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Gedichte - Rudolf G. Binding


Bestellte Liebeslieder

(Der Dichter verrät sich) Hör einen
Stummen aus meinen Liedern. Fühl eines
andern Herz aus meinem Herzen. Hör
eines andern Glut aus meinen Gluten und
eines andern Schmerz
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Verstellte Liebeslieder

(Der Dichter verrät sich) Hör einen
Stummen aus meinen Liedern. Fühl eines
andern Herz aus meinem Herzen. Hör
eines andern Glut aus meinen Gluten und
eines andern Schmerz
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All die schöne Gewandung

All die schöne Gewandung ihrer
Unschuld zerriss nur noch der seligen
Brandung atmender Brüste
gewiss. Als sie der Liebe
erglühte wie erweckt aus dem Grab und
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Ruhspruch

All Geschick ist heilig fromm
betrachtet und das strenge segnet wie
das milde. Starkem Volke ist das
strengste hold. Herz erglühend,
Süßestem erschlossen, höchster
Pflich
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Schlacht – Schreiender Stern

Alle waren wir nahe letzten Dingen
zeitlebens aber vor diesem letzten erst
wurden wir ehrlich. Alle Verhüllungen
waren heruntergerissen. Schleier der
Zugeständnisse wehten davon. E
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Grabschrift eines Mannes

Alles stirbt. Auch die Freunde
sterben. Sorget nicht um mein
Grab.     Erde bedeck`
es.     Wind beleck`
es.     Sonne beschein
es.    
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Frühling

Als ich dich auf schmalem Pfad
erfasste den du halb gesucht und halb
gefunden, wo der Wald mit frischen
Trieben prasste die du lächelnd in den
Kranz gewunden, war das Läche
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Am Morgen schiedest du

Am Morgen schiedest du und ließt mich
reich zurück. Dein Kuss war Lächeln
und dein Lächeln Glück. Ich weiß: am
Abend bist du wieder mein. Nun wandle
ich durch sonnerfüllte Ga
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Später Abend

An dich muss ich denken –  
Alles ist stille. Nur du wirst
lenken   Traum noch und
Wille. Bin ich so einsam? –  
wie nachts ein Kind. Sind
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April

April! April! – Das Wetter narrt den
der ihm vertraut. April! April! Der
Bräutigam harrt schwankend auf die
Braut. Ist der Monat wetterwendig
– – uns ist’s ei
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Meeresmittag

Auf den Wassern ruht das Licht. Wo die
hellen Segel stehen unverrückbar, fern
sich lösend, segelt Sehnsucht still
ins Blaue. Rings kein Vogel in den
Lüften. Ruh der
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Auf hoher Insel

Auf hoher Insel steh ich
alleine. Düne und Steine sind nicht
zu befragen. Ewig zerrinnen Wellen und
Sand. Aber die Göttin liebender
Nächte trö
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Auf meinem Bette Mondenschein

Auf meinem Bette Mondenschein, so weiß
wie Reif und in dem Busch ein
Vogellied, von Lieb ein Lied, von
Liebe, stundenlang. Ich schaue auf,
und schau hinein ins stille
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Auf zu den Himmeln der Zeiten die wir verlassen

Auf zu den Himmeln der Zeiten die wir
verlassen führen aus unserem Leben
goldene Leitern. Aber nur
selten, wenn sie einander helfende
Hände reichen und Worte, steigen kraft
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Garten

aus dem mir Rosen geschickt
wurden Rosen springen schäumend
über Mauern      
lockend angerührt: und zu neuen nahen
blinden Schauern      
wi
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Begehren

Aus dem purpurnen Dunkel der
Ahnung       loht das
Begehren.       Magst du
ihm wehren tausendfältig mit pochender
Mahnung, magst du die brause
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Oberbayerische Landschaft

Bergeinsamkeit die du von blauen
Thronen, die Stirn mit Eis bewehrt,
herüberschaust und in die Täler wo
die Menschen wohnen die Kühle deiner
Majestät herniedertaust, du wartest s
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Verlaines Morgenstern

Bevor du dich von mir
scheidest, Morgenstern, schon so
blass        
         
    - tausend
Wachteln singen, singen im Gras.
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Junges Mädchen

Blume die sich selber pflückt, Rausch
der in sich selbst verrauscht, Süße
aus sich selbst beglückt, helle Glocke
die sich lauscht, wen du liebst, du
weißt es nicht,
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Erdgewalt

Bäche stürzen aus dem Herzen der
Gebirge voll Beglückung und in
Myriaden Kerzen brennen Wälder in
Verzückung. Wipfel lodern Glut nach
oben. Tiefe Wölbung wehrt d
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Zu einem Stück Marmor vom Quell der Peirene in Ko

Da Bellrophon dem Pegasus den
Zaum aufzwang als ihn Peirene lächelnd
tränkte, entfloss mit weißen Flocken
roter Schaum dem Rachen, wo ihn fasste
das Gebiss und ungewohnter Stahl d
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Auferstehung

Da du liebst ist heiliger dir das
Licht. Sinke nieder in das junge
Blau und den goldnen Strom aus seinem
Herzen. Berge knien mit dir. Die
dunklen Herzen stolzer Tannen noch
geweiht v
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Aufprall

Da entrollten die Dörfer über das
Land ihre zerfetzten, wehenden
Flammenstandarten, stießen sie in den
Himmel Stunden und Tage. Endlich
brannte die ewige Geduld. Und wir z
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Beschwörung

Dampfe Welt aus allein deinen
Tälern. Walle lichtwärts
Nebelozean. Blute Erdenkraft aus
heiligen Mälern morgenfroh und
morgenuntertan. Stürze Sonne nieder
auf die Saaten,
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Juli

Das Lied des hohen Sommers vom Reifen
schwellt das Herz. Was frommt des
späten Kommers nachzüglerischer
Schmerz? Dass tiefer uns
ergreife des Lebens Glut vom Grund
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Hochland im Neuschnee

Das Zufällige zwingt nach ewigem Rechte
die Schönheit unter den ordnenden Sinn
ihrer bedächtigen Hand. Den Strahlen
der Sonne, welche die Höhen
erklimmt, die über blauen
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Dein ist das Erwachen

