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Gedichte - Rudolf Presber


Reiseabenteuer

    Ein Winterabend mit
Dämmerungen - Über den Feldern
Krähenflug ... Da bin ich draußen am
Wald gesprungen In einen erleuchteten
Stadtbahnzug.     Ic
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Familientrauer

    Im Traume seh` ich wohl
zuweilen Mich selbst als toten, stillen
Mann; Und blasse schwarze Männer
eilen Und sagen meine Leiche
an.     Es tönt durchs
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Unsterblichkeit

    Nach Äonen nicht
gemessen Wird mein Lebensgang; Aber
nimmer ganz vergessen Wird mein
schlichter Sang.     Wohl
kein Steinbild wird mich preisen
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An Seine Hochwohlgeboren

(Der Brief einer Mutter) Verzeihung,
wenn mein Schreiben keck
erscheint, Wenn ich den Namen weiß und
die Adresse Und schlicht mein Leid zu
klagen mich vermesse - Die Kleine,
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Refugium

(Morcote am Luganer See) Lockend mit
fremden Schalmeien Hat ein Traum mich
erfreut: Ferne dem deutschen
Maien, Sah ich ein Häuschen
heut. Still und weltvergessen
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An Detlev von Liliencron

(Zum 60. Geburtstag) Sie wollen heut
auf byzantinisch Gold, Du
Sechzigjähr`ger, deine Züge malen Und
Priesterinnen streuen süß und
hold Des Weihrauchs Körner in die Opfe
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Rosen

Stand auf der Straße ein blasses
Kind, Dünne Zöpfchen flatternd im
Wind, Flatternd im Wind ein ärmliches
Kleid, Schwer um die Augen die
Müdigkeit. Und aus den Händen, v
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Don Perignon

Ach Zeiten kommen, Zeiten gehen, Und
jede krönt, was ihr gefällt. Man
sieht so manches Denkmal stehen In
dieser marmorreichen Welt. Unleserliche
Zeichen loben Am Sockel, was
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Der ferne Hügel

Ach, wie hoch dich auch der
Flügel Aufwärts trägt zum
Firmament, In der Tiefe liegt ein
Hügel, Den noch deine Sehnsucht
kennt; Der noch mit vertrauten
Grüßen Seine blaue
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Mozart

Ach, wie sie dich mit vollen Backen
preisen, Und jeder laut mit seiner
Liebe prunkt! Abseits steh` ich. Ich
liebe deine Weisen, Doch blieb ein
Rätsel mir der Kontrapunkt. Wohl haben
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Vom Paradiese

Ach, wo in grauen Tagen, Den Helm in
heißer Stirn, Die Menschen sich
zerschlagen Die Knochen und das
Hirn, Das hat man längst
ermittelt Mit allem Drum und
Dran, Ersch
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Die stillen Täler

All ihr preisenden Erzähler Von der
Weltstadt Glanz und Licht, Scheltet mir
die stillen Täler Und die wald`gen
Höhen nicht! Scheltet nicht die
scheuen Waller, Die dem Markt
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Als Adam schlief...

Als Adam schlief, nahm Gott ihm eine
Rippe Und machte ihm ein Weib
daraus. Sie war sein Fleisch und
bracht` nicht eigne Sippe Noch
Vetternschaft ihm mit ins Haus. Und
hielt sie manch
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Das Herrlichste

Als ich durchs Mittelmeer
gefahren, Valenzias Küste noch im
Sinn, Da zeigte nach den Balearen Mir
ein Matrosenfinger hin. `Dort drüben,
Herr, wo sich aus kleinen Felsklippen
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Eulenspiegel

Als Till ein kleines Bübchen war Mit
Augen, wundergroßen, Mit langem,
blondem Lockenhaar Und kurzen, bunten
Hosen, Da hob sein Vater,
hochgeehrt Als Bürger vor den Leuten,
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Tante Sanna

Armes, müdes Frauenherz, Um des Abends
Glück betrogen, Spät erst hat dich
erdenwärts Deines Volkes Leid
gezogen. Kinder gingen dir
voraus, Und du sahst die Enkel f
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Auch meine Jugend zielte...

Auch meine Jugend zielte in die
Ferne, Ich hab` der Wünsche wilde
Kraft geübt, Und hab` als Mensch auf
meinem kleinen Sterne Die Welt in mir,
mich in der Welt geliebt. Die Frucht i
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Fernher

Auf der Enkel Lippen kommen, Wenn dein
Leben längst zerbrach, Worte lächelnd
hergeschwommen - - Keiner weiß mehr,
wer sie sprach. Tote Tugend, tote
Fehde Trägt von
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Netze

Auf frühen stillen Morgengängen Durch
meines Gärtchens Sommergrün Seh` oft
ich kleine Netze hängen, Aus denen
hell die Tropfen sprühn. Die zarten
Falter, die zu naschen
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Blumentag

Aus dem Lande voller Blumen Tat ich-
pflichtgedrängt - den Sprung; Seufzend
zehr` ich von den Krumen Dankbarer
Erinnerung An des Südens
beispiellosen Reichtum, schenkend imm
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Neid

Aus der Jugend tollen
Tagen, Lenzberauscht und
weltentzückt, Vieler Fehler Schuld
getragen Hab` ich, die mich schwer
bedrückt. Schlimmer, als die Welt
gescholten, Sc
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Ketzergedanken

Aus der Kirche war ich gekommen, Wo ich
kein allzu häufiger Gast. Hat mich
unter den betenden Frommen Recht ein
Schauer der Reue erfaßt. Herrlich
durch die gemalten Scheiben
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Schon einmal

Aus Dunst und Nebel ferner Tage Stieg
mir ein liebes Bild empor - Wir
sprachen von der Frauenfrage, Der Rat
trug seine Weisheit vor. Die Frau, so
sprach er, sei entrechtet Und
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Firducis Enkel

Aus Persien weht ein Geistergruß - Vor
tausend Jahren haben Sie dort im
blühenden Städtchen Tus Den großen
Firduci begraben. Dem Sultan Mahmud
von Ghasna stand Der
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Kultur

Aus Zeiten, roh und kannibalisch, Rang
strebend sich der Mensch zum
Licht, Heut ist Herr Lehmann sehr
moralisch, Wenn er - von Schulzes
Lastern spricht. Er schilt mit Worten,
reichli
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Am Grabe Kleists

Bald bist du ein gepriesner
Erdengast, Und der Philister schwärmt
von deinen Siegen, Wenn du verzweifelt
dich entschlossen hast, Erst - hundert
Jahr in deinem Grab zu liegen.
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Bei Stresa

Bei Stresa steht ein kleines Haus, Sein
Gärtchen drängt ans Seegestade - Und
blüht als wie ein Blütenstrauß Durch
Gottes und der Sonne Gnade. Ich trat
dem bunten Flore n
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Das kalte Zimmer

Bist du erst siebzehn Jahre, Bist du
schon dreißig alt? Ich weiß nicht, ob
ich`s erfahre - - Im Zimmer ist`s
furchtbar kalt. Die Psyche von Paul
Thumann Lächelnd ü
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Unter den Linden

Blendendes Licht über nassem
Asphalt, Schatten wachsen und schwinden
- Abendhimmel, dunkel und kalt, Über
den kahlen Linden. Wimmelndes Leben
die Häuser entlang, Sp
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Der Garten

Blumen die roten und weißen Schnitt
ich achtlos vom Beet; Die Roten haben
verheißen, Die Weißen haben
gefleht. Sie blühten aus edlem
Samen, Heut sind sie längst v
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Die toten Freuden

Blumen hab` ich viel gewunden, Viel ist
mir des Leid geschehn - Wünsch` ich
wirklich, all der Stunden Eine sollt`
mir auferstehn? Eine sollte wieder
gleichen Jener, die im Ne
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Im alten Buch

Blätternd in dem jüngst
erworbnen Buche, drin mit kecken
Zügen Stand der Name des
Verstorbnen, Fand ich welke Blumen
liegen. Ihre Blätter farbig
sprühten, Heißen
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Das Pferdchen

Damals, ach! - die Ärzte
kamen, Fühlten Puls ihm und
Gesicht, Nannten viel gelehrte
Namen, Und mein Ohr verstand sie
nicht. Doch im Aug` gelehrter
Toren Las ich mehr
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Ostersonntag

Das fliegt jetzt aus den Himmeln Wie
eitel Gold und Glast; Kreischende
Spatzen wimmeln Und tummeln sich am
Ast; Das treibt so grün und saftig Am
wilden Weine schon; He
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So solls kommen!

Das Greisenalter, so sagen die
Jungen, Ein übermütiges lockeres
Völkchen, Ist eine der häßlichsten
Einrichtungen. Paff - blasen sie
Zigarettenwölkchen Und schauen nach
den zerf
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Viatikum

Das ist dein ganzer Erdenfleiß, Das
ist dein ganzes Wandern: Du tobst von
einem Wendekreis Auf Schiff und Roß
zum andern. Und, kleines Menschlein,
sieh, du wagst Dic
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Das ist der schrillste Ton in deinem Leben

Das ist der schrillste Ton in deinem
Leben, Der nimmer im Gedächtnis dir
zerfließt, Wenn, dröhnend in den
alten Eisenstäben, Das Tor sich deines
Elternhauses schließt.....
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Bleigießen

Das ist die Nacht der Jahreswende, Das
ist die Nacht der Zauberei - So nimm in
deine kleine Hände Den Löffel mit dem
flüss`gen Blei; Das alte Erbstück
faß und gieße Das
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Spätherbst

Das ist die Zeit, da schlafen gehen In
meinen Gärten Busch und Strauch: Und
morgen werd` ich alle sehen Umwallt von
kalter Nebel Hauch. Es starren aus der
Zweige Gabel Die Ne
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Am Ostermorgen

Das ist ein Blühen und Singen In
heiliger Osterzeit - Von dumpfen
Gräbern springen Die Felsentore
weit. Den Haß und Hohn
verscharrten Trotz seiner Jünger
Flehn, Den
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Prag

Das ist ein schneeiger Wintertag Mit
Flimmern und Funkeln gewesen, Da hab`
ich die seltsame Kunde aus Prag Mit
staunenden Augen gelesen: Die Tschechen
toben. Die Zeit ist schwer.
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Moses und die andern

Das ist eine traurige Those - Wozu ist
einer Prophet? Nun sehn Sie bloß,
wie`s Mose Nach tausend Jahren
geht! Der Glaube ist
geschwunden, Daß ihn in Schilf und
Moos
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Sonnenuntergang

Das ist meiner Sehnsucht Stunde, Wenn
die Sonne still versinkt Und aus
weißer Wolken Wunde Rotes Blut der
Abend trinkt; Wenn die kühlen Düfte
steigen Würziger aus Busch un
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Rundfrage

Das ist, ich lob`s, `ne hübsche
Sitte, Und sie ergötzt uns manches
Mal: Es naht mit einer Frag` und
Bitte Sich - immer höflich - ein
Journal. Und morgen wieder eine
Zeitun
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Zum Besten von...

