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Gedichte - Rudolf Kögel

Jesaias 46, 4. Ich will euch tragen

(3. Februar 1894.)

Wenn es kühl wird und ihr alt seid, will ich schützend mein Erbarmen,
Meinen Mantel um euch schlagen.
Wenn ihr zittert und ihr lahm seid, will ich ... weiterlesen
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Theodor

(4. Juni 1893)

Mein Enkelsohn, den ich verlor,
Ohn` daß mein Auge ihn erblickt,
Der Freund der Kinder hat zum Chor
Der Engel früh dich uns entrückt,
... weiterlesen Abreise von Berlin

(6. November 1890.)

O lasse dich weisen!
Was zagst du beklommen?
Ich habe dein Reisen
Zu Herzen genommen.

Auf mancherlei Gleisen
Dein Gehen, ... weiterlesen Zur Erinnerung an den 2. Juli 1807

(Aufhebung der Belagerung von Colberg.)

Willkommen, alte Stadt von gutem Klange,
Bei dem des Knaben Herz einst höher schlug,
Du warst es, die bei Preußens ... weiterlesen Gott will es

(Dem Jerusalem-Verein gewidmet.)

Gott will es, daß wir schauen
Zum Stern von Bethlehem,
Gott will es, daß wir bauen
Die Stadt Jerusalem.

Gott will ... weiterlesen Gastein

(Den 20. August 1876.)

Woher ragen hier die Berge,
Mächtiger rauschen hier die Ströme,
Kühner streben hier die Tannen,
Als wo an der stillen Selke
Sanft ... weiterlesen Gott grüß!

(Frühling 1894.)

Krokus und Hyazinth
Leis unterwegs schon sind.
Veilchen reckt Hand` und Füß`,
Maiglöckchen jauchzt: Gott grüß`!

Buchfink, neu ... weiterlesen Der großen und der kleinen Marie

(In Erinnerung an den 15. Mai 1862.

O wunderbare Wetternacht
Wie die, da ich im Maienregen,
Bei fernen, dumpfen Donnerschlägen,
Auf schwankem Kahn und ... weiterlesen Glockennachklang

(Kissingen: 1802)

Die Glocke ist erklungen,
Sie hat zu heiliger Zeit
Den frommen Gruß gesungen:
`Kommt, alles ist bereit.
Kommt, die ihr seid in Banden
... weiterlesen Einer Entschlafenen

(März 1896.)

Gebrechlich, klein und unscheinbar.
Das Auge glücklich, heiter, klar,
Warst du im Gastfreundschaftsbereich
Der Witwe von Sarepta gleich,
Für ... weiterlesen Am Abend des 3. November 1864

(Nach der Geburt meines Sohnes Martin.)

Es fällt der Regen, -—
Was geb` ich dir zur Nacht zum Segen?
Daß dir das Mutterherz so warm,
Daß dir des Vaters fester ... weiterlesen Schlafmittel

(Norderney 1885.)

Wenn ich sonst nicht schlafen konnte,
Dacht` ich an der Heimat Räume,
Weinumrankte, still umsonnte, —
Und es kamen fromme Träume;

... weiterlesen Von Kindheit an ist mir gesagt

(Rom, März 1891.)

Von Kindheit an ist mir gesagt,
Daß über Sternen, Meer und Ländern,
Herr, deine Rechte mächtig ragt.
Und daß sie alles weiß zu ändern.
... weiterlesen Pfingsten

1. Kön. 18, 24.

`Welcher Gott mit Feuer ant-
worten wird, der sei Gott!`


Das Erdreich muß erzittern,
Wenn prächtig in Gewittern
Der Herr ... weiterlesen Sonntag Graudi

1. Könige 18, 41.

`Es rauschet, als wollte es regnen.`

Voll Staub sind die Brunnen, voll Hunger das Land,
Nicht Laub noch Lied in den Horsten,
Und unter ... weiterlesen Totenfest

1. Mose 24, 56

Elieser sprach: Haltet mich nicht
auf, denn der Herr hat Gnade zu
meiner Reise gegeben.
Lasset mich, daß ich zu
meinem Herrn ziehe!
... weiterlesen Norderney

