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Gedichte - Theodor Storm


Die Kinder

1 Abends Auf meinem Schoße
sitzet nun Und ruht der kleine
Mann; Mich schauen aus der
Dämmerung Die zarten Augen an.
Er spielt n
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Im Volkston

1 Als ich dich kaum gesehn,
Mußt es mein Herz gestehn, Ich
könnt dir nimmermehr
Vorübergehn. Fällt nun der
Sternenschein Nachts in m
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Mai

1 Die Kinder schreien »Vivat
hoch!« In die blaue Luft hinein;
Den Frühling setzen sie auf den
Thron, Der soll ihr König sein.
2
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Vom Staatskalender

1 Die Tochter spricht: »Ach,
die kleine Kaufmannstochter, Wie das
Ding sich immer putzt! Fehlt nur,
daß mit unsereinem Sie sich noch
vertraulich
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Einer Toten

1 Du glaubtest nicht an frohe Tage
mehr, Verjährtes Leid ließ nimmer
dich genesen; Die Mutterfreude war
für dich zu schwer, Das Leben war
dir gar zu hart gewese
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Geschwisterblut

1 Sie saßen sich genüber bang
Und sahen sich an in Schmerzen; Oh,
lägen sie in tiefster Gruft Und
lägen Herz an Herzen! - Sie
sprach: »Daß w
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Vor Tag

1 Wir harren nicht mehr
ahnungsvoll Wie sonst auf blaue
Märchenwunder; Wie sich das Buch
entwickeln soll, Wir wissen`s ganz
genau jetzunder. Wir
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Weiße Rosen

1 Du bissest die zarten Lippen
wund, Das Blut ist danach geflossen; Du
hast es gewollt, ich weiß es wohl, Weil
einst mein Mund sie verschlossen.
Entfärben l
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Ein Sterbender

Am Fenster sitzt er, alt, gebrochnen
Leibes, Und trommelt müßig an die
feuchten Scheiben; Grau ist der
Wintertag und grau sein Haar.
Mitunter auch besieht er aufmerksam
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Die Stadt

Am grauen Strand, am grauen Meer, Und
seitab liegt die Stadt; Der Nebel
drückt die Dächer schwer, Und durch
die Stille braust das Meer Eintönig um
die Stadt. Es rauscht k
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Crucifixus

Am Kreuz hing sein gequält Gebeine,
Mit Blut besudelt und geschmäht;
Dann hat die stets jungfräulich reine
Natur das Schreckensbild verweht.
Doch die sich seine
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Morgane

Am regentrüben Sommertagen, Wenn Luft
und Flut zusammenragen, Und ohne Regung
schläft die See, Dann steht an unserm
grauen Strande Das Wunder aus dem
Morgenlande, Morgane, die be
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Stoßseufzer

Am Weihnachtsonntag kam er zu mir,
In Jack` und Schurzfell, und roch nach
Bier Und sprach zwei Stunden zu
meiner Qual Von Zinsen und von
Kapital; Ein Kerl, vor dem mich G
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Meeresstrand

Ans Haff nun fliegt die Möwe, und
Dämmrung bricht herein; über die
feuchten Watten spiegelt der
Abendschein. Graues Geflügel
huschet neben dem Wasser her; wie Trä
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Immensee

Aus diesen Blättern steigt der Duft des Veilchens,
Das dort zu Haus auf unsern Heiden stand,
Jahraus und -ein, von welchem keiner wußte,
Und das ich später nirgends wiederfand.
Schlaflos

Aus Träumen in Ängsten bin ich
erwacht; Was singt doch die Lerche so
tief in der Nacht! Der Tag ist
gegangen, der Morgen ist fern, Aufs
Kissen hernieder scheinen die Stern`.
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Am Aktentisch

Da hab ich den ganzen Tag dekretiert;
Und es hätte mich fast wie so manchen verführt:
Ich spürte das kleine dumme Vergnügen,
Was abzumachen, was fertigzukriegen.
Gartenspuk

Daheim noch war es; spät am
Nachmittag. Im Steinhof unterm Laub
des Eschenbaums Ging schon der Zank
der Sperlinge zur Ruh; Ich, an der
Hoftür, stand und lauschte noch,
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April