Das sind der Neuzeit große Lügen, Die
tiefe Heuchelei ersinnt: Man ißt nicht
mehr, sich zu vergnügen, Man ißt,
weil andre hungrig sind. Wohltätigkeit
kennt keine Schranken,
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Vision bei Worms

Das sind die hellen
Stunden Rotflammender Rosenzeit - Drei
Könige der Burgunden, Die reiten in
Herrlichkeit. Sie reiten bergauf,
bergunter; Im Helmbusch spielt der Wi
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Am Stammtisch

Das sind nun zwanzig Jahre - Die Luft
ging sommerlich, Da saßen im lockigen
Haare Der Müller, der Schulze und
ich. Wir tranken zu
Aßmannshausen, Rubinrot lachte der
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Gefesselte Geister

Das war der lustige Dichter, Sein Ruhm,
der war nicht klein; Er schnitt der
Welt Gesichter Und weinte im
Kämmerlein. Es rühmten, die ihn
lasen, Stets sei er witzbere
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Der furchtbare Kunibald

Das war der Ritter Kunibald, Der dicke,
breitgestirnte, Des Stimme hatte viel
Gewalt, Wenn sich der Held
erzürnte. Dann nahm er Kolben her und
Helm Und schrie ins Land und fr
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Die schöne Dorothee

Das war der Schreiber beim Hohen Rat Zu
Osnabrück, o weh! Der tief den Blick
ins Auge tat Der schönen
Dorothee.        
Er war nicht hübsch, er war nicht jung;
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Münchhausen

Das ward mein reicher Lebenslohn Im
himmlischen Gefilde: Ich blieb der
gnäd`ge Schutzpatron Von einer großen
Gilde. Und meine brave
Jüngerschaft Die lügt und sohlt und
sch
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Ballade auf Mi

Das waren die bösen Verben auf mi, Die
unregelmäßigen Verben. Das kleine
Fritzchen übte sie, Noch als er lag im
Sterben. Sie hatten ihm all die schöne
Welt Und Garten und
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Mütter haben immer recht

Deine Mutter warnte: `Kind, Spürst du
wohl des Lenzes Schmeicheln? Glaub, es
wird der Frühlingswind Auch dein
töricht Herzchen streicheln, Wird`s
berühren sanft und weich
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Vagantenlied

Dem ist nichts zu verderben, Der nimmer
was begehrt. Das bißchen Hungern und
Sterben Ist nicht der Rede
wert! Bedeckt mit weichem Moose Den
rohen Spatenstich -
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Das Glück

Den Fußweg ging ich so durch die
Föhren, Aus Tiefen glitzert` ein
märkischer See. Der Spechte Hämmern
war fernher zu hören, Und neben
blendete die Chaussee. Da kam in einem
funk
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Mannbarkeit

Den Kopf so schwüler Gedanken voll
- Im Herzen hüpfen die
Grazien. Weißt nicht, wie all das noch
enden soll. - Draußen blühn die
Akazien. All das Wogen: Sünde und
Schul
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Abschied

Den welken Lorbeer um die kahlen
Schläfe, Das Auge stumpf und jede Lust
gebüßt - Ich möchte nicht, daß so
der Tod mich träfe, Den ich aus vollem
Leben oft gegrüßt. Die letzte
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Drachen

Denkst du noch vor manchen Jahren, Wenn
- des Sommers Epilog - Heim das letzte
Korn gefahren Und der Wind durch
Stoppeln flog? Wenn die Weide müd sich
neigte Auf des Baches S
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Genesung

Denk` ich an meine hellsten Tage, Da
Frühlingswunder mir geschah, Hör` ich
in sanftem Wellenschlage Den leisen
Gruß der Adria; Schau` um die
schimmernden Paläste Sich lege
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Das Purpurboot

Der Abend sank. Auf kiesbestreuten
Wegen Ging suchend ich durch letzte
Gräberreihn. Da trat ein schlanker
Engel mir entgegen, Auf seinen Locken
ruhte gold`ner Schein; Von weißem Fl
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Faschingsnacht

Der Boden voll Schlangen Aus buntem
Papier, Und brennende Wangen, Brillant
und Saphir ... Über jungfrischen
Zügen Des Blondhaars Geflecht - Die
Steine, die lügen,
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Streber

Der edle Steinbutt sprach zum
Störe: `Dein Renommieren macht mir
Pein. Du brüstest dich, soviel ich
höre, Der Menschheit liebster Fisch zu
sein. Verbrechen nenn` ich das, ein
schw
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Begegnung

Der Hochmut bebt um deine jungen
Züge, Dein Auge sieht mich feindlich
drohend an. Du blickst und schweigst.
Und doch mir ist, als früge Dein
Schweigen mich: `Wer bist du fremder
Mann?
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Judith

Der Hochmut lacht dir aus dem Aug`, dem
losen; Vor allen Weibern lieb` ich dich
wie keins! Und doch ich weiß: es hat
mit alten Hosen Dein Vater einst
gehandelt noch in Mainz.
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Titanic

Der Kampf ist aus ... Die Wasser wogen
leis. Ein Gurgeln noch, ein
Schimmerspiel von Blasen - Und
majestätisch zieht ein Berg von
Eis, Der Sieger blieb, lautlos auf
schwanken Straßen.
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Unterm Tannenbaum

Der Kindheit Bild soll nichts mir
rauben; Mein Heiligstes behüt` ich
wohl! Wie schöpfte sie den reichsten
Glauben Aus dem bescheidensten
Symbol. Ein wonnig Hoffen ohnegleichen,
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Begnadigung

Der liebe Gott saß auf himmlischem
Thron, Schon dreimal hatten Posaunen
gerufen. Zur Rechten in purpurnen
Kleidern der Sohn Und Petrus an den
goldenen Stufen. Und vor dem Richter, v
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Es ist der alte Mai nicht mehr...

Der Mai mit duftendem Blütensegen Nun
hat er die lachenden Lande geziert, Als
ob der kleinste von allen Wegen Dem
sonnigen Glück in die Arme mich
führt`! Doch alle die Blüten an
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Literatur

Der Müller hat ein dickes Buch
geschrieben, Der Meier hat sich mit die
Zeit vertrieben Und gab, weil er auch
sonst begütert war, Dazu heraus zwei
Bände Kommentar. Und als dem Ster
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Oktobertag

Der Rosen rote Wangen Sind schon im
Sturm verblaßt, Die letzten Früchte
hangen Am regenschweren Ast. Die
müden Nebel gleiten Wie Schlangen um
dein Haus Und welke Bl
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In der Silvesternacht

Der Tag ward Abend; der Abend ward Nacht
- Es ist eine Nacht wie die
andern. Und doch, mir hat sie die Ruhe
gebracht, Einkehr nach Mühen und
Wandern. Zu meinen Füßen die weite
Wel
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Die Nacht

Des Menschen Freund sei nie die
Nacht, Hör` ich, trotz ihrer
schönsten Sterne. Mein Liebchen fragt!
Ich weiß, sie lacht: Ich hab` sie
gerne! * Kritik heißt
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Wildenbruch

Die deutsche Jugend senkt die
Schläger An deiner Erdenreise
Ziel: Er fiel, ihr Stolz und
Bannerträger, Der Bildner ihrer
Träume fiel; Der mit der Dichtung
Wünschelrute
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Tänze

Die Duncan schritt im Griechengewand In
grellem Rampenscheine, Um weiße Stirn
das goldne Band Und nackt die schlanken
Beine. Die Augen blau, das Lächeln
mild, Halb Wachsfigu
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Weihnachtsfriede

Die Flocken schaukeln leise nieder
- Das ist der Erde Feiertag. Der Jubel
heller Kinderlieder Mischt sich mit
ernstem Glockenschlag. Still steht der
Pflug; die Hämmer ruhen,
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Aus der Kindheit

Die Kinder von heute, die Kinder von
heute, Die sind so klug schon, die sind
so gescheute; Es genügt nicht, daß
man sie pflegt und liebt, Den
hungernden Mäulchen ihr Süppchen gibt,
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Narben

Die Kleine sitzt tändelnd auf meinem
Schoß Und zappelt und quält mich mit
Fragen Und legt mir die alten Schmisse
bloß Aus Heidelberger
Tagen. Neugierig über Stirn und Sc
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Myrrha

Die Lippen so frisch und so
jugendrot, Und die Augen voll frommer
Güte; Und doch mir war`s, als läge
tot Der Lenz dir im Gemüte. Als
träumtest du lächelnd, während ich
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Schlaraffenland

Die Muhme hatt` mit vielen Bildern Gar
einen herrlich dicken Band; Draus las
sie, köstlich - nicht zu schildern
- Vom fröhlichen
Schlaraffenland. Lebkuchen, dick mit
Mandelkernen,
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Trianon

Die Nacht so warm. Und silberbleich Der
Mond ruht auf den Wegen, Da tänzelt`s
leise her vom Teich, Unhörbar mit
Schritten elfengleich - Vier Herren mit
Perücken und Degen.
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Ostermorgen (II)

Die Sonne stieg. In frühen
Stunden Strich sie die langen Schatten
hin. Die Frauen haben das Grab gefunden
- Der liebe Herr war nicht darin. Die
Salben lagen nur und Linnen No
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Die Tante sagt...

Die Tante sitzt im Türkenschal Mit
einem Blick, `nem bitterbösen, Und
raunzt und sagt: sie sei einmal Ein
wunderhübsches Kind gewesen. Sie
rückt die Haube sich zurecht,
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Die Uhr

Die Uhr kann laufen wie sie will, Ich
sehe zu und lächle still. Nur eine
Stund dann und wann Hielt ich mal gern
den Zeiger an; Und weiß genau: wenn
ich`s probier,
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Im Frieden

Die Weisheit ist uns längst
beschieden: Die Toten, die wir
aufgebahrt, Die gingen ein zum ew`gen
Frieden Nach Mühsal langer
Wanderfahrt. Die sind entrückt den
ird`schen T
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Wohltätigkeitsfest

Donnerwetter, welch ein Geschiebe
- Damen im Ausschnitt, Herren im
Frack. Dukaten fliegen nur so aus dem
Sack - Alles aus reinster
Menschenliebe. Mutterliebe eigentlich
- Denn
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Abend bei Klothilde

Draußen bläst der Wind in den
Schnee Flatterndes Flockengestiebe
- Klothilde schenkt Karawanentee Und
spricht von unserer Liebe. Du
liebtest viel in der Welt herum U
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Das Wirtshaus zur Sonne

Draußen schlang der junge Mai Seine
grünen Ranken, Und wir saßen still
dabei, Wenn die Eltern
tranken. Mutter nippte nur am
Glas, Freundlich und gefüge - Va
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Drei Poeten

Drei Dichter saßen zusammen Beim Roten
im `Silbernen Floh` Und sprachen von
Liederflammen Und ihrem Genio. Der
eine mit blassem Gesichte Wie
herbstlicher Mondenschein
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Drei Freunde

Drei Freunde hab` ich, die scheltet mir
nicht, Drei muntere gute Gesellen! Und
komm` ich heim von Arbeit und
Pflicht, Dann warten sie schon an der
Schwellen. Sie kümmern sich nicht
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Behüter

Du bist ein Tor, doch
anderwärts Triffst du noch einen
dümmern Wicht. Die dümmste Dummheit
macht das Herz - Das hast du
nicht. * Und ragt dir ein Schloß
ü
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Du bist kein Kind aus meiner Zeit

Du bist kein Kind aus meiner Zeit Und
meinem Heimatlande, Mir ist`s, als ob
ich weltenweit In fremden Volkes
fremdem Kleid Schon deinesgleichen
kannte. Auf schäumende
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Im Herbst

Du fand`st es in Büchern und glaubtest
es nicht, Das Lied vom Scheiden und
Meiden; Und jetzt, da der Herbstwind
die Rosen bricht, Jetzt zuckt es dir
leis um das bleiche Gesicht, Und
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Cervantes

Du Fröhlichster von allen, die
gelacht Ob dieser Erde Narrheit, Wahn
und Sitten, Wo hat man deine Asche
hingebracht, Wo ruhst du aus von deinen
Türkenritten? Schirmt die Kastanie d
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Du heut verehrte...

Du heut verehrte, einst geliebte
Frau, Verzeih, ich bin in Ehrlichkeit
der Alte. Erlaub` mir`s, daß von
meiner Zeitungsschau Ich dich ein arm`
Minütchen unterhalte. Du weißt`s gew
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Sternblumen

Du Land, nach dem nun keine Wege
gehen, Du Land, in dem ich arglos war
als Kind, Noch seh` ich manchmal deine
Blumen stehen, Sternblumen, weiße, die
im Winde wehen, Im Wind der Trä
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Laurus nobilis

Du lasest in Naturgeschichten Und sonst
auch anderwärts gewiß, Wie hoch im
Preisen und im Dichten Uns steht der
Laurus nobilis; Die Pforten delph`schen
Heiligtumes Hab` er m
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Kunst

Du lerntest mit heißen
Wangen Ästhetik und Gesetz - Die
Kunst läßt sich nicht fangen Mit
einem Schmetterlingsnetz. In
unverhofften Stunden Ist dir die Muse
hold -
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Du mußt die Augen niederschlagen

Du mußt die Augen niederschlagen; Ich
aber trage stolz mein Haupt, Der in der
Torheit Taumeltagen An deine Treue noch
geglaubt. Du konntest meine Kräfte
morden, Ich trug als
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Dem Kaiserenkel!

