A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Richard Dehmel


Märzlied

     
      Im März, da
gruneln die Dornen am Zaun.  
          Im
März, da fängt der Fuchs an zu
rauhn.    

... weiterlesen

Anzeigen



Freund Husch

    Husch,
husch, husch,     ich
schlüpfe aus dem Busch. Ich stecke
mein Laternchen an, ich zünde und die
Sternchen an,     husch,
husch.

... weiterlesen


Das Trinklied

    Noch eine
Stunde, dann ist Nacht;    
trinkt, bis die Seele
überläuft,     Wein her,
trinkt!     Seht doch, wie
rot die Sonne lacht, &nb

... weiterlesen


Venus Socia

- Kaffee, Branntwein,
Bier - im Spelunkenrevier, und ein
Lied scholl rührend durch die
Thür; und das sangen und spielten die
traurigen Vier, ein Vater mit seinen
drei Töchtern.

... weiterlesen


Das Spiel der Welt

1. Dialog: Die Seele
sprach zur Welt: Du machst dich viel zu
wichtig. Dein Spiel ist ohne mich im
Grunde null und nichtig. Zur Seele
sprach die Welt: Das ist im

... weiterlesen


Kringelreime

1. Kinder, kommt,
verzählt euch nicht, still, wir wollen
sehen, wer die letzte Silbe krigt, der
muß suchen gehen.     Suche,
suche, warte noch, &nbs

... weiterlesen


Natur und Sehnsucht

1. Schlaflos lieg`
ich, wie im Fieber starr` ich in die
Schatten hin, ob mir eben nicht ihr
lieber Augenstrahl erglänzte
drin, ob nicht solche Grüße
brächt

... weiterlesen


Leitsprüche

1. Lebe mit Zweck, wirf
dich nicht weg, gieb dich den Andern
hin mit Eignem Sinn! 2. Lern in
der Zeit dein Urbild finden, Kunst geht
dem Leben Ha

... weiterlesen


Böser Traum

Was kannst du gegen
Träume, Mensch, die tückisch selbst
auch den Männlichsten mit
Engelshänden oder mit Teufelsfäusten
in den Himmel samt Hölle seines
Kinderglaubens führen?

... weiterlesen


Toilette

Aber komm mir nicht im
langen Kleid, komm gelaufen, daß die
Funken stieben, beide Arme offen und
bereit! Auf mein Schloß führt keine
Galatreppe, über Berge geht`s, reiß
ab die S

... weiterlesen


Empfang

Aber komm wir nicht im
langen Kleid! komm gelaufen, daß die
Funken stieben, beide Arme offen und
bereit! Auf mein Schloß führt keine
Galatreppe; über Berge geht’s, reiß
ab die

... weiterlesen


Venus Mamma

Aber nicht wieder! Nein,
nie wieder! Ja, du wolltest mich
beglücken: wie sie an dein Fleisch
sich drücken, diese hilflos kleinen
Glieder. Aber mir diese Lust
beschauen, ist

... weiterlesen


Venus Nutrix

Aber nicht wieder! nein,
nie wieder! Ja, du wolltest mich
beglücken: wie sie an dein Fleisch
sich drücken, diese kleinen nackten
Glieder.        
Aber mir diese

... weiterlesen


Im Traume

Ach, aus Träumen fahr
ich! In die graue Luft, in die kalte,
starr` ich. Ach, dein Samum war
ich, du mein Ambraduft! Durch die
helle Wüste glühtest du dahin,

... weiterlesen


Kumpaney

Ain Herr Laus, ein Floh
und eine Wanze setzten sich an meinen
Tisch. Sprach der Floh: Brüderchen,
tanze! hoppla! frisch! Sprach ich
bald: Ich kann nicht tanzen so
wie

... weiterlesen


Dichterschicksal

Alfons Paquet zum
Andenken Eine heilige Dichtung
vernahm ich: von einem Diener, der
willig sich opfert der herrischen Zucht
eines Heldengeschlechtes, wie der
Urwaldbaum sich

... weiterlesen


Aeonische Stunde

Alfred Mombert zu
Ehren Du himmlischer Zecher! Noch
ein Tropfen Schwermut in meinem
Glase, noch eine Träne wild in meinem
Herzen, glühte, glänzte, doch du
sangst, d

... weiterlesen


Äonische Stunde

Alfred Mombert zu
Ehren Du himmlischer Zecher! Noch
einen Tropfen Schwermut in meinem
Glase, noch eine Träne wild in meinem
Herzen, glühte, glänzte, doch du
sangst,

... weiterlesen


Pflicht

Alle Frucht der Welt
ist nur des Keims Gewand,
    lockre das Land,
auf das dein Same fällt.
    Die tauben Blüten
    laß Gott behüten.
Venus Genetrix

Aller Wunder
wundersamstes, länger trug`s die Seele
nicht. Ihre großen Thränen
strömten über dein und mein
Gesicht. `Nur für dich!` ein Flehn,
ein Stammeln schlu

... weiterlesen


Heidnischer Glaube

Als der kindliche Mensch
noch seinen Träumen vertraute und dem
luftigen Raum luftige Wesen ersann, als
sein Sehnen die Freiheit, die keinem
Irdischen glückte, einem himmlischen
Volk schen

... weiterlesen


Aufstieg

Als Engel durch die
Finsternis, so wollten wir zu höhern
Sonnen; doch hab` ich dich erst ganz
gewonnen, als Gott uns aus dem Traume
riß. Blau fuhr sein Blitzstral durch
die

... weiterlesen


Das Wunderblümlein

Altes Weihnachtslied
ergänzt. Uns ist ein` Ros`
entsprungen aus einer Wurzel zart; wie
uns die Alten sungen, von Jesse kam die
Art; und hat ein Blümlein
bracht

... weiterlesen


Der Herr der Liebe

An Jeden, der mit edlem
Geist dem Bunde der Himmelsmächte
dient in Erdentalen und willig dartut,
was sie anbefahlen, ergeht vom Geist
der Liebe meine Kunde. Es war zur
Nacht

... weiterlesen


Mädchenfrühling

Aprilwind; alle Knospen
sind schon aufgesprossen, es sprießt
der Grund, und sein Mund bleibt so
verschlossen? Maisonnenregen; alle
Blumen langen,

... weiterlesen


Zechers Nachtfeier

auch das Weinblumenlied
genannt Kurt Hezel zum
Angebinde Freunde, mein Glas ist
leer. Nur noch ein goldner Tropfen am
Grunde spiegelt schwank eure
Tafelrunde,

... weiterlesen


Indianischer Wiegengesang

Auf dem Flusse
Jukon streift der Wind; und mein
Hausherr jagt das Renntier auf den
Bergen Boojukon. Xami, Xami: schlaf,
mein Kind, schlaf, mein Kleiner,
schlafe.

... weiterlesen


Der Tiefsinn

Auf einer Pappelspitze
sitzt ein Mann in Unterhosen, streut
Rosen und seufzt die Sonne an. `O,
wie ist der Tiefsinn hoch!` Also hört
ich Etwas munkeln, das da

... weiterlesen


Die Schaukel

Auf meiner Schaukel in
die Höh, was kann es Schöneres
geben! So hoch, so weit: die ganze
Chaussee und alle Häuser
schweben. Weit über die Gärten
hoch, juchhee, ic

... weiterlesen


Die Schöpferhand

August Rodin zu
Ehren Chaos bedrängte dich, du
Geist: Sturzwelt: roh Erz, plumpes
Gestein, wüst stiebender
Sand: empörte dich in alle Fibern zum
Widerstand, und durch die

... weiterlesen


Büßende Liebe

Aus deinen grauen Augen
droht, mir so vertraut, wie ein
erstarrter Klagelaut mit bleichen
Zügen ein Verbot; ich weiß, auch du
... Du warst einst Braut. Das hat in
de

... weiterlesen


Erwartung

Aus dem meergrünen
Teiche neben der roten Villa unter der
toten Eiche scheint der Mond. Wo ihr
dunkles Abbild durch das Wasser
greift, steht ein Mann und strei

... weiterlesen


Stoßgebete

Aus der Enge in die
Weite drängt die Seele, lockt das
Leben. O entfalte, Herz, dein
Streben, eh’s der Tod ins All
befreite! Neue Gefühle: neue
Ziele: neue R

... weiterlesen


Tief von fern

Aus des Abends weißen
Wogen taucht ein Stern; tief von
fern kommt der blasse Mond
gezogen. Tief von fern aus des
Morgens grauen Wogen langt der große
blasse B

... weiterlesen


Venus Madonna

Aus Mannesadel wächst
des Weibes Tugend; er träumt ein Ziel,
sie soll es ihm gebären. Des Griechen
Schönheitsinbrunst sah die
Sphären beherrscht von Aphroditens
Reiz und Jugend;

... weiterlesen


Ballade vom Volk

Bahnhofsgewühl; am
Sperrgitter staut sich`s. Schutzleute
brüllen; und rings glotzen
tausend Tiergesichter, Hundegesichter, Fuchsgesichter,
ein Wolfsgesicht, Sc

... weiterlesen


Ballade vom Volk

Bahnhofsgewühl; am
Sperrgitter staut sich’s. Schutzleute
brüllen; und rings glotzen
tausend Tiergesichter, Hundegesichter, Fuchsgesichter,
ein Wolfsgesicht,

... weiterlesen


Vogel Greif

Ballade Mein Flieger,
mein kühner, wo gehts heut hin? `Hoch
über die Wolken, schöne
Gönnerin; höher als höchste
Alpenspitzen soll mein Fahrzeug durchs
Weltblau blitzen.

... weiterlesen


Venus Homo

Bettle nicht vor mir mit
deinen Brüsten, deinen Brüsten bin
ich kalt; tausend Jahre alt ist dein
Blick mit seinen Lüsten. Sieh mich
an, wie Du als Braut gethan: mit

... weiterlesen


Wiegenlied

Bienchen, Bienchen wiegt
sich im Sonnenschein, spielt um mein
Kindelein, summt dich in Schlummer
ein, süßes Gesicht. Spinnchen,
Spinnchen flimmert im Sonnensc

... weiterlesen


Lied der Mutter

Bienchen, Bienchen wiegt
sich im Sonnenschein, spielt um mein
Kindelein, summt dich in Schlummer
ein süßes Gesicht. Spinnchen,
Spinnchen flimmert im Sonnensch

... weiterlesen


Scheinkunst

Bild und Unbild: Bild der
Züge, aber Bild der Seele nicht, und
die Wahrheit wird zur Lüge, weil
Berechnung aus ihr spricht. Schein
statt Wesen nimmt sie
wichtig; Pun

... weiterlesen


An meine Königin

Bin ich ein König? - Als
ich Knabe war, da träumte mir von
einem goldnen Throne, von einem Volk in
heller Jubelschaar, von einem
Purpurmantel, einer Krone. Ich wurde
Jüngl

... weiterlesen


Gondelliedchen

Bitte, bitte,
Vögelchen: Schiffchen hat `n
Segelchen, segelt übers
Meer: Vögelchen, komm her! Komm und
setz dich, laß dich wiegen, warum
willst du immer fliegen, ma

... weiterlesen


Psalm an den Geist

Bleibe dir heilig,
Geist, Herr deiner Seele! Ein fremder
Rauch bezaubert dich: was sucht das
Schiff dort im Nebel, von Andern
gelenkt?! Aus deinem Leuchtturm blickst
du hinab,

... weiterlesen


Heimweh in die Welt

Blieb es doch so lang`
vor Liebe stumm; kann ich doch mein
Herz, mein Herz nicht töten. War ich
Dein, nur Dein in Glut und
Nöten; weißt warum? Weil mein Herz
so wild; weil

... weiterlesen


Vorbedeutung

Blumen hast du mir
geschickt, Flammen, gelb und rot; eine
aber war darunter, eine
wundervolle, die schien tot. Schien
vor Durst zu sterben; komm, du kannst
noch

... weiterlesen


Nebel und Schatten

Bruchstück. Nun
still, mein Schritt, im stillen
Nebelfeld! hier rührt kein Leben mehr
an meine Ruhe: hier darf ich fühlen,
daß ich einsam bin. Kein Laut; kein
Hauch; der

... weiterlesen


Venus Religio

Charfreitagsruhe. Fühlst
du`s auch: dies bange Grün und diesen
Hauch, der drüber träumt? Und
fühlst du`s, wie der
Fliederstrauch von Knospen perlt und
überschäumt?

... weiterlesen


Einst im Herbst

Conrad Ansorge zum
Andenken Durch den Wald, den ernsten
alten Wald, sprangen drei
Mädchenrangen; hatten Flammen von
Abendglanz im Haar, schwangen Zweige
mit rotem Herbstlaub

... weiterlesen


Venus Consolatrix

Da kam Stern Lucifer; und
meine Nacht erblaßte scheu vor seiner
milden Pracht. Er schien auf meine
dunkle Zimmerwand, und wie aus
unerschöpflicher Phiole durchflossen
Silberadern d

... weiterlesen


Mondnächte - I.