Das ist die Drossel, die da
schlägt, Der Frühling, der mein Herz
bewegt; Ich fühle, die sich hold
bezeigen, Die Geister aus der Erde
steigen. Das Leben fließet wie ein
Traum -
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Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall Die
ganze Nacht gesungen; Da sind von ihrem
süßen Schall, Da sind in Hall und
Widerhall Die Rosen aufgesprungen. Sie
war doch sonst ein wi
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Verlobungswunsch

Daß nimmer trübe Ungemach, daß fern
euch bleibe Not und Schmach, daß nie
ihr eine Träne weint, daß stets in
Liebe ihr vereint, daß stes ihr aller
Sorgen bar, das wünsch` ic
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Blumen

Dem Augenarzt von seinen Kranken
Sie kommen aus dem Schoß der Nacht;
Doch wären unten sie geblieben,
Wenn nicht das Licht mit seiner Macht
Hinauf ins Leben sie g
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Lose

Der einst er seine junge Sonnige
Liebe gebracht, Die hat ihn gehen
heißen, Nicht weiter sein
gedacht. Drauf hat er
heimgeführet Ein Mädchen still und

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Der Zweifel

Der Glaube ist zum Ruhen gut,
Doch bringt er nicht von der Stelle;
Der Zweifel in ehrlicher Männerfaust,
Der sprengt die Pforten der Hölle.
Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das
Laub; Schenk ein den Wein, den
holden! Wir wollen uns den grauen
Tag Vergolden, ja vergolden! Und geht
es draußen noch so toll, Unchristlich
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Aus der Marsch

Der Ochse frißt das feine GrasUnd
läßt die groben Halme stehen;Der Bauer
schreitethintendreinUnd fängt
bedächtig an zu mähen.Und auf dem
Stall zurWinterszeit,
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Weihnachtabend 1852

Die fremde Stadt durchschritt ich
sorgenvoll, Der Kinder denkend, die
ich ließ zu Haus. Weihnachten
war`s; durch alle Gassen scholl Der
Kinderjubel und des Markts Gebraus.
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Westermühlen

Die Heimat hier und hier dein erster
Traum! Das Mühlrad rauscht, so lustig
stäubt der Schaum. Und unten blinkt der
Bach in tiefem Schweigen. Ein
Spiegelrund, drin blau der Himmel ruht.
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Lehrsatz

Die Sonne scheint; laß ab von
Liebeswerben! Denn Liebe gleicht der
scheuesten der Frauen; Ihr eigen
Antlitz schämt sie sich zu schauen,
Ein Rätsel will sie bleiben, oder
sterben
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Die Stunde schlug

Die Stunde schlug, und deine Hand
Liegt zitternd in der meinen, An
meine Lippen streiften schon Mit
scheuem Druck die deinen. Es
zuckten aus dem vollen Kelch
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Die Zeit ist hin

Die Zeit ist hin; du löst dich
unbewußt Und leise mehr und mehr
von meiner Brust; Ich suche dich mit
sanftem Druck zu fassen, Doch fühl`
ich wohl, ich muß dich gehen lassen.
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Du schläfst

Du schläfst - so will ich leise flehen:
O schlafe sanft! und leise will ich gehen,
Daß dich nicht störe meiner Tritte Gang,
Daß du nicht hörest meiner Stimme Klang.
Du willst es nicht in Worten sagen

Du willst es nicht in Worten sagen;
Doch legst du`s brennend Mund auf Mund,
Und deiner Pulse tiefes Schlagen
Tut liebliches Geheimnis kund. Du
fliehst vor mir, du
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Ein grünes Blatt

Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
Ich nahm es so im Wandern mit,
Auf dass es einst mir möge sagen,
Wie laut die Nachtigall geschlagen,
Wie grün der Wald, den ich durchschritt.
Ein Grab schon weiset manche Stelle

Ein Grab schon weiset manche Stelle,
Und manches liegt in Traum und Duft;
Nun sprudle, frische Lebensquelle,
Und rausche über Grab und Kluft!
Zur Taufe

Ein Gutachten Bedenk es wohl, eh du
sie taufst! Bedeutsam sind die
Namen; Und fasse mir dein liebes
Bild Nun in den rechten Rahmen.
Denn ob der Nam` den
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Beginn des Endes

Ein Punkt nur ist es, kaum ein
Schmerz, Nur ein Gefühl, empfunden
eben; Und dennoch spricht es stets
darein, Und dennoch stört es dich zu
leben. Wenn du es andern klagen willst,
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In böser Stunde