Du ruhst in einer goldnen Wiege, Die,
still die Flügel beigelegt, Der
Wappenvogel stolzer Siege, Der Aar der
Hohenzollern trägt. Ein weißes
Wölkchen echter Spitze Wehrt di
... weiterlesen


Der Dichterling

Du schwatzst ein breites und ein
langes Und hast mit Verschen nie
gespart Von Macht und Wohltat des
Gesanges, Die deiner Brust sich
offenbart. Du schwärmst von
Welten-Frühl
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Ahnenstolz

Du siehst so stolz auf mich
hernieder, Weil du des Königs einzig
Kind ... Wir treffen uns unter der Erde
wieder - Ob deine Knochen wohl weißer
sind? * Du ban
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Du sprachst...

Du sprachst: `Ich gab dir, was ich geben
konnt`, Hab` deinem Schmerz das
Wiegenlied gesungen; Ich habe deinen
Arbeitstag durchsonnt Und dir
gescheucht des Abends Dämmerungen;
... weiterlesen


Das Ende

Du töricht Herz, das ist die
Welt, Beherrsch der Wünsche wildes
Pochen! Wer weiß, ob dir die Rose
hält, Was dir die Knospe hat
versprochen. Brich sie am ersten
schönen T
... weiterlesen


Du wirst mir keinen Sohn gebären

Du wirst mir keinen Sohn gebären, An
diesen Brüsten schläft kein Kind; Du
hast die Augen der Hetären, Die nur
zur Lust geschaffen sind. Es zirkelt
schwere Schattenringe
... weiterlesen


Duftger Blüten leise Ranken

Duft`ger Blüten leise Ranken Sind im
Morgenwind erwacht, Doch die zartesten
Gedanken Schenkte mir die
Mitternacht. Manches Liebchen zu
beglücken Brach ich Rosen frü
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Alte Briefe

Dukaten hat der Händler ihr
geboten Für die vergilbten Briefe
ihres Toten. Ein klein Vermögen. - Wo
der Schach`rer nur Von ihrer Not und
ihrem Schatz erfuhr, Den sie nach
jüng`re
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Schreckliches Erlebnis

Durch des Waldes Tannenwege Schlendert`
harmlos ich und sang, Als ein
freundlicher `Kollege` Plötzlich aus
dem Dickicht sprang. Rabenschwarz wie
eine Dohle, Einen Nacken wie
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Mein Teil

Durch meinen kleinen Garten geh` ich So
fern dem Markt, so wintermüd; Und vor
den kleinen Sträuchern steh` ich Und
schau`, wie alles knospt und
blüht. Und lass` mir Aug` und Herz
... weiterlesen


An der Arbeit

D`Annunzio schreibt ein neues
Stück. Die Kunde geht in diesen
Tagen. Er wird dazu - o Dichterglück!
- Resedafarbene Wämschen
tragen. Chines`sche Seide von dem
Stoff, Den, a
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Mein Aschenbecher

Ein Aschenbecher von Porzellan, Der hat
mir`s lange angetan. Hab` ihn einmal,
weiß nicht mehr wann`s war, Erstanden
im Antiquitätenbazar. Türk`sche
Pistolen, ein altes Cel
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Beim Lesen

Ein Drama nahm ich jüngst zur
Hand, Und Welten fand ich
ausgebreitet Und spürt` in mystisches
Gewand Das Leid der Menschheit
eingekleidet. Ich sah die Liebe suchend
irr`n, I
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Dorian Gray

Ein edler Geist, der früh sich selbst
verlor, Den mit der Blumengeißel
Stachelhieben Die Lust gepeitscht durch
dunkler Qualen Tor, Hat uns ein
wunderseltsam Buch geschrieben. Schri
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Gelehrte Liebe

Ein Gelehrter, wunderlich, Wie so
mancher andre Weise, Forschte, wie:
`Ich liebe dich` Wohl in fremden
Sprachen heiße. Von Gibraltars
Wasserweg Zu des Urals schnee`gen
Klüft
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...ein sanftes Ruhekissen

Ein gut Gewissen ist von allen
Gaben Die beste, jeder Weise
spricht`s. Mädchen, ich möcht` dein
Ruhekissen haben - Und läg` dein
Köpfchen drauf, es schadet`
nichts! *
... weiterlesen


Pilgerfahrt

Ein müder alter Wandersmann, Noch vom
Staube bedeckt, kam im Himmel an. Und
zitternd stand er in Reu` und
Scham, Als strahlend der Herr ihm
vorüber kam. Er sank in
... weiterlesen


Sommertag

Ein Nymphchen, das im Ölwald lag An
einem sonnigen Sommertag, Hört`s
plötzlich leise knallen, Als wollten
Tropfen fallen, Als wollten Knospen
springen Und sich zum Lichte r
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Svedenborg

Ein ungelöschtes Feuer brennt und
webt Und frißt und sengt und zehrt in
meinem Innern - Und was ich büße, ist
nur ein Erinnern; Und was mich quält,
ich hab` es nie erlebt! In fe
... weiterlesen


Im Trinkzimmer

Ein Winkelchen in meinem Haus, Das
füllen Kannen und Krüge aus: Die hab`
ich mir dankbar aus fröhlichen
Tagen Hier im Trinkeck
zusammengetragen. Jeder kennt noch im
eigene
... weiterlesen


Vision in der Silvesternacht

Einen Reiter sah ich diese Nacht, grau
im Bart, von fahlem Hengste
steigen; Hiebzerfetzt war seine
Eisentracht, und auf weißen Lippen fror
das Schweigen. Still zur Erde legt`
er Schild un
... weiterlesen


Die Rheinfahrt

Eingehüllt in meine
Reisedecke, Während draußen fader
Regen floß, Fuhr ich hin am Rhein `ne
gute Strecke, Las dazu ein Buch von
Richard Voß. Stieg in Lorch zu mir
ein h
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Von Liebe und Ehe

Elise, sprach zur Freundin die
Mathilde, Das sogenannte Glück ist
meistens schal. Wenn ich vom Leben mir
`ne Meinung bilde, Find` ich die Ehe
mehr als trivial. Die Liebe - g
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Oktober

Ernsten Buchen, schlanken Erlen Kämmt
der Wind die Äste aus, Und des Regens
Schimmerperlen Wirft er pfeifend mir
ans Haus. Rot zu schwanker
Flatterflamme Glüht der wilde We
... weiterlesen


Wintertraum

Erster Schnee... Ans Fenster
platscht Winter mir mit weißen Flocken
- Und die Straße liegt
vermatscht; Und es bleibt kein
Steinchen trocken. Drüben mit
Geschrei und Pfiff
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Es gleißt und funkelt aus toten Tagen

Es gleißt und funkelt aus toten Tagen
- Viel Könige haben Kronen
getragen; Viel Ritter kämpften um Ehr`
und Gut, Von schartigen Schwertern
tropfte das Blut. Und hinter dem
Sieger,
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Feengabe

Es heißt im Märchen: es umstehen, Vom
leisen Hauch des Sommerwinds Verweht
die Schleier, güt`ge Feeen Die Wiege
eines Sonntagskinds. Ich glaub` daran.
An meiner Wiege Stand
... weiterlesen


Zu Goethes 150. Geburtstag

Es naht dein Volk mit Sang und
Blütenzier, Den Kranz des Dankes an
dein Bild zu lehnen; Den Weltenbürger
feiern sie in dir, Und preisen dich als
Heiden und Hellenen. Doch w
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Naturereignis

Es pries mit lautem Schwalle Der
Älpler auf den Höhn: Die Fremden
sollten alle Der Sonne Aufgang
sehn. Zwei englische Ladys
sprangen Heraus mit offnem Haar -
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Es raschelt im Laub

Es raschelt im Laub. Zu Füßen mir
gleiten Rotbraune Kastanien und hemmen
den Schritt. Ich bücke mich wie in
alten Zeiten - Wem heb` ich sie auf?
Wem bring` ich sie mit? Wo
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Abwehr

Es schilt mich der und dieser: Dein
Lied ist Duft und Dunst, Du bist halt
ein Genießer, Ein Bonvivant der
Kunst. Du lugst von hohem Turme Nach
neuem Feind nicht aus,
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Die Totendecken

Es spricht der Tod: Die Nacht war
warm Auf afrikanischer Heide. Ich saß
an Betten, schmal und arm, Und geigte
das Lied vom Leide. Die Waffen lagen
zu Häupten gehäuft
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In der Sommernacht

Es träumt die Nacht in
Laubengängen, Vom Schloß her jubelt
hell das Fest, Und müde von des Tags
Gesängen Schmiegt sich die Nachtigall
ins Nest; Der Mond spielt mit den
blanken K
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Es war einmal - drei schlichte Worte

Es war einmal - drei schlichte
Worte Und doch von wunderliebem
Klang; Sie klopften an geheimste
Pforte, Und sieh, die goldne Türe
sprang. Und vor uns weit ein Reich der
Gnade,
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März

Es zieht ein grüßend Düften her Aus
Rosengärten am Mittelmeer, Entführt
von lauen Winden; Die Sonn` entflieht
der Winterhaft, Und in den Weiden
steigt der Saft Tief unter
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Abschied (I)

Freilich, ja, so wird das enden, Alle
Tanten wissen`s schon: Ach, zu
Liebesabstinenten Macht uns reicher
Jahre Fron. Und wir scheuchen wie
Gespenster, Was von Markt und Gassen
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Frohe Greise

Frohe Greise seh` ich gern Freundlich
von Gemüte, Deren treuer
Augenstern Blickt in sanfter
Güte, Die den Lenz, der längst
entwich, Träumend sich erneuen Und in
fre
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Wandervögel

Früh heut, als ein froher
Späher, Stand ich lauschend am
Balkon, Durch die Fichten nah und
näher Zog mir hellen Liedes
Ton. Von des Waldes grünen
Wegen Sich ein li
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Frühmorgens

Frühmorgens, eh` die Tagessorgen Wie
Räder mir im Schädel drehn, Sag` ich
den Knospen `Guten Morgen`, Die
schüchtern an den Büschen stehn. Ich
seh` den Saft sie grün durchdring
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Sommerspuk im Park

Frühmorgens, wenn der
Frühlingswind In Pappeln spielt und
Rüstern, Und leis der Tau von Rosen
rinnt, Geht durch den Park ein
Flüstern. Vom Schloß her kommt`s
wie Spuk un
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Ostermorgen

Geht mit eurer Geisterwelt Und dem
öden Hokuspokus - Himmelschlüssel
stehn im Feld Und im Garten gelbe
Krokus. An den Bäumen grüner Schein
- Leben quillt aus jedem
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Walzer

Geigen locken und Cello - Sparen wir
unseren Geist! Mein Mann ist ein
Othello, Aber ... er ist verreist. Wie
denken die Herren vom Adel Von solcher
Melodie? Das sind di
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Zwiegespräch mit einem Vergessenen

Gestern war wieder mal so ein Tag, Wo
mir die Welt recht im argen
lag. Draußen tröpfelt` es müd von
den Ästen - Und das Frühstück war
nicht vom besten. In den Blättern
unter d
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Lumpenhunde

Giftiger als Schlang` und Molch Sind
die nie genug Gehaßten, Die sich
lauernd mit dem Dolch Nächtlich an den
Mauern tasten; Die, wo keine Fackel
glänzt Und das Taglicht lä
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Im Gewölbe

Großvater blind, auf müden
Beinen, Der Vater weit, du weißt nicht
wo, Was ruht doch all auf meiner
Kleinen, Und immer ist sie lieb und
froh. Ein trauriges Geschäft. Verbe
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Schweigen

Guten Rednern wird sich neigen Rasch
bewegter Hörer Gunst; Doch zur rechten
Zeit zu schweigen, Glaubt mir, ist die
größ`re Kunst. Flüchtig Wort hat
schon für jeden Unkrau
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Vielleicht...