Damals, Seele, ja; ich
war ein Kind - und das alte Forsthaus
dumpf und eng. Und in hellen und in
dunkeln Nächten, wenn ich so am
Kammerfenster stand und die großen
Eichen schwarz e

... weiterlesen


Venus Anadyomene

Das ist die alte Stimme
wieder, aus langen Träumen jung
erwacht; sie sang die allerersten
Lieder, trunken und schüchtern, - sie
singt und lacht:      
  `Ueber

... weiterlesen


Ständchen

Das Rosenstöcklein steht
in Flor; o Gärtnerin, wie blüht`s
empor! Sie hat ihr Pförtlein
zugemacht.        
    Tiefe Nacht. Die
schönste Ro

... weiterlesen


Ein Grab

Das sind die Abende, die
bleich verfrühten. Die Georginen, die
im Sonnenscheine wie rot und gelbe
letzte Rosen glühten, stehn fahl,
Rosetten aus verfärbtem Steine. Der
Nebel klebt

... weiterlesen


Erfüllung

Daß du auch an meinem
Herzen, Herz, nur neue Sehnsucht
fühlst und dich in vergangne
Schmerzen schmerzlicher als je
verwühlst: ist das nicht Erfüllung,
Du? Wenn die

... weiterlesen


Sprüche der Zeit

Daß du über der
Zukunft nur nicht ihr stetes Dasein
vergißt! Es gibt eine Gegenwart, die
ewig ist. Lern in der Zeit dein
Urbild finden, geht dem Leben Hand in
Hand,

... weiterlesen


Menschenrecht

Dein Recht ist deine
Kraft - drum bläh dich nicht, du
stehst mit deinem Recht vorm
Weltgericht. `Was?  Weltgericht?
ein längst entkräftet Wort!` Doch
setzt die Welt das Richten krä

... weiterlesen


Ein Ewiger

Dem Gaste
Deutschlands. Ich lag in einem
dunklen Taxushain und hatte Furcht
... Im Schatten vor mir saß ein
Mann, der war wie eine
große nebelvolle Höhle, in

... weiterlesen


Stiller Gang

Der Abend graut;
Herbstfeuer brennen. Ueber den Stoppeln
geht der Rauch entzwei. Kaum ist mein
Weg noch zu erkennen. Bald kommt die
Nacht; ich muß mich trennen Ein Käfer
surrt an m

... weiterlesen


Stromüber

Der Abend war so
dunkelschwer, und schwer durchs Dunkel
schnitt der Kahn; die Andern lachten um
uns her, als fühlten sie den Frühling
nahn. Der weite Strom lag stumm und
fa

... weiterlesen


Die Umworbene

Der Erste hat mir einen
Schmuck geschenkt, einen Schmuck aus
Perlen, der eine kleine Stadt wert
ist, samt den Denkmälern und der
Kirche, dem Rathaus und der
Steuerkasse. Der

... weiterlesen


Der liebe Weihnachtsmann

Der Esel, der Esel, wo
kommt der Esel her? Von Wesel, von
Wesel, er will ans schwarze
Meer. Wer hat denn, wer hat denn Den
Esel so bepackt? Knecht Ruprecht,
Kne

... weiterlesen


Frühlingsglück

Der Frühling stieg zur
Erde nieder, o helle Lust, o fromme
Scheu: im Herzen lacht der Himmel
wieder, das welkeste wird warm und
neu. So schnell geschah’s! Kaum

... weiterlesen


Es war einmal

Der Himmel dunkelte noch
immer, ich fühlte tief bis in mein
Zimmer der tiefen Wolken vollen
Schooß; die Esche drüben drehte
schwer die hohe Krone um sich
her, zwei Blätter

... weiterlesen


Drückende Luft

Der Himmel dunkelte noch
immer; ich fühlte tief bis in mein
Zimmer der fahlen Wolken vollen
Schoß. Die Esche drüben drehte
schwer die hohe Krone um sich
her; zwei Blätter

... weiterlesen


Venus Mea

Der Himmel gähnt, der
Tag ist auferstanden, ich habe nun
genug geschaut nach Osten; die Seele
will in ihren Abendlanden Vollendung
kosten.     An dem Chor des
neuen Evagar

... weiterlesen


Drohende Aussicht

Der Himmel kreist, dir
schwankt das Land, vom Schnellzug hin
und her geschüttelt saust Ackerrand um
Ackerrand, ein Frösteln hat dich
wachgerüttelt:     die
Morgensonne k

... weiterlesen


Drohende Aussicht

Der Himmel kreist, dir
schwankt das Land, vom Schnellzug hin
und her geschüttelt saust Ackerrand um
Ackerrand, ein Frösteln hat dich
wachgerüttelt: die Morgensonne
kommt.

... weiterlesen


Klarer Tag

Der Himmel leuchtet aus
dem Meer; ich geh und leuchte still wie
er. Und viele Menschen gehn wie
ich, sie leuchten alle still für
sich. Zuweilen scheint nur Licht zu

... weiterlesen


Herr und Herrin

Der Mann: Da du so
schön bist, darf ich dich
beschwören, errege nicht mein leicht
erregtes Blut. Da du so schön bist,
kann ich dir nicht wehren, daß deine
Hand zu lang` i

... weiterlesen


Psalm zweier Sterblichen

Der Mann Göttin
Zukunft, mit gefesselten Händen
hältst du eine geschlossene
Schriftrolle, drin mein Schicksal
verzeichnet steht. Langsam, Tag für
Tag, ringe

... weiterlesen


Aufglanz

Der Mond ist neu
geworden, nun kommen die dunkeln
Nächte; da klopft das Herz mit
stärkerem Schlag und wünscht ein
anderes Herz herbei, an dem es
erglühen möchte. Glühn b

... weiterlesen


Mondnächte - II.

Der Nebel staut
sich, Hütten dunkeln, Dorfgiebel
fliegen über Lichtern hin, noch
bleicher wird die Nacht; die jagende
Wagenkette, schwenkend, strafft
sich, die Maschi

... weiterlesen


Bleiche Nacht

Der Nebel staut
sich, Hütten dunkeln, Dorfgiebel
huschen über Lichtern hin, noch
bleicher scheint die Nacht; die jagende
Wagenkette, schwenkend, strafft
sich, die Mas

... weiterlesen


Lied an meinen Sohn

Der Sturm behorcht mein
Vaterhaus, mein Herz klopft in die
Nacht hinaus, laut; so erwacht ich vom
Gebraus des Forstes schon als
Kind. Mein junger Sohn, hör zu, hör
zu: in de

... weiterlesen


Der Sturm

Der Sturm ging noch die
ganze Nacht, ganz daß die Nacht dem
Abend glich. Ich bin fortwährend
aufgewacht: wie war der Abend
schauerlich! Uns schnitt der Ton bis
unters Herz;

... weiterlesen


Bergpsalm

Der Sturm hat seine
Schlangen losgelassen, in langen Wogen
zischen Gras und Rohr und keucht der
See ans Land; die
silberblassen zerwühlten Weiden
seufzen laut empor. Empor, empor
Do

... weiterlesen


Bergpsalm

Der Sturm hat seine
Schlangen losgelassen. In langen
Windungen zischt Gras und Rohr und
keucht der See ans Land; die
silberblassen zerwühlten Weiden
seufzen laut empor. Empor, empor

... weiterlesen


Waldseligkeit

Der Wald beginnt zu
rauschen, den Bäumen naht die
Nacht; als ob sie selig
lauschen, berühren sie sich
sacht. Und unter ihren Zweigen, da
bin ich ganz allein,

... weiterlesen


Eva und der Tod

Der Wintermorgen schien
ein Frühlingsmärchen; der Reif der
Zweige sproß im Sonnenschein am blauen
Himmel hin wie Blütenpärchen. Ein
Lüftchen, das sich hob und stumm
verfing,

... weiterlesen


Zwiegesang überm Abgrund

Des Todes Stimme Du
pfadloser Sucher, ich will dich
heimfinden lassen. Im Schneesturm, im
Nebelbrodem, im Blitzstrahl, im
Wolkenbruch, im berauschenden Wirbel
des Lich

... weiterlesen


Dichtersprache

Dichter kann man nicht
ergründen; seid nur, Freunde, recht
erhoben! Jede Flamme schlägt nach
oben, jeder Geist wird
weiterzünden. Durch den Rauch der
Worte steigen alle auf

... weiterlesen


Pfingstlied

Die Akazien blühen
jetzt wie gebenedeiete
Jungfraun. Wieder hebt sich mein
Gesicht ihrem reinen Geruche zu, ins
Morgenlicht. Und auch Dich dort
oben, weiße Taube du,

... weiterlesen


Ins Weite

Die du mich seliger
machst, als Sinne ahnen können, meine
Erfüllerin, schlummernde: o träume
dich her in meine schmachtenden
Adern, und fühle mein Herz aus meinen
Augen brennen,

... weiterlesen


Frühlingsahnung

Die Felder liegen
weiß; wohin ich schau` ins fahle
Nebelgrau, scheint Schnee und
Eis. Doch da - ein
Sonnenstrahl bricht durch den Flor und
zieht den Blick empo

... weiterlesen


Den Herren Kritikern

Die Lerche singt, der
Rabe schreit, das ist nun so seit
Ewigkeit; sänge er auch, ihm würd’s
schon passen, und dennoch kann er’s
Schrein nicht lassen. Der Kritiker
hat i

... weiterlesen


Fatalitäten

Die misera plebs begreift
es nie: wer für sie kämpft, ist wider
sie. Hebt nur die Staatsgewalt, ihr
Memmen oben! Ihr hebt so lange, bis sie
aufgehoben. Macht spornt

... weiterlesen


Beschwichtigung

Die Nacht wird kühl;
mein Schatten kriecht im Sand am Rand
des Ozeans. Der Mond vergießt sein
fremdes Licht und nimmt den Sternen
ihren Glanz. Die See rauscht. Was
q

... weiterlesen


Aus banger Brust

Die Rosen leuchten immer
noch, die dunkeln Blätter zittern
sacht, ich bin im Grase aufgewacht, o
kämst du doch, es ist so tiefe
Mitternacht. Den Mond verdeckt das
Ga

... weiterlesen


Das alte Lied

Die Rosenknospe gab sie
mir, ein weh Lebwohl klang nach; ich
wollte lächeln, als ich ihr dafür ein
Lied versprach. Ihr stand ein
Tränchen im Gesicht, und lächeln
w

... weiterlesen


Der Stieglitz

Die Sonne blitzt, ein
Distelfeld belebt die stille
Mittagswelt; im starrgezackten
Blättermeer glühn purpurlockig kreuz
und quer die Blütenköpfe. Und
durch den eis

... weiterlesen


Der Stieglitz

Die Sonne blitzt, ein
Distelfeld belebt die stille
Mittagswelt; im starrgezackten
Blättermeer glühn purpurlockig kreuz
und quer die Blütenköpfe. Und
durch den eise

... weiterlesen


Am Ufer

Die Welt verstummt, dein
Blut erklingt, in seinen hellen Abgrund
sinkt der ferne Tag, er schaudert
nicht; die Glut umschlingt das höchste
Land, im Meere ringt die fer

... weiterlesen


Gastgeschenk

Dies blaß in Flammen
gelbundgrüne Mannsblatt, knabenüppig,
und dies zarte Schneeglöckchen, eben
aufgeblüht, ganz furchtsam weiß, im
irdnen Topf - die beiden Kind

... weiterlesen


Dann

Doch als du dann
gegangen, da hat sich mein
Verlangen ganz aufgethan nach dir
... Als sollt` ich dich
verlieren, schüttelte ich mit
irren Fingern deine verschlossne
Thür.

... weiterlesen


Das Ideal

Doch hab ich meine
Sehnsucht stets gebüßt; ich ging nach
Liebe aus auf allen Wegen, auf allen
kam die Liebe mir entgegen, doch hab
ich meine Sehnsucht stets gebüßt
... Es

... weiterlesen


Auf See

Doch hatte niemals
tiefere Macht dein Blick, als da du,
Abschied fühlend, still am
Ufer standest, schwandest; nur dein
Auge blieb und bebte über den
Wassern. Dunkel folgte

... weiterlesen


Venus Perversa

Dort sitz nieder! sieben
Kreuze zwischen uns! und gönn mir’s:
sei nicht Tier! Sondern ich suche
andere Reize: Dich: komm, liebe dich
vor mir! Dich nur, Dich! nur deine
ver

... weiterlesen


Venus Maculata

Drum komm, o komm, noch
einmal schweigt so voll ins Feld, so
voll bereit der Mond ins Feld; noch
einmal zeigt die weite Nacht, die
zweite Nacht, mir deine nackte
Seligkeit.

... weiterlesen


Die zweite Nacht

Drum komm, o komm, noch
einmal schweigt so voll ins Feld, so
weiß und weit der Mond ins Feld; noch
einmal zeigt die weite Nacht, die
zweite Nacht, uns unsre nackte
Seligkeit.

... weiterlesen


Masken

Du bist es nicht, du
grauer Tempelritter im Panzerkleid, auf
das die Kerzenstralen des bunten Saals
mit täuschendem
Gezitter geheimnisvolle Charaktere
malen; dein Blick ist schwarz,

... weiterlesen


Beschwörung

Du bist nicht hier - ich
fühle schwer, wie deine blasse Hand
mich preßte, und wie Todfeinde sind
mir plötzlich die lachenden
Geburtstagsgäste. Immer verdrehter
wird das F

... weiterlesen


Allgegenwart

Du gehst nie von
mir, ich bleibe bei dir; denn du bist
in mir fern wie nah. In jedem
Herzschlag, der mich belebt, bist
du’s, die mit mir durchs Leben
s

... weiterlesen


Die Kette

Du hast mir eine Kette
geschenkt. Ich soll sie um meinen
Nacken legen. Ich werde sie tragen, um
meinen stolzen Hals, offen auf meiner
Brust vor allen Leuten: Du hast mir ja
die Kette

... weiterlesen


Anders

Du hast mir wundervoll
beschrieben, wie dich die Liebe fast
zerbricht; mich aber, du, mich liebst
du nicht, sonst würdest du mich anders
lieben. Sonst würdest du den
Freund

... weiterlesen


Weib und Welt

Du haß-und-liebestarker
Mann, der auch sich selber hassen
kann: steht nicht ein freudig Weib dir
bei, macht Menschenekel dich
entzwei.’ Hie Weib, hie Welt: wen
Das noch qu

... weiterlesen


Gottes Wille

Du hungerst nach Glück,
Eva, und fürchtest dich den Apfel zu
pflücken, den dein Gott dir verboten
hat vor dreitausend Jahren, du junges
Geschöpf! Jeden Abend seh i

... weiterlesen


Verhör

Du liegst sehr blaß in
deinen weißen Kissen, und deine matten
Lippen sind zerbissen; hattest du sehr
viel Schmerz? - `Ich weiß nicht
mehr.` Du siehst sehr träumerisch
zur

... weiterlesen


Mannesbangen

Du mußt nicht
meinen, ich hätte Furcht vor dir. Nur
wenn du mit deinen scheuen Augen Glück
begehrst und mir mit solchen zuckenden
Händen wie mit Dolchen durc

... weiterlesen


Zukunft

Du reiche Frau, du edle
Frau, mit deiner Sehnsucht unterm
Herzen, du möchtest jubeln und
erschrickst; ich sehe dich in deinen
Schmerzen, wie du beim Schein der
Ambrakerzen di

... weiterlesen


Zuspruch

Du rennst nach eignem
Ziel und Sinn, da kommt das Leben
angefahren und nimmt dich mit an Hirn
und Haaren; o nimm es hin. Noch
stürmt dein Herz: ich will, ich
will! un

... weiterlesen


Venus Universa

Du sahst durch meine
Seele in die Welt, es war auch Deine
Seele: still versanken im Strom des
Schauens zwischen uns die Schranken, es
ruhten Welt und Du in Mir
gesellt. Dein

... weiterlesen


Liebe

Du sahst durch meine
Seele in die Welt, es war auch deine
Seele: still versanken im Strom des
Schauens zwischen uns die Schranken, es
ruhten Welt und Du in Mir
gesellt. Dein

... weiterlesen


Enthüllung

Du sollst nicht dulden,
daß dein Schmerz dich knechte, du bist
so gern vor Freude wild! Komm vor den
Spiegel - - O wie schwillt dein
düstres Haar, wie lebt dein Bild, wie
blüht de

... weiterlesen


Nachtgebet

Du tiefe Ruh, laß
deinen Schleier sinken, und schling
dein dunkles Haar um meine Brust, und
laß mich deinen Atem trinken, Du, bis
alle meine Lust und letzter Schmerz

... weiterlesen


Befreit

Du wirst nicht weinen.
Leise, leise wirst du lächeln; und wie
zur Reise geb ich dir Blick und Kuß
zurück. Unsre lieben vier Wände! Du
hast sie bereitet, ich habe sie dir zur
Welt

... weiterlesen


Befreit

Du wirst nicht weinen.
Leise, leise wirst du lächeln; und wie
zur Reise geb ich dir Blick und Kuß
zurück. Unsre lieben vier Wände! Du
hast sie bereitet, ich habe sie dir zur
Welt

... weiterlesen


Die geflügelte Fackel

Du wünschtest dir und
deinem Haus ein Zeichen, das euch für
alle Zeit einGlücksbild sei; doch
welches Gleichnis ist so reich und
frei, so vieler Seelen Wünsche
auszugleichen!