Ein schwaches Stäbchen ist die Liebe,
Das deiner Jugend Rebe trägt, Das
wachsend bald der Baum des Lebens
Mit seinen Ästen selbst zerschlägt.
Und drängtest du
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Der Beamte

Er reibt sich die Hände: »Wir
kriegen`s jetzt! Auch der frechste
Bursche spüret Schon bis hinab in die
Fingerspitz`, Daß von oben er wird
regieret. Bei jeder Geburt ist künft
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Am Geburtstage

Es heißt wohl: Vierzig Jahr ein Mann!
Doch Vierzig fängt die Fünfzig an.
Es liegt die frische Morgenzeit
Im Dunkel unter mir so weit, Daß
ich erschrecke
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Geflüster der Nacht

Es ist ein Flüstern in der Nacht, Es
hat mich ganz um den Schlaf
gebracht; Ich fühl`s, es will sich was
verkünden Und kann den Weg nicht zu mir
finden. Sind`s Liebesworte, vert
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Abseits

Es ist so still; die Heide liegt Im
warmen Mittagssonnenstrahle, Ein
rosenroter Schimmer fliegt Um ihre alten
Gräbermale; Die Kräuter blühn; der
Heideduft Steigt in die blaue So
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Das Edelfräulein seufzt

Es ist wohl wahr,
Die Menschen stammen von einem Paar!
Der doppelte Adam, so süß er wäre,
Ich halte ihn dennoch für eine Schimäre!
Im Herbste

Es rauscht, die gelben Blätter
fliegen, Am Himmel steht ein falber
Schein; Du schauerst leis und
drückst dich fester In deines
Mannes Arm hinein. Was nun von Hal
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Ostern

Es war daheim auf unserm Meeresdeich;
Ich ließ den Blick am Horizonte
gleiten, Zu mir herüber scholl
verheißungsreich Mit vollem Klang
das Osterglockenläuten.
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Hyazinthen

Fern hallt Musik; doch hier ist stille
Nacht, Mit Schlummerduft anhauchen mich
die Pflanzen: Ich habe immer, immer dein
gedacht; Ich möchte schlafen, aber du
musst tanzen. Es hö
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Waldweg

Fragment Durch einen Nachbarsgarten
ging der Weg, Wo blaue Schlehn im
tiefen Grase standen; Dann durch die
Hecke über schmalen Steg Auf einer
Wiese, die an allen
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Gedenkst du noch?

Gedenkst du noch, wenn in der
Frühlingsnacht Aus unserm
Kammerfenster wir hernieder Zum
Garten schauten, wo geheimnisvoll Im
Dunkel dufteten Jasmin und Flieder?
Der Ster
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In der Frühe

Goldstrahlen schießen übers Dach,
Die Hähne krähn den Morgen wach;
Nun einer hier, nun einer dort, So
kräht es nun von Ort zu Ort. Und in
der Ferne stirbt der Klang
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Für meine Söhne

Hehle nimmer mit der Wahrheit!
Bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue;
Doch, weil Wahrheit eine Perle,
Wirf sie auch nicht vor die Säue.
Blüte edelsten Gemütes
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Lied des Harfenmädchens

Heute, nur heute Bin ich so schön;
Morgen, ach morgen Muß alles
vergehn! Nur diese Stunde Bist
du noch mein; Sterben, ach sterben
S
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Im Walde

Hier an der Bergeshalde Verstummet
ganz der Wind; Die Zweige hängen
nieder, Darunter sitzt das Kind.
Sie sitzt in Thymiane, Sie sitzt in
lauter Duft;
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Auf dem Segeberg

Hier stand auch einer Frauen Wiege,
Die Wiege einer deutschen Frau; Die
schaut mich an mit Augen blau, Und
auf dem Felsen, drauf ich liege,
Schließt sie mich plötzlich
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Im Garten

Hüte, hüte den Fuß und die Hände,
Eh sie berühren das ärmste Ding!
Denn du zertrittst eine häßliche Raupe
Und tötest den schönsten Schmetterling.
Kritik

Hör mir nicht auf solch Geschwätze,
Liebes Herz, daß wir Poeten Schon
genug der Liebeslieder, Ja zuviel
gedichtet hätten. Ach, es sind so
kläglich wenig,
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Einer Braut am Polterabend