Hab` gedichtet und geschrieben, Wußte
selber nicht den Sinn. Stand denn
außer meinem Lieben Wirklich noch was
andres drin? `Täglich,` sagt mir eine
Dame, `Les` ich Sie zum
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Mein Trost

Hab` Männer oft verdrossen, War
zücht`ger Jungfern Gram - Ich habe zu
gern genossen, Wo ich
vorüberkam. Sah ich ein
Schenkenschildchen, Gleich trat ich
durstig ein
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Untreue

Hast du den Strauch im Herbste wohl
gescholten, Weil er dem Rauhreif keine
Blüten bot? Hat dir`s als Schuld des
Feuers je gegolten, Wenn es am kargen
Holze sanft verloht? Zw
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Jagdlied

Hei! Munter zu Pferde - Der Morgen
erwacht. Die dampfende Erde Zum
Sprungbrett gemacht! Das Hifthorn am
Munde, Am Stiefel den Sporn - Schon
hetzen die Hunde
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Sommernacht im Grunewald

Heißen Atem streun die Kiefern, Dunkel
ragend, in die Nacht; Über
Blütenbüschen liefern Mücken sich
die Liebesschlacht. Träumend seufzt in
Haus und Hallen Herr und Knech
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Im Schatten

Herbstlicht liegt auf den Matten, Mit
Goldlaub spielt der Wind - Du aber
stehst im Schatten, Verzagt, mein
süßes Kind. Darfst zu gestehn nicht
wagen, Was du in Füll
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Das Autograph

Herr Heinrich Blümlein war ein
Dichtersmann; Er sang den Mond und
viele Sterne an, Hat an der Welten
Rätsel sich gewagt Und von den Frauen
Schönes ausgesagt, Verherrlicht auch
die
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Ruhe ist die erste Bürgerpflicht

Herr Nachbar, steckt den Kopf nicht
`raus Und haltet Euch hübsch
still; Es brennt ja nur im Nebenhaus
- Laßt`s gehen, wie es will! Die
Flämmchen sehn sich an so nett, Verse
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Dem Frömmling

Ich acht` Gebet. Doch seh` ich Menschen
knieen Um kleine Fehler, die so
menschlich sind, Da mein` ich: Gott
hab` schon so viel verziehen, Daß er
solch Tun ein bißchen albern find` ...
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An das Meer

Ich bin durch leuchtende Rosen
gegangen Und rührte der Gletscher
eisige Wand, Ich sah die goldnen
Limonen hangen In blühenden Südens
Sommerland; Sah Buchenkronen im
Lenzwind sich
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Abend

Ich bin im Frühlicht zum Kampf
gegangen, Im Herzen den Zorn, auf den
Lippen ein Lied. Nun trag` ich die
Narben auf Stirn und Wangen Und bin so
müd`. Der Abend verglühte; e
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Dem Unbekannten

Ich fand den Gott der Rache In Tempeln
aufgestellt: Halb Übermensch, halb
Drache Und Herr der Unterwelt. Ein
Ungeheuer sehnig, Idol der Barbarei
- Mich fröstelte ein
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Durch die Nacht

Ich gehe durch schweigende Gassen Mit
regenfeuchtem Gesicht. Aus Häusern,
öd und verlassen, Dämmert ein
einsames Licht. Es stiehlt sich durch
hölzerne Schranken, D
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Poetenwunsch

Ich habe der Wünsche, der Wünsche so
viel - Fürwahr das ist kein
Kinderspiel! Ich möchte so gern, so
gern noch erleben, Daß alle die Bäume
Früchte geben; Daß alle die
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Fürstenbraut

Ich hab` das Mädel nie gesehn. Die
Zeitung schreibt: ein Herzensbund. Der
Marschall sagt mir: sie ist schön. Der
Leibarzt rühmt: und sehr gesund. Der
finstre Ahnherr des G
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Meine Grabschrift

Ich hab` die Sonne des Tages
gesehn, Nun ist es Zeit zum
Schlafengehn. Nun ist es Zeit, nach
Sorgen und Wachen Die Augen in Frieden
zuzumachen. Und wem mein Schatten im
Herzen lag,
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Im Jahre Zweitausend

Ich hab` Genaues nie erfahren, Und kein
Gelehrter spricht sich aus, Wie`s wohl
in vollen hundert Jahren Ausschaut in
dieser Erde Haus; Ob immer noch auf
steilen Treppen Der Eh
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Nächtlicher Besuch

Ich hatte lange genug gewacht Bei
Rotspon und Lektüre - Nun schlief ich.
Da, um Mitternacht Knarrt eklig meine
Türe. Und mit dem Auge,
schlafgetrübt, Schau` ich, wie von de
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Das Lenzgedicht

Ich hatte zu des Lenzes Lob Ein
fröhlich Lied beschlossen; Und wie ich
die ersten Reime wob, Ist draußen der
Regen geflossen. Verwaschen ist
Garten, Beet und Pfad Un
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Kindheitserinnerung

Ich hatt` eine Muhme, da ich noch klein
war, Die war so schüchtern und sprach
nicht viel; Doch alles was zierlich,
knifflich und fein war, Das richtet`
sie mir zum Kinderspiel.
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Das Liebchen

Ich hatt` mal ein Liebchen gar
wohlgebaut, War nicht meine Frau, war
nicht meine Braut. Die hat mir des
Mittags mein Tischchen gedeckt Und
Abends sich kichernd ins Bettchen
versteckt.
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Vorbildliches

Ich hör` ein Wort aus
Friedrichshafen, Kurz, scharf als wie
ein Lanzenstich. Ich hör` die Rede
eines Grafen, Höchst kühl und kühn
und ritterlich: `Adieu, es war mir ein
Vergnüg
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Früh am Morgen

Ich lag, vom Schlaf geborgen, In
Nirgendheim versteckt. Nun hat der
goldne Morgen Mich strahlend
aufgeweckt. Wie sanft in dunklem
Schweben Mir auch der Traum genaht - A
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Abstinenz

Ich las als rechter Sündenknecht Es
nimmer noch mit Grauen, Was Kaiser
Probus sich erfrecht Am deutschen Strom
zu bauen, Ich schwur: Uns bringt den
Sonnenschein Ein Trunk, we
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Luftfahrt

Ich las: Ein kühner Forscher
flog Weitab vom Pol, den er
erstrebte. Ein Seilchen riß - ein
Kompaß trog - Ein Wind pfiff widrig -
er entschwebte ... Und landend auf dem
Gletscherei
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Nachruhm

Ich lebt` meine Jugend in lachender
Sünd` Und ließ die Quäker trauern
- Wenn alles auf meinem Grabstein
stünd`, Die Frommen würden
erschauern! Ich trank den Wein nicht
g
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Die Zauberin

Ich lernte viel, und in verschwieg`ner
Brust Trug ich so stolz zu dem, was ich
gewußt, Alltäglich was der Stunde
Lust und Not Zu lernen meinen offnen
Augen bot. Und wie ein Geizhal
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Neue Liebe

Ich liebe dich - und meine Pulse
jagen, Seh` ich von fern nur flattern
dein Gewand, Die Sehnsucht läßt mich
wund die Lippen nagen, Berührt mich
deine kleine feste Hand. Doch manch
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Ich möcht nicht sterben als Journalist

Ich möcht` nicht sterben als
Journalist (Und blühten mir Bolzens
unsterbliche Ehren!) Und bis ans Ende
den Tagesmist In dampfende Häuflein
zusammenkehren. Ich möcht` nich
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Ich sah dich an

Ich sah dich an. Von fernen
Sommertagen Will sich dem Blick ein
deutlich Bild entwirr`n. Du hast dein
Sehnen schwer mit dir getragen - Nun
ward es still um deine müde Stirn.
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Im Karneval

Ich sah dich kaum und war dir
gut, Ließ meinen Blick in deinem
ruhn; Da wußt` ich`s: dieses junge
Blut Will seine erste Sünde
tun. Zur Nische komm aus dem
Gewühl!
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Vorüber

Ich sah dich lang mit unverwandten Und
tief erstaunten Augen an. Ach, eine
Tote, auferstanden Und heimgekehrt aus
stillen Landen, Kam lebenblühend leis
heran. Der Wan
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Morgen

Ich saß am Pult mit ernsten Mienen Und
dachte fernen Sommern nach, Als durch
die weißen Tüllgardinen Ein
goldig-zartes Leuchten brach. Da
hoben sich die grambeschwerten,
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In der Nacht

Ich saß am Tisch, versenkt in ernstes
Denken, Und vor mir stand, noch
unberührt, das Mahl. Nachtstille
rings. Nur in den alten Schränken Der
Holzwurm tickt. Die Lampen brennen fahl.
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Die Wunderkinder

Ich saß in des Boudoirs Heiligtum Im
Kreis von jungen Müttern Und ließ mit
ihrer Kinder Ruhm In höflicher Neugier
mich füttern. `Ich hab` einen
Jungen, zwar rot von Haar
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Der erste Frost

Ich schreit` auf wohlbekannten
Wegen, Die Buchen stehen kahl
entlaubt; Ich seh` sein fahles Silber
legen Den Morgennebel um ihr
Haupt. Mein Atem weht in schwanker
Säule, Zur
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Sehnsucht

Ich sehne mich - und weiß doch nicht
nach was; An meinem Herzen nagt`s ohn`
Unterlaß. Ich steh` im Licht des
Glückes, wo ich bin, Und sehne mich -
und weiß doch nicht - wohin.
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Gedanken am Fenster

Ich stehe oft in stillen Stunden An
meinem Fenster so und denk`: Es ist
nicht an Geburt gebunden Der Schönheit
köstliches Geschenk; Sonst säße
minder schwer im Fette Die E
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Memoiren

Ich träume mal so dann und wann In
diesem Maskentreiben: Ich wär` ein
sehr berühmter Mann Und müßt`
`Memoiren` schreiben. Die Freunde
hetzen Tag und Nacht: `Du hast so vi
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Seltsam!

Ich träumt`: im Waldesdome Legt` ich
mich müd` ins Moos - Und zwischen den
Stämmen die Gnome Benahmen sich
würdelos. Das Pack, das grölte und
lachte, Die Bäume l
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Georg Ebers

Ich war ein Kind, da hab` ich dich
gehaßt, Gehaßt mit jener Wut, wie
Kinder hassen, Die einen Namen ohne
Sinn erfassen, Und am Phantom den Mut
sich kühlen lassen. Ich hab` gegroll
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Ich war ein Kind

Ich war ein Kind. In einem
Zauberschlosse Träumt` ich die Tage
hinterm Heckenwall; Und hundert
fleckenlose weiße Rosse Aus goldnen
Krippen fraßen mir im Stall. Und
flinke Buben, W
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Und warum nicht

Ich war ein Zwerg, er war ein Riese, Er
hatt` ein Büchlein in der Hand, Als
ich auf einer Taunuswiese Ein Bub von
wenig Jahren stand. Ich hatte
Schaumkraut und Kamillen Und G
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Vorbei

Ich war so keck und unbedacht; Viel
Gutes ist mir aus den Händen
geglitten. Sah`s gleiten und fallen und
habe gelacht - Wie hab` ich an jenem
Lachen gelitten! Ich hab` mir i
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Die silberne Schale

Ich warte im blauen Saale, Wo du Besuch
empfängst. Dort steht die silberne
Schale; Ich kenn` und schätze sie
längst. Hier reden geliebte
Blättchen, Geordnet kreuz
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Ich weiß eine Blume...

Ich weiß eine Blume, ich hab` sie
gekannt, Ich hab` sie im Traume
gesehen, Die muß in einem vergessenen
Land An vergessenen Bergen
stehen. Und auf den Bergen liegt
ewiger S
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Ich weiß genau...