... weiterlesen


Der Rächer

Durch die schlafende
Lagune zieht ein langer stiller
Kahn seine Bahn; einsam zieht er
durch das Dunkel durch das sanfte
Flutgefunkel, wie ein großer schwarzer
Schwan.

... weiterlesen


Venus Natura

Durch einen
menschenleeren Garten irrend geriet ich
an ein Pfauenpaar; der Pfau stand mit
gespreiztem Rad vor seiner Frau, die
Flügel tief gesträubt, von Lichtern
flirrend.

... weiterlesen


Sonett

Durch einen
menschenleeren Garten irrend geriet ich
an ein Pfauenpaar; der Pfau stand mit
gespreiztem Rad vor seiner Frau, die
Flügel tief gesträubt, von Lichtern
flirrend.

... weiterlesen


Fernhin

Durch Traum und
Morgen-Unruh Und jetzt noch seh ich
dich: die lange Nachtfahrt, im Duft
des Blumenstraußes, den ich dir
mitgab. Jetzt nahst du dem Garten um
de

... weiterlesen


Immer wieder

Ehe wir uns trennen
konnten, o wie hielt mich dein
Gesicht, sahen wir noch Einmal,
dicht, dicht an deines mein
Gesicht, in den Winterwald zurück, wo
die Bäume sich noch sonn

... weiterlesen


Kumpaney

Ein Herr Laus, ein Floh
und eine Wanze setzten sich an meinen
Tisch. Sprach der Floh: Brüderchen,
tanze! hoppla! frisch! Sprach ich
bald: Ich kam nicht tanzen so wie

... weiterlesen


Der Feuergeist

Ein Jüngling,
wortgewandt, und sehr fürs Volkswohl
glühend, oder galt seine Glut mehr
seinem Rednerruhm? wer weiß - denn
eines Tags nach einer
Wahlversammlung sprach er zu einem
Freund:

... weiterlesen


Herr und Herrin

Ein Mann:Da du so schön
bist, darf ich dich beschwören, errege
nicht mein leicht erregtes Blut. Da du
so schön bist, kann ich dir nicht
wehren, daß deine Hand zu sehr in
meiner ruht.

... weiterlesen


So im Wandern

Ein silbern klein
Herze, von Golde ein`n Ring, die gab
sie mir, als ich wandern ging, und
that in das Herze ihr Bild hinein; so
einsam der Morgen, bin do

... weiterlesen


Der Vogel Wandelbar

Ein Spott- und
Trost-Märchen. War einst ein
Vöglein Wandelbar, an welchem Alles
seltsam war. Ein rechter Wildfang
wollt` es sein und hatte doch ein
Humpelbein, das a

... weiterlesen


Götterhochzeit

Ein Zwiegesang O ewig
Gesuchte! `O endlich Gefundener!` Im
Umsturz der Welten! `Am Quell der
Gestirne!` Überm donnernden
Absturz meiner verschütteten
Geister.

... weiterlesen


Drei Ringe

Eine
Abend-Elegie. Leitspruch: Neue
Ziele, neue Gefühle: neue
Riegel. Flügel! Flügel! Ihr Ringe,
drei Ringe, um Einen Finger, und jeder
ein toter, ge

... weiterlesen


Lebe wohl!

Eine dicke Tigerschlange
liegt müde um mein Herz
geringelt ihre satten Augen thun sich
zu. Einmal züngelt ihre dünne Zunge
noch. Sie schläft... Lebe wohl, mein
blutend Tä

... weiterlesen


Die Vollendung

EINE GEISTERSCHAAR den
Herrn der Kraft geleitend: Kommt,
frohlockt dem Herrn der
Gewalten, Geister der Lust, der Liebe
zum Leben, die wir aus Sonnen Gluten
entfalten,

... weiterlesen


Erste Hoffnung

Eine
Mädchenstimme: Mein Freund hat mir
ein Bild gemalt: Maria weint vor
Wonne und ist von lauter
Sonne überstralt.     Wer
weiß die Melodie dazu?

... weiterlesen


Venus Mors

Eine rote Feuerlilie
schreitet riesig durch die
Weltennacht. Von der Sonne bis zum
Sirius breitet sich ihr Scharlachkelch.
Der Schacht des gezähnten Schlundes
kocht von Gluten,

... weiterlesen


Besuch

Eine treue Seele
lag still zuhaus mit krankem
Leibe; zwischen ihren Fingern
staken zwei drei blühende
Weidenzweige, und die Sonne schien aufs
Bett. Zögernd rührte s

... weiterlesen


Emporsturz

Einmal, Erde, wollt ich
dich küssen: ein Weib in Armen, jach
Schooß an Schooß, zu Boden stürzend
in rasendem Tanz. Da winkte ein
Mädchen mir zum Reigen, einen weißen
Mantel um

... weiterlesen


Nachglanz

Einst geliebte
Seele, immer noch empfundne, sternklar
weist die Nacht mir Weiten, die auch
dich umschließen, du
entschwundne. Gütig glänzen
wieder alle Licht

... weiterlesen


Ballade vom Kuckuk

Elena Luksch zur
Erinnerung Du hast drei schöne
Kinder, Frau, sie spielen um unsre
Füße im Gras; was schweift dein Blick
in die Wolken? Ich warte auf meinen
Kuckuk

... weiterlesen


Venus Amor Modernus Domesticus

Er ritt ein dunkelgraues
Eselchen, zwei bunte Tiere liefen vor
ihm her, wir konnten sie von ferne
nicht erkennen. Wir gingen still durch
eine stille Flur, ich und die Frau, die
mir a

... weiterlesen


Der entzückende Krüppel

Er ritt ein dunkelgraues
Eselchen, zwei bunte Tiere liefen vor
ihm her, wir konnten sie von ferne
nicht erkennen. Wir gingen still durch
eine stille Flur, ich und die Frau, die
mir a

... weiterlesen


Das erlösende Wort

Er weinte, schwieg. 
Noch, hier ich ihn stammeln, höre ihn
leiden bei jedem Laut, und höre das
Lied meiner Seele dazu, o selig
Lied! `Ich b-b-b-bebe` - ich bebe
mit,

... weiterlesen


Sühne

Erwachen endlich denn die
Töne wieder, die mir so dumpf und
schwer im Herzen schliefen? O steigt
empor aus euren grauen Tiefen, steigt
rauschend auf zum Lichtreich, meine
Lieder!

... weiterlesen


Unsre Stunde

Es dunkelt schon; komm,
geh nach Haus, komm! Das
Kastanien-Blattgewühl streckt sich wie
Krallen nach uns aus. Es ist zu einsam
hier, zu schwül für uns. Denn
sieh: d

... weiterlesen


Gleichnis

Es ist ein Brunnen, der
heißt Leid; draus fließt die lautre
Seligkeit. Doch wer nur in den Brunnen
schaut,        
        den
graut.

... weiterlesen


Vorgefühl

Es ist ein Schnee
gefallen, hat alles Graue
zugedeckt, die Bäume nur gen Himmel
nicht; bald trinkt den Schnee das
Sonnenlicht, dann wird das alles
blühen, was in der harten

... weiterlesen


Welt und Zeit

Es klagt die Zeit: die
Welt vergreist, wo ist der alte heilige
Geist! Indeß liegt Seine
Heiligkeit im Schooß der Jungfrau
Sinnlichkeit, was zwar die
Jungfernschaft befleckt,

... weiterlesen


An eine Gütige

Es mag mir oft nicht in
den Mienen stehen, wie tief ich in mein
Innres dich geschrieben; ach, oft schon
hat es mich zum Wort getrieben und
wortlos mußt ich meines Weges
gehen.

... weiterlesen


Vierter Klasse

Es rollt und rüttelt und
dröhnt und dampft und klirrt und
rasselt und stürmt und stampft; an
kreisenden Feldern vorüber im
Flug durch Pommerns Ebne keucht der
Zug. Ich sc

... weiterlesen


Vierter Klasse

Es rollt und rüttelt und
dröhnt und stampft und klirrt und
rasselt und saust und dampft; an
kreisenden Feldern vorüber im
Flug durch Pommerns Ebne ras`t der
Zug. Ich schau

... weiterlesen


Erntelied

Es steht ein goldnes
Garbenfeld, das geht bis an den Rand
der Welt.     Mahle, Mühle,
mahle! Es stockt der Wind im weiten
Land, viel Mühlen stehn am
Himmelsrand.

... weiterlesen


Erntelied

Es steht ein goldnes
Garbenfeld, das geht bis an den Rand
der Welt.     Mahle, Mühle,
mahle! Es stockt der Wind im weiten
Land, viel Mühlen stehn am
Himmelsrand.

... weiterlesen


Im Regen

Es stimmt zu mir, es ist
ein sinnreich Wetter; mein Nacken
trieft, denn Baum und Borke
triefen. Die Tropfen klatschen durch
die schlaffen Blätter; die nassen
Vögel tun, als ob sie schlief

... weiterlesen


Maifeierlied

Es war wohl einst am
ersten Mai, viel Kinder tanzten in
Einer Reih, arme mit reichen, und
hatten die gleichen vielen Stunden zur
Freude frei. Es ist auch heute erster

... weiterlesen


Sturmbild

Ferdinand Hodler zu
Ehren Fergin im Sturm, kehr um! Weib,
wie du wüst dich plackst! Du bist kein
Mann! - Sie hört nicht, sie stemmt sich
langgestreckt gegens Gebrüll der
Wellen,

... weiterlesen


Verewigung

Freund in der Ferne, wer
du auch seist, Flüchtling auf der Erde
wie ich, die wir zwischen den Sternen
hausen, du ein Unvergänglicher, ich
ein Unvergänglicher, weil wir`s
f

... weiterlesen


Frühlingsgebet

Frühling,
knospengekrönter, sonnesanfter, liebreichster
Gott der Erde: willst du endlich
erscheinen, mir erscheinen? Nach
soviel Stürmen, soviel unstäter
Wetterfluc

... weiterlesen


Im Fluge

Ganz in Eines flocht, o
Gott, der Tanz unsre bang beseligten
Gestalten; und ich sah, ihr schweres
Haar war ganz von dem einen
Silberpfeil. gehalten. Und da hob
sich schon ihr

... weiterlesen


Dichters Arbeitslied

Geh hin, mein Blick,
über die grünen Bäume! Da huscht ein
Vogel, der nimmt dich
mit, Märchenvogel Edelschwarz.
Bleib nicht zu lange im Reich der
blauen Träume! Hier ras

... weiterlesen


Feierabend

Geh nur, lieber
Tag, freue dich der Nacht. Nichts
bleibt unvollbracht; deines Lichtes
Macht keimt im dunkeln Grund. Einst
wird alles kund, hell von Mund zu
Mund,

... weiterlesen


Der Schwimmer

Gerettet! Und er
streichelt den Strand, um den er rang
mit dem wilden Meer; noch peitscht der
weiße Gischt seine Hand. Und er blickt
zurück aufs wilde Meer. Und blickt
um s

... weiterlesen


Benedeiung

Gestern hobst du
verzweifelt die Hände, deiner heiligen
Namenschwester gleich, als ihr ein
Schwert durch die Seele ging. Heute
breit` ich entzückt die Arme, allen
Heiligen

... weiterlesen


Orientalisches Potpourri

Gestern Nachmittag, meine
braune Geliebte, die du nach Ruhm
begehrst vor allen Frauen deines
Volkes, saß ich in einem
Treibhaus, und von allen Palmen und
andern Gewächsen flogen mi

... weiterlesen


Erhebung

Gieb mir nur die
Hand, nur den Finger, dann seh ich
diesen ganzen Erdkreis als mein Eigen
an! O wie blüht mein Land, sieh
mich doch nur an, daß ich mit dir
ü

... weiterlesen


Glockenklänge an Bismarck

Glocken, Glocken,
wir Mund der Macht, oft wehklagten wir
dem Donner, oft frohlockten wir dem
Flammensturm; heut, Volk,
frohlocken, heut, Bismarck, klagen
wir dumpf Euch

... weiterlesen


Sprüche der Liebe

Glut klärt, Glut
verzehrt; hüte Jeder seinen
Herd! Treue mit Reue ist Feiglings
Untreue. Schwur der Liebe: ob
gegeben, ob empfangen - welch
Verschulde

... weiterlesen


Sprüche vom Glück

Glück ist Gabe; rechte
nicht um fremde Habe, Richter mit dem
Bettelstabe! Gieb und vergieb von
Herzen gern, das ist des Glückes Keim
und Kern. Ob wir nehmen,

... weiterlesen


Schneeflocken

Gnädige Frau, es
schneit, es schneit! Tragen Sie heut
Ihr weißes Kleid? Gnädige Frau,
hier in der Ferne schneit`s bei
helllichtem Tage Sterne. Und diese
Sterne fli

... weiterlesen


Hochsommerlied

Golden streift der Sommer
meine Heimat, brotwarm schwillt das
hohe reife Korn, wie in meiner goldnen
Kinderzeit; habe Dank, geliebte
Erde! Schwalben rufen mich hinauf ins
Bla

... weiterlesen


Die Buße

Graf Richard, was jagst
du durch die Nacht, als fliehst du vor
deinem Gewissen? Es war deine Pflicht,
es war dein Recht! Dein Weib beim
Knecht: das haben sie büßen
müssen.

... weiterlesen


Nun erst

Hab Dank! wir waren Mann
und Weib, es ist geschehn; nun laß
uns wieder aufrecht gehn, allein und
klar. Wir wollen uns nicht trüb
geberden, wir können nun erst Freunde
werde

... weiterlesen


Nun erst

Hab Dank! wir waren Mann
und Weib, es ist geschehn; nun laß
uns wieder aufrecht gehn, allein und
klar. Wir wollen uns nicht trüb
gebärden; wir können nun erst Freunde
werd

... weiterlesen


Entzückung

Hab ich schon mit dir
gespielt, als wir Kinder waren, scheu
um Nachbars Ecke geschielt nach deinen
flirrenden Haaren? Wenn mich nur dein
Atem streift, fühl ich uns du

... weiterlesen


Drohung

Herrin, Hexe, reich an
Mächten, seit ich dir in dunkler
Stunde lösen durfte deine
Flechten, quält mich in der flachen
Rechten eine kleine blaue Wunde, die
mir deine Nadel r

... weiterlesen


Zuflucht

Hinterm Elternhaus am
kleinen Weiher, dicht umdunkelt rings
von Weidenruten, breitet eine Pappel
ihre schwanken Zweige nickend über
Schilf und Fluten. Seltsam heimlich
ist

... weiterlesen


Der Schlangenkäfig

Hitze schwingt. Ein Raum
voll Schlangen strömt durch Glas und
Gitterstangen Dunst; zwei Menschen
stehn davor. Die gesättigten Gewürme
hängen still in buntverflochtnen
Strängen,

... weiterlesen


Tatsache!

Hunderttausend frische
Blätter wachsen jeden
Mai, hunderttausend frische
Augen blitzen zwei zu
zwei, hunderttausend frische
Jungen lärmen noch im Feld, und da
jammern

... weiterlesen


Staatsereignis

Hurrra, zum ersten
Mal: Mutter, der Peter, hurra, jetzt
geht er! Kuck, ganz alleinechen setzt
er die Beinechen, ganz wie zur
Reichstagswahl, wie Onkel
Wackelpfahl!