1. Schäume, Träume.

Träume, Schäume, sagt der Volksmund,
Schäume, Träume, sagt das Meer.
Siehst du nicht am schönen Morgen,
Wenn die Wogenkämme ... weiterlesen An den Palmsonntagsverein zum Jahresfest

11. April 1892

Gott zum Gruß, ihr Konfirmanden!
Denkt ihr noch des Unterrichts?
Habt ihr Gottes Wort verstanden?
Geht ihr auf dem Pfad des Lichts?
Wollt ... weiterlesen Sonntag Seragesimä

2. Kor. 12, 9.

`Und er hat zu mir gesagt:
Laß dir an meiner Gnade ge-
nügen, denn meine Kraft ist
in den Schwachen mächtig.`


O daß mich ... weiterlesen Elisa

2. Kön. 6, 16.

`Derer, die für uns sind, ist mehr,
denn derer, die wider uns sind!`


Dort vor Dothans Choren lagern Syriens kriegsgewohnte Heere,
... weiterlesen Saul und Jonathan

2. Sam. 1, 23.

`Saul und Jonathan, holdselig
und lieblich in ihrem Leben, sind
auch im Tode nicht geschieden;
leichter denn die Adler und stärker
denn die ... weiterlesen Ouchy

25. November 1890.

Heimisch bunt blieb dein Gefieder,
Buchfink, aber ohne Ton
Treff ich dich im Süden wieder,
Die dem Norden wir entflohen.

Weißt ... weiterlesen 31. Oktober 1517

Abend ist`s vor Allerheiligen, Vesperglocken läuten ein,
Durch Studenten, Bauern, Junker zieht ein Mönch mit Fackelschein.
`Mönchlein! Mönchlein!` - Doch er breitet betend seine ... weiterlesen Gründonnerstag

Abendmahlslied.
Hebr. 2, 13.

`Siehe da. ich und die Kinder,
welche mir Gott gegeben hat.`

Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele.

Sieh, hier ... weiterlesen Ostergruß

Alle Lerchen, die in Klüften
Träumen nachts in dumpfer Hast,
Alle Blumen, die in Grüften
Schmachten ohne Licht und Kraft,
Alle Glocken hinter Mauern
... weiterlesen Begräbnis vor Metz

am 19. August 1870.

Wolkenschatten fliegen schnell,
Warme Sonnenstrahlen fallen,
Übers Held so hoch und hell
Feierlich die Hörner schallen,
Daß es durch ... weiterlesen Festgruß an die Gruppe der positiven Union

am Schluß der Generalsynode 30. November 1891.

Die Redner sollen leben,
Die uns mit Wort und Rat
Begeistern und erheben
Zu wohlbedachter That.
Sie bauen ... weiterlesen Die erste Predigt

Am Sylvestermorgen

Die Nacht entweicht. Zum waldigen Hügel,
Vom Wachen blaß, der Mond sich neigt.
Der Nord entschlief mit müdem Flügel,
Das schneeverhüllte ... weiterlesen Kläglicher Ersatz

Arme, liebe Nachtigallen,
Warum wollt ihr südwärts ziehen?
Wüßtet ihr, was euch bevorsteht,
Würdet ihr zum Norden fliehen.

Eure wonnereiche Kehle
Wird ... weiterlesen Jahrestage

Auf Armen des Gebets, Herr, deiner Huld bewußt,
Leg` ich dies liebe Kind an deine Vaterbrust,
Wie du im Gnadenbund es treulich angenommen,
So laß es heut zu dir und täglich zu ... weiterlesen Zu einem Grabrelif

aus der Villa Albani zu Rom

(Frühjahr 1894)

Auf unterirdisch-dämm`rungsvollen Gassen
Hat sich Curydice auf leisen Sohlen
Den Tönen ihres Gatten ... weiterlesen Vom Oelberg

Aus Jerusalem vom Oelberg
Bracht` ein Freund der Gaben drei:
Einen Dornen-, einen Oelzweig,
Eine Flasche Weins dabei.