Ich weiß genau: an solchem Tag, Bei
Veilchenblühn und Amselschlag Hielt
einst als junger Biedermann Der Vater
um die Mutter an! Und wenn`s nicht so
gewesen wär`, Wo
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Traumliebe

Ich weiß nicht, wem ich dich
vergliche, Die ich nur eine Nacht
besaß, Die unter keinem
Himmelsstriche Mein sehnsuchtsvolles
Herz vergaß. Wohl, du bist tot. Die
guten Frommen
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Den Müttern

Ich will die Helden nicht
verkleinern, Die Sieg erkämpfend
untergehn Und auf den Märkten starr
und steinern Als Denkmal ihrer Größe
stehn; Die in des Lebens
Morgenfrühen
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Prophezeiung

Ich will euch prophezeien, Was ihr
gewiß nicht wißt: Wenn jung der Lenz
im Maien Lichtgrüne Fahnen
hißt, Wenn munter schrein die
Spatzen: Die Welt ist wunderschön,
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Auf der Dichtersuche

Ich wollte einen Dichter suchen. Fünf
Treppen stieg ich mit Keuchen und
Fluchen. Vor einem verblühten
Geranienstock Saß da in bekleckertem
Sammetrock Ein Mann mit absonderlichem
G
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Verhängnis

Ich wollte nach Jahren wieder
einmal Den Süden im Lenz
durchstreifen, Auf Bergen singen, im
lachenden Tal Orangenknospen
greifen. Und wie ich zur Isola Madre
fuhr Mit
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Maja

Ich wollt`, ein Blümchen fänd` ich
noch im Leben, Das keines Forschers
Aug` erspäht, Das einsam still auf
sonniger Halde steht - Dem wollt` ich,
Liebling, deinen Namen geben!
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Fein wärs -!

Ich wünsch` mir, ach, so wenig Und
wünsch` mir doch so viel: Ich wollt`,
ich wär` ein König, Ein König - im
Exil. Wo`s schön, ging ich
spazieren Huldvollen Anges
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Schule des Lebens

Ich wär` wohl dazu gemacht
gewesen, Das Buch der Welt mit Andacht
zu lesen, Auf hohen Bergen belauschend
den Größten Die Kleinen im
dämmernden Tale zu trösten, Den
Frohen zu sin
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An Ohm Krüger

Im Aug` durchwachter Nächte Brand, Im
weißen Bart, mit fahlen Wangen, Ein
ernster Gast aus blut`gem Land, Bist du
an uns vorbei gegangen. Ach, daß
dich unser Herz versteht
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Im Nachbarsträßchen ist ein Lädchen

Im Nachbarsträßchen ist ein
Lädchen, Draus mir manch heimliche
Freude blühte, Da stellen frühmorgens
lachende Mädchen In freundlichen Erker
die Frühlingshüte. Hüte m
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Traumbesuch

Im Traum ist eine Riesengestalt Heut an
mein Bett getreten, Von tyrischem
Seidenstoff umwallt, Langbärtig wie
die Propheten; Am Stirnreif fürstlich
ein Topas Und Perlen, die
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Der Affe

Im Zirkus Bimsky lebt ein Affe, Höchst
kultiviert und abendländsch, Er trinkt
den Wein aus der Karaffe, Und raucht
Zigarren wie ein Mensch. Und es
erlauben seine Mittel
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Die Schule für Verliebte

In Chikago sich erprobte Eine Schule
für Verlobte, Drin ein Welterfahrner
lehrt: Wie man küßt sich und
bespricht sich, Wie man übt in Treu`
und Pflicht sich Und sich wechs
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pro criminibus“

In des Großen Rates Saale Grüßen
stolzer Zeiten Mahner, Läßt die Kunst
zum letztenmale Blühn den Ruhm der
Venetianer. An der Decke, Schild bei
Schildern, Reiht s
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Im Eilzug

In einem Eisenbahncoupé - Draußen
viel frisch gefallener Schnee Drückt
die Tannen. Auf weißen Pfühlen Kleine
verschlafene Häuschen gebettet Und,
auf kahle Hügel gerettet,
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Die unberühmte Madonna

In einem Kirchlein Perugias hing Die
lieblichste aller Madonnen; Vor dem
Rahmen, schmal und gering, Knieten nur
Greise und Nonnen. Die Fremdenführer
kannten sie nicht,
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Mein Schädel

In einem Menschenalter bin ich tot. Das
ist der Welt und meines Seins
Gebot. Ich hadre nicht. Vom Born der
Lust geflossen Ist mir ein reiner,
reicher, schöner Strahl. Ich habe viel

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Vielleicht

In eines Kreises rundem Zuge Kehrt
alles wieder in der Welt - Es ward das
Dumme und das Kluge Schon mal zur
Diskussion gestellt. Kein Weiser kann
sein Sprüchlein sagen, Das v
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In memoriam

In mein Sektglas hochgeschliffen Stehn
zwei Namen eingebrannt; Wo die blanken
Schläger pfiffen, Hab` ich sie mit
Stolz genannt. Und bei fröhlichem
Gelage Einer links und ein
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Der alte Schrank

In meinem Zimmer steht ein Schrank, Das
Glas von zierlichen Leisten umbaut. Wie
hab` ich manchmal sehnsuchtskrank Durch
seine Scheiben hindurchgeschaut. Die
Mutter verwahrte viel Kle
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Das Wunderschiff

In meinen gläubigen Kinderjahren, Wenn
draußen, hui, der Herbststurm
pfiff, Wie hab` ich oft das Meer
befahren Im Traum auf einem
Wunderschiff; Das steuert sicher durch
die Klippen
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San Francisco

In Sankt Franziskus` fleißiger
Stadt Der Mond vergoldet die
Hügel; Der Ozean liegt still und
glatt Wie der Nacht geschliffener
Spiegel. Schon zittert der Frühtau an
jungem Geäst
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In stillen Gärten über dem Rhein

In stillen Gärten über dem Rhein, Da
träumen, weltverloren, Die Ahnen unter
Kreuz und Stein, Magister und
Pastoren. Aus Bildern blicken sie, blau
und klug Die Augen, in ern
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Wunsch

In weiten unbekannten Zonen, Gleich
fern dem Neide wie dem Spott, Möcht`
ich mit dir und meinem Gott, Des Teil
du bist, vergessen wohnen! An eines
fernen Sees Gestaden,
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Irgendwo - irgendwo

Irgendwo - irgendwo Unterm
Holunderbaum Liegt es und lächelt
froh, Selig im Kindertraum. Nimmer
ruft`s dich zurück, Schlägst du den
Feldweg ein; Sagt nicht:
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Melancholisches Sommerliedchen

Irgendwo blüht eine Laube, Wie es
keine schön`re gibt; Irgendwo, so ist
mein Glaube, Wohnt ein Mädel, das mich
liebt. Hab` das Läubchen ich
gefunden, Ach, zu meine
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Die Tante

Jedes Lied, das keck und froh Mir am
guten Tag geglückt, Hatt` ich heimlich
irgendwo Von geliebtem Mund
gepflückt. Jeden Spruch, der als
Tyrann Mir die frohe Weise s
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Unter der Tanne

Jene, die vor mir gegangen
sind, Draußen liegen in Regen und
Wind, Unter der Erde, unter dem
Stein, Wollen im Traum oft bei mir
sein. Hab` ich von Götzen des Markts
und der
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Jetzt kommt der Herbst...

Jetzt kommt der Herbst mit seinen
goldnen Tagen - Die Heide rötet sich
im Abschiedsschein, Und in die toten
Sommerfreuden schlagen Die letzten
Rosen ihre Wurzeln ein. Die As
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Zum neunten Mai

Jetzt senkt vor seinem großen
Sohne Alldeutschland Fahnen,
eichlaubschwer; Der Feuergruß der
Urkantone Loht von des Rütlis Wiesen
her. Ein Strauß von blutgedüngten
Feldern
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Dank an Delila

Jüngst sah ich alte Blätter an, Von
Priesterhand gedichtet; Von Simson aus
dem Stamme Dan War Wunders viel
berichtet. Wie er, in Lieb` und Stolz
verletzt, Durch der Philiste
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Schlummerliedchen der Pierrette

Kleiner Liebling, mach ein
Schläfchen, Gib den müden Äuglein
Ruh! Hoch am Himmel ziehen
Schäfchen, Und die nicken all` dir
zu; Grasen auf der Wolkenwiese, Wo die
Sternenbl
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König Iwains Narr

König Iwain war ein rüstiger
Held; Kam er mit Roß und Mann, Dann
hielt in Waffen starrend die
Welt Ängstlich den Atem an. Und
wenn er durch die Reihen schritt, Bes
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Wilhelm Busch †

Lachend hab` ich dich gelesen Schon in
langem, blondem Haar; Meiner Kindheit
Freund gewesen Bist du, wie`s kein
andrer war! Heißer glühten meine
Wangen, Sprach man deinen Na
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Ausfahrt

Lang genug ein Tintenkuli, Der die Welt
vom Schreibtisch sah, In der Nacht zum
ersten Juli Schiff` ich gen
Christiania; Nach der Fichten dunklem
Walde, Zu der Runenschrift im
... weiterlesen


Trost

Leid und Freude, Kindchen, Müssen sich
mal verbluten, Selbst ein
Schäferstündchen Hat nur sechzig
Minuten. Zeit genug, zu
betören, Was noch gestern gescheit
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Schwüle Nacht

Liebchen, unten tief vom Tal Leuchten
Fenster, stolz und schmal, Durch die
Bäume und Rosen. Hinter den Fenstern
hin und her, Tagesmüde und
sorgenschwer, Huschen die Ruhelose
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Komm -!

Liebchen, wenn der Winter droht, Wenn
vom Wald die Krähen fliegen, Komm,
dich sacht` an mich zu schmiegen, Ob`s
die Mutter auch verbot. Laß uns von
der Sonne sprechen, Von d
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Im Volkston

Manch Mädel tät` ich umfassen - Die
Veilchen duckten im Wind. Manch Mädel
hab` ich verlassen - Wohin sie kommen
sind? Ich tät` nach ihnen nicht
fragen, Sie fragten
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Zweierlei Karneval

Maskentreiben, Mummenschanz, Lärmen,
Lachen und Liebeln - Winternächt`ger
Flimmerglanz Über verschneiten
Giebeln. Eil`ger Laternchen irrendes
Licht, Funkelnde Narrenketten;
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Meiers geben einen Schmaus

Meiers geben einen Schmaus, Meiers
lassen sich nicht lumpen - Schulzes in
demselben Haus Werden wohl ihr Silber
pumpen. Auf getriebnem
Schüsselrand Eingraviert mit spitzer
Na
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Trüber Abend

Mein Bruder starb, da ich ein Knabe
war. Noch schau` ich ihn:
kastanienbraunes Haar, Gewellt am
Scheitel, frisches Wangenrot, Das jede
Freude leicht ihm übergossen; Flaum
noch der B
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Kartenorakel

Mein schönes Kind, ich sag` dir
was: Bleib fein in deiner Stuben! Die
Karte warnt: es liegt Coeur-As Zu nah`
beim Carreaububen! Gar böse Tage wirst
du sehn, Durchweinen bang
... weiterlesen


Umschau und Einkehr

Meine Freunde - ach, so nenn` ich
viele, Wünsch` ich ihnen zum
Geburtstag Glück - Ja, wir strebten
nach demselben Ziele; Das liegt leider
ziemlich weit zurück. Streiften s
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Pierrot geht am Bürgerhaus vorbei

Meine Laute auf dem Rücken, Brich mir
nicht in Klagen aus! Und ich will die
Stirne bücken, Schleichend hin am
Bürgerhaus. Ach, die Fenster, wie
solide, Sauber die Gardinche
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Meiner Ahnen Wiege stand

Meiner Ahnen Wiege stand Mitten in des
Rheingaus Reben, Und von steiler
Schieferwand Düftet`s in ihr ernstes
Leben. Als die Mutter mich
gebar, Meldet` sich der Weinst
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Zu Böcklins 70. Geburtstag

Menschlein, komm, mit uns zu
feiern, Was sich heut begeben
mag! Kannst du Tagesjammer leiern An
des Meisters Ehrentag? Die in Wald und
Wasser lauern Manch Jahrtausend rief er

... weiterlesen


Zwei Bücher

Mir fällt ein dickes Buch in die
Hand, Das dickste in all meinen
Schränken - Ach, damals!... Ich war
nicht recht bei Verstand Und mag an die
Zeiten voll Torheit und Tand Nicht ohne
... weiterlesen