Dein ist das Erwachen deiner Liebe
Auferstehn in das große Lachen eines
neuen Tags. Breite deine Arme aus in
deiner Winde Wehn dass auch dich
umarme all
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Glaube - Marsch

Denken sie noch rauschender
Verführung? Horn und Trommel
schwingten unsern Schritt. Denken sie
noch weihender Berührung? Fromme
Hände rührten uns inmitt, fromme
Lippen r
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Denn wo das Ungewisse

Denn wo das Ungewisse sich dem
Gewissen auf dämmriger Grenze
vermählt wie Tag und Nacht, dort
liegt, gefügigen Träumen auf ewig
entrissen, von ruhlos schreitenden
Horizonten bewacht,
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Gipfelgespräch

Der Abend gebietet dem Land. Schweige.
Die Nacht ist nah. Die Flüsse
entfernen sich. Straßen gehen
hinaus lautlos zum Horizont. Die
Städte hüllen sich ein.
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Maigeschehen

Der Maiwind bläst den Fluss
entlang. Hoch wird die Birke
aufgeweht. Ein Riesenhauch stromüber
geht und kraust die Wasser dunkel hin
– Und alles das an dir geschieht im
Mai
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Spruch für eine Sonnenuhr auf dem Hochzeitsturm i

Der Tag geht über mein Gesicht. Die
Nacht sie tastet leis vorbei. Und Tag
und Nacht ein gleich Gewicht und Nacht
und Tag ein Einerlei. Es schreibt die
dunkle Schrift der Tag
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Abschied von einem Landhaus

Des Jahres letzter Gast scheidet von
dir. Still steht der Pflug. Das Wild
weidet heran. Drunten den See furcht
kaum ein Kiel. Der Winter naht von den
Bergen und hüllt
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Dich grüß ich, Freund...

Dich grüß ich, Freund. Denn ohne dein
Geleit hat keiner der ins Sonnenlicht
Entsandten den Ort gefunden wo der Weg
sich zweit; den Isthmus der aus
tagerfüllten Landen, so
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Blühen im Schnee

Dich hab ich schon geliebt als ich –
dich träumend – erwachte. Doch ich
hab dich betrübt da ich dich jählings
entfachte. Die du in jauchzender
Pracht blühest i
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Dich ruf ich an

Dich ruf ich an, du sichtbar
Unsichtbare und ewig Schreitende, die
du die Tage und Nächte zu
Meilensteinen setzt auf dunkler
Fahre. Und ewig irrend stampfen die
Geschlechte
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Novembergrau

Dich zu liebkosen wo sind die
Rosen? Dich zu umarmen wo sind die
warmen Arme der Sonne? Flüstern die
Bronne dir nicht zur Lust mehr? An
deiner Brust meh
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Vollblut

Dicht geklammert auf rauschende
Rücken, nieder auf spritzende Mähnen
sich bücken, baden in heißen
Fontänen der Nüstern, nach ihren
heißesten Strömen lüstern, drunten
Gewölk
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Schlacht – das Maß

Die Erde drängt sich zitternd an uns
heran. Das Feld steht auf wie ein
Mensch vom Lager. Saaten bewaffneter
Männer sprießen aus unsichtbarem
Samen in den Furchen zutag. Sch
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Geweihte Nacht

Die Erdennacht erzittert von einem
seligen Glanze und von Geburt
umwittert. Die Berge knien im
Lichte und weiß die Anger blühen den
Glanz im Angesichte.
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Verwesung

Die Morgen steigen aus zerquälter
Nacht. Einst waren Morgen jung und
Nächte heilig. – Ein Frühling
schleicht durchs Land ohn Ehr und
Macht und stirbt – irrsinnig
lächelnd unterweili
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Heiliges Schweigen

Die Sonne ist hinab und das Gewölk des
Himmels steht einfarbig über mir mit
tausend Welten übersät. Kein Hauch
bewegt die Luft; kein Laut von Menschen
dringt heran. Da nahst du, heilige
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Schlacht – Abend

Die Stunden standen unzerbrechlich über
der Erde -- ewig. Wir fühlten die Zeit
nicht mehr. O Unendlichkeit dieses
Tages! Aber aus einer unerdenklichen
Ferne kam der
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Schlachtgespräch

Die Vielen: Trümmer von
Fleisch, Trümmer von Stein, Tier- und
Mensch- und eisern Gebein. Verstummt
in Rauch. Ertränkt in
Blut. Zerfressen von
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Die Wölfin bist du

Die Wölfin bist du der die billige
Brut der Tausendtausend menschlicher
Geschlechter an tausend herben Eutern
ruht. Not lehrt sie trinken, keines ist
Verächter der bittern Milch mi
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Die zu weihen liebend er gedacht hat

Die zu weihen liebend er gedacht
hat hebend sie vom Grund mit guten
Händen: niemals werden nun die Brände
enden in dem Leib den sehnend er
entfacht hat. Von den Stürmen me
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Diese Hand die eh noch Blumen pflückte

Diese Hand die eh noch Blumen
pflückte geht vorüber ohne sie zu
streifen, dieses Auge ohne zu
begreifen irrt dahin – das sonst so
allentzückte. Durch dich selbst aus
dir
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Doch du kehrtest zurück zur Erde

Doch du kehrtest zurück zur Erde. Denn
du bist der Erde Kind. Jene blassen
Sternenpferde scheuen vor dem
Morgenwind. Doch du flüchtest, kühl
gebadet aus dem heiligsten Alar
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Ausbruch

Dreimal heilig sprang der Krieg aus den
Herzen der Völker. Dreimal heilig
ergriffen alle die Waffen. Aus einem
Meer von Kraft riss sich
Begeisterung wie die Sonne aus heiligem
Meere des Os
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Geist des Menschen

Du bist der Herr, mein Geist – und
keine Herrlichkeit ist ohne dich. Vor
dir allein sind Sterne golden, ist die
Liebe süß. Vor dir nur lacht das
Licht. Es grünt der Baum.
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Der Kamm