Ich bringe dir ein leeres weißes
Buch, die Blätter drin noch ohne Bild
und Spruch. Sie sollen einst, wenn sie
beschrieben sind, dir bringen ein
Erinnern hold und lind; an
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Ein Epilog

Ich hab es mir zum Trost ersonnen In
dieser Zeit der schweren Not, In
dieser Blütezeit der Schufte, In
dieser Zeit von Salz und Brot. Ich
zage nicht, es muß sich
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Lucie

Ich seh sie noch, ihr Büchlein in der
Hand, Nach jener Bank dort an der
Gartenwand Vom Spiel der andern
Kinder sich entfernen; Sie wußte
wohl, es mühte sie das Lernen.
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Mein jüngstes Kind

Ich wanderte schon lange, Da kamest
du daher; Nun gingen wir zusammen,
Ich sah dich nie vorher. Noch
eine kurze Strecke - Das Herz wird
mir so schwer -,
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Frauenhand

Ich weiß es wohl, kein klagend Wort
Wird über deine Lippen gehen; Doch,
was so sanft dein Mund verschweigt,
Muß deine blasse Hand gestehen.
Die Hand, an der mei
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Sturmnacht

Im Hinterhaus, im Fliesensaal Über
Urgroßmutters Tisch` und Bänke,
Über die alten Schatullen und
Schränke Wandelt der zitternde
Mondenstrahl. Vom Wald kommt der
Wind
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Dämmerstunde

Im Sessel du, und ich zu deinen
Füßen, Das Haupt dir zugewendet,
saßen wir; Und sanfter fühlten wir
die Stunden fließen, Und stiller
ward es zwischen mir und dir; Bi
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Februar

Im Winde wehn die Lindenzweige,
Von roten Knospen übersäumt;
Die Wiegen sinds, worin der Frühling
Die schlimme Winterzeit verträumt.
Eine Frühlingsnacht

Im Zimmer drinnen ist`s so schwül;
Der Kranke liegt auf dem heißen
Pfühl. Im Fieber hat er die Nacht
verbracht; Sein Herz ist müde, sein
Auge verwacht.
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Du warst es doch

In buntem Zug zum Walde ging`s hinaus;
Du bei den Kindern bliebst allein zu
Haus. Und draußen haben wir
getanzt, gelacht, Und kaum, so war
mir, hatt ich dein gedacht. -
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Ein Ständchen

In lindem Schlaf schon lag ich hingestreckt,
Da hat mich jäh dein Geigenspiel erweckt.
Doch, wo das Menschenherz mir so begegnet,
Nacht oder Tag, die Stunde sei gesegnet!
August

Inserat Die verehrlichen Jungen, welche
heuer Meine Äpfel und Birnen zu stehlen
gedenken, Ersuche ich höflichst, bei
diesem Vergnügen Wo möglich insoweit
sich zu beschränken,
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Abschied

Kein Wort, auch nicht das kleinste, kann
ich sagen, Wozu das Herz den vollen
Schlag verwehrt; Die Stunde drängt,
gerüstet steht der Wagen, Es ist die
Fahrt der Heimat abgekehrt.
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Juli

Klingt im Wind ein Wiegenlied,
Sonne warm herniedersieht,
seine Ähren senkt das Korn,
rote Beere schwillt am Dorn,
schwer von Segen ist die Flur -
Junge Frau, was sinnst du nur?
Zwischenreich

Meine ausgelaßne Kleine, Ach, ich
kenne sie nicht mehr; Nur mit Tanten
und Pastoren Hat das liebe Herz
Verkehr. Jene süße Himmelsdemut,
Die der Sünde
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Elisabeth

Meine Mutter hat`s gewollt, Den
andern ich nehmen sollt; Was ich
zuvor besessen, Mein Herz sollt es
vergessen; Das hat es nicht
gewollt. Meine Mutter kla
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Gräber an der Küste

Mit Kränzen haben wir das Grab
geschmückt, Die stille Wiege unsrer
jungen Toten; Den grünsten Efeu
haben wir gepflückt, Die spätsten
Astern, die das Jahr geboten.
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Mitunter weicht von meiner Brust

Mitunter weicht von meiner Brust, Was
sie bedrückt seit deinem Sterben; Es
drängt mich, wie in Jugendlust, Noch
einmal um das Glück zu werben. Doch
frag ich dann: Was ist das G
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Nimm dich in acht

Nimm dich in acht!
Eh du erwacht,
Holt dich die Mutter
Heim in die Nacht!
Noch einmal!

