mich ... weiterlesen


Mit heiligem Geist

Liebe Mutter! mir träumte heute
von der Insel der seligen Leute.
Da saß auf einem Hügel der Au
eine nackte gekrönte Frau,
in ihrem Herzen stak ein Schwert,
aber ... weiterlesen


Deutsches Tun

Lieber Freund! ich sitze verstimmt bei Schillern und Goethen,
plötzlich reicht mir die Magd deine Bescherung aus Rom.
Nämlich die hellen Gemächer und glänzenden Säleder Beiden
... weiterlesen


Zweier Seelen Lied

Lieber Morgenstern,
lieber Abendstern,
ihr scheint zwei
und seid eins.

Ob der Tag beginnt,
ob die Nacht beginnt,
findet euer Schein
in uns ... weiterlesen


Vitzlibutzli

Lieber ßöner Hampelmann,
deine Detta sieht dich an!
Ich bin dhoß, und Du bist tlein;
willst du Fitzebutze sein?
  Tomm!

Tomm auf Haterns dhoßen ... weiterlesen


Fitzebutze

Lieber ßöner Hampelmann,
deine Detta sieht dich an!
Ich bin dhoß, und Du bist tlein;
willst du Fitzebutze sein?Tomm!Tomm auf Haterns dhoßen Tuhl,
Vitzlibutzki, ... weiterlesen


Fitzebutze

Lieber, ßöner Hampelmann,
deine Detta sieht dich an!
Ich bin dhoß und Du bist tlein;
willst du Fitzebutze sein?
            Tomm!
... weiterlesen


Die stille Stadt

Liegt eine Stadt im Thale,
ein blasser Tag vergeht;
es wird nicht lange dauern mehr,
bis weder Mond noch Sterne,
nur Nacht am Himmel steht.

Von allen Bergen ... weiterlesen


Jubiläumsverse

Liliencron

O Detlev, sechzig Jahre
ward dir Moral geleiert;
jetzt hast du graue Haare,
jetzt wirst du als der wahre
Jugendmusterknabe gefeiert.

... weiterlesen


Die Magd

Maiblumen blühten überall;
er sah mich an so trüb und müd.
Im Faulbaum rief die Nachtigall:
die Blüte flieht! die Blüte flieht!
Von Düften war die Nacht so warm,
... weiterlesen


Maiwunder

Maikönig kommt gefahren
in seinem grüngoldnen Wagen
mit Saus und Gesinge.
Seine Zügel sind Sonnenstralen,
zwölf große blaue Schmetterlinge
ziehn ihn über ... weiterlesen


Den Auslegern

Man soll alles nehmen, wie es ist;
das Licht legt wirklich Gold auf den Mist.
Nimmt man es aber durch die Blume,
dann natürlich bis in die Wurzelkrume!
Da sitzt ein ... weiterlesen


Seitenhiebe

Manch Gebilde und Getön
ist wahrhaftig nicht mehr schön,
ist auch nicht etwa gewöhnlich,
ist nur - schönlich.

Wenn ihr nur stets dieselbe Fistel kräht,
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Ihr Wunsch

Manche hüllt sich in weiße Wolle.
Manche ziert sich mit Seide und Gold.
Manche schmückt sich mit Blumen,
mit grünen Blättern und Früchten.

Ich, ich möchte ... weiterlesen


Erste Hoffnung

Mein Freund hat mir ein Bild gemalt:
Maria weint vor Wonne
und ist von lauter Sonne
überstrahlt.
Wer weiß die Melodie dazu?

Mein Freund hat mir ein Wort ... weiterlesen


Warnung

Mein Hund, du, hat dich blos beknurrt
und ich hab ihn vergiftet;
und ich hasse jeden Menschen,
der Zwietracht stiftet.

Zwei blutrote Nelken
schick ich dir, ... weiterlesen


Der Bräutigam

Mein tolles Herz,
ich leg auf dich die Hände.
Nun träum dich an ein sonnig fern Gelände,
da deckt man dich mit stillen Blumen zu.
Da lauscht eine Mutter
dem Ruf ... weiterlesen


Landung

Mein weißer Schwan vor mir, noch ziehn wir leise
auf dunkler Flut durch unser Morgengrauen,
zur blassen Ferne, wo die Wellenkreise
dem jungen Tage hoch entgegenblauen.
... weiterlesen


Landung

Mein weißer Schwan vor mir: so ziehn wir leise
auf dunkler Flut durch unser Morgengrauen,
und ziehn zur Ferne, wo die Wellenkreise
dem jungen Tage hoch entgegenblauen.
... weiterlesen


Der gesunde Mann

Meine Frau ist krank, sie
wird wol bald sterben;
dann kann ich lachen,
dann werd` ich was erben.
O, wie lieb mir das Leben im Leibe schlägt,
wenn ihr Husten mir ... weiterlesen


Gebet an die Geliebte

Meine Hoffnung du, nun hilf mir hoffen!
Schleicht der Winter schon in unser Leben,
das noch kaum ein Frühlingsstrahl getroffen?
Sahn wir darum einen Himmel offen,
nur um ... weiterlesen


Ecce Poeta!

Meinem Freunde Detlev,
dem Dichter Liliencron.

Doch hör` ich noch der Tausende Entzücken
und Ihn von seinen goldnen Sternen sprechen
und sehe noch ihn seine ... weiterlesen


Selbstzucht

Mensch, du sollst dich selbst erziehen.
Und das wird dir Mancher deuten:
Mensch, du mußt dir selbst entfliehen.
Hüte dich vor diesen Leuten!

Rechne ab mit den ... weiterlesen


Selbstzucht

Mensch, du sollst dich selbst erziehen.
Und das wird dir Mancher deuten:
Mensch, du mußt dir selbst entfliehen.
Hüte dich vor diesen Leuten!

Rechne ab mit den ... weiterlesen


Deutsches Lied

Mich drängt zu singen
deutschen Geistes Kraft.
Erde nimmt Himmelschwingen,
wenn er dich, Volk, aufrafft.

Über die Eichenkronen
stürmt er ... weiterlesen


Dahin

Mit gesenkten Blicken
durch die Menge hin,
durch die fremde dunkle Menge,
eine traumentstiegene Palme,
    kam die junge Priesterin.

