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Gedichte - Sophie Mereau Brentano


Schwermut

Abenddämmrung liegt auf meinem Garten
– Und ich blicke mit bewölktem
Sinn, Meinen müden Kopf gelehnt am
harten Fensterrahmen, wie auf Gräber
hin. Und die Geister meiner
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Die Gottheit

Als einst dem Chaos werdender
Gestalten, Sich auch der Mann mit
stolzer Form entzogen, Der Gottheit
Bilder noch auf heil`gen Wogen, Mit
reinen Strahlen in dem Reinen wallten:

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Lina und der Geist

Am dunkeln Buchhaine, Der Einsamkeiten
Schoß, Saß ich beim Abendscheine Auf
einer Bank von Moos. Der Genius der
Lüfte, Bewegt der Locken Blau, Und
schüttel
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Der Engel des Todes

An Salomon dem großen Weisen ging Der
ernste Todesengel sichtbarlich Vorüber
einst, und richtete den Blick Auf einen
Mann, der nahe bei ihm stand. Wer ist
der, fragte dieser Salomo
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Andenken

Athmet von Lüftchen bewegt, die Linde
mit stillem Gesäusel,   Wähn`
ich, es beb` um mich, leise dein
zärtlicher Laut. Seh` ich von fern ein
Gewand, an Farbe ähnlich dem deinen, &
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Abschied an Dornburg

Du Berg, der frei die hohe Stirn
erhebt, wo oft der Strahl des Morgens
mich umwebt, du Welle, die das Ufer
spielend neckt, wie Menschenstimmen oft
mich leicht erschreckt, du Abendrot
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Das Kind

Duftende Blüthen aus freundlicher
Höh` säuseln hernieder wie
glänzender Schnee; sieh, wie die
Schwalbe mit silberner Brust fliegt an
dem Teiche voll spielender Lust! Sch
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An Henriette von

Durch die Gebüsche Singend und
helle, Stürzet die frische Silberne
Quelle. Ruhige Lieder Flüstern die
Bäume, Selige Träume, Säuseln
hernieder.
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Frühling

Düfte wallen - tausend frohe
Stimmen jauchzen in den Lüften um mich
her; die verjüngten trunknen Wesen
schwimmen aufgelös`t in einem
Wonnemeer. Welche Klarheit, welches
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Natur

Ein Segensstrom wallt durch die blauen
Lüfte; dem Hain entrauscht die frohste
Symphonie. Vom Liebeshauch des
Frühlings sanft bezwungen, zu neuer
Wirksamkeit emporgedrungen, eint al
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Erscheine mir...

Erscheine mir, aus deinen reinen
Lüften, Mit heitern Strahlen, heilge
Poesie! Wie neu belebend über stille
Triften Der Morgen glänzt; in deinem
Licht erblüh, Was, noch von keinem
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Feuerfarb

Ich weiß eine Farbe, der bin ich so
hold, die achte ich höher als Silber
und Gold; die trag` ich so gerne um
Stirn und Gewand, und habe sie Farbe
der Wahrheit genannt. Woh
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Schwarzburg

In sich gehüllt, umkränzt von grünen
Hügeln, leis` angewebt von milder
Schwermut Flügeln, ruht dort das Tal
in stiller Dämmerung. Ein kühler
Luftstrom wallt mir sanft entgegen,
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Der Liebende

Lieblich, wie der Hoffnung
Zaubertöne, flötet dort im
Blüthenbusch versteckt Philomele,
während sich der schöne Abendhimmel
leicht mit Rosen deckt. O! in Allem,
was die
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Die letzte Nacht

Sie sinkt, die Nacht! sie sinkt auf Mohn
und Flieder, im Grabgewand, von
Leichenduft umschwebt; ein kalter
Schauder bebt mir durch die
Glieder, indes der freie Geist sich zu
entfesseln stre
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Erinnerung und Phantasie

Warum ergießt sich nur der Schwermut
Schauer aus deiner Schale mir,
Erinnerung? Warum bewölkt der
Sehnsucht stille Trauer der Seele Blick
mit trüber Dämmerung? Sie flatt
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Der Knabe

Wenn ich nur ein Vöglein wäre, Ach
wie wollt` ich lustig fliegen, Alle
Vögel weit besiegen. Wenn ich so
ein Vogel bin, Darf ich alles alles
haschen Und die höchst
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Licht und Schatten

Wenn sich der Äther erhebt in hoher
heiliger Klarheit, wenn sich ein
fließendes Gold über die Erde
ergießt, und vor dem strahlenden Gott
die Schatten leise zerrinnen, freu`t
sich der bl
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Mitgefühl

Wer nicht, voll reiner
Menschenhuld, mit rascher, schöner
Ungeduld, der Brüder tiefes Leiden
sieht, und tätig es zu lindern
glüht; Der, dessen Herz nicht
höher schlägt
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Zukunft

Wie auf ausgespannten
Sturmesschwingen Eilt der Augenblick! -
Den Flug der Zeit Hemmt kein Wunsch;
des Herzens bange Stunden Schwinden
hin, wie seine Seligkeit! Weh den
Armen
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Schwärmerey

Wirst du mir stets den Seraphsfittig
leihen, du nektartrunkne, süße
Schwärmerey? Du wirst es nicht. -
Verglimmen und zerrinnen wird deine
Gluth vor den getrübten Sinnen; dein
Wah
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Psyche an Amor

Wo schwand er hin, der seligste der
Träume, das höchste Ziel der
innigsten Begier? Die Sehnsucht
schwingt sich in des Äthers
Räume; doch, ach! verbannt, gefesselt
schmacht` ich hier!
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Schwärmerei der Liebe

Wo über Gräbern die Zypresse
trauert, weilt oft, von trauriger
Beruhigung und unbekannten Ahndungen
durchschauert, mit nassem Auge die
Erinnerung. Und auf der Hoffnung san
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Das Lieblingsörtchen

Wohl wölbet sich lieblich am kühligen
Bach manch duftend Gewinde zum
blühenden Dach; wohl hat sich schon
mancher, von Sehnsucht gequält, ein
heimliches Plätzchen zum Freunde
gewählt.
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