... weiterlesen


Hans im Glück

Hättest du mich doch
gesehen, wie ich durch den Sommer
ging: Augen blos für meine
Zehen, böse jedem
Schmetterling. Glück und Unglück
nannt` ich dumm; gott, wie ging ich
W

... weiterlesen


Aufrichtung

Hörst du Nachts die
leere Stille schallen? Tote Seelen
rufen dich von fern. Eine aber war dir
wert vor allen; o, nun möchtest du vor
Schmerz ihr folgen, ihr und ihrem
unsichtbaren

... weiterlesen


Machtsprüche

I. Laßt uns nur ins
Blaue schweifen; scheltet nur, wie weit
wir`s treiben. Aber ein Band sollte
bleiben: Jeden, wie er strebt,
begreifen. II. Jeder nac

... weiterlesen


Gütige Bosheiten

I Alles frommt im Garten
Gottes, auch der Bienenstich des
Spottes; selbst Tom schärfsten
Stachelreim träuft des Ruhmes
Honigseim. II Wenn des Zechers Hohn
dic

... weiterlesen


Der geduldige Dichter

I Der Dichter steht am
Herd und schürt und wartet, daß sein
Volk sich rührt. Das Holz liegt da,
der Funken auch; wann springt die
Flamme aus dem Rauch? II Da

... weiterlesen


Den Empfänglichen

I Ein Wörtlein Dank - o
schönster Schall: des Schöpferwortes
Widerhall. Uns allen ahnt kein höher
Glück: nun tönt die Welt zu Gott
zurück. II Klingts auc

... weiterlesen


Pro patria

I Ich gönne jedem
fremden Wicht sein Teilchen Erde nebst
Himmelslicht; aber will er mir meins
wegschinden, soll er die Hölle bei mir
finden. II Jeder Mann von

... weiterlesen


Führersprüche

I Ob wir reden, ob wir
schweigen, aus den Tiefen klingt ein
Raunen: Laßt uns auf die Höhen
steigen und in alle Weiten
staunen! II Und trotzt er noch
s

... weiterlesen


Liebesnotsprüche

I Wo im wirren
Weltgebrause zwei versprengte Funken
sprühn, die aus reiner Lust sich
mühn, klar einander zu
durchglühn: Liebe, da bist Du
zuhause. II

... weiterlesen


Das Schloß

Ich bin arm, du bist
reich, darum bau ich dir ein
Schloß aus meinen purpurnsten
Träumen. Das steht am grauen
Nordseedeich, wo die funkelndsten
Wellen schäumen. Denn

... weiterlesen


Frecher Bengel

Ich bin ein kleiner
Junge, ich bin ein großer Lump. Ich
habe eine Zunge und keinen
Strump. Ihr braucht mir keinen
schenken, dann reiß ich mir kein
Loch. Ihr k

... weiterlesen


Zuversicht

Ich hab dich selig
gemacht, mein Geliebter, und du mich,
du bist mein, und darfst nicht bei mir
sein in meinen furchtbaren
Schmerzen. Bis in Mark und Bein bin
ich dein,

... weiterlesen


Die Rose

Ich habe den Traum der
Rose belauscht, der keusch vom kühlen
Duft umsprüht aus ihrer Blumenseele
glüht; ich hab ihn mit allen Sinnen
belauscht und mich
berauscht. V

... weiterlesen


An die Ersehnte

Ich habe dich Gerte
getauft, weil du so schlank bist und
weil mich Gott mit dir züchtigen
will, und weil eine Sehnsucht in deinem
Gang ist wie in schmächtigen Pappeln
im April.

... weiterlesen


Entladung

Ich kam mit meinem
Alpenstocke und offner Brust vom Berg
geschlendert, begegnet mir im
Ordensrocke ein Zug von Nonnen, grau
bebändert, zehn schwarze Paare. Den
Blick

... weiterlesen


Durch die Blume

Ich kann dir nicht die
Blume nennen, der deine Seele
gleicht. Sie müßte tief scharlachen
brennen. Solche Blumen welken
leicht. Und wen ihr roter Liebreiz
bannt, der

... weiterlesen


Aus schwerer Stunde

Ich konnte nur noch
lächeln; ich war so traurig im
Grunde, daß meine eigne Stimme mir
fremd klang. Da traf mich Deine
Stimme, und ich konnte wieder lachen
wie als Kind, und

... weiterlesen


Venus Idealis

Ich lag in Zweifeln schon
die halbe Nacht: Mich treibt ein Geist,
und folgen muß ich ihm, doch darf ich
folgen? ist’s ein Geist der
Wahrheit? ist’s Eitelkeit? so rang
ich mit der Nacht

... weiterlesen


An mein Volk

Ich möchte wohl geehrt
von Vielen sein, und auch geliebt; ich
weiß es wohl. Aber niemals soll mein
Stolz und Wert mir drum gemein mit
hunderttausend Andern sein. Ich hab
ein

... weiterlesen


Einst

Ich ruhe, helle Wolken
fliehn, mein Herz rauscht wie das weite
Feld. Flügel leuchten - und über die
Wolken steigt ein Lied: einst brauchst
du keinen Menschen mehr, du Herz
d

... weiterlesen


Begegnung

Ich sah dich schon. Im
Sonnenschein beim Roggenfeld am
Wiesenrain stand wilder Mohn; die
Kelche blühten blutrot breit, den
Schooß voll blauer Dunkelheit, und
jäh aus

... weiterlesen


Das Opfer

Ich sah im Traum Apollos
Tempelhallen, doch ringsum hört ich
dunkle Donner grollen; ich sah vom
blassen First die
unruhvollen gebrochnen letzten
Sonnenblicke prallen. Herab

... weiterlesen


Rückkehr

Ich seh in deine Augen
wieder, so friedetief, so tief und
bang; da schweigen all die falschen
Lieder, die wild in mir mein Unhold
sang. Du darfst den trüben Wahnsinn
wissen,

... weiterlesen


Ein Ring

Ich trug einen Ring mit
drei Opalen, viel Märchen schuf der
bleiche Stein, scheu wie das Glück
sind seine Stralen, Wasser soll ihren
bunten Schein wie Gift
zernagen.

... weiterlesen


Venus Excelsior

Ich träume oft von einer
bleichen Rose. Hell ragt ein Berg; sie
blüht in seinem Schatten, zum fernen
Licht aufschmachtend mit dem
matten Traumblumenblick aus ihrem
dunklen Loose.

... weiterlesen


Venus Gloria

Ich träume oft von einer
bleichen Rose. Hell ragt ein Berg; sie
blüht in seinem Schatten, zum fernen
Lichte schmachtend, mit dem matten dem
Blumenblick, aus ihrem dunklen
Loose.

... weiterlesen


Venus Regina

Ich träumte, und ich
wußte, daß ich träume; ich träumte,
eine Fürstin sei
gestorben. Barhäuptig, nur ein
spärliches Gefolge von Trauernden, so
stehn wir auserwählt in einem

... weiterlesen


Venus Bestia

Ich und mein Freund, wir
saßen einmal in einem menschenheißen
Weinlokal; zwei Tisch weit neben uns
saßen ein Herr und eine Dame,
offenbar - den Ringen nach - ein
jüngeres Ehepaar

... weiterlesen


Zur Beichte

Ich war der Herr der Welt
vor dir,        
    im Traum; wie eine Sonne
warst du mir,      
      im Traum. Ich
schmückte

... weiterlesen


Tanzlied

Ich warf eine Rose ins
Meer, eine blühende Rose ins grüne
Meer. Und weil die Sonne schien, Sonne
schien, sprang das Licht
hinterher, mit hundert zitternden Zehen
hinterher.

... weiterlesen


Wellentanzlied

Ich warf eine Rose ins
Meer, eine blühende Rose ins grüne
Meer. Und weil die Sonne schien, Sonne
schien, sprang das Licht
hinterher, mit hundert zitternden Zehen
hinterher.

... weiterlesen


Wahlspruch

Ich weiß ein Wort.
das setzt mich über Alles fort,
über Raum und Zeit
und Traurigkeit:

Ich und die Zukunft!
Bekenntnis

Ich will ergründen alle
Lust, so tief ich dürsten kann; ich
will sie aus der ganzen Welt schöpfen,
und stürb’ ich dran. Ich will’s
mit all der Schöpferwut, di

... weiterlesen


Am Scheideweg

Ich wollt dir die Stirn
küssen und dir sagen: hab Dank! Aber
da war ein Licht in deinen Augen wie
Morgenglut auf unerklommenen
Bergwäldern; und dem haben wir folgen
müssen,

... weiterlesen


Wechselwirkung

Ich wüßte nicht mich
nach der Form zu richten, wird mir
bedeutet von euch Anstandsrichtern. Und
freilich: leicht ereignet sich’s an
Dichtern, daß sie formloser leben als
sie dichten.

... weiterlesen


Die zwölf sittsamen Gastwirte

Ihr Alle kennt den
Dichter Liliencron, den Freiherrn von
Poggfred, den reichen armen Baron. Doch
bevor er sein Luftschloß, sein ewiges,
baute, war er Hardesvogt auf Pellworm
und verdaute

... weiterlesen


Am Krankenbett

Ihr Auge klagte, was ihr
Mund verschwieg: ihr hilflos Leid, daß
Andre mit ihr litten. Wir seufzten
trüb; aus unsern Blicken stieg ein
bang ergebnes Füreinanderbitten. Und

... weiterlesen


Heldentümliches

Ihr meint, ihr hättet
euch ermahnt, weil ihr euch hart wie
Brutus stellt? Jesus kam mit weichster
Hand und brachte Schwerter in die
Welt. `Er hat als Gott sich
aufgespielt!`

... weiterlesen


Stillleben

Im Frühling, wenns zu
nebeln anfängt -      
  auf dem Dorfteich -  
          eines
Abends: raake:      
    &n

... weiterlesen


Das große Karussell

Im Himmel ist ein
Karussell, das dreht sich Tag und
Nacht. Es dreht sich wie im Traum so
schnell, wir sehn es nicht, es ist zu
hell aus lauter Licht gemacht; still,
mein Wildf

... weiterlesen


Kein Bleiben

Immer dichter flüchtet
der Schnee, Straßenlichter, stumme
Gesichter, ich steh und seh die
Flocken treiben, nur noch dichter, nur
nicht bleiben, weiter,

... weiterlesen


Neudeutsches Kirchenlied

Immer kann man nicht
lobsingen und den Weihrauchwedel
schwingen; jeder Weg zwar führt nach
Rom, aber nicht zum Petersdom. Ja,
die Wölfin, Römer säugend, beißt
noc

... weiterlesen


Hieroglyphe

In allen Tiefen mußt du
dich prüfen, zu Deinen Zielen dich
klarzufühlen; aber die Liebe ist das
Trübe. Jedweder Nachen, drin
Sehnsucht singt,

... weiterlesen


Der Fluß

In den abendgelben
Fluß grub mein Ruder schwarze
Trichter, ohne Wort und ohne Kuß sahn
wir auf die Wellenlichter, sahn wir
eine dunkle Bucht still das kahle Ufer
spiegeln,

... weiterlesen


Geheimnis

In die dunkle Bergschlucht
kehrt der Mond zurück.
Eine Stimme singt am Wassersturz:
O Geliebtes,
deine höchste Wonne
und dein tiefster Schmerz
sind mein Glück -
Rückblick

In diesem Jahr verlor ich
einen Freund. Hier unterm Nußbaum
sprachen wir uns aus. Das Laub wird
gelb; es wartet auf den Wind.  
      Ist das der
Schluß?

... weiterlesen


Ernte

In diesem Jahr verlor ich
einen Freund. Hier unterm Nußbaum
sprachen wir uns aus. Das Laub wird
gelb; es wartet auf den Wind. Ist Das
der Schluß? Hier unterm Nußbaum gab
m

... weiterlesen


Klage

In diesen welken
Tagen, wo Alles bald zu Ende
ist, sturmzerfetzte Sonnenblumen über
dunkle Zäune ragen, Wolken
jagen und den Boden
flammenfarbne Blätterstür

... weiterlesen


Leises Lied

In einem stillen
Garten An eines Brunens Schacht, Wie
wollt’ ich gerne warten Die lange
graue Nacht! Viel helle Lilien
blühen Um des Brunens Schlund; Drin
sc

... weiterlesen


Tragische Erscheinung

In einer Wüste lagen
viele Menschen, die fast
verschmachteten; sie wimmerten. Ein
schönes Mädchen nur, mit hilflos
braunen Augen, litt stumm den Durst;
denn gieriger als der Durst

... weiterlesen


Blick auf Hamburg

In Hamburgs Wappen stehn
drei feste Türme, die mit den Zinnen
zu den Sternen ragen. In Hamburgs Hafen
liegen tausend Schiffe, die mit den
Masten all dasselbe wagen. Auf Hamburgs
Mau

... weiterlesen


Wollust

In wüster Schmach
Vergeudung heiliger Glut ist Wollust,
wenn sie praßt; und eh sie
praßt, roh, schamlos, tierisch, aller
Welt zur Last, meineidig, tückisch,
voller Gier nach Blut.

... weiterlesen


Mit gedämpfter Stimme

Ist das noch die große
Stadt, dies Geraune rings im
Grauen? diese Männer, diese
Frauen, kaum erschienen, schon
verschwunden; und die Sonne steht so
matt wie ein kleiner, rot

... weiterlesen


Venus Occulta

Ist das noch die große
Stadt, dies Geraune rings im
Grauen? diese Männer, diese
Frauen, kaum erschienen, schon
verschwunden; und die Sonne steht so
matt wie ein kleiner, rot

... weiterlesen


Novemberfahrt

Ja lacht nur, lacht, am
Straßenrand ihr pelzvermummten
Gaffer! Uns hat aus härterm Lehm
gebrannt der Wein- und
Weiber-Schaffer. Und wenn wir etwas
zittrig sind und etwas rot

... weiterlesen


Predigt ans Großstadtvolk

Ja, die Großstadt macht
klein. Ich sehe mit erstickter
Sehnsucht durch tausend Menschendünste
zur Sonne auf; und selbst mein Vater,
der sich zwischen den Riesen seines
Kiefern- und

... weiterlesen


Venus Domestica

Ja, die heilige Familie
... Josef ~ Maria ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
~ denn das Esulein freute sich eben an
dem Heuduft einer trockenen Lilie. ~ ~
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

... weiterlesen


Nur ein Hund

Ja, dir wird’s schwer,
mich zu verlassen; dein Auge bricht,
als ob du weinst mein alter Hans in
allen Gassen. Ja, früher ahnt ich
nicht, daß einst als letzter Freund
ein Hund mir

... weiterlesen


Gesetz

Jeder will möglichst
viel vom Leben und möglichst wenig
dafür geben. Als bloßer Anblick
scheint’s abscheulich, doch handle,
Mensch, dann weicht der Schein; du
wirst.dir wert, d

... weiterlesen


Ausblick

Jetzt einen Schritt, dann
stürzt vom Rande mein Leben in die
Schlucht hinab. Wie hängt die Sonne
tief im Lande! Ich recke mich auf
meinem Stande, und alle Sehnsucht
fällt mir ab.