Mit ... weiterlesen


Der Pirat

Mit zehn Kanonen, blank an Bord,
mit vollen Segeln vor dem Wind,
die flink wie Mövenflügel sind,
streicht eine Barke durch die Flut:
die Barke des Piratenherrn,
... weiterlesen


Venus Ouvertuere 1

Moralisch Burleske

Sie war geflochten aus besten Stricken,
aus bleiverknoteten, festen, dicken,
meine Geißel nämlich - und der Stil
so grad recht handlich zum ... weiterlesen


Der gestörte Nachtwandler

Muselparadiesische Reimguirlande
mit zarter Einflechtung etlicher Geistesblüten
neuerer abendländischer Dichter

O Nacht, o Nacht, o - oh - o Nacht der Nacht,
... weiterlesen


Nicht doch!

Mädel, laß das Stricken - geh,
thu den Strumpf bei Seite heute;
das ist was für alte Leute,
für die jungen blüht der Klee!
Laß, mein Kind;
komm, mein ... weiterlesen


Nicht doch

Mädel, laß das Stricken, geh,
tu den Strumpf bei Seite heute;
das ist was für alte Leute,
für die jungen blüht der Klee!
Laß, mein Kind,
komm, mein ... weiterlesen


Das Kind

Na lach doch, Kind! Dein Zuckerschneckchen,
schwarz Sammetjäckchen, rote Bäckchen,
dein ausgestopftes Häschen,
dein Mäulchen, Händchen, Näschen
hat all der liebe ... weiterlesen


Fromme Wünsche

Nach Cecco Angiolieri.

Wär ich der Wind, ich risse die Welt in Fetzen,
wär ich das Feuer, zerfräß ich sie zu Funken,
wär ich das Meer, sie läge längst ... weiterlesen


Die Heimkehr

Nach einem französischen Volkslied

Der Seemann kommt vom Krieg zurück,
so sacht;
verbrannt so sehr, verstaubt so sehr -
`Wo kommst du, armer Seemann, her?
... weiterlesen


Wendekreislauf

Nach einer Abschiedsvisite
beim alten Herrn Geheimrath.

Nehmen wir Geschehn für Leben,
haben wir`s nicht recht verstanden;
Menschenleben ist das Leben
... weiterlesen


Die Armen

Nach Emile Verhaeren

Sie sind so, diese armen Herzen,
ganz ausgehöhlt von stummen Schmerzen,
blaß und wie Teiche voll Geweine:
rings Leichensteine.

... weiterlesen


Lied des vogelfreien Dichters

Nach François Villon.

Ich sterbe dürstend an der vollen Quelle;
ich, heiß wie Glut, mir zittert Zahn an Zahn.
Frostklappernd sitz` ich an der Feuerstelle,
... weiterlesen


Der Pirat - I.

Nach José de Espronceda.

Mit zehn Kanonen blank an Bord,
mit vollen Segeln vor dem Wind,
die flink wie Mövenflügel sind,
streicht eine Barke durch die Flut:
... weiterlesen


Chinesisches Trinklied

Nach Li-tai-po.

Der Herr Wirt hier - Kinder, der Wirt hat Wein!
aber laßt noch, stille noch, schenkt nicht ein:
ich muß euch mein Lied vom Kummer erst singen!
... weiterlesen


Auf der Reise

Nach Li-tai-po.

Vor meinem Lager liegt der helle
Mondschein auf der Diele;
mir war, als fiele
auf die Schwelle
das Frühlicht schon,
mein Auge ... weiterlesen


Zu Gott - VIII.

Nach Paul Verlaine.

- Ach! Herr! wie wird mir! siehe, weinend vor Deine Füße
stürz` ich, schluchzend und jauchzend; deine Stimme macht
mir wohl und weh! mein Auge ... weiterlesen


Zu Gott - VI.

Nach Paul Verlaine.

- Herr! Herr! ich fürchte mich. Mein Herz zittert und zagt.
Ich seh, ich fühl`s: man muß, muß Dein sein. Aber wie,
wie, Gott mein Gott, dein ... weiterlesen


Zu Gott - IV.

Nach Paul Verlaine.

- Herr, Herr, zuviel! ich wag`s nicht. Ich Dein? Wer? ich, und Dein?
Nein nein, nur zagen darf ich, doch wagen - nein! ich bebe!
ich will`s nicht, ich ... weiterlesen


Wiedergeburt

Nach Paul Verlaine.

Da kam ein stiller Reiter
geritten durch den Hain,
der stach mit seiner Lanze
in mein alt Herz hinein.

Mein alt Herz gab nur ... weiterlesen


Zu Gott - I.

Nach Paul Verlaine.

Mein Gott hat mir gesagt: `Sohn, man muß Mein sein! Mein!
Sieh meine durchbohrte Brust, mein strahlend, blutend Herz
und meine wunden Füße, die ... weiterlesen


Zu Gott - II.

Nach Paul Verlaine.

Und ich -: Herr! du sagtest meine ganze Seele.
Ja! ich will zu dir, Herr, suche und finde nicht.
Du, dessen Liebe lodert wie aller Sonnen Licht:
... weiterlesen


Helle Nacht

Nach Paul Verlaine.

Weich küßt die Zweige
der weiße Mond;
ein Flüstern wohnt
im Laub, als neige,
als schweige sich der Hain zur Ruh -
  ... weiterlesen


Zu Gott - V.

Nach Paul Verlaine.

`Drum muß man mein sein! Ich bin`s, der in dir rast,
bin der neue Adam, der den alten frißt,
dein Hunger und dein Mannah; und meine Liebe ist
... weiterlesen


Zu Gott - III.

Nach Paul Verlaine.

`Man muß, muß mein sein! Ja: ich bin, bin der Kuß
der Welten, bin der Odem, bin dieser Mund, du lieber
Kranker, von dem du stammelst, der ... weiterlesen


Zu Gott - VII.

Nach Paul Verlaine.

`So möglich, wie gewiß. O komm, o siehe, welch
Entzücken deiner harrt! Laß ab von deinem Harme
und deinem Trotz! komm, sinke in meine offnen ... weiterlesen


Ruhe

Nach Verlaine.

Auf die Nachricht vom Tode des Dichters.

Ein großer schwarzer Traum
legt sich auf mein Leben;
Alles wird zu Raum,
Alles will ... weiterlesen


Einkehr

nach Verlaine

Das Glöckchen überm Dache da
tönt heut so weise.
Das Bäumchen überm Däche da
bewegt sich leise.

Der Himmel überm Dache da
... weiterlesen


Lied Kaspar Hausers

Nach Verlaine

Ich kam so fromm, ein Waisenkind,
das nichts als seine stillen Augen hat,
zu den Leuten der großen Stadt;
sie fanden mich zu blöd gesinnt.
... weiterlesen


Venus Nachtwache

Nachtwache eines Sehers der Liebe

Niemals sah ich die Nacht beglänzter!
Diamantisch reizen die Fernen.
Durch mein staubiges Kellerfenster
schielt der Schein der ... weiterlesen


Herrliches Pärchen

Nein, wie sind wir herrlich beide,
ich mit meinem Räubersinn,
du in deinem Jägerkleide,
Sonntag gehn wir auf die Haide,
süße Lüneburgerin!