Das Lied

Mir hat geweissagt aus der Hand - Viel
Jahre gingen drüber hin - Am
Spessarthang im Frankenland In Lumpen
die Zigeunerin: Wie lang du auch dein
Leben trägst, Und mag
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Der Freund

Mir ist der Tod ein lieber Freund, Von
dem mir nimmer Leids geschieht, Der
oftmals, wenn ich leis geweint, Mir
lächelnd durch das Fenster sieht. Er
ist kein wüster Knochenm
... weiterlesen


Dein leuchtend Aug fehlt meinem Tage

Mir ist`s, als ob sie alle
wüßten, Wem heimlich jeder Wunsch
geweiht, Als ob sie alle hören
müßten, Wie meine Seele nach dir
schreit. Die Sehnsucht, die ich in mir
trage,
... weiterlesen


Frühlingskorrespondenz

Mir schreibt eine liebe Bekannte: So
herrlich leuchtet das Meer, Und hier in
Sestri-Levante Ist auch das Leben nicht
schwer. Erfrischt in allen
Sinnen Sitzt man am schönen St
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Narzissen

Mir wird so bang bei deinen
Küssen, Bei deiner Blicke zagem Flehn
- Ich habe blühende Narzissen Im
Traum um deine Stirn gesehn. Von deiner
Kinder Schmerz umjammert, Starrtst
... weiterlesen


Alte liebe Lieder

Mit einem kleinen Liederbüchlein
kam Ein Freund zu mir und schüttelt`
sich vor Lachen. `Das mußt du lesen!
Einfach tolle Sachen. Wär`s nicht so
komisch, packte mich die Scham. Zu
... weiterlesen


Trost der Frau Lehmann

Mit meiner Putzfrau sprach ich
neulich, Die wischend auf der Leiter
steht: Frau Lehmann, was, ist das nicht
greulich, Nun plagt uns nächstens der
Komet; Er fährt daher und stößt
... weiterlesen


Die Wünsche

Mit unerfüllten Wünschen gezankt Hab`
ich im Schlaf mich auf heißen
Kissen: Euch, ihr Verflixten, sei es
gedankt, Daß meine Tage voll
Kümmernissen; Daß ich so keuche am
Berghan
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Zur Weihnachtszeit

Müde war ich des Getriebes Und von
Grillenspuk geplagt, Keiner, der mir
etwas Liebes Mit der Freundschaft
Stimme sagt. Rings ein Haufe fremder
Massen - Und ein stolzer Schutz
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Fasching

Mädel, komm, du sollst was
lernen! Schlittenschimmel scharren
drauß`; Und beim Scheine der
Laternen Schleichen wir uns aus dem
Haus. Freu dich meiner
Vorbereitung: Seidne R
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Krieg im Osten

Nach tiefem Schweigen - ein entmenschtes
Kreischen, Nach langem Frieden - rote
Fackelglut; Und wilde Horden stehn, im
Auge Wut, Und sinnen tückisch, wie sie
sich zerfleischen. Statt
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Oscula

Nein, ich halt` nicht mehr so viel Von
dem Kuß wie früh`r in Jahren. Scheint
mir bloß ein Tändelspiel Und nicht
frei von Kriegsgefahren. Von Bazillen
red` ich nicht, Die v
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Sommerglück

Niemand weiß von unserm Bunde, Niemand
weiß von unserm Glück; Keiner ahnt,
daß dir vom Munde Ich die kleinen
Lieder pflück`. Kleine Lieder, die
uns tollen Froh vo
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Noch ein Walzer

Noch ein Walzer, noch ein
Tänzchen. Hei, wie du dich reckst und
streckst! Kind, du bist das nettste
Pflänzchen, Das in Gottes Garten
wächst. Still, du sollst mir nichts
erwidern,
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Abschied von meinem Zimmer

Noch einmal blüht mein Zimmer voller
Rosen, Ein Wellengruß südlichen
Blumenmeers; Der Sommersonne frühe
Lichter kosen Mit goldnen Fingern um
die Stirn Homers. Die kleine Sphinx,
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Antinous

Noch kannt` ich dich als
Unerschlafften, Ums Haupt des Weinlaubs
gelbe Zier, Und deiner Jugend
Leidenschaften Wie bunte Panther hinter
dir. Des Zornes Blitz im Aug`, dem
blauen,
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Das neue Jahr

Noch trägt das Jahr die Maske vorm
Gesicht, Noch winkt es scheu und
lächelnd: `Fragt mich nicht! Freut
euch des Lichts, das eurem Feste
brennt; Ihr feiert mich, weil mich noch
keiner kenn
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Skunk

Nordamerikanisch-mitteleuropäische
Ballade `ne Historie, seltsam zu
erleben, Die bericht` ich ohne Schmuck
und Putz. Wie sie sich wahrhaftig hat
begeben In der größten Sta
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Mädchenträume

Nun blühen all die Bäume Und
Sträucher um mich her - Ach wären nur
die Träume Der Nächte nicht so
schwer! Allnächtlich lieg` ich zu
Füßen Der grauen Königin,
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Frühlingsgesang

Nun fegt des Winters Spuren Mir sorgsam
aus dem Haus! Werft Tränklein und
Mixturen Zum Fenster mir hinaus! Der
Garten steht in Düften, Vom Tau des
Morgens naß - Ich
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Der ausgesperrte Pierrot

Nun habe ich ihnen die halbe Nacht Zu
ihrem Tanz und Schmaus Gitarre zupfend
Musik gemacht - Nun werfen sie mich
hinaus. Die Nacht ist so kalt, und
mein Wams ist so dünn,
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Mein Wintersport

Nun hör`n Sie zu und werd`n Sie
grob: Ich laufe nicht Ski und fahre
nicht Bob; Ich habe mich nimmer
hervorgetan Auf kurvengesegneter
Rodelbahn Und ahne nicht, was mit den
Rennen los
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Fahrt in die Frühe

Nun ist der junge Tag erwacht, Und Fink
und Drossel schlagen - Herr Postillon,
die Reisefracht Werf` ich dir auf den
Wagen! Fahr` mich durch Wald und
wogend Korn, Durc
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Rudolf Baumbach †

Nun ist verrauscht die letzte Welle, Du
Zecher, fröhlich und gelahrt; Nun bist
du, fahrender Geselle, Am Ende deiner
Wanderfahrt. Und bei den Humpen der
Poeten Der deine bis
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Das Hotel der Zukunft

Nun jubelt`s zu den fernsten Zonen: Wie
tüchtig sorgt der Menschengeist! Wie
herrlich wird der Enkel wohnen, Wenn er
die weite Welt bereist! Wo er entsteigt
dem Reisewagen Un
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Am hellen Baum

Nun laßt uns uns die Hände geben Und
still am hellen Baume stehn - Wie oft
hat uns das dunkle Leben Im Kampfe und
als Feind gesehn. Wie oft sind rauh
wir ausgezogen
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Sonniger Tag

Nun nehmt die Hände still
bescheiden, Ihr Dichter, von der Laute
fort - Seht ihr den Lenz die Flöte
schneiden Aus Schilfrohr auf dem Hügel
dort? Nun schämt euch oft gepries`ner
S
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Nun rankt am Zaun die dunklen Beeren

Nun rankt am Zaun die dunklen
Beeren Des Herbstes blasse
Gärtnerhand; Die Krähe flügelt schon
mit schweren, Tiefschwarzen Schwingen
übers Land. Der Bauer lenkt durch
dunkle Schol
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Nun schleicht, nach der ich nie...

Nun schleicht, nach der ich nie
gedürstet, Sich tückisch die Saison
heran; Ach, draußen wird mein Frack
gebürstet, Will`s Gott, war auch ein
Möttchen dran. Jetzt heißt`s, die W
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Saisonbeginn

Nun schreit`s von allen
Litfaßsäulen Im buntesten
Reklamechor, Nun rast den müden
Droschkengäulen Das neu geputzte Auto
vor. Nun blinken list`ger die
Laternen Im Nebeneing
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Juan Fernandez

Nun sei ein Schluck getrunken, Nun sei
ein Spruch getan: Ein Eiland ist
versunken Im Stillen Ozean. Wir
haben`s nie betreten, Wir haben`s nie
gesehn, Und dennoch grüß
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Faschingslied der Pierrette

Nun sitzt die Perücke, Das Miederchen
kracht, Ich träume vom Glücke Der
Faschingsnacht. Die Schuhchen von
Seide Umschließen die Zeh`n. Und
Blümchen am Kleide -
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Osterglocken

Nun trägt aus ferner Sphäre Mit
lindem Flügelwehn Der Wind die
Frühlingsmäre Von frohem
Auferstehn; Und gibt auf
Wolkenwegen Den Glocken das
Geleit, Die nachts der
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Märzsonne

Nun wandr` ich über Berg und Tal, Die
Welt steht blühend offen, Mich hat mit
erstem Sonnenstrahl Der Lenz ins Herz
getroffen. Ich hör` das kleine
freche Herz Im dun
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„Fürst Bismarck“

Nun werden ernste Männer wohnen Auf
deinem schlanken Riesenbau; Nun trägst
du blinkende Kanonen Gen Osten auf der
Wellen Blau. Und andre Tücken und
Gefahren, Als Stürme, l
... weiterlesen


Vorfrühling

Nun will die weiten Lande segnen Der
Wind, der weich vom Mittag weht; Nun
wird der Himmel Rosen regnen, Wo
wartend eine Laube steht. In Kelchen,
blauen, scharlachroten,
... weiterlesen


Wanderliedchen

Nun wird es Zeit zu wandern sein Wohl
über Berg und Matten - Und irgendwo
steht kühler Wein Schon in der Laube
Schatten. Und irgendwo, vom
Sommerwind Die Wangen ange
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Die Tränen des heiligen Laurentius

Nun wogt das Feld in goldnen
Wellen, Kornblumen drin und
Rittersporn; Und braune emsige
Gesellen Gehn mit der Sense durch das
Korn. Die späte Blume sprengt die
Hülle, Die ju
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Irrfahrt

O Herz, dem des Leides so viel
geschah, Wie gleichst du dem König von
Ithaka! Zehn Jahre trug er des
Krieges Qual Mit Helden im
Scamandertal. Zehn Jahre lang fuhr er
... weiterlesen


Coeurdame

Ob auch ein Teufel mich versuche? Ach,
jeden hab` ich schon gespürt! Den
einen nur vom grünen Tuche, Der hat
mich nimmermehr verführt. Und ob mich
Wein und Weiber narrten,
... weiterlesen


Pierrot begegnet den Bauern

Ob den Feldern Abendruhe, Dämmerung
schleicht um den Hang - Alter Bauern
schwere Schuhe Stapfen müd` den Weg
entlang. Schulter schwer von Sens` und
Rechen, Wirr vom Wind das
... weiterlesen


Kein Merkmal

Odysseus, der die Heimat durfte
schauen, Zog einen treuen Sauhirt ins
Vertrauen. Doch wer kordial mit jedem
Sauhirt spricht, Ist deshalb lange noch
ein König nicht. *
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Weihnachtszauber

Oft fand ich in Büchern Blüten
gepreßt Aus junger Tage
Frühlingsfest. Was einst geleuchtet
im Maientrieb, Als Staub mir zwischen
den Fingern blieb. Und Duft und F
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Traum im Wachen

Oft, wenn ich die Augen schließe, Und
die Seele bleibet wach, Ist`s, als ob
mir kleine Füße Leise tanzten durchs
Gemach; Als ob frisch, wie
Rosenketten, Und in Klei
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Piefkes haben einen Sohn

Piefkes haben einen
Sohn, Vierzehnjährig, gut
entwickelt, Und in Tertia sitzt er
schon, Blaß und etwas reich
bepickelt. Sehr zu loben ist sein
Fleiß; Nachts noch büffelt e
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Capriccio

Pierrot saß in einer Ecke, Übermannt
von Wein und Schlaf, Als im lauschigen
Verstecke Ihn sein Kolombinchen
traf. `Pierrot`, schalt sie, und sie
rüttelt` Ihn am Arm
... weiterlesen


Kinderliebe

Rings in Abendrot getaucht Müde Wellen
auf dem Sunde; Und der ganze Garten
haucht Heißen Duft der
Dämmerstunde. Eines träumenden
Gesells Leise Geige singt vom Stra
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Wir!