... weiterlesen


Eröffnung

Jetzt sing ich dir das
letzte Liebeslied. Ich fühl’s bei
jedem unsrer trauten Spiele, daß mich
ein Geist in seinen Dienst
beschied, der Geist der alten und der
neuen Ziele.

... weiterlesen


Ein Märtyrer

Jetzt sollt ihr hören
ein rauhes Lied, von Frieden und
Erbarmen leer! Der Winternachtsturm
schreit im Ried und peitscht das Schilf
wie Heu umher; vor seinem Schnauben
erstarrt das M

... weiterlesen


Antrieb

Jüngling, du bist frei
zum Flug, sei nur immer Manns
genug! Spring aufs Glücksrad, rolle,
rolle durch die Welt, die
wettlauftolle; nimm als Lohn die eigne
Bahn, aller Ruhm i

... weiterlesen


In Sehnsucht

Jüngling:Möcht es
hassen, dies Sehnen ohne Maßen. Weiß
nicht, was ich tun will; weiß nicht,
ob ich ruhn will. Jetzt alles tragen
und stolz verzagen, jetzt alles
wagen

... weiterlesen


Die Frage

Kann ich dein Herz
beglücken? liebreiche Seele,
nein. Ich kann dich an mein Herz
drücken, fühlen mußt du`s
allein. Noch im glückhellsten
Gesange schwebt ein dunkl

... weiterlesen


Käuzchenspiel

Kinder, kommt, verzählt
euch nicht, jeder hat zehn Zehen; wer
die letzte Silbe kriegt, der muß
suchen gehen. Suche, suche, warte
noch, Käuzchen schreit im
Turmloch,

... weiterlesen


Fliegerschule

Kinderlied Kommt, wir
lernen fliegen! Woher denn Flügel
kriegen? Von den achtzig Winden. Wo
sind die zu finden? Überm ewigen
Eise. Wer bezahlt die Reise?

... weiterlesen


An Mich

Klage und juble,
Dichter, wie du willst: das wirkt
Seele ins All, du bist Gott. Aber
beklage nicht, bejuble
nicht, Nichts: du bist Gottes
Werk, brüste di

... weiterlesen


Weihspruch

Klage und juble,
Dichter, wie du willst; das wirkt
Seele ins All du bist Gott. Aber
beklage nicht! bejuble
nicht! nichts! Du bist Gottes
Werk; brüste dic

... weiterlesen


Sommerabend

Klar ruhn die Lüfte auf
der weiten Flur; fern dampft der See,
das hohe Röhricht flimmert, im Schilf
verglüht die letzte Sonnenspur, ein
blasses Wölkchen rötet sich und
schimmert.

... weiterlesen


Venus Aldultera

Komm, Schatz; komm, Katz;
laß das Wimmern! Nein, das darf dich
nicht bekümmern, daß ich nicht
»treu« bin; rück nur her! Komm, ich
hab ein Dutzend Seelen; wer kann all
die Kamme

... weiterlesen


Venus Adultera

Komm, Schatz; komm, Katz;
laß das Wimmern! Nein, das darf dich
nicht bekümmern, ob ich auch `treu`
bin; rück nur her! Komm: ich hab ein
Dutzend Seelen, wer kann all die
Kammern z

... weiterlesen


Venus Urania

Kommst du,
Grollender? tief von Unten? Ueber
Felsen und Wolken: suchst du mich, im
dunkeln Mantel Du, schwarzgekrönter
Wetterriese, mit der bleiernen
Stirne? H

... weiterlesen


Sprüche zur Kunst

Künstler, die Welt ist
bodenlos. Wer kühn ist, schöpft aus
tiefstem Schooß. Wer nicht versinkt
dabei, ist groß. Warum dich in die
Tiefe begeben? Nur um zu steigen; nur
u

... weiterlesen


Alles

Laß uns noch die Nacht
erwarten, bis wir alle Sterne
sehn; falt die Hände - in den
harten Steigen durch den stillen
Garten geht das Heimweh auf den
Zehn. Geht und ho

... weiterlesen


Fürsprüche

Laßt uns nur ins Blaue
schweifen; scheltet nur, wie weit
wir’s treiben. Aber Ein Band sollte
bleiben: Jeden, wie er strebt,
begreifen. Nicht zum Guten, nicht vom
Bösen

... weiterlesen


Zwecksprüche

Lebe mit Zweck, wirf dich
nicht weg, gieb dich den Andern
hin mit eignem Sinn! Jeder nach
seiner Art: die Einen lichten, die
Andern sichten bis endlich Einer

... weiterlesen


Letzte Bitte

Lege deine Hand auf meine
Augen, daß mein Blut wie Meeresnächte
dunkelt: fern im Nachen lauscht der
Tod. Lege deine Hand auf meine
Augen, bis mein Blut wie Himmelsnächte
f

... weiterlesen


Venus Fantasia

Leih mir noch Einmal die
leichte Sandale; sage, wer bist du,
holde Gestalt? Reich’ mir die volle,
die funkelnde Schale, die du mir
fülltest so viele Male! Bist du die
Jugend? Werd

... weiterlesen


Gebet

Letzter Schritt, und hoch
mit mir langt der Turm ins Licht, und
vom Steigen auf zu Dir bebt mein bang
Gesicht. Hier, wo keine Menschen
sind, sieh mich niederknien,

... weiterlesen


Mit heiligem Geist

Liebe Mutter! mir
träumte heute von der Insel der
seligen Leute. Da saß auf einem Hügel
der Au eine nackte gekrönte Frau, in
ihrem Herzen stak ein Schwert, aber sie
lachte

... weiterlesen


Deutsches Tun

Lieber Freund! ich sitze
verstimmt bei Schillern und
Goethen, plötzlich reicht mir die Magd
deine Bescherung aus Rom. Nämlich die
hellen Gemächer und glänzenden
Säleder Beiden hatt ich

... weiterlesen


Zweier Seelen Lied

Lieber
Morgenstern, lieber Abendstern, ihr
scheint zwei und seid eins. Ob der
Tag beginnt, ob die Nacht
beginnt, findet euer Schein in uns
Zweien die Lie

... weiterlesen


Vitzlibutzli

Lieber ßöner
Hampelmann, deine Detta sieht dich
an! Ich bin dhoß, und Du bist
tlein; willst du Fitzebutze
sein?   Tomm! Tomm auf Haterns
dhoßen Tuhl, V

... weiterlesen


Fitzebutze

Lieber ßöner
Hampelmann, deine Detta sieht dich
an! Ich bin dhoß, und Du bist
tlein; willst du Fitzebutze
sein?Tomm!Tomm auf Haterns dhoßen
Tuhl, Vitzlibutzki, Blitzepul!

... weiterlesen


Fitzebutze

Lieber, ßöner
Hampelmann, deine Detta sieht dich
an! Ich bin dhoß und Du bist
tlein; willst du Fitzebutze
sein?        
    Tomm! Tomm

... weiterlesen


Die stille Stadt

Liegt eine Stadt im
Thale, ein blasser Tag vergeht; es
wird nicht lange dauern mehr, bis weder
Mond noch Sterne, nur Nacht am Himmel
steht. Von allen Bergen
drücken

... weiterlesen


Jubiläumsverse

Liliencron O Detlev,
sechzig Jahre ward dir Moral
geleiert; jetzt hast du graue
Haare, jetzt wirst du als der
wahre Jugendmusterknabe
gefeiert.

... weiterlesen


Die Magd

Maiblumen blühten
überall; er sah mich an so trüb und
müd. Im Faulbaum rief die
Nachtigall: die Blüte flieht! die
Blüte flieht! Von Düften war die
Nacht so warm, wie Bl

... weiterlesen


Maiwunder

Maikönig kommt
gefahren in seinem grüngoldnen
Wagen mit Saus und Gesinge. Seine
Zügel sind Sonnenstralen, zwölf
große blaue Schmetterlinge ziehn ihn
über Busch und Bach,

... weiterlesen


Den Auslegern

Man soll alles nehmen,
wie es ist; das Licht legt wirklich
Gold auf den Mist. Nimmt man es aber
durch die Blume, dann natürlich bis in
die Wurzelkrume! Da sitzt ein Kobold,
der sich

... weiterlesen


Seitenhiebe

Manch Gebilde und
Getön ist wahrhaftig nicht mehr
schön, ist auch nicht etwa
gewöhnlich, ist nur -
schönlich. Wenn ihr nur stets
dieselbe Fistel kräht, zuletzt
he

... weiterlesen


Ihr Wunsch

Manche hüllt sich in
weiße Wolle. Manche ziert sich mit
Seide und Gold. Manche schmückt sich
mit Blumen, mit grünen Blättern und
Früchten. Ich, ich möchte nur nackt
le

... weiterlesen


Erste Hoffnung

Mein Freund hat mir ein
Bild gemalt: Maria weint vor Wonne und
ist von lauter Sonne überstrahlt. Wer
weiß die Melodie dazu? Mein Freund
hat mir ein Wort gesagt;

... weiterlesen


Warnung

Mein Hund, du, hat dich
blos beknurrt und ich hab ihn
vergiftet; und ich hasse jeden
Menschen, der Zwietracht
stiftet. Zwei blutrote Nelken schick
ich dir, mein Blut d

... weiterlesen


Der Bräutigam

Mein tolles Herz, ich
leg auf dich die Hände. Nun träum
dich an ein sonnig fern Gelände, da
deckt man dich mit stillen Blumen
zu. Da lauscht eine Mutter dem Ruf der
Morgeng

... weiterlesen


Landung

Mein weißer Schwan vor
mir, noch ziehn wir leise auf dunkler
Flut durch unser Morgengrauen, zur
blassen Ferne, wo die Wellenkreise dem
jungen Tage hoch entgegenblauen. So
la

... weiterlesen


Landung

Mein weißer Schwan vor
mir: so ziehn wir leise auf dunkler
Flut durch unser Morgengrauen, und
ziehn zur Ferne, wo die
Wellenkreise dem jungen Tage hoch
entgegenblauen. Und l

... weiterlesen


Der gesunde Mann

Meine Frau ist krank,
sie wird wol bald sterben; dann kann
ich lachen, dann werd` ich was
erben. O, wie lieb mir das Leben im
Leibe schlägt, wenn ihr Husten mir das
Herz zers

... weiterlesen


Gebet an die Geliebte

Meine Hoffnung du, nun
hilf mir hoffen! Schleicht der Winter
schon in unser Leben, das noch kaum ein
Frühlingsstrahl getroffen? Sahn wir
darum einen Himmel offen, nur um
Grabesziele

... weiterlesen


Ecce Poeta!

Meinem Freunde
Detlev, dem Dichter Liliencron. Doch
hör` ich noch der Tausende
Entzücken und Ihn von seinen goldnen
Sternen sprechen und sehe noch ihn
seine Rosen brechen

... weiterlesen


Selbstzucht

Mensch, du sollst dich
selbst erziehen. Und das wird dir
Mancher deuten: Mensch, du mußt dir
selbst entfliehen. Hüte dich vor
diesen Leuten! Rechne ab mit den
Gewalten

... weiterlesen


Selbstzucht

Mensch, du sollst dich
selbst erziehen. Und das wird dir
Mancher deuten: Mensch, du mußt dir
selbst entfliehen. Hüte dich vor
diesen Leuten! Rechne ab mit den
Gewalten

... weiterlesen


Deutsches Lied

Mich drängt zu
singen deutschen Geistes Kraft. Erde
nimmt Himmelschwingen, wenn er dich,
Volk, aufrafft. Über die
Eichenkronen stürmt er
zugvogeldreist in al

... weiterlesen


Dahin

Mit gesenkten
Blicken durch die Menge hin, durch die
fremde dunkle Menge, eine
traumentstiegene Palme,    
kam die junge Priesterin. Mit
geschlossenen Wimper

... weiterlesen


Der Pirat

Mit zehn Kanonen, blank
an Bord, mit vollen Segeln vor dem
Wind, die flink wie Mövenflügel
sind, streicht eine Barke durch die
Flut: die Barke des Piratenherrn, auf
allen Me

... weiterlesen


Venus Ouvertuere 1

Moralisch Burleske Sie
war geflochten aus besten Stricken, aus
bleiverknoteten, festen, dicken, meine
Geißel nämlich - und der Stil so grad
recht handlich zum Prügelspiel.

... weiterlesen


Der gestörte Nachtwandler

Muselparadiesische
Reimguirlande mit zarter Einflechtung
etlicher Geistesblüten neuerer
abendländischer Dichter O Nacht, o
Nacht, o - oh - o Nacht der Nacht, ach,
ach, ihr

... weiterlesen


Nicht doch!

Mädel, laß das Stricken
- geh, thu den Strumpf bei Seite
heute; das ist was für alte
Leute, für die jungen blüht der
Klee! Laß, mein Kind; komm, mein
Schätzchen!

... weiterlesen


Nicht doch

Mädel, laß das
Stricken, geh, tu den Strumpf bei Seite
heute; das ist was für alte
Leute, für die jungen blüht der
Klee! Laß, mein Kind, komm, mein
Schätzchen; s

... weiterlesen


Das Kind

Na lach doch, Kind! Dein
Zuckerschneckchen, schwarz
Sammetjäckchen, rote Bäckchen, dein
ausgestopftes Häschen, dein Mäulchen,
Händchen, Näschen hat all der liebe
Gott gemacht.

... weiterlesen


Fromme Wünsche

Nach Cecco
Angiolieri. Wär ich der Wind, ich
risse die Welt in Fetzen, wär ich das
Feuer, zerfräß ich sie zu
Funken, wär ich das Meer, sie läge
längst versunken, wäre

... weiterlesen


Die Heimkehr

Nach einem französischen
Volkslied Der Seemann kommt vom Krieg
zurück, so sacht; verbrannt so sehr,
verstaubt so sehr - `Wo kommst du,
armer Seemann, her? so sacht,

... weiterlesen


Wendekreislauf

Nach einer
Abschiedsvisite beim alten Herrn
Geheimrath. Nehmen wir Geschehn für
Leben, haben wir`s nicht recht
verstanden; Menschenleben ist das
Leben so nur, wie wir

... weiterlesen


Die Armen

Nach Emile
Verhaeren Sie sind so, diese armen
Herzen, ganz ausgehöhlt von stummen
Schmerzen, blaß und wie Teiche voll
Geweine: rings Leichensteine. Sie
sind

... weiterlesen


Lied des vogelfreien Dichters

Nach François
Villon. Ich sterbe dürstend an der
vollen Quelle; ich, heiß wie Glut, mir
zittert Zahn an Zahn. Frostklappernd
sitz` ich an der Feuerstelle, in meinem
Vaterl

... weiterlesen


Der Pirat - I.