Aus Jerusalem vom Oelberg
Bracht` ein ... weiterlesen „O singe, mein Herz, und spiele.“

Aus tausend Augen allnächtlich brennt
Der Liebe Geheimnis am Firmament,
Hoch über dem Menschengewühls.
Die Sterne verkünden von Nacht zu Nacht
Die herrliche Liebe, die ... weiterlesen Am Ostermorgen

Bei dem ersten Frührotschein
Auf zu Josephs Garten,
Mit der Liebe Spezerei`n
Unsers Herrn zu warten!
Hat Er selber doch sein Herz
Sterbend aufgeschlossen,
... weiterlesen Have, pia anima!

Bei Neanders Begräbnis, Juli 1859

Aula der Universität zu Berlin.


Er ist nicht mehr! — Es ist geschehen
Neander tot! Von Mund zu Mund
wird ... weiterlesen An einen Ephorus,

bei Übernahme der Generalsuperintendentur.

Zum Fährmanns dienst hat sich der Greis gebückt,
Die Flut hindurch will er den Pilger tragen,
Dorthin, wo Wallfahrts ... weiterlesen Osterfeier am Grabe der Mutter

Bist du`s, Ostern, das mich ruft
Zu dem Gange voller Schmerzen?
Steinbedeckt ist eine Gruft
Und ein Stein auf meinem Herzen.

Hell erglänzt der Winter heut
... weiterlesen Christnacht

Bruder Berthold.

Bruder Berthold hat die schönste Stimme
In der Brüderschaft des ganzen Klosters.
Heute Abend soll er in der Kirche
Bei der Kinder Quempas*) Solo ... weiterlesen Mutterliebe

Da ich froh war, hatt` ich sie beinah vergessen, —
Da ich krank lag, ist sie mir am Bett gesessen;

Hat mich sorglich angeschaut und unverwichen,
Hat das Haar mir von ... weiterlesen Das bessre Land

Das bess`re Land - hast du`s gesehn,
Wo Leid nicht ist noch Klaggeschrei?
So abendkühl die Palmen wehn,
Krystallhell rauscht der Strom vorbei!
Und Kinderhände Harfen ... weiterlesen Sylt 1890

Das Meer frohlockt dem Herrn zu singen,
Dem einen, der da ist, und der da war.
Und Flut und Ebbe wechselnd bringen
Ihr donnernd Lied dem, der unwandelbar;
Er ruft dem ... weiterlesen Gelobet seist du, Jesus Christ!

Der nächtige Schatten fliehen will,
Die Thäler liegen morgenstill,
Der letzte Stern vom Himmel grüßt,
Gelobet seist du, Jesus Christ,
Gelobt seist du?

... weiterlesen Einem kranken Freunde

Der Wein erfreut des Menschen Herz.
Er ringt sich durch die arme Rebe
Aus finsterer Erde überwärts,
Daß er den Trank der Labung gebe.

Der Wein erfreut des ... weiterlesen Heimkehr

Die Flocken fallen dicht und schwer.
Der Himmel starrt in düstrem Graun,
Wer kommt bei später Nacht daher?
Wer biegt so müde um den Zaun?

Er geht durchs dunkle ... weiterlesen Zu Neujahr

Die Jahre wandern eilig.
Nur kurze Zeit verweil` ich,
Was soll ich mir erflehn?
Zur Rechten und zur Linken
Viel hohe Güter winken —
Soll ich daran ... weiterlesen Psalm 127, 1

Du Eddystone am Cornwall Strand
Hat man Gebälk geschichtet,
Man hat mit kunstgeübter Hand
Den Leuchtturm aufgerichtet.
Doch eh` es dreimal Abend wird,
Hat sich ... weiterlesen Charfreitag

Ephes. 3. 18.

`Auf daß ihr begreifen möget
mit allen Heiligen, welches da
sei die Breite und die Länge
und die Tiefe und die Höhe.`


... weiterlesen „Es ist sehr leicht zu finden“

Es ist sehr leicht zu finden
Die Zuflucht bei dem Herrn -
Nur darf uns nicht erblinden
Des Glaubens Augenstern.
Dem Frommen und Gerechten
Geht auch im müden ... weiterlesen Zur Grundsteinlegung des Hauses

Ev. Joh. 2 , 1-11.