Noch einmal fällt in meinen Schoß
Die rote Rose Leidenschaft; Noch
einmal hab ich schwärmerisch In
Mädchenaugen mich vergafft; Noch
einmal legt ein junges Herz
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Im Zeichen des Todes

Noch war die Jugend mein, die schöne,
ganze, Ein Morgen nur, ein Gestern
gab es nicht; Da sah der Tod im
hellsten Sonnenglanze, Mein Haar
berührend, mir ins Angesicht.
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Morgens

Nun gib ein Morgenküßchen! Du hast
genug der Ruh; Und setz dein zierlich
Füßchen Behende in den Schuh! Nun
schüttle von der Stirne Der Träume
blasse Spur! Das go
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Sommermittag

Nun ist es still um Hof und Scheuer,
Und in der Mühle ruht der Stein;
Der Birnenbaum mit blanken Blättern
Steht regungslos im Sonnenschein.
Die Bienen summen so
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Nun sei mir heimlich zart und lieb

Nun sei mir heimlich zart und lieb;
Setz deinen Fuß auf meinen nun! Mir
sagt es: ich verließ die Welt, Um
ganz allein auf dir zu ruhn; Und
dir: o ließe mich die
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O bleibe treu den Toten

O bleibe treu den Toten, Die lebend
du betrübt; O bleibe treu den
Toten, Die lebend dich geliebt!
Sie starben; doch sie blieben Auf
Erden wesenlos,
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O süßes Nichtstun

O süßes Nichtstun, an der Liebsten
Seite Zu ruhen auf des Bergs
besonnter Kuppe; Bald abwärts zu
des Städtchens Häusergruppe Den
Blick zu senden, bald in ferne Weite!
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Knecht Ruprecht

Ruprecht: Habt guten Abend, alt und
jung, Bin allen wohl bekannt
genung. Von drauß` vom Walde komm
ich her; Ich muß euch sagen, es
weihnachtet sehr!
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Schließe mir die Augen beide

Schließe mir die Augen beide Mit den
lieben Händen zu! Geht doch alles, was
ich leide, Unter deiner Hand zur
Ruh. Und wie leise sich der
Schmerz Well` um Welle schlafen leget,
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Herbst

Schon ins Land der Pyramiden Flohn die
Störche übers Meer; Schwalbenflug ist
längst geschieden, Auch die Lerche
singt nicht mehr. Seufzend in geheimer
Klage Streift der W
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Gesegnete Mahlzeit

Sie haben wundervoll diniert; Warm
und behaglich rollt ihr Blut, Voll
Menschenliebe ist ihr Herz, Sie sind
der ganzen Welt so gut. Sie
schütteln zärtlich sich di
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1. Januar 1851

Sie halten Siegesfest, sie ziehn die
Stadt entlang; Sie meinen,
Schleswig-Holstein zu begraben.
Brich nicht, mein Herz! Noch sollst du
Freude haben; Wir haben Kinder noch,
wir habe
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Eine Fremde

Sie saß in unserm Mädchenkreise,
Ein Stern am Frauen-Firmament; Sie
sprach in unsres Volkes Weise, Nur
leis, mit klagendem Akzent. Du
hörtest niemals heimverlangen
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Trost

So komme, was da kommen mag! So lang du
lebest, ist es Tag. Und geht es in die
Welt hinaus, Wo du mir bist, bin ich zu
Haus. Ich seh dein liebes
Angesicht, Ich sehe d
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Hinter den Tannen

Sonnenschein auf grünem Rasen,
Krokus drinnen blau und blaß; Und
zwei Mädchenhände tauchen Blumen
pflückend in das Gras. Und ein
Junge kniet daneben,
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März

Und aus der Erde schauet nur
Alleine noch Schneeglöckchen;
So kalt, so kalt ist noch die Flur,
Es friert im weißen Röckchen.
Der Lump

Und bin ich auch ein rechter Lump,
So bin ich dessen unverlegen; Ein
frech Gemüt, ein fromm Gesicht,
Herzbruder, sind ein wahrer Segen!
Links nehm von Christi Man
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Die Kleine