Du Bändiger der liebsten losen
Flechten den ich erwacht in meinem
Kissen fand was sprichst du tags noch
von verschwiegenen Nächten, von Glut
und Kuss und aufgegebenen Rechten die s
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Du fürchterliche Mutter

Du fürchterliche Mutter unserer
Zeit! Wie blick ich einmal dir ins
Angesicht, ins ewig wechselnde, nie
ganz enthüllte, ins harte, das noch
nie ein Lächeln füllte, ins
rätselvoll
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Die Ruhespenderin

Du hast noch jeden Tag zur Ruh
gebracht, den wildesten auch – als ob
er dich umfinge wie ein Mutter,
mütterliche Nacht. Doch sage mir, wo
ist der Tag, der eine nur der unz
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Frühlingsgleichnis

Du schaust mich lachend an, du herrliche
Verschwendung, königlichstes Recht du,
der Natur: Blüten, Blüten, Blüten
fluten ohne Endung und ein Meer von
Lüften ist die Flur;
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Dunkler Tod

Dunkler Tod: -- umschließt mich wieder,
ihr Hände! Tränen brauchen mich nicht
noch zu ertränken. Nichts bin ich. –
Es spült um verlassene Lände nur ein
Leib mit kalten schweren Gele
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Flammen

Durch großer Kriege Irrsal bin ich
gegangen. Alle Dichter hatten ihr Recht
verloren. Anderes Maß der Dinge wurde
geboren. Stolz und Schmach waren wirr
durcheinander gehangen.
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Erwartung

Durch Sonnen ging ich und achtet‘ der
Sonne nicht. Durch Nächte und ich
achtete nicht der Nacht. Da war kein
Licht und war keine Finsternis in
meinen Sinnen, da war nicht Raum noch
Zeit.
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Morgendliche Trennung

Dämmerung. Frühgrau. Es tropfen die
Bäume. Tief duftet die Welt von der
Liebe der Nacht. Noch schaust du mir
nach von der Pforte des Gartens. Doch
da ich mich wende verschlingt dich das
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Rauschfahrt

Ein leichtes Schiff trägt uns mit
starken Rudern. Die jungen
Flötenspielerinnen rühren die
Silberinstrumente auf den
Bänken. Kostbarer Wein schäumt in den
vollen Krügen die nie
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Herbstritt

Eine ritt aus, hinaus in die Heide, in
die herbstlich rote, rotgoldene
Weite.       Der war das
Herz so voll. Doch des sie dachte,
dachte im Stillen, der war n
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Frau im Juwelenladen

Eine schöne Fraue sah ich
fischen lustvoll in den Ringen auf den
Tischen eines Juweliers. Jung und
wohlig spreizten sich die
schlanken, schlossen dehnten krallten
sich die P
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Lebenstanz

Einem Kinde Lächle noch! Schlafe!
Die Welt ist ferne, verschlossen und
leis. Spiele noch! wo du umstellt
bist von einem zartern Geheiß. Wind
weht in süßest
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Witwenbescheidung

Einen such ich. Es war ein
Krieger, war mein im Leben und ist nun
mein im Tode – Bescheide dich
des. Denn kehrte als Sieger er heim
vom Felde, ich lief
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Begegnung

Einst erschraken deine Blicke scheu
wie Rehe. Vieles sahst du. Da
verlernten sie das Scheue. Einmal
aber wollten wieder sie erschrecken,
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Einst nach Umarmungen

Einst nach Umarmungen sind wir uns
ferne. Einst nach Umarmungen sind wir
wohl Sterne. In die
verwobenen Bahnen gebahnt: wir, die
Erhobenen werden geahnt:
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Einst war ich nur ein ungetanzter Tanz

Einst war ich nur ein ungetanzter
Tanz, ein nie gesungen Lied, erstickter
Klang und halber Atemzug. O weher
Kranz den man auf meine junge Stirne
zwang. Nun bin ich alles: Tan
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Einst wird es sein...

Einst wird es sein, da alles du
errungen, Geschlecht der Arbeit, was an
heilger Kraft, an Hab und Erbe, an
geheimem Saft die Erde birgt. Du
hältst sie für bezwungen. Und ha
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Einst wirst du mich nicht mehr achten

Einst wirst du mich nicht mehr
achten, wirst du nicht mehr nach mir
schmachten, werden fremd wir
sein. Nicht mehr geht von meinem
Munde süßer Name. Süße Stunde wir
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Er trat zu mir

Er trat zu mir. Zweimal und
ungewarnt. Und beugte sich so
dicht auf mich als ob ich sein
Gesicht erschauen sollte: doch er war
getarnt. So – wie ein Schatten
stand er vor d
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November

Ergreife meine Hand. Das Dunkel bricht
herein. Das Dunkel ist zu zwein nur
halb so groß das Grau    
         
    nur halb so grau.
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August

Ernster August! Versengst du mit
dörrenden Stürmen die Liebe? Brechen
Wellen des Meeres ein in die Müde der
Augen? Zittert das Licht aus zu
hoher Wölbung des Äthe
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Rosenhag

Es blühen dir Rosen jeglichen Tag in
einem verschwiegenen Rosenhag -- und du
weißt nichts davon. Von Blut darin
ein Brunnen springt und Blut die
Blätter der Rosen durchdri
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Gefallener Freund

Es ist vorbei. Auch du bist
kalt. Lachendes Blut sprang fort von
dir. Dein Blick verflog in einem
Stern. Dein Hauch zog mit dem Wind
dahin. Wo mündest du, wo endest du,
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Völker

Es schlafen in Wüsten uralte
Gräber und breiten ein Schweigen. Es
schlafen Bilder nach Osten
gewendet Könige und Götter. Doch
nichts verrät sich. Ab
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Es stiehlt sich heimlich etwas von uns fort

Es stiehlt sich heimlich etwas von uns
fort. Ist es ein Traum? ein Hauch? ein
Zauberwort? Mir ist als schreite ich
nicht mehr im Licht und wandle
seelenlos durch dunkle Helle. Noch i
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Beweinung

Es weinten Mütter, dass starben die
Söhne, dass starben die
Männer. Einst trugen den Keim
sie, hegten die Blüte – nun müssen
sie weinen der fallenden Fru
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Hochsommer

Feuriger Kampfplatz des Lichts tanzend
auf goldenen Meeren: Stürmischer
lodern die Ähren glühenden
Angesichts. Eng in die Waldung
verbannt lagern die Heere der Scha
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Erdbeben

Finsternis scheucht das Licht. Die Erde
bebt. Taumel erfasst die Ebne, Wirbel
den Fels. Abgrund stürzt sich in
Abgrund, türmt sich auf Abgrund. Auf
springt die Flut. Gierig mit Sturmesgeh
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Flieg dahin, Lied!