... weiterlesen


Gleichnis

Neulich erwacht’ ich und griff zum Kruge; da hing einer Spinne
hundertmaschiges Netz über die Öffnung gespannt.
Ärgerlich rück ich ihn weg, durch Zufall grad in dieSonne:
... weiterlesen


Die Getrennten

Nie mehr bin ich allein,
gleich bebt in mir deine Stimme:
Du, wie ist dir ums Herz?
Du, wie ist dir ums Herz?

Wie dem Schwanenpaar damals,
das wir beim ... weiterlesen


Ein Blick

Nie werd` ich diesen dunkeln Blick
vergessen, der so trüb und klar
voll Sehnsucht war;
dann wandte sich ihr Augenpaar
zum Fenster. Hohl klang das Getick
des ... weiterlesen


Gebet der Sucht

Niemals sah ich die Nacht beglänzter,
diamantisch reizen die Fernen;
durch mein staubiges Kellerfenster
sticht der Schein der Gaslaternen,

schielt auf meine ... weiterlesen


Ermutigungen

Nimm dein Schicksal ganz als Deines!
Hinter Sorge, Gram und Grauen
wirst du dann ein ungemeines
Glück entdecken: Selbstvertrauen.

Weß Wesen ist so ... weiterlesen


Mein Trinklied

Noch eine Stunde, dann ist Nacht;
trinkt, bis die Seele überläuft,
      Wein her, trinkt!
Seht doch, wie rot die Sonne lacht,
die dort in ihrem Blut ... weiterlesen


Bewegte See

Noch Einmal so! Im Nebel durch den Sturm,
das Segel knatterte, die Schiffer schrieen,
das Bugspriet stand im Wasser wie ein Turm,
ich fühlte deine Angst in meinen Knieen
... weiterlesen


Genesen

Nun atmen deine Worte wieder Leben.
Im Zittern deiner Lippen steht’s geschrieben,
in deinen seligen Augen kann ich’s lesen,
ich lausch es mir aus deinem stillsten Wesen,
... weiterlesen


Sieg

Nun haben wir den schwersten Kampf gerungen
im heiligen Krieg um unser Reich der Einheit,
als heiß wir rangen mit der eignen Kleinheit,
bis Seele ganz in Seele war gedrungen,
... weiterlesen


Der Strauß

Nun nimm drei weiße Nelken du,
mein Weib. Und du, Geliebte, nimm
diese drei roten noch dazu.
Und in die nickenden Nelken thu
ich eine dunkelgelbe Rose.

... weiterlesen


Der Strauß

Nun nimm drei weiße Nelken du,
mein Weib. Und du, Geliebte, nimm
diese drei roten noch dazu.
Und in die nickenden Nelken tu
ich eine dunkelgelbe Rose.

... weiterlesen


Einsamkeiten

Nun still, mein Schritt, im stillen Nebelfeld;
hier rührt kein Leben mehr an meine Ruhe,
hier darf ich fühlen, daß ich einsam bin.
Kein Laut; kein Hauch; der bleiche Abend ... weiterlesen


Gebet der Sättigung

Nun verging der Stern der Frühe,
meine Augenlider brennen;
und die Sonne kann mit Mühe
die gefrornen Nebel trennen.

Mich verdrießt mein nächtlich Brüten;
... weiterlesen


Bastard

Nun weißt du, Herz, was immer so
in deinen Wünschen bangt und glüht,
wie nach dem ersten Sonnenschimmer
die graue Nacht verlangt und glüht,
und was in deinen ... weiterlesen


Die Glücklichen

Nun will ich mir die Locken
mit Birkenlaub behängen,
der Frühling sitzt am Wocken,
von dem er mit Gesängen
um meine Wildnis grüne Schleier spinnt.

Und ... weiterlesen


Trauschwur

Nun wollen wir zur Andacht uns bereiten;
nun leg in meine deine Hand und höre
den Schwur der Treue, den ich heut uns schwöre
bei unseren und dem Geist der Ewigkeiten.
... weiterlesen


Der Brand

Nur Zufall ... Bleiern lag Berlin
im Abendlichte Dach an Dach;
trüb sah sie in das Feuer,
das drüben aus dem Giebel brach.
        Die Flammen ... weiterlesen


Ansturm

Nur zürne nicht, wenn mein Begehren
brausend aus seinem Dunkel bricht.
Soll es mich selber nicht verzehren,
muß ich’s aussprühn! ans Licht, ans Licht!

Fühlst ... weiterlesen


Bitte

Nur: sage `Du` ... ich will ja nie,
nie wieder deine Lippen küssen,
nun wir`s gefühlt, so Knie an Knie
gefühlt, daß wir uns lieben müssen.

Das Abendrot umfing ... weiterlesen


Venus Primitiva

O daß der Kuß doch ewig dauern möchte,
- starr stand, wie Binsen starr, der Schwarm der Gäste;
der Kuß doch ewig, den ich auf die Rechte,
tanztaumelnd dir auf Hals und ... weiterlesen


Im Reich der Liebe

O Du, dein Haar, wie stralt dein Haar,
das ist wie schwarze Diamanten!
O - weil wir uns als Herrscherpaar
der ewigen Seligkeit erkannten,
Du!

Schmück mir ... weiterlesen


Freudenruf

O freu dich, Mensch: Deine Welt erschallt!
Überall ist Frühling, wo dein Herz nachtigallt!
        Menschenlieder, ihr schwanken
        ... weiterlesen


Nachtgebet der Braut

O mein Geliebter - in die Kissen
bet’ ich nach dir, ins Firmament!
O könnt ich sagen, dürft er wissen,
wie meine Einsamkeit mich brennt!

O Welt, wann darf ich ... weiterlesen


Venus Creatrix

O meine bleiche Braut! du blasse Wolke
im Arm des Sturms! du bebend Haupt,
an meine Brust geneigt aus deinen Schleiern:
erbleichst, erbebst du mir?
O nun erglühst du, ... weiterlesen


Verheißung

O weine nicht; die Wunden heilen bald,
die dir mein Unmut schlug und dein Verzagen.