Und plaudernd hing sie mir am Arm;
Sie, halberschlossen nur dem Leben;
Ich zwar nicht alt, doch aber dort,
Wo uns verläßt die Jugend eben.
Wir wandelten hinauf,
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Im Herbste 1850

Und schauen auch von Turm und Tore
Der Feinde Wappen jetzt herab, Und
rissen sie die Trikolore Mit wüster
Faust von Kreuz und Grab; Und
müßten wir nach diesen T
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Und es war auch ein großer Schmerz

Und war es auch ein großer Schmerz,
Und wär`s vielleicht gar eine Sünde,
Wenn es noch einmal vor dir stünde,
Du tät`st es noch einmal, mein Herz.
Regine

Und webte auch auf jenen Matten Noch
jene Mondesmärchenpracht, Und
stünd sie noch im Waldesschatten
Inmitten jener Sommernacht; Und
fänd ich selber wie im Traume
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Von Katzen

Vergangnen Maitag brachte meine
Katze Zur Welt sechs allerliebste kleine
Kätzchen, Maikätzchen, alle weiß mit
schwarzen Schwänzchen. Fürwahr, es war
ein zierlich Wochenbettchen! Die
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Weihnachtslied

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte Ein
milder Stern herniederlacht; Vom
Tannenwalde steigen Düfte Und hauchen
durch die Winterlüfte, Und kerzenhelle
wird die Nacht. Mir is
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Zur Nacht

Vorbei der Tag! Nun laß mich
unverstellt Genießen dieser Stunde
vollen Frieden! Nun sind wir unser;
von der frechen Welt Hat endlich uns
die heilige Nacht geschieden.
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Nach Reisegesprächen

Vorwärts lieber laß uns schreiten
Durch die deutschen Nebelschichten,
Als auf alten Träumen reiten Und
auf römischen Berichten! Denn mir
ist, als säh ich endlich
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Abends

Warum duften die Levkoien so viel
schöner bei der Nacht? Warum
brennen deine Lippen so viel röter bei
der Nacht? Warum ist in meinem
Herzen so die Sehnsucht auferwacht,
Diese bre
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Wer je gelebt in Liebesarmen

Wer je gelebt in Liebesarmen, Der
kann im Leben nie verarmen; Und
müßt er sterben fern, allein, Er
fühlte noch die selge Stunde, Wo er
gelebt an ihrem Munde,
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Komm, laß uns spielen

Wie bald des Sommers holdes Fest
verging! Rauh weht der Herbst;
wird`s denn auch Frühling wieder?
Da fällt ein bleicher Sonnenstrahl
hernieder - Komm, laß uns spielen,
we
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Engel-Ehe

Wie Flederwisch und Bürste sie
regiert! Glas und Gerät, es blitzt
nur alles so Und lacht und lebt!
Nur, ach, sie selber nicht. Ihr
schmuck Gesicht, dem Manne ihrer Wahl,

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Mondlicht

Wie liegt im Mondenlichte Begraben nun
die Welt; Wie selig ist der Friede, Der
sie umfangen hält! Die Winde müssen
schweigen, So sanft ist dieser
Schein; Sie säusel
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Rote Rosen

Wir haben nicht das Glück genossen In
indischer Gelassenheit; In Qualen ist`s
emporgeschossen, Wir wußten nichts von
Seligkeit. Verzehrend kam`s in Sturm
und Drange; Ein W
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Wohl fühl ich, wie das Leben rinnt

Wohl fühl ich, wie das Leben rinnt,
Und daß ich endlich scheiden muß,
Daß endlich doch das letzte Lied
Und endlich kommt der letzte Kuß.
Noch häng ich fest a
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Wohl rief ich sanft dich an mein Herz

Wohl rief ich sanft dich an mein Herz,
Doch blieben meine Arme leer; Der
Stimme Zauber, der du sonst Nie
widerstandest, galt nicht mehr. Was
jetzt dein Leben füll
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Notgedrungener Prolog

zu einer Aufführung des Peter Squentz
von Gryphius Der Pickelhering tritt
auf Hier mach ich euch mein
Kompliment! Der Pickelhering bin ich
genennt. War ein
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Gode Nacht

Över de stille Straten Geit klar de
Klokkenslag; God Nacht! Din Hart
will slapen, Und morgen is ok en
Dag. Din Kind liggt in de Weegen,
Un ik bün ok bi
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