Flieg dahin, Lied! Und tröste die
Liebste mir. Wo sie’s hin zieht, wo
sie hin flieht, da setze dich stille zu
ihr. Sing nicht laut, Lied! Sing ihr
traut, Lie
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Grabschrift

Für eine junge Mutter Erde, o Erde,
sei leicht – Ich war dir nicht
schwer. Was mich noch dunkel
umschleicht: Ich bin’s nicht
mehr. Falle, zerfalle, o Leib
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Mit Blumen

Für eine Kranke Leise wie auf Zehen
wandeln sie; nur im Duft betreten sie
den Raum und in einer stummen
Melodie fast errötend atmen sie nur
kaum. Doch die Bl
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Gewaltige, du führst mich

Gewaltige, du führst mich an den
Händen dahin wo ich im ungebrochenen
Schein der schönen Ferne meinen Blick
mag senden. Du lässt mich nicht
allein, den du emporgezogen aus
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Magische Stunde

Große Zauberer borgen leichthin sich
die Macht: Abend sinkt in
Morgen, Nacht verschlingt die
Nacht. Steigt ein Duft vom
Tale? Oder füllt mit Wein eine Frau
di
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Oktober

Großes Jahr! In jedem Fass schwillt
der Wein zu süßer Schwere. Herbst
berauscht ohn Unterlass wo ich liebe
und begehre. Weiß ich noch von Lieb
und Hass wenn ich he
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Gang durch das Tal

Hand in Hand mit dem Wind der in den
Abend weht, Aug in Aug mit der
Sonn die fern zur Ruhe geht, lauschend
mit halbem Ohr auf dich, du heller
Bach, schreit ich mein Tal
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Hat dich heiliger ein Hauch berührt?

Hat dich heiliger ein Hauch
berührt? Hat die Sonne heißer dich
gegrüßt? Bist vom Blühen wilder du
verführt? bist von Sehnsucht tiefer du
versüßt? Schreite selig in de
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Hauch der abendstillen Fluren

Hauch der abendstillen Fluren, Rauch
der Heimat, Flüstergruß einer Mutter,
alle Spuren eines liebgewordenen
Muss, kenn euch wohl; doch in den
Ohren ein verwunschenes Lied mi
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Urgeburt

Heiß Besonnter, kühl
Besternter, brünstig von dir selbst
Gesuchter, so Beglückter so
Verfluchter, Nahender und dir
Entfernter, Fremdling dir und tief
erschreckter,
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Junges Deutschland

Heraus wir Jungen! Deutschland
ruft. Väter wir hören Da ihr es
schuft. Heraus wir Jungen! All auf
die Bahn. Junger Tat aller Ehr Ist
aufgetan.
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Herr der unbesinnten Geister

Herr der unbesinnten Geister, Mächte
die sich wild gestalten willentlich zu
überwalten – Erde, spüre deinen
Meister. Dass Natur nicht
ungebändigt frei entspringe
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Traumverkündigung

Heut Nacht, mein Lieb, da nehm ich
dich in meinen Traum. Da ist`s so
licht. Und sänftiglich selbander
liegen wir wohl unter einem grünen
Baum und schauen durch das Grün das
Blau.
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Gedenktag (II)

Hoher Berge gedenk ich die um dich
ruhten. Sterne umstanden reglos dein
Haupt. Blühende Wiesen schliefen um
deine Füße. Es träuften die
Pappeln Silbe
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Ich bin ein Mensch

Ich bin ein Mensch – in Licht getaucht
– und ewig stehet meine Welt, und
Menschen rühmen mich und wissen wer
ich bin und folgen meinem Wort und
leben von dem Worte meines
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Ich hass dich nicht und könnte dich fast lieben

Ich hass dich nicht und könnte dich
fast lieben um eines Wortes willen das
einst die Geliebte sprach: „Er wird
das Ende“ sprach sie „unsrer Liebe
sein.“ Es war nicht mehr Al
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Einholung

Ich komme zu dir wie ein Falter der
Ferne. Ich komme zu dir wie das Licht
toter Sterne. Ich komme zu dir wie zum
Leibe der Odem. Ich komme zu dir wie
der Same zum Boden. Ich
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Sturm

Ich steh vor mir und halte mein Innres
gefesselt. Gedanken reißen an mir wie
wilde Segel, jagen mich fort aus meinen
gesetzten Gründen, Sturm zerreißt
mich, wenn ich nicht mit ihm fliege
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Würzburger Marien

Ihr holdseligen Marien die ihr unter
Baldachinen aus den Nischen, von
Geländern lächelt mit erzückten
Mienen; die mit schwebenden
Gewändern wallend, lockend, aufwärts
zie
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Östlicher Spruch

Ihr kennt die Großen nicht die unter
euch gehen. Ihr liebt den Nächsten nur
und liebt das Nächste. Ihr achtet
euch, weil ihr euch heimlich
missachtet, und fürchtet Gott, denn
ihr fürch
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Antwort der Toten

Ihr Lebendigen, Leichten! die mit
Leibern heim wohl kamen an den Herd, zu
Weibern: Seid ihr sicher eurer hellen
Ufer? Die ihr Tote ruft und Tote
wehret, die ihr so verflucht und so v
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Ihrer Haare dunkle Schlingen

Ihrer Haare dunkle Schlingen – lassen
sie mich jemals frei?  Doch es
soll ihr nicht gelingen dass ich ganz
gefangen sei. Liebgefesselt
überwinde ich die mäch
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Fest der Wälder