Wie Jünger sind zum Fest geladen,
Der Freunde keiner ist versäumt.
Dir sei, dem Herrn voll Heil und Gnaden,
Die Ehrenstelle eingeräumt,
... weiterlesen Am Sedantage

Festspruch, 1883.

Bei Sedan ist auf einen Streich
Ein Kaisertum zergangen:
Bei Sedan hat ein Kaiserreich,
Ein deutsches, angefangen.
Der Franzmann, voller ... weiterlesen Paracelsus - Das Lebenskraut

Gesang III.

Das Lebenskraut

Um Wirtshaus ist es heut` so still.
Nicht Tanz, noch Sang, noch Becherklang.
Ein Fremdling nur ruht auf der Bank,
Dem ... weiterlesen Paracelsus - Das Zauberwort

Gesang IV.

Das Zauberwort

Der Knabe mit dem Alpenhorn,
Er weiß nicht, was er thut,
Wenn er zu Lust, zu Leid und Zorn
Das Echo weckt, das ruht.
... weiterlesen Paracelsus - Der Stein der Weisen

Gesang V.

Der Stein der Weisen

Den Stein laßt mich besingen,
Der tonlos ist verschrien
Und dem doch Frührotsschwingen
Abschmeicheln Melodien.
... weiterlesen Paracelsus - Der ewige Jude

Gesang VI.

Der ewige Jude

Schöne Stadt, wo Gärten lachen
Und ein Hauch Italiens spielt,
Wo einst Mozart sein Erwachen,
Haydn seinen Keimgang ... weiterlesen Der Scheideblick

Ich schied vom Heimatsorte,
Und zögernd war mein Schritt,
Bis an die niedre Pforte
Kam Mütterlein noch mit.
Sie küßte, herzte mich noch lang;
Ich wandte mich, ... weiterlesen Der alte Kantor

Ich träume still als Find im Kirchgestühle,
Durch runde Scheiben blickt Nachmittagsschein,
Die Schatten alter Linden wehen Kühle,
Es tanzt der Staub beim Schall der ... weiterlesen Die Einsame

Ich war noch klein. Doch steht`s vor mir wie heute,
Wie meine Mutter stumm ihr Antlitz barg,
Als unter Chorgesang und Grabgeläute
Die Schollen fielen auf des Vaters Sarg,
... weiterlesen Meiner Mutter

Ihr Bild.

Dem Maler gleich ich, — der sein Malgeräte
Bereit gestellt, gespannt die Leinwand;
Der Pinsel ruht in der geschlossenen Hand,
Und Farben warten rings ... weiterlesen Epiphanien

Im Dreikaiserjahre.
An Emil Frommel

Drei Könige ziehn, gelockt vom Stern,
Nach Bethlehem, zum Herrn der Herrn.
Der erste bringt, gebückt am Stabe,
Als ... weiterlesen Festgruß an den Gustav Adolph Verein

in Lützen, 1882

Ein skandinavisch erratischer Block,
Vom Gletschereise getragen,
Ist von der Berge heimischen Stock
Nach Lutzens Blachfeld verschlagen.

... weiterlesen Am 10. Sonntag nach Trinitatis

Israel und die Sterne.

In gestirnten Mitternächten wankt aus dunkler Kluft ein Mann,
Hebt am See von Galiläa eine Totenklage an,
Und die Wogen schwellen mächtig und ... weiterlesen Weihnacht

Jes. 9, 6.

Er heißt: wunderbar, Rat,
Kraft, Held, Ewigvater, Friede-
fürst.


Ihr Engel, die in Himmelshelle
Als Boten ihr die Welt ... weiterlesen Ostern

Jesaias 26, 20.

`Gehe hin, mein Volk, in deine
Hammer und schließe die Thür nach
dir zu; verbirg dich einen kleinen
Augenblick, bis der Zorn vorüber-
... weiterlesen Der Weinstock

Joh. 15, 5.