Du wirst noch jubeln, daß dich mit Gewalt
mein Mut aufstachelt aus den ... weiterlesen


Krämerseelen

O wie sie lieben! wie sie maßvoll bleiben!
nur ja den lieben Nächsten nicht bereichern!
Wie sie gewissenhaft Tauschhandel treiben
und brav Gefühlchen zu Gefühlchen ... weiterlesen


Ausgleichungen

Ob du Schönes erschaffst, ob lieber Wirkliches nachformst:
wnn das Schöne nur echt, wenn nur das Wirkliche wahr!
Freilich, das Schöne ist echt allein durch die Wahrheit desWesens,
... weiterlesen


Morgenstunde

Ob du wol auch so schlaflos liegst
und dich in wachen Träumen wiegst
vor Glück, wie sehr die Sehnsucht brennt?
Ich starr` ins dunkle Firmament:
der Morgenstern, in ... weiterlesen


Schöpfungsfeier

Oratorium natale

Chor der Ahnen

Welch ein Festtag! Wieder reihn sich Flammen,
wieder neigen Blumen sich zusammen,
Kind, weil du am Leben bist.
Kind, ... weiterlesen


Der Hahnenkampf

Parabel

Liebe Leute, ihr kennt den Baum der Erkenntnis.
Mit seiner Frucht hats `ne eigne Bewendnis:
Seit Adam hat niemand sie mehr gesehn,
also wird er wohl ewig ... weiterlesen


Der Tiefsinn

Parodie.

Auf einer Pappelspitze sitzt
ein Mann in Unterhosen,
pflückt Rosen
und seufzt die Sonne an.

`O, wie ist der Tiefsinn hoch!`
Also ... weiterlesen


Lied beim Segeln

Paul Scheerbart zum Angebinde

Jetzt ist kein Hafen mehr in Sicht,
die Welle stürzt schon breiter,
die Segel brüsten sich im Licht:
jetzt, Jungs, wirds heiter!
... weiterlesen


Venus Metaphysica

Plötzlich sah ich draußen das Feld
ganz von magischem Licht erhellt.
Durch die äußersten Straßen von Berlin
schien dies Licht mich ins Freie zu ziehn,
ich mußte nur ... weiterlesen


Erleuchtung

Plötzlich thut, was dunkel war,
dir sich grund und offenbar;
und dann kannst du nicht verstehen,
daß du sonst es nicht gesehen.

Aus dem Grund der Welt durch ... weiterlesen


Grüße!!!

Postkarte von und an Arno Bolz.

Drei Ausrufungzeichen und `Lieber Freund` -
hat er das blos so hingemeint?
Er ist doch sonst nicht von der Sorte,
die Jedem gleich ... weiterlesen


Vor Sonnenaufgang

Propheten, der Sonne, der Morgen graut!
Was säumt ihr den Erdrand wie Nebelscheuchen
und beklagt euch über die Nachtdünste?
Hört doch die Hähne: sie krähn in die ... weiterlesen


Ballnacht

Prunkende Klänge,
Tanz und Geflirre.
Stumm im Gedränge
steh ich und irre.
Steh ich und starre, suche nach dir,
und weiß und weiß doch, du bist nicht hier.
... weiterlesen


Venus Heroica

Psalm an den Geist.

Bleibe dir heilig, Geist:
Herr deiner Seele!
Ein fremder Schein beirrt dich noch:
was spähst du nach Schiffen im Nebel,
von Andern ... weiterlesen


Die neue Würde

Richard Luksch zur Erinnerung

Ein Künstler war deutscher Professor geworden,
mit der Aussicht auf weitere Ämter, Titel und Orden.
Und weil er von Natur ein Bildhauer ... weiterlesen


Jesus bettelt

Schenk mir deinen goldnen Kamm;
jeder Morgen soll dich mahnen,
daß du mir die Haare küßtest.
Schenk mir deinen seidnen Schwamm;
jeden Abend will ich ahnen,
wem ... weiterlesen


Wen’s trifft

Schicksal hämmert mit blinden Schlägen:
Wachs bleibt Wachs, Gold läßt sich prägen,
Eisen wird Stahl, Glas zerspringt -
springt an hundert eiserne Türen,
keine Klinke ... weiterlesen


Wens trifft

Schicksal hämmert mit blinden Schlägen:
Wachs bleibt Wachs, Gold läßt sich prägen,
Eisen wird Stahl, Glas zerspringt,
springt an hundert eiserne Thüren,
keine Klinke ... weiterlesen


Wiegenlied für meinen Jungen

Schlaf, mein Küken - Racker, schlafe!
Kuck: im Spiegel stehn zwei Schafe,
bläkt ein großes, mäkt ein kleines,
und das kleine, das ist meines!
      ... weiterlesen


Ungleiche Geschwister

Schlauheit erwägt das Schlechte,
Klugheit das Rechte,
Weisheit die Mächte.

Schlauheit fristet sich hin,
Klugheit bringt Gewinn,
Weisheit schenkt dem Leben Sinn.


Ungleiche Geschwister

Schlauheit erwägt das Schlechte,
Klugheit des Rechte,
Weisheit die Mächte.

Schlauheit fristet sich hin,
Klugheit bringt Gewinn,
Weisheit schenkt dem Leben Sinn.


Den Querköpfen

Schließ nur klüglich deine Höhle!
Ist die Welt auch weit und kalt,
Sonne findet schon den Spalt
in die unverschlossne Seele.

Ich bin dumm! sprach Hans ... weiterlesen


Entbietung

Schmück dir das Haar mit wildem Mohn,
die Nacht ist da;
all ihre Sterne glühen schon.
All ihre Sterne glühn heut Dir,
du weißt es ja:
all ihre Sterne glühn in ... weiterlesen


Entbietung

Schmück dir das Haar mit wildem Mohn,
die Nacht ist da
all ihre Sterne glühen schon.
All ihre Sterne glühn heut Dir!
du weißt es ja:
all ihre Sterne glühn in ... weiterlesen


Himmelfahrt

Schwebst du nieder aus den Weiten,
Nacht mit deinem Silberkranz?
Hebt in deine Ewigkeiten
mich des Dunkels milder Glanz?

Als ob Augen liebend winken:
alle ... weiterlesen


Verklärung

Schwer sind dir die grauen Tage?
Seele, komm: ich nehm dich ganz,
wie du willst, du liebe Plage!
Horch, der Regen rauscht wie Tanz,
und die Windsbraut singt und geigt:
... weiterlesen


Adlerschrei

Schwere Tage schwanden,
seit ich zu dir stieß,
all im Flug bestanden,
von den Hügellanden
her durch Stürme auf dies Bergverlies.