In das goldne Bad des Sterbens taucht
ihr – Wälder – und errötet. Wann
wird treffen euch der eine Kuss der
Nacht der alles tötet. Noch
verführt ihr, selbst verführt
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Dezember

In kurzen Tagen sacht, durch langer
Nächte Macht wird still zum End
gebracht     jährliche
Bahn. Doch Liebe endet nicht. Noch
in der Dunkelschicht s
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Ursprung

Irr im Menschen schwirrt der
Falter, schleicht die Schlange, schreit
der Häher. Dich gestaltend wardst du
jäher Urgestalten Schrei und
Psalter. Bis zum Mord des Bruders tr
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Februar

Ist auch der kürzeste Mond für deine
Liebe nicht lang: wo sie sich selber
belohnt sei um die Liebe nicht
bang. Spute dich! Küsse! dich
zwingt fliehend der kürzeste
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Jener Welten müde Glückseligkeiten

Jener Welten müde
Glückseligkeiten füllen das Lächeln
derer die müde sind. doch wem das
Leben ein ewiger Morgen der Kraft
ist solcher reißt diese Erde als eine
Geliebte
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März

Junger Frühling, komm und hilf sie,
die Junge, zu umlieben. Flüsterst du
in Gras und Schilf, hör ihr Ohr
geflüstert Lieben. Mit dem Mund voll
jungen Küssen mit de
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Begräbnis

Keine Träne rührt uns an. Wer kann
Tote noch beweinen? Tote sind Zahlen in
einem Buch unter die Zahlen der gestern
Lebenden geschrieben. Wir ziehen die
Ziffern voneinander ab.
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Für E.

Kindlein! Schläferlein! nippst du den
Schlaf wie ein Goldkäferlein das ich
heut betraf? Wind wiegt’s wie ich
dich wiege, mein Kind. Still
liegt’s w
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Einer Heimkehrenden

Kommst du zurück
von deiner Reise
triffst du wohl leise
ein in das Haus,

ob wohl das Glück
noch seine Weise
summe ganz leise
in deinem Haus.
Der Augenblick

Land! – Wie nach geheimem
Gesetz führen alle Straßen nach
Westen. Einmal aber – nach dem
Gewühl und Geschrei, dem Zittern
hinter uns – sind leer die
Alleen. Wir reit
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Zaubrische Entfremdung

Leise unkt es in den Weihern. Käuzchen
ruft fast treugefährtlich und die
Wiese geht mit Schleiern unterm Mond
vorüber – zärtlich. Alle Dinge
sind verkleidet höh
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Letztes Bewahren entfloh

Letztes Bewahren entfloh Ich bin ein
Mann – und ich liebe. Allen
Gefahren geweiht suchte ich neue
Gefahren. Aber auf einfachem
Strand zwischen den kleinen Blumen
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Liebe Worte füg ich dir zum Liede

Liebe Worte füg ich dir zum Liede, und
sie drängen leis um deine
Stirne, leise dir ans Ohr sich, küssen
leise wiederkehrend von den reinen
Lippen dir den Mund wenn du sie
heimlich
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Aufblick

Löse nun leise aus meinen
Augen, Freundin, die deinen, löse den
Blick. Droben gehn Welten. Schweige
vereint mir. Schauend nach oben sind
wir gemahnt:
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Weißes Blühen

Manche Wange wird aus fremder
blasser Sehnsucht einmal schüchtern
nur gerötet wie bei jähem Fackelglanz
die Wasser einer Grotte die die Nacht
ertötet. Doch sie sinkt wie
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Manchmal aus einsamer Traumfahrt

Manchmal aus einsamer Traumfahrt fahre
ich auf: Es regt sich Ulysses, Dann
schreit sein Jammer nach dir
– schreit nach der Göttin furchtbar
vernehmlich. Doch
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Mein ist die Göttin

Mein ist die Göttin – Wer hier
landet und scheuen Fußes heilige
Insel umschreitet ahnt die
Verschwiegene nicht. Mein ist die
Göttin salzig von Flut
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Mich zu beglücken

Mich zu beglücken hob sein Lid er
sanft, mich zu befrieden gab er seine
Lippen kaum wie den Trank den Kelchen
die am Ranft der toten Weiher kühle
Wasser nippen – Bin ich
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Einsamkeit

Mit dir zu wandern, ewiger Wandrer,
Wind, dich anzulachen, Himmel, du
lachend Kind, mit dir heiß spielen,
Sonne, du Spielerin, an dir mich
kühlen, Wolke, du Kühlerin, mit dir
zu n
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Mit einem Zweig

Mit einem Zweig von Blüten schwer und
schwer von Morgentau schlag ich an
deine Fensterwehr, du allerschönste
Frau. Und hoch im Bügel heb ich
mich und schwingen mein
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Schicksal

Mit finsterem Unbild verhängt sind die
Tage. Die Erde, die Mutter, wendet
sich schaudernd vom Wahnsinn der
Kinder, ohne Umarmung kalt sie
erwürgend. Ö
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Morgenwind, keuschester

Morgenwind, keuschester, bist du der
liebste mir weil deines unerschrockenen
Fittichs Saumfedern eine nahe der Erde
streifend sie traf, die ferne, die
Freundin?
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März

März. Schmächtiger. Aus
Fronnacht erwecktes Zart. O
Lächeln noch zwischen Macht und
Ohnmacht. Die blassen Säfte
steigen im Baum der Sonne nach zu
schlafenden Gezwe
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Nacht

Nacht erstickt das Licht. Nacht
beschläft das Laute. Um uns nur das
Dichte. In uns das Betaute. Stumme
Stunden tropfen tiefstem Dienst
verbunden: ihre Pulse kl
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Nacht, du nahest, leisbeschwingt

Nacht, du nahest, leisbeschwingt, wie
ein dunkelfarbiger Falter, und dein
Trauermantel sinkt überm Tag, dem
Allgestalter bunter Wirklichkeit und
Luft. Aber dem der ei
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Ewiger Glaube

Nicht aus eurem Glauben wird sie
auferstehen. Aus den Samen ausgesäter
Lieder, ausgestreuter Worte über
Straßen und in Hütten, kehrt die
Menschheit wieder. Scheu umgeht i
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Melancholie und Befreiung

Nichts ist bittrer dem Menschen als wenn
ihn betrügen die Tage welche die Nacht
ihm versprach. Schelte ihn niemand
darum. Denn gleich Schatten weichen vor
seinen verlangenden Händen grau
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Nichts um mich klingt...