Rings lachende hübsche Kinder Und Sekt
von trocknem Geschmack, - Wir aber: im
Zylinder Und schwarzem Frack. Das
Glanzmonocle setzen Ins Auge wir, und
stiern, Und sitze
... weiterlesen


Lenzvision

Rüstig schreitend durch den
schwanken, Grünen Fahnenwald der
Birken Trug ich frohe
Lenzgedanken Durch des Frühlings
junges Wirken. Sonnenstrahlen,
Schmetterlinge Fi
... weiterlesen


Im Himmel

Sankt Peter ist über die Wolken
geschritten Mit einem neuen
Himmelsgast; Dem war die Bürde der
Erdenlast Kaum von den gebeugten
Schultern geglitten. Dem drückte sein
ärmlich Hoff
... weiterlesen


Im Wasgenwald

Saß tief im Wasgenwalde Wohl eine
Königin, Gar eine dicke Alte Mit
Warzen auf dem Kinn, Mit Härchen auf
der Lippe, Die Nase plump gesetzt, Und
mit der ganzen Sippe
... weiterlesen


Drei Schüsse

Schon fallen die Schatten schmal und
lang - Nimm, Jan, mein Pferd am
Halfterstrang! Es kommt die Nacht.
Bevor wir ruh`n, Muß ich, du weißt,
drei Schüsse tun. Sie h
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Im Bilde

Schon glaubt` ich mich im Hafen, Schon
wähnt` ich mich in Ruh; Mein Herz war
eingeschlafen Und schloß die Augen
zu. Kein Traum mehr wollt` ihm
künden Den Sturm aus totem Ja
... weiterlesen


Schon wachsen die Schatten...

Schon wachsen die Schatten länger ins
Land, Die Abendnebel rauchen; Bald
ruht auch meine fleißige Hand, Und
Nacht sinkt auf die Augen. Und andre
Lenze kehrten ein, U
... weiterlesen


Der Faden der Ariadne

Schön versteckt im
rankendichten Geißblattläubchen - ich
und sie. Ich erzähle ihr
Geschichten Aus hellenischer
Poesie. Red` von Halbgott, Faun und
Nymphen; Und die
... weiterlesen


Irgendwo

Seltsam ist mir oft geschehen In der
Freude hellstem Schein: Blumen düsten,
Wimpel wehen, Schöne Frauen lächeln
drein; Und beim Fest im vollen
Saale, Das mit Licht mich üb
... weiterlesen


Die Muse

Sie kam zu mir auf leichtem Fuße In
einem Wölkchen Heliotrop. `Mein Herr,
ich wär` gern Ihre Muse; Man sagt, Ihr
singt wie Frauenlob.` Ich bot galant
die Zigarette:
... weiterlesen


Sie nennen dich Frau

Sie nennen dich Frau und Gnäd`ge
sogar, Dein Mann trägt Titel und
Orden; Ein heimlich Silber flimmert im
Haar - - In meinem Herzen bist du
fürwahr Nicht gnädig noch alt
geworden.
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Die Teure

Sie saßen im Café Bauer, So steif wie
Bilder von Gips, Die Frau in tiefer
Trauer, Der Mann in buntem
Schlips. Sie wischte sich von der
Nase Die Tränen wie im Traum;
... weiterlesen


Kinderbilder

Sie schwatzen viel und schildern, Wie
ich gewesen wär` - Auf meiner Jugend
Bildern Kenn` ich mich selbst nicht
mehr. Die Tante meldet trocken: `Du
warst nicht sehr be
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Siehst du dort die wunderschöne Frau?

Siehst du dort die wunderschöne
Frau, Der die Haare blond im Nacken
wallen, Die umschwärmt, umflirtet
steht von allen? Ihrer Augen
unerhörtes Blau Schimmert hell wie nur
am Frühl
... weiterlesen


Nur Eine

Sind sie denn blind, die neid`schen
Schwestern, Und ist`s kein Frevel, was
du wagst? Wird`s keine ahnen, daß du
gestern Noch bebend mir im Arme
lagst? Durchschaut`s denn kei
... weiterlesen


Carpe diem!

Sind tausend und tausend Jahre vergangen
- Es hat die Liebe mit blühenden
Wangen, Es hat der Haß, mit Waffen
bewehrt, Nichts nach mir gefragt, nicht
nach mir begehrt. Kein Stern ha
... weiterlesen


Locken

Sitte ward`s, berühmter Männer Edle
Locken sich zu sammeln, Und ich höre
schon die Kenner Ungeheure Zahlen
stammeln. Bleibt der Handel schlicht
und ehrlich, Werden wild die
... weiterlesen


Sancta luventus

So hatt` ich in quälenden Sorgen
gewacht Im Lehnstuhl kauernd die halbe
Nacht ... Der Wind wühlt im Garten;
ein Hund heult draus - Mir ist`s, als
wär` eine Leiche im Haus;
... weiterlesen


Die Wahl

So ist das rechte Maß bestellt Der
Menschheit drängelndem Gewimmel: Dem
Mutigen gehört die Welt, Dem
Gläubigen gehört der Himmel. Und
weil man nun, mit allem Fleiß
... weiterlesen


Die selige Stunde

So laß uns jubelnd nicht
zergliedern Der sel`gen Stunde heil`gen
Sinn; Sei trunken du von meinen
Liedern, Wie ich`s von deinen Augen
bin! Und zier dich nicht! Es ist
vergebe
... weiterlesen


Madame - -

So mancher Frechdachs, manche
Base Schwur mir, ein Dirnchen sei das
Glück; Es fände sich auf jeder
Straße Und hätte einen kecken
Blick. Den Guten möcht` es
provozieren,
... weiterlesen


Spiegelbilder

So manches Spieglein schliff ich
fein Für Welt und Zeitgenossen, Das
ich im tiefsten
Herzensschrein Versiegelt und
verschlossen. Und das ich, wenn kein
Späher nah, Mich Neug
... weiterlesen


Die „Mouche“

So vieler Liebe qualvoll Ende Sahst du
in heißen Kissen ruhn; Die Sorgfalt
deiner weichen Hände Vermochte noch,
ihm wohlzutun. Und für dein Hegen und
dein Hüten, Wie war s
... weiterlesen


Die Taube

Sommerstille. - Mit dem
leisen Windhauch weht ein
Lindenduft. Über meinem Haupte
kreisen Zahme Tauben in der
Luft. Schwanken, schwenken und
zerstieben, Und der Himmel
... weiterlesen


Der Fund am Pai-scha-ho

Still träumt Tschou-tsun am Pai-scha-ho
- Dort pflügt ein Bauer
seelenfroh; Den Zopf zur Schnecke
aufgesteckt, Das Aug` geschlitzt, das
Kleid verdreckt. Und weil se
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Aschermittwoch

Still! die letzte Pritsche knarrte
- Kolombine schlüpft ins Haus; Und
die bunte Prinzengarde Schläft ihr
rheinisch Räuschlein aus. Durch die
Nacht ein Hörnerblasen - Ei, d
... weiterlesen


Süße Freude

Süße Freude, leichtbeschwingte, Die
mir kichernd jüngst entwich, Wem dein
Frohsinn sich verdingte, Sag, und warum
fliehst du mich? Sieh, ich wollt` es
dir verzeihen,
... weiterlesen


Säng ich von Frauen was ich meine

Säng` ich von Frauen was ich
meine, Wie würd` mein Lied noch neu
und reich? Vergriffen sind die
Edelsteine Samt allen Blumen zum
Vergleich. Kein heller Stern mehr will
mir taugen
... weiterlesen


Abend am Meer

Tief im Schlummer Land und Meer, Ohne
Sturmgelüste - Blinkend grüßt der
Leuchtturm her Von der schwedischen
Küste. Weiße Segel, Möwen
gleich, Die die Schwingen b
... weiterlesen


Und alles kommt...

Und alles kommt wie`s kommen soll. Nun
hab` ich`s doch erreicht mit
Singen, Daß liebe Mädels
wundervoll Errötend mir ihr Album
bringen; Daß hin und wieder ein
Student,
... weiterlesen


Alte Ketten

Und folgst du neuer Lust und
Pflicht, Des Sommers schweren Kranz im
Haar, Dein edles Herz begeifre
nicht, Was deiner Jugend heilig
war! Und wenn die Lockung dich
umgirrt,
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Die Zuflucht

Und hast du auch dein Nest gefunden So
warm, so fern dem Weltgebraus, Es
breitet leis in stillen Stunden Die
Sehnsucht dunkle Flügel aus. In
heitern und in trüben Jahren
... weiterlesen


Und kommt er einst auf leichtem Fuß

Und kommt er einst auf leichtem
Fuß, Der Freund, den nie der Weise
schilt, Es ruht der Augen
Abschiedsgruß Auf deiner Jugend
blondem Bild. Ihm gilt der Dank des
letzten Bli
... weiterlesen


Die Maske

Und lieg` ich einst, ein stiller
Mann, Und senkt ihr trauernd mich zur
Erden, Es mag in meinem Antlitz
dann Ein Zug des Leidens sichtbar
werden. Ihr seht mir staunend ins Ges
... weiterlesen


Die Spieluhr

Und malt` ich einst mir frohe Zukunft
aus, Nach der mein Herz mit heißen
Wünschen zielte, Sah ich ein Sälchen
wohl im hellen Haus, Darin ein Weib am
Flügel saß und spielte.
... weiterlesen


Aus der Ferne...

Und wenn du groß bist - nein, du
wirst`s nicht wissen, Wie ich`s so gut,
so gut mit dir gemeint, Wie dieses
stolze Aug` in heiße Kissen So oft in
Sehnsucht hat um dich geweint. Ich
... weiterlesen


Und ziehst du aus zu Kampf und Tat

Und ziehst du aus zu Kampf und Tat, Das
Auge froh, das Schwert gewetzt, Es
liegt der Toten stumme Saat, Wo auch
dein Pferd die Hufe setzt. Und wirbst
du keck um Ehr` und Gut,
... weiterlesen


Wenn!

Verschieden sind des Schicksals
Hiebe, Doch gleich das Ende: tot ist
tot. Der eine stirbt an vieler
Liebe, Der andre an zu wenig
Brot. Dem einen, der ein guter
Hasser,
... weiterlesen


Aus alter Truhe

Verstaubte Truhen hab` ich
aufgeräumt, Die mir die gute Ahne
hinterlassen - Und lächelnd hab` ich
mich hineingeträumt In alte Häuser
und in enge Gassen. Sah das Gewühl der
läng
... weiterlesen


Die See

Verzagte haben sie gescholten In
Trennungsschmerz und Abschiedsweh; Als
treulos hat sie oft gegolten - Mir war
sie treu, wie keine je! Sie hat viel
Tausende verschlungen,
... weiterlesen


Das Lob der Faulheit

Viel tausend schöne Lieder klingen Dem
Fleiß des Strebens und der Kraft; Ich
will das Lob der Faulheit singen, Die
tausend stille Wunder schafft. Das
wär` ein Leben ohne Trübung,
... weiterlesen


Viele tausend Rosen neigen

Viele tausend Rosen neigen Jungem Lenz
die Köpfchen hin, Viele tausend
Lerchen steigen - Wenn ich längst
begraben bin. Viele tausend grüne
Auen Breiten blühend sic
... weiterlesen


Nur ein Vogel

Vom Kalender, der den Lenzbeginn Mir
gezeigt mit Strichen, mit
diskreten, Bin ich eben, Lust und Lied
im Sinn, An den kleinen Käfig
hingetreten. Und da lag, der meine
Freude
... weiterlesen


Rosentaufe

Vom milden Regen in der Nacht Sind
jetzt am schlanken Stamme Die roten
Rosen aufgewacht, Auflodernd wie die
Flamme. Sie überleuchten rings im
Beet Die gelben und die
... weiterlesen


Mathematisches

Von allem, was ich überstanden, War
Mathematik die größte Qual. Die
Gleichung mit zwei Unbekannten War
stets vor andern mir fatal. Mit
düstrem Nebelflor umhüllt mich Auch
... weiterlesen


Marianne

Von den Bildern deiner Väter Hab` ich
oft zu dir gesehn, Denkend gern, wie
gut dir später Wohl die weißen Haare
stehn. Wie du, wenn das Blond
verglommen, Silber dei
... weiterlesen


Nach Bethlehem

Vor Jahren war ich in Bethlehem. Im
Landauer fuhren wir, leidlich
bequem. Ein Jude aus Lyda saß auf
dem Bock, In rotem Fez und in
schmierigem Rock. Und neben ihm, so
... weiterlesen


Zu Neckarsteinach, im Schwalbennest...