Mit erprobten ... weiterlesen


Weihnacht im Krankenhaus

Schönen guten Abend, ihr im Leidensgewand;
neue frohe Botschaft hört aus Gnadenland!
Wir haben lang gesucht nach einem heilsamen Sterne,
bis er sich finden ließ in seiner ... weiterlesen


Gebet im Flugschiff

Schöpfer Geist, unbegreiflicher,
der du Wesen ersinnst, die Gestalt annehmen,
grausig gütiger du,
denn jedes lebt vom Tod vieler ändern,
Götter wie Menschen,
... weiterlesen


Morgenandacht

Sehnsucht hat mich früh geweckt;
wo die alten Eichen rauschen,
hier am Waldrand hingestreckt,
will ich Dich, Natur, belauschen.

Jeder Halm ist wie erwacht;
... weiterlesen


Ein bengalisches Licht

Seht, das Dunkel scheint zu blühen!
Ja, die trübe Nacht errötet;
und die Finsternisse tötet
sacht ein schmachtendes Erglühen.

Nebel, die, durch Schatten ... weiterlesen


Jetzt und immer

Seit wann du mein - ich weiß es nicht;
was weiß das Herz von eit und Raum!
Mir ist, als wär’s gestern erst,
daß du erfülltest meinen Traum,

mir ist, als ... weiterlesen


Schneeglöckchen

Sie ist erwacht,
des Winters einzige Blume.
In Tod und Nacht
träumte die stumme
Botin des Frühlings
von Licht und Leben.

Wie sie sich heben
... weiterlesen


Drama

Sie ist nur durch mein Zimmer gegangen
und hat mir nur ihr Schicksal erzählt,
und ich habe sie mit Trost gequält
und saß und starb fast vor Verlangen.

Sie hat ... weiterlesen


Nach einem Regen

Sieh, der Himmel wird blau;
die Schwalben jagen sich
wie Fische über den nassen Birken.
Und du willst weinen?

In deiner Seele werden bald
die blanken ... weiterlesen


Hoch in der Frühe

Sieh, wie wir zu den Sternen aufsteigen!
Unsern glückstrahlenden Augen
leuchtet der Schnee der Gebirge,
bald blitzt dort unten die Sonne durch.
O! Schon röten sich ... weiterlesen


Ein Stelldichein

So war`s auch damals schon. So lautlos
verhing die dumpfe Luft das Land,
und unterm Dach der Trauerbuche
verfingen sich am Gartenrand
die Blütendünste des Hollunders;
... weiterlesen


Zur Genesung

Steh auf, steh auf vom Meeresschooß!
guten Morgen!
ich will dich selig machen!
Hörst du die Walfische lachen?
hörst du das Weltkonzert schallen?
Komm, kletter ... weiterlesen


Blick ins Licht

Still von Baum zu Bäumen schaukeln
meinen Kahn die Uferwellen;
märchenblütenblau umgaukeln
meine Fahrt die Schilflibellen,
Schatten küssen den Boden der Flut.
... weiterlesen


Nacht für Nacht

Still, es ist ein Tag verflossen,
deine Augen sind geschlossen,
deine Hände, schwer wie Blei,
liegen dir so drückend ferne,
um dein Bette schweben Sterne,
dicht ... weiterlesen


Das Erwachen

Stille füllt die flimmernde Rotunde;
aus den Marmorsäulen
blickt die Mittagsglut.
Götterbilder leuchten,
und ein Mädchen ruht
auf den Stufen mit verträumtem ... weiterlesen


Inhalt der Kunst

Suchst du im Bild nach allen Zügen
des Lebens, wird dir keins genügen.
Das eben ist es: weil’s nicht Leben,
kann dein Gefühl ihm Leben geben.

Das Leben läßt ... weiterlesen


Im Fluge

Tanz in Eines flocht, o Gott, der Tanz
unsre bang beseligten Gestalten,
und ich sah, ihr schweres Haar war ganz
von dem einen Silberpfeil gehalten.

Und da hob sich ... weiterlesen


Die Reise

Tipp, tapp, Stuhlbein,
hüh, du sollst mein Pferdchen sein!
Klipp, klapp, Hutsche,
du bist meine Kutsche,
wutsch!

Wipp, wapp, zu langsam,
hott, wir ... weiterlesen


Jesus der Künstler

Traum eines Armen.

So war`s. So stand ich: dumpf, doch fühlend: stumm:
im roten Saal, reglos, in dunkler Ecke:
dumpf, starr und fühlend: schwer: Stein unter Steinen:
... weiterlesen


Knecht Ruprecht und die Christfee

treten in die Weihnachtsstube.

            Ruprecht

wendet sich an die Kleinen:

Ich bin der alte Weihnachtsmann,
ich ... weiterlesen


Lied im Winter

Trüb sucht dein Blick: wann wird sie wieder blühn?
Die harte Erde läßt mit kaltem Schweigen
die Wipfel in den klaren Himmel zeigen
um die verschneite Bank im Wald,
auf ... weiterlesen


Träume, träume, du mein süßes Leben

Träume, träume, du mein süßes Leben,
Von dem Himmel, der die Blumen bringt.
Blüten schimmern da, die leben
Von dem Lied, das deine Mutter singt.

Träume, ... weiterlesen


Venus Mater

Träume, träume, du mein süßes Leben,
von dem Himmel, der die Blüten bringt;
Blumen winken da, die beben
von dem Lied, das deine Mutter singt ...

Träume, ... weiterlesen


Vor Ostern

Ueber frei Feld, mein Hund und ich,
die Frühlingsluft ist dunkel,
fern staut sich ein Gewitterstrich,
mein Teckel knurrt, er fürchtet sich.
    Komm, Didel.
... weiterlesen


Ballade

Ueber Rußlands Leichenangesicht
faltet hoch die Nacht die blassen Hände;
auf das stumme, weiße, kalte Antlitz
funkeläugig starrt die Nacht und lauscht.
Heiser kommt ... weiterlesen


Heimat

Und auch im alten Elternhause
und noch am Abend keine Ruh?
Sehnsüchtig hör` ich dem Gebrause
der hohen Pappeln draußen zu.

Und höre sacht die Thüre ... weiterlesen


Und dennoch!

Und bist vom auserwählten Stamm
und liebst dein Volk und uralt Blut,
und fast wie Haß ist deine Glut
für deinen schwer gequälten Stamm;

und träumst von euerm ... weiterlesen


Geständnis

Und daß ich deiner ganz vergessen
in einem trüben Augenblick,
in wüster Laune mich vermessen,
zu scheiden dein und mein Geschick:
kannst du’s verzeihn?

... weiterlesen


Nur

Und der Abschied war kein Ende,
und mein Blick bewegte dich;
und es war, als legte sich
still dein Herz in meine Hände ...