`Wer in mir bleibt und ich in
ihm, der bringet viele Frucht!`

Heiliger Weinstock, deine Rebe
Hast du festiglich erwählt,
Hast, damit ... weiterlesen Heimweh nach Gott

Kennst du das Lied von der Blume des Strands,
Wie sie sich hebt trotz wehenden Sands,
Wie sie mit leuchtenden Farben sich schmückt,
Wie sie die trauernde Düne entzückt?
... weiterlesen Himmelfahrtsfest

Kol., 3, 1. 2.

`Suchet, was droben ist!
Trachtet nach dem, das droben ist!`


Berge ragen,
Die der Wolken Weihrauch tragen,
Gleich Altären, ... weiterlesen Komm, Zweifler, komm!

Komm, Zweifler, komm! Es wirbeln Flocken
Und weben stumm ein Leichenkleid.
Hörst du die alten Weihnachtsglocken?
Der Weg zum Herrn ist nicht verschneit.
Die Hirten stehn ... weiterlesen Kissingen. Juli 1893

Kornblumen stehen im Feld. Sie mahnen an ein Aug`.
Das, als es brach, das unsere hat gefeuchtet!
Kornblumen steh`n im Feld. Sie mahnen an ein Aug`,
Das heute jugendlich vom ... weiterlesen In der Sakristei

Man hört den Fuß der Menge,
Ist selber ungesehen.
Man kann die Festgesänge
Belauschen und verstehen.
Die bangbetret`ne Schwelle
Zur Kanzel, kühn und frei,
... weiterlesen Herbst 1870

Man sprach von Lug und Listen,
Vom Druck der Gegenwart,
Man sprach vom Antichristen
Und auch -- vom Bonapart`.
Da fragte keck ein Franzmann:
Bringt mir doch Stellen ... weiterlesen Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben

Markus 9, 24.

Herr, ich glaube,
Treibt die Segel günstiger Wind,
Wiegt die See den Kahn gelind.
    Aber schreckt im Sturmgeschnaube
  ... weiterlesen Michaelis

Matth. 13, 1 — 11.

Melodie: O du liebe meiner


Jesu, Herrscher aller Dinge,
Wunderbar, Rat, Kraft und Held,
Du erwählst dir das Geringe
... weiterlesen Jesu Thron

Matth. 25, 31—46.

Wo steht der Thron,
Vor dem die Engel Gottes knien?
Glänzt Jesu Krön`
Dort, wo die Abendwolken ziehn?
Dort ist er nicht!
... weiterlesen Das Siegel der Schriftgelehrten

Matth. 27, 66.

`Sie gingen hin und ver-
wahreten das Grab mit Hütern
und Versiegelten den Stein.`


Die Häscher kamen unaufhaltsam,
Der Ost, ... weiterlesen Die Martinswand

Melanchthon scheu, fürsichtig heißt,
Lutherus gar verwegen, dreist.


Doch war`s nicht also allerwegen!
Als sie einst des Gespräches pflegen,
Wie sich im ... weiterlesen Psalm 62

Meloedie: Wer nur den lieben Gott läßt walten.

Du Gott ist meine Seele stille,
Kein Hall und war er noch so groß
Stürzt mich. Nicht Menschenmacht noch Wille
... weiterlesen Meinem Sohn Martin

mit Abendmahls-Geräten

Nimm hin den Kelch und wahre ihn,
Hieß doch der Held, der unermattet,
Der Kirche ihn zurückerstattet
Wie mein Geburtstagskind: Martin.
... weiterlesen Palmsonntag - Nachruf an Geibel

Nachruf an Emanuel Geibel.
gest. am Palmsonntag 1884.

Frommer Harfner, sei gesegnet!
Dem deutschen Volk bist du begegnet
Mit keuschem Lied, ein treuer Mann.
... weiterlesen Sonntag Invocavit

Nimm`s Wort in die Faust
Matth. 4. 4.
`Es stehet geschrieben!`


Werke — spricht Luther, wenn`s brandet und braust,
Draußen Tod und Furcht inwendig: ... weiterlesen An Tholuck

November 1890.