Nach José de
Espronceda. Mit zehn Kanonen blank an
Bord, mit vollen Segeln vor dem
Wind, die flink wie Mövenflügel
sind, streicht eine Barke durch die
Flut: die Bar

... weiterlesen


Chinesisches Trinklied

Nach Li-tai-po. Der
Herr Wirt hier - Kinder, der Wirt hat
Wein! aber laßt noch, stille noch,
schenkt nicht ein: ich muß euch mein
Lied vom Kummer erst singen! Wenn der
Kumm

... weiterlesen


Auf der Reise

Nach Li-tai-po. Vor
meinem Lager liegt der helle Mondschein
auf der Diele; mir war, als fiele auf
die Schwelle das Frühlicht
schon, mein Auge zweifelt noch.

... weiterlesen


Zu Gott - VIII.

Nach Paul Verlaine. -
Ach! Herr! wie wird mir! siehe, weinend
vor Deine Füße stürz` ich,
schluchzend und jauchzend; deine Stimme
macht mir wohl und weh! mein Auge
weint, meine Se

... weiterlesen


Zu Gott - VI.

Nach Paul Verlaine. -
Herr! Herr! ich fürchte mich. Mein Herz
zittert und zagt. Ich seh, ich fühl`s:
man muß, muß Dein sein. Aber
wie, wie, Gott mein Gott, dein werden?
du Richt

... weiterlesen


Zu Gott - IV.

Nach Paul Verlaine. -
Herr, Herr, zuviel! ich wag`s nicht. Ich
Dein? Wer? ich, und Dein? Nein nein,
nur zagen darf ich, doch wagen - nein!
ich bebe! ich will`s nicht, ich bin
unwert

... weiterlesen


Wiedergeburt

Nach Paul Verlaine. Da
kam ein stiller Reiter geritten durch
den Hain, der stach mit seiner
Lanze in mein alt Herz hinein. Mein
alt Herz gab nur einen,

... weiterlesen


Zu Gott - I.

Nach Paul
Verlaine. Mein Gott hat mir gesagt:
`Sohn, man muß Mein sein! Mein! Sieh
meine durchbohrte Brust, mein strahlend,
blutend Herz und meine wunden Füße,
die Magdalenens Sc

... weiterlesen


Zu Gott - II.

Nach Paul
Verlaine. Und ich -: Herr! du sagtest
meine ganze Seele. Ja! ich will zu dir,
Herr, suche und finde nicht. Du, dessen
Liebe lodert wie aller Sonnen
Licht: ich Dein

... weiterlesen


Helle Nacht

Nach Paul
Verlaine. Weich küßt die
Zweige der weiße Mond; ein Flüstern
wohnt im Laub, als neige, als schweige
sich der Hain zur Ruh -    
  &

... weiterlesen


Zu Gott - V.

Nach Paul
Verlaine. `Drum muß man mein sein!
Ich bin`s, der in dir rast, bin der
neue Adam, der den alten frißt, dein
Hunger und dein Mannah; und meine Liebe
ist so ströme

... weiterlesen


Zu Gott - III.

Nach Paul
Verlaine. `Man muß, muß mein sein!
Ja: ich bin, bin der Kuß der Welten,
bin der Odem, bin dieser Mund, du
lieber Kranker, von dem du stammelst,
der glühende; und dies

... weiterlesen


Zu Gott - VII.

Nach Paul
Verlaine. `So möglich, wie gewiß. O
komm, o siehe, welch Entzücken deiner
harrt! Laß ab von deinem Harme und
deinem Trotz! komm, sinke in meine
offnen Arme, gle

... weiterlesen


Ruhe

Nach Verlaine. Auf die
Nachricht vom Tode des Dichters. Ein
großer schwarzer Traum legt sich auf
mein Leben; Alles wird zu Raum, Alles
will entschweben.

... weiterlesen


Einkehr

nach Verlaine Das
Glöckchen überm Dache da tönt heut
so weise. Das Bäumchen überm Däche
da bewegt sich leise. Der Himmel
überm Dache da steht kla

... weiterlesen


Lied Kaspar Hausers

Nach Verlaine Ich kam
so fromm, ein Waisenkind, das nichts
als seine stillen Augen hat, zu den
Leuten der großen Stadt; sie fanden
mich zu blöd gesinnt. Mit

... weiterlesen


Venus Nachtwache

Nachtwache eines Sehers
der Liebe Niemals sah ich die Nacht
beglänzter! Diamantisch reizen die
Fernen. Durch mein staubiges
Kellerfenster schielt der Schein der
Gaslaternen,

... weiterlesen


Herrliches Pärchen

Nein, wie sind wir
herrlich beide, ich mit meinem
Räubersinn, du in deinem
Jägerkleide, Sonntag gehn wir auf die
Haide, süße
Lüneburgerin! Zwanzigtausend Schafe
s

... weiterlesen


Gleichnis

Neulich erwacht’ ich
und griff zum Kruge; da hing einer
Spinne hundertmaschiges Netz über die
Öffnung gespannt. Ärgerlich rück ich
ihn weg, durch Zufall grad in
dieSonne: hundertfäti

... weiterlesen


Die Getrennten

Nie mehr bin ich
allein, gleich bebt in mir deine
Stimme: Du, wie ist dir ums Herz? Du,
wie ist dir ums Herz? Wie dem
Schwanenpaar damals, das wir beim
Nestbau belausc

... weiterlesen


Ein Blick

Nie werd` ich diesen
dunkeln Blick vergessen, der so trüb
und klar voll Sehnsucht war; dann
wandte sich ihr Augenpaar zum Fenster.
Hohl klang das Getick des
Regens.

... weiterlesen


Gebet der Sucht

Niemals sah ich die Nacht
beglänzter, diamantisch reizen die
Fernen; durch mein staubiges
Kellerfenster sticht der Schein der
Gaslaternen, schielt auf meine
frierenden Händ

... weiterlesen


Ermutigungen

Nimm dein Schicksal ganz
als Deines! Hinter Sorge, Gram und
Grauen wirst du dann ein
ungemeines Glück entdecken:
Selbstvertrauen. Weß Wesen ist so
wohlgeglückt, da

... weiterlesen


Mein Trinklied

Noch eine Stunde, dann
ist Nacht; trinkt, bis die Seele
überläuft,       Wein
her, trinkt! Seht doch, wie rot die
Sonne lacht, die dort in ihrem Blut
ersäuft;

... weiterlesen


Bewegte See

Noch Einmal so! Im Nebel
durch den Sturm, das Segel knatterte,
die Schiffer schrieen, das Bugspriet
stand im Wasser wie ein Turm, ich
fühlte deine Angst in meinen
Knieen und sah dei

... weiterlesen


Genesen

Nun atmen deine Worte
wieder Leben. Im Zittern deiner Lippen
steht’s geschrieben, in deinen
seligen Augen kann ich’s lesen, ich
lausch es mir aus deinem stillsten
Wesen, wie’s

... weiterlesen


Sieg

Nun haben wir den
schwersten Kampf gerungen im heiligen
Krieg um unser Reich der Einheit, als
heiß wir rangen mit der eignen
Kleinheit, bis Seele ganz in Seele war
gedrungen,

... weiterlesen


Der Strauß

Nun nimm drei weiße
Nelken du, mein Weib. Und du, Geliebte,
nimm diese drei roten noch dazu. Und
in die nickenden Nelken thu ich eine
dunkelgelbe Rose. Seht: ist es
n

... weiterlesen


Der Strauß

Nun nimm drei weiße
Nelken du, mein Weib. Und du, Geliebte,
nimm diese drei roten noch dazu. Und
in die nickenden Nelken tu ich eine
dunkelgelbe Rose. Seht: ist es
ni

... weiterlesen


Einsamkeiten

Nun still, mein Schritt,
im stillen Nebelfeld; hier rührt kein
Leben mehr an meine Ruhe, hier darf ich
fühlen, daß ich einsam bin. Kein
Laut; kein Hauch; der bleiche Abend
hält i

... weiterlesen


Gebet der Sättigung

Nun verging der Stern der
Frühe, meine Augenlider brennen; und
die Sonne kann mit Mühe die gefrornen
Nebel trennen. Mich verdrießt mein
nächtlich Brüten; drüben

... weiterlesen


Bastard

Nun weißt du, Herz, was
immer so in deinen Wünschen bangt und
glüht, wie nach dem ersten
Sonnenschimmer die graue Nacht verlangt
und glüht, und was in deinen
Lüsten nach

... weiterlesen


Die Glücklichen

Nun will ich mir die
Locken mit Birkenlaub behängen, der
Frühling sitzt am Wocken, von dem er
mit Gesängen um meine Wildnis grüne
Schleier spinnt. Und du auf
deine

... weiterlesen


Trauschwur

Nun wollen wir zur
Andacht uns bereiten; nun leg in meine
deine Hand und höre den Schwur der
Treue, den ich heut uns schwöre bei
unseren und dem Geist der
Ewigkeiten. Und w

... weiterlesen


Der Brand

Nur Zufall ... Bleiern
lag Berlin im Abendlichte Dach an
Dach; trüb sah sie in das Feuer, das
drüben aus dem Giebel brach.  
      Die Flammen
zuckten.

... weiterlesen


Ansturm

Nur zürne nicht, wenn
mein Begehren brausend aus seinem
Dunkel bricht. Soll es mich selber
nicht verzehren, muß ich’s
aussprühn! ans Licht, ans
Licht! Fühlst ja, wie al

... weiterlesen


Bitte

Nur: sage `Du` ... ich
will ja nie, nie wieder deine Lippen
küssen, nun wir`s gefühlt, so Knie an
Knie gefühlt, daß wir uns lieben
müssen. Das Abendrot umfing so
brennen

... weiterlesen


Venus Primitiva

O daß der Kuß doch ewig
dauern möchte, - starr stand, wie
Binsen starr, der Schwarm der
Gäste; der Kuß doch ewig, den ich auf
die Rechte, tanztaumelnd dir auf Hals
und Brüste preßte!

... weiterlesen


Im Reich der Liebe

O Du, dein Haar, wie
stralt dein Haar, das ist wie schwarze
Diamanten! O - weil wir uns als
Herrscherpaar der ewigen Seligkeit
erkannten, Du! Schmück mir die
Stirn du

... weiterlesen


Freudenruf

O freu dich, Mensch:
Deine Welt erschallt! Überall ist
Frühling, wo dein Herz
nachtigallt!      
  Menschenlieder, ihr
schwanken        
Meer- und

... weiterlesen


Nachtgebet der Braut

O mein Geliebter - in die
Kissen bet’ ich nach dir, ins
Firmament! O könnt ich sagen, dürft
er wissen, wie meine Einsamkeit mich
brennt! O Welt, wann darf ich ihn
umschli

... weiterlesen


Venus Creatrix

O meine bleiche Braut! du
blasse Wolke im Arm des Sturms! du
bebend Haupt, an meine Brust geneigt
aus deinen Schleiern: erbleichst,
erbebst du mir? O nun erglühst du,
heimlich Willi

... weiterlesen


Verheißung

O weine nicht; die Wunden
heilen bald, die dir mein Unmut schlug
und dein Verzagen. Du wirst noch
jubeln, daß dich mit Gewalt mein Mut
aufstachelt aus den
Alltagstagen.

... weiterlesen


Krämerseelen

O wie sie lieben! wie sie
maßvoll bleiben! nur ja den lieben
Nächsten nicht bereichern! Wie sie
gewissenhaft Tauschhandel treiben und
brav Gefühlchen zu Gefühlchen
speichern!

... weiterlesen


Ausgleichungen

Ob du Schönes
erschaffst, ob lieber Wirkliches
nachformst: wnn das Schöne nur echt,
wenn nur das Wirkliche wahr! Freilich,
das Schöne ist echt allein durch die
Wahrheit desWesens, aber d

... weiterlesen


Morgenstunde

Ob du wol auch so
schlaflos liegst und dich in wachen
Träumen wiegst vor Glück, wie sehr
die Sehnsucht brennt? Ich starr` ins
dunkle Firmament: der Morgenstern, in
großem Bogen,

... weiterlesen


Schöpfungsfeier

Oratorium natale Chor
der Ahnen Welch ein Festtag! Wieder
reihn sich Flammen, wieder neigen
Blumen sich zusammen, Kind, weil du am
Leben bist. Kind, noch immer

... weiterlesen


Der Hahnenkampf

Parabel Liebe Leute,
ihr kennt den Baum der Erkenntnis. Mit
seiner Frucht hats `ne eigne
Bewendnis: Seit Adam hat niemand sie
mehr gesehn, also wird er wohl ewig in
Blüte st

... weiterlesen


Der Tiefsinn

Parodie. Auf einer
Pappelspitze sitzt ein Mann in
Unterhosen, pflückt Rosen und seufzt
die Sonne an. `O, wie ist der
Tiefsinn hoch!` Also hört` ich
Et

... weiterlesen


Lied beim Segeln

Paul Scheerbart zum
Angebinde Jetzt ist kein Hafen mehr
in Sicht, die Welle stürzt schon
breiter, die Segel brüsten sich im
Licht: jetzt, Jungs, wirds
heiter!  

... weiterlesen


Venus Metaphysica

Plötzlich sah ich
draußen das Feld ganz von magischem
Licht erhellt. Durch die äußersten
Straßen von Berlin schien dies Licht
mich ins Freie zu ziehn, ich mußte nur
immer gehn

... weiterlesen


Erleuchtung

Plötzlich thut, was
dunkel war, dir sich grund und
offenbar; und dann kannst du nicht
verstehen, daß du sonst es nicht
gesehen. Aus dem Grund der Welt durch
dich off

... weiterlesen


Grüße!!!

Postkarte von und an Arno
Bolz. Drei Ausrufungzeichen und
`Lieber Freund` - hat er das blos so
hingemeint? Er ist doch sonst nicht von
der Sorte, die Jedem gleich alle zehn
F

... weiterlesen


Vor Sonnenaufgang

Propheten, der Sonne, der
Morgen graut! Was säumt ihr den
Erdrand wie Nebelscheuchen und beklagt
euch über die Nachtdünste? Hört doch
die Hähne: sie krähn in die
Wolkenröte, u

... weiterlesen


Ballnacht

Prunkende Klänge, Tanz
und Geflirre. Stumm im Gedränge steh
ich und irre. Steh ich und starre,
suche nach dir, und weiß und weiß
doch, du bist nicht hier. A

... weiterlesen


Venus Heroica

Psalm an den
Geist. Bleibe dir heilig,
Geist: Herr deiner Seele! Ein fremder
Schein beirrt dich noch: was spähst du
nach Schiffen im Nebel, von Andern
gelenkt?!

... weiterlesen


Die neue Würde

Richard Luksch zur
Erinnerung Ein Künstler war
deutscher Professor geworden, mit der
Aussicht auf weitere Ämter, Titel und
Orden. Und weil er von Natur ein
Bildhauer war, e

... weiterlesen


Jesus bettelt

Schenk mir deinen goldnen
Kamm; jeder Morgen soll dich
mahnen, daß du mir die Haare
küßtest. Schenk mir deinen seidnen
Schwamm; jeden Abend will ich
ahnen, wem du dich im B

... weiterlesen


Wen’s trifft

Schicksal hämmert mit
blinden Schlägen: Wachs bleibt Wachs,
Gold läßt sich prägen, Eisen wird
Stahl, Glas zerspringt - springt an
hundert eiserne Türen, keine Klinke
will sich

... weiterlesen


Wens trifft

Schicksal hämmert mit
blinden Schlägen: Wachs bleibt Wachs,
Gold läßt sich prägen, Eisen wird
Stahl, Glas zerspringt, springt an
hundert eiserne Thüren, keine Klinke
will sich

... weiterlesen


Wiegenlied für meinen Jungen

Schlaf, mein Küken -
Racker, schlafe! Kuck: im Spiegel stehn
zwei Schafe, bläkt ein großes, mäkt
ein kleines, und das kleine, das ist
meines!        
Bengel,

... weiterlesen


Ungleiche Geschwister

Schlauheit erwägt das Schlechte,
Klugheit das Rechte,
Weisheit die Mächte.