Aber wenn du wiederkehrst,
will ... weiterlesen


Das Menschliche

Und doch, und doch, du stolzes Kind,
viel stolzer fühlt mein kleines Lied,
das kindlich vor dir niederkniet
und fromm beginnt:
Wärst du im Ehrenkleide
der Hohen ... weiterlesen


Berückung

Und du kamest in mein Haus,
kamst mit deinen schwarzen Blicken;
sah ich ferne Palmen nicken,
und du gabst mir deinen Strauß.

Gabst die zitternden Narzissen,
... weiterlesen


Gieb mir!

Und du kamest in mein Haus,
kamst mit deinen schwarzen Blicken;
sah ich still die Palmen nicken,
und du gabst mir deinen Strauß.

Gabst die zitternden ... weiterlesen


Venus Vita

Und einen Feldweg, und um Morgengrauen,
    die kahlen Bäume stehen da wie tot,
    ich aber wandre, ohne aufzuschauen.
Ich fühle eine Furcht; und Regen ... weiterlesen


Nachruf an Nietzsche

Und es kam die Zeit,

daß Zarathustra abermals
aus seiner Höhle niederstieg vom Berge;
und viel Volkes
küßte seine Spuren.
Der Jünger aber, der ihn ... weiterlesen


Durch die Nacht

Und immer Du, dies dunkle Du,
und durch die Nacht dies hohle Sausen;
die Telegraphendrähte brausen,
ich schreite meiner Heimat zu.

Und Schritt für Schritt dies ... weiterlesen


Durch die Nacht

Und immer Du, dies dunkle Du,
und durch die Nacht dies hohle Sausen;
die Telegraphendrähte brausen,
ich schreite meiner Heimat zu.

Und Schritt für Schritt dies ... weiterlesen


Venus Pandemos

Und jenes letzte Mal. Im Nachtcafé
der Vorstadt wieder, müde vom Geruch
der schwülen Sofaplüsche und des Punsches,
der vor mir glühte, und vom Frauendunst
der ... weiterlesen


Abschied ohn End

Und so muß ich dich nun doch beschwören,
flieh! Ja, flieh mich,
mich!
Ich: hier, sieh mich:
ich
weiß, ich will und würde dich betören,
und du darfst, du ... weiterlesen


Der Wunschgeist

Und wieder saß ich spät mit mir allein,
im Lichtkreis meiner Lampe, Ausgeburten
sehnsüchtiger Not durchs Hirn vom Herzen wälzend
und wußte nichts von mir; ein krasser ... weiterlesen


Störung

Und wir gingen still im tiefen Schnee,
still mit unserm tiefen Glück,
gingen wie auf Blüten,
als die arme Alte
uns anbettelte.
Und du sahst wol nicht,
als ... weiterlesen


Die Harfe

Unruhig steht der hohe Kiefernforst,
die Wolken wälzen sich von Ost nach Westen,
lautlos und hastig ziehn die Krähn zu Horst,
dumpf tönt die Waldung aus den braunen Aesten,
... weiterlesen


Der brave Strubel

Unser Hofhund, Strubel heißt er,
ist gar lobesam;
nur die Ruhestörer beißt er,
denen ist er gram.

Ach, er liefe gern den Katzen
durch den Garten nach;
... weiterlesen


Unterm jungen Birnbaum

Unterm jungen Birnbaum standest du.
An die ersten kleinen grünen Früchte
rührtest du entzückt mit zartem Finger;
letzte Blüten wehten um dich nieder.

Unterm ... weiterlesen


Furchtbar schlimm

Vater, Vater, der Weihnachtsmann!
Eben hat er ganz laut geblasen,
viel lauter als der Postwagenmann.
Er ist gleich wieder weitergegangen,
und hat zwei furchtbar lange ... weiterlesen


Den Schreihälsen

Verdammte Liebe! schimpft Hans Aff,
dem seine Liebschaft schlecht bekam.
Verfluchte Lust! stöhnt Christian Pfaff,
der sich in Wollust übernahm.
Herr, schenke diesen ... weiterlesen


Einem Kathederhelden

Verehrter Gönner! Eben wird mir kund,
welch eine Null ich bin Für Euer Gnaden.
Was schreit Ihr so?  Ich bin, weiß Gott, kein Hund,
der lüstern ist auf ... weiterlesen


Denkzettel für den verehrten Leser

Verehrter Leser!  Mensch! ich beschwör dich:
lies mich richtig, Mensch, oder scher dich!
Nämlich das Lesen von Gedichten
ist zwar sehr einfach zu verrichten,
aber ... weiterlesen


Verehrter Leser!

Verehrter Leser, Mensch, ich beschwör dich:
lies mich richtig, Mensch - oder scher dich!
Nämlich das Lesen von Gedichten
ist zwar sehr einfach zu verrichten,
aber grade ... weiterlesen


Vergißmeinnicht

Vergißmeinnicht in einer Waffenschmiede -
was haben die hier zu tun?
Sollte heimlich der Friede
hinterm Hause am Bache ruhn?

Dumpf fallen die Hämmer in hartem ... weiterlesen


Lied der Gehenkten

Villon`s Epitaph,
als er nebst Etlichen zum Galgen verurteilt war.

O Mensch, o Bruder, machst du hier einst Rast,
verhärte nicht dein Herz vor unsrer Pein;
denn ... weiterlesen


Fachmenschen

Virtuosen von Fach:
die schöneren äffen Stile nach,
während die mehr wahren
einen eignen Unstil offenbaren.

Dilettanten von Fach:
die blöden beten der ... weiterlesen


Fachmenschen

Virtuosen von Fach:
die schöneren äffen Stile nach,
während die mehr wahren
einen eignen Unstil offenbaren.

Dilettanten von Fach:
die blöden beten der ... weiterlesen


Ein Blütenblatt

Von deinen Tulpen fiel das erste Blatt.
Es liegt am Fuß der stolz geschwungnen Vase
und lehnt sich auf am gletscherblauen Glase,
und drüber flammt der Strauß mit dreizehn ... weiterlesen


Das Perlgewebe

Von Ida Dehmel

Ich sitze dunkle Frau in meinem Zimmer,
stille, dunkle, große Frau.
Weiß ist das Zimmer, weit seine Wände;
weiß ist mein Kleid, mein Webstuhl ... weiterlesen


Unterwegs

Vor meinem Lager liegt der helle
Mondschein auf der Diele.
Mir war, als fiele
auf die Schwelle
das Frühlicht schon;
mein Auge zweifelt noch.

Und ich ... weiterlesen


Entweihung

Wage selber kaum verstohlen
deinen Namen mir zu stammeln;
ist mir immer doch, die Menschen
müßten sich zur Andacht sammeln.