Nichts um mich klingt. – Ich höre
keinen Ton von deiner Geige lockend um
mich werben zum letzten Tanz der mich
entführt davon. Spielst du dem Leben
nur? und lässt das Sterben
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Die Sieger

Nun habt ihr Frieden! Frieden habt ihr
nun. – Die Wunden schließen sich,
die Waffen ruhn, begraben sind die
Toten und der Sieg schmettert Trompeten
lauter, gellender    
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Nun kommen die Tage

Nun kommen die Tage und werden dich
richten: Wir fragen, warum wandelst du
noch im Lichten? Du bist nicht. Du
warst einst. Wir sagen dich tot. Und
du fühlst dass du starbst. Und du
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Der Fremde

Nun plötzlich mussten glauben wir an
ihn, den wir noch gestern im
Vorüberziehn auf Straßen kaum
geachtet noch gegrüßt, der uns so
völlig fremd und weit noch
schien. Noc
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Schlaf

Nun schläfst du hinter den großen
Toren der Welt, wandelnd in deinem
ureigenen Paradies. Auf silbernen
Wiesen bleibst du bei Rehen stehn in
blauen Wüsten lagerst du zwischen den
Löwen.
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Liebe

Nun stehn die Hirsche still auf dunklen
Schneisen, die Löwen stehen still im
Felsentor; nun schweigen Nachtigallen
ihrer Weisen und Sterne, Sterne hören
auf zu kreisen und aus den
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An die Künstler

Nur der männlichen Seele Stolz, nur
des männlichen Herzens Trauer werden
wir wahren unter den Männern die wir
uns zueinander bekennen. Tragen mit
Stolz wir den Erdball der
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Erlöschen

Nur wen das Dunkel ergreift wird seine
Nächte bestehn. Wen nicht das Dunklere
streift, wer kann zum Dunkelsten
gehn? O du tiefes Gewicht! Nacht, du
erdrückst mir das
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O dass nun Freude

O dass nun Freude ist was mich
zerbrach! Dass Jubel ist was gestern
noch als Schmach verhüllt sich in ein
wehes Herz verbarg! Dass Tempel ist was
eben noch war Sarg! Dass ic
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O ihr Blumen

O ihr Blumen, lehrt mich blühen die
ihr scheu zum Lichte drängt dass mich
nicht im Kaumerglühen erster Schrei
des Kelches zersprengt. Ein
ohnmächtig Keuschbemühen
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O Schmerz

O Schmerz, ich glaubte dir du seist mir
treu und würdest ewig sein. Ich war
bereit für deine große stille
Ewigkeit. So fern war ich schon
jenseits Wunsch und Reu. Und eine
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Orpheus

Panther schmeicheln sich zu seinen
Füßen, Winde nahen in unendlich
süßem Wehen seiner Stirn. Adler
fächeln liebend seine Wangen. Berge
zittern leis. Ihn zu empfangen
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In Memorian W.E.

Reizende Stadt die lieblich und stolz
durchflutet der Neckar, den du mit
Frohsinn und Wein grüßt von den Ufern
herab, den die Gesänge der Jugend
hinaus in die Ebne geleiten wo, schon
bed
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Gipfel im Abend

Rings aus den Tälern tief
drunten haucht schon der Friede
gelinde. Es schreiten die Winde den
Reigen über die Gipfel, den Wolken
verbunden, und raunen dazu die ewigen
Weisen.
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Urlaub und Abschied

Sahn wir nicht wiederum die
Märchenerde, die Wunderhimmel und die
Fabeltiere, als wir beisammen
waren? Und nun muss alles
fahren: Erde wird Erde, Himmel Himmel,
Tiere werden
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Reisekost

Scheidest du - so nimmst du
wohl schnell gerafft ein letztes
Wort in beschwertem Herzen fort noch
nicht wissend was es sprach. Unter
dem Geraun des Rads nimmt die Fern
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Für L.

Schlafe, schlafe, wunschloses
Menschenkind, und lass mich über dir
mit meinen Träumen wachen und leise,
leise meiner Träume lachen vor Glück
dass sie nun einer Mutter Träume sind.
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Schlief die Liebe dass sie nun erwachte

Schlief die Liebe dass sie nun
erwachte, da sie keiner von uns
aufgeweckt? da es keiner wagte, keiner
dachte, da wir zitterten vom Glück
erschreckt? Nacht umstand uns und di
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Schnell gehst du, Welt

Schnell gehst du, Welt,
schnell läufst du, Jahr.
Nichts bleibet wie es gestern war
und morgen bist du, Mensch, gefällt
aus dieser Welt
von diesem Jahr.
Herbstleuchten

Schöner strahlt der Betrug. Leuchten
dem Sterben vertraut. Im allermüdesten
Flug Falter von Sonne
betaut. Irrende Dolche des
Lichts. Silberne Fesseln der Luft.
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Seit ich von ihrem göttlichen Fleische genossen

Seit ich von ihrem göttlichen Fleische
genossen bin ich von Gottheit süß
vergiftet. Rings von göttlichen
Zeichen bin ich umschriftet. Göttlich
Unsterbliches ist in mich
übergeflossen.
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Letzte Rekruten

Sie nahen schon den andern Toten, den
stummen blassern größern Toten. Sie
wissen schon dass tausend fielen und
hundert Hunderttausend fielen. Sie
heben ihre Augen nicht
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Sie zu lieben

Sie zu lieben— ! Welches
Schicksal ist in der Liebe den Menschen
bereitet! Dies war Ogygia – aber
Ogygia ist es nicht mehr. Mit
fliehendem Mast und verlange
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Astronomisches Gespräch