Was bin ich ein froher Bursch
gewest, Das junge Herz voll Sonn`. Zu
Neckarsteinach, im Schwalbennest, Da
weiß man noch davon. Der Neckar zog
sein grünes Band Um saubre Städ
... weiterlesen


Beim Pflastern

Was dem Herzen für ein reges Werben um
die Tugend frommt, Wenn der Leib so
graden Weges Aus dem Arm der Sünde
kommt! Ach, ein Ekel vor den
Lastern Treibt mich in der
... weiterlesen


Umsonst

Was ist das Leben? Ein Irren Nach einem
Nie-Genug, Und in ererbten
Geschirren Ein Ackern mit rostigem
Pflug; Ein Kämpfen mit all den
leid`gen Sorgen, mit Qual und Not
... weiterlesen


Menzel im Himmel

Was ist das über den Wolken
heut? Kanonen und Waffen und
schnaubende Tiere - Dort schwenkt ja
das Regiment Baireuth, Dort rasseln die
Seydlitz-Kürassiere. Die alten Garden,
die lä
... weiterlesen


An Mathilde

Was mußt` ich lesen beim Kakao, Den
mir ein hübsches Mädchen bot: Von
Deutschland handelt die Serao, Von
deutschen Frauen - schwere Not! Es
schlotterten die plumpen Kleider
... weiterlesen


Das Lied des Legionärs

Was rattert durch den Kasernenraum Und
hetzt die schlotternden Scharen -? Ich
habe geweint im fiebernden Traum: Ich
bin nach Deutschland gefahren. Ich
träumte von Mädeln, so blond
... weiterlesen


Komödie

Was soll dir die Komödie taugen Wenn
du `Belehrung` nicht gewannst; Du
fragst mich mit den großen Augen, Was
du im Spielhaus lernen kannst ... Vom
Schauspiel lernen ist gefährlich
... weiterlesen


Meine Osterfeier

Was soll ich alter Knabe feiern - Ward
mir nicht grau und kahl die Welt? Ein
Körbchen bloß mit bunten Eiern Hab`
ich auf meinen Pult gestellt. Ein
Körbchen wie`s die Kleinen trage
... weiterlesen


Vielleicht -

Was soll ich mich fragen und
plagen: Was bringt das neue Jahr? Ein
Hoffen und Verzagen Und Schnee
vielleicht ins Haar. Ins Knopfloch
vielleicht ein Bändchen, Vielleic
... weiterlesen


Die Mutter

Was warst du ein hübscher, ein
zärtlicher Junge- Jahre um Jahre
zerrannen, und doch Auf deinem
Holzpferd im Schaukelschwunge Hör` ich
dein jauchzendes Lachen noch! Klopfte
der Abe
... weiterlesen


Weihnachtslied für Kinder

Wenn alle Kinder tief im Traum In
Gottes Armen ruhn, Dann steigt aus
blauem Himmelsraum Christkind auf
goldnen Schuhn. Schneeflöckchen
trägt`s im Lockenhaar Und Blumen an de
... weiterlesen


„Er“...

Wenn heiß das Glück mir Herz und Wang`
entfacht, Dann hab` ich heimlich oft an
ihn gedacht... Mir schien`s, als ob
ein blauer See sich breite, Den still,
dem Schwane gleich, mein
... weiterlesen


So oder so

Wenn ich erst mal siebzig Jahr, Denk`
ich, werd` ich lesen: Was ich, als ich
blond von Haar, Für ein Kerl
gewesen; Wie ich Unrecht nie
begehrt, Nimmer trank und praßte,
... weiterlesen


Fridericus Rex

Wenn Kön`ge aus den Gräbern
steigen Aus ihres Prunksargs totem
Glanz, Dann tragen sie aus welken
Zweigen Um gelbe Knochenstirn den
Kranz. Und ihrer Zeit geheiligt
Wunder, De
... weiterlesen


„Guter Mond, Du ..“

Wenn Liebe erste Rosen flicht Und
Hoffnung durch die Sterne reist, Dann
ist der Mond das goldne Licht, Das
Glücklichen den Himmel weist. Doch
ist der Honigmonat er, D
... weiterlesen


Astronomie

Wenn sich die Seele müd geschunden Im
engbegrenzten Erdenraum, Hat ihr die
Flügel umgebunden, Die goldnen
Flügel, oft der Traum. Er trug hinauf
in Erdenfernen In lichtbekr
... weiterlesen


Lob des Tanzes

Wenn sich die Sterne drehen Und Mond
und Sonne kreist, Wer ist`s da, der uns
stehen Wie angewurzelt heißt?! Und
ragt auch in Distanzen Gewichtig Turm
bei Turm - Die So
... weiterlesen


Satis est

Wenn sich jung die Kräfte regen, Sei
die Arbeit dir ein Spiel; Freue dich an
steilen Wegen, Doppelt herrlich winkt
das Ziel. Schäme dich des leisen
Murrens, Trag die Lasten
... weiterlesen


Vision

Wer kennt den Zauber, der aus
Tiefen Der Seele zarte Bilder
lockt, Die, Reste toter Tage,
schliefen, Vom Winter sorglich
überflockt? Wer kennt den Zauber,
der die Neige
... weiterlesen


Das Köstliche

Wer nur um Unerläßliches Sich müht
in Tagesfron, Dem fehlt ein
Unvergeßliches Als höchster
Lebenslohn. Wie zahlreich auch die
Jährchen sind, Gehäuft zu Leid und
... weiterlesen


Rembrandt

Wie bläst der Wind von den Kanälen
kalt - Hendrikje, in den Ofen noch ein
Scheit! Tut`s um das schöne, teure
Holz dir leid? Mich friert, mein Kind,
Rembrandt wird alt, wird alt. D
... weiterlesen


Wie einer sich kleidet...

Wie einer sich kleidet, Das
entscheidet Auf den ersten Blick. Das
Röckchen, die Pose, Der Knick in der
Hose. Das macht sein Glück. Ein wenig
Grütze Unter der
... weiterlesen


Die Schiefertafel

Wie hat berührt die Kunde mich so
eigen: Auch sie besiegt im Kampfe der
Kultur! Man wird sie künftig unsern
Enkeln zeigen Im Schrank der
städtischen Museen nur. Bei Spinnr
... weiterlesen


Winterstürme wichen dem Wonnemond

Wie hat der Lenz so lang`
gesäumt, Jetzt kommt er mit Duft und
Fülle. Die Buche treibt, und die Linde
träumt, Und die Rose sprengt ihre
Hülle... Im Arbeitszimmer sitz` ic
... weiterlesen


Selbstporträt

Wie kämen wir zu hohen Ehren, Wie
Gutes müßte uns geschehn, Wenn wir in
Wahrheit just so wären, Wie wir so
gern uns selber sehn: Die
Leidenschaft liegt fromm am Zügel,
... weiterlesen


Sonett

Wie nenn` ich dich, du Wunder junger
Tage, Da leis` der Frühling alle
Knospen rührt, Der meines Herzens
heißer Dank gebührt Und deren Bild
ich heimlich in mir trage. Kein
... weiterlesen


Nach der Schlacht

Wir haben die Hügel erstritten, Wir
haben gefärbt den Sand, Wir haben
ausgelitten Für unser
Vaterland. Wir liegen mit starren
Zügen, Wir ruhn vom großen Mäh`n;
... weiterlesen


Korrekt

Wir knicksen, wir lächeln, wir
schütteln die Hände, Wir tänzeln und
plaudern und reden Bände. Das Neuste
durchsetzt mit spärlichen
Witzchen, Höchst kümmerliche
Lokalnotizchen;
... weiterlesen


Schwedisches

Wir wollen von der Liebe reden, Nun
spitz die Öhrchen, liebes Kind; Du
glaubst nicht, wie da hoch in
Schweden Die Menschen gar so seltsam
sind. Viel Wunders fand ich oft
geschrieben
... weiterlesen


Schlackenhandel

Wo einst der strohumwundnen Flasche So
köstlich roter Inhalt reift`, Da ist
das Land von grauer Asche Des
tück`schen Kraters überstreift. Und
durch zerstörte Vignien klet
... weiterlesen


Selbstgespräch

Wo Feuer brennt, da rauchen Schlote -
- Sprach gestern abend mit Herrn
Schmock Der sagte mir, die neuste
Mode Benütz` dein Haupt als
Haubenstock. Du seist modern, wie die
Ko
... weiterlesen


Wohin dein Weg?

Wohin dein Weg?... Ihr habt`s mich einst
gefragt. Mein Stolz hat lächelnd
Antwort euch gesagt: Ich schau` im
Geist der höchsten Berge Ziel, Auf das
der erste Gruß der Sonne fiel;
... weiterlesen


Pisa

Zu Pisa neigt der schiefe Turm Sich
tiefer, wie ich erfahre. Er trotzte dem
Wetter, er trotzte dem Sturm Wohl
hundert um hundert Jahre. Aus
Rasenflächen, grün und glatt,
... weiterlesen


Früher Winter

Zu weißen Winterfesten Schließt
glitzernd sich der See; Auf noch
belaubten Ästen Ruht schwer der erste
Schnee. Und eine letzte Rose, Vom
Frost der Nacht betäubt, Be
... weiterlesen


Der Bleisoldat

Zum Schlaf eine Lade, ich weiß nicht
wie, Hat sich ein Bleisoldat
erkoren; Der letzte von einer
Kompanie, Die sich in alle Winde
verloren; Recht ein putziger kleiner
Mann - F
... weiterlesen


Zuweilen

Zuweilen fällt ein Wort mir ein, Das
einst das Herz durchbebte, Da fühl`
ich`s schauernd: das war mein, Als ich
es heiß erlebte. Mein Pulsschlag hat
den Laut geschwellt,
... weiterlesen


Leise Stimmen

Zuweilen hör` ich leise Stimmen Wie
weit, aus Weiten in der Nacht; Zuweilen
fühl` ich Feuer glimmen, Die meine
Kämpfe nicht entfacht. Geschloßnen
Auges schauernd stehe Ich
... weiterlesen


Zuweilen wünscht ich...

Zuweilen wünscht` ich, ich wäre Ein
Nabob im Dollarland - Da sah ich die
Millionäre Unter der `Schwarzen
Hand`. Sie leben ganz im stillen In
einem Panzergemach,
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Zwei Augen...

Zwei Augen einst in einem bleichen Und
frommen Antlitz sah ich stehn, Ich habe
niemals ihresgleichen Von Menschenhand
gemalt gesehn. In seines Himmels
stolzer Reine Nahm sie d
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Zwei Sprachen

Zwei Sprachen reden, so kommt mir
vor, Auf Erden der Weise und der
Tor. Und wenn eines Toren Einfalt
traf, Was der Weise in Nächten ohne
Schlaf Ergrübelt in Eifer, in Sorgen
erdach
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Zwischen meines Gartens Fichten

Zwischen meines Gartens Fichten Seh`
ich still die Sterne stehn ... All mein
Wirken, all mein Dichten Wird mit
meinem Tag verwehn. Aber was sich mir
gewoben Traumhaft in der N
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So gehts

`Es geht mir,` sprach mein Vetter, `So
manches liebe Jahr Mit dem verfluchten
Wetter Schon wirklich sonderbar! Der
Regen scheint verächtlich Und hat mich
nie entzückt;
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Verschiedenes Maß

`Sieh dort,` so sprach der
Optimist, `In goldner Frühlingssonne
Blitzen Auf einem Häufchen
Pferdemist In Eintracht sieben Spatzen
sitzen. Wie reich ist doch der
Schöpfungsplan,
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