Und ich muß es höflich leiden,
... weiterlesen


Warnungstafel

Wahrheit hat viel üble Paten.
Mancher zeigt gern seine Schwächen;
laß dich nicht dadurch bestechen!
Die Lügner, die sich selbst verraten,
sind die dümmsten
... weiterlesen


Morgenländisches Preislied

Walter Tiemann zur Erinnerung

O Schehresade, Fee der Nacht,
in der die Wunderschelle klingt,
o Fee, welch Lied ist hold genug,
die hohe Wonne anzustimmen,
... weiterlesen


Nächtliche Frage

Was bebt und bangt so wehe
mein Herz empor,
wenn ich dort oben sehe
der- Sterne Chor?

Wie freie Seelen winken,
so bannt den Blick
ihr wandelbares ... weiterlesen


Lied vor Tag

Was bewegt dich, stiller Himmel?
Was beschwingt die schweren Wolken?
Herz, wie kommt die helle Höhe
übers tiefgraue Meer?

Durch die Wolken schwebt ein Vogel,
... weiterlesen


Kunst und Leben

Was in unser Leben fiel,
schwer wird leichter, fremd wird eigen,
rostig will es wieder steigen,
Will zurück zum Lebensreigen,
und so wird’s ein Fest, ein Spiel.
... weiterlesen


Schicksalsworte

Was ist dein Loos?  Das Mensehenloos.
Das Menschenloos ist immer groß.
Es ist, o Mensch, der Weltenschooß.

Wenn du auch irrst
auf den Bergen des ... weiterlesen


Die Illusion

Was ist die Freude, das Glück, das Leben
ohne den Traum von Hoffnung und von Ruhm!
Eine Straße, endlos, öd, uneben:
immer müder wird dein Pilgertum.

Gieb mir ... weiterlesen


Werksprüche

Was Natur in trüben Bächen
still durch Tier und Menschheit gießt,

Dichtermund wills heilig sprechen,
bis es klar zur Gottheit fließt.

Echo von der ... weiterlesen


Das Eine

Was sind Worte, was sind Töne,
all dein Jubeln, all dein Klagen,
all dies meereswogenschöne
unstillbare laute Fragen -
rauscht es nicht im Grunde leise,
Seele, ... weiterlesen


Pro Domo

Was will da Beifall, was Geschelt!
Ob Manneswerk, ob Jünglingsbuch:
der Künstler ist so alt wie die Welt,
das ist sein Segen, das ist sein Fluch.
Wo er geirrt als junger ... weiterlesen


Meeraugen

Was will in deinen Augen mir
dies dunkelvolle, fremde Weh,
so still und sehr?
so tief und schwer
wie Stürme, die Ruhe suchten
im Schooß der grauen See.

... weiterlesen


Reinertrag

Was wir sammeln, was wir speichern,
mag`s die Erben noch bereichern,
            einst vergeht`s.
Nur der Schatz der Seelenspenden
wächst, ... weiterlesen


Weihnachtsglocken

Weihnachtsglocken, wieder, wieder
sänftigt und bestürmt ihr mich.
Kommt, o kommt, ihr hohen Lieder,
nehmt mich, überwältigt mich!

Daß ich in die Knie ... weiterlesen


Der Frühlingskasper

Weil nun wieder Frühling ist,
Leute,
streu ich butterblumengelber Kasper
lachend
lauter lilablaue Asternblüten
hei ins helle Feld!

Lilablaue ... weiterlesen


Juchzer

Weil nun wieder Frühling ist,
Leute,
streu ich butterblumengelber Kasper
lachend
lauter lilablaue Asternblüten
hei ins helle Feld!

Lilablaue ... weiterlesen


Wirrsal

Weine nicht, mein treues Weib!
Jene Andre, die mich auch liebt,
die beglückt wol meinen Leib,
aber Du hast meine ganze Seele.

Und du bist ihr nicht verhaßt.
... weiterlesen


Narzissen

Weißt du noch, wie weiß, wie bleich
in den Maiendämmerungen,
wenn du meinen Hals umschlungen,
wenn ich dich ans Herz gerissen,
um uns schwankten die Narzissen?
... weiterlesen


In majorem gloriam

Wenn die Bratenbarden leiern,
wenn die Schwätzer Vivat schrein,
gönn es ihnen, Feste zu feiern,
Künstler, mach dich nur nicht mit gemein!

Deinem Werk gebührt ... weiterlesen


Manche Nacht

Wenn die Felder sich verdunkeln,
fühl` ich, wird mein Auge heller,
schon versucht ein Stern zu funkeln
und die Grillen klingen schneller,

jeder Laut wird ... weiterlesen


Übermacht

Wenn du fliehn willst, flieh, du kannst es noch,
bald ist es auch für Dich zu spät.
Denn siehst du: Ich, ich brenne nach dir
mit einer Kraft, die mich schwach macht,
... weiterlesen


Notabene

Wenn man nur dein Bestes ehrt,
bist du noch nichts Bessers wert.

Kopf hoch, Beine breit!
Alles Andre macht die Zeit.

Man steigt auf Berge nicht mit einem ... weiterlesen


Ehre

Wer meinen Rock bespeit,
hat ihn auch abzulecken;
wer meinen Ruf entweiht,
macht nur die Luft voll Flecken.

Die Luft, in der du treibst,
ist bald nicht mehr ... weiterlesen


Radlers Seligkeit

Wer niemals fühlte per Pedal,
dem ist die Welt ein Jammertal!
Ich radle, radle, radle.

Wie herrlich lang war die Chaussee!
Gleich kommt das achte Feld voll ... weiterlesen


Bann

Wie aus dem Schilf die Wasserfee
tauchtest du winkend aus der Schaar
der Andern um uns zu mir her
mit deinem langen schwarzen Haar
und deinem fernen Augenpaar.

... weiterlesen


Tiefe Gefahr

Wie bewegte Himmelreiche
suchten mich die klaren Quellen
deiner Blicke aufzuhellen.
Und mir tauchte aus den Wellen
meine Unschuld auf: als Leiche.

Und im ... weiterlesen


Lobgesang

Wie das Meer
ist die Liebe:
unerschöpflich,
unergründlich,
unermeßlich:
Woge zu Woge
stürzend gehoben,
Woge in Woge
wachsend ... weiterlesen


Kunstgenuß

Wie man würdig Kunst empfängt?
Wenn man würdigt, was sie schenkt!

Nimm, vernimm, und frag nicht viel,
tiefster Ernst wird höchstes Spiel;
sieh nur, mit dem ... weiterlesen


Läuterung

Wie mit zauberischen Händen
greifen Träume in mein Leben,
will ein Altes sich vollenden,
will ein Neues sich begeben ...