Wie stumme Pracht der Gletscher,
Der Ströme wilder Lauf,
Der Seen sanft Geplätscher
Sie thun das Herz mir auf.
Mir ist es, seit mir ... weiterlesen An F. S.

Pegli, Weihnachten 1890.
Mit Karl Geroks: `Einsamen Gängen`

Einsame Gänge, sie werden dem Menschen heilsam verordnet,
Der im Gewoge der Welt und im Gedränge des ... weiterlesen Zions Stille

Psalm 65, 2.

Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion.

Mel.: Ringe recht, wenn Gottes Gnade.

Zions Stille soll sich breiten
Um mein Sorgen, meine ... weiterlesen Gastein

Römer 12, 12.

`Seid fröhlich in Hoffnung, ge-
duldig in Trübsal, haltet an am
Gebet!`


Schon manchen langen Tag durchreist ich
Und manche ... weiterlesen Dem alten Vaterhause

Sie kommen mit der Art und schlagen
Die heilig traute Stätte ein,
Von wo die Mutter fortgetragen,
Wo ich ins Leben trat hinein.

Das hold das Fensterlein ... weiterlesen Ostergesang

Simson ist vom Feind umlauert
Und das Thor der Stadt umstellt.
Aber als der Morgen schauert,
Da erwacht der Gottesheld.
Und er hebt des Chores Flügel,
Hebt die ... weiterlesen Simson

Simson soll ein Liedlein singen
In des Gottes Dagon Haus.
Simson, der des Löwen Rachen,
Der die Ketten der Philister,
Der die Thore Gazars brach, —
Nun gefangen ... weiterlesen Bethel

So lang der Weg, so hart das Bette,
Da Jakob einst zu träumen lag,
Doch hieß den Ort er Gottesstätte
Am nächsten Tag.

Ein Andrer, der, den Fuß zu wahren,
... weiterlesen Heimat für Heimatlose

So nah dem Strand ein stiller Raum,
Ein eingehegter Garten:
Will man bei Sturm und Wogenschaum
Hier noch der Blumen warten?
Ich trete ein. Zwei Gräberreih`n
... weiterlesen Passionszeit

Sonntag Estomihi

1. Kor. 13. 11.

`Da ich ein Kind war, redete
ich wie ein Kind und war klug
wie ein Kind und hatte kindische
Anschläge; da ich aber ... weiterlesen April 1883

Still schmiegte nachts in der Kapelle
An deinen Sarg sich Mondenhelle,
Wie einst im Leben sanft und klar
Dein Glaube war.

Und als wir dann zum Friedhof zogen.
... weiterlesen Epiphanien

Sturm. Sylt.

Psalm 93, 4.

`Die Wasserwogen im Meer
sind groß und brausen gräulich;
der Herr aber ist noch größer in
der Höhe.`

... weiterlesen Kirche zu Rantum

Sylt.

Der Friedhof war am öden Riff
Im Sturm allmählich versandet;
Die Kirche war, gleich manchem Schiff,
An diesen Dünen gestrandet.

Der ... weiterlesen Psalm 23

Und ob ich geh` im Thal der Schrecken,
Ein Wandrer, ohne Pfad und Licht —
Doch trösten mich dein Stab und Stecken,
Du bist bei mir, ich zittere nicht,
Wenn ich ... weiterlesen Vale, senex imperator!

Vale, senex imperator!
Grüßt das Brandenburger Thor,
Das so stolz dich weiland grüßte
In der Siege Schmuck und Flor.

Vale, senex imperator!
Grüßt zum ... weiterlesen Ans Vaterhaus

Vevey, 1851

Die Sonne ging, es stieg die Nacht
Hernieder vom Gebirge sacht,
Die Nebel weben leicht im Thal,
Die Dörfer schlummern allzumal.
Und wie vom ... weiterlesen Sonntag Rogate

Vom Gebet.

Psalm 94. 9.

`Der das Ohr gepflanzet hat,
sollte der nicht hören? Der das
Auge gemacht hat, sollte der
nicht sehen?`


... weiterlesen Dem Könige auf die Reise an die Nordsee

Vom Sels zum Meer! Zwei Berge mahnen
Im Schwabenland an große Zeit,
Der eine ragt in Einsamkeit, —
Der andre froh mit Burg und Fahnen!