Schlauheit fristet sich hin,
Klugheit bringt Gewinn,
Weisheit schenkt dem Leben Sinn.
Ungleiche Geschwister

Schlauheit erwägt das Schlechte,
Klugheit des Rechte,
Weisheit die Mächte.

Schlauheit fristet sich hin,
Klugheit bringt Gewinn,
Weisheit schenkt dem Leben Sinn.
Den Querköpfen

Schließ nur klüglich
deine Höhle! Ist die Welt auch weit
und kalt, Sonne findet schon den
Spalt in die unverschlossne
Seele. Ich bin dumm! sprach Hans
Dummerjan und

... weiterlesen


Entbietung

Schmück dir das Haar mit
wildem Mohn, die Nacht ist da; all
ihre Sterne glühen schon. All ihre
Sterne glühn heut Dir, du weißt es
ja: all ihre Sterne glühn in
mir!

... weiterlesen


Entbietung

Schmück dir das Haar mit
wildem Mohn, die Nacht ist da all ihre
Sterne glühen schon. All ihre Sterne
glühn heut Dir! du weißt es ja: all
ihre Sterne glühn in mir!

... weiterlesen


Himmelfahrt

Schwebst du nieder aus
den Weiten, Nacht mit deinem
Silberkranz? Hebt in deine
Ewigkeiten mich des Dunkels milder
Glanz? Als ob Augen liebend
winken: alle Liebe sei en

... weiterlesen


Verklärung

Schwer sind dir die
grauen Tage? Seele, komm: ich nehm dich
ganz, wie du willst, du liebe
Plage! Horch, der Regen rauscht wie
Tanz, und die Windsbraut singt und
geigt: Nichts

... weiterlesen


Adlerschrei

Schwere Tage
schwanden, seit ich zu dir stieß, all
im Flug bestanden, von den
Hügellanden her durch Stürme auf dies
Bergverlies. Mit erprobten
Schwingen hock

... weiterlesen


Weihnacht im Krankenhaus

Schönen guten Abend, ihr
im Leidensgewand; neue frohe Botschaft
hört aus Gnadenland! Wir haben lang
gesucht nach einem heilsamen
Sterne, bis er sich finden ließ in
seiner nächtlichen Fe

... weiterlesen


Gebet im Flugschiff

Schöpfer Geist,
unbegreiflicher, der du Wesen ersinnst,
die Gestalt annehmen, grausig gütiger
du, denn jedes lebt vom Tod vieler
ändern, Götter wie Menschen, Tiere,
Pflanz

... weiterlesen


Morgenandacht

Sehnsucht hat mich früh
geweckt; wo die alten Eichen
rauschen, hier am Waldrand
hingestreckt, will ich Dich, Natur,
belauschen. Jeder Halm ist wie
erwacht; grüner sc

... weiterlesen


Ein bengalisches Licht

Seht, das Dunkel scheint
zu blühen! Ja, die trübe Nacht
errötet; und die Finsternisse
tötet sacht ein schmachtendes
Erglühen. Nebel, die, durch Schatten
schwimmen,

... weiterlesen


Jetzt und immer

Seit wann du mein - ich
weiß es nicht; was weiß das Herz von
eit und Raum! Mir ist, als wär’s
gestern erst, daß du erfülltest
meinen Traum, mir ist, als wär’s
seit

... weiterlesen


Schneeglöckchen

Sie ist erwacht, des
Winters einzige Blume. In Tod und
Nacht träumte die stumme Botin des
Frühlings von Licht und Leben. Wie
sie sich heben alle die sp

... weiterlesen


Drama

Sie ist nur durch mein
Zimmer gegangen und hat mir nur ihr
Schicksal erzählt, und ich habe sie
mit Trost gequält und saß und starb
fast vor Verlangen. Sie hat geträumt
vo

... weiterlesen


Nach einem Regen

Sieh, der Himmel wird
blau; die Schwalben jagen sich wie
Fische über den nassen Birken. Und du
willst weinen? In deiner Seele
werden bald die blanken Bäume und
blau

... weiterlesen


Hoch in der Frühe

Sieh, wie wir zu den
Sternen aufsteigen! Unsern
glückstrahlenden Augen leuchtet der
Schnee der Gebirge, bald blitzt dort
unten die Sonne durch. O! Schon röten
sich Tiefen und Höhe

... weiterlesen


Ein Stelldichein

So war`s auch damals
schon. So lautlos verhing die dumpfe
Luft das Land, und unterm Dach der
Trauerbuche verfingen sich am
Gartenrand die Blütendünste des
Hollunders; stumm

... weiterlesen


Zur Genesung

Steh auf, steh auf vom
Meeresschooß! guten Morgen! ich will
dich selig machen! Hörst du die
Walfische lachen? hörst du das
Weltkonzert schallen? Komm, kletter auf
die Koral

... weiterlesen


Blick ins Licht

Still von Baum zu Bäumen
schaukeln meinen Kahn die
Uferwellen; märchenblütenblau
umgaukeln meine Fahrt die
Schilflibellen, Schatten küssen den
Boden der Flut. Durc

... weiterlesen


Nacht für Nacht

Still, es ist ein Tag
verflossen, deine Augen sind
geschlossen, deine Hände, schwer wie
Blei, liegen dir so drückend
ferne, um dein Bette schweben
Sterne, dicht an dir vorbe

... weiterlesen


Das Erwachen

Stille füllt die
flimmernde Rotunde; aus den
Marmorsäulen blickt die
Mittagsglut. Götterbilder
leuchten, und ein Mädchen ruht auf
den Stufen mit verträumtem
Munde.

... weiterlesen


Inhalt der Kunst

Suchst du im Bild nach
allen Zügen des Lebens, wird dir keins
genügen. Das eben ist es: weil’s
nicht Leben, kann dein Gefühl ihm
Leben geben. Das Leben läßt sich
stets

... weiterlesen


Im Fluge

Tanz in Eines flocht, o
Gott, der Tanz unsre bang beseligten
Gestalten, und ich sah, ihr schweres
Haar war ganz von dem einen Silberpfeil
gehalten. Und da hob sich schon ihr

... weiterlesen


Die Reise

Tipp, tapp,
Stuhlbein, hüh, du sollst mein
Pferdchen sein! Klipp, klapp,
Hutsche, du bist meine
Kutsche, wutsch! Wipp, wapp, zu
langsam, hott, wir fahren Eisen

... weiterlesen


Jesus der Künstler

Traum eines Armen. So
war`s. So stand ich: dumpf, doch
fühlend: stumm: im roten Saal, reglos,
in dunkler Ecke: dumpf, starr und
fühlend: schwer: Stein unter
Steinen: bang:

... weiterlesen


Knecht Ruprecht und die Christfee

treten in die
Weihnachtsstube.      
      Ruprecht wendet
sich an die Kleinen: Ich bin der alte
Weihnachtsmann, ich hab ein`n b

... weiterlesen


Lied im Winter

Trüb sucht dein Blick:
wann wird sie wieder blühn? Die harte
Erde läßt mit kaltem Schweigen die
Wipfel in den klaren Himmel zeigen um
die verschneite Bank im Wald, auf der
du ein

... weiterlesen


Träume, träume, du mein süßes Leben

Träume, träume, du mein
süßes Leben, Von dem Himmel, der die
Blumen bringt. Blüten schimmern da,
die leben Von dem Lied, das deine
Mutter singt. Träume, träume,
Knospe

... weiterlesen


Venus Mater

Träume, träume, du mein
süßes Leben, von dem Himmel, der die
Blüten bringt; Blumen winken da, die
beben von dem Lied, das deine Mutter
singt ... Träume, träume,
Knospe

... weiterlesen


Vor Ostern

Ueber frei Feld, mein
Hund und ich, die Frühlingsluft ist
dunkel, fern staut sich ein
Gewitterstrich, mein Teckel knurrt, er
fürchtet sich.     Komm,
Didel.

... weiterlesen


Ballade

Ueber Rußlands
Leichenangesicht faltet hoch die Nacht
die blassen Hände; auf das stumme,
weiße, kalte Antlitz funkeläugig
starrt die Nacht und lauscht. Heiser
kommt ein Geläute.

... weiterlesen


Heimat

Und auch im alten
Elternhause und noch am Abend keine
Ruh? Sehnsüchtig hör` ich dem
Gebrause der hohen Pappeln draußen
zu. Und höre sacht die Thüre
klinken, Mutte

... weiterlesen


Und dennoch!

Und bist vom
auserwählten Stamm und liebst dein
Volk und uralt Blut, und fast wie Haß
ist deine Glut für deinen schwer
gequälten Stamm; und träumst von
euerm Sinai

... weiterlesen


Geständnis

Und daß ich deiner ganz
vergessen in einem trüben
Augenblick, in wüster Laune mich
vermessen, zu scheiden dein und mein
Geschick: kannst du’s
verzeihn? Die Nacht

... weiterlesen


Nur

Und der Abschied war kein
Ende, und mein Blick bewegte dich; und
es war, als legte sich still dein Herz
in meine Hände ... Aber wenn du
wiederkehrst, will ich deine H

... weiterlesen


Das Menschliche

Und doch, und doch, du
stolzes Kind, viel stolzer fühlt mein
kleines Lied, das kindlich vor dir
niederkniet und fromm beginnt: Wärst
du im Ehrenkleide der Hohen höchste
Zie

... weiterlesen


Berückung

Und du kamest in mein
Haus, kamst mit deinen schwarzen
Blicken; sah ich ferne Palmen
nicken, und du gabst mir deinen
Strauß. Gabst die zitternden
Narzissen, die wir i

... weiterlesen


Gieb mir!

Und du kamest in mein
Haus, kamst mit deinen schwarzen
Blicken; sah ich still die Palmen
nicken, und du gabst mir deinen
Strauß. Gabst die zitternden
Narzissen, die w

... weiterlesen


Venus Vita

Und einen Feldweg, und um
Morgengrauen,     die kahlen
Bäume stehen da wie tot,    
ich aber wandre, ohne aufzuschauen. Ich
fühle eine Furcht; und Regen
droht.

... weiterlesen


Nachruf an Nietzsche

Und es kam die
Zeit, daß Zarathustra abermals aus
seiner Höhle niederstieg vom
Berge; und viel Volkes küßte seine
Spuren. Der Jünger aber, der ihn
liebte,

... weiterlesen


Durch die Nacht

Und immer Du, dies dunkle
Du, und durch die Nacht dies hohle
Sausen; die Telegraphendrähte
brausen, ich schreite meiner Heimat
zu. Und Schritt für Schritt dies
dunkle Du,

... weiterlesen


Durch die Nacht

Und immer Du, dies dunkle
Du, und durch die Nacht dies hohle
Sausen; die Telegraphendrähte
brausen, ich schreite meiner Heimat
zu. Und Schritt für Schritt dies
dunkle Du,

... weiterlesen


Venus Pandemos

Und jenes letzte Mal. Im
Nachtcafé der Vorstadt wieder, müde
vom Geruch der schwülen Sofaplüsche
und des Punsches, der vor mir glühte,
und vom Frauendunst der feuchten
Winterkle

... weiterlesen


Abschied ohn End

Und so muß ich dich nun
doch beschwören, flieh! Ja, flieh
mich, mich! Ich: hier, sieh
mich: ich weiß, ich will und würde
dich betören, und du darfst, du darfst
mir

... weiterlesen


Der Wunschgeist

Und wieder saß ich spät
mit mir allein, im Lichtkreis meiner
Lampe, Ausgeburten sehnsüchtiger Not
durchs Hirn vom Herzen wälzend und
wußte nichts von mir; ein krasser
Wust von W

... weiterlesen


Störung

Und wir gingen still im
tiefen Schnee, still mit unserm tiefen
Glück, gingen wie auf Blüten, als
die arme Alte uns anbettelte. Und du
sahst wol nicht, als du ihr die

... weiterlesen


Die Harfe

Unruhig steht der hohe
Kiefernforst, die Wolken wälzen sich
von Ost nach Westen, lautlos und hastig
ziehn die Krähn zu Horst, dumpf tönt
die Waldung aus den braunen Aesten, und
du

... weiterlesen


Der brave Strubel

Unser Hofhund, Strubel
heißt er, ist gar lobesam; nur die
Ruhestörer beißt er, denen ist er
gram. Ach, er liefe gern den
Katzen durch den Garten nach; bellt

... weiterlesen


Unterm jungen Birnbaum

Unterm jungen Birnbaum
standest du. An die ersten kleinen
grünen Früchte rührtest du entzückt
mit zartem Finger; letzte Blüten
wehten um dich nieder. Unterm jungen
Birnb

... weiterlesen


Furchtbar schlimm

Vater, Vater, der
Weihnachtsmann! Eben hat er ganz laut
geblasen, viel lauter als der
Postwagenmann. Er ist gleich wieder
weitergegangen, und hat zwei furchtbar
lange Nasen, d

... weiterlesen


Den Schreihälsen

Verdammte Liebe! schimpft
Hans Aff, dem seine Liebschaft schlecht
bekam. Verfluchte Lust! stöhnt
Christian Pfaff, der sich in Wollust
übernahm. Herr, schenke diesen beiden
Armen

... weiterlesen


Einem Kathederhelden

Verehrter Gönner! Eben
wird mir kund, welch eine Null ich bin
Für Euer Gnaden. Was schreit Ihr
so?  Ich bin, weiß Gott, kein
Hund, der lüstern ist auf
Dutzendmännleinwaden.

... weiterlesen


Denkzettel für den verehrten Leser

Verehrter Leser! 
Mensch! ich beschwör dich: lies mich
richtig, Mensch, oder scher
dich! Nämlich das Lesen von
Gedichten ist zwar sehr einfach zu
verrichten, aber grade die ei

... weiterlesen


Verehrter Leser!

Verehrter Leser, Mensch,
ich beschwör dich: lies mich richtig,
Mensch - oder scher dich! Nämlich das
Lesen von Gedichten ist zwar sehr
einfach zu verrichten, aber grade die
einfach

... weiterlesen


Vergißmeinnicht

Vergißmeinnicht in einer
Waffenschmiede - was haben die hier zu
tun? Sollte heimlich der
Friede hinterm Hause am Bache ruhn?
Dumpf fallen die Hämmer in hartem
Takt:

... weiterlesen


Lied der Gehenkten

Villon`s Epitaph, als er
nebst Etlichen zum Galgen verurteilt
war. O Mensch, o Bruder, machst du
hier einst Rast, verhärte nicht dein
Herz vor unsrer Pein; denn wenn du
Mitl

... weiterlesen


Fachmenschen

Virtuosen von Fach: die
schöneren äffen Stile nach, während
die mehr wahren einen eignen Unstil
offenbaren. Dilettanten von
Fach: die blöden beten der Unnatur
nach

... weiterlesen


Fachmenschen

Virtuosen von Fach: die
schöneren äffen Stile nach, während
die mehr wahren einen eignen Unstil
offenbaren. Dilettanten von
Fach: die blöden beten der Unnatur
nach

... weiterlesen


Ein Blütenblatt

Von deinen Tulpen fiel
das erste Blatt. Es liegt am Fuß der
stolz geschwungnen Vase und lehnt sich
auf am gletscherblauen Glase, und
drüber flammt der Strauß mit dreizehn
Bränden.