Eine Flamme sah ich lodern
hoch ... weiterlesen


Getroffen

Wieder! da kommt sie durchs Gewimmel.
An ihrem Busen, in der Rechten,
wie Nachtgewölke ruhn am Himmel,
die aufgerafften dunklen Flechten

bestricken meinen Blick ... weiterlesen


Stimme von oben

Willst du von Gott neue Wunderzeichen,
            arbeite!
Willst du alten Göttern wunderlos gleichen,
            ... weiterlesen


Der Arbeitsmann

Wir haben ein Bett, wir haben ein Kind,
mein Weib!
Wir haben auch Arbeit, und gar zuzweit,
und haben die Sonne und Regen und Wind,
und uns fehlt nur eine Kleinigkeit,
... weiterlesen


Eine gantz neu Schelmweys

Wir Schelmbe sind ein feinen hauff,
da kann kein HErrgott wider auf;
die Welt ist voll von Unsern Preiß,
seit Adam stahl im Paradeys.
Hosianna!

Uns bleibt ... weiterlesen


Bergarbeiterlied

Wir tragen alle ein Licht durch die Nacht,
        unter Tag.
Wir träumen von unerschöpflicher Pracht,
        über Tag.
Wir ... weiterlesen


Über den Sümpfen

Wo wohnst du nur, du dunkler Laut,
du Laut der Gruft?
Was rinnt und raunt durch Schilf und Duft
und glüht wie Augen durch die Luft,
durch Rohr und Kraut ...

... weiterlesen


Oben und Unten

Über die grauen Dächer weg,
hoch hier oben,
durch die langen roten Nelken,
die vor meinem offnen Fenster
leise zwischen mir
und dem blauen Abendhimmel ... weiterlesen


Überraschung

Über die grauen Dächer weg,
hoch hier oben,
durch die langen roten Nelken,
die vor meinem offnen Fenster
leise zwischen mir
und dem blauen Abendhimmel ... weiterlesen


Über frei Feld

Über frei Feld, mein Hund und ich;
die Frühlingsluft ist dunkel.
Fern staut sich ein Gewitterstrich;
mein Teckel knurrt, er fürchtet sich.
      Komm, ... weiterlesen


Anno Domini 1812

Über Rußlands Leichenwüstenei
faltet hoch die Nacht die blassen Hände;
funkeläugig durch die weiße, weite,
kalte Stille starrt die Nacht und lauscht.
Schrill kommt ... weiterlesen


Aufblick

Über unsre Liebe hängt
eine tiefe Trauerweide.
Nacht und Schatten um uns beide;
unsre Stirnen sind gesenkt.

Wortlos sitzen wir im Dunkeln;
einstmals ... weiterlesen


Nächtliche Scheu

Zaghaft vom Gewölk ins Land
fließt des Lichtes Flut
aus des Mondes bleicher Hand,
dämpft mir alle Glut.

Ein verirrter Schimmer schwebt
durch den Wald zum ... weiterlesen


Sternzauber

Ziehst du nieder aus den Weiten,
Nacht, mit deinem Silberkranz?
Zieht in deine Ewigkeiten
mich des Dunkels milder Glanz?

Als ob Augen liebend winken:
alle ... weiterlesen


Deine Nähe

Zitternd bin ich aufgesprungen,
glühend, mit dem Tageslichte,
dir zu singen die Gedichte,
die ich dir im Traum gesungen.

Nie ertönte Wunderklänge,
... weiterlesen


Der letzte Traum

Zum Gedenken an Detlev v. Liliencron

Es war am sechsten Abend, und Gott sprach:
Alles ist gut geworden. Alles. Nur
der Mensch: was ist der Mensch? Er träumt wie Ich.
... weiterlesen


Der letzte Traum

Zum Gedenken an Detlev von Liliencron

Es war am sechsten Abend, und Gott sprach:
Alles ist gut geworden. Alles. Nur
der Mensch: was ist der Mensch? Er träumt wie Ich.
... weiterlesen


Verklärte Nacht

Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten Hain;
der Mond läuft mit, sie schaun hinein.
Der Mond läuft über hohe Eichen,
kein Wölkchen trübt das Himmelslicht,
in das die ... weiterlesen


Venus Sapiens

Zwielicht ... Sterbend hängt die scharfe
Zunge aus dem Lästermaul.
Sieh, nun weint dein König Saul,
und dein David singt zur Harfe.
Alle Kleider sind zerrissen,
... weiterlesen


Welt und Zeit

`Die alte Welt verdumpft, vergreist,
Zum welken Lüstling schrumpft ihr Geist,
Zur Vettel ihre Sinnlichkeit,
Nun zeugen wir die neue Zeit.
Geboren wird die neue Zeit,
... weiterlesen


Zweierlei Treiben

`Dir selbst entrinnen:
wohin und wie?
Kommst nie von hinnen,
zum Ziele nie.

.Laß dich doch gehen,
laß dich treiben;
lerne dich drehen,
lern ... weiterlesen


Vermählung

`Ich möchte die Flamme umarmen.`
Aus schwerem Schlaf
in stiller Nacht
weckte mich dies Wort;
ich weiß nicht, wer es sprach;
Stimme, wer bist du?

... weiterlesen


Der Pirat - II.

`Kaum schrein vom Mars die Jungen:
            Schiff in Sicht!
rennt`s schon mit vollen Lungen,
hoi alle Segel breit, Fersengeldsegel,
rennt ... weiterlesen


Antwort

`Lieber kein Glück, nur lauter sein,
Nur keinen Schritt abseits vom Recht,
Nur keine Schuld, lieber kein Glück -
O Gott, ich stürbe, würd` ich schlecht!`
Hedwig.
... weiterlesen


Ein Brandbrief

`Schöne und geliebte Dame` -
wenn die Kühnheit uns erlaubt ist;
oder,wenn sie nicht erlaubt ist,
`Gnädiges, verehrtes Fräulein` -
hehre Schwester in Apoll!

... weiterlesen


Venus Ouvertuere 2

»Ein Jeder lernt nur, was er lernen kann,
»Vergebens daß ihr wissenschaftlich schweift;
»Doch wer den Augenblick ergreift« -
man horchte auf - »das ist der rechte Mann.
... weiterlesen


Venus Mystica

»Ich möchte die Flamme umarmen!«
Aus schwerem Schlaf
in stiller Nacht
weckte mich dies Wort;
ich weiß nicht, wer es sprach;
Stimme, wer bist du?

... weiterlesen



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