Vom Fels zum Meer, zum ... weiterlesen In ein Stammbuch

Was ist der Mensch? Ein armes Kind,
Das weinend aufwacht in der dunklen Nacht
Und von der Mutter eingewieget sacht
Von neuem seinen Schlaf beginnt.

- - -
... weiterlesen Psalm 43, 9

Waum hat der junge Morgen sich erhoben,
So grüßt die Lerche schon den neuen Tag,
Und wenn der Abend kommt, hebt an zu loben
Die Nachtigall den Herrn mit süßem Schlag.
... weiterlesen Nachtgesicht

Weithin mitternächtiges Schweigen und verhüllt des Himmels Sterne,
Hörbar kaum und lind getragen schweben Chöre in der Ferne.
Rother Dunst! — Gespenstisch steigen düstern Lichtes ... weiterlesen Recordare, Jesu pie

Wenn sie einst die Gaben bringen,
Myrrhen, Gold und Spezerei`n,
Wenn sie zu den Harfen singen
Und zu lieblichen Schalmeien,
Laß mich lied- und grußlos liegen,
... weiterlesen An Leopold Schulze

Wie Freundschaft nehm` ich, ein Geschenk vom Herrn,
Uns trägt ja eine Liebe zu dem Einen,
Und sieh, ein Zug zur Kunst, zur wunderreinen,
Geht auf als unsres Himmels schönster ... weiterlesen Das Kloster

Wie war`s so schön! Das stille Thal durchgingen
Die letzten Wellenschläge des Geläuts.
Mit heiliger Glut im Abschiedskusse hingen
Der Sonne Strahlen an dem goldnen Kreuz.
... weiterlesen Advent

Zu einem Bilde.
Luk. 1, 37; Matth. 19. 26.

Was bei dem Menschen unmöglich, ist möglich bei Gott.

Auf dem Wasser schwank und lose
Wiegt sich eine weiße ... weiterlesen An Emil Fromme!

zum 5. Januar 1896.

Als wir noch Studenten waren,
Floß uns Weisheit tanquam rivus
Aus dem Handbuch der Dogmatik,
Hieß Hutterus redivivus.

Nun wir ... weiterlesen An A. Thowck

zum Jubiläum am 2. Dezember 1870.

Zwei Pole zaubern den Magneten!
Zwei Fräste: Schwung und Schwere, drehn
Die mächtige Achse des Planeten.
— So, Meister, ... weiterlesen A. v. B.

zum Konfirmationstage

Heut segne dich im Geist
Verklärte Liebe leise;
Ihr Kind ist unverwaist.
Die Deinen halten Dich umfaßt,
Und flehn in treuer ... weiterlesen Prolog

zur Feier des fünfzigzährigen Bestehens des Königlichen
Domchors in Berlin am 23. März 1803

`Jauchzt, alle Welt, dem Herrn!` so rief das Lied.
Kommt vor sein ... weiterlesen Psalm 31, 13

`Ich bin geworden wie ein zerbrochen Gefäß.`
Und ob dich auch der Herr zerschlug,
Doch sollst du nicht verderben,
Er läßt dich nicht wie Lenaus Krug *)
Zergehn in ... weiterlesen Mein Grab

`Selig sind, die Leide tragen`,
Soll die Trauerweide sagen
Dort an meines Grabes Fuß;
Die mit Thränen säen lernten,
Sollen Freudengarben ernten,
Allem Kreuz zum ... weiterlesen Otfried Müller

`Welche Säulen, welche Aussicht!` *)
— Wunderbar, wie schon den Knaben
Mitten in den Bergen Schlesiens
Hellas` Stimmen hold umgaben!

`Welche Säulen, welche ... weiterlesen Philipper 3, 12.

„Nicht, daß ich es schon ergriffen
Habe, oder schon vollkommen sei;
ich jage ihm aber nach, ob ich es
auch ergreifen möchte, nachdem ich
von Christo Jesu ergriffen ... weiterlesen

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