... weiterlesen


Das Perlgewebe

Von Ida Dehmel Ich
sitze dunkle Frau in meinem
Zimmer, stille, dunkle, große
Frau. Weiß ist das Zimmer, weit seine
Wände; weiß ist mein Kleid, mein
Webstuhl weiß.

... weiterlesen


Unterwegs

Vor meinem Lager liegt
der helle Mondschein auf der
Diele. Mir war, als fiele auf die
Schwelle das Frühlicht schon; mein
Auge zweifelt noch. Und ich hebe mein

... weiterlesen


Entweihung

Wage selber kaum
verstohlen deinen Namen mir zu
stammeln; ist mir immer doch, die
Menschen müßten sich zur Andacht
sammeln. Und ich muß es höflich
leiden, muß mic

... weiterlesen


Warnungstafel

Wahrheit hat viel üble
Paten. Mancher zeigt gern seine
Schwächen; laß dich nicht dadurch
bestechen! Die Lügner, die sich selbst
verraten, sind die dümmsten oder die
schli

... weiterlesen


Morgenländisches Preislied

Walter Tiemann zur
Erinnerung O Schehresade, Fee der
Nacht, in der die Wunderschelle
klingt, o Fee, welch Lied ist hold
genug, die hohe Wonne anzustimmen, die
uns zu D

... weiterlesen


Nächtliche Frage

Was bebt und bangt so
wehe mein Herz empor, wenn ich dort
oben sehe der- Sterne Chor? Wie
freie Seelen winken, so bannt den
Blick ihr wandelbares Blinken:

... weiterlesen


Lied vor Tag

Was bewegt dich, stiller
Himmel? Was beschwingt die schweren
Wolken? Herz, wie kommt die helle
Höhe übers tiefgraue Meer? Durch
die Wolken schwebt ein
Vogel, schwebt

... weiterlesen


Kunst und Leben

Was in unser Leben
fiel, schwer wird leichter, fremd wird
eigen, rostig will es wieder
steigen, Will zurück zum
Lebensreigen, und so wird’s ein Fest,
ein Spiel. Nat

... weiterlesen


Schicksalsworte

Was ist dein Loos? 
Das Mensehenloos. Das Menschenloos ist
immer groß. Es ist, o Mensch, der
Weltenschooß. Wenn du auch
irrst auf den Bergen des
Strebens: nicht

... weiterlesen


Die Illusion

Was ist die Freude, das
Glück, das Leben ohne den Traum von
Hoffnung und von Ruhm! Eine Straße,
endlos, öd, uneben: immer müder wird
dein Pilgertum. Gieb mir Melodieen -

... weiterlesen


Werksprüche

Was Natur in trüben
Bächen still durch Tier und Menschheit
gießt, Dichtermund wills heilig
sprechen, bis es klar zur Gottheit
fließt. Echo von der
Himmelsleiter,

... weiterlesen


Das Eine

Was sind Worte, was sind
Töne, all dein Jubeln, all dein
Klagen, all dies
meereswogenschöne unstillbare laute
Fragen - rauscht es nicht im Grunde
leise, Seele, immer nur die

... weiterlesen


Pro Domo

Was will da Beifall, was
Geschelt! Ob Manneswerk, ob
Jünglingsbuch: der Künstler ist so
alt wie die Welt, das ist sein Segen,
das ist sein Fluch. Wo er geirrt als
junger Fant,

... weiterlesen


Meeraugen

Was will in deinen Augen
mir dies dunkelvolle, fremde Weh, so
still und sehr? so tief und schwer wie
Stürme, die Ruhe suchten im Schooß
der grauen See. Versin

... weiterlesen


Reinertrag

Was wir sammeln, was wir
speichern, mag`s die Erben noch
bereichern,        
    einst vergeht`s. Nur der
Schatz der Seelenspenden wächst, je
mehr wir

... weiterlesen


Weihnachtsglocken

Weihnachtsglocken,
wieder, wieder sänftigt und bestürmt
ihr mich. Kommt, o kommt, ihr hohen
Lieder, nehmt mich, überwältigt
mich! Daß ich in die Knie
fallen, daß

... weiterlesen


Der Frühlingskasper

Weil nun wieder Frühling
ist, Leute, streu ich
butterblumengelber
Kasper lachend lauter lilablaue
Asternblüten hei ins helle Feld!
Lilablaue Astern, liebe Le

... weiterlesen


Juchzer

Weil nun wieder Frühling
ist, Leute, streu ich
butterblumengelber
Kasper lachend lauter lilablaue
Asternblüten hei ins helle
Feld! Lilablaue Astern, liebe
Leu

... weiterlesen


Wirrsal

Weine nicht, mein treues
Weib! Jene Andre, die mich auch
liebt, die beglückt wol meinen
Leib, aber Du hast meine ganze
Seele. Und du bist ihr nicht
verhaßt. Mußt du

... weiterlesen


Narzissen

Weißt du noch, wie
weiß, wie bleich in den
Maiendämmerungen, wenn du meinen Hals
umschlungen, wenn ich dich ans Herz
gerissen, um uns schwankten die
Narzissen? Wei

... weiterlesen


In majorem gloriam

Wenn die Bratenbarden
leiern, wenn die Schwätzer Vivat
schrein, gönn es ihnen, Feste zu
feiern, Künstler, mach dich nur nicht
mit gemein! Deinem Werk gebührt die
Ehre,

... weiterlesen


Manche Nacht

Wenn die Felder sich
verdunkeln, fühl` ich, wird mein Auge
heller, schon versucht ein Stern zu
funkeln und die Grillen klingen
schneller, jeder Laut wird
bilderreicher,

... weiterlesen


Übermacht

Wenn du fliehn willst,
flieh, du kannst es noch, bald ist es
auch für Dich zu spät. Denn siehst
du: Ich, ich brenne nach dir mit einer
Kraft, die mich schwach
macht, ich zit

... weiterlesen


Notabene

Wenn man nur dein Bestes
ehrt, bist du noch nichts Bessers
wert. Kopf hoch, Beine breit! Alles
Andre macht die Zeit. Man steigt auf
Berge nicht mit einem Schritt

... weiterlesen


Ehre

Wer meinen Rock
bespeit, hat ihn auch abzulecken; wer
meinen Ruf entweiht, macht nur die Luft
voll Flecken. Die Luft, in der du
treibst, ist bald nicht mehr zur
Stelle

... weiterlesen


Radlers Seligkeit

Wer niemals fühlte per
Pedal, dem ist die Welt ein
Jammertal! Ich radle, radle,
radle. Wie herrlich lang war die
Chaussee! Gleich kommt das achte Feld
voll Klee. Ich

... weiterlesen


Bann

Wie aus dem Schilf die
Wasserfee tauchtest du winkend aus der
Schaar der Andern um uns zu mir
her mit deinem langen schwarzen
Haar und deinem fernen
Augenpaar. Und sta

... weiterlesen


Tiefe Gefahr

Wie bewegte
Himmelreiche suchten mich die klaren
Quellen deiner Blicke aufzuhellen. Und
mir tauchte aus den Wellen meine
Unschuld auf: als Leiche. Und im
sanften Spiel

... weiterlesen


Lobgesang

Wie das Meer ist die
Liebe: unerschöpflich, unergründlich, unermeßlich: Woge
zu Woge stürzend gehoben, Woge in
Woge wachsend
verschlungen, stur

... weiterlesen


Kunstgenuß

Wie man würdig Kunst
empfängt? Wenn man würdigt, was sie
schenkt! Nimm, vernimm, und frag
nicht viel, tiefster Ernst wird
höchstes Spiel; sieh nur, mit dem
Schmerz der Ze

... weiterlesen


Läuterung

Wie mit zauberischen
Händen greifen Träume in mein
Leben, will ein Altes sich
vollenden, will ein Neues sich begeben
... Eine Flamme sah ich lodern hoch
und rein aus

... weiterlesen


Getroffen

Wieder! da kommt sie
durchs Gewimmel. An ihrem Busen, in der
Rechten, wie Nachtgewölke ruhn am
Himmel, die aufgerafften dunklen
Flechten bestricken meinen Blick wie
Schlange

... weiterlesen


Stimme von oben

Willst du von Gott neue
Wunderzeichen,      
      arbeite! Willst du
alten Göttern wunderlos
gleichen,        
    genieße!

... weiterlesen


Der Arbeitsmann

Wir haben ein Bett, wir
haben ein Kind, mein Weib! Wir haben
auch Arbeit, und gar zuzweit, und haben
die Sonne und Regen und Wind, und uns
fehlt nur eine Kleinigkeit, um so
fr

... weiterlesen


Eine gantz neu Schelmweys

Wir Schelmbe sind ein
feinen hauff, da kann kein HErrgott
wider auf; die Welt ist voll von Unsern
Preiß, seit Adam stahl im
Paradeys. Hosianna! Uns bleibt kein
geldt

... weiterlesen


Bergarbeiterlied

Wir tragen alle ein Licht
durch die Nacht,      
  unter Tag. Wir träumen von
unerschöpflicher Pracht,    
    über Tag. Wir helfen ein
Wer

... weiterlesen


Über den Sümpfen

Wo wohnst du nur, du
dunkler Laut, du Laut der Gruft? Was
rinnt und raunt durch Schilf und
Duft und glüht wie Augen durch die
Luft, durch Rohr und Kraut ... Es
lehnt

... weiterlesen


Oben und Unten

Über die grauen Dächer
weg, hoch hier oben, durch die langen
roten Nelken, die vor meinem offnen
Fenster leise zwischen mir und dem
blauen Abendhimmel
schwanken, will

... weiterlesen


Überraschung

Über die grauen Dächer
weg, hoch hier oben, durch die langen
roten Nelken, die vor meinem offnen
Fenster leise zwischen mir und dem
blauen Abendhimmel
schwanken, will

... weiterlesen


Über frei Feld

Über frei Feld, mein
Hund und ich; die Frühlingsluft ist
dunkel. Fern staut sich ein
Gewitterstrich; mein Teckel knurrt, er
fürchtet sich.      
Komm, Teckel.

... weiterlesen


Anno Domini 1812

Über Rußlands
Leichenwüstenei faltet hoch die Nacht
die blassen Hände; funkeläugig durch
die weiße, weite, kalte Stille starrt
die Nacht und lauscht. Schrill kommt
ein Geläute

... weiterlesen


Aufblick

Über unsre Liebe
hängt eine tiefe Trauerweide. Nacht
und Schatten um uns beide; unsre
Stirnen sind gesenkt. Wortlos sitzen
wir im Dunkeln; einstmals rauschte hier
ei

... weiterlesen


Nächtliche Scheu

Zaghaft vom Gewölk ins
Land fließt des Lichtes Flut aus des
Mondes bleicher Hand, dämpft mir alle
Glut. Ein verirrter Schimmer
schwebt durch den Wald zum
Fluß,

... weiterlesen


Sternzauber

Ziehst du nieder aus den
Weiten, Nacht, mit deinem
Silberkranz? Zieht in deine
Ewigkeiten mich des Dunkels milder
Glanz? Als ob Augen liebend
winken: alle Liebe sei en

... weiterlesen


Deine Nähe

Zitternd bin ich
aufgesprungen, glühend, mit dem
Tageslichte, dir zu singen die
Gedichte, die ich dir im Traum
gesungen. Nie ertönte
Wunderklänge, zauberzarte, weic

... weiterlesen


Der letzte Traum

Zum Gedenken an Detlev v.
Liliencron Es war am sechsten Abend,
und Gott sprach: Alles ist gut
geworden. Alles. Nur der Mensch: was
ist der Mensch? Er träumt wie Ich. Er
möc

... weiterlesen


Der letzte Traum

Zum Gedenken an Detlev
von Liliencron Es war am sechsten
Abend, und Gott sprach: Alles ist gut
geworden. Alles. Nur der Mensch: was
ist der Mensch? Er träumt wie Ich. Er

... weiterlesen


Verklärte Nacht

Zwei Menschen gehn durch
kahlen, kalten Hain; der Mond läuft
mit, sie schaun hinein. Der Mond läuft
über hohe Eichen, kein Wölkchen
trübt das Himmelslicht, in das die
schwarzen

... weiterlesen


Venus Sapiens

Zwielicht ... Sterbend
hängt die scharfe Zunge aus dem
Lästermaul. Sieh, nun weint dein
König Saul, und dein David singt zur
Harfe. Alle Kleider sind
zerrissen, die den alt

... weiterlesen


Welt und Zeit

`Die alte Welt verdumpft,
vergreist, Zum welken Lüstling
schrumpft ihr Geist, Zur Vettel ihre
Sinnlichkeit, Nun zeugen wir die neue
Zeit. Geboren wird die neue Zeit, Wenn
Erd

... weiterlesen


Zweierlei Treiben

`Dir selbst
entrinnen: wohin und wie? Kommst nie
von hinnen, zum Ziele nie. .Laß
dich doch gehen, laß dich
treiben; lerne dich drehen, lern oben
bleibe

... weiterlesen


Vermählung

`Ich möchte die Flamme
umarmen.` Aus schwerem Schlaf in
stiller Nacht weckte mich dies
Wort; ich weiß nicht, wer es
sprach; Stimme, wer bist du? Nackt,
mit be

... weiterlesen


Der Pirat - II.

`Kaum schrein vom Mars
die Jungen:        
    Schiff in Sicht! rennt`s
schon mit vollen Lungen, hoi alle Segel
breit, Fersengeldsegel, rennt es und
ren

... weiterlesen


Antwort

`Lieber kein Glück, nur
lauter sein, Nur keinen Schritt abseits
vom Recht, Nur keine Schuld, lieber
kein Glück - O Gott, ich stürbe,
würd` ich
schlecht!` Hedwig. I

... weiterlesen


Ein Brandbrief

`Schöne und geliebte
Dame` - wenn die Kühnheit uns erlaubt
ist; oder,wenn sie nicht erlaubt
ist, `Gnädiges, verehrtes Fräulein`
- hehre Schwester in
Apoll! Höchst

... weiterlesen


Venus Ouvertuere 2

»Ein Jeder lernt nur,
was er lernen kann, »Vergebens daß
ihr wissenschaftlich schweift; »Doch
wer den Augenblick ergreift« - man
horchte auf - »das ist der rechte
Mann. »Ihr s

... weiterlesen


Venus Mystica

»Ich möchte die Flamme
umarmen!« Aus schwerem Schlaf in
stiller Nacht weckte mich dies
Wort; ich weiß nicht, wer es
sprach; Stimme, wer bist du? Nackt,
mit

... weiterlesen