Sieh den Mond mit schlanken
Sichelarmen glühend zücken nach dem
schönsten Sterne. Süße Ferne, wo
Gestirne liebend sich umarmen! Meinst
du gar sie werden sich erreichen?
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Die Gerächten

So muss an dir ich jenen andern
Seelen, die ich emporgesteigert leicht
vergaß, abbitten wie ein
fluchbeschwert Verfehlen dass ich von
ihnen zu dir hingenas. Nun bin ich
kran
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Bild der Freundin

So schön bist du die mir das Herz
bewegt, dass selbst der Quelle Spiegel
welchen du befragt dein Ebenbild
zurückzugeben nicht gewagt  
    und zitternd sprach
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Abgeleit

So sind der Freuden viel und manche auch
der Tränen entlassen aus nur
halberkanntem Innern. Sie ziehn dahin
ins Blau gleich fremden Schwänen, die
ihres Ursprungs kennen kein Erinnern.
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Gleichung

Soll ich dann nicht mehr sein, wenn ich
dir fern bin? Wirst du dann Erde
sein, wenn ich ein Stern
bin? Folgest du mir nicht mehr, wenn
ich entschwunden? Wenn ic
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Soll ich glauben

Soll ich glauben mir dass ich es
bin die er weckt und aus dem Grabe
löste? Seine Hand hob zärtlich kaum
mein Kinn dass mein Auge sich in seinem
tröste. Und schon zittert i
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Sprach die Geliebte

Sprach die Geliebte: „Mir ist als
müsste ich’s jemand danken nur dass
du bist.“ Und ihre schlanken Hände
begannen die Schläfen mir leis zu
umschmeicheln Und hatten da
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Stunden voll von süßen Traurigkeiten

Stunden voll von süßen
Traurigkeiten rinnen nun in meine
hellen Tage seit ich es in meinem
Herzen trage dass du mein bist und ich
muss dich meiden. Sinnend lass ich
durch d
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Stürzt, meine Liebeswogen

Stürzt, meine Liebeswogen! stürzt den
türmenden Gestaden an von Meer, das
euch nur scharte um zu
vergehn. Wehren wird sie nicht den
liebend Stürmenden; ist sie doch die
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Finsteres Gesicht

Tod und Leben traten vor mich hin, zwei
verkappte finstere Dämonen. Düster
seh ich funkeln starre Kronen. Jeder
starrt mich an wie eine
Beute: „Morgen ist er mein!“ –
„Mein
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Die Herzen

Tot lagen zwei Königskinde die sich zu
sehr geliebt. Da weint Hof und
Gesinde. Ein Grab man ihnen
gibt. Der König in seinem
Leide lässt bauen aus edlem Stein
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Ritt – Wüste

Trauernde Wüste gibt uns die Hand. Sie
lässt nicht von uns. Bis ans Ende der
Welt, so scheint es, geleitet sie
uns. Wie weit ist verwüstetes
Land! Der Horizont weicht uns
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September

Trunken steht nun der Baum. Rundum
gestützt trägt sein Schoß tausend
Früchte des Jahrs. Liebe des Sommers
war groß. Tropft auch der Seim aus
in der Frucht, klopft
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Die Schenke

Und eines Abends werde ich zur Schenke
gehen reinen Herzens, zu jener
stillgeliebten die mir mehrt den
Geist und Schönes mir in Schöneres
verkehrt. Der Schenke wird mir reichen
das
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Entspannung

Und endlich meldeten die dünnen
Riegel, die mühsam vor uns
hingeschoben wurden, sie hielten. –
Ruhe – vielleicht warmes Essen –
Schlaf. Göttliche Urwollust leiblicher
Genüsse!
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Und wieder schaute ich

Und wieder schaute ich. Da warest du die
Sphinx, die unersättliche,
verlockenden Gesichts, die stille
Würgerin, die lautlos
rings vollstreckt das Urteil eines
Weltgerichts, die fü
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Der Irdische

Und wär es selbst dass unterm Joch ich
streife eines Geistes den ich nicht
begreife, der mich jagt zum
Ewig-Unbekannten als dem mir
Geschwisterlicht-Verwandten: Sei‘s
zufrieden,
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Unruhige Nacht

Unheimlich wetterleuchtet die
Front. Aus Träumen auffahrend bellen
Geschütze weit in die Nacht
hinaus, schlagen mit feurigen Tatzen
sinnlos um sich und fallen wieder in
Schlaf.
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Unter der Erde

Unter der Erde, unter den
Wassern liegen der Toten viele
Geschlechter. Aber so lange Irdische
heben Hände zu Göttern, dunkeln
Geboten lauschende Erden,
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Unzerstörbar steigt das Vergängliche auf

Unzerstörbar steigt das Vergängliche
auf. Ohne Trauer fällt die Fontäne
zum Spiegel den sie aufjauchzend
verließ; und der Ewigkeit Siegel ruht
auf allem was blüht in sich endendem
Lau
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Verweinte Wälder

Verweinte Wälder kommen mir
entgegen. Verweinte Pappel wartet mein
am Weg. Versengtes Dorf kann sich vor
Schmerz nicht legen. Im Fluss
versinkend klagt zerfleischter
Steg. D
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Schlachtfeld – Der Schrei

Vom Reif des Monds gekühlt und weiß
gehehlt liegt wildes Feld. Unschuldig
lichte Flut trinkt seinen Jammer fort,
trinkt braunes Blut von Staub und Gras
selig im Glanz entseelt.
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Witwe

Von einem Toten bin ich nun
erfüllt. Wie sonderbares Blei in mir
ist das. Ich bin so schwer wie er, wie
er so blass – Er dunkelte: da wurde
ich verhüllt. Von seiner Kält
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Anrufung

Völker rufen euch, ihr stillen
Heere. Aus den Gräbern, von dem Grund
der Meere werdet ihr von neuem
aufgeboten. Viel Gedächtnis, euch zu
Dienst errichtet, euch beschwörend,
banne
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Jahreswendspruch

Walle der Schleier empor die von dem
Dunkel der Zeit gleichwie die Sonne vom
Meer furchtlos das Nebeltuch
hebt. Es stürzen entschleiert die
Wellen Leuchtend herein.
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Fluchung

Warum ist mein Gewehr so schwer? Mein
Blick so schwer wie Finsternis? Ich geh
in einem großen Heer. Doch Kameraden
sind’s nicht mehr. Seh jeder wo er
bleibt. Schon
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Ruderfahrt

Warum, Geliebte, durft ich dich heute
nicht küssen! Bin doch deinen Lippen
so nahe gewesen da ich vom gleitenden
Sitze die Ruder führte. Aber ins
Wasser, ins gleitende Wasser grub ich
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Tristan

Was wehrst du noch das Trinken da eins
das andre trinkt in Blicken die so
rein erglühen wie aus dunklem
Kelch       geweihter
Wein! – Was wehrst du n
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Fremde Welt

Weite Welt, weite Welt, wie fremd
liegst du vor mir. Nun, da mein
heimlich Glück zerfällt, kehr wieder
ich zu dir. Ungeliebt,
ungesellt, soll ich nun fort von dir --
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Ausblick aufs Meer

Wellen kommen und ziehn ihren
unendlichen Weg. Einsam auf einsamen
Steg Bannt mich ihr ewiges
Fliehn. Nichts wo die Sehnsucht sich
ruht. Mast nicht noch Segel zu sehn.
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Januar

Wenn du einmal satt der Liebe bist will
ich gern dich mit Konfekt
versöhnen. Doch so lange du die
Einzig-Liebe bist will ich dich nicht
mit Konfekt versöhnen. Weißt du nic
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Evangelium der Nacht

Wenn so stolz zum Licht der
Sterne Tannenwaldung aufwärts
steigt, die Unnahbarkeit der
Ferne strahlend sich ihr
niederneigt, stehst auch du voll
dunkler Schauer in de
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Wer der Insel verfiel

Wer der Insel verfiel ist auch der
Göttin verfallen: das ist ihr
köstliches Spiel. Aber dem einen
beschert sie in heimlicher Liebe was
sie den andern verweht.
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Letzter Spruch

Wie bald sind ausgetrunken die Becher
der Zeit die brausenden -- und es
folgen die schalen. Und ein Tag kommt
– der stillste. Da leerst du den
schalsten der Becher.
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Wie eine Silberpappel

Wie eine Silberpappel überlief Wind
der menschlichen Berührung ihren
Leib der im Laube seiner Nacktheit
schlief. Im Mark der Göttin regte
sich das Weib. – Scheu im Erzit
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Sommernacht

Wie so sanft sich Licht in
Dunkel wandelt, fast als wär’s das
Gleiche. Dunkelgespinst von ewger
Kunkel sinkt auf dämmernde
Bereiche. Baum und Strauch und Wiesen
gleiten
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Ritt

Wie von erstorbenem Sterne haucht es
mich traurig an. Langsam entweichende
Ferne zieht mir schwerfüßig
voran. Nicht Tier, nicht Mensch. Kein
Geschöpflein. Drahtgew
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Die Gefesselte

Wie über tiefe Wasser ging ein
Gelüst. Da hast du mich aus
blasser Sehnsucht
geküsst. Erschrakst in deinen
Fesseln ob dem was dich
heischt. Wardst doch von h
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Willst du selbst den Rausch der Sommernächte

Willst du selbst den Rausch der
Sommernächte überrauschen noch mit
deinem Blühen? willst du alle Glut der
Sonnenmächte überglühen noch mit
deinem Glühen? Ach, du tates
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Gesang olympischer Kämpfer

Wir rufen den Gott der in Völkern
lebt der die Jugend liebt im
Wettstreit der Besten.    
Kampf ist der Springquell    
ewiger Kräfte. &nb
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Marschlied den Rhein hinab

Wir schreiten aus! – Es leuchtet und
unsre Blicke feuchtet der alte ewge
Strom. Wir schreiten aus! – Uns
locken die Ufer und die
Glocken vertraut von jedem Dom.
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Wirst du die mir noch jeden meiner Tage

Wirst du die mir noch jeden meiner
Tage -- und seist du noch so ferne –
hilft beginnen einst mit mir gehen an
das Tor der Frage vor dem nicht Umkehr
ist und kein Entrinnen?
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Wo jemals finde ich

Wo jemals finde ich wieder deiner
Erschüttrung Wunder, Not der Nöte,
Schlachtennot und –entsetzen! Chaos
des Innern war aus den Menschen
herausgerüttelt, Erinnerung entsank
wie Kinders
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Wo willst du hin...

Wo willst du hin, vielfältige Mörderin
der Tat, die hellen Auges für sich
selbst will streiten, die nicht nach
Nutzen geht, nicht Lohn will
leiden, und doch allein des Lohnes
Füllhorn h
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Juni

Wohin steigt er – unserer Liebe
verliebter Kalender? Auf zur Höhe des
Jahres mit der steigenden
Sonne. Lassen wollen wir auch die
Erde nicht wenn sie sich sonnab wendet
in ihrem
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Die Reiter

Wotan, hilf! Die Rosse traben. Wenn wir
stürzen in den Graben, rufen wir zu
deinen Raben: Helfet, helft! ihr
dunkeln Raben aus dem Graben, aus dem
Moore – Hastig be
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Mai

Über dir im Blau – horch: die Lerche
lacht. Leib zu Leib gemacht, Licht und
Leib Gesang. Taumel fasst dich
an schaust du hell empor. Trunken Aug
und Ohr –
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Über meinem Lächeln

Über meinem Lächeln geh ich durch
sterbenden Park. Sehnsucht die irrende
schweigt: Nur noch die Liebe ist
stark. In meiner süßesten Gruft in
meinem heimlichsten Ma
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Blumen und Frauen

Zum Blühen geboren sterbt hin ihr im
Blühen, ihr Blumen ihr
Frauen verwehend im Blauen ans Blühen
verloren. In atmenden Seiden, in
Zartem verschleiert
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Erste Gräber

Zwischen Gras schwarzes
Blühn lockerer Erde, wie ein
Lenz nie gesehn in den
Feldern. Tief im Land rinnen
leis erste